FED-CON 9

Freitag, 6. April 2001

Eigentlich hege ich ja keinen Groll gegen Wecker, aber den von Maria hätte ich heute fast gekillt. Das mag daran gelegen haben, daß er die ungeheure Frechheit besaß und mich um 3.45 Uhr Morgens aus meinen Träumen gerissen hat - sehr unsanft! Na toll, wer bitte ist so dermaßen bekloppt und steht Freitag morgen gegen 4.00 Uhr auf? Das kann ja nur ein verrückter Trekkie fertig bringen. Hier waren es sogar zwei.
Warum dieses? Weil unser Flieger nämlich unbedingt um 6.15 Uhr losfliegen wollte in Berlin-Tegel.
Na gut, was soll’s, was nimmt man nicht alles für eine Fed Con in Kauf. Für mich war es sogar meine erste.
Zum Glück hatten wir einen Chauffeur der uns unbeschadet und vor allem kostenlos zum Flughafen brachte.
Gate gesucht und gefunden. Check in und dann noch schnell ins Café und was frühstücken. Wir hatten beschlossen, 15 Minuten vor Abflug wieder am Gate aufzutauchen, denn das Boarding beginnt ja meistens erst 15 Minuten vorher. Und wirklich, wir hatten uns gerade auf den Weg gemacht, da...
*Gong* ertönte es im gesamten Flughafen und wir wurden doch glatt zu unserem Gate zitiert. Wie jetzt, hatten wir was verpaßt? Die Angst, daß das Flugzeug ohne uns starten könnte, verlieh uns auf einmal Flügel und wir kamen in dem Moment bei der Boarding Kontrolle an, als nach uns schon mit dem berühmt berüchtigten "Last call..." ausgerufen wurde. Dabei war es doch wirklich erst viertel vor Abflug!
Allerdings erkannten wir 3 Minuten später, warum die Herrschaften uns so dringend haben wollten - statt einem Airbus bestiegen wir erst mal einen Bus. Aha, verstehe, wir haben nicht mal eine Gangway vom Flughafengebäude zum Flugzeug. Aber das haben wir dann auch noch verkraftet. Was uns allerdings zu denken gab - waren wir auch im richtigen Bus zum richtigen Ort zur richtigen Zeit? Warum wir zweifelten? Außer uns waren noch 20 Damen und Herren in Kostüm oder Anzug und Krawatte. Wir waren die einzigen Trekkies!!!! AAAAHHHH!!!! Alles nur Geschäftsreisende! Und dann wir - ist ja wohl klar, wer sich daneben benommen hat.
Nun ja, jedenfalls brachte uns der Bus dann zum äußersten Ende des Flughafens und wir stiegen um in unser tolles Lufthansa-Flugzeug.
Das Teil ist sogar fast pünktlich gestartet!
Das war ein ganz irrer Flug, wir hatten praktisch das gesamte Flugzeug für uns und flogen mit dem ständigen Nervenkitzel, wer von den Mitreisenden oder der Crew uns zuerst aus der Tür schmeißen würde...
Zum Glück hatten die Herrschaften aber anscheinend alle ein dickes Fell und wir landeten eine knappe Stunde später auf dem Flughafen Köln/Bonn.
Schnell die Koffer gesucht und dann begaben wir uns auf eine Odyssee auf der Suche nach diesem blöden Busterminal! Irgendwie haben wir es geschafft und sind fast eine halbe Stunde durch diese Terminals geirrt, denn die Wegbeschreibung führte uns mehr als einmal in eine Baustelle.
Letztendlich fanden wir dann doch den Bus und eine halbe Stunden später kamen wir Bonn Hauptbahnhof an.
Hier mußten wir erst einmal auf den Zug aus Essen warten, in dem Christian ankommen sollte. Und tatsächlich, entgegen unseren Erwartungen (er ist nämlich nicht gerade der Pünktlichste) hatte er in Essen anscheinend wirklich den Zug erreicht und war somit im Zug.
Mit Christian und unseren sieben Sachen machten wir uns dann auf den kurzen Weg ins Bristol. Meine Güte, was für ein häßlicher Bau! Aber das Teil war nicht nur äußerlich häßlich, nein, wir hatten anscheinend auch noch das schlechteste Zimmer bekommen! Deshalb zogen wir es vor, so schnell wie möglich dieses Zimmer zu verlassen und uns auf den Weg zum Maritim zu machen. Das sah schon anderes aus, das sah wenigstens auch von Außen her nach was aus!
