Und hier die Story "Besessen" in normaler Form. Das RPG liest sich für Viele (including me) sicher merkwürdig, daher habe ich die Story noch einmal umgeschrieben. Den Text habe ich nicht unterschiedlich gekennzeichnet, aber zur Info: Christine ist in die Rolle von Chakotay geschlüpft und Kathryn... ja, Kathryn spielt Kathryn.

Das falsche Padd

"Janeway an Chakotay, wo bleiben Sie denn? Sie sollten vor fünf Minuten schon hier sein!" Kathryn saß wartend im Shuttle und bereitete alles für den Start vor.
Chakotay eilte durch die Gänge der Voyager, wie peinlich ausgerechnet heute zu verschlafen!!!
"Chakotay an Janeway, ich bin unterwegs. Ich wurde aufgehalten...."
Kathryn grinste. "Vom Sandmännchen, he?"
"Haha, sehr witzig Captain."
Gott sei Dank sie ist nicht wütend..., dachte er und zwei Minuten später betrat er das Shuttle.
"Na endlich, ich wollte schon ohne Sie starten", meinte Kathryn grinsend. "Sacajawea an Brücke, bereit zum Start", sagte sie und leitete die Startsequenz ein. Das Shuttletor öffnete sich und die Sacajawea verließ den Hangar.
"Haben Sie wenigstens alles eingepackt?" fragte Kathryn Chakotay.
"Zahnbürste und alles, was ein Mann so braucht." Er lächelte sie an. "Und Sie?"
"Tricorder, Meßgeräte, Probencontainer, portables Labor... alles, was eine Wissenschaftlerin braucht. Lassen Sie mich raten, sie haben auch Ihre Badehose eingepackt." Sie lächelte zurück.
Dieses Lächeln raubte ihm den letzten Nerv. "Nein, hab ich nicht, könnte ich die brauchen...?"
"Hm, könnte sein. Wenn Sie auch etwas arbeiten und nicht nur die Zähne putzen wollen, sind wir vielleicht eher fertig als gedacht. Harry hatte da so einen netten See entdeckt...." Kathryn grinste ihn frech an. "Ich habe jedenfalls auch einen Bikini dabei, vielleicht wird's mir ja irgendwann zu heiß..."
Sie warf ihm einen Blick zu, daß er jetzt auch 'ne Badehose vertragen könnte.
"Zur Not repliziere ich eine." Beschämt sah er auf seine Anzeigen und hoffte, daß sie die leicht rötliche Färbung seines Gesichtes nicht bemerkte. "Was erforschen wir denn als erstes?" versuchte er das Thema zu wechseln.
"Ja ja Commander..." grinste Kathryn. "Ich würde sagen, als erstes landen wir an der Grenze zum Gebirge und der Wüste. Sie untersuchen die Sandkörner und ich die Felsen." Sie tippte einen neuen Kurs zwischendurch ein. "Und was machen wir die zwei Wochen im Shuttle bis wir ankommen?" fragte sie dann.
"Ich hab mir einige von Tuvoks Berichten mitnehmen müssen und einige von Neelix Storys...." Er grinste. "Ich hab aber irgendwie keine Lust sie durchzugehen."
Chakotay tippte noch einige Suchparameter ein und lehnte sich dann zurück.
"Das erinnert mich doch glatt an die Padds, die ich noch durchgehen muß. Geben Sie Ihre auch her, ich lese sie gleich, damit dürfte ich dann zwei Wochen beschäftigt sein."
Kathryn stand auf und ging nach hinten. Im Gehen rief sie noch: "Chakotay! Kann ich Sie auch an der Conn alleine lassen? Wir haben nicht mehr so viel Shuttles... wenn was ist, rufen Sie mich!" Nach diesen Worten verschwand sie schleunigst um Chakotays Zorn zu entgehen.
Chakotay stand auf und folgte ihr grinsend. "Sie trauen mir nicht?????"
"Ich denke da nur an die Shuttles, die Sie schon alle zerstört haben... sollte der Pilot nicht lieber am Steuer sein?"
Kathryn hatte es sich in einem Sessel mit einem Stapel Padds bequem gemacht, eine Tasse Kaffee stand natürlich auch da.
Chakotay hob eine Augenbraue und äffte sie nach. "...die ICH zerstört habe?"
Er spielte den Beleidigten, ging zurück an seine Station und begann, eine von Neelix Geschichten zu lesen, obwohl sie ihn kein bißchen interessierte.
Kathryn mußte unwillkürlich grinsen über ihren beleidigten ersten Offizier. Sie nahm ein Padd doch bevor sie anfing es zu lesen rief sie: "Chakotay?"
"Ja Captain?" Er klang sehr beleidigt.
"Sie wollten mir doch Tuvoks Berichte geben. Und falls es Sie tröstet Commander: Tom hat auch schon ein Shuttle verloren... Sie liegen nur gerade vorne."
Sie trank einen Schluck Kaffee und wartete auf die Padds von Tuvok. Als Chakotay nicht auftauchte, ging sie nach vorne um sie selber zu holen.
Chakotay saß an seinem Platz, las ganz fasziniert die Geschichte und tat so, als hätte er sie nicht gehört.
Kathryn zog ihm kurzerhand das Padd vor der Nase weg und beugte sich zu ihm.
"Nicht böse sein, Chakotay." Sie schenkte ihm ein strahlendes Lächeln und ihr Gesicht war außerdem nur noch 15 cm von seinem Gesicht entfernt. "Also, wo sind die Padds, dann mache ich mich an die Arbeit während Sie das Shuttle steuern?"
"Ähhhhh... da." Er zeigte auf den Tisch während er immer röter wurde.
Kathryn drehte sich um und nahm den Stapel Padds vom Tisch.
"Sie wissen, wo sich mich finden können!" Damit verschwand sie wieder hinten.
"Kathryn, moment mal!" Chakotay stand auf und folgte ihr. "Sie haben alle Padds, die von Neelix möchte ich Ihnen wirklich nicht zumuten..." Er setzte Lächeln auf, das Eiswürfel schmelzen lassen würde.
"Oh, das ist schon in Ordnung so... ich finde Neelix Berichte manchmal ganz interessant."
Ich lüge schlecht, stellte sie fest.
Intelligenterweise waren das aber keine Berichte sondern kleine Tips für unseren Chuckles, wie man Frauen erobert. Als ob er das bräuchte, aber Neelix hatte sie ihm aufgedrängelt.
"Aber dann langweile ich mich doch....." Chakotay versuchte unauffällig an die Padds zu kommen.
Mit einem geschickten Manöver drehte sich Kathryn etwas weg und brachte so das Padd außer Reichweite von Chakotay. So versessen war ihr erster Offizier noch nie auf Neelix Berichte gewesen. Kathryn war neugierig und las die ersten Zeilen des Padds.
"Ah so... das ist ja interessant..." Kathryn hatte auf einmal das Gefühl, etwas würde ihr die Kehle zuschnüren, doch sie ließ sich nichts anmerken. Natürlich hatte sie schon lange bemerkt, daß Seven immer öfter in Chakotays Nähe war und er anscheinend ein Auge auf sie geworfen hatte. Und jetzt wollte er wohl bei ihr landen.
"Dann viel Erfolg, Commander." Sie gab Chakotay das Padd zurück und verschwand.
Na prima, nun ist sie enttäuscht.
"Das war Neelix' Idee, nicht meine..." versuchte er sich zu verteidigen. "Kathryn...."
Kathryn mußte sich arg zusammenreißen um den Kloß in ihrem Hals runterzuschlucken. Sie ignorierte kurzerhand Chakotay und vertiefte sich in Tuvoks Bericht.
Als keine Reaktion kam, ging Chakotay nach hinten zu ihr. "Ich... ähm...."
Oh nein, nicht jetzt. Kathryn blickte zu ihm auf und lächelte zuckersüß. "Commander, was Sie privat machen, geht mich nichts an, Sie sind mir keine Rechenschaft schuldig. Und nun entschuldigen Sie mich bitte, ich habe zu tun." Ihre Stimme duldete keinen Widerspruch und schon las sie Tuvoks Bericht weiter.
Chakotay zog seinen Kopf ein, verkrümelte sich wieder an seine Station und dachte sich dabei: Prima Junge, hast's vermasselt!
Als Chakotay nicht mehr zu sehen war, legte Kathryn das Padd beiseite und ging zum Replikator. Der Kaffee von vorhin war längst kalt geworden.
"Kaffee, schwarz." Sie nahm die Tasse aus dem Ausgabefach und atmete das Aroma tief ein. Dann setzte sie sich in den Sessel und trank einen Schluck. Die Tasse hielt sie wie einen Rettungsanker in den Händen und dachte über ihren ersten Offizier nach.
Ich darf nicht eifersüchtig sein, ein Captain darf keine solchen Gefühle haben, meldete sich eine Stimme in ihr. Der Captain ist geschlechtslos und darf keine intime Beziehung zu einem Besatzungsmitglied haben. Sternenflottenvorschriften... eigentlich müßte ich froh sein, daß sich Chakotay für Seven interessiert, so ist es besser für alle und besonders für mich. Keine Versuchung mehr...
Sie hatte inzwischen die Stiefel ausgezogen und saß zusammengekauert im Sessel. In dem Moment dankte sie einmal mehr den Göttern für die Erfindung des Kaffees.

