Kapitel 1

Die Führungsoffiziere waren vollständig im Besprechungsraum anwesend, um über eine flächendeckende Erkundung eines Sonnensystems zu beraten. Tuvok stand am Wandmonitor und erläuterte anhand einer kartographischen Übersicht die „logischste“ Vorgehensweise.
„Die Langstreckensensoren haben auf drei der sieben Planeten in diesem Sonnensystem Dilithium und andere wertvolle Rohstoffe orten können. Da wir in den nächsten Wochen vermutlich nicht auf weitere Planeten stoßen werden, wäre es ratsam, auf alle drei Planeten Außenteams zu schicken“, schloß Tuvok seinen Vortrag.
„Gibt es intelligentes Leben auf dem Planeten?“ fragte Chakotay.
„Die Sensoren haben nur pflanzliches und tierisches Leben entdecken können. Ich glaube, das intelligenteste Tier dürfte eine Art Katze sein“, antwortete B’Elanna. „Wir können in aller Ruhe die notwendigen Mineralien abbauen“, fügte sie hinzu.
„Dann gäbe es da also nur noch eine Kleinigkeit – ein Planet liegt weit abseits von den beiden anderen, wenn wir die Mineralien nacheinander abbauen wollen, dürfte das Monate dauern!“ warf Tom ein.
„Und genau deshalb werden wir uns in verschiedene Teams aufteilen, das erste Außenteam wird mit einem Shuttle zum entlegensten Planeten fliegen, während die Voyager zu den beiden anderen fliegt. Wir treffen uns nach zwei Wochen in der Mitte wieder, um es mal einfach auszudrücken“, sagte Janeway.
„Und...da wir davon ausgehen können, daß uns auf den Planeten keine Gefahr droht, wird Tuvok mit Chakotay einen Landurlaubsplan ausarbeiten. Mit anderen Worten - Landurlaub für alle!“
Die Offiziere blicken sich bei Janeways Worten erfreut an, der letzte Landurlaub lag über 6 Monaten zurück. Sofort wurde es unruhig im Raum, alle machten bereits Pläne.
Janeway sagte zum Schluß: „Den ersten Planeten werden Commander Chakotay und ich erkunden, Tuvok wird mit der Voyager und dem Rest der Besatzung die beiden anderen Planeten anfliegen. Wir treffen uns in zwei Wochen wieder. Schönen Urlaub. Wegtreten!“
Alle stoben förmlich auseinander, lediglich Tuvok, Chakotay und Janeway blieben zurück.
Janeway wandte sich an Tuvok: „Ich kann Ihre Einwände schon hören, Tuvok, aber auf dem Planeten gibt es außergewöhnliche Klimazonen und Mineralien, das weckt die Wissenschaftlerin in mir.“
Tuvok hob eine Augenbraue.
„Und zum Schutz habe ich ja meinen ersten Offizier mit“, fügte sie hinzu und lächelte Chakotay an.
Chakotay blickte Kathryn zärtlich an. Seit New Earth wieder allein mit ihr auf einem Planeten – er hätte es sich nie träumen lassen, daß sie ausgerechnet ihn mitnehmen wollte.
Tuvok seufzte innerlich, er wußte, daß er Janeways Entschluß nicht mehr ändern konnte. Deshalb sagte er: „Da ich Sie von dieser unvernünftigen Idee offenbar nicht mehr abbringen kann, werde ich mich persönlich um das Shuttle kümmern.“
Mit diesen Worten machte er sich auf den Weg zur Shuttlerampe und ließ einen amüsierten Captain mit einem schmunzelnden ersten Offizier zurück.
Als sich die Türen hinter Tuvok schlossen, wandte sich Janeway Chakotay zu: „Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen Ihren Captain auf den Planeten zu begleiten? Ich dachte mir, diese Landschaftsformen und Gesteine würden Sie auch interessieren...“
„Auf jeden Fall, Captain. Ich freue mich schon darauf.“
Am meisten freue ich mich auf Dich, fügte er in Gedanken hinzu.
„Wann soll’s denn losgehen?“
„Morgen früh um 9.00 Uhr in der Shuttlerampe, in Ordnung? Das läßt uns noch genug Zeit zum vorbereiten und packen.“
„9.00 Uhr, aye, aye, Captain.“
Lachend über seine letzte Bemerkung gingen beide wieder auf die Brücke.

Nach Dienstschluß bereitete sich jeder der beiden ranghöchsten Offiziere etwas anders auf die Reise vor. Während Kathryn Tricorder, Meßgeräte, Probencontainer und andere technische und wissenschaftliche Ausrüstungsgegenstände einpackte, packte Chakotay lieber nur einen Tricorder und dafür Badekleidung für beide ein und verschiedene Schläger und Bälle.
Hoffentlich gefällt Ihr der Badeanzug, den ich für sie repliziert habe....
Er wollte den Urlaub mit Kathryn so richtig genießen.

Pünktlich um 9.00 Uhr am nächsten Morgen waren Kathryn und Chakotay in der Shuttlerampe eingetroffen. Tuvok hatte das Shuttle zusätzlich zur Standardausrüstung mit Energievorräten und für den Notfall mit medizinischem Extraequipment ausgestattet.
Janeway bestätigte Tuvok noch einmal den Treffpunkt, übergab ihm dann das Kommando und stieg mit Chakotay ins Shuttle.
Wenig später hatte das Shuttle den Hangar verlassen und entfernte sich von der Voyager. Die Voyager flog in die entgegengesetzte Richtung.
Chakotay steuerte das Shuttle während Janeway im hinteren Teil ihre Ausrüstungsgegenstände sortierte.
„Chakotay!“ rief sie von hinten, „wann sind wir da?“
„In 23 Stunden ungefähr.“
„Haben Sie auch so einen Hunger wie ich?“
„Kommt drauf an, was es zu Essen gibt!“
„Notration verfeinert mit talaxianischen Gewürzen“, scherzte sie.
„Ich glaube, ich habe doch keinen Hunger mehr“, bemerkte Chakotay trocken.
„Andererseits könnte ich Ihnen auch einen Gemüseauflauf replizieren...“
„Bin schon unterwegs!“ Chakotay programmierte den Autopiloten, dann ging er nach hinten zu Kathryn.
Sie hatte bereits den Tisch gedeckt und stellte nun den Auflauf auf den Tisch. Er setzte sich zu ihr und beide aßen und unterhielten sich.

Kapitel 2

Die Voyager hatte unterdessen schon fast die beiden Planeten erreicht.
Tuvok ging noch einmal den Landurlaubsplan durch, den Chakotay und er erstellt hatten.
Bee-bopp! meldete sich der Türsensor.
„Herein“, sagte Tuvok.
Die Türen glitten auf und Tom stand in der Tür: „Sir, ich wollte nur melden, daß wir die Planeten in einer halben Stunde erreichen. Soll ich die ersten Teams informieren?“
„Es wäre langsam an der Zeit“, entgegnete Tuvok, dann gab er Paris die Liste.
Tom warf einen kurzen Blick darauf und grinste innerlich. B’Elanna und er waren bei der ersten Gruppe dabei.
„Das wäre dann alles, Mr. Paris.“
„Aye, Sir.“ Tom ging nach draußen und machte sich an die Arbeit.

Kapitel 3

Nach 22 Stunden waren auch Janeway und Chakotay fast angekommen. Der Planet war in der Tat ungewöhnlich. Er bestand zu mindestens 70% aus Wasser, es gab nur einen Kontinent und der war erstaunlicherweise in eine Wüstenzone und einen dichten Wald unterteilt. Das Wasser, das auf dem Kontinent zu finden war, war ausschließlich in der Waldhälfte zugegen, die interessanten Mineralien dagegen nur in der Wüste.
Kathryn und Chakotay beschlossen, direkt an der Baumgrenze zu landen, damit sie sowohl Wüste als auch Wald erkunden konnten. Chakotay programmierte die Landekoordinaten und steuerte das Shuttle in die Atmosphäre. Kathryn beobachtete ihn von der Seite, wie er konzentriert auf die Schalttafel blickte und seine Finger flink über die Tasten huschten. Er sah einfach süß aus, fand sie.
Plötzlich wurde das Shuttle so heftig durchgeschüttelt, daß beide fast aus ihren Sitzen geflogen wären.
„Was war das?“ fragte Kathryn.
„Als wir in die untere Atmosphäre einflogen, bildete sich plötzlich eine Art Plasmasturm“, erwiderte Chakotay, während er versuchte, das Shuttle zu stabilisieren.
Doch wieder wurde das Shuttle samt Insassen durchgeschüttelt.
„Warnung, Mikrofrakturen in der Hülle, strukturelles Versagen in 2 Minuten“, erklang auf einmal die monotone Stimme des Computers.
Janeway versuchte über das Kommunikationssystem die Voyager zu erreichen.
„Janeway an Voyager, können Sie mich hören?“
„Das Kommunikationssystem ist beschädigt!“ warf Chakotay ein. „Halten Sie sich fest, gleich wird es ungemütlich!“
Das Shuttle schlingerte hin und her, Chakotay konnte es nicht mehr kontrollieren. Ihren geplanten Landeplatz hatten sie um gut 15 Meilen verfehlt, das Shuttle stürzte mitten in der Wüste ab.
Die beiden Offiziere wurden beim Aufprall aus ihren Sesseln geschleudert und blieben regungslos auf dem Boden liegen.

