Autor: Shlain

Die Sonne ging langsam hinter den Bergen unter und tauchte alles in ein goldfarbenes, schimmerndes Licht. Janeway genoß den Anblick sehr, natürlich war er an sich nichts spektakuläres, aber irgendwie halt doch. Dies war der erste Sonnenuntergang, wieder auf der Erde. Es war nicht wirklich der Erste, aber der Erste den sie richtig genießen konnte, ohne von Sternenflotten Admirälen oder Reportern belagert zu werden. Mit dem Untergang der Sonne, wich aber auch die Wärme, die den ganzen Tag geherrscht hatte. Sie hatte sich wirklich eine gute Zeit ausgesucht die Voyager zurück zu bringen. In Indiana war momentan Spätsommer. Als Kathryn darüber nachdachte erkannte sie wie dumm es eigentlich war, sie hätte auch im Winter zurückkommen können und es wäre auch die perfekte Zeit gewesen, hauptsche sie war wieder zuhause. So dachte auch Chakotay der ehemalige Erste Offizier der Voyager, der sich im Moment in einer kleinen Stadt in South Dakota befand, bei seiner jüngeren Schwester, die er schon vor dem Verschwinden der Voyager mindesten ein Jahr nicht gesehen hatte. Aber wenn man es nicht wußte konnte man nicht mal erahnen, daß sie seine Schwester war. Sie hatten zwar den gleichen Vater aber verschiedene Mütter. Chakotays Mutter was gestorben als er gerade mal 7 Jahre alt war. Sein Vater hatte knapp drei Jahre später wieder geheiratet. Chakotay hatte die neue Frau seines Vaters sehr gemocht, vielleicht lag es daran, daß sie nicht zum Stamm gehörte sondern, wie das alte Wort war, ein Bleichgesicht war.
Juku Munro, der Name seiner Schwester, hatte nicht nur den Nachnamen ihre Mutter sondern auch ein Grossteil ihres Aussehens. Ihr Haar war dunkelbraun mit rötlichen Strähnen, die sie sich hatte machen lassen, als sie gerade mal zwölf war. Chakotay war zu dieser Zeit 24 und meistens auf irgendeiner Mission für die Sternenflotte. Das letzte Mal hatte er sie gesehen als sie 18 war und das zweite Jahr die Akademie besuchte. Deshalb wurde sie auch nicht getötet als die Cardassianer ihren Heimatplaneten angriffen.
Danach entschied sich Chakotay zum Maquis zu gehen. Juku war die einzige, der er davon erzählt hatte, sie wollte ihn damals begleiten, doch er verbot es ihr, und sie mußte ihm versprechen auch wenn ihm etwas passierte nicht dem Maquis beizutreten. Als sie ihn nach dem Grund gefragt hatte, da er es ja auch dies ja auch getan hatte, meinte er, daß er nicht wolle, daß sie ihr Leben so wegwerfen solle.
Das war nicht der wirkliche Grund, aber sie verstand warum er gehen mußte. Im Gegensatz zu ihr hatte er immer Problem seine Herkunft zu akzeptieren, und nun wo es zu spät war, es seinem Vater zu sagen, da er verstand was er ihm versucht hatte all die Jahre beizubringen. Es war wohl so eine Art wieder Gutmachung für ihn.
Aber jetzt wo er zurück war, hatte er erkannt, daß dies der falsche Weg gewesen war, und er war glücklich durch den DQ eine zweite Chance bekommen zu haben. Die Sternenflotte hatte ihm und allen anderen ehemaligen Maquis von jeglicher Schuld freigesprochen und ihnen angeboten für die Sternenflotte zu arbeiten.
"Ich bin so froh daß du wieder wohlbehalten hier bist", sagte Juku zu Chakotay. Dieser grinste und meinte nur: "Das hast du jetzt schon zum 100sten mal gesagt!"
"Ich weiß, aber ich habe gedacht, nachdem ich Mutter und Vater verloren hatte, auch dich verloren zu haben." Chakotay nahm sein jünger Schwester die neben ihm auf der Couch saß in den Arm: "Glaub mir ich lasse dich nicht mehr allein." Sie schaute ihm in die Augen und hinter der Traurigkeit kam nun Schalk hervor: "Das will ich doch hoffen!" Dann herrschte erstmal für einen Moment Stille bis Juku leise flüsterte: "Wirst du wieder für die Sterneflotte arbeiten?" "Ja das werde ich, ich möchte an der Akademie als Ausbilder arbeiten." Sie schmunzelte und meine: "Irgendwie komisch, ein ehemaliger Verbrecher der dann jungen Kadetten die Regeln der Sternenflotte lehrt."
"Hey sag ja nichts die haben dich auch aufgenommen!"
"Na Danke schön!" sie boxte ihm in die Rippen und stand auf um sich einen Orangensaft aus der Küche zu holen. Sie lehnte sich am Türrahmen. "Aber was ist falls die Voyager wieder in Dienst gestellt werden sollte?" Die Frage war durchaus berechtigt, da er immerhin sieben sehr prägende Jahre auf diesem Schiff verbracht hatte. "Falls sie wirklich wieder in Dienst gestellt werden sollte, und auch wieder Kathryn Janeway als Captain haben sollte, werde ich es mir vielleicht noch mal überlegen." Juku war aufgefallen, das Chakotay sehr oft vom ehemaligen Captain der Voyager sprach, deshalb fragte sie ganz unschuldig: "Kann es sein, daß du für diese Kathryn Janeway mehr empfindest als nur Loyalität und Freundschaft?"
Chakotay wußte, daß er seine Schwester nicht anlügen konnte und wollte: "Ja, das stimmt. Ich empfinde sehr viel für sie und das schon seit mehreren Jahren, aber es ist nie etwas wirklich draus geworden."
"Hört sich nach einer guten Geschichte an", schmunzelte Juku, sie hatte als kleines Mädchen die Geschichten ihres Bruders vergöttert.
"Und du würdest die Geschichte gerne hören."
Sie nickte, und er antwortete grinsend: "Ich dachte. daß du aus dem Alter eigentlich raus bist." Sie setze sich vor ihm auf den Boden wie sie es als kleines Mädchen immer gemacht hatte und meinte: "Für eine deiner Geschichten bin ich nie zu alt." Er lächelte sie an und schaute dann aus dem Fenster und begann zu erzähle, vom ersten Moment, wo sie sich gesehen haben, über Neu Erde bis zu den anderen Affären die beide hatten und schließlich die Sache mit Seven. Damit war er sich aber gar nicht mehr so sicher, jedoch erwähnte er Juku gegenüber dies nicht.