Kurz vor 10 Uhr trudelten wir also im Hotel aller Hotels (an diesem Wochenende) ein. Das erste, das Maria auffiel: "Hey, wo ist die Federation Fahne?"
Aha, verstehe. Vor einem Nobelhotel eine Federation Flagge. Warum auch nicht.
Jedenfalls sind wir rein und haben uns in einer der drei Warteschlangen angestellt.
Als wir da abgefertigt waren und unsere tollen, braunen, häßlichen Plastikarmbänder bekommen hatten (ich hasse sie!) stellten wir uns an die längste Schlange an - Anmeldung zur Fed Con X. Da wir Mitglieder des STCE sind dachten wir eigentlich, wir kommen schnell ran, denn die Clubmitglieder durften sich ja vorher anmelden. Pustekuchen! Ganze 2 ½ Stunden standen wir brav in der Reihe nur um dann zu hören: "Für die Clubmitglieder gibt es links eine extra Schlange, da hättet ihr euch gleich anstellen können."
ARGL!!!!! Das kann nicht wahr sein! Warum standen wir da stundenlang? 10 vor 12 Uhr. Wir schnell in die linke Schlange (man überholt ja schließlich auch links) und trafen auf das nächste Ärgernis: Irgend so ein unterprivilegierter Conbonze wollte uns doch glatt ans Ende der (inzwischen) kilometerlangen Schlange schicken, da es ihm anscheinend egal war, ob wir Clubausweise hatten oder nicht. Wäre ich an ihn rangekommen hätte ich ihn vermutlich erwürgt, doch leider...
Das Resultat jedoch war, daß ich schweinesauer war und wir beschlossen, diesen Typen zu ignorieren. Ich weiß nicht wie, aber wir kamen im allgemeinen Gedränge einfach an ihm vorbei.
Irgendwann hatten wir es dann endlich bis zum Tresen geschafft und unglaublicherweise noch eine Nummer unter 500 bekommen! Yeah, strike!
Ab jetzt konnte es ja nur noch besser werden und wirklich - Händlerräume zum Aufwärmen und dann fanden wir schon die ersten Gäste, die signierten: Manu Intiraymi als Überraschungsgast (oder eingesprungen für Nicole deBoer, die 2 Tage vorher abgesagt hatte), daneben Stewart Moss (TOS), Richard Biggs, Ted Raimi und Claudia Christian. Eigentlich interessierte sich Maria nur für Ted Raimi am Anfang und ich wollte einfach das eine oder andere Autogramm. Christian schien sich dafür gar nicht zu interessieren, denn er setzte sich lieber auf einen Stuhl und wartete. Da auch nicht viele Leute anstanden (vielleicht 10 vor uns) hatten wir schon am Anfang einen recht guten Blick auf Manu werfen können – Himmel, war der süß! Wir vergaßen sofort alles andere und warteten nur noch darauf, Manu vor uns sitzen zu sehen und mit ihm ein Foto zu machen. Er war furchtbar nett und ließ sich mit jedem der wollte auch fotografieren, gab Widmungen und wechselte auch mal das eine oder andere Wort. Und ich hatte mir die Haare nicht gewaschen! ARGL!!!! So was passiert mir ständig! Erschießt mich doch bitte! Zum Glück hatte Maria wenigstens einen Kamm mit und ich konnte meine Haare wenigsten in eine Richtung lenken. Dann war es endlich soweit. Maria war vor mir, bekam ihr Autogramm und er ließ sich mit ihr fotografieren. Als ich dann gerade dran war fragte Manu nach einem Kaugummi und Maria kramte aus ihrem Rucksack einen "Air Waves" raus. Manu kannte das nicht, bedankte sich artig, steckte sich das Teil nichts ahnend in den Mund und wäre daran fast gestorben. Das Teil mußte unglaublich scharf sein, denn er stellte sich gerade für ein Foto neben mich, legte seinen Arm um meine Schultern und ließ mich dann los da er sich gegen die Wand lehnen mußte um nach Luft zu schnappen. Okay, zweiter Versuch. Wieder in Fotopose - und ein zweites mal flüchtete er zur Wand. Er entschuldigte sich tausendmal bei mir, aber mein Dritten mal klappte es schließlich. Maria, danke für den Kaugummi, denn dadurch hatte ich das unglaubliche Glück, dreimal in Manus Armen landen zu dürfen! DANKE!!!!! Noch mehrere Fotos von ihm und dann übersprangen wir einige Leutchen und landeten bei Ted Raimi. Nett wie immer und er fragte jeden, ob er mit ihm ein Foto machen wolle. Na logo, so was muß ausgenutzt werden. Völlig aufgelöst vor Freude kamen wir dann irgendwann wieder bei Christian an, der schon ungeduldig auf uns wartete. Wiederum in die Händlerräume und Fotos und Bilder kaufen. Und was sollten wir dann tun? Die Opening fing erst um 19.30 Uhr an und Christian und ich hatten beschlossen, einen Supermarkt zu suchen und uns mit etwas zu Essen und vor allen Dingen Trinken einzudecken. Wir also zum Hauptbahnhof zurück, denn dort ist ja das "Zentrum" von Bonn und suchten nach Lebensmitteln. Wir sind dann ganz schnell davon abgekommen einen Supermarkt zu suchen, denn anscheinend gab es so etwas nicht in Bonn. Zitat Christian, als ich eine Dame nach einem Supermarkt fragte und sie mich wie das achte Weltwunder anstarrte: "Supermarkt? Was ist das?" Ich erklärte ihr dann, daß wir Lebensmittel suchten und sie schickte uns zum Kaufhof. Dieser hatte, oh Wunder, wirklich eine Lebensmittelabteilung. Voll bepackt kamen wir dann ins Hotel Bristol zurück und mich verlangte es nach einer Dusche. Christian wohl auch, denn er verschwand nach mir im Bad.