Kapitel 4

Auf der Voyager machte sich die erste Gruppe für den Landurlaub bereit. Chakotay und Tuvok hatten die Rotation so ausgearbeitet, daß jedes Crewmitglied sowohl eine Woche Urlaub hatte, als auch einmal beim Abbau der Mineralien eingeteilt war.
Tom und B’Elanna waren erst in der zweiten Hälfte mit arbeiten dran.
Sie entschlossen sich, ihren ersten freien Tag mit einem Picknick am Meer zu krönen. Da Harry auch frei hatte, hatten sie ihn mit eingeladen.
Die Gruppe materialisierte auf einer grünen Wiese, zum Wasser waren es noch 10 Minuten zu Fuß.
B’Elanna, Tom und Harry marschierten los. Die anderen Mitglieder der Gruppe schlugen eine andere Richtung ein. Der Tag war herrlich, die Sonne schien warm auf sie herunter und am Himmel waren keine Wolken zu sehen. Gut gelaunt kamen die Drei am Strand an und suchten sich einen Platz im Schatten. Tom und Harry, die schon ihre Badeshorts trugen, zogen sich nun auch das Shirt aus. B’Elanna wollte sich erst umziehen, wenn sie ins Wasser gehen würden, sie hatte unter ihrem Strandkleid schon einen neuen Bikini angelegt, mit dem sie Tom überraschen wollte.
Tom und Harry kramten aus ihren Taschen ein Federballnetz samt Ständer, Schläger und Federbällen raus und ließen B’Elanna mit den Worten: „Wir bauen schon mal das Netz auf, danach essen wir“, zurück.
Ihr war klar, daß das soviel hieß wie: „Wir bauen auf, Du kümmerst Dich um das Essen.“
Männer und ihre dämlichen Spielchen, dachte sie, doch da sie selbst Hunger hatte, machte sie sich mit einem seufzen und einigen klingonischen Flüchen ans decken.

Kapitel 5

Chakotay erlangte zuerst das Bewußtsein wieder.
Er öffnete die Augen und versuchte, sich langsam zu bewegen. Gebrochen schien nichts und außer blauen Flecken und Kopfschmerzen hatte er anscheinend nichts abbekommen.
Er sah zu Kathryn, die sich immer noch nicht bewegte. Schnell holte er ein Medkit aus einem Fach und untersuchte sie mit dem Tricorder. Auch bei ihr schien soweit alles in Ordnung, deshalb lud er einen Injektor mit Formazin und verabreichte es ihr. Einen Moment später stöhnte sie leise und schlug dann langsam die Augen auf.
„Hmmm, Chakotay, was ist passiert?“
Chakotay half ihr beim Aufstehen.
„Wir sind in der Wüste abgestürzt“, erklärte er. „Ist mit Ihnen soweit alles in Ordnung?“ fragte er besorgt.
„Unkraut vergeht nicht“, antwortete sie trocken. „Und bei Ihnen?“
„Ein paar blaue Flecken und Kopfschmerzen, aber sonst ist alles in Ordnung.“
Kathryn sah ihn besorgt an, dann nahm sie ein Hypospray aus dem Medkit und injizierte ihm ein Schmerzmittel.
„Besser?“ fragte sie.
„Viel besser, danke. Kommen Sie, wir müssen nachsehen, wie schwer das Shuttle beschädigt ist.“
Chakotay öffnete die Shuttlerampe und trat nach draußen. Es war irrsinnig heiß und trocken, er schätze um die 50°C. Er klappte seinen Tricorder auf und scannte die Außenhülle, während Kathryn sich um das Innenleben kümmerte. Nach wenigen Minuten kam Chakotay wieder herein.
„Die Außenhülle hat unzählige Mikrofrakturen, einen Flug außerhalb der Atmosphäre ist nicht mehr möglich, wir müssen auf die Voyager warten.“ Er sah zu Kathryn, die ihre Diagnose gerade abschloß.
„Dazu kommt,“ fügte sie hinzu, „daß das Navigationssystem, der Antrieb, die Kommunikation und der Replikator nicht mehr zu gebrauchen sind.“
Sie klappte den Tricorder zu, drehte sich zu ihm um und sah in ernst an: „Das heißt, wir können keinen Kontakt zur Voyager aufnehmen, unser Wasservorrat reicht nur noch für einen Tag und wir sitzen hier fest“, schloß sie.
Chakotay hatte die Hände in seine Hüften gestemmt und blickte zu Boden.
„Wir müssen versuchen, das Waldgebiet zu erreichen,“ redete Kathryn weiter, „dort gibt es genug Wasser. Das Problem ist bloß, daß es bis dorthin ungefähr 15 Meilen sind. Wir müssen so schnell wie möglich loslaufen, sonst kommen wir mit unserem Wasservorrat nicht weit. Wir nehmen nur das Notwendigste mit, damit wir unsere Kräfte schonen.“
Chakotay nickte. Sie nahmen jeder einen Rucksack und packten das verbleibende Wasser, etwas Notration, Thermodecken für die Nacht und das Medkit ein. Tricorder und Phaser befestigten sie an ihren Uniformen.
„Wir sollten unsere Jacken ausziehen und im Shuttle lassen, Kathryn, es ist mörderisch heiß draußen. Für die Nacht haben wir die Thermodecken, die Jacken mitzunehmen wäre nur unnötiges Gewicht.“
„Einverstanden“, sagte sie und beide zogen sich die Jacken aus. Ihre Combadges befestigten sie sich an ihren Shirts.
Chakotay blickte unauffällig zu Kathryn.
Sie sieht einfach umwerfend aus in dem ärmellosen Shirt, schmachtete er vor sich hin.
Es sieht so süß aus in seinem Shirt und was er für Muskeln hat...
Kathryn warf ihm einen verträumten Blick zu, als er seine Jacke auszog. Dann setzte er seinen Rucksack auf und ging nach draußen.
Sie folgte ihm und schloß die Shuttlerampe. Er schaute sie an und schweigend machten sie sich auf den Weg.
Sie mußten Gespräche auf ein notwendiges Minimum beschränken, um sich nicht unnötig anzustrengen.
Chakotay ging voran, zunächst war Kathryn dicht hinter ihm, doch nach 3 Stunden fiel sie immer weiter zurück. Er bemerkte es und verlangsamte seine Schritte jedesmal, so daß sie zu ihm aufschließen konnte. Er sah ihr deutlich an, wie erschöpft sie war, aber außer einer kleinen Trinkpause konnte er nichts für sie tun, sie mußten zusehen, aus der Hitze zu kommen und Schatten zu finden.
Kathryn bemerkte seine Sorge um sie, auch ihr war klar, daß sie so schnell wie möglich den Wald erreichen mußten, deshalb versuchte sie ihre Müdigkeit vor Chakotay zu verbergen. Doch er kannte sie schon zu gut, und bemerkte natürlich ihren Versuch, deshalb gab er vor, selbst eine kurze Pause zu benötigen. Kathryn nahm dankbar die Wasserflasche von ihm und nahm mehrere kleine Schlucke.
„Die Hälfte haben wir schon", versuchte Chakotay sie aufzumuntern, „sehen Sie, dort hinten sind schon die ersten Bäume.“
Er deutete in die Richtung, in die sie liefen. Ganz weit in der Ferne erahnte sie einen kleinen Punkt.
„Danke Chakotay, ich werde es schon schaffen“, sagte sie lächelnd. Dann gab sie ihm die Wasserflasche zurück und marschierte weiter. Chakotay folgte ihr.

Kapitel 6

2 Tagesreisen mit Warp 6 entfernt saßen Tom, B’Elanna und Harry am Strand auf der Decke und ließen sich die verschiedenen Salate, belegte Brötchen und Würstchen schmecken.
„Ist Euch eigentlich klar, daß wir hier 3 Wochen Replikatoreinheiten verputzen?“ fragte Harry in die Runde.
„Leider viel zu klar,“ stellte B’Elanna schmerzhaft fest, „das heißt, die nächste Woche müssen wir uns Neelix‘ Essen antun.“
„Ach, nun denkt nicht an nächste Woche, jetzt wird hier richtig gegessen!“ meinte Tom. Mit diesen Worten stopfte er sich ein kleines Würstchen, Kartoffelsalat und Brot in den Mund.
B’Elanna und Harry bekamen einen Lachanfall. Toms Backen waren bis zum Rand vollgestopft, es sah einfach zu komisch aus.
„Waff dön?“ versuchte Tom zu fragen.
B’Elanna konnte nicht anders, nahm eine kleine Gurke und schob sie Tom auch noch in den Mund, so daß sie aber noch zur Hälfte rausguckte.
B’Elanna kugelte sich vor Lachen im Sand, während Harry noch eins draufsetzte: „Jetzt fehlen nur noch die Tomaten auf den Augen.“
Das war eindeutig zuviel für Tom, während Harry und B’Elanna sich halb totlachten, griff er in die Schüssel mit dem Schokopudding, und warf eine Ladung auf die Beiden. Mit einem Mal war es ruhig. Harry und B’Elanna schauten sich fassungslos an – hatte Tom sie eben wirklich mit Pudding beworfen? Die Spuren in den Gesichtern der Beiden waren aber eindeutig.
Tom hatte inzwischen sein Essen runtergeschluckt und nun bekam er einen Lachanfall. Harry und B’Elanna sahen sich an. Beide sahen an ihren Blicken, daß sie sich darüber einige waren, was sie jetzt mit Tom zu tun hatte.
Sie standen auf, B’Elanna zog ihr Kleid aus und für einen kurzen Augenblick waren beide Männer von ihrem Anblick überwältigt. Tom hatte sie noch nie im Bikini gesehen, sich aber so einen Anblick immer mal gewünscht, er kannte zwar ihren Körper genau, aber trotzdem – sie sah hinreißend aus.
Harry hatte sie dagegen noch nie so freizügig gesehen.
B’Elannas Blick zu Harry vermittelte ihm, daß sie nicht wußte, worauf er noch wartete. Harry verstand und beide stürzten auf Tom zu. B’Elanna nahm seinen Oberkörper, während Harry ihn an den Füßen packte. Gemeinsam schleppten sie den sich heftig sträubenden Tom auf eine kleinen Felsen, der über das Wasser ragte, stellten sich seitlich hin und pendelten Tom hin und her.
„Halt, was macht ihr da?“
„Eins“, zählte Harry.
„Ich warne Euch, ich räche mich furchtbar!“ rief Tom,
„Zwei“, machte B’Elanna weiter „und drei!“
Bei drei warfen sie ihn hinein. Tom platschte etwas unsanft ins Wasser. Prustend tauchte er wieder auf.
B’Elanna und Harry standen über ihm auf dem Felsen und hielten sich den Bauch vor Lachen.
Na wartet, dachte Tom und mit Höchstgeschwindigkeit war er wieder draußen, erstieg die kleine Anhöhe, tauchte hinter den beiden auf und beförderte zuerst Harry mit einem kräftigen Schubs ins nasse Element.
„Aaaaaahhhhhh!“ hörte er noch Harry im Fallen rufen, dann hörte einen Platscher.
„Nummer Eins!“ sagte er, bevor er sich B’Elanna zuwandte.
Sie versuchte, ihm zu entkommen, aber da hatte er sie schon erwischt. Aber es war gar nicht so einfach, eine Halbklingonin ins Wasser zu werfen! Sie wehrte sich mit aller Kraft, bis sie schließlich am Felsenrand ausrutschten und beide hinein stürzten. Kaum waren sie wieder aufgetaucht, entbrannte eine heftige Wasserschlacht, die mit viel Gelächter untersetzt war.