Kathryn saß in ihrem Lieblingssessel in ihrem Elternhaus, zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Mutter. Die beiden hatten ihr schon den ganzen Tag alles Mögliche aus der Zeit, die in ihrer Abwesenheit passiert war erzählt, und das war eine ganze Menge. Phoebe hatte geheiratet, aber Kathryn hatte ihren Mann noch nicht getroffen, da die beiden Frauen sie erstmal ganz für sich haben wollten.
"Nun mein Schatz, wir haben die ganze Zeit von uns erzählt, aber du hast in deiner Zeit im DQ bestimmt auch viel erlebt! Erzähl uns mal etwas davon." "Ach an sich nicht viel, ein bißchen forschen hier, ein bißchen kämpfen da." "Ja auch bis zu Nicht-Sternenflotten-Leuten ist es durchgedrungen, daß ihr nicht nur einmal mit den Borg zu tun hattet."
"Aber ihr habt doch auch in diese zeit Borgdronen aus dem Kollektiv befreit, wie nennen sie sich noch mal?" fragte Phoebe. Kathryn Schwester konnte nicht wissen daß sie mit dem erwähnen der ehemaligen Borgdronen, oder besser einer der beiden, nämlich Seven, sie tief getroffen hatte. "Der Junge heißt Icheb und der Name der Frau ist Seven."
Gretchen und Phoebe Janeway hörten beide den belegten Unterton heraus, als sie Sevens Namen erwähnte. "Schatz stimmt etwas nicht?" Kathryns Mutter rutschte etwas näher an sie heran und legte ihre Hand auf die ihrer Tochter. "Nein es ist alles in Ordnung." Die beiden Frauen schauten Kathryn skeptisch an. "Willst du uns nicht von diesem Nichts erzählen?" Janeway wußte, daß es sinnlos war die beiden anzulügen, wenn sie jemand besser kannte als Chakotay, dann waren es ihre Mutter und ihre Schwester. Also begann auch sie wie Chakotay die ganze "Geschichte" zu erzählen.

"Normalerweise haben deine Geschichten doch immer Happy Ends?"
"Wieso, die Geschichte hat doch ein Happy End, ich habe jemanden gefunden den ich liebe und der mich liebt." Die junge Frau schaute den Indianer an und meinte nur mit leicht sarkastischem Unterton: "Wenn du meinst." Wie Recht seine kleine Schwester doch eigentlich hatte. Chakotay seufzte: "Vielleicht hast du Recht, daß es nicht wirklich ein Happy End ist, aber es ist besser als sein ganzes Leben alleine zu verbringen."
"Ok, ich gehe jetzt mal davon aus, daß du mit alleine sein an eine Liebesbeziehung denkst, ansonsten wäre ich nämlich schwer beleidigt. Aber so weit ich das aus deiner Erzählung raushören konnte, sind du und diese Janeway doch nur nicht zusammengekommen wegen diesem Protokoll, und soweit ich weiß gilt das doch jetzt nicht mehr. Und es tut mir Leid, das so zu sagen, aber ich glaube, daß du Seven nicht wirklich liebst. Du sagst ihren Namen nicht so, wie wenn du Kathryn Janeways Namen sagst und du hast mir von ihr auch nichts erzählt und normalerweise kann man gar nicht aufhören von jemandem zu reden den man liebt."
Chakotay antwortet nicht sofort, er mußte erst richtig darüber nachdenken. "Und außerdem wäre es auch dieser Seven gegen über nicht fair", hängte Juku noch an. "Irgendwie hast du recht, wenn ich an Kathryn denke, ich weiß nicht, ich habe immer ein angenehmes Gefühl von Frieden tief in mir. Natürlich ist Seven auch attraktiv und hat sich zu einem wunderbaren Menschen entwickelt, aber Kathryn..." Juku schmunzelte, meinte aber dann ernst: "Jetzt mußt du das Ganze nur noch in geregelte Bahnen bringen."
"Du hast Recht. Als erstes sollte ich mit Seven reden." Auf einmal war Chakotay voller Tatendrang, Juku hielt ihn jedoch zurück: "Schön daß du jetzt weißt was du willst, oder besser was du immer wolltest, aber laß erst mal etwas Zeit vergehen." Er nickte und ließ sich zurück auf die Couch fallen von der er eben erst mit Schwung aufgestanden war: "Du hast recht, alle Senioroffiziere müssen sich nächste Woche noch einmal im HQ einfinden, dann werde ich mit Seven reden. Und in der zwischen Zeit lasse ich mir von dir erzählen, was du so erlebt hast."

Auch die übrigen Senioroffiziere waren bei ihren Familien. Harry war bei seinen Eltern, wo sich auch ein Grossteil seiner restlichen Familie eingefunden hatte. Auch Libby war da, aber sie hatte nicht auf ihn gewartet, das wußte er schon aus dem ersten Brief seiner Eltern. Sie hatte einen Musiklehrer geheiratet und war glücklich. Er gönnt es ihr von ganzem Herzen, und war sehr glücklich, daß sie weiterhin gute Freunde waren, auch wenn er zugeben mußte, daß es weh getan hatte als Kim sie das erste Mal mit ihrem Mann gesehen hatte. Tom und B'Elanna hatten sich in Toms Elternhaus angefangen ein Heim zu schaffen. Das Haus stand die letzten zwei Jahre leer, da Toms Schwestern beide geheiratet hatten, und seine Eltern nicht alleine in dem großen Hause leben wollten. "Ich hoffe euch gefällt euer neues Zuhause", sagte Owen Paris, der seine kleine Enkelin im Arm hielt. "Es ist wunderbar", meinte B'Elanna, die herzlich in die Paris Familie aufgenommen wurde. *Ja*, dachte Tom, *das ist wirklich wunderbar, ein Haus, eine wundervolle Familie und auch mit meinem Vater ist jetzt alles in Ordnung.* Es war perfekt.