Gegen 18.30 Uhr waren wir dann wieder im Maritim und versuchten noch verzweifelt halbwegs gute Plätze zu ergattern. Mich hatte nach fast ganz hinten, aber immerhin unten verschlagen, während Christian das Glück hatte, auf der Galerie zu sitzen. Vor der Opening liefen Voyager Trailer und irgendwann erschien dann Marc Lee auf er Bühne. Ich sah ihn ja heute zum ersten mal, war aber sofort von seiner Art begeistert. Einfach toll, der Mensch! Nach einer kleinen Einleitung stellte er dann die Gäste vor: Richard Arnold, von Flores, noch jemanden von Earth usw. (sorry, kann mich beim besten Willen nicht an seinen Namen erinnern), Ted Raimi, noch jemand aus Xena (die Amazonenkönigin oder so?), Claudia Christian, Richard Biggs, Marjorie Monaghan, Stewart Moss, Manu Intiraymi, Jennifer Lien, LeVar Burton, Colm Meaney und Alexander Siddig. Nach der Opening (kurz aber ausreichend, ich meine, was soll man auch anderes machen, als die Gäste vorstellen?) ging das erste Panel an LeVar Burton. Um ehrlich zu sein, habe ich nicht richtig hingehört, deshalb kann ich hier auch nicht viel über seine Geschichten schreiben. Nach LeVars Panel hatten wir Jennifer Lien unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken sollen. Ich schreibe hier bewußt "schenken sollen", denn was diese Frau bot, konnte einfach nicht mit Aufmerksamkeit beschenkt werden. Beim Trekdinner hatte ich schon von einigen Leuten gehört, daß Jenni zu schüchtern sein sollte und deshalb das Panel wohl so schrecklich war, aber da ich von Kes und somit Jennis schauspielerischen Leistungen schwer beeindruckt war, beschloß ich, diese "Gerüchte" zu ignorieren. Bereits zu Beginn des Panels sank meine Bewunderung für sie dann schlagartig. Die Frau stand auf der Bühne, wußte anscheinend gar nicht so recht, wo sie war und auf ganz simple Fragen antwortet sie entweder mit "What?", "Yes. Yes. Yes." oder "No. No. No." (man beachte, daß zwischen den Yes' und No's immer eine kleine Pause von einer bis zwei Sekunden lag.) Mit anderen Worten - Jennis Panel war ein einziges Greuel, wir applaudierten ja schon bald, als sie es dann mal irgendwann schaffte, zwei Sätze an einem Stück rauszubekommen. Und keiner kann mir erzählen, daß diese Frau schüchtern war, sorry, aber für mich (und meine Stuhlnachbarn) stand eindeutig fest: Die Dame hat etwas geschluckt. Sie war wirklich total abwesend und ihr Gesicht war merkwürdig geschwollen. Irgend jemand (ich glaube Maria war es) erzählte mir dann später, daß Bob einmal in einem Panel auf die Frage, warum Jenni denn die Serie verlassen mußte, geantwortet hatte: "Auch weil sie ein feines Näschen hatte." Glaube ich ihm unbesehen. Jennis Panel zog sich also wie Kaugummi in die Länge und irgendwie waren dann doch die Meisten froh, daß es endlich vorbei war. Ich muß sagen, ich war wirklich maßlos enttäuscht. Danach bin ich dann gegangen, denn ich hatte absolut keine Lust, mit Claudia anzutun (sorry an die B5-Fans). Ich traf mich mit Christian und Maria am Eingang und wir machten, daß wir ins Bristol kamen. Maria hatte unterwegs noch ihre Brieffreundin Sabrina samt Mutter aufgelesen, die zum Glück auch im Bristol wohnten und so fuhren wir alle fünf zurück. So ganz nebenbei: Eigentlich bewohnten nur Maria und ich das Zimmer, da Christian aber jedesmal nach Essen hätte zurückfahren müssen, quetschten wir uns nun zu dritt in das Zimmer. Zum Ärger für mich waren die beiden dann auch noch putzmunter und störten meinen Schlaf bis 3 Uhr morgens. Klar, daß ich am nächsten Morgen nicht besonders gut gelaunt war.