Kapitel 7

Kathryn und Chakotay waren inzwischen fast am Ende ihrer Kräfte, das Wasser war verbraucht, aber immerhin hatten sie nach 4 Stunden fast den Wald erreicht.
Chakotay holte seinen Tricorder hervor und scannte nach der nächsten Quelle.
„Noch 20 Minuten Kathryn, dann haben wir es geschafft.“
„Länger würde ich es auch nicht mehr aushalten“, stöhnte sie.
„Wenn es sein muß, würde ich Sie auch tragen“, witzelte Chakotay.
„Hätte ich das gewußt, hätte ich schon vor 10 Meilen eine Knöchelverstauchung vorgetäuscht...“ sagte sich lachend.
Chakotay grinste.
Wenn Du wüßtest, wie gerne ich Dich mal auf meinen Armen tragen würde..., dachte er.
Nach 10 Minuten erreichten sie die Bäume.
„Endlich!“ seufzte Kathryn. „Na bitte, wenn Sie jetzt noch 10 Minuten durchhalten, können wir auch etwas trinken“, sagte Chakotay.
„Einen großen Pott Schwarzen Kaffee für mich!“ schwärmte sie.
„Tut mir leid, aber der Tricorder hat nur ordinäres Wasser registriert, werden Sie das auch überleben?“ antwortete Chakotay lächelnd.
Nur schwer, machen Sie sich schon mal auf meine schlechte Laune gefaßt“, warnte sie ihn vor, allerdings wußte er, daß sie nur mit ihm rumalberte.

Ein paar Minuten später erreichten sie die Quelle.
„Jetzt sagen Sie mir nicht, das Wasser können wir nicht trinken“, stöhnte sie, als Chakotay stirnrunzelnd das Wasser untersuchte.
„Keine Sorge, es ist trinkbar. Der Tricorder zeigte nur einen Moment etwas seltsames an...“
„Chakotay – später. Jetzt muß ich erst einmal etwas trinken.“
Schnell hatte sie ihren Rucksack abgesetzt, kniete sich neben die Quelle und begann gierig das kühle Naß zu trinken. Chakotay stand ihr da nicht hinterher.
Als sie endlich ihren Durst gestillt hatten, setzte sich Kathryn auf einen Felsen, schloß die Augen und ließ sich innerlich fallen.
„Aaaahhhhhhh!“ stöhnte sie, „das war gut, jetzt brauche ich nur noch mein Bett und 8 Stunden Schlaf!“ genüßlich räkelte sie sich auf dem Stein, streckte ihre Glieder und sah sich dann nach Chakotay um.
„Chakotay? Wo sind Sie?“ fragte sie, weil sie ihn nirgendwo mehr sehen konnte.
„Hier bin ich“, ertönte auf einmal seine Stimme hinter irgend einem Baum. „Ich habe einige Früchte gefunden, die wir essen können!“
Er tauchte hinter einem Strauch auf und kam auf sie zu. „Schmecken ein wenig wie Erdbeeren, aber nicht ganz so süß. Hier, probieren Sie mal!“
Er streckte ihr seine Hand hin, auf der viele kleine gelbe Früchte lagen. Neugierig nahm Kathryn einige und probierte sie.
„Danke Chakotay. Hm, die sind köstlich. Gibt es noch viele davon?“
„Die Sträucher hier hängen voll von diesen Früchten. Unser Abendessen dürfte gerettet sein“, erwiderte er.
„Na also, dann lassen Sie uns erst einmal etwas ausruhen und dann sammeln wir Holz für ein Feuer und bereiten hier unser Nachtlager, einverstanden?“
„Aye, aye, Captain!“ Damit suchte auch er sich ein Platz im Gras und relaxte. Er merkte erst jetzt, daß auch er von dem langen Wüstenmarsch total fertig war.
Kathryn, die die Augen geschlossen hatte, hörte auf einmal ein leises Schnarchen.
„Chakotay? Sind Sie das?“ Sie schaute zu ihm rüber, wie er im Gras lag und sah, daß sie auf diese Frage keine Antwort bekommen würde – er war vor Erschöpfung eingeschlafen.
Sie rutschte leise von ihrem Stein runter und legte sich, allerdings mit einem respektvollen Abstand, neben ihn ins Gras und beobachtete ihren ersten Offizier verträumt. Sie musterte eingehend seine Haare, die ihm jetzt ins Gesicht hingen, weil sie etwas naß waren, sein Tattoo und sein Gesicht.
Er sieht so süß aus, wenn er schläft!
Ihr Blick blieb minutenlang in seinem Gesicht hängen, dann musterte sie seinen Körper. Sie mußte sich sehr zusammenreißen, um ihn nicht anzufassen.
]Er hat einen unheimlich gut gebauten Körper und diese Muskeln...
Er bewegte sich plötzlich im Schlaf, drehte sich dann auf die Seite und rollte sich in Fötusstellung zusammen. Kathryn lachte leise, dann stand sie auf, holte eine Decke und legte sie vorsichtig über seinen Körper. Sie merkte, wie er sich entspannte. Ganz vorsichtig streifte sie über sein Gesicht, dann ließ sie ihn schlafen und ruhte sich auch aus.

Kathryn stand nach etwa einer Stunde wieder auf um Holz für das Feuer und Beeren zu suchen. Es wurde langsam dunkler und sie wollte auf die Dunkelheit vorbereitet sein. Leise, um Chakotay nicht zu wecken, nahm sie ihren Phaser und schlich in den Wald. Einige Minuten später wurde Chakotay von einem lauten Knacken geweckt. Er schreckte hoch und brauchte einige Sekunden, um sich seiner Umgebung bewußt zu werden.
Warum liege ich unter der Decke? Wo ist Kathryn?
Er schaute sich suchend um. Allmählich wurde ihm bewußt, daß er eingeschlafen war.
Oh nein, wie peinlich! Und gerade ich sollte sie beschützen, tadelte er sich.
Dann stand er schnell auf und blickte sich suchend um. Von Kathryn war nichts zu sehen und es war schon recht dunkel. Er beschloß in die Richtung zu gehen, wo die Geräusche herkamen.
„Kathryn?“ rief er in den Wald.
„Ich bin hier, Chakotay!“ hörte er Kathryns Stimme.
Schon hatte er sie erreicht, sie hatte einen Stapel Feuerholz unter dem einen Arm, Beeren in der anderen Hand und kam ihm entgegen.
„Habe ich Sie etwa geweckt?“ fragte sie schmunzelnd.
Chakotays Gesicht nahm eine rötliche Farbe an. Er blickte verlegen zu Boden.
„Erwischt!“ murmelte er und schaute sie mit seinen braunen Augen groß an.
Kathryn mußte lachen, so wie er vor ihr stand und sie treu anblickte, wurde sie unwillkürlich an ihren Hund erinnert, der sie auch immer so ansah, wenn er einen Leckerbissen haben wollte.
„Was gibt’s denn da zu lachen?“ fragte er leicht säuerlich.
„Alles in Ordnung, Ihr Blick eben hat mich nur an jemanden erinnert. Können Sie mir bitte mal etwas Holz abnehmen?“ versuchte sie ihn abzulenken.
„Natürlich, geben Sie den Stapel her.“ Er nahm ihr das Holz ab und schichtete es dann fachmännisch auf.
„So.“ Er stand auf und blickte sie an. „Jetzt müssen wir nur noch ein paar größere Steine finden und sie um das Feuerholz legen, und schon haben wir eine Feuerstelle.“
Kathryn legte die Früchte vorsichtig ins Gras.
„In der Quelle gibt es genug Steine, die die richtige Größe haben.“ Schon war sie am Wasser und fischte einige Brocken heraus.
Chakotay nahm ihr die Steine ab und legte sie im Kreis um das Holz.
„Na bitte.“ Zufrieden blickten beide auf die Feuerstelle. „Jetzt fehlen nur noch Streichhölzer, eine Gitarre und Marshmallows.“
„Bitte WAS fehlt noch? Marsh- was?“ hakte sie nach.
„Marshmallows – kennen Sie das nicht?“
Kathryn schüttelte en Kopf.
„Eine Lagerfeuerspezialität aus dem 20. Jahrhundert“, erklärte er. „Ist ja auch egal. Am besten, ich werde jetzt das Feuer anmachen.“
Er holte seinen Phaser, feuerte mit der niedrigsten Einstellung auf das Holz und nach wenigen Augenblicken loderten schon die ersten Flammen.
Sie legten ihre Decken ans Feuer und setzten sich hin. Die Rucksäcke hatten sie in Reichweite gestellt. Kathryn gab Chakotay einige Beeren und kramte aus ihrem Rucksack außerdem zwei Portionen Notration hervor.
„Danke“, sagte er und nahm die Beeren und die Notration entgegen.