Tuvok befand sich auf Vulkan wo seine Krankheit behandelt wurde und wo er endlich wieder mit seiner Familie zusammen war. Nun konnte er auch endlich seine Enkelin T'Meni persönlich treffen. Und er mußte feststellen, daß sie für ihr Alter schon eine sehr beherrschte Persönlichkeit war. "Vater, ich mußte über die Jahre feststellen, daß meine Tochter in manchen Charakterzügen große Ähnlichkeit mit dir auf weist, deshalb verschafft es mir eine unglaublich Zufriedenheit daß du ihr nun auch persönlich von deinem Wissen und deinen Erlebnissen mitteilen kannst." Der alte Vulkanier nickte und schaute aus dem Fenster, wo seine Enkelin saß und meditierte. Er entschloß sich, sich zu ihr zu gesellen.

Der Doctor hatte das Vergnügen von Reg Barclay aufgenommen worden zu sein da er ja keine Familie hatte und auch Icheb hatte dort vorerst eine Bleibe gefunden, bist er endlich zur Akademie gehen durfte, was sich aber nur noch um wenige Wochen handelte. Ihm würde das Jahr, was er auf der Voyager unter Tuvok absolviert hatte, voll anerkannt und er freute sich, bald mit Gleichaltrigen zu studieren und über das Sozialverhalten zu lernen und seins weiter auszubauen. Die letzte im Bunde war Seven of Nine oder auch Annika, wie sie von ihrer Tante und ihrem Onkel genannt wurde. Dort lebte sie auch momentan, denn die beiden hatten ihr jede Menge zu erzählen, vor allem über ihre Eltern, und die beiden sollten ihr viel über Menschlichkeit beibringen.

Am 16. Tag nach ihrer Ankunft, war das Treffen des Führungsstabes mit ein paar wichtigen Leuten der Sternenflotte. Janeway war natürlich die erste Anwesende doch sehr bald folgte Harry zusammen mit der Familie Paris. Nach und nach hatten sich alle eingefunden, der letzte war Chakotay.
"Das sieht ihnen aber gar nicht ähnlich zu spät zu kommen", neckte ihn Kathryn. "Ich bin noch nicht zu spät." Er schaute auf sein Chronometer: "Ich habe noch genau 15 sek." Aber die hatte er nicht mal, denn im selben Augenblick, wie er dies gesagt hatte, traten auch schon die Admiräle ein.
Die Besprechung war lang und langweilig. Als der ehemalige Führungsstab der Voyager endlich entlassen wurden, mußten sie sich zusammen nehmen nicht aus dem Raum zu stürmen.
"Gott sei Dank sind wir da raus!" meinte Tom. "Ich wäre ja beinah eingeschlafen", fügte Harry hinzu. Janeway schmunzelte: "Dann können sie nie Captain werden Harry, da muß man so etwas öfter ertragen."
"Ja oder man läßt sein Schiff im DQ stranden", meinte Chakotay.
"Na ja ich würde ja liebend gerne noch bleiben, aber ich habe noch ein Meeting mit Reg und einige anderen Techniker, die versuchen den mobilen Emitter zu duplizieren, und ohne mich könne sie nicht weiter machen." Der Doc schmunzelte und streifte den mE leicht.
"Aber sie lassen mal von sicher hören Doc!" rief Tom ihm hinterher.
"Tom wir müssen auch los", meinte B'Elanna mit freudiger Erwartung in ihrer Stimme aber man sah ihr auch die ungewöhnlich hohe Nervosität an.
"Oh ja stimmt, heute kommt B'Elannas Mutter von der klingonischen Heimatwelt."
"Das sind aber gut Nachrichten", sagte Janeway.
"Du schaffst das schon, B'Elanna", fügte Chakotay mit einem Schmunzeln hinzu. "Also man sieht sich." Und so machte sich auch die Paris Familie auf den Weg. Zurück blieben Janeway, Chakotay, Harry, Seven und Tuvok, welcher nun auch das Wort ergriff: "Captain meine Frau und meine jüngste Tochter befinden sich mit mir auf der Erde und ich würde sie ihnen gerne vorstellen."
"Aber natürlich Tuvok. Befinden sie ich hier auf dem Gelände?"
"Nicht direkt, sie sind auf dem Akademie Campus, da Tel'ma nächste Jahr ihr Aufnahmeprüfung machen möchte."
Janeway wandte sich an Harry, Chakotay und Seven: "Anscheinend bleiben sie als letzte übrig." "Das macht nichts", erwiderte Seven. "Wir werden es überleben", fügte Chakotay hinzu.
"Na, dann wünsche ich ihnen allen viel Spaß, denn ich muß mich auch verabschieden. Ich treffe mich gleich mit Ben Rickman, er war ein guter Freund von mir auf der Akademie. Und er kam gestern erst von seiner letzte Mission zurück."
Chakotay und Janeway winkten dem jungen Mann hinterher als er sich in fast rennendem Tempo entfernte, da er festgestellt hatte, etwas die Zeit verbummelt zu haben und schon 10 Minuten zu spät war. Chakotay empfand dies natürlich als perfekte Gelegenheit mit Seven zu reden, als sich nun auch Kathryn und Tuvok verabschieden.
"Seven, Commander, es war schön sie wieder gesehen zu haben."
Chakotay und Seven nickten dem Vulkanier und dem Captain zum Abschied zu und machten sich dann selbst auf den Weg, auch wenn sie nicht genau wußten wohin. Nachdem sie eine Weile gegangen waren, meinte Chakotay: "Seven, da ist etwas, was ich dir sagen muß." Er machte eine Pause um Worte zusammeln, jedoch kam trotzdem kein ordentlicher Satz zusammen: "Ich… du… wir… unsere Beziehung..." "Chakotay, ich ahne worauf sie, ich meine, du hinaus willst. Die Beziehung zwischen dir und mir kann nicht gut gehen."
"Nun ja, so direkt hätte ich das jetzt nicht gesagt, aber es stimmt."
"Ich habe darüber auch den letzten Tag viel nachdenken müssen, ich glaube, ich habe Freundschaft mit Liebe verwechselt. Wir können doch Freunde bleiben oder?" Sevens Frage hatte einen leicht unsicheren Unterton, was bei ihr nur selten vorkam, deshalb beeilte sich der Indianer zu sagen: "Aber natürlich, das hoffe ich sogar. Und kann ich dich ganz in Freundschaft zu einem Kaffee einladen." Seven nickte mit dem Ansatz eines Lächelns, dabei schoß Chakotay der Gedanke durch den Kopf, daß es für sie bestimmt nicht schwer fallen wird jemand anderen zu finden.
In einem kleinen Cafe an der Küste ließen sich die beiden nieder. Seven erzählte Chakotay von den Erlebnissen mit ihren Verwandten und daß sie sich mehr Zeit nehmen möchte ihre Menschlichkeit zu entwickeln. Chakotay freute sich sehr, daß es Seven so gut hier auf der Erde ging, da ihr doch immer etwas bang gewesen war, was dies betraf. Zwei Stunden später verabschiedeten sie die beiden und verabredeten, dies bald zu wiederholen. *Das Ganze war fast zu einfach*, stellte Chakotay in Gedanke fest.