Chakotay hatte es sich mittlerweile mit einer Tasse Tee vorne gemütlich gemacht und dachte nun darüber nach, wie er weiter verfahren sollte. Warum mußte Neelix auch so dämlich sein, ihm die Padds zu geben, und warum war er so blöd gewesen sie anzunehmen?
"Wann gedenken Sie denn zu Abendbrot zu speisen Captain?"
"Gar nicht, ich habe zu tun." Sie war leicht verärgert über diese unpassende Frage und ihre Antwort klang etwas genervt.
Das kann ja heiter werden, dachte Chakotay.
Kathryn schnappte sich sicherheitshalber wieder das Padd und versuchte, sich durch Tuvoks Geschreibsel zu arbeiten. Nach einer Weile war sie so vertieft im Lesen, daß sie um sie herum nichts mehr mitbekam.
Mittlerweile langweilten Chakotay die Sensordaten so sehr, daß er anfing, herumzuwandern. Irgendwie hatte er Hunger, deshalb ging er nach hinten zum Replikator. Zuerst beobachtete er Kathryn, so vertieft in ihr Padd sah sie niedlich aus....
Kathryn war immer noch so vertieft, daß sie nicht bemerkte, wie Chakotay hereinkam.
Nach einer Weile machte er sich dann doch bemerkbar. "Ich hol mir ein Sandwich, möchten Sie auch was?"
Kathryn schreckte hoch, als sie seine Stimme hörte. "Wie bitte?"
Chakotay setzte ein kleines Lächeln auf. "Ich fragte, ob Sie etwas essen möchten? Ich hole mir ein Sandwich."
"Oh... nein danke, später vielleicht. Guten Appetit." Kathryn vertiefte sich wieder in den Bericht.
"Was lesen Sie denn da?" fragte Chakotay.
"Tuvoks Bericht", antwortete sie knapp. Als sie merkte, daß Chakotay keine Anstalten machte, den Raum zu verlassen fragte sie: "Und? Schmeckt Ihr Sandwich?" dabei schaute sie aber nicht vom Bericht auf.
"Welches...?" Ach so, das Sandwich. Er ging zum Replikator und replizierte sich ein vegetarisches Sandwich.
Kathryn mußte nun etwas grinsen, sagte aber nichts weiter und überlegte, wie sie ihren Bericht noch ungestört weiterlesen konnte ohne Chakotay zu offensichtlich rauszuschmeißen. Sie hatte im Moment einfach keinen Nerv für irgendein Gespräch.
Schließlich sagte sie: "Solange Sie dann zu Abend essen, werde ich mich dann wohl mal um die Steuerung kümmern." Damit stand sie auf und ging.
Chakotay setzte sich hin und seufzte, verfluchte sich selbst für so viel Blödheit und versprach sich selbst, sie nun in Ruhe zu lassen.
Kathryn setzte sich in den Pilotensessel und überprüfte den Kurs. Sie korrigierte ihn leicht und nahm dann wieder Tuvoks Padd zur Hand. Ihre Kaffeetasse hatte sie dummerweise hinten vergessen. Ärgerlich versuchte sie weiterzulesen, ertappte sich aber immer wieder dabei, wie sie nach ihrer Kaffeetasse greifen wollte.
Schließlich warf sie seufzend das Padd auf die Konsole, stand auf und ging wieder nach hinten. Chakotay saß noch immer am Tisch und hatte sein Sandwich vor sich zu liegen.
Er sieht etwas traurig aus, fand sie. "Chakotay?" fragte sie zögernd.
Chakotay kaute an seinem Sandwich rum, was überhaupt nicht schmeckte. "Ja?"
Er versuchte ruhig und entspannt zu klingen.
Kathryn überlegte kurz, was sie eigentlich sagen wollte. "Hm, schmeckt's?" Blöde Frage, aber was anderes ist mir jetzt nicht eingefallen, dachte sie und suchte nach ihrer Kaffeetasse.
Chakotay grinste. "Besser als Neelix' Leolasuppe."
Kathryn lächelte. "Dann will ich Sie nicht weiter stören, ich hatte auch nur meinen Kaffee hier stehen lassen." Sie nahm ihre Tasse und wollte gehen.
"Sie stören nicht." Sag was, ging es Chakotays durch den Kopf, aber ihm fiel nichts ein.
"Ich... ich muß noch die Berichte durchlesen. Bis später." Damit ließ ihn Kathryn allein.
Nachdem er es nun ein zweites mal vermasselt hatte, etwas intelligentes zu sagen, beschloß er für 'ne Weile in seinem Quartier zu verschwinden.
Kathryn, die es sich nun wieder im Sessel gemütlich gemacht hatte, trank genüßlich ihren Kaffee und las die Berichte weiter durch. Das Shuttle wurde vom Computer gesteuert, so daß Kathryn nur hin und wieder auf die Konsole sah.
Nach einigen Stunden fielen ihr jedoch die Augen zu und sie schlief auf dem Sessel ein. Das Padd rutschte ihr aus der Hand und landete auf dem Boden.
Nach einer Weile beschloß Chakotay, das Thema aus der Welt zu schaffen und betrat das Cockpit wieder.
"Kathryn!" Er erhielt keine Antwort. Etwas verwirrt wiederholte er ihren Namen doch sie schlief tief und fest.
Zuerst vermutete er ja das Schlimmste aber dann sah er, daß sie nur schlief. Er hob das Padd auf und ging zurück um eine Decke zu holen. Dann deckte er sie sanft zu und ging wieder nach hinten.

Die Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft

Irgendwann wachte Kathryn wieder auf. Ihre Glieder waren steif und ihr Nacken tat weh.
Verschlafen fuhr sie mit der rechten Hand über ihr Gesicht. Dann versuchte sie langsam ihren Kopf zu bewegen und stöhnte auf, als ihr Hals gegen diese Bewegung rebellierte. Ihre erste Handlung war, auf das Chronometer zu blicken.
Oh man, habe ich wirklich sechs Stunden geschlafen? dachte sie tadelnd. Dann bemerkt sie die Decke und lächelte.
Danke Chakotay.
Leise stand sie auf, streckte sich im Stehen noch einmal richtig und ging dann nach hinten um zu sehen, ob ihr erster Offizier wach war.
Selbiger hatte sich mittlerweile mit den Padds beschäftigt und war ganz vertieft.
"Guten Morgen! Haben Sie die ganze Nacht gearbeitet?" begrüßte ihn Kathryn und ging zum Replikator. "Kaffee, schwarz."
Sekunden später hielt sie eine Tasse ihres geliebten Kaffees in den Händen.
Chakotay mußte gähnen. "Ja. Entschuldigung."
"Wofür Entschuldigung?" fragte Kathryn etwas verwirrt.
"Für das Gähnen", grinste Chakotay. "Krieg ich auch 'nen Kaffee?"
"Sie trinken Kaffee? Das ist mir ja ganz neu!"
Kathryn ging zum Replikator. "Schwarz oder mit Milch und Zucker?" fragte sie.
"Milch und Zucker. Nur wenn ich die Nacht durcharbeite." Er stand auf und streckte sich.
"Computer, Kaffee mit Milch und Zucker. Warum sind Sie nicht schlafen gegangen?" Sie brachte ihm die Tasse Kaffee.
"Die Berichte waren so spannend." Er nahm ihr die Tasse aus der Hand und berührt ihre Hand dabei leicht. "Danke."
"Gern geschehen. Übrigens, danke für die Decke. Sie sollten aber nun langsam mal schlafen gehen, sie sehen todmüde aus Commander. Und bevor sie widersprechen: Das ist ein Befehl." Kathryn grinste frech.
Chakotay erwiderte das Grinsen.
"Wie kann ich da widersprechen?" Er verbeugte sich spielerisch.
"Gute Nacht Madame." Eigentlich wollte er ja nicht schlafen gehen und wenn schon, dann nicht alleine, aber das würde er wohl für sich behalten müssen. Bei diesem Gedanken schwand sein Lächeln etwas und er wandte sich zum Gehen.
Kathryn guckte ihm erstaunt nach. Madame? wunderte sie sich über die Ausdrucksweise. Dann nahm sie wieder die Padds zum Lesen mit nach vorne und setzte sich in den Pilotensessel um weiterzuarbeiten.
Chakotay ging zu seiner Liege, zog seine Uniformjacke aus und legte sich hin. Nachdem er sich einige Male hin- und hergewälzt hatte, schlief er endlich ein, aber es war ein unruhiger Schlaf.