Kapitel 8

B’Elanna hatte sich nach der Wasserschlacht in die Sonne gelegt, während Harry und Tom Federball spielten.
Die beiden benahmen sich wie Kleinkinder, fand B’Elanna, alberten herum und balgten miteinander. Aber sie freute sich für die beiden, so ausgelassen konnten sie selten sein und sie wollte ihnen bestimmt nicht den Spaß verderben. Sie war gerade am einschlafen, da kitzelte sie etwas am Fuß. Sie schaute hoch und sah ein kleines Tier, das verblüffende Ähnlichkeit mir einer Robbe hatte. Es lag zu ihren Füßen und fing dann an, jämmerlich zu quieken.
B’Elanna kniete sich langsam neben das Tier und sah dann, daß seine eine Flosse eingerissen war.
„Tom, Harry,“ rief sie den beiden zu, „kommt schnell her!“
Die beiden kamen sofort herübergerannt. „Was ist los, B’Elanna?“ fragte Tom im Laufen.
„Wir haben hier einen Verletzten“, antwortete B’Elanna.
Tom und Harry sahen die kleine Robbe und ihre verletzte Flosse.
„Oje!“ meinte Harry, „Tom, hilf ihm doch!“
„Na mal sehen. Holt mir mal einer einen Tricorder, bitte.“
„Einen Tricorder?“ fragte Harry erstaunt. „Ich habe keinen mitgenommen.“
„Ich auch nicht“, fügte B’Elanna hinzu.
„Ich aber, in meiner Tasche liegt einer, zusammen mit einem Medkit.“
B’Elanna und Harry schauten sich fragend an.
„Falls was passiert“, erklärte Tom.
„Nicht schlecht, Tom.“
„Danke mein Schatz, Du siehst, ich bin immer auf alles vorbereitet.“
Harry kam mit dem Tricorder und dem Medkit wieder. Tom klappte den Tricorder auf und nahm den Scanner raus.
„Die Flosse ist nicht nur gerissen sondern auch entzündet, kein Wunder, daß das arme Kerlchen nicht mehr im Wasser planscht, es muß ihm ganz schon weh tun. B’Elanna, gib mir bitte mal bitte das Hypospray.“
Als er das gewünschte hatte, stellte er es so ein, daß es dem kleinen Tier ein Mittel gegen die Entzündung verabreichen würde.
„Meinst Du, daß es helfen wird?“ fragte B’Elanna skeptisch.
„Das werden wir in der nächsten Stunde sehen“, antwortete er.
„Wir müssen irgendwie seine Flosse ruhig halten. Harry, gib mir bitte Dein Shirt.“
„Wozu brauchst Du denn mein Shirt?“
„Ich werde es dem Kleinen als eine Art altmodischen Verband anlegen.“
Harry holte es, obwohl er nicht verstanden hatte, was Tom meinte.
Tom legte dem kleinen Säuger das Shirt von Harry so fest um die Flosse, daß es den Riß geschlossen hielt.
„Wir müssen ihn mit Wasser übergießen, sonst trocknet er aus“, meinte Tom.
„Ich übernehme das!“ rief Harry und war schon mit einer leeren Schüssel zum Wasser gelaufen. Er übergoß das Tier vorsichtig. Es quiekte, aber dieses mal klang es nicht mehr schmerzhaft, sondern angenehm.
„Wollen wir ihm einen Namen geben?“ fragte B‘Elanna.
„Gute Idee, wie wäre es mit Quieki?“ sagte Harry.
Tom und B’Elanna prusteten los. „Das hört sich eher nach einer Maus oder einem Schwein an!“ meinte Tom.
B’Elanna hatte die nächste Idee: „Was haltet Ihr von 'Robbie'?“
Tom sah sie fragend an. Irgendwie kommt mir der Name vertraut vor! dachte er.
„Gute Idee“, sagte Harry und wandte sich zu der kleinen Robbe: „Hallo Robbie!“
In der nächsten Zeit wurde Robbie von drei Menschen umlagert....

Kapitel 9

Chakotay und Kathryn waren mit dem Essen fertig. Es war dunkel geworden und Kathryn gähnte und räkelte sich.
„Ich schlage vor, daß wir uns jetzt schlafen legen“, meinte Chakotay.
„Chakotay – das ist eine hervorragende Idee. Träumen Sie was Schönes. Morgen sehen wir weiter.“
„Danke, träumen Sie auch was Schönes, Kathryn.“
Kathryn kuschelte sich unter die Decke. Zum Glück waren die Nächte lau und sie fror nicht.
Kurze Zeit später hörte Chakotay ihre regelmäßigen Atemzüge – sie war eingeschlafen. Er betrachtete sie. Sein Blick glitt über ihr seidenes Haar, zum Gesicht, dann auf ihre nackten Schultern. Chakotay konnte seinen Blick gar nicht mehr abwenden.
Sie ist wunderschön und sie sieht so friedlich aus...
Er konnte es einfach nicht mehr aushalten, er mußte sie einfach berühren. Nur für einen Augenblick! Er schlich behutsam zu ihr herüber, kniete sich neben sie und streichelte ihr vorsichtig über die Haare.
Sie murmelte etwas und drehte sich auf die andere Seite. Chakotay blieb eine ganze Weile neben ihr sitzen und schaute sie einfach nur an.
Doch schließlich schliefen ihm seine Beine ein und er stand wieder auf, holte seinen Tricorder hervor und entfernte sich ein Stückchen von der Schlafstelle. Er wollte noch einmal die Umgebung scannen. Als er das Wasser auf seine Verträglichkeit untersuchte, hatte er aus der Nähe eine merkwürdige Anzeige erhalten, eine kurze Biosignatur, die aber nur für den Bruchteil einer Sekunde erschienen war. Dieser Sache wollte er nachgehen.
Er sondierte die Umgebung, konnte diesmal aber nur kleine Tiere und Insekten orten.
Wahrscheinlich habe ich mich geirrt, dachte er. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Er stellte den Tricorder so ein, daß er ihn wecken würde, wenn sich ein größeres Lebewesen ihnen nähern sollte und legte den Tricorder dann auf einem Stein ab. Er wollte sich gerade hinlegen, da bemerkte er, wie es in einem nahen Gebüsch raschelte und sich etwas bewegte. Im selben Moment fing der Tricorder an zu piepsen. Ganz langsam ertastete er seinen Phaser und richtete ihn auf’s Gebüsch. Plötzlich tauchte blitzschnell in der Dunkelheit ein kleineres Wesen auf und setzte etwas an seinen Mund.
Im nächsten Moment fühlte Chakotay einen furchtbaren Schmerz in seiner rechten Schulter. Er stieß einen Schmerzensschrei aus, der Phaser fiel ihm aus der Hand und das Wesen verschwand.
Kathryn schreckte aus ihrem Schlaf hoch. Sie sah zu Chakotay, der sich seine linke Hand auf die rechte Schulter preßte und das Gesicht vor Schmerzen verzogen hatte.
Kathryn sprang auf und eilte zu ihm hin. Sanft berührte sie seinen Oberkörper und fragte voller Sorge: „Chakotay, was ist los?“
„Etwas tauchte auf einmal hinter dem Busch auf und schoß auf mich“, keuchte er.
Kathryn nahm sofort ihren Phaser und Tricorder und pirschte sich vorsichtig ans Gebüsch heran, wo das Wesen nach Chakotays Beschreibung verschwunden war. Für einen Augenblick verschwand auch sie im Dunkeln, doch dann hörte er ihre Stimme: „Was auch immer es gewesen war, es ist weg, der Tricorder ortet nur kleine Tiere und Insekten."
Sie steckte Phaser und Tricorder weg und kam besorgt auf Chakotay zu. Etwas Blut quoll zwischen seiner Hand hervor.
„Himmel, sie bluten ja!“ Kathryn stürzte auf ihren Rucksack und holte das Medkit hervor. Sie nahm den Tricorder heraus und ließ den Scanner über Chakotays Verletzung kreisen. Chakotay nahm vorsichtig seine Hand von der Schulter und schaute auf die Wunde.
„Oh nein!“ hörte er Kathryn sagen, er sah sie an und wußte sofort, daß seine Verletzung schlimmer war als erwartet.
„Kathryn, was ist los? Sag es mir bitte.“ Er war zum Du übergegangen.
Kathryn schluckte, dann sah sie Chakotay an und sagte leise: „Es steckt ein Pfeil in Deiner Schulter und...“ in ihren Augen schimmerten Tränen „...er ist eindeutig vergiftet.“
Chakotay wurde blaß. „Tödliches Gift?“ hakte er nach.
Kathryn nickte unmerklich. In ihrem Hals bildete sich ein Kloß, sie konnte nichts sagen. Statt dessen suchte sie im Medkit nach einem Schmerzmittel und injizierte es ihm.
„Wie lange, Kathryn?“ er blickte sie mit seinen dunkelbraunen Augen an.
„Ich weiß nicht, 2-3 Tage schätze ich, dann..“ sie brach ab. Tränen quollen aus ihren Augen.
Nein, das kann doch nicht sein, daß er auf diesem Planeten stirbt! Er darf nicht sterben!
Sie spürte, wie die Verzweiflung sie zu übermannen drohte.
Plötzlich stand er dicht vor ihr und nahm sie in den Arm. Ganz fest drückte er sie an sich. Sie legte ihren Kopf an seine Schulter, umarmte ihn und begann leise zu weinen. Er schmiegte seinen Kopf an ihren Nacken, streichelte ihr über das Haar und wiegte sie leise hin und her. So standen sie minutenlang.
Etwas später hatte Kathryn sich ein wenig gefangen und ihr Kampfgeist erwachte in ihr.
Hör auf zu heulen, Kathryn, finde lieber ein Gegengift! hörte sie eine feste Stimme in ihrem Kopf. Die Stimme hatte recht, es nütze ihr nichts, zu weinen, sie mußte was tun.
Behutsam löste sie sich aus seiner Umarmung, sah in an und wußte, daß sie vorher noch etwas anderes zu tun hatte. Ihre Lippen näherten sich langsam den seinen, wobei ihre blauen Augen zwischen seinen Augen und Lippen hin und her wanderten. Er beugte seinen Kopf etwas herunter, so daß er ihr entgegen kam. Beide schlossen ihre Augen und als sich ihre Lippen trafen versanken sie in einem zärtlichen Kuß, der immer leidenschaftlicher wurde.
Als sie sich voneinander gelöst hatten sagte Kathryn mit tränenerstickter Stimme: „Ich liebe Dich, Chakotay! Du darfst nicht sterben, bitte versprich mir, mich niemals mehr allein zu lassen.“
Sie wußte, daß er ihr dieses Versprechen nicht mehr geben konnte, wenn sie innerhalb der nächsten 2-3 Tage kein Gegengift finden würden.
Chakotay wußte es ebenfalls, trotzdem sagte er: „Ich liebe Dich auch, Kathryn, und ich verspreche Dir, daß ich kämpfen werde.“
Ich glaube es nicht, sie hat es tatsächlich gesagt! dachte er im Nachhinein.
„Chakotay, es ist am besten, Du legst Dich jetzt hin, ich werde versuchen, das Gift zu analysieren und ein Gegengift zu finden.“
„In Ordnung.“ Er legte sich vorsichtig auf den Rücken und Kathryn versorgte seine Schulter. Anschließend küßte sie ihn noch einmal und machte sich dann an die Arbeit.