Als Chakotay zu Hause ankam, kam ihm ein Geruch entgegen, den er schon seit Jahren nicht mehr gerochen hatte. Es war ein Gericht, das sein Vater öfter gekocht hatte.
"Juku das ist doch nicht etwa..."
"Doch Bruderherz, es ist Keltan. Ich habe mir gedacht du würdest es vielleicht mal wieder gerne essen." Damit lag die junge Indianerin verdammt richtig. Während des Essens erzählte Chakotay ihr von seinem Gespräch mit Seven. "Das lief doch gut!"
"Ja aber es war schon fast zu einfach."
"Du bist mir einer, Liebesahngelegenheiten müssen nicht immer kompliziert sein."
"Meine waren es bisher immer, ich bin das wohl einfach nicht gewöhnt."
"Spinner!"
Nach dem Essen setzten sie sich zusammen ins Wohnzimmer und Juku erzählte ihm, daß sie ihm gerne das Denkmal auf Dovan5 zeigen würde, welches dort nach Beendigung des Dominion Krieges von Verwandten der Opfer gebaut worden waren. Er stimmte zu, meinte aber er müsse vorher noch mit Janeway reden. "Das kann ich verstehen, wir haben Zeit."

Janeway saß zu Hause und schaute sich alte Bilder an, als Phoebe in ihr Zimmer kam und meinte, daß sie Besuch habe. Als sie runter kam konnte sie ihren Augen kaum trauen. Auf dem Sofa saß Mark. Als er sie sah, stand er auf: "Hallo Kathryn, schön dich wieder zu sehen, wie geht es dir?"
"Hallo Mark, mir geht es gut, und dir?" Janeway hatte sich noch keinen Zentimeter auf ihn zu bewegt. "Ich wollte dich besuchen und mit dir reden und dir erklären warum ich geheiratet habe."
Endlich gehorchten Janeways Beine ihr wieder und sie ging auf ihn zu: "Du mußt mir nicht erklären..."
Er unterbrach sie: "Ich möchte es aber ich möchte, daß du mich verstehst und daß wir Freunde bleiben."
"Das möchte ich auch", meinte Kathryn mit doch leiser Stimme. Er ging noch weiter auf sie zu, so daß er ihre Hand nehmen konnte: "Was hältst du davon, wenn wir einen Spaziergang machen, da redet es sich besser." Sie lächelte, sie hatte die gemeinsamen Spaziergänge mit Mark immer sehr genossen auch wenn zu dieser Zeit ihre Beziehung noch anders war: "Das hört sich gut an."
"Wir können zur Transporterstation laufen und uns nach San Francisco beamen lassen, dort bin ich nämlich mit meiner Frau verabredet." Er hoffte, daß er sie damit nicht überrumpelte, denn sie gab ihm einen leicht geschockten Blick. "Das geht aber alles sehr schnell."
"Oh...wenn das dir zu schnell geht kann ich Monique sagen, daß wir das Essen verschieben müssen, sie wird das verstehen."
"Naja, ich weiß nicht, ob ich das verstehen würde, wenn mein Mann mit seiner Exverlobten zu lange alleine wäre." Und mit einem breiten Lächeln ließ sie ihn verstehen, daß sie einverstanden war. Er bot ihr den Arm an und sie machten sich auf den Weg. Er erzählte ihr, wie er auf sie gewartet hatte, er hatte über drei Jahre gewartet, doch dann sei er Monique begegnet, seiner jetzigen Frau, und es hätte einfach gepaßt. Sie verstand ihn, aber sie sagte ihm auch, daß der Brief ein Schock für sie war, obwohl sie wußte, daß er nicht ewig aus sie warten würde.
"Ich war so geschockt, weil ich nun kein Sicherheitsnetz mehr hatte."
"Sicherheitsnetz wofür?"
"Gegen eine Beziehung. Mark ich will ehrlich sein, auch ich hatte mich neu verliebt, doch es durfte nicht sein, da er mir ja unterstellt war. Und so konnte ich dich immer als Ausrede nehmen."
"Kathy warum machst du dir selbst immer das Leben so schwer?" Sie waren in der Zwischenzeit schon in San Francisco und liefen gerade durch einen Park, auf dem Weg zum Café, wo sie Monique treffen sollten.
"Aber du hattest dich in jemanden verliebt, sind die Gefühle denn jetzt weg?" "Nein, doch auch er hat jemand anderen gefunden. Das soll jetzt nicht wie ein Vorwurf klingen." Schob sie schnell hinterher um ihn nicht zu verletzen. "Ich bin ja eigentlich an allem selbst Schuld, wäre ich nicht damals auf die Mission gegangen sondern hätte auf dich gehört, wären wir jetzt vielleicht verheiratet, oder wenn ich die Sternenflotten Protokolle nicht über meine Gefühle gestellt hätte." Leise lief Kathryn eine einzelne Träne die Wange hinunter, worauf hin Mark sie in den Arm nahm. Es tat so gut zu wissen, daß sich jemand um sie sorgte, und sie hatte das Gefühl, daß aus der zerbrochenen Beziehung eine sehr gute Freundschaft werden konnte.
Exakt zum selben Zeitpunkt schlenderten auch Juku und Chakotay durch den Park, und als er den Mann und die Frau in enger Umarmung sah, glaubte er, sein Herz wollte ihm aus der Brust springen. Dort stand Kathryn und umarmte einen andern, beim näheren hinsehen erkannte er auch den Mann, er hatte sein Bild bei Janeway im Quartier gesehen und zog nun voreilige Schlußfolgerungen. *Anscheinend ist seine Ehe zerbrochen und jetzt ist er wieder mit Kathryn zusammen*, dachte sich der Indianer, und es versetze ihm einen Stich in Herz. Juku folgte dem Blick ihres Bruders und verstand, warum er nicht weiter ging. Die beiden beobachteten das Paar weiter.