Kathryn arbeitete sich unterdessen durch den Bericht des EMH. Nach zwei Stunden war sie endlich fertig und legte stöhnend das Padd zur Seite.
Man könnte meinen, unser guter Doktor will Romane verfassen, dachte sie und stand auf, um sich eine Tasse Kaffee zu holen.
Die dritte schon, überlegte sie, doch Kaffee mußte sein. Auf dem Tisch lagen noch einige Padds, die Kathryn schon gelesen hatte. Als sie an dem Tisch vorbeiging, fegte sie aus Versehen die Padds auf den Boden. Ärgerlich stellte sie ihre Tasse ab und sammelte die Padds auf. Da bemerkte sie, daß das eine Padd von Neelix auch darunter war. Zögernd nahm sie es in die Hand und überlegte, ob sie es lesen sollte.
Chakotay schläft... hörte sie eine Stimme in ihrem Kopf.
Na los, lies es, dann bist Du Dir auch ganz sicher. Du hast noch Zweifel, Kathryn Janeway.
Sie zögerte noch einen Moment, doch schließlich legte sie die anderen Padds wieder auf den Tisch und ging mit ihrem Kaffee und dem einen Padd von Neelix wieder nach vorne.
Chakotay konnte nun nicht mehr schlafen und stand auf. Er streckte sich und zog seine Jacke wieder an. Gut geschlafen hatte er zwar nicht und erholt fühlte er sich auch nicht, aber er konnte nicht mehr im Bett bleiben. Er hatte beschlossen, die Padds von Neelix verschwinden zu lassen und das Thema vor Kathryn ruhen zu lassen.
Also betrat er den Raum, wo Kathryn war, hatte aber nicht gemerkt, daß sein Haar ein Eigenleben führte und nun in alle Himmelsrichtungen vom Kopf abstand. "Diese Liegen sind eine Beleidigung", machte er sich bemerkbar.
Kathryn drehte sich erschrocken herum.
"Com.. Commander, Sie sind schon wieder auf?" Sie versteckte das Padd hinter ihrem Rücken um es unbemerkt von Chakotay auf den Tisch gleiten zu lassen.
Er grinste. "Hab ich Sie bei etwas erwischt?"
Kathryn durchzuckte diese Frage wie ein Blitz.
"Nun ja... Sie haben mich bei meiner dritten Tasse Kaffee innerhalb von zwei Stunden erwischt."
Sie guckte schuldig auf ihre Tasse Kaffee, das Padd lag inzwischen wieder auf dem Tisch. "Ich ... werde dann mal weiterarbeiten." Sie verzog sich schleunigst nach vorne.
Chakotay folgte ihr in der Absicht, Neelix' Padds zu holen.
"Ich nehme meine mit nach hinten." Er versuchte sie zu überholen.
"Commander! Ich glaube vor zwei Stunden habe ich Ihnen den Befehl gegeben, sich auszuruhen und zu schlafen. So wie Sie aussehen, haben Sie meinen Befehl bestimmt mißachtet, nicht wahr?" Kathryns Stimme stoppte ihn.
"Ich konnte nicht schlafen." Er kratzte sich am Kopf, während er immer noch versuchte an Neelix' Padds zu kommen.
"Oh, dagegen kenne ich ein Mittel. Warten Sie." Kathryn verschwand kurz.
Chakotay guckte hinterher, gähnte herzhaft und fragte sich, was sie vorhatte.
Nach einem Moment kam Kathryn mit einer dampfenden Tasse zurück, die sie Chakotay in die Hand drückte.
"Hier, trinken Sie das. Danach können Sie wunderbar schlafen. Altes Hausmittel."
Er schnupperte daran und verzog das Gesicht. "Was ist das denn?"
"Kräutertee mit einer Geheimzutat. Na los, trinken Sie, es ist nicht vergiftet", grinste Kathryn über Chakotays Mißtrauen.
"Was ist denn die Geheimzutat? Irgendwas nicht gut riechendes auf jeden Fall." Er trank einen kleinen Schluck und verzog das Gesicht.
"Iiiih, und schmecken tut es auch nicht." Er grinste sie leicht herausfordernd an. "Ich trinke es nur, wenn es ein Befehl ist..."
"Es ist einer", antwortete Kathryn. "Und wenn ich Ihnen die Geheimzutat verraten würde, wäre es ja keine Geheimzutat mehr, oder?"
Er guckte wie ein Hündchen, das Mitleid erwecken will.
"Muß ich das trinken?"
Kathryn trat sehr nah an ihn heran, setzte ihre strenge Captain Miene auf und sagte: "Wenn Sie Ihren Job behalten wollen, trinken Sie das jetzt. Und fragen Sie mich nicht noch einmal, sonst lasse ich Sie vor ein Kriegsgericht stellen wegen Insubordination."
Als sie an ihn herantrat, ging er rückwärts und stolperte etwas über seine eigenen Füße. Schlagartig verwarf er den Plan, an die Padds zu kommen und verließ den Raum fluchtartig. "Ich....Ich bin wieder hinten."
"Chakotay!" säuselte Kathryn ihm hinterher.
Sie bekam keine Antwort.
Kathryn mußte grinsen. Ich werde schon noch kontrollieren, ob er den Tee wirklich getrunken hat, dachte sie, schnappte sich schnell Neelix' Padd und fing an es zu lesen, bevor Chakotay noch mal auf die Idee kommen sollte, aufzustehen.
Chakotay hatte den Tee natürlich nicht getrunken. Er saß eine Weile auf dem Bett und dachte nach. Dann beschloß er, wieder nach vorn zu gehen, ohne den Tee.
"Lesen Sie da gerade Neelix Padd?"
Kathryn drehte sich nicht um, als sie seine Stimme hörte und schloß die Augen.
Großartig. Toll. Das hat mir noch gefehlt.
Schließlich öffnete sie die Augen wieder und drehte sich zu ihm um. In ihr begann es zu brodeln. Erstens wußte sie, daß Chakotay den Tee garantiert nicht getrunken hatte, zweitens war sie sauer, daß er einfach wieder nach vorne gekommen war und drittens schwelte noch immer die Eifersucht auf Seven. In diesem Moment fing sie an zu lodern.
"Ja", antwortete sie einfach. Sie war verdammt ruhig. Äußerlich.
"Ich...... ich....." Chakotay wußte nicht, was er sagen sollte. "Nicht daß sie denken ich bräuchte diese Anleitungen..." flüsterte er, "normalerweise stelle ich mich nicht so doof an."
"Oh, sie sollten es mal lesen, es sind nützliche Tips", stichelte Kathryn und stand auf.
"Denn es scheint..." Kathryn begann, ihn zu umrunden, "...als wären Sie noch nicht so ganz entschlossen den ersten Schritt zu wagen. Nur zu, Sie wartet schon darauf!" wütend über Neelix' Geschreibsel, Chakotay, Seven und vor allem ihre Eifersucht warf sie das Padd auf die Kontrollen und stapfte wutentbrannt in den hinteren Teil des Shuttles. Sie wünschte sich im Moment nichts sehnlicher als eine Vase, die sie mit aller Kraft gegen die Wand werfen konnte. So setzte sie sich nur auf eine Liege und dachte nach.
Relativ erstaunt über ihre Reaktion tat Chakotay erst mal nichts als dumm dastehen und versuchte, seine Gedanken zu ordnen.
Ihre Worte hallten in seinen Ohren: Sie wartet nur darauf!
Er war sich ziemlich sicher, sie meinte Seven und ging hinterher um diesen Irrtum nun ein für alle Mal aufzuklären. Er betrat das Heckteil und baute sich vor ihr auf.
"Wen meinen Sie mit 'sie'?" sein Blick sagte ihr, daß sie ohne eine Antwort hier nicht rauskommen würde.
"Nun tun Sie doch nicht so scheinheilig!" fauchte Kathryn. "Das ganze Schiff weiß doch schon Bescheid. Denken Sie etwa, ich bin blind? Und jetzt lassen Sie mich allein Commander. Das ist ein Befehl. Ich habe zu arbeiten."
Kathryns Stimme klang zum Schluß ruhig und so voller Befehlsgewalt, daß jedes Crewmitglied sofort auf dem Absatz kehrt gemacht hätte, um diesen Befehl auszuführen.
Außer Chakotay. "Scheinheilig? Entschuldigung, Kathryn, aber das verdiene ich nicht." Er kam näher, gefährlich näher. "Wen meinen Sie mit 'sie'?"
Kathryn wich ihm aus.
"Was soll das?" Kathryn war kurz vor dem Explodieren. "Sie wissen ganz genau wen ich meine, alle wissen das! Und nun gehen sie mir aus dem Weg Commander!"
Sie betonte den Rang und ging an Chakotay kurzerhand vorbei in den vorderen Teil des Schiffs. Bevor Chakotay ihr noch folgen konnte, versperrte sie die Tür zum Cockpit mit ihrem Sicherheitscode.
Erschöpft lehnte sie sich gegen die Tür. Es hatte sie ihre ganze Kraft gekostet, ihre Wut und ihre Tränen im Zaum zu halten, doch jetzt hatte sie keinen Grund mehr sie zurückzuhalten. Schluchzend ließ sie sich an der Tür auf den Boden gleiten.
Chakotay versuchte unterdessen die Tür zu öffnen, was ihm jedoch mißlang. Er schlug erst mit der Handfläche, dann mit der Faust gegen die Tür.
"Kathryn, was soll das?! Laß mich rein!" Doch dann hörte er ein leises Schluchzen von der anderen Seite der Tür. Er kniete sich nieder und berührt die Tür zärtlich, als ob es Kathryns Gesicht wäre und flüsterte zärtlich ihren Namen.
"Kathryn, bist du in Ordnung...?"
Er bekam keine Antwort. Kathryn rutschte von der Tür weg und versuchte mehrmals tief durchzuatmen. Schließlich beruhigte sie sich. Sie beschloß, vorerst hier zu bleiben und erst mal gründlich nachzudenken.
Was ist bloß in mich gefahren? Wie konnte ich mich so kindisch verhalten?
Verzweifelt überlegte sie, wie sie Chakotay jemals wieder in die Augen sehen konnte.
Es geht mich nichts an, was er privat macht, es geht mich nichts an! Ich bin der Captain und habe ein Schiff zu führen, weiter nichts. Keine Romanzen, ein Captain ist geschlechtslos.
Diese Art von Gedanken beschäftigten Kathryn und ihre Wut war in Reue umgeschlagen.
Nein, jetzt kann ich mich bei Chakotay unmöglich entschuldigen, ich mache es später, dachte sie und versuchte sich abzulenken indem sie die Flugdaten überprüfte.
Chakotay machte unterdessen einen weiteren Versuch.
"Kathryn, wann darf ich wieder in das Cockpit?" Er klang wie ein kleines Kind, aber alles was er wollte war ihr die Wahrheit zu sagen, ohne daß sie zu verärgert reagieren würde.
Kathryn brauchte im Moment einfach Ruhe. Inzwischen kam sie sich so dermaßen blöd vor, daß sie am liebsten die Zeit zurückgedreht hätte.
"Jetzt wünschte ich direkt, daß Q da wäre..." überlegte sie halblaut. Doch Q erschien nicht.
"Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn man ihn einmal braucht...." Kathryn seufzte. So albern wie jetzt hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt.
Mittlerweile hatte Chakotay aufgegeben.
Soll sie doch in ihrem Cockpit glücklich werden.
Er ging zurück zu seiner Liege, setzte sich hin und begann nachzudenken.