Samstag, 7.April 2001

Himmel hilf, Samstag um 7.00 Uhr aufstehen! Haare waschen und dann irgendwann zum Frühstück. Irgendwie hatte es mich wohl in dieser Nacht erwischt, ich fühlte mich einfach schrecklich. Zehn vor Acht waren wir dann beim Frühstücken, wo wir uns zu Sabrina und ihrer Mutter gesellten, die es doch tatsächlich geschafft hatte, schon vor uns unten zu sein, obwohl wir uns erst um 8.00 Uhr verabredet hatte. Man muß hier dem Bristol auch was positives gönnen - das Frühstücksbüffet konnte sich sehen lassen. Als wir uns dann vollgemampft hatten haben wir heimlich noch einige belegte Brötchen zurechtgemacht und in Servietten eingepackt in einen Beutel verfrachtet - schließlich muß man auf der Con ja auch mal was essen. Um halb Neun trabten wir dann wieder ab. Was war eigentlich so früh? Um ehrlich zu sein - keine Ahnung warum wir so früh da waren. Is ja auch egal, Maria und Christian verschwanden dann irgendwie in den Händlerräumen und ich schlenderte ziellos durch die Hallen. Die neuen Voyager Folgen kannte ich schon, also auch nicht und im ersten Stock war noch keiner bei der inoffiziellen Autogrammstunde zugegen (wer weiß, ob überhaupt noch jemand kommen würde). Nach einer ganzen Weile verzog ich mich dann in den Hauptsaal und saß meine Zeit ab. Irgendwann würde hier schon was anfangen. Immerhin hatte ich endlich einen Außenplatz. Zu meiner großen Freude tauchten kurze Zeit später Sabrina und ihre Mutter auf und (es war nicht zu fassen) hatten ihre Plätze in der Reihe hinter mir. So quatschten Sabrina und ich bestimmt eine Stunde, tauschten alles wichtige aus und irgendwann kam dann ein sehr übernächtigter Marc Lee auf die Bühne und verfluchte das Weizenbier, das er am Abend vorher noch so gelobt hatte. Jaja, diese Amis! Bier her, Bier her! Irgendwie schaffte er es tatsächlich, den ersten Gast an diesem Morgen anzusagen, der dann auch prompt erschien. Richard Biggs betrat die Bühne und hielt mit (ich glaube die Dame heißt zumindest so) Marjorie Monaghan sein Panel. Dann aber, als die beiden fertig waren und der Saal merklich voll geworden war, betrat er die Bühne - Colm Meaney. Ein wirklich klasse Typ, in seinen irischen Akzent kann man sich ja förmlich reinlegen. Es war seine erste Con im Ausland und er war anscheinend wirklich beeindruckt und es hatte ihm wohl gefallen. Auf die Fragen hat er brav geantwortet, etwas Witz versprüht und wirklich eine klasse Stunde rübergebracht, von der ich allerdings auch nicht viel mitbekam (leider), da ich vorne irgendwo mit meinem Fotoapparat hockte und vor mich hinfluchte: "Dreh Dich doch endlich mal um!" Irgendwie hatte ich das Pech gehabt und rechts vor der Bühne gehockt, aber alle Gäste hatten leider die dumme Angewohnheit, ständig nach links zu gehen und zu sehen. So ganz nebenbei erzählte mir dann auch noch Sabrina, daß Manu oben wieder sitzen würde. "Prioritäten setzen, was ist wichtiger, Panel von Colm oder Manu sehen?" die Entscheidung traf ich eine Sekunde später und rannte im Eiltempo aus dem Saal. Und wirklich, da saß er und gab Autogramme! Was tue ich? Ist doch klar, gleich wieder anstellen, Fotos machen. Als ich mich dann lange genug an Manu ergötzt hatte, eilte ich im Höchsttempo wieder in den Saal, wo Colm fast am Ende seines Panels angelangt war. Nun denn, Colm war kaum fertig, da leerte sich der Saal wieder rapide. Grund? Das nächste Gastpanel wurde von Jennifer Lien gehalten. Allein schon um meinen Platz nicht zu verlieren, habe ich