Kapitel 10

Chakotay schreckte aus dem Schlaf hoch, sein Gesicht war schweißbedeckt.
Kathryn kam mit einem medizinischen Tricorder schnell zu ihm herüber, kniete sich neben ihn und streichelte beruhigend seine Hand. Dann untersuchte sie ihn noch einmal und redete inzwischen beruhigend auf ihn ein. Die Werte gefielen ihr ganz und gar nicht, seine Atem- sowie seine Pulsfrequenz hatten sich erhöht und er hatte 38,5° Fieber.
„Kathryn, wie lange habe ich geschlafen?“
„Fast 4 Stunden.“
„Hast Du etwas gefunden?“
Sie senkte ihren Blick. „Nein, es tut mir leid, mir fehlt dazu die nötige Ausrüstung, es wird noch etwas dauern, aber ich finde es!“
Chakotay hob seinen unverletzten Arm und streichelte ihr Gesicht. Sie nahm seine Hand und küßte sie. Dann stand sie auf und riß ein Stück Stoff von ihrem Hosenbein ab, hielt es ins Wasser und legte es Chakotay anschließend vorsichtig auf die heiße Stirn.
„Ich habe Dir schon ein Mittel gegen Fieber gegeben, Chakotay, aber es hatte keine Wirkung. Es kommt vom Gift und solange das noch in Deinem Körper ist, helfen unsere Mittel nicht!“
„Ich weiß, es ist schon gut“, sagte er sanft.
„Versuch noch ein bißchen zu schlafen, o.k.?“
„Aye, aye, Captain.“
Kathryn stand auf und wandte sich wieder ihrem Tricorder zu. Sie war verzweifelt, sie hatte es Chakotay nicht gesagt, aber im Gift hatte sie eine Komponente gefunden, die ihr völlig unbekannt war. Ihre einzige Möglichkeit bestand darin, denjenigen zu finden, der Chakotay verletzt hatte in der Hoffnung, daß dieser Jemand ein Gegenmittel besaß. In der letzten Stunde hatte sie versucht, das Wesen zu lokalisieren und tatsächlich hatte sie nach einer Rekalibrierung des Scanners eine neue Biosignatur gefunden. Das Problem war nur, daß es unter der Erde war und sie keine Möglichkeit gefunden hatte, dorthin vorzustoßen. Und etwas viel wichtigeres bereitete ihr Unbehagen: Es war nicht nur eine Biosignatur, sondern inzwischen schon mehrere Dutzend – und sie kamen langsam näher.
Kathryn war hin und her gerissen. Ein Wesen hatte Chakotay vorsätzlich vergiftet, das war ihr klar, und das bedeutete, daß Ihnen die Wesen feindlich gesinnt waren.
Sobald sie wieder auftauchen, werden sie angreifen, da bin ich mir sicher. Hm, zwei Phaser reichen bei dieser Übermacht nicht zur Verteidigung. Wir wären sofort umzingelt und wenn ich auch getroffen werde, kann ich Chakotay nicht mehr helfen. Die einzige Option ist, diesen Ort zu verlassen.
Kathryns Gedanken rasten. Sie mußten sich vor diesen Wesen in Sicherheit bringen, das bedeutete aber, daß Chakotay laufen mußte, was seinem Zustand bestimmt nicht förderlich war. Aber sie hatten nur diese eine Chance. Sie fing an, die Sachen zu packen. Einen Rucksack mußte sie hier lassen, Chakotay konnte keinen nehmen.
Sie entschied schnell, was sie unbedingt brauchten und ging dann zu Chakotay um ihn zu wecken.
„Chakotay“, flüsterte sie und strich ihm sanft über den Arm. „Chakotay, Du mußt aufwachen.“
„Hmmm, was – was ist los?“ er kam langsam wieder zu Bewußtsein.
„Chakotay, Du mußt aufstehen, wir müssen fort von hier, die Wesen kommen auf uns zu!“
Chakotay verstand sofort. Mühsam rappelte er sich auf. Kathryn setzt ihren Rucksack auf, legte ihren Arm um Chakotays Taille und bot ihm somit eine Stütze. Langsam gingen sie tiefer in den Wald.

Chakotay ging es immer schlechter, er konnte kaum alleine laufen, drohte auf dem Weg immer wieder hinzufallen. Kathryn ließ fortwährend den Tricorder nach den Biosignaturen scannen, sie kamen ihnen hinterher. Noch waren sie weit entfernt, aber sobald sie stehenbleiben würden, würden sie sie einholen.
Als sie bereits über 3 Stunden unterwegs waren sagte Chakotay verzweifelt: „Kathryn, ich kann nicht mehr, laß mich hier und rette Dich.“
„Kommt gar nicht in Frage, entweder, wir gehen beide oder gar keiner“, antwortete sie scharf.
Plötzlich sackte er zusammen. Kathryn konnte ihn nicht halten, so ließ sie ihn langsam zu Boden gleiten.
„Meine Schulter, es tut so weh“, wimmerte er.
Kathryn holte den Tricorder hervor und untersuchte seine Schulter. „Verdammt, auch das noch! Deine Schulter ist entzündet, ich muß den Pfeil rausholen!“
Sie holte aus dem Medkit ein Laserskalpell hervor, sowie Desinfektionsmittel.
„Chakotay, hör zu, ich muß den Pfeil jetzt herausholen, sonst wirst Du die nächste Stunde nicht überleben, verstehst Du?“
Chakotay nickte schwach. „Ja, ich verstehe, Du machst das schon.“
„Ich werde Dir jetzt ein Betäubungsmittel geben, damit Du nichts mitbekommst.“ Sie suchte im Medkit eine Ampulle mit einem Betäubungsmittel, fand aber keine.
„Oh nein, auch das noch!“ In ihrem Inneren krampfte sich etwas zusammen. „Chakotay, es ist kein Betäubungsmittel mehr da, ich fürchte, ich muß den Pfeil so rausholen!“ Sie sah Chakotay mitleidig an.
Chakotay nickte und meinte: „Hey, schon gut, ich werde das durchstehen – für uns beide.“
Kathryn stand auf, suchte nach einem dickeren Stock und kniete sich dann wieder neben Chakotay. Sie kratzte mit dem Skalpell die Rinde ab und gab Chakotay anschließend den Stock in den Mund.
„Wenn ich anfange, beiße ganz fest auf den Stock drauf“, erklärte sie. „Ich muß Dein Shirt aufschneiden, sonst kann ich nicht an Deine Wunde ran“, fuhr sie fort.
Chakotay nickte, er war bereit. Kathryn zerriß vorsichtig sein Shirt, streifte es ab und legte die Wunde frei. Für einen Moment betrachtete sie seinen bloßen Oberkörper. Wie oft hatte sie sich diesen Anblick erträumt! Doch dann riß sie ihren Blick von ihm los, nahm das Laserskalpell und setzte es an.
„Ich fange jetzt an.“ Sie schaltete es ein und schnitt die Wunde damit weiter auf.
Chakotay bäumte sich auf, Schmerzen explodierten in ihm, unsägliche Pein. Kathryn legte das Laserskalpell beiseite und sagte: „Jetzt kommt der wahrscheinlich schmerzvollste Teil, ich muß den Pfeil rausholen. Bist Du bereit?“
Nein, ich bin nicht bereit! schrie sein Geist, aber er nickte nur.
Kathryn zog sich einen sterilen Handschuh über und tastete sich damit so vorsichtig wie möglich in der Wunde vor. Chakotay schrie auf, dann kippte sein Kopf zur Seite – er hatte das Bewußtsein verloren.
Endlich, dachte Kathryn, sie hatte gehofft, daß er bewußtlos werden würde, sie hatte ihm angesehen, wie sehr er litt. Sie arbeitet nun schneller, der Pfeil steckte tief in der Wunde, sie mußte einiges an Kräften aufbieten, um ihn herauszuziehen. Aber schließlich hatte sie es geschafft. Sie goß etwas Desinfektionsmittel in die Wunde und versuchte so gut es ging mit dem Hautregenerator wenigstens die obere Hautschicht zu schließen, so daß in die Wunde keine neuen Erreger eindringen konnten.