Kathryn schaute ihn an: "Danke, ich glaube, das habe ich jetzt gebraucht, aber komm, laß uns weiter gehen, wir wollen doch deine Frau nicht warten lassen."
Das einzige, was Mark dazu sagen konnte war ein geseufztes "ACH KATHY". Mark legte seinen Arm um ihre Hüfte und sie gingen weiter zum Café.
Chakotay stand immer noch da wie vom Blitz geschlagen und bis er seine Sprache wieder fand dauerte es etwas, aber schließlich meinte er: Juku, fändest du es sehr schlimm, wenn wir wieder nach Hause gehen? Mir ist leider gerade der Appetit vergangen.
"Natürlich nicht." Juku konnte ihren Bruder nur zu gut verstehen, anscheinend hatte er doch recht gehabt, seine Liebesbeziehungen sind nicht so einfach.

Hätte Janeway gewußt, was sie mit dieser Umarmung angerichtet hatte, hätte sie sich selbst geschlagen. Während sie nun fröhlich mit Mark und seiner Frau einen Kaffee trank, war der, den sie liebte am Boden zerstört.
Chakotay saß alleine im Wohnzimmer, Juku befand sich in der Küche und machte Tee für beide. Als sie rein kam, hob Chakotay den Kopf und meinte: "Du hattest doch vor ein paar Tagen von dem Trip nach Dovan gesprochen, ich glaube jetzt wäre der ideale Zeitpunkt."
Sie schmunzelte traurig: "Natürlich, was hältst du davon, wenn wir gleich morgen starten?"
Er nickte.
Und so standen die beiden am nächsten Morgen in einem Shuttlehanger.

Janeway hatte sich, obwohl es allen ihren guten Vorsätzen widersprach, mit Seven verabredet. Im DQ war sie so etwas wie eine Tochter für sie, aber seit sie eine Beziehung mit Chakotay hatte fiel es ihr schwer sich mit ihr oder ihm zu treffen. Kathryn materialisierte auf der Transporterplattform und wurde schon von Seven erwartet. Die beiden Frauen begrüßten sich herzlich. *Seven hat viel an Menschlichkeit gewonnen*, ging es Janeway durch den Kopf. Sie unterhielten sich über alles Mögliche, bis Kathryn sich dazu durchringen konnte die ehemalige Borg nach ihrer Beziehung mit Chakotay zu fragen.
"Chakotay und ich haben unsere Beziehung schon vor einer ganzen Weile beendet, an dem Tag, wo wir das Treffen mit den Admirälen hatten."
"Oh, das tut mir Leid."
"Das muß es nicht, wir hatten beide festgestellt, daß unsere Beziehung nicht wirklich das war, was wir uns wünschten, jedoch sind wir Freunde geblieben. Als ich ihn jedoch versuchte vergangene Woche zu kontaktieren war er nicht da."
"Vielleicht ist er zu Verwandten gefahren, bei wem hat er eigentlich bis jetzt gelebt?"
"Tut mir Leid, aber das weiß ich nicht." Die beiden Frauen waren durchaus etwas verwundert, daß er sich bei keinem der beiden gemeldet hatte. Kathryn entschloß sich, wenn sie wieder zu Hause war, B'Elanna zu kontaktieren, vielleicht wußte sie als enge Freundin etwas. Aber nach dieser "Aussprache" fiel Janeway die Unterhaltung viel leichter. Am späten Nachmittag trennten sich die beiden Frauen wieder und beschlossen, dies aber bald zu wiederholen.

Janeway kontaktierte B'Elanna sofort, als sie zu Hause ankam, aber auch sie konnte ihr nicht sagen wo Chakotay war. Mit wem er lebte, darüber wußte sie nur, daß er Verwandte in Oregon hatte. Kathryn bedankte sich bei B'Elanna für diese Information und versprach, sich sofort zu melden. Nach etwa einer halben Stunde hatte sie den Namen von Chakotays Verwandten, diese konnten ihr mitteilen, daß Chakotay mit seiner jüngeren Schwester zur Zeit zusammen lebte, aber sie wußten auch nicht, wo sich die beiden momentan befanden.
Nachdem Kathryn das Gespräch mit Chakotays Cousine beendet hatte, replizierte sie sich einen Kaffee und machte es sich vor dem Kamin bequem. Es war nicht Chakotays Art einfach so zu verschwinden, weshalb sie sich auch ein wenig um ihn sorgte.

