Von Trek Gate zur Fan Gate
oder
eine bessere Con hätte es eigentlich nicht werden können

Düsseldorf, 30.08. - 31.08.2014

Mittwoch, 27.08.2014, gegen 17.45 Uhr abends…
…endlich war der Arbeitstag beendet, es gab wieder einige kleine "Freudenanfälle" vor meinen Kollegen weil ich mich so auf die Trekgate freute, die am kommenden Wochenende endlich stattfinden sollte.
Ich kam heim, mein Kater begrüßte mich schon sehnsüchtig hinter der Tür (Übersetzung für Nicht-Katzenbesitzer: Hey, wo warst Du so lange? Ich hab Hunger, füll meinen Napf!), und während ich die Bedürfnisse meines Angels erfüllte fuhr der Rechner langsam hoch, ich ging auf Facebook um die aktuellsten Convorbereitungen mitzuverfolgen und dachte nur: WTF!!!
Ungefähr 12 Benachrichtigungen, eine PM und plötzlich poppte eine neue PM auf. In dem Moment sah ich die Ankündigung - Trekgate gecancelled. Ich war komplett sprachlos und starrte sicher minutenlang auf den so verhängnisvollen Text, der es auch geschafft hatte mein Herz kurz anzuhalten. Sämtliches Blut war aus meinem Gesicht gewichen und für einen Moment fühlte ich mich wie in Watte gepackt.
Das konnte jetzt nur ein böser Scherz sein, oder?
Doch das war es leider nicht. Drei Tage vor der Con wurde diese abgesagt. Natürlich war da im FB die Hölle los!!!
Ich fasse kurz zusammen: Natürlich Ärger und Unverständnis von vielen Seiten, Unglauben, Enttäuschung, dann die Nachricht, daß Manu Intiraymi (der Ersatz-Gast für Scarlett Pomers) gerade getwittert hatte, er sei jetzt im Flugzeug auf dem Weg nach Europa, Diskussionen ohne Ende, und dann… DANN… dann passierte das, was NUR in einer Fangemeinde wie Star Trek und Stargate entstehen kann. Ein Laut ging durch das FB: Warum sollen wir die Con ausfallen lassen? Machen wir sie doch selber. Manu ist schon da und eine Con ist nicht nur nur dazu da, Schauspieler zu sehen, sondern vor allem uns zu treffen und Spaß zu haben. Tun wir es doch!
Martin Nessler, Inhaber der "Filmwelt", Know-Howler und über Vitamin B-Verfüger nahm dann das Ganze in die Hand und mit Hilfe von einigen freundlichen Helfern, die ein Programm gezaubert haben, einen Beamer zur Verfügung stellten, Fotoausrüstungen und auch leckere Snacks rief er im Hilton an und organisierte einen kleinen Saal für uns.
Und wie es der Zufall - nein, Zufall nicht - wie es das Schicksal so wollte kam just in dem Moment, als Martin mit der Hotelchefin verhandelte (die uns übrigens so viel Unterstützung entgegen brachte, wie es überhaupt nur möglich war), Manu zur Rezeption und wurde sofort mit Martin verbunden. Die beiden haben sich geeinigt und während die Orga lief wurde im FB sowohl ein Name für das Event geboren, als auch ein schlagkräftiger Sloagan:

FAN GATE - YES, WE CON!!!!