sie mir angehört. Allerdings muß ich zugeben, daß sie an diesem Morgen schon etwas lockerer drauf war, denn sie brachte schon am Anfang zwei oder mehr Sätze raus. Fragen waren allerdings auch Mangelware und wenn keiner was fragte, herrschte eigentlich im Saal totenstille. Sabrina beschloß dann, mutig wie sie ist, eine Frage zu stellen. Sie ging also zum Mikro, wartete brav, bis sie an der Reihe war und stellte dann in tadellosem und vor allen Dingen deutlichem englisch ihre Frage: Was denkt Jenni über die Beziehung mit Neelix. Eine wirklich simple Angelegenheit - Jenni hat es nicht verstanden und Sabrina kam ziemlich gefrustet auf ihren Platz zurück. Die meisten anderen hatten, so ganz nebenbei, mit ihren Fragen auch kein Glück. Als Jenni fertig war kam Marc auf die Bühne und versuchte uns zu erklären, warum Ted Raimi, der als nächster kommen sollte, noch nicht da war. Ted hatte sich aus Versehen, wie auch Marc zuvor, ins Treppenhaus des Hotels geflüchtet, da ihm der Fahrstuhl anscheinend zu langsam war. Das Problem: Er kam nicht wieder heraus. Marc erzählte, daß er letztendlich in der Tiefgarage gelandet ist, und irgendwie den Weg zur Con dann wieder gefunden hätte, doch Ted mußte man erst befreien gehen. Diese Geschichte sorgte natürlich für einen Lachanfall bei den Congängern und wirklich, Ted kam dann nach 20 Minuten auf die Bühne und erzählte, er sei im Treppenhaus gefangen gewesen und hätte nur zwei Möglichkeiten gesehen: "Ausgang", diese Tür war zu und "Notausgang", diese Tür hat er wohl nicht probiert, denn man bedenke, daß ein Ami hier "not Ausgang" liest (für die nicht-englisch-sprachigen: Kein Ausgang). Ted panelte mit fragt mich nicht, wie sie heißt, der Amazonenkönigin da zusammen, und man muß sagen, beide waren gut drauf. Zur gleichen Zeit, als die beiden das Panel hatten, ging gegenüber im Holodeck die erste Autogrammstunde los. Jesus, DAS ging vielleicht fix! Das mag daran gelegen haben, daß nur 3 Leute Autogramme gaben, Colm, Sid und Jenni. Von Nicole deBoer, der es so leid tat, daß sie nicht gekommen war und den Veranstaltern dann einen Stapel Autogramme schickte, konnte man eines für 5,- DM erwerben. Das lohnt sich doch! So billig bekommt man garantiert kein Autogramm mehr von ihr. Nach dem Doppelpanel zog es mich aus dem Saal, denn erstens wußte ich nicht, wann ich in diesem atemberaubendem Tempo mit meinen Autogrammen dran war und zweitens kamen dann nur noch Leute, die mich nicht interessiert haben (von Flores & Robert Lesschock und dann Stewart Moss). Deshalb drückte ich mich in den Händlerräumen und den Gängen rum in der Hoffnung, der nette Mensch im grünen Baströckchen, der mit seiner Tafel immer überall lang rannte, zeigte möglichst bald meine Nummer an. Das ging so im 20 Minuten Takt, immer 200 Nummern. Halali! Ich da mit meiner beinah 1400 Nummer... Vom Rumlaufen hatte ich aber dann doch bald die Nase voll und setzte mich einfach gegenüber des Holodecks hinter einer Topfpalme auf den Boden. Dort saß ich, bis das kleine grüne Männchen mit den Nummern 1200-1400 erschien. Ich glaube, ich stand als zweites da. 5 Minuten später war ich drin und Colm Meaney unterkritzelte als erstes. Ja, Nummer eins sicher. Dann kamen am nächsten Tisch die Kaufautogramme von Nicole und da saß doch tatsächlich noch eine Dame, die mir unbekannt war. Gab anscheinend auch Autogramme. Ich habe sie kurzerhand ignoriert und bin weiter zu Sid gelaufen. Colm und Sid waren ja für den ganzen Streß den sie da