Kathryn verbrachte die nächsten Stunden im Cockpit. Immer wieder ging ihr durch den Kopf, wie sie sich für ihr kindisches Verhalten am besten entschuldigen konnte. Sie beschloß dann, noch etwas abzuwarten und es einfach auf sich zukommen zu lassen.
Chakotay hatte sich mittlerweile hingelegt, die Hände hinter dem Kopf gefaltet und seine Gedanken geordnet. Eigentlich konnte ihr Verhalten nur eins bedeuten, aber er mochte sich nichts einreden und darum wartete er.
Ich hab Zeit, irgendwann muß sie ja wieder rauskommen, dachte er.

Absturz in der Wüste

Einige Stunden später, das Chronometer zeigte bereits nach Mitternacht an....

Kathryn schreckte aus ihren Träumen hoch.
Prima, jetzt bin ich auch noch eingeschlafen, dachte sie verärgert und schaute aufs Chronometer.
Großartig, Chakotay muß denken, ich bin völlig verrückt geworden, mich hier so lange einzuschließen.
Sie hatte beschlossen, daß es nun an der Zeit für eine Entschuldigung war. Ein letztes Mal ordnete sie ihre Gedanken, gab dann den Entriegelungscode ein und ging in den Teil des Shuttles, in dem die kleine Eßgelegenheit eingerichtet war. Chakotay war nicht da.
Wahrscheinlich schläft er, dachte sie und holte sich erst mal einen Kaffee.
Gut, dann habe ich noch etwas Zeit.
Chakotay schlief mittlerweile tief und fest.
Kathryn vertrieb sich ihre Zeit mit einem Buch als sie plötzlich aus dem Sitz geschleudert wurde. Sofort rappelte sie sich auf und stürzte in die Kanzel.
"Computer, Schadensbericht!" rief sie und schaltete den Autopiloten aus. Gleichzeitig hielt sie nach einem möglichen Angreiferschiff Ausschau. Während der Computer so ziemlich alle Systeme aufzählte, die es an Bord gibt, die Schäden erlitten hatten, rekalibrierte Kathryn die Sensoren um die Ursache des heftigen Stoßes zu finden.
Schließlich entdeckte sie einen plötzlich auftauchenden Wirbel, der nach zwei Sekunden wieder verschwand um dann erneut an einer anderen Stelle aufzutauchen. Schnell änderte sie den Kurs und steuerte einen Planetoiden an.
Chakotay wurde sehr unsanft aus dem Bett geworfen.
"Chakotay an Janeway, was ist passiert?" stöhnend stand er auf, sein rechtes Bein schmerzte und er humpelte zum Cockpit.
Kathryn hatte große Mühe, das Shuttle auf Kurs zu halten. Sie merkte, daß Chakotay kam, konnte sich aber nicht von den Kontrollen abwenden.
"Chakotay, alles in Ordnung?"
"Ja." Er setzte sich an seine Station und unterstützte sie so gut er konnte.
"Was ist passiert?"
"Anscheinend wurde das Shuttle von einem Wirbel getroffen, der plötzlich auftauchte. Laut Computer dürfte nur noch der Replikator funktionieren. Können Sie das Dämpfungsfeld wieder aufbauen? Andernfalls werden wir nur noch als Atome unten ankommen!" rief Kathryn.
Der Planetoid kam immer näher, beiden blieben nur noch wenige Minuten.
Chakotays Finger flogen nur so über die Kontrollen.
"Leite Hilfsenergie in die Trägheitsdämpfer. Eine EPS Leitung ist beschädigt! Ich brauche manuelle Kontrolle! Gut, Autosequenz wieder online, Dämpfungsfeld baut sich wieder auf. Das dürfte genügen, um nicht als Atome dort unten zu landen."
"Sehr gut, die Landung dürfte trotzdem alles andere als weich werden, wir haben die Stabilisatoren verloren! Halten Sie sich fest!"
Verdammt, jetzt müßte Tom hier sein, dachte Kathryn noch.
Plötzlich bemerkte sie, als sie auf einen Monitor sah, daß sich in Chakotays Konsole ein Spannungsfeld aufbaute.
"Chakotay! Weg von der Konsole, sie kann jeden Moment....!" doch in dem Moment explodierte die Konsole auch schon.
Chakotay wurde von der Wucht der Explosion weggeschleudert und blieb bewußtlos liegen. Die Explosion hatte die rechte Hälft seines Gesichtes zerstört und er blutete heftig.
"Chakotay!" schrie Kathryn, doch sie konnte ihm im Moment nicht helfen. Sie konnte das Shuttle noch einmal abfangen und somit den Aufprall dämpfen, doch der Aufprall reichte aus um sie aus ihrem Sitz zu schleudern und sämtlichen losen Inhalt des Shuttles von seinem angestammten Platz zu fegen.
Nach einer Schlitterpartie kam das Shuttle endlich zum Stehen. Im Inneren stieg Rauch aus den Konsolen und Kathryn mußte sich erst von einigen Trümmern befreien.
Sofort kroch sie zu ihrem ersten Offizier. Als sie ihn sah, stieg Übelkeit in ihr hoch. Es stank nach verbranntem Fleisch und die meiste Haut hing nur noch in Fetzen an Chakotays Gesichtshälfte herunter.
"Oh Gott!" stöhnte sie und macht sich daran, in dem Chaos schnellstens das Medkit zu finden. Nach einigen Minuten hatte sie es gefunden und öffnete es mit zitternden Händen.
Zuerst klappte sie den Tricorder auf und scannte Chakotay. Außer der äußeren Verletzung stellte sie fest, daß er sich auch eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte.
Als nächstes nahm sie den Hautregenerator und versuchte, wenigstens die Blutung zu stoppen. Sie wußte, daß solch eine Verletzung nur an Bord der Voyager richtig behandelt werden konnte.
Es gelang ihr, die Blutung etwas zu stillen. Anschließend riß sie sich ein Stück Stoff aus der Uniform und drückte es auf seine Wunde. Dann injizierte sie ihm Formazin und ein starkes Schmerzmittel. Besorgt wartete sie darauf, daß Chakotay wieder zu Bewußtsein kam.
Nach einer langen Weile erwachte Chakotay. Sein Kopf dröhnte und alles war so seltsam um ihn herum, es fühlte sich an, als wäre alles aus Watte. Er stöhnte leise und hob seine Hand zu seinem Gesicht.
"Was...?" weiter kam er nicht da ein heißer Schmerz ihn durchzuckte.
"Nicht bewegen und fassen Sie bloß nicht ihr Gesicht an!" warnte Kathryn noch und hielt seine Hand zurück. "Die Konsole, an der Sie saßen, ist explodiert. Sie haben eine üble Verletzung im Gesicht und eine Gehirnerschütterung."
Sie blickte sich um im Shuttle, ob sie eine Decke für ihn finden konnte. "Bleiben Sie liegen und bewegen Sie sich nicht, das ist ein Befehl. Ich suche nur eine Decke." Sie verschwand im hinteren Teil des Shuttles.
"Ja Captain." Chakotays Stimme war leise. Er versuchte ihr nachzusehen als sie verschwand aber es gelang ihm nicht. Er schloß wieder die Augen.
Kathryn suchte derweil nach einer weichen Unterlage und kam wenig später mit zwei Decken zurück. Sie kniete sich wieder neben ihn und hob vorsichtig mit ihrer Hand seinen Kopf an, damit sie die eine Decke darunter schieben konnte.
Er verzog leicht das Gesicht angesichts der Schmerzen und hielt den Atem an, während sie ihn bewegte.
"Wie geht es Dir, Kathryn? Bist du in Ordnung?" Seine Stimme war leise.
"Wir sollten uns mehr um Ihr Wohlbefinden kümmern, Chakotay. Es hat Sie schwer erwischt. Ich kann die Blutung nicht ganz stillen und wenn der Doktor sie nicht bald zu sehen bekommt..."
Sie breitete die andere Decke über seinem Körper aus.
"Chakotay, ich kann im Moment nicht mehr für Sie tun. Ich muß mich jetzt um das Shuttle kümmern, damit ich Sie wieder auf die Voyager bekomme. Wenn Sie etwas brauchen, rufen Sie mich, okay?"
Chakotay nickte langsam. "Wie schlimm ist es um das Shuttle bestellt?"
"Das werde ich gleich herausfinden." Kathryn drückte noch einmal seine Hand zur Aufmunterung und ging dann zur Hauptkonsole zurück.
Eine halbe Stunde etwa war sie beschäftigt, dann kam sie wieder zurück. Ihr Gesichtsausdruck verhieß nichts Gutes.
Chakotay versuchte sich aufzurichten. "Was ist los?"
Kathryn drückte ihn sanft wieder zurück. Dann seufzte sie einmal tief und sagte: "Wir sitzen wohl eine Weile hier fest. Der Antrieb ist beschädigt, die Außenhülle ist beschädigt, die Lebenserhaltung läuft nur noch minimal und als ob das noch nicht reicht ist auch noch die Kommunikation irreparabel beschädigt. Ich kann nicht mal die Voyager rufen und ich weiß nicht, ob ich den Antrieb wieder reparieren kann."
Sie seufzte noch einmal. "Wahrscheinlich werden wir warten müssen, bis die Voyager uns findet, also frühestens in zwei Wochen."
Erneut versuchte Chakotay sich aufzurichten. Er ignorierte den Schmerz einfach.
"Was geschieht bis dahin?" er hob die Hand zu seinem Gesicht.
Kathryn hielt seine Hand fest, bevor er sein Gesicht berühren konnte.
"Commander! Sie sollen ruhig liegen bleiben!" erneut drückte sie ihn zu Boden.
"Zuerst müssen wir Sie wieder mal auf die Beine bekommen."
Sie kramte das Medkit durch und fand schließlich einen Wundverband, den sie Chakotay übers Gesicht legte. Dann verabreichte sie ihm eine weitere Dosis Schmerzmittel und ein Sedativum, damit er etwas schlafen konnte.
Chakotay versucht ihre Hand wegzustoßen, als sie ihm das Sedativum gab.
"Bitte nicht...... ich möchte nicht schlafen."
"Glauben Sie mir, das ist jetzt das Beste. Sie könne mir jetzt eh nicht helfen." Sie injizierte es ihm.
"Nein bitte......" Zu spät. Seine Stimme wurde leiser und seine Augen schlossen sich.
Kathryn überprüfte noch einmal kurz Chakotays Vitalfunktionen und ging dann nach draußen um die Außenhülle zu untersuchen und die Umgebung zu erkunden. Die Landschaft, die sich ihr bot, war eine kahle Steinwüste mit vereinzelten kleinen, grünen Sträuchern. In ca. 5 km Entfernung erhob sich ein Gebirgsmassiv. Kathryn nahm ihren Tricorder zur Hand und scannte nach möglichen Lebensformen.
Na, immerhin gibt es hier Wasser, dachte sie, als sie eine Quelle im Gebirge ausmachen konnte.
Lebensformen, außer den kleinen Pflanzen, wurden vom Tricorder nicht registriert.
Kathryn beschloß, zu den Felsen zu laufen und die Quelle genauer zu untersuchen. Im Shuttle packte sie ein Gefäß ein um das Wasser gegebenenfalls transportieren zu können. Ihre Uniformjacke und das langärmlige Shirt zog sie auch aus, da draußen sehr heiß war. Den Tricorder nahm sie natürlich mit und vorsichtshalber auch einen Phaser. Mit einem letzten, besorgten Blick auf Chakotay ging sie los.