Freitag, 29.08.14

Trotzdem natürlich die Überlegung - flieg ich oder flieg ich nicht? Daß ich fast ein komplettes Monatsgehalt mit der Con verloren hatte schmerzte schon sehr, aber hey - den Flug konnte ich eh nicht mehr rückgängig machen (hätte keinen Cent wiedergesehen) und das Hotel konnte ich auf ein günstigereres Angebot auch noch einmal umbuchen.
Also was soll's - nicht mehr mit ganz so viel Enthusiasmus wie zuvor, aber immer noch gut gelaunt ab zum Flughafen und dann auf nach Düsseldorf.
Um 20.20 Uhr setzte mein Flieger pünktlich auf und dann hatte ich bereits das erste Mal Glück.
Mein Motto: Geld sparen, wenn es geht. Daher hatte ich beschlossen mit den Öffentlichen zum Hotel zu fahren. Der Bus kam und der Fahrer sah sich außerstande mir ein Ticket zu verkaufen, da der Automat defekt war. Wir durften also alle offiziell schwarz fahren. Gleich ein wenig gespart.
Verbindung war super und nach nur 10 Minuten Busfahrt und 5 Minuten Laufen kam ich dann im Hilton an. Und hier kam gleich die nächste Überraschung. In meinem neuen "Sommer-Spar-Tarif" hatte ich auf das Frühstück verzichtet, da es gleich 10 Euro mehr gekostet hätte (zumal ich morgens mit einem Kaffee völlig zufrieden bin). Doch siehe da - aus irgendwelchen unerfindlichen (aber schönen) Gründen hatte ich plötzlich doch Frühstück mit dabei, für den gebuchten Preis.
Yay! Das fing schon gut an.
Nachdem ich dann nur schnell meinen Koffer auf's Zimmer gebrachte hatte (und hier hatte ich wieder Glück, denn vom meinem Zimmer im 8. Stock hat man eine tolle Sicht auf den Flughafen), und mich nur etwas frisch gemacht hatte bin ich wieder runter um in der Lobby (also dem Barbereich) zu schauen, ob ich wen Bekanntes finde.
Jepp, erst mal Irena (kennt jeder), welche mich freundlicherweise ihren Bekannten aus Spanien und Holland vorgestellt hat (hey, was für coole Typen, ich mag sie alle!!!!), später kam meine Namensvetterin dazu und dann tauchte auch noch Manu auf, welcher aber an einem anderen Tisch saß. Aber egal - es waren doch einige Leutchen da und der Freitag Abend endetet mit einem wohligen Gefühl und angenehmer Müdigkeit.

Samstag, 30.08.14

Juhu, ich bin wach… warum ist es erst 6.30 Uhr? Naja, wurscht. Aufstehen, Duschen, Anziehen und dann erst mal frühstücken gehen.
Im Frühstücksraum, der - oh Wunder - gegen 7.00 Uhr noch recht leer war, nahm ich einfach mal neben Martin Platz und wir unterhielten uns ein wenig über seine Filmwelt und die Fan Gate.
Da es erst gegen 10 Uhr losgehen sollte mit der Con huschte ich noch kurz zu Kaisers um mich mit einigen Kräckern und Mineralwasser einzudecken und stand dann pünktlich, kurz vor 10 Uhr, vor dem kleinen Saal.
Da dieses Event jetzt etwas völlig neues war und nichts mehr mit der Trek Gate zu hatte, hatten wir uns drauf geeinigt auch noch einmal Geld für Eintritt und Autogramme zu zahlen. Man muß hier bedenken: Manu, der ja schon da war, hatte weder den Flug, noch das Hotel, noch Gage bekommen. Er war der Gelackmeierte und daher war es durchaus gerecht, mit Fotoshoots , Autogrammen und dem kleinen Eintritt ein wenig Geld für ihn zu sammeln. Das heißt konkret der Eintritt kostete 10 Euro, dafür bekam man wenigstens ein tolles Basecap als "Eintrittskarte", ein Fotoshoot und ein Autogramm gab es jeweils für 20 Euro.
Jetzt ging es aber erst einmal los, nämlich mit der "Opening". Diese war vorwiegend in Deutsch, trotzdem ziemlich lustig und auch ziemlich live. Was gleich das zweite Motto dieser Con gebar, nämlich:

- Alles, was heute passiert, ist live -

Und das war es auch, live und innerhalb von 3 Tagen aus dem Hut gezaubert. Und an dieser Stelle kann ich einfach schon mal schreiben (es ist technisch gesehen bereits Sonntag) - dieser Contag war einfach nur genial!!!!
Aber der Reihe nach.
Es ging los mit einer improvisierten Opening, an der schätzungsweise um die 80-100 Leute teilnahmen.
Die "spontan"-Organisatoren stellten sich kurz vor und natürlich wurde Manu begrüßt.
Er erzählte, daß das Flugzeug gerade ein paar Minuten in der Luft war als er die Nachricht bekam, daß die Con gecancelled sei. Nun gut, aussteigen war schlecht, den Captain zum umkehren zu bewegen ebenfalls, daher mußte er wohl in den sauren Apfel beißen (wobei "sauer" vielleicht etwas übertrieben ist, in Deutschland gibt es ja bekanntlich genug hübsche Mädchen ;)).
Wir jedenfalls fanden es total super, daß er da war und auch geblieben ist und jetzt eine "Manu-Con" draus gemacht hat.
Natürlich kann man es ihm nicht zumuten stundenlang jetzt ein Panel zu halten, daher gab es einige Programmpunkte.
Es ging nach der Opening los mit einem Panel von den Admins der Stargate-Project Seite. Vielleicht nicht alltäglich auf einer Con, aber auf jeden Fall nicht uninteressant.
Als die beiden Damen fertig waren kam dann ein "Screening with Manu". Soll heißen, er hatte einiges an Trailern mitgebracht seine neuen Projekte betreffend. Natürlich ging es mit "Star Trek - Renegades" los, in dem Film spielt er den nunmehr 16 Jahre älteren Icheb, der von Section 31 ziemlich mißbraucht wurde und nun zum Morph-Borg umfunktioniert wurde und als Kriegsdrohne herhalt sollte.
Nach dem Make-up wurde er gefragt für den Film und er meinte, es sei "migräneverdächtig", denn da sie natürlich fast kein Budget für den Film haben gab es auch keine solche Annehmlichkeiten wie klimatisierte Trailer oder "supra-leichte Maskenteile". Und bei 40° C und seiner 4-lagigen Montur bekam er fast einen Hitzschlag und tatsächlich Migräne. Einmal ist er fast umgekippt, sie haben ihm nur die Maskenteile heruntergerissen und ihn dann nach Haus gefahren.

Dann erzählte er, daß er, wie auch viele andere Schauspieler ins Produzentengeschäft eingestiegen wäre und wir bekamen einige Trailer von anderen Filmen zu sehen, wie z.B. "The 5th passenger", u.a. mit Tim Russ und Ethan Phillips oder dem Film "Pieces", bei dem es ziemlich blutig hergeht.

Ein weiteres Thema war momentan herrschende Gebuhle um Facebook oder Twitter-Anhänger. Die Filmgesellschaften würden wohl vor allem danach die Stars casten, wer am meisten Anhänger in den genannten Social-Medien hat. Es sei ein krasses Wettrennen gerade um Anhänger.

Als er fertig war folgte die Fotosession und danach Autogramme.
Gerade hier kristallisierte sich dann doch heraus, warum dieses "Fan Treffen" so wunderschön war. Manu nahm sich Zeit. Und ich meine wirklich Zeit. Für jeden Einzelnen. Jedes Foto wurde überprüft und wenn es Manu nicht gefallen hat, wurde es noch einmal gemacht, gefiel es dem Congänger nicht wurde es noch mal gemacht. Es gab zwei Kameras und daher auch einiges zu feilen. Ich habe jetzt 6 Digitalbilder von dem Shooting auf meinem Rechner. Ich nehme vorweg, daß einige fleißige Helfer tatsächlich am Samstag Nachmittag in die Stadt gefahren sind und haben die von uns vorher ausgesuchten Bilder ausdrucken lassen. Am Nachmittag hatten wir sie in der Hand.
Aber weiter zu den Autogrammen. Auf die mußten wir nicht lange warten, denn bei so einer kleinen Con geht es trotz Zeit nehmen schnell.
Ohhh… die Autogramme. Das war eine heiße Kiste für mich. Vielleicht hätte ich mich auf der Trek Gate, sofern sie stattgefunden hätte, nicht getraut das zu tun, was ich getan habe. Dafür habe ich allerdings auch alle vorgescheucht und drauf bestanden, die Letzte in der Reihe zu sein (dieser Teil klappte immerhin).
Einige wissen vielleicht, daß ich ein Buch besitze, in das ich bestimmte Stars habe mit ihrem Charakternamen unterschreiben lassen. Das wollte ich auch von Manu. Für das Buch war es keine große Sache, ich schrieb vorher auf einen Zettel, was er bitte schreiben sollte und das machte er auch, wobei er aber auch interessiert fragte, warum gerade Naomi.