Chakotay war nun schon knapp eine Woche auf Dovan5. Das Denkmal war wirklich schön geworden und es viel ihm einfacher, Kathryn zu vergessen. Juku und er hatten sich eine kleine Hütte in der Nähe, wo einmal ihr Elterhaus stand, gemietet. Leider mußte Juku nach weiteren zwei Tagen zur Erde zurück da ihr Urlaub und ihre Forschungen auf der Erde weitergingen. "Chakotay, du kannst ruhig hier bleiben, nur wegen mir mußt du nicht zurück, ich bin schon groß." Sie liebte es ihn immer etwas aufzuziehen.
"Ich denke, ich werde tatsächlich hier bleiben, hier kann ich besser nachdenken und wenn ich ehrlich bin wäre das auch kein schlechter Ort um alt zu werden." Juku schmunzelte: "Das kannst du machen wenn du möchtest, dann habe ich auch einen Grund hierher zu kommen, aber du solltest vielleicht Seven und deinen anderen Freunden bescheid sagen."
"Ja das hatte ich vor, ich werde in ein, zwei Wochen wieder zur Erde kommen um einige Sachen abzuholen dann mache ich das. Solange haben sie ja auch dich als Auskunft."
"Ja!"

Janeway wußte zwar nun, wo Chakotay lebte, aber dort war er nicht und auch seine Schwester war nicht da. Sie mußte einfach mit ihm reden, jetzt, wo er keine Beziehung mehr mit Seven hatte war da vielleicht endlich eine Chance für die beide zusammen zu kommen. Sie hatte heraus gefunden, daß Chakotays Schwester ein Sternenflotten Offizier war. Deshalb war sie gerade auf dem Weg zum HQ.
Sie wurde freundlich von allen gegrüßt und jeder schaute ihr hinter her. Kathryn betrat den Wissenschaftstrakt wo Juku nach ihren Informationen arbeiten sollte. Sie lief etwas ziellos im Eingangsbereich herum, bis sie sich entschloß einen jungen Lt. zu fragen, der gerade den Ausgang ansteuerte. "Entschuldigen sie, wissen sie zufällig wo ich Lt. Juku Munro finde?" Dem Mann verschlug es für einem Moment die Sprache, dann meinte er aber mit sicherer Stimme: "Lt. Munro befindet sich im zweiten Stock, Abteilung für Quanten Astrometrie, Captain Janeway." Natürlich hatte der junge Lt. sie erkannt.
"Vielen Dank." Janeway lächelte freundlich und macht sich auf ihren Weg. Eigentlich war es nicht ihre Art mit privaten Sachen Leute in der Dienstzeit zu belästigen. Sie machte sich auf den Weg zum Labor. Gott sei Dank kamen ihr auf dem Weg nicht viele Leute entgegen. Als sie das Labor betrat war nur eine junge Frau anwesend, sie schien aber nicht indianischer Abstammung zu sein. "Entschuldigen sie."
Der Lt. drehte sich um.
"Wissen sie, wo ich Juku Munro finde?"
Juku wußte natürlich, wer sie da ansprach und sie ahnte auch zu wissen warum. "Sie steht vor ihnen."
Janeway schaute die junge Frau verwundert an. Um die Spannung etwas heraus zu nehmen meinte sie: "Ich weiß, daß ich Chakotay nicht wirklich ähnlich sehe, aber wir sind ja auch nur Halbgeschwister." Juku schaute Kathryn an, und wartete darauf, daß sie den Grund ihres Erscheinens nennen würde. Dabei ertappte sie sich bei einem nicht sehr netten Gedanken: *Sie will bestimmt wissen, wo Chakotay ist! Will sie ihn zu ihrer Hochzeit einladen?*
"Danke, daß sie sich die Zeit nehmen. Aber ich habe gehofft sie können mir sagen wo sich Chakotay im Moment aufhält, ich versuche ihn schon seit Wochen zu erreichen. Und mit ein wenig Nachforschung habe ich herausgefunden, daß er mit ihnen lebt oder gelebt hat, da dies ja anscheinend nicht mehr der Fall ist." Janeway schaute Juku hoffnungsvoll an.
"Sagen wir es so, ich weiß wo er ist, aber ich weiß nicht, ob er sie auch sehen will." Juku wußte, daß es vielleicht hart klang, aber es war die Wahrheit. Kathryn war über diese Aussage doch etwas erschrocken, warum sollte er sie nicht sehen wollen? Hatte er seine Beziehung zu Seven vielleicht in Wirklichkeit wegen einer Anderen beendet?
"Warum wollen sie ihn denn sprechen?"
"Es tut mir Leid, aber das geht sie wirklich nichts an."
"Alles, was meinen Bruder verletzten könnte geht mich etwas an", meinte Juku nun schon etwas lauter. Janeway wußte nicht, wie sie darauf reagieren sollte, natürlich war sie sich bewußt, daß sie ihn bestimmt verletzt hatte, als sie ihn im DQ immer abgewiesen hatte, aber letzten Endes hatte er sie auch sehr verletzt als er eine feste Beziehung mit Seven eingegangen war. Also was meinte sie junge Halbindianerin nur?
"Ich verstehe nicht, was sie meinen, und ich weiß auch nicht, was Chakotay ihnen alles über den DQ erzählt hat...." Janeway konnte den Satz nicht beenden, weil Juku ihr mit leicht sarkastischem Unterton ins Wort fiel.
"Ich rede nicht von der Zeit auf der Voyager, ich rede von vor etwa drei Wochen."
Drei Wochen, Kathryns Gedanken rasten, was war vor drei Wochen womit sie den Indianer verletzt haben könnte? Janeway schaute Juku unsicher an, und meinte: "Ich weiß wirklich nicht, wovon sie reden. Ich weiß nicht was ich getan habe, aber ich wollte Chakotay bestimmt nicht verletzen." Sie schien wirklich keine Ahnung zu haben. Juku wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzen, als das Tor aufglitt und ein junger Fähnrich eintrat. Unter diesen Bedingungen wollte Juku die Unterhaltung nicht weiterführen deshalb meinte sie: "Mein Dienst ist in einer halben Stunde vorbei, dann können wir uns zu einem Kaffee im Restaurant "Zur Nachteule" treffen, wenn sie damit einverstanden sind?"
"Natürlich, ich werde auf sie warten." Damit drehte sie sich um und verließ den Raum. Der Fähnrich schaute auf die in der zwischen Zeit wieder geschlossene Tür und meinte ein wenig fassungslos: "Sie kennen Captain Janeway?"
"Flüchtig." Und damit war für den Lt. das Thema beendet.