Obwohl 5 km nicht allzu weit waren, kam es Kathryn wie 50 km vor, denn außer Sand, einigen Felsen und Sonne gab es auf dem Weg nichts. Kein Schatten, kein Wasser, kein bißchen Wind.
Als sie endlich am Fuße des einen Berges ankam kam es ihr so vor, als hätte sie gerade einen Kurs in Überlebenstraining absolviert. Ein paar Minuten ruhte sie aus doch dann kletterte sie ein Stück des Berges hoch bis sie auf einen Eben gelangte.
Vor ihr, mitten in den Felsen, erstreckte sich ein breiter Riß. Unweit davon floß das Wasser aus der kleinen Quelle vorbei.
Sie nahm ihren Tricorder hervor und scannte den Riß und dann das Wasser. Dann lächelte sie zufrieden, trank von dem Wasser und füllte die Wasserflasche. Anschließend machte sie sich auch schon wieder auf den Rückweg.
Als sie wieder das Shuttle erreichte, schlief Chakotay immer noch. Sie untersuchte ihn noch einmal nachdem sie ihre Sachen verstaut hatte und ließ sich völlig erschöpft in einen Sessel fallen.
Ich mache nur ganz kurz die Augen zu... nur fünf Minuten... nahm sie sich vor, doch kurze Zeit später war sie auch schon eingeschlafen.

Überleben

Chakotay erwachte eine Stunde später. Sein Kopf tat höllisch weh, doch er schafft es den Schmerz so gut es geht zu ignorieren.
Langsam stand er auf. Die Wunde im Gesicht hatte aufgehört zu bluten und der Verband, den Kathryn gemacht hatte, hielt. Unter vielem leisen Stöhnend ging er ins Badezimmer und sah sich sein Spiegelbild an.
"Oh mein Gott." Er sah zwar nur die Bandage aber er konnte sich vorstellen wie er aussah. Er fing an, den Verband abzumachen, langsam.
Nach einer halben Stunde hatte er ihn endlich ab. Er sah sich sein Gesicht oder besser das, was davon übrig war, im Spiegel an. Ein leiser Schrei des Entsetzens entfuhr ihm. Er taumelte rückwärts und lehnte sich an eine Wand. Nach einer weiteren viertel Stunde hatte er eine Entscheidung getroffen.
Er verließ das Bad und schnappte sich alle Tricorder, ein Medkit und einen Phaser, warf einen letzten Blick auf seine geliebte Kathryn und taumelte dann ins Freie in der Hoffnung, sie möge ihn nie finden.
Kathryn erwachte frierend. Die Sonne war inzwischen untergegangen und im Shuttle war es kalt geworden. Zitternd stand sie auf und zog sich ihren Pulli und die Uniformjacke wieder an. Dann ging sie zu Chakotay.
Überrascht starrte sie auf die Decke, auf der Chakotay bis vorhin noch gelegen hatte. Er war weg. Sie durchsuchte sofort das Shuttle in der Annahme, ihr erster Offizier würde in den hinteren Teil des Shuttles vor der Kälte geflohen sein. Doch er blieb verschwunden. Im Bad entdeckte Kathryn schließlich Reste des Verbandes, den sie Chakotay angelegt hatte.
"Verdammt!" entfuhr es ihr, als sie langsam begriff, was Chakotay getan haben mußte. In Windeseile ging sie wieder nach vorne und wollte sich einen Tricorder nehmen um nach Chakotay zu scannen. Doch sie konnte keinen finden.
"Schlau Chakotay, schlau. Aber nicht schlau genug hoffentlich", murmelte sie vor sich hin und ging wieder nach hinten um ihre Tasche zu suchen. Sie lag noch immer unberührt unter ihrem Bett. Kathryn atmete erleichtert auf und holte den Tricorder raus, den sie vorsorglich mit anderen Gerätschaften eingepackt hatte. Außerdem schnappte sie sich noch eine Lampe und einen Phaser, nahm im Laufen die Wasserflasche mit und trat in die Dunkelheit. Sie klappte den Tricorder auf und scannte nach menschlichen Lebenszeichen. Endlich entdeckte sie ihn, knapp 20 km in Richtung Gebirge entfernt. Sofort lief sie los.
Verdammt, warum um alles in der Welt hat er das getan?* ging es ihr durch den Kopf doch sie beschloß, ihn das lieber selber zu fragen als jetzt zu spekulieren. Da sie recht wütend über Chakotays Handlung war, kam sie schnell voran.
Chakotay kam trotz der Kälte und der Verletzung ziemlich schnell voran, aber seine Kräfte schwanden schnell. Mit dem Tricorder hatte er eine Wasserquelle entdeckt und sich dort niedergelassen. Unter einem Busch suchte er Schutz vor der Kälte und hoffte, daß Kathryn seine Handlung verstand.
In Kathryns Kopf hatte im Moment nur ein Gedanke Platz: Hoffentlich kam sie noch rechtzeitig. Ohne eine Pause einzulegen lief sie auf Chakotays Position zu.
Tausend Gedanken rasten ihm durch den Kopf. Er trank etwas von dem Wasser und betrachtete sein Spiegelbild erneut. So wie er jetzt aussah konnte er ihr nie wieder unter die Augen treten. Froh, daß er alle Tricorder hatte und sie ihn momentan nicht orten können würde, deckte er sich mit Blättern zu und schlief ein. Es war mehr eine Ohnmacht als ein Schlaf.
Kathryn, die zwischendurch immer wieder nach ihm scannte, stellte erleichtert fest, daß sich seine Position nicht mehr veränderte. Sie war inzwischen nur noch wenige Kilometer von ihm entfernt.