Worauf ich ihm dann erklärte, daß das Buch Fanfiction u.a. auch über Naomi / Icheb enthalten würde und er fragte, ob sie dann aber schon älter wäre. Ich meinte dann, daß sie in den Storys 16 sei und er fragte gleich, ob sie sich küssen würden und Sex haben. Ein ganz klein wenig perplex war ich schon, da ich ja dachte, er halte nicht so viel von ihr, bejahte dann aber. Daraufhin meinte er, daß er doch gerne mal eine Story lesen würde. Ich habe ihm dann zwar meine Homepage aufgeschrieben aber gleichzeitig auch erklärt, daß natürlich alles in deutsch sei. Er meinte dann, ich soll es mal übersetzen, denn er wolle es wirklich gern lesen. Fand ich natürlich schon nice, aber vermutlich wird er es eh nicht machen.

Aber dann… dann… ich hatte lange, SEHR lange nicht mehr so heftiges Herzklopfen, das muß ich hier einfach mal schreiben. Ich hatte nämlich beschlossen, die Fotomontage von Icheb und Naomi von ihm unterschreiben zu lassen und zwar die, wo er aka Icheb Naomi gerade einen Antrag macht.
Von einer Con von vor 12 Jahren wußte ich allerdings, daß er von seiner "Spielpartnerin" Naomi nicht so begeistert war, also hatte ich einen Plan. Ich schenkte ihm eine Packung Airwaves und erklärte:
Die Airwaves soll er kauen, damit ihm die Tränen in die Augen steigen und er das Bild nicht erkennen kann, was er unterschreiben soll. Er erinnerte sich sogar an die Airwaves-Sache auf der Fed Con damals (wo er an den Teilen fast verreckt wäre) und nahm tatsächlich einen in den Mund. Es war wohl sehr scharf, aber er meinte, als er noch 20 war, hätte ihn das mehr überrascht, jetzt sei er etwas abgehärtet. Aber es war trotzdem scharf.
Naja, jedenfalls sagte ich dann, daß ich ziemlich nervös wegen des Bildes sei und schob ihm gleichzeitig mit dem Bild dann den Zettel hin, auf dem stand, was er doch bitte draufschreiben sollte. Und das war der Beginn meiner supergeilsten 5 Minuten mit Manu auf der Con - er fand das Bild nämlich total toll und schrieb wirklich drauf: "Marry me, Naomi? - Icheb"