hatten, sehr nett, denn sie guckten einen an, begrüßten, verabschiedeten und sagten danke. Ganz im Gegensatz zu Jenni, die am Schluß saß. Die Frau hat wie ein wütender Klingone geguckt, wohl gemerkt auf das jeweilige Bild vor ihr, ihrer Mutter oder wer immer das war mußte man das Bild in die Hand drücken, sie schon es Jenni hin, diese unterschrieb, gab es dann nicht etwa dem Congänger zurück, nein, man bekam es dann von einem Conhelfer, der einen wenigstens anguckte. Jenni hat kein einziges mal hochgeguckt, geschweige denn, etwas gesagt. So etwas von unfreundlich ist mir auch noch nicht unter gekommen. Und ich weiß, ich war nicht die einzigste - um mich herum beschwerten sich alle über ihr Verhalten. Naja, egal, ich hatte meine Autogramme und streunte wieder etwas herum. Da ich wieder nichts anderes zu tun hatte ging ich wieder in den Hauptsaal und bewachte meine und die umliegenden Plätze (man kann auch sagen, ich hielt die Plätze frei). Wieder mal zum Glück für mich hatte Sabrina wohl auch nicht viel zu tun und so leistete sie mir Gesellschaft. Um 19.00 Uhr ging es dann endlich mit dem Programm weiter - Fancy Dress war angesagt. Die Jury, bestehend aus Richard Arnold, Richard Biggs, Marc Lee und Ted Raimi hat glaube ich nachher die meisten Lacher geerntet, da sie den eigentlichen Wettbewerbsteilnehmern sie Show stahlen, indem sie z.B. fast anfingen zu sabbern, als eine Orionerin auf der Bühne einen Schleiertanz hinlegte. Manche Teilnehmer waren allerdings auch der Brüller, ein kleines Kind, das nach einer Weile nicht checkte, daß es auch wieder von der Bühne runter sollte (Marc scheuchte es dann irgendwie weg), ein Larry Croft betrat die Bühne (sorry, den fand ich echt zum Schießen), dann gab es da noch 3 oder 4 Klingonen, in einem supertollen Kostüm, die auf die Bühne kamen, ihre Bat’leths auf die Bühne stießen und Einstimmig "k’plah" ins Mikro sagte und dann die Bühne wieder verließen. Ah ja, verstehe. Naja, Spaß fehlte jedenfalls nicht beim Fancy Dress und als das vorüber war, wurden Sabrina und ich immer aufgeregter - der nächste Gast sollte nämlich Manu Intiraymi sein! Deshalb wünschten wir am besten alle Leute aus dem Saal (zum Glück gingen auch sehr viele) und dann stürzten wir sofort mit unseren Kameras nach vorne (da stand zum Glück außer uns fast keiner). Und dann kam er - mit seinen zwei mega Löchern in den Jeans (Knie) und seinen weißen Schlappen. Sabrina und ich haben uns ja fast nicht mehr eingekriegt. Wie schossen Foto um Foto. Ich glaube, ich habe einen ganzen 36er Film mit Manu verknipst, das war er mir einfach wert. Außerdem hatte ich 1001 Frage an ihn. Deshalb stellte ich mich schnell ans Mikro und wartet mit zitternden Knien, daß er mir seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte. Ich war nicht etwas wegen den Leuten nervös - von mir aus hätten da auch 1.000.000 sitzen können, ich war nur wegen Manu nervös. Und schließlich war ich dran und stellte meine drei (bescheidenen) Fragen: Was passiert in der letzten Voyager Episode, was passiert mit Icheb und (diese Frage war die Wichtigste und die Schlimmste) stimmt es wirklich, daß Chakotay mit Seven zusammen kommt? Oh Gott, ich hatte es geschafft. Ohne zu stottern. Danke, danke, danke. Er hatte mich angesehen, das war soooo schwer... Seine Antwort habe ich anfangs vor Aufregung, daß er mich ansah und mit mir sprach nicht richtig mitbekommen, ich weiß nur, er verriet es mir natürlich nicht und witzelte, daß alle zu Ichebs