Nach einer weiteren Stunde war ihr erster Offizier nur noch wenige 100 m von ihr entfernt. Sie ging nun langsamer um Chakotay nicht zu erschrecken.
Schließlich fand sie ihn schlafend, halb unter einem Busch. Seufzend sah sie, daß er den gesamten Schutzverband entfernt hatte. Sie suchte nach dem Medkit, das im Shuttle auch nicht mehr zu finden gewesen war. Es lag neben den Tricordern.
Kathryn öffnete es und stellte verärgert fest, daß vom Wundverband nur noch ein keiner Rest übrig war. So gut es ging verteilte sie den Rest auf die schlimmsten Stellen in seinem Gesicht. Dann zog sie ihre Jacke aus und breitete sie über dem schlafenden Offizier aus.
Als sie ihn zugedeckt hatte stand sie wieder auf und suchte mit einem Tricorder nach einer Höhle, wo sie die Nacht verbringen konnten. In einigen Metern fand sie eine und erkundete sie erst einmal. Zufrieden stellte sie fest, daß die Höhle weit in den Berg hineinreichte und es ein bißchen wärmer war. Fest entschlossen Chakotay schlafen zu lassen, injizierte sie ihm vorsichtshalber noch ein Sedativum bevor sie ihn unter erheblichen Mühen irgendwie in die Höhle halb geschleppt, halb gezogen bekam.
Als sie ihn so bequem wie möglich hingelegt hatte, ging sie noch einmal hinaus um Holz für ein Feuer zu holen. Wenig später flackerte in der Höhle ein kleines Feuer. Kathryn, hellwach von den Anstrengungen und dem Adrenalin, das durch ihre Adern floß wachte an Chakotays Seite bis der Morgen graute.
Chakotay erwachte unter starken Schmerzen. Er stöhnte laut auf und versuchte sich aufzusetzen. Ein Gedanke ging ihm durch den Kopf und er sprach ihn auch aus: "Verdammt, ich lebe noch."
Er sah sich um und erkannte, daß das nicht der Platz war, an dem er eingeschlafen war. Plötzlich erblickte er Kathryn.
Beschämt bedeckte er seinen Mund mit der Hand als ein heißer Schmerz ihn durchzuckte. Die Haut um seinen Mund reagierte mit Schmerzen auf die Berührung durch seine verschmutze Hand. Er blickte Kathryn nur an, sagte aber nichts mehr. Seine Augen fragten jedoch nach dem Warum und nach dem Wie.
Kathryn war leicht verärgert über das Verhalten ihres Offiziers, doch noch ließ sie sich das nicht anmerken. Sofort war sie an Chakotays Seite und hatte schon eine Injektion bereit, die sie ihm auch sogleich verpaßte.
"Ich habe Ihnen schon dreimal BEFOHLEN ihr Gesicht nicht anzufassen!" Sie schwieg kurz und nahm dann sanft seine Hand weg. "Ich möchte nur eins wissen Chakotay: Warum?" Sie sah ihn mit einem durchdringende Blick an und wartete auf eine verdammt gute Erklärung.
Chakotay sah zu Boden und zog seine Hand von ihrer Berührung zurück.
Kathryn setzte sich wieder etwas weiter weg, leicht verletzt über Chakotays Verhalten und wartete immer noch.
Er spielte mit seinem Finger, während er zu Boden blickte.
"Ich konnte nicht bei Dir bleiben." Es war mehr ein Flüstern. "Ich wollte Dir diesen Anblick ersparen."
Kathryn stand auf und ging schweigend umher. Schließlich hockte sie sich vor Chakotay und sah ihn an.
"Chakotay, das kann nicht Ihr Ernst sein! Glauben Sie mir, ich habe schon weitaus schlimmere Dinge gesehen. Denken Sie doch mal daran, als wir als Versuchskaninchen für die Srivani herhalten mußten oder als wir den Nebel durchqueren wollten und alle furchtbare Verbrennung hatten? Was denken Sie bloß von mir?" In den letzten Worten steckte etwas Ärger, der Chakotay bestimmt nicht entgehen konnte.
"Ich liebe Dich", sagte er plötzlich, drehte sich jedoch sofort weg.
Kathryn klappte die Kinnlade herunter. Sie war ja auf einiges gefaßt gewesen, aber darauf bestimmt nicht. Sie fiel regelrecht auf den Boden und war für längere Zeit absolut unfähig, etwas zu sagen.
Chakotay sah sie wieder an und sein Blick hatte etwas besorgtes an sich.
"Sag etwas, bitte."
Kathryn konnte ihn nur entgeistert anstarren. Doch schließlich fragte sie: "Wie bitte?"
"Ich liebe Dich." Einen passenderen Zeitpunkt hätte er nicht finden können.
"Warum bist Du dann vor mir weggelaufen?" fragte sie traurig. "Wenn Du mich wirklich liebst, hättest Du mich nicht allein gelassen."
Sie stand auf und entfernte sich einige Schritte. Sie mußte jetzt einfach ihre Gedanken ordnen. Freude, Enttäuschung, Angst und Hoffnung, alles empfand sie zur gleichen Zeit.
"Wie hast Du mich gefunden?" Er versuchte aufzustehen.
Kathryn stand mit dem Rücken zu ihm und massierte sich mit ihrer rechten Hand, wie sie es oft machte, wenn sie verwirrt war, ihre Stirn.
"Ist das jetzt nicht völlig nebensächlich?" Sie drehte sich nicht um zu ihm. "Ich dachte immer, Sie würden mir vertrauen."
Sie siezte ihn wieder und in ihrer Stimme klang unglaublich viel Enttäuschung. Doch dann plötzlich straffte sie die Schultern und drehte sich um. Vor Chakotay stand jetzt der Captain.
"Können Sie Gehen? Wir müssen irgendwo einen besseren Unterstand finden, hier sind wir nicht so gut geschützt." Sie streckte ihm ihren Arm entgegen um ihn notfalls zu stützen.
Die Tatsache, daß sie ihn siezte, verletzte ihn zutiefst und er reagierte nicht auf ihren Arm.
"Ich kann gehen." Langsam ging er auf und ab.
Kathryn sammelte alle Sachen zusammen und holte einen Tricorder heraus, mit dem sie noch einmal die Umgebung scannte.
"Kommen Sie, in ca. 18 km gibt es eine große Höhle mit Pflanzen, vielleicht sind sie eßbar."
Sie klappte den Tricorder wieder zu und ging voraus. Die Sonne war inzwischen vollständig aufgegangen und es wurde bereits warm. Kathryn, die immer wieder eine Blick auf Chakotay warf, kamen die letzten Minuten wie ein Traum vor. Sie konnte einfach nicht verstehen, warum Chakotay einfach weggelaufen war und es ihm dabei noch scheinbar völlig egal gewesen war, was mit ihm passierte. Langsam stieg Wut in ihr hoch, doch sie lief weiter als ob nichts gewesen wäre.
Chakotay folgte ihr so gut er konnte doch der Schweiß, der ihm über das Gesicht rann, brannte wie Säure auf den Wunden. Er zog seine Jacke aus.
Kathryn bemerkte natürlich, daß Chakotay stehen blieb. Sie ging zurück zu ihm und nahm ihm wortlos die Jacke ab. Dann guckte sie sich um und entdeckte schließlich einen Felsvorsprung, der etwas Schatten bot. Sie zog ebenfalls ihre Jacke aus und legte beide Jacken auf den Boden.
"Kommen Sie Chakotay, Sie brauchen eine Pause. Setzen Sie sich." Sie reichte ihm die Wasserflasche.
"Danke." Er setzt sich hin, zog seine Beine an, trank einen Schluck Wasser und reichte ihr die Flasche zurück. Er machte keinerlei Anstalten irgendeine Konversation zu betreiben. Der Korb den sie ihm gab, so dachte er, reichte erst mal.
Kathryn guckte sich inzwischen noch einmal sein Gesicht an. Sie sah, daß an einigen Stellen die Haut stärker gerötet war und verflucht in dem Moment die Hitze. Sie nahm die Wasserflasche, riß sich aus ihrem Shirt ein Stück Stoff und säuberte es so gut es ging. Dann begann sie, Chakotays Gesicht zu bearbeiten.
"Ich weiß, es wird Ihnen höllisch weh tun, aber es muß sein. Am besten nehmen sie meine Hand und drücken einfach zu, wenn der Schmerz zu stark wird."
Sie nahm auch schon Chakotays Hand und hielt sie fest. Dann tupfte sie vorsichtig an einigen Stellen in seiner Wunde herum.
Chakotay biß die Zähne zusammen, aber er zog seine Hand von ihrer zurück. Er lehnte seinen Kopf an den Stein und schloß die Augen. Als der Schmerz zu stark wurde sagte er: "Hören Sie bitte auf Captain."
Überrascht hielt Kathryn inne. "Chakotay, es muß sein, oder wollen sie, daß sich die Wunde noch entzündet?" Sie wollte weiter machen.
Chakotay drehte sich weg. "In ein paar Minuten, okay? Lassen Sie mich etwas ausruhen."
"Na schön", antwortete Kathryn, legte seufzend das Tuch weg und zog sich zurück.
In einiger Entfernung entdeckte sie einen Strauch mit blauen Früchten. Sie nahm ihren Tricorder mit und untersuchte die Früchte. Als sie sich vergewissert hatte, daß sie eßbar waren, kostete sie vorsichtig eine.
Bäh, schmeckt nach Sand und Staub, dachte sie angewidert, aber besser als gar nichts.
Sie pflückte eine handvoll und ging damit zu Chakotay zurück.
"Hier, essen Sie."
"Ich bin nicht hungrig, danke." Er hatte so etwas wie einen Knoten im Bauch. Er drehte sich weg und nahm den Tricorder.
"Wenn wir die Höhle heute noch erreichen wollen, sollten wir wieder aufbrechen, was denken Sie, Captain?" Er sah zu ihr auf.
"Nun, wenn Sie schon 'Captain' zu mir sagen, dann essen sie jetzt besser freiwillig die Früchte, oder ich muß es Ihnen leider befehlen." Kathryn war zutiefst verletzt über seine Feindseligkeit.
"Und die Wunde muß ich vorher auch noch säubern."
Chakotay aß ein paar Beeren. Die schmecken ja abscheulich, dachte er.
"Ich würde die Wunde gern selbst behandeln", sagte er dann. Er hatte zwar keine Ahnung wie er das machen sollte, aber er wollte nicht von ihr berührt werden.
"Und wie wollen Sie das bitte machen? Sie sehen nicht mal annährend, wo die Stellen sind, die ich säubern muß. Und nun halten Sie still, sonst werde ich Ihnen ein Beruhigungsmittel verpassen!" Kathryns Stimme duldete keinen Widerspruch.
Seufzend fügte er sich. Er lehnte sich wieder an den Felsen und schloß die Augen.
Kathryn war sehr vorsichtig doch sie konnte nicht vermeiden, daß er manchmal vor Schmerz das Gesicht verzog. Nach einigen Minuten war sie fertig.
"Eine Frage habe ich noch Chakotay, warum in Gottes Namen haben Sie bloß die Schutzhaut abgemacht?"
"Weil... weil.. ich weiß nicht." Er versuchte aufzustehen. "Sind sie damit fertig?"
"Es dauert noch einen Moment." Kathryn tupfte vorsichtig weiter.
"Ich möchte, daß sie den Rest der Schutzhaut dran lassen, okay? Ich muß sowieso noch bald etwas zum desinfizieren finden, sonst entzündet sich alles noch mehr. Manche Stellen sind schon angeschwollen seit vorhin."
Sie war nun fertig mit tupfen und packte die Sachen wieder ein. Dann trat sie an einen Felsvorsprung, von dem aus sie die Wüste überblicken konnte. Sie stand einfach nur da und guckte ins Leere. Lange konnte sie diese Feindseligkeiten von ihm nicht mehr ertragen...
"Wo müssen wir langgehen?" Chakotay blieb wo er war und dachte sich: Einen Penny für Deine Gedanken....
Kathryn, die völlig in Gedanken versunken war, hörte ihn nicht.
"Captain?" Fragte Chakotay, diesmal lauter.
Kathryn drehte sich erschrocken um.
"Was? Haben Sie etwas gesagt Commander?" Sie kam näher.
"Ich habe gefragt, wo wir langgehen müssen." Er versuchte zu lächeln, was angesichts der Verletzung sein schon entstelltes Gesicht noch mehr in eine Fratze verwandelte.
"Oh." Kathryn nahm ihren Tricorder wieder hervor und scannte.
"Hier müssen wir lang. Können Sie noch Laufen oder wollen Sie sich lieber noch etwas ausruhen?"
"Ich kann laufen." Langsam ging er in die Richtung, in die sie zeigte.
Kathryn seufzte unmerklich, nahm seine und ihre Jacke und das Gepäck wieder. Dann folgte sie Chakotay.