Ich konnte es gar nicht glauben! Er fand das Bild WIRKLICH gut. Und ich mußte danach erst mal wieder lernen, wie atmen funktioniert.
Da kam es mir gerade recht, daß erst einmal eine kleine Pause auf dem Programm stand.
Was ich übersehen hatte war allerdings, daß eine Uhrzeitangabe auf dem Aushang getauscht wurde - soll heißen: Oben stand was von 15 Uhr und drei Reihen drunter aber was von 14 Uhr. So kam es (leider), daß ich viel von dem Panel mit Parvis Khosrawi (Kölner Filmreporter und netterweise als Panelgast eingesprungen) verpaßte. Aber wir sind ja flexibel und schließlich war das Motto: Alles, was heute passiert, ist live. Daher störte auch niemanden, daß er aufgrund seiner wirklich lustigen und interessanten Erzählungen und so manches Bildmaterial (z.B. ein Foto vom closed Set vom neuen Star Wars Film von JJ Abrams) das Panel um eine Stunde verlängerte.
Danach hatte Manu das Wort.
Erst einmal meinte er, daß er diese kleine Con sehr genießen würde, denn er hätte so die Möglichkeit wirklich einmal mit den Leuten ins Gespräch zu kommen (was er tatsächlich ja auch getan hatte) anstatt wie auf Großveranstaltungen nur immer "hi, what's your name, nice to meet you, bye" sagen zu können.
Dann ging es natürlich noch einmal um Voyager. Er wurde gefragt, wie er als "Jüngster" damals behandelt wurde, er meinte aber, ganz normal als wirklicher Kollege. Schwierig wurde es allerdings manchmal bei Szenen mit Jeri (davon gab es ja einige). Natürlich waren ALLE Männer ein wenig vernarrt in sie und jeder flirtete immer dezent herum, was sich aber auch als Gratwanderung herausstellte, da Jeri zu der Zeit gerade mit Brannon Braga wohl liiert war und der natürlich jeden kicken konnte, der ihm in die Quere kam ;), aber bei der Gelegenheit meinte Manu, jedes Mal wenn er eine Szene mit ihr hatte, in der sie sich gegenüberstanden war es SEHR anstrengend die richtige Blickhöhe auch zu halten :D
Und die Star Trek Uniformen waren auch nicht wirklich hilfreich, in dem Fall eine aufsteigende Erektion zu verbergen.
Dann getraute ich mich ihn zu fragen, wie zum Teufel eigentlich die Kortikalmonitore an der Haut hielten, die das MHN seinen Patienten manchmal verpaßt und ebenso die Combadges. Zum letzteren sei angemerkt, die Combadges, die in einer Szene live angesteckt werden, wie z.B. Janeway in "Macrocosm", als sie ihre Uniform auszieht und sich das Badge dann an das Top clippt. Okay, die Props, die an der Haut haften bleiben wurden dann auch wie vermutet mit einem Klebstoff vorher präpariert und was die Badges betraf (da war ich dann ein klein wenig grummelig), meine Frage konnte ich nicht vollständig formulieren da von hinten schon ein Dame rief "mit Klettband" (ja, danke, das meinte ich aber gar nicht), und dann vorne Martin die Antwort für Manu übernahm in dem er erklärte, daß es für solche Szenen z.B. dann auch spezielle Uniformen gab. Okay, jetzt weiß ich aber immer noch nicht wirklich wie genau das Badge da gehalten hat :/
Das nächste Thema war die Schauspielerei an sich. Einen guten Schauspieler zeichnet aus, daß er wirklich in der Szene komplett drin ist, weder darauf achtet, wer ihn alles Backstage anguckt, noch im Hinterkopf hat "oh mei, was erwartete jetzt der Regisseur genau von mir" oder auf seine Stimme achtet. Man muß wirklich die Handlung als real betrachten und auch daran glauben. Dann kommt es auch gut rüber.
Irgendwann war auch diese vergnügliche Stunde vorüber und Manu wurde gebeten, für eine paar wenige Nachzügler noch einmel Autogramme zu geben und ein Foto zu machen. Ich nahm das als gleich als Möglichkeit wahr, mein Foto mit ihm signieren zu lassen, was er auch in einer Weise tat, wo mein Herz mal wieder einen Satz machte.