Kapitel 11

Chakotay wachte eine Stunde später schweißgebadet auf. Kathryn saß neben ihm und wechselte unablässig das nasse Tuch auf seiner Stirn.
„Kathryn...“ flüsterte er.
Kathryn sah in liebevoll an und fragte: „Wie fühlst Du Dich?“
„Wie nach einer Partie Tennis mit Dir“, scherzte er.
Kathryn lächelte kurz, doch dann sah sie ihn ernst an: „Chakotay, meinst Du, Du kannst schon aufstehen? Unsere 'Freunde' kommen immer näher.“
„Dann muß ich ja wohl...“ meinte er und versuchte, aufzustehen. Doch er war zu schwer verletzt. Das Gift hatte sich in seinem Körper weiter ausgebreitet, ihn zu sehr geschwächt und seine Schulter schmerzte bei der kleinsten Bewegung. Er fiel wieder auf den Boden und verlor das Bewußtsein.
„Chakotay!“ rief Kathryn erschrocken. Sie holte schnell den Tricorder und stellte fest, daß er bereits 39,8° Fieber hatte und sein Blutdruck viel zu niedrig war. Sie bettete ihn so gut sie konnte auf die Decke. Sie wußte, er würde es nicht weiter schaffen, vielleicht würde er auch schon in der nächsten Stunde tot sein. Verzweiflung trieb ihr die Tränen in die Augen und sie ließ ihren Kopf auf seinen Oberkörper sinken und weinte.
Plötzlich fühlte sie etwas auf ihrer Schulter. Sie schreckte hoch, drehte sich um und sah ein kleines Wesen mit dichtem Fell, das hinter ihr stand und ihr die Hand auf die Schulter gelegt hatte. Es erinnerte sie stark an eine überdimensional große Katze. Erschrocken sprang sie auf und wollte nach ihrem Phaser greifen, doch das Katzenwesen bewegte sich nicht, starrte sie nur mir seinen tiefgrünen Augen an.
Sie hatte den Phaser gefunden und richtete ihn auf die Kreatur.
Sie haben uns gefunden, ging es ihr durch den Kopf, jetzt ist alles aus.
Doch zu ihrer großen Überraschung fing die Kreatur auf einmal an zu sprechen.
„Bitte haben Sie keine Angst, wir tun Ihnen nichts“, sagte sie.
„Wer sind Sie und was wollen Sie?“ fragte sie scharf.
„Ich bin Mirfel vom Stamm der Orukaner“, antwortete sie. „Wir leben hier in den Wäldern und sind ein friedvoller Stamm.“
Kathryn nahm langsam ihren Tricorder und scannte Mirfel. Der Tricorder zeigte dieselben Biosignaturen wie die der ihrer Verfolger.
„Warum haben Sie Chakotay angegriffen, wir haben Ihnen nichts getan!“ In ihrer Stimme klang Wut mit.
„Nein, das waren wir nicht, Ihr Begleiter wurde von den Raji angegriffen, es sind unsere erbittertsten Feinde, sie wollen den Wald für sich haben.“
Mirfel blickte zu Boden und fuhr leise fort: „Sie haben meinen Mann und mein Kind getötet.“
Kathryn hatte schweigend zugehört und versuchte in ihren Augen zu erkennen, ob sie ihr die Wahrheit sagte oder nicht. Doch als sie ihren traurigen Blick sah, wußte sie, daß sie ihr vertrauen konnte. Langsam steckte sie ihren Phaser weg.
„Es tut mir leid“, sagte sie, „bitte, können Sie meinem Begleiter helfen? Er wurde vergiftet.“
„Ich weiß, deshalb sind wir zu Ihnen gekommen, um unsere Hilfe anzubieten. Wir haben ein Gegenmittel, aber dazu muß Ihr Begleiter in unser Dorf gebracht werden.“
„Einverstanden, aber er kann nicht laufen und ich kann ihn nicht tragen...“
„Kein Problem, meine Freunde warten in der Nähe, sie haben eine Trage mitgebracht.“
Mirfel pfiff dreimal und schon hörte Kathryn Stimmen und lautes Rascheln im Wald. Dann tauchten mehrere Orukaner auf, setzten die Trage neben Chakotay ab und hoben ihn vorsichtig drauf. Chakotay stöhnte leise, als sie ihn anhoben, wachte aber nicht auf. Kathryn holte ihre Sachen und wich den ganzen Weg nicht von seiner Seite. Hin und wieder scannte sie nach ihren Verfolgern, stellte aber erleichtert fest, daß sie ihnen nicht hinterher kamen.
„Mirfel, warum folgen uns die Raji nicht mehr?“
„Sie wissen, daß Sie jetzt unter unserem Schutz stehen, wir haben eine recht gute Verteidigung gegen sie entwickelt, sie trauen sich schon seit langer Zeit nicht näher an unser Dorf heran.“

Kapitel 12

Nach ungefähr 15 Minuten Fußweg kamen sie an eine Felsenformation. Ein Orukaner, der voran ging, schob einen Felsbrocken beiseite und legte somit einen Eingang zu einer Höhle frei. Der Weg führte stetig nach unten.
Sie kletterten noch einmal 10 Minuten, dann sah Kathryn, daß es immer heller wurde. Vor ihr lag ein Dorf, vielleicht 10 Hütten standen dort und es herrschte reges Treiben.
Mirfel führte sie in eine kleine Hütte und Chakotay wurde vorsichtig auf ein Bett gelegt. Die Träger verließen die Hütte und Mirfel holte eine kleines Gefäß aus einem Regal.
„Hier ist das Gegengift, wir müssen es ihm jetzt nur irgendwie injizieren.“
„Das ist zum Glück das kleinste Problem, im meinem Rucksack habe ich einen Injektor.“
Sie holte das Medkit hervor, lud ein Hypospray mit dem Mittel und setzte es an seinen Hals. Ein leises Zischen erklang.
„Ich hoffe, wir waren nicht zu spät“, sagte Mirfel.
„Wie lange wird es dauern, bis sich sein Zustand bessert?“
„Wenn wir ihm das Mittel rechtzeitig verabreicht haben, dann wird es trotzdem noch eine Weile dauern, 1-2 Wochen vielleicht. In den nächsten Tagen wird es sehr kritisch werden, doch wenn er die übersteht, übersteht er auch den Rest. Sie müssen bei ihm bleiben, sein Fieber wird anhalten und vielleicht wird er auch halluzinieren. Werden Sie das schaffen?“
„Natürlich. Vielen Dank für Ihre Hilfe, ohne Sie wäre er schon tot.“
„Ich kann nicht garantieren, daß er überlebt“, warf Mirfel ein, „seine Chancen stehen 50:50.“
Kathryn hielt die Luft an. Was? 50:50? Er muß einfach wieder gesund werden!
Sie setzte sich auf die Bettkante und strich ihm über die Stirn. Er murmelte etwas und wälzte sich unruhig hin und her.
„Ach noch etwas, ziehen sie ihm die Kleidung aus, wir werden ich waschen, er hat überall kleine Hautabschürfungen, wie Sie übrigens auch, doch bei ihm könnte jeder kleine Schmutzpartikel, der durch die Haut gelangt, eine neue Infektion auslösen, sie müssen ihm alles ausziehen. Ich werde inzwischen Wasser und Tücher holen.“
Mit diesen Worten verschwand Mirfel. Kathryn starrte auf ihren ersten Offizier herab und schluckte.
Ich soll meine ersten Offizier ausziehen? Völlig ausziehen? Oh mein Gott!
Aber Mirfel hatte völlig recht. Plötzlich hörte sie ein Stöhnen, Chakotay wachte auf.
Sofort war sie dicht bei ihm und nahm seine Hand.
„Hmmm, Kathryn?“ fragte er schwach. „Was ist passiert?“
„Das zu erklären würde etwas zu lange dauern, aber wir sind bei Freunden. Chakotay, sie haben Dir ein Gegengift gegeben, hörst Du? Es liegt jetzt an Dir, ob Du wieder gesund wirst.“
„Ich fühle mich schon wieder topfit“, versuchte er sie zu beruhigen.
„Ähem... Chakotay... da ist noch etwas anderes....“ druckste sie herum.
Chakotay blickte sie fragend an. Kathryn wandte schüchtern ihren Blick ein wenig beiseite und fuhr fort: „Du hast viele kleine Abschürfungen in der Haut, ich muß Dich von dem Schmutz befreien, sonst besteht die Gefahr einer neuen Infektion und dafür...“ sie schluckte „...muß ich Dich ausziehen.“
In ihr Gesicht stieg ein Röte auf. „Es tut mir leid, aber es muß sein, Chakotay.“
„Hey!“ er nahm ihre Hand „ist schon gut, ich wollte mich schon immer mal von Dir ausziehen lassen.“ Er machte eine kurze Pause. „Ich werde es genießen.“
Kathryn schaute in seine Augen und konnte seine Heiterkeit darin lesen. „Chakotay, ich...ich werde Dir eine Revanche geben, o.k.?“
„Einverstanden, wie wäre es mit der ersten Nacht auf der Voyager?“ Er schmunzelte.
Auf Kathryns Gesicht stahl sich ein Lächeln.
„20.00 Uhr in meinem Quartier“, antwortete sie.
„Ich werde pünktlich sein“, meinte er.
Kathryn nahm behutsam die Decke weg und begann zuerst, seine Schuhe und Strümpfe auszuziehen. Dann öffnete sie vorsichtig seine Hose und zog sie ihm aus. Kathryns Hormone begannen zu wirbeln, sie spürte es an bestimmten Körperstellen ganz deutlich. Sie betrachtete seine nackten Beine, sie waren unheimlich muskulös. Kathryn liebte seine Beine. Jetzt fehlte nur noch die Unterhose. Sie sah in seine Augen.
„Bereit für das letzte Teil?“
„Darauf warte ich doch schon...“ witzelte er.
Kathryn zog ihm vorsichtig das letzte Teil aus, das seine Männlichkeit verhüllte.
In diesem Moment kam Mirfel wieder, blieb aber nur respektvoll im Eingang der Hütte stehen und stellte Wasser und Tücher auf den Boden.
„Ich komme nachher wieder, wenn sie fertig sind.“ Dann verschwand sie auch schon.
Kathryn holte, was sie abgestellt hatte und begann damit, Chakotay zu säubern.
Chakotay war inzwischen wieder bewußtlos geworden und bekam so von Kathryns sanften Berührungen nichts mit.
Nach ein paar Minuten war sie fertig und deckte ihn wieder zu. Dann brachte sie das Wasser und die Tücher nach draußen und suchte Mirfel. Sie besorgte sich von ihr einige saubere Tücher und neues Wasser um damit Chakotays Stirn zu kühlen und Wadenwickel zu machen, damit sein Fieber sank.