Ungefähr zwei Stunden liefen sie nun schon und Kathryn mußte immer wieder an ihre Worte denken: Wenn Du mich wirklich liebst, hättest Du mich nicht allein gelassen.
Sie war absolut unfähig sein Verhalten zu begreifen und je länger sie darüber nachdachte, desto lächerlicher kam ihr es vor. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus. Die Wut nagte schon zu lange an ihr.
"Verdammt Chakotay! Wie kannst Du bloß sagen, daß Du mich liebst? Warum hast Du mich so verletzt?"
Er drehte sich um. Einen besseren Zeitpunkt hätte sie nicht erwischen können. Tolles timing!
"Ich wollte Dir diesen Anblick ersparen."
"Ach hör auf! Glaubst Du vielleicht, Dein Aussehen würde irgend etwas von meinen Gefühlen für Dich ändern? Glaubst Du das wirklich? Wenn das stimmt, dann weiß Du gar nicht, was 'lieben' bedeutet. Und dann kannst Du auch mich nicht lieben. Und überhaupt - was ist mit Seven? Kann es sein daß Du einfach nur denkst, daß sie Dich nicht mehr lieben würde und jetzt bin ich statt dessen an der Reihe?"
Uh, oh... das war gemein..., dachte Kathryn sofort, doch die Worte waren ausgesprochen.
"Ich... es tut mir leid, so meinte ich das nicht", sagte sie schuldbewußt.
"Aber seit Du immer mit Seven zusammen bist..." in ihren Augen schimmerten Tränen. "...ach, vergiß es. Vergiß, was ich gesagt habe, bitte." Sie drehte sich weg, damit er ihre Tränen nicht sehen konnte, die sie sich verstohlen wegwischte.
Chakotay war zutiefst getroffen und verletzt.
"Ich bin nicht mit Seven zusammen, wir flirten, aber das ist alles", versuchte er sich zu rechtfertigen. Langsam ging er auf sie zu und sah die Tränen.
"Du weinst?"
"Nein", sagte sie sofort und drehte sich wieder um. Inzwischen war sie ja schon perfekt im Unterdrücken von Gefühlen und so gelang es ihr auch diesmal. Sie hatte wieder ihre Captain Maske aufgesetzt.
"Wenn Du mit ihr schon flirtest, muß doch noch mehr dahinter stecken. Du brauchst mir nichts vorzumachen. Ich versteh das schon. Bloß dann steh auch dazu und mach mir keine... ich meine, Tisch mir keine Lügen auf." Sie guckte wieder in Marschrichtung.
"Gehen wir besser weiter damit wir vor der Mittagshitze eine Höhle finden, in der wir uns ausruhen können." Sie wollte weiter gehen.
Chakotay griff ihren Arm und hielt sie fest. Langsam näherte sich sein entstelltes Gesicht ihrem hübschen Gesicht. Er sagte nichts und küßte sie einfach auf den Mund.
Kathryn wußte gar nicht, wie ihr geschah. Im ersten Augenblick erwiderte sie den Kuß noch, doch dann löste sie sich von seinen Lippen.
"Chakotay!?!" Ihre Stimme klang leicht verstört.
Daß sie seinen Kuß erwiderte, verwunderte ihn arg, daß sie ihn abbrach, war ihm klar.
"Kathryn..." Seine Stimme klang verführerisch.
"Was sollte das?" Kathryn war über sein Verhalten jetzt verärgert, sie kam sich ausgenutzt vor.
"Mit Seven flirten und mich küssen? Es reicht Chakotay, so wie Du gerade hat mich noch niemand behandelt! Ich... ich kann Dir das einfach nicht glauben."
Aber ich will es glauben! schrie eine Stimme in ihr. Kathryn war hin- und hergerissen, was nun eigentlich davon halten sollte.
Anstatt zu antworten zog Chakotay sie zu sich heran, hielt sie fest in einer Umarmung und küßte sie erneut.
Kathryn wehrte sich nun.
"Hör auf!" schrie sie ihn an.
Chakotay löste zwar den Kuß aber nicht die Umarmung.
"Du machst mir Angst! Laß mich los!" Kathryn zitterte regelrecht. Sie erkannte ihren ersten Offizier nicht mehr wieder.
Chakotay sah hinunter auf seine Hände, und dachte darüber nach welche Gedanken ihm gerade durch den Kopf gegangen waren. Wieder etwas klarer im Kopf, wurde ihm bewußt, daß bei dem Unfall noch irgend etwas anderes mit ihm geschehen sein mußte. "Scanne mich bitte, scanne mein Gehirn nach Anomalien."
Ohne ein weiteres Wort ging Kathryn sofort nach dem medizinischen Tricorder suchen. Sofort hatte sie ihn gefunden und scannte Chakotays Kopf. Sie scannte lange, doch dann schüttelte sie den Kopf.
"Außer der Gehirnerschütterung kann ich nichts finden." Sie klappte den Tricorder wieder zu und verstaute den Scanner. Etwas verstört sah sie ihn an und fragte dann: "Was ist denn nur in Dich gefahren?" Dabei hielt sie gebührend Abstand.
Chakotay schüttelte den Kopf.
"Ich weiß es nicht."
"Wir... Du solltest Dich ausruhen..." Kathryn holte ihm das Wasser und einige Früchte, die sie noch eingesteckt hatte.
"Hier." Sie reichte ihm beides hin.
Chakotay nahm eine der Früchte und biß hinein. Die Fruchtsäure, die ihm über die Mundwinkel lief, brannte auf seinem Gesicht und er verzog es leicht.
Ich muß unbedingt zum Shuttle zurück und etwas zum desinfizieren besorgen, dachte Kathryn besorgt, als sie Chakotay beobachtete.
Heute Nacht, beschloß sie.
"Warte hier, ich komme gleich wieder", sagte sie dann und ging ein Stück weiter um den Weg zu erkunden.
Chakotay setzte sich hin und dachte über sein merkwürdiges Verhalten nach.
Nach einer Weile kam Kathryn wieder.
"Wenn wir jetzt noch etwas marschieren, können wir die Höhle und das Wasser in knapp vier Stunden erreichen, dann kommen wir kurz vor Mittag dort an. Was meinen Sie?"
Unbewußt war sie wieder zum "Sie" übergegangen, Macht der Gewohnheit.
"Wir sollten losgehen." sagte Chakotay und stand auf. "Wo lang?"
"Weiter an den Felsen entlang." Kathryn nahm sich schweigend wieder das Gepäck und ging voran.
"Soll ich auch etwas tragen?" Chakotay fühlte sich leicht unnütz.
"Es geht schon, danke. Kümmern Sie sich nur darum, daß sie bei Kräften bleiben." Kathryn verfiel wieder in Schweigen und dachte über das nach, was vor wenigen Minuten geschehen war.
Was hat er bloß, das war nicht Chakotay. Warum hat er das bloß getan?
Chakotay lief schweigend hinter Kathryn her.
Sie hatten schon gut dreiviertel des Weges hinter sich, als Kathryn ein leichtes Schwindelgefühl spürte.
Mist, ich hätte gestern doch noch etwas essen sollen.
Sie blieb einen Moment stehen und trank einen Schluck Wasser. Es half ihr nicht wirklich und sie mußte sich kurz an die Felsen lehnen. Erschöpft schloß sie kurz die Augen.
Chakotay bemerkte es und war sofort neben ihr.
"Kathryn?"
"Schon gut, mir ist nur etwas zu heiß." Sie nahm alle Kraft zusammen, setzte ein entschlossenes Lächeln auf und stand schon wieder.
"Also, gehen wir weiter, wir müßten in einer knappen Stunde angekommen sein." Entschlossen ging sie weiter. Chakotay folgte ihr, war aber besorgt und blieb näher bei ihr als nötig.
Kathryn, die entschlossen war ihren Zustand zu ignorieren, setzte einen Fuß vor den anderen. Zwischendurch trank sie immer wieder ein Schluck Wasser und vergaß dabei auch Chakotay nicht. Endlich kam die Höhle in Sicht.
"Da ist es!" sagte Kathryn erschöpft und wußte später gar nicht mehr, wie sie die letzten Meter zu dem Unterstand zurückgelegt hatte. Kaum war sie ein Stück weit in der Höhle, die mit einer Art Moos auf dem Boden und Pflanzen an den Seiten und Wänden übersät war, fiel sie auch schon regelrecht zu Boden und blieb erschöpft liegen.
Chakotay ging sofort zu ihr.
"Kathryn!!"
"Schon gut, ich bin nur etwas müde... setzen Sie sich, ich gucke mir gleich noch mal Ihr Gesicht an." Sie schob sämtliche Gerätschaften aus ihrem näheren Umfeld, da sie sich kurz hinlegen wollte.
Chakotay setzte sich neben sie.
Kathryn, der Chakotays merkwürdiges Verhalten von vorhin noch im Kopf herumging, rückte unauffällig ein Stückchen weiter weg. Er realisierte es und sah zu Boden.
"Verzeihung..." Er stand auf und ging zur gegenüberliegenden Wand und setzte sich dort hin, die Knie zum Oberkörper gezogen.
"Nein... es ist nur... ich..." Sie dachte kurz nach. "Es tut mir leid, ich weiß bloß nicht, was ich von alledem halten soll, es ist einfach zu viel passiert..." versuchte sie sich zu rechfertigen.
Chakotay winkte ab. "Ist okay."
Kathryn seufzte. "Vielleicht sollten wir noch einmal in Ruhe darüber reden, so kann es jedenfalls auch nicht weitergehen." Sie sah ihn an und wartete.
Chakotay versuchte zu lächeln.
"Schlafen Sie, Sie sind müde. Wir reden später", sagte er und lehnte sich an die Wand.
"Versprechen Sie mir, nicht wieder das Weite zu suchen? Ich könnte wirklich etwas Schlaf gebrauchen", antwortet Kathryn fragend.
Schließlich muß ich heute Nacht noch viel Laufen..., dachte sie bei sich und schloß die Augen. Kurze Zeit später war sie eingeschlafen.
"Ich werde bleiben.." Doch Kathryn schlief bereits. Chakotay legte sich etwas bequemer hin und war auch binnen Minuten eingeschlafen.