Weiter auf dem Programm stand dann "Kostümwettbewerb und anschließend Auktion". Da danach das Abendessen mit Manu war, an dem ich nicht teilnehmen wollte (das war so ein Spar-Moment) nutzte ich die freie Zeit und fuhr in die Innenstadt. Es war zwar schon 18.30 Uhr aber dank günstiger Hotellage brauchte ich nicht lange mit den Öffentlichen.
An der Heinrich-Heine-Allee (was Innenstadt ist) stieg ich aus und begegnete dort "The whishing well", die anscheinend gerade auf Tournee in Europa waren. Verdammt gute Musik, da muß man glatt stehenbleiben und zuhören.
Nach ein paar Liedern mußte ich mich dann doch losreißen, denn es war inzwischen 19 Uhr und ich wollte noch ein wenig stöbern. Die Bilk-Arcaden waren mein Ziel, aber gegenüber entdecke ich dann Real. Erst einmal also da rein und für den Abend eine Flasche Rum und Cola kaufen. Als ich rausgehen wollte schüttete es aus Kübeln. Wolkenbruch. Super -.-
Nach 10 Minuten sah es nicht mehr GANZ so naß aus (war es dann aber doch), und ich entschied mich lieber wieder ins Hotel zu fahren, da meine Schuhe nach 50 Metern schon klatschnass waren, ebenso meine Hosenbeine. Meinen Rucksack und meine Jacke erwähne ich erst lieber gar nicht.
Frisch gegossen kam ich dann wieder im Hotel an eine halbe Stunde später und baute eine Fön-Konstruktion a lá MacGyver um meine Schuhe zu trocknen.
Kurzer Aufenthalt auf dem Zimmer und dann runter, zur Closing und anschließendem Konzert.
Tja, die Closing war eigentlich nur 2 Minuten und dann gab's Musik. Mir hat sie gefallen, aber ich war noch mit Irena verabredet zum Cuba Libre.
Daher schlich ich mich aus dem Saal um in eine erste "unschöne" Situation zu geraten. Alexandra Schiefer hatte Martin wohl einige signierte Fotos mitgegeben, die er unter den Leuten verschenken sollte, was bisher aber weder getan noch überhaupt erwähnt wurde.
Es gab im Flur eine kleine Diskussion zwischen Irena und Martin, bei der mir letzterer eindeutig noch suspekter vorkam als vorher schon. Aber gut, dieses Problem sollte am nächsten Tag eine Lösung finden.
Das brachte dem Abend allerdings einen kleinen, bitteren Beigeschmack, der aber nach 3 Gläsern Cuba Libre (50/50) auch weggespült wurde.
Und damit endete gegen 24 Uhr der erste Con-Tag dieses bsonderen Events.