Doch in den nächsten 3 Tagen verschlechterte sich sein Zustand, er kam kaum noch zu Bewußtsein, bewegte sich heftig in seinen Fieberträumen und wenn er die Augen aufschlug, halluzinierte er.
Kathryn und Mirfel, die ständig bei ihm wachten, hatten keine andere Wahl als ihn am Bett zu fixieren, sonst wäre seine Schulterwunde wieder aufgegangen. Kathryn tat es in der Seele weh, in so ans Bett gefesselt zu sehen, aber es war notwendig.
Mirfel brachte Nahrung in flüssiger Form, die Kathryn ihm eintrichterte, wenn er wach war. Sie hatte in den drei Tagen vielleicht zehn Stunden geschlafen, immer wieder wechselte sie ihm die Tücher und zweimal am Tag wusch sie ihn von oben bis unten, da er immer ganz naßgeschwitzt war.
Kathryn untersuchte ihn immer wieder mit dem Tricorder und endlich, nach diesen drei Tagen, konnte sie anfängliche Verbesserungen feststellen, das Toxin in seinem Körper verschwand zusehends und seine Biowerte stabilisierten sich. Sein Fieber war um ein Grad gesunken, so daß er nicht mehr in unmittelbarere Lebensgefahr schwebte. Mirfel hatte ihr gesagt, daß das Fieber noch so lange anhalten würde, bis das Gift völlig verschwunden war.

Kapitel 13

B’Elanna, Tom und Harry konnten gar nicht genug bekommen von Robbie. Sie wechselten sich mit Wasser holen ab, und Robbie genoß die Aufmerksamkeit und die kleinen Duschen.
Nach einer Stunde scannte Tom noch mal ihren kleinen Patienten und er stellte zufrieden fest, daß das Mittel gewirkt hatte. Jetzt mußte nur noch die Flosse zusammenwachsen und sie konnten Robbie zurück ins Meer entlassen.
„Wie lange wird es dauern, bis seine Flosse wieder heil ist?“ fragte Harry.
„Etwa ein bis zwei Tage“, antwortete Tom.
„Und was machen wir solange mit ihm?“ hakte B’Elanna nach, „hier können wir ihn nicht lassen, er würde sterben und ins Wasser kann er auch noch nicht.“
Die Drei schauten sich etwas ratlos an, an diese Tatsache hatten sie überhaupt noch nicht gedacht.
„Wir müssen ihn eben auf die Voyager mitnehmen, bis er wieder gesund ist“, beschloß Tom.
„Und wie willst Du das bitte anstellen?“ fragte Harry entgeistert.
„Ganz einfach, wir stecken ihn in den Picknickkorb, legen eine nasse Decke drüber und lassen ihn dann in einem von unseren Quartieren in der Badewanne!“ strahlte Tom.
„Was soll’s, Dein Plan ist so verrückt, daß er klappen könnte...“ Harry schüttelte den Kopf.
„Natürlich wird er klappen. Laßt uns anfangen einzupacken, es wird sowieso Zeit, daß wir zurückkommen...“
B’Elanna holte den Korb und lief dann mit der Decke zum Wasser. Tom suchte aus dem Medkit ein Hypospray und injizierte es Robbie, damit er nicht zu aufgeregt sein würde.
Dann hoben Tom und Harry die Robbe gemeinsam hoch und legten sie vorsichtig in den Korb. Robbie quiekte kurz doch als B’Elanna ihm die nasse Decke drauflegte, entspannte er sich.
Sie packten ihre Sachen, zogen sich an und machten sich dann auf den Weg zu den Landekoordinaten. Die anderen Mitglieder waren schon dort und warteten.
„Paris an Voyager, Außenteam eins bereit zum beamen.“
Sekunden später standen sie im Transporterraum der Voyager.
B’Elanna, Tom und Harry hatten es sehr eilig, in ihre Quartiere zu kommen. Sie hatte beschlossen, Robbie bei Tom unterzubringen, da Tom die nötigen medizinischen Kenntnisse hatte um Robbie behandeln zu können.
Die drei Verschwörer kümmerten sich abwechselnd um ihn, damit er nicht alleine war.

Den ganzen nächsten Tag ging es gut, bis Harry einen Moment Toms Quartier verlassen mußte um etwas zu erledigen. Robbie war auch einfach zu neugierig, so viele neue Eindrücke – das mußte doch erst einmal untersucht werden. Er schlüpfte aus der Wanne und nahm Stück für Stück Toms Quartier auseinander.
In dem Moment lief gerade der Doktor an Toms Quartier vorbei und hörte merkwürdige Geräusche.
Es hörte sich an, als ob drinnen ein Kampf stattfand und plötzlich quiekte jemand!!! Der Doktor zögerte nicht lange und wollte nachsehen, ob alles in Ordnung war.
Bee-Bopp! hörte die kleine Robbe drinnen. Sie blökte fröhlich.
Das war für den Doktor zuviel und er gab seinen Überbrückungscode ein.
Die Türen glitten auf und eine Robbe schaute das Hologramm groß an während das MHN seinerseits das kleine Tierchen völlig perplex anstarrte.
Eindringlingsalarm auszulösen wäre jetzt wohl etwas übertrieben... dachte er.
Harry stürmte in das Quartier.
„Mr. Kim, was geht hier vor?“ wurde er vom Doktor empfangen.
Verdammt, das mußte ja so kommen.
„Ähm“, druckste Harry rum, „die... die Robbe war verletzt und auf dem Planeten wäre sie gestorben, deshalb haben wir sie mitgenommen...“
Das MHN seufzte. „Ich nehme an, nur Sie, Mr. Paris und B’Elanna wissen davon?“
„Nicht ganz, Sie jetzt auch noch. Bitte, verraten Sie es nicht Tuvok!“
Strinrunzelnd schaute der Doktor zwischen Harrys Gesicht und der Robbe hin und her. Die Robbe guckte ihn treuherzig an, ebenso Harry Kim.
„Also gut, Mr. Kim, das bleibt unser Geheimnis. Dann kann ich ja auch gleich mal einen Blick auf sie werfen.“
„Oh danke, Dok, Sie sind echt klasse.“
Das Hologramm nahm den Verband ab und betrachtete die Flosse.
„Hm, wenn ich sie mit einem modifizierten Hautregenerator behandle, ist sie in ein paar Minuten wieder fit. Warten Sie hier.“
Damit verschwand er und tauchte 20 Minuten später wieder mit einem Hautregenerator auf. Er ließ ihn über der Flosse hin und her gleiten und Harry konnte sehen, wie der Riss zusehends verschwand.
In diesem Moment betraten Tom und B’Elanna das Quartier. Als sie das MHN sahen, blieben sie verblüfft stehen.
„Dok, was machen Sie denn hier?“ Tom hatte sich zuerst von der Überraschung erholt.
„Ich habe gerade die Flosse unseres kleinen Patienten geheilt“, antwortete er.
„Alles in Ordnung, Tom, er sagt nichts“, griff Harry ein.
„So, das war‘s, Sie können ihn wieder auf den Planeten bringen“, verkündete das MHN stolz.
„Danke, Dok. Gleich morgen früh bringen wir Robbie nach Hause.“
„Dann lassen Sie sich nicht erwischen. Eine schöne Nacht noch alle zusammen.“ Und weg war er.

Kapitel 14

Kathryn hatte jegliches Zeitgefühl verloren, sie wußte nicht, wieviel Tage sie schon bei den Orukanern war.
Sie war am Rand eines Zusammenbruches, doch sie wachte weiterhin an Chakotays Bett.
Immerhin ging es mit ihm stetig bergauf.
Das Gift war fast neutralisiert und er war zwischendurch aufgewacht.
Sie hatte ihn für diese Zeit von seinen Fesseln befreit, doch jedesmal, wenn er wieder einschlief mußte sie ihn wieder fixieren.
Er war immer noch zu unruhig im Schlaf.

Kapitel 15

Am nächsten Morgen zog die gleiche Truppe, bestehend aus Tom, B'Elanna und Harry, mit einem durchnäßten Picknickkorb wieder zum Strand.
Allen Drei fiel es schwer, sich von der kleinen Robbe zu verabschieden, aber schließlich konnten sie sie nicht mitnehmen.
Robbie wußte wohl, was er ihnen verdankte und gab jedem einen nassen Kuß mit der Schnauze. Dann verschwand er im Meer.
Auch die nächsten Tage verbrachten Tom, B’Elanna und Harry am Strand und jeden Tag tauchte Robbie wieder bei ihnen auf und spielte mit ihnen.