werden würden und so weiter. Als er dann allerdings zur letzten (schrecklichsten Frage kam): "And your third question, about Chakotay and Seven..." er brach ab, schaute mich an und begann dann heftig zu NICKEN!!!!! Ich dachte, ich sterbe. Ich wär ja da fast in Tränen ausgebrochen! Alle J/Cler, zieht es Euch bitte rein! CHAKOTAY und SEVEN!!!!! Erschießt mich doch bitte! Sabrina, zu der ich dann an die "Front" zurückkehrte, hätte mit mir fast um die Wette geheult, aber ich glaube, mich hat es mehr getroffen, da Sabrina zwar auch findet, daß Janeway und Chakotay zusammen gehören aber eigentlich totaler Paris/Torres Fan ist. Während dieses Panels war ich total durcheinander, einerseits Freude, daß Manu da stand und panelte, andererseits die Sache mit Chakotay und Seven. Bitte, welcher Autor hat sich SO einen SCH.... ausgedacht! Gleich abschießen! Vierteilen, häuten, vergiften, erhängen, erwürgen usw. Naja, Manu legte jedenfalls eine super Show hin, alle waren nachher von ihm begeistert (übrigens, der Mann kann singen!). Ach so, sein Alter hat er auch verraten: 22 Jahre. Zum Ende von Manus Panel füllte sich der Saal wieder, denn der nächste Gast war Alexander Siddig. Sabrina und ich waren ganz intelligent, denn wir rannten zum Schluß von Manu nach vorne um noch Fotos zu machen und blieben dann gleich vorne sitzen um Sid auf den Film bannen zu können. Dieser kam dann auch sehr bald und das Gejubel war groß. Um ehrlich zu sein, ich fand ja seinen Bart scheußlich, aber wegen mir wird er ihn sich ja bestimmt nicht abrasieren. Sid panelte dann und der beste Moment im ganzen Panel war eigentlich, als ein Congänger am Mikro Sids vollständigen Namen sagt und Sid wie ein Auto guckte. Wirklich, herrlich! Aber der eigentliche Hammer kam dann für Sabrina und mich 5 Minuten, bevor Sid fertig war. Meine Sitznachbarin kam zurück und hatte wohl mitbekommen (war ja nicht zu überhören), daß ich Manu so toll fand und sagte jedenfalls: "Du, dahinten steht Dein Manu." und deutet schräg hinter mich. Unsere Köpfe flogen in die Richtung, ich saß da und fragte nur: "Wo? Wo?" Da stand er doch tatsächlich keine 7 Meter von uns entfernt an der Wand und lauschte Sid. Ich habe wohl zwei Starfleet Offiziere völlig verwirrt, weil ich in ihre Richtung auf Manu starrte und die sich gedacht haben müssen, da hinten stehe DeForest Kelley! Sid war in dem Moment vergessen. Sabrina und ich klebten an Manu und dann kam er auch noch in unsere Richtung! Jesus, sind wir rot geworden! Dann ging er hinten an uns vorbei zu Bühne. Dann war er weg. Warum hat mir keiner vorher gesagt, daß er da stand!!!! ARGL!!!! Na gut, das war immerhin ein Panel mit einem Sahnehäubchen! Sid war pünktlich um 22.30 Uhr fertig und danach kam Marc Lee mit seinen neuesten Trailern aus der amerikanischen Filmwelt. Christian und Maria waren schon den ganzen Tag über verschwunden und Sabrinas Mutter hatte mir angeboten, mich ins Hotel mit zurückzunehmen, denn ihr Auto stand beim Bristol und morgen sollte ja das Gepäck schon verladen werden. Sabrina wollte eigentlich den Trailer zu "Die Mumie 2" sehen, der kam aber irgendwie nicht. Kurz vor Ende sind wir dann gegangen, Maria und Christian hatten sich wieder angefunden, waren aber wieder verschwunden, als wir zum Auto gehen wollten. Dumm gelaufen. Dann fuhren wir eben zu dritt zum Bristol. Irgendwann kamen dann auch Maria und Christian und irgendwie waren wir auf einmal nicht mehr müde und schliefen erst kurz vor 4 Uhr morgens ein.