Sonntag, 31.08.14

Wow, dieses völlige "kaputt sein" am ersten Morgen nach dem ersten Con-Tag hatte ich glatt vergessen. Da ich erst gegen 2 Uhr ins Bett gegangen war (komischerweise war ich irgendwie noch hellwach gewesen) und dann um 7 Uhr schon wieder beim Frühstück saß, mußte ich erst mal 4 Tassen Kaffee trinken um halbwegs wach zu werden.
Etwas später als ursprünglich geplant ging es dann mit der Opening los (gibt doch einige Langschläfer und hey - alles, was heute passiert ist live).
Erster Tagespunkt: Die verpatzte Sache mit den Autogrammen / Bildern von Alexandra klären.
Zweiter Tagespunkt: Neues Panel mit Manu.
Oh, wir hatten viel Spaß. Da ging es über Fragen zu Versteigerung von Küssen mit Schauspielern. Manu findet diese Idee super und er selber würde auch bei einigen mitbieten. Sein komplettes Geld würde er für einen Kuß mit Jeri ausgeben, aber auch Terry wäre nicht verkehrt.
Martins Frage nach einem Voyager Hotel (also leben, wie auf dem echten Schiff) fände er gut, allerdings dann ohne RPG. Davon hatte er wohl schon genug.
Auf die Frage hin, welche Rollen er am liebsten spielen würde meinte er "Anti-Helden" und am liebsten würde er Samuel Beckett spielen.
Manu ist ein "Candy-maniac", der Nachts um 2 Uhr mit sich selber einen Kampf ausfocht um einen Schokoriegel aus der Mini-Bar, der allerdings auch selber mini war und 5,- Euro kostete. Was soll ich schreiben, nach einigem Hin-und Her hat er ihn natürlich gegessen um hinterher zu denken: WTF! 5 Euro für einen Schokoriegel. Am nächsten Tag hatte er dann allerhand zuckerhaltige Naschsachen bekommen, so viel, daß er nicht mal alle essen kann.
Dann erzählte er noch von einer Zeit, als er einmal die Nase voll hatte von Schauspielerei (da war er 25) und widmete sich der Musik. Er hat wohl in einer Pop-Rock Band mitgespielt, wo seine Mates ziemlich versifft und ständig besoffen waren, sie in einer Tour unterwegs waren in schmutzigen, kleinen Spelunken für 40 Leute gespielt haben und er eines Nachts in dem Bus lag, im Sternenhimmel einen Jet vorbeifliegen sah und nur dachte: Das möchte ich machen, um die Welt reisen, zu Cons gehen. Am nächsten Morgen ist er aus der Band ausgestiegen, hat sich wieder der Schauspielerei zugewendet und ist mit 28 Jahren wieder nach LA gezogen.
Sehr lustig wurde es, als er von Erfahrungen mit anderen Star berichtet hat. Clint Eastwood sei fabelhaft und er hat ihn absolut brilliant vor uns parodiert. Wir haben fast am Boden gelegen vor Lachen.
Lustig war auch die Story von Colin Hanks (Sohn von Tom Hanks), dessen Vater in einem Stadion wohl für 300.000 $ eine Extra-Lounge-Box gemietet oder gekauft hatte und er dort mit den beiden oder nur Colin immer schick die Spiele sehen konnte. Einmal hatte er allerdings "Crap-Karten", irgendwo ganz oben hinten, rief Colin an und fragte, ob er mitkommen würde und Colin wohl so: "Was? Wie normale Leute ins Stadion gehen? GEIL! JA!"
Er stellte dann bildhaft dar wie Colin durch den Haupteingang reinkam (sonst fährt er irgendwo hinten ran und nimmer den Hintereingang zu seiner Box) und sich staunend umschaute wie cool das doch war.
Auf das Münchner Oktoberfest wäre er vielleicht in "jungen Jahren" gegangen, allerdings reichen ihm jetzt schon 2 Bier, dann kann er schlafen gehen.
Surfen auf der "Eisbach-Welle" findet er von anderen cool, aber er selber mag surfen gar nicht.
Natürlich hab ich jetzt sicher nicht alles aufgezählt, aber wir hattten einen Heidenspaß.
Der nächste Programmpunkt ist für 13 Uhr geplant, Thema: Geht es weiter mit dem Fan Treffen und falls ja - wie.
Da ich hier gerade einen live Bericht schreibe (Hotel ausgecheckt und in den Pausen dann den WLAN Hotspot suchen in der Lobby) kommen die Dinge jetzt zeitlich etwas merkwürdig erzählt. Aber jetzt ist die Diskussion wohl vorüber (ich hab's irgendwann nimmer ausgehalten) und es könnte sein, daß die nächste Veranstaltung, sollte es sie denn wirklich geben, vor allem für Fans ist und nur eventuell, wenn genug Anmeldungen auch ohne Gaststarversprechen kommen, dann auch EIN Gaststar eingeladen wird. Dazu wird ein Forum erstellt, wir dürfen gespannt sein.
Trotzdem darf man einfach sagen - diese Con war wirklich ein Phönix aus der Asche, und sie war gut. Ich bereue es keine Sekunde hierhergekommen zu sein und noch mehr Geld ausgegeben zu haben, als ich überhaupt habe.