Kapitel 16

Einige Tage später war Chakotay länger wach und Kathryn nahm ihm die Fesseln ab.
Er rieb sich die Handgelenke und Kathryn sagte: „Willkommen bei den Lebenden, Commander.“
In ihren Augen blitzte es und Chakotay sah, daß es Tränen waren. Er zog sie zärtlich zu sich heran, nahm sie in seine Arme und streichelte sie.
„Ssshht, nicht weinen, Kathryn, jetzt kann ich Dir das Versprechen geben, immer bei Dir zu bleiben – dank Dir.“
Er küßte sie.
Kathryn schluckte und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust.
„Nein, das hast allein Du geschafft. Ich liebe Dich.“
Aus ihrem Communicator drang plötzlich ein knistern: „....an....Comm...Ch...u...tain....Ja....wa...“
Kathryn schaute verblüfft auf ihren Communicator, als ob sie sich verhört hatte. Doch wieder knisterte es und diesmal konnte sie Tuvoks Stimme hören.
„Voyager an Commander Chakotay und Captain Janeway, können Sie mich hören?“
Kathryn tippte glücklich auf ihren Communicator.
„Janeway hier, wir haben einen medizinischen Notfall, beamen sie Commander Chakotay umgehend auf die Krankenstation, erfassen sie mein Comsignal.“
Sie nahm ihren Communicator ab und wandte sich Chakotay zu.
„Sag ihnen, ich komme gleich nach.“
Dann legte sie den Communicator auf seine Brust und schon verschwand er in einem bläulichen Schimmern.
Kathryn seufzte tief vor Erleichterung.
Mirfel kam in die Hütte und sah sie glücklich an.
Kathryn stand auf, ging zu ihr hin und umarmte sie.
„Mirfel, ich kann Ihnen gar nicht genug danken, sie haben das Leben meines ersten Offiziers gerettet – und damit auch mein Leben.“
„Das haben wir doch gerne gemacht. Doch nun gehen sie schon, ihre Freunde erwarten Sie!“
Sie erwiderte die Umarmung und wartete, bis Kathryn alle Sachen gepackt hatte und Chakotays Communicator antippte.
„Janeway an Voyager, einen zum beamen.“
Sie verschwand und Mirfel lächelte.

Kapitel 17

Captain Janeway rematerialisierte im Transporterraum, Tuvok und Paris erwarteten sie.
„Captain, alles in Ordnung mit Ihnen?“ fragte Tom und musterte sie. Ihre Haare waren zerzaust, ihre Kleidung schmutzig und sie hatte tiefe Ringe unter den Augen.
„Danke Tom, alles klar, wie geht es Chakotay?“
„Er wird noch einige Tage auf der Krankenstation bleiben müssen, aber er wird wieder völlig gesund“, erwiderte er.
„Tuvok, beamen Sie unser Shuttle in den Hangar, ich werde nach Chakotay sehen.“
„Verstanden“, bestätigte Tuvok.
„Warten Sie, ich begleite Sie auf die Krankenstation“, warf Tom ein „meine Schicht dort beginnt sowieso in 5 Minuten.“
Stimmt zwar nicht, aber wenn sie unterwegs umkippt, kann ich ihr wenigstens sofort helfen, dachte er und sah den Captain noch einmal an.
Sie sieht schrecklich blaß aus, bestimmt hat sie tagelang nicht geschlafen. Ein Wunder, daß sie sich überhaupt noch auf den Beinen halten kann...
Kathryn lief so schnell sie konnte zur Krankenstation, Tom immer dicht hinter ihr.
Als sie eintraten, sah Kathryn Chakotay auf einem Biobett liegen, der Doktor stand neben ihm und überprüfte seine Werte.
„Wie geht es ihm?“
Tom hat es mir zwar schon gesagt, aber davon will ich mich selber überzeugen.
„Ah, Captain.“ Der Doktor drehte sich zu ihr herum und sein Blick erstarrte förmlich, als er sie sah.
„Captain, sie sehen ja entsetzlich aus! Bitte nehmen Sie Platz.“
„Nein, mit mir ist alles in Ordnung“, log sie.
Das MHN sah sie ungläubig an, schaute zu Paris, dessen Blick ihm verriet, daß er genau dasselbe dachte, sagt aber vorerst nichts weiter. Kathryn stand nun neben Chakotays Bett.
„Ich habe ihm ein Beruhigungsmittel gegeben, seine Schulter operiert und das restliche Gift neutralisiert, er wird wieder vollkommen gesund werden“, sagte er nicht ohne Stolz.
Sie nahm seine Hand. „Jetzt hast Du’s wirklich geschafft“, flüsterte sie und merkte, wie Angst und Sorgen von ihr wichen. Ihr wurde schwindelig.
„Doktor, ich...“ im nächsten Moment verdrehte sie die Augen und wurde ohnmächtig.
Tom hatte es geahnt und fing sie auf. Er hob sie hoch und legte sie auf ein Biobett.
Der Doktor kam und untersuchte sie.
„Hm, wie ich es mir dachte, sie hat seit mehreren Tagen fast nicht mehr geschlafen und kaum was gegessen. Leicht erhöhte Temperatur“ diagnostizierte er weiter „ihr Blutdruck ist viel zu niedrig und sie hat in den letzten Tagen auch zuwenig getrunken. Sie wird auch eine Weile hierbleiben müssen.“
Er gab Kathryn ein Hypospray und ein Mittel gegen das Fieber.

Kapitel 18

Kathryn wachte langsam auf, sie bekam kaum die Augen auf, die Müdigkeit steckte noch immer in ihren Knochen. Doch sie zwang sich, die Augen zu öffnen und sah in das Gesicht des Doktors.
„Es geht Ihnen also gut, Captain?“ fragte er sie spitzbübisch mit hochgezogener Augenbraue.
Er nahm einen Tricorder und untersuchte sie.
„Die Werte gefallen mir zwar schon besser, aber sie sind noch weit entfernt von 'diensttauglich', falls Sie gerade auf die Brücke wollten.“
„Wie lange habe ich geschlafen?“ Ihre Stimme war nicht mehr als ein leises Flüstern.
„Fast 24 Stunden, nachdem sie ohnmächtig wurden. Sie hatten Glück, daß Mr. Paris auf so etwas vorbereitet war und Sie auffing, sonst hätten sie vermutlich noch eine leichte Gehirnerschütterung.“
Mit diesen Worten verschwand er in sein Büro.
Kathryn drehte ihren Kopf zu Chakotay. Er war wach und blickte sie mit seinen braunen Augen an.
„Guten Morgen, gut geschlafen?“ fragte er.
„Ich habe von Dir geträumt“, antwortete sie. „Wie geht es Dir?“
„Offenbar besser als Dir, der Dok hat mir erzählt, daß Du tagelang fast nicht geschlafen hast, stimmt das?“
„Ich konnte nicht schlafen, ich mußte auf Dich aufpassen“, erwiderte sie lächelnd.
„Kathryn, ich danke Dir, Du hast mir das Leben gerettet.“
„Das hättest Du auch für mich getan“, sagte sie nur. „Und außerdem hätte ich ohne Dich nicht weiterleben können, in dem Du gekämpft hast, hast Du auch mein Leben gerettet.“
„Ich liebe Dich, Kathryn Janeway.“ Er hauchte ihr eine Kuß entgegen.
„Dito.“ Kathryn schlief wieder ein.
Chakotay betrachtete sie wie schon die Stunden davor. Sie sah so wunderschön aus.

Kapitel 19

Zwei Tage später waren sowohl der Commander als auch der Captain wieder auf den Beinen, der Doktor hatte ihnen jedoch nur gestattet, die Krankenstation zu verlassen, sie noch nicht diensttauglich geschrieben.
Abends saß Kathryn in ihrem Quartier, eine Tasse Kaffee in der Hand und ein Buch in der anderen.
Bee-bopp! meldete sich der Türsensor.
Kathryn schaute auf das Chronometer, es zeigte 20.00 Uhr.
Wer kann denn das noch so spät sein? dachte sie überrascht und rief: „Herein.“
Die Türen glitten auseinander und offenbarten einen schüchtern guckenden ersten Offizier mit einem kleinen Strauß Blumen in der Hand.
„Chakotay!“ Kathryn sprang freudig aus ihrem Sessel und kam ihm entgegen.
„Darf ich hereinkommen?“ fragte er.
„Natürlich. Was führt Dich denn noch hierher?“ Die Türen schlossen sich, als er eintrat. Er überreichte ihr den Blumenstrauß und begrüßte sie mit einem innigen Kuß, den sie sofort erwiderte.
„Nun, Du schuldest mir noch was. Erinnerst Du Dich? Du hast zu mir gesagt, Du würdest Dich revanchieren.“
Ein breites Grinsen machte sich auf seinem Gesicht breit.
Kathryn verstand sofort, was er meinte und lächelte.
„Ich hätte es mir denken können, daß Du sofort auf die Revanche bestehst.“
„Hey, 20.00 Uhr am ersten Abend auf der Voyager war abgemacht, in Deinem Quartier – oder möchtest Du nicht?“
Er blickte sie zögernd an.
Kathryn trat näher an ihn heran und nahm ihn in ihre Arme.
„Du hast vollkommen recht, wir waren für heute verabredet.... worauf wartest Du noch?“
Das ließ sich Chakotay nicht zweimal sagen. Er hob sie hoch und trug sie auf ihr Bett.
„Warte noch, Chakotay“, sagte sie auf einmal.
Chakotay schaute sie verwirrt an. „Geht es Dir zu schnell?“
„Nein, das ist es nicht nur....“
„Nur was?“
„Computer, Tür blockieren und Communicator abschalten“, sagte sie lächelnd.
„Bestätigt“, erklang die Stimme des Computers.
„Wir wollen doch nicht gestört werden....“
Sie küßte ihn zärtlich. Er setzte sie auf ihrem Bett ab und begann, sie langsam auszuziehen.