Chakotay spazierte an dem Fluß vorbei, wo er von seinem Vater das Schwimmen gelernt hatte. Eigentlich war noch alles wie damals, es schien, als sei man hier wieder in der Zeit bevor all die Technik entstanden war. Sein Blick fiel auf den alten Baum, unter welchem er früher immer gesessen hatte und Bücher und Berichte über die Raumfahrt gelesen hatte. Der Indianer schmunzelte, und setzte sich wieder darunter. Er schloß die Augen und seine Gedanken begannen zu wandern, von seiner Kindheit über die Zeit in der Sternenflotte, zum Maquis und in den DQ. Mit dem DQ brachte er unweigerlich die Voyager in Zusammenhang, das Schiff was für sieben Jahre sein zu Hause gewesen war. Langsam begann sich vor seinem inneren Auge ein Gesicht zu formen, es war das von Kathryn, wie gern hätte er sie jetzt an seiner Seite.
Seine Gedanken trieben in die Zukunft die mehr Träume waren. Er sah sich und Kathryn glücklich zusammen auf Dovan leben, er sah sich, wie er ihren Kinder in diesem Fluß das schwimmen beibrachte, er sah etwas, was er nie haben würde. Schon immer hatte sein Volk Träumen große Bedeutung beigemessen, daß es Möglichkeiten gab, Träume wahr werden zu lassen, leider war das mit diesem nicht möglich, denn seine Kathryn hatte ihr Glück in den Armen eines Anderen gefunden. Er gab sich ein wenig selbst die Schuld, warum hatte er nicht auch sie gewarnt, warum hatte er sie aufgegeben. Er wußte es nicht, aber es war ein Fehler den er ewig bereuen würde.

Das war die längste halbe Stunde in Kathryns gesamten Leben, niemals schien die Zeit so langsam vergangen zu sein. Sie hatte sich einen Tisch mit Blick auf die Tür genommen, und jedes Mal, wenn sich die Tür öffnete, spannte sich ihr Körper an in der Hoffnung, daß es Munro sein würde die eintrat.
Wieder ein neuer Gast und diesmal schien es für Kathryn wie ein Erlösung, als Juku das Restaurant betrat. Sie sah Janeway sofort und steuerte auf sie zu. Die junge Indianerin lächelte: "Nun haben wir endlich Zeit alles zu besprechen." "Ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht, was ich falsch gemacht habe, was ich getan habe um ihn zu verletzen, aber ich weiß es nicht." Juku glaubte ein wenig Verzweiflung in ihrer Stimme zu hören.
"Dann will ich sie mal aufklären, obwohl ich in der Zwischenzeit denke, daß wir vielleicht nur eine Situation falsch interpretiert haben. Vor ca. drei Wochen waren Chakotay und ich hier auf dem Weg zu seinem Lieblingsrestaurant und als wir im Park waren, sah er auf einmal sie, in enger Umarmung mit einem Mann."
"Mark!"
"Ja, Chakotay hatte ihn auch erkannt und dann, wie ich jetzt wohl zugeben muß, haben wir etwas voreilige Schlüsse daraus gezogen. Er dachte, daß seine Ehe zerbrochen sei, und sie jetzt wieder ein Paar waren. Ich möchte mich auch gleich noch für mein unfreundliches Verhalten entschuldigen, aber sie müssen wissen, Chakotay bedeutet mir sehr viel, er ist mehr oder weniger meine ganze Familie."
"Aber jetzt gibt das alles Sinn", meinte Janeway. "Und sie müssen sich für nichts entschuldigen, ich verstehe sie. Als ich mich kürzere Zeit nach dem Treffen mit den Admirälen mit Seven getroffen hatte, und sie mir berichtete, daß sie und Chakotay kein Beziehung mehr haben, war ich überglücklich, ich sah die Chance, auf die ich seit sieben Jahren gewartet habe. Ich konnte mir aber nur keinen Reim darauf machen warum er einfach so verschwindet ohne jemandem Bescheid zu sagen, das schlimmste, das ich mir vorstellen konnte war, daß er vielleicht nur mit Seven Schluß gemacht hatte weil da eine andere war." Juku lächelte: "In dem Sinne hat er wegen einer anderen mit Seven Schluß gemacht, nämlich wegen ihnen, ihm ist klar geworden, daß er nicht Seven sondern sie liebt. Und daß er niemanden Bescheid gesagt hat lag wohl daran, daß die Idee nach Dovan5 zu fahren, eine Art Flucht war, nachdem er sie und Mark zusammen gesehen hatte."
"Er ist auf Dovan5?"
"Ja er hat sich ein Haus ganz in der Nähe wo früher die Siedlung war in der wir aufgewachsen sind gemietet."
"Dann weiß ich, wo ich jetzt hin muß", meinte Janeway mit einem breitem Lächeln zu dem Lt. "Lt., sie haben wirklich ihren Beruf verfehlt, sie hätten Counselor werden sollen."
"Ach, ich bin da ganz gut aufgehoben. Aber während wir hier sitzen verstreicht wertvolle Zeit, es fliegt nur alle drei Tage ein Shuttle nach Dovan5 und einer dieser Tage ist heute."
"Na, dann mache ich mich gleich auf den Weg meine Sachen zu packen. Und ich muß noch B'Elanna bescheid sagen."
"Darum müssen sie sich keinen Kopf machen, das kann ich übernehmen, ich wollte schon die ganze Zeit die restlich Seniorcrew kennen lernen." Die beiden standen auf um zu gehen. Juku verabschiedete sich: "Ich wünsche ihnen viel Glück Captain Janeway."
"Kathryn!"
Die beiden Frauen lächelten sich freundlich an, und dann machte sich jede auf ihren Weg.

Janeway hielt nur kurz zu Hause, um das Nötigste einzupacken und ging dann gleich weiter zur Shuttlestation. Nicht mehr allzulange und sie würde ihn wieder sehen, und dann würde hoffentlich das wahr werden, was sie sich schon seit Jahren gewünscht hatte.