Sonntag, 8. April 2001

Der letzte Contag! Trotzdem waren wir wieder pünktlich beim Frühstück und gaben dann unsere Taschen zur Aufbewahrung. Sabrinas Mutter nahm uns im Auto mit zum Hotel und die beiden stellten sich dann für die Autogramme an. Maria und Christian wollten noch mal die Händlerräume durchstöbern, dazu hatte ich aber keine Lust. Deshalb besetzte ich wieder meinen Stammplatz und wartet auf die Dinge, die da auf mich zu kommen sollten. Es folgte dann ein Fanvideo, ich glaube, ungarische Produktion oder so, mit Untertiteln, die man allerdings nicht lesen konnte. Die Geschichte an sich war auch sehr verworren, irgendwelche Klingonen, die sich in einem Haus versteckten und von irgendwelchen Starfleet Leuten gesucht wurden. Um 10.00 Uhr betrat dann Claudia die Bühne - ich habe sie überlebt. Himmel, war die gut drauf, und das am Morgen! Nach ihr, um 11.00 Uhr, LeVar Burton dann war erst mal Mittag. Um 12.00 Uhr war ich dann mit Fox verabredet (ja Leute, Fox Mulder, FBI, beneidet mich ruhig) und was soll ich sagen - wir fanden uns natürlich fast nicht. Nach 20 Minuten im Gewühl tippte mir dann jemand von hinten auf die Schulter und freute sich, daß er mich gefunden hatte. Ich war ihm übrigens auch sehr dankbar, daß er mich gefunden hatte und wir flohen erst mal zur Eingangshalle, wo er mir etwas zu Trinken spendierte. Da natürlich alle Bänke und Sitzgelegenheiten besetzt waren, nahmen wir auf dem Fußboden Platz und quatschten eine Runde. Viel zu schnell mußten wir dann auch wieder aufhören, denn um 13.00 Uhr ging die Versteigerung los und eigentlich wollte ich die nicht verpassen. Wir waren dann sogar eine halbe Stunde später da und während Fox sich dann fünf vor Zwei aus dem Staub machte, weil er gerne Colm Meaney noch hören und sehen wollte, lauschte ich gespannt der Versteigerung. Richard Arnold hat das wieder mal richtig klasse gemacht. Das muß man ihm ja lassen, er kann das. Als die Auktion dann vorbei war, zog es mich wieder (was sollte ich anderes tun), in den Hauptsaal, wo Colm schon fleißig Fragen beantwortete. Ein donnernder Applaus verabschiedete ihn und ein ebensolcher begrüßte dann Sid. Er panelte auch noch brav und danach war es schon soweit - die Closing. Sabrina und ich waren ja etwas enttäuscht, daß Manu nicht noch ein zweites Panel hatte, aber wenigstens sahen wir ihn dann noch bei der Closing. Und da hatte er noch mal einen ganz großen Auftritt. Zusammen mit Ted Raimi, Claudia Christian und der Xena - Königin führte er eine kleine Komödie auf. Sie wollten das Synchronsprechen veralbern. Während Manu und die Xena Diva in unverständlichem Kauderwelsch quasselten, übersetzten Ted und Claudia irgendeinen Unsinn da hinein. Es war einfach köstlich, mir kamen die Tränen vor Lachen. Manu ist einfach ein phantastischer Schauspieler! Danach kamen die Earth Leute, aber deren Aufführung fand ich eigentlich nur schlecht. Dann kamen alle noch mal auf die Bühne und als nach 20 Minuten klatschen dann alle verschwunden waren, kamen Ausschnitte aus dem Convideo. Falls sich jemand fragt, wer so laut gebrüllt und geklatscht hat, als Manu zu sehen war - ich war es. Immerhin habe ich es damit geschafft, daß der ganze Saal dann mitklatschte (ich hoffe, Manu rechnet mir das hoch an, er dürfte mich zwar nicht gesehen haben, aber ganz sicher hat er mich gehört). Wenn sich einer fragt, wer so ausgerastet ist, als dieser eine Congänger als Borg verkleidet auf dem Video auftauchte - das waren Maria und ich, denn wir kennen diese Person!

Jau, zusammenfassend kann ich sagen, es war ein super Con, die aber für mich wahrscheinlich nur deshalb so super gelaufen ist, weil wir es geschafft haben uns für die Fed Con 10 unter den ersten 500 anzumelden und vor allen Dingen weil Manu da war. Ich hatte mich ja am meisten auf Robert gefreut, der ja dann doch nicht kam, von Jenni wäre ich nur enttäuscht gewesen und dann wäre es eine nicht so tolle Con geworden. Aber dank Manu war alles (fast) perfekt. Ich freue mich schon auf die nächste Con!

Und sorry, mein Bericht ist noch nicht ganz zu Ende, ich muß hier einfach von dem Heimflug erzählen. Anders als auf dem Hinflug war diesmal immerhin das halbe Flugzeug voll, wir waren total überdreht und als wir dann auch noch mitbekamen, daß die Hälfte der Leute von der Con kamen und ich das erst mal durch’s halbe Flugzeug gebrüllt habe ("okay, wer war noch auf der Con?") war sowieso alles vergessen, was mit anständigem Verhalten in einem Flugzeug zu tun hat. Ich sage es noch mal – gut, daß man in einem Airbus nicht einfach während des Fluges die Türen öffnen kann!