Juku ihrerseits ging ebenfalls nach Hause um zu duschen und heraus zu finden, wo Torres und Paris jetzt lebten, was nicht weiter schwierig war, Eine Stunde später lief sie auf ein altes Haus, etwas außerhalb von San Francisco zu. Sie betätigte die Klingel, welche wie das ganze aus in altem Stil war, so etwas fand man nicht mehr sehr häufig. B'Elanna öffnete die Tür: "Hallo, was kann ich für sie tun?"
"Guten Abend, mein Name ist Juku Munro, ich bin Chakotays Schwester."
B'Elanna war nach der Aussage der Frau etwas perplex.
"Ich weiß, wir sehen uns nicht ähnlich, aber es ist so. Der Grund meines Besuches ist aber eher ein anderer, ich hatte heute Mittag ein sehr aufschlußreiches Gespräch mit Kathryn Janeway." Torres bat die junge Frau nun endlich herein und als sie das Wohnzimmer betrat fand sie nicht nur Tom vor sondern auch noch Harry, den Doctor, Seven und Icheb. B'Elanna stellte Juku kurz vor, und dann mußte sie erstmal die ganze Geschichte der letzten Tage, Wochen und Stunden erzählen.

Das Shuttle 'Kalonia' setzte zum Landeanflug auf Dovan5 an. Während des Fluges hatte Janeway sich wieder einmal mit ihrer neuen Popularität auseinander setzten müssen. Ihre drei Mitreisenden löcherten sie fast die kompletten vier stunden des Fluges mit Fragen, die sie bestimmt schon hundertmal beantworte hatte. Aber nun war es endlich vorbei und sie konnte ihre Gedanken endlich wieder voll und ganz dem Mann widmen, dem sie auch schon die letzten sieben Jahre und fünf Wochen gegolten hatten.

"Ja, und im Moment ist Kathryn auf dem Weg nach Dovan5 fünf."
"Na hoffentlich wird das endlich was mit den beiden", ließ Tom verlauten.
"Jetzt bringt dir deine Wette aber auch nichts mehr, Tom", meinte Harry um seinen Freund etwas aufzuziehen.
"Das ist wohl wahr", seufzte der Pilot.
"Was für eine Wette?" wollte Juku wissen.
"Nachdem die beiden von ihrem dreimonatigen Aufenthalt von diesem Planten zurück waren, hat man spüren können, daß da etwas anderes war und deshalb hat Tom die Wette17 ins Leben gerufen, wann die beiden endlich ein Paar werden würden." Juku mußte anfangen zu lachen und die restlichen stimmten mit ein. Mit Ausnahme natürlich von Seven und Icheb, welche sich nur ein Lächeln abringen konnten. Juku wurden noch viele andere Sachen aus der Zeit im DQ erzählt, nicht nur über Chakotay und Janeway nein, auch über verschieden Peinlichkeiten, die den einzelnen Crewmitglieder passiert waren. Als sie endlich mal wieder auf die Uhr schauten, war es schon kurz nach elf. Und so entschloß man sich auf den Heimweg zu machen, Juku mußte aber noch versprechen, sich sofort zu melden, wenn sie etwas von dem ehemaligen Captain und Ersten Offizier der Voyager hörte.

Janeway hatte ihre Tasche geschultert und lief in die Richtung, die ihr einer der Einheimischen gewiesen hatte. Nach ca. 15min. konnte sie eine Hütte erkennen und ohne es zu merken lief sie schneller. Als sie endlich ankam klopfte ihr Herz bis zum Hals. Sie klopfte, doch niemand öffnete, so entschied sie sich hinein zu gehen. Jedoch antwortete auch niemand als sie rief, er mußte sich irgendwo in der Umgebung befinden, er hatte die Natur schon immer geliebt. Kurzentschlossen ließ sie die Taschen in der Hütte und machte sich auf die Suche nach ihm.
Die Umgebung erinnert sie ein wenig an Neu Erde, dort, wo eigentlich alles wirklich angefangen hatte. Sie lief einen kleinen Trampelpfad entlang in der Hoffnung, am anderen Ende Chakotay zu finden und sie sollte nicht enttäuscht werden. Als sie aus dem Wald heraus an einen Fluß trat, sah sie den Indianer am Ufer sitzen, anscheinend irgend etwas schnitzend.
Chakotay erblicke jemanden ein Stück von ihm entfernt, konnte jedoch nicht ausmachen wer es war weil sie Sonne, da die Nacht nahte, sehr tief stand. Kathryn lief Schritt für Schritt auf ihn zu, irgendwie hatte sie das Bedürfnis zu rennen, jedoch schien ihr das irgendwie unangebracht. Chakotay versuchte seine Augen gegen sie Sonne abzuschirmen. Er erkannte, daß es sich um eine Frau handelte, und sie kam ihm vertraut vor. Als er sie endlich richtig erkennen konnte war sie nur noch knapp fünf Meter von ihm entfernt. Er stand auf, und er konnte es kaum glauben. Sie blieb genau vor ihm stehen und schaute ihm in die Augen.
"Was machst du hier?" flüsterte der Indianer leise. Sie lächelte und meinte: "Ich habe dich gesucht. Ich hatte ein sehr nettes Gespräch mit deiner Schwester, wo wir einige Mißverständnisse geklärt haben. Ich habe nicht wieder eine Beziehung mit Mark, er ist glücklich verheiratet, und wir sind Freunde."
Chakotay konnte es kaum fassen. Kathryn legte vorsichtig ihre Hände auf seine Brust. Nun ergriff Chakotay zum ersten Mal das Wort: "Kathryn aber was machst du hier?" Natürlich hatte er eine Vermutung, eine Hoffnung, aber er wollte es aus ihrem Mund hören. Ihre Hand wandert zu seiner Wange: "Ich bin hier weil ich dich liebe und endlich mit dir zusammen sein will, wenn du mich noch willst." Ob er sie noch wollte, natürlich wollte er sie, er wollte mehr mit ihr zusammen sein denn je zuvor. Nur leider brachte er kein Wort heraus, und deshalb zog er sie einfach enger an sich heran und küßte sie. Vielleicht hatten seine Ahnen doch recht, alle Träume konnten in Erfüllung gehen wenn man nur daran glaubte und die Chancen, die einem geboten wurden, nutzte.

ENDE