Streit, Zweifel und Geständnisse

Als Kathryn aufwachte war es bereits dunkel und kälter geworden. Sie fing an zu zittern, da sie nur ihr ärmelloses Shirt trug und angelte nach ihrer Uniformjacke. Sie sah Chakotay an der Wand gegenüber liegen und offensichtlich noch schlafen.
Sehr gut, das erleichtert mir einiges, dachte sie und stand leise auf. Aus dem Medkit holte sie einen Injektor, den sie mit einem Schlafmittel füllte und dann zu Chakotay ging. Vorsichtig trat sie an ihn heran und drückt ihn das Hypospray gegen die Halsschlagader, wo es sich zischend entlud.
Er erwachte zwar dadurch, jedoch war er schon schläfrig. Er sah sie nur kurz an und flüsterte fast verzweifelt: "Warum? Dann schlief er auch schon wieder ein.
Nur zu Deinem Besten..., flüsterte sie und zog trotz der Kälte ihre Jacke wieder aus, um sie über den Schlafenden zu legen. Dann nahm sie die Wasserflasche und das überflüssige Gepäck wieder und ging Richtung Shuttle.
Wenn ich mich beeile, müßte ich in zwei Stunden wieder zurück sein, überschlug sie schnell die Zeit. Zu lange wollte sie ihn natürlich auch nicht hier liegen lassen und lief los. Nur eine halbe Stunde später war sie bereits wieder beim Shuttle. Sie verstaute die Gerätschaften wieder an ihrem ursprünglichen Platz und nahm statt dessen nur zwei Tricorder, einen Phaser, eine Lampe, zwei Decken, die Wasserflasche, saubere Tücher und Alkohol mit. Alles verstaute sie in einem Rucksack und begab sich dann wieder zu der Höhle zurück. Als sie dort wieder ankam lag Chakotay noch genauso da, wie sie ihn verlassen hatte.
Sehr gut, dann kann ich gleich anfangen.
Mit der Gewißheit, daß das Schlafmittel noch einige Stunden wirken würde, kniete sie sich hinter ihn, legte seinen Kopf in ihren Schoß und begann nun, die Wunde des Commanders zu desinfizieren.
Gut, daß er nicht wach ist, das muß höllisch weh tun, dachte sie.
Schließlich war sie fertig und deckte mit einem weiteren sauberen Tuch seine verletzte Gesichtshälfte ab. Dann stand sie auf, nahm sich den Tricorder und eine Lampe und ging die Höhle erkunden, nach etwas Eßbarem und Feuerholz suchen.
Chakotay erwachte ca. eine Stunde später vor Schmerzen und stöhnte leise.
Kathryn war sofort bei ihm, ein weiteres Hypospray schon in Bereitschaft.
"Guten Morgen", begrüßte sie ihn und injizierte ihm ein Schmerzmittel.
Er versuchte ihre Hand zur Seite zu stoßen.
"Wieviel Schlafmittel wollen Sie mir eigentlich noch injizieren?" fragte Chakotay wütend.
"Das ist ein Schmerzmittel oder wollen Sie die nächste Stunde nur leiden?" Kathryn reichte ihm als nächstes Wasser und einige andere Beeren, die sie weiter hinten in der Höhle gefunden hatte.
Leider sind es nur eine Handvoll, doch für Chakotay müßte es eigentlich reichen, dachte sie.
"Entschuldigung", sagte er zerknirscht, nahm das Wasser und die Beeren und aß und trank.
"Schon gut, ich wäre vermutlich auch sauer, aber es war nur zu Ihrem Besten. Ach, tun Sie mir bitte einen Gefallen und lassen das Tuch diesmal auf der Wunde, okay?"
"Okay.... es tut mir leid..." Mitleiderregend sah er sie an.
Kathryn stand wieder auf und sah sich seufzend um.
"Ich muß mich auf die Suche nach etwas Eßbarem machen... die Notrationen im Shuttle werde ich auch noch holen. Sie warten hier", orderte sie und klemmte sich einen Tricorder an ihren Gürtel.
"Den Phaser lasse ich hier. Ich beeile mich. Fällt Ihnen noch etwas anderes ein, das wir aus dem Shuttle brauchen könnten?"
Chakotay schüttelte den Kopf, doch plötzlich wurde alles um ihn herum schwarz und er fiel auf den Boden.
"Chakotay!" schrie Kathryn entsetzt auf.
Sofort war sie mit dem Tricorder neben ihm und drehte ihn erst mal auf den Rücken. Als sie ihn scannte stellte sie eine Dehydration bei ihm fest.
Auch das noch, dachte sie besorgt und verflucht einmal mehr, daß der Doktor nicht hier war. Schnell holte sie etwas Wasser und benetzte Chakotays Lippen damit.
Chakotay war kam nicht wieder zu sich, das Gesicht war dreckig und das Wasser lief ihm am Mund herunter.
Kathryn suchte im Medkit nach Netinaline und fand gerade noch eine Ampulle.
Das reicht gerade für zwei Injektionen, stellte sie ernüchtert fest und lud das Hypospray damit. Doch bevor sie ihn wieder aus der Bewußtlosigkeit holte, säuberte sie noch einmal sein Gesicht.
"Kommen Sie Chakotay, wachen Sie auf!" flüsterte sie und wartete darauf, daß das Netinaline seine Wirkung zeigte.
Er erwachte langsam, doch sein Blick schien aus einer anderen Welt zu kommen.
Kathryn half ihm in eine sitzende Position und fragte: "Geht's wieder?"
"Was....?" Er lehnte sich gegen sie, war sich dessen aber nicht bewußt.
"Chakotay! Kommen Sie, wachen Sie auf! Ihr Körper hat zu wenig Wasser aufgenommen, Sie müssen unbedingt etwas trinken!" Sie hielt ihm die Wasserflasche hin.
Er nahm die Flasche mit zitternden Händen und trank gierig.
"Nicht so hastig, immer langsam, ich hole gleich noch mehr." Sie wartete darauf, daß er fertig wurde.
Chakotay trank die Flasche leer und gab sie ihr anschließend zurück.
"Danke."
Kathryn nahm die Flasche und ging zum Fluß um Neues zu holen.
"Hier, trinken Sie langsam aber trinken Sie. Das sollte vorerst helfen. Ich muß mich jetzt auf den Weg machen, je länger ich warte, desto später finde ich etwas Eßbares und Sie brauchen dringend etwas. Kann ich Sie hier allein lassen?"
Chakotay nickte.
"Gut. Falls etwas ist, rufen Sie mich über den Communicator."
Damit nahm sie nur ihren Tricorder, ging zum Fluß um selber noch einen Schluck zu trinken und machte sich dann auf in Richtung Shuttle.
Chakotay rollte sich zusammen und versuchte wieder zu schlafen um von seinen Fluchtgedanken wegzukommen.
Kathryn, der die Hitze sehr zu schaffen machte da sie auch kein Wasser mitnehmen konnte, hatte unterdessen einen kleinen Umweg genommen da der Tricorder wieder einige Pflanzen registriert hatte.
Chakotay hatte mittlerweile seine Sinne wiedergewonnen und beschlossen Kathryn so gut wie möglich zu helfen. Also stand er auf und begann um die Höhle herumzuwandern, auf der Suche nach Feuerholz, noch etwas zu essen und scannte die Umgebung mit dem Tricorder.
Kathryn hatte festgestellt, daß die Wurzeln dieser unscheinbaren Pflanze wertvolle Nährstoffe enthielten und hatte sie deshalb ausgebuddelt und eingepackt. Nun lagen vor ihr noch ungefähr drei Kilometer Weg durch glühende Wüste bis zum Shuttle.
Wenn wir nicht auf das Wasser angewiesen wären, hätten wir das Shuttle gar nicht verlassen müssen, dachte sie etwas säuerlich, denn dieser Fußmarsch war nicht gerade ein Vergnügen ohne Wasser.
Sie überlegte, wann sie das letzte Mal etwas gegessen hatte und stellte fest, daß es schon bestimmt zwei Tage her war. Sie griff nach einer Wurzel und wollte gerade hineinbeißen, als sie im letzten Moment die Bewegung stoppte und an Chakotay dachte.
Nein, er braucht sie dringender als ich, entschied sie und steckte sie wieder weg. Dann ging sie weiter.
Chakotay hatte mittlerweile eine Sorte Beeren entdeckt die zwar ekelhaft aussahen aber eine Menge Flüssigkeit enthielten. Ein paar aß er und ein paar steckte er ein. Dann scannte er weiter und fand noch weitere Beeren.
Kathryn erreichte das Shuttle am späten Nachmittag. Als sie die Tür geöffnet hatte, fiel sie erst mal in den nächsten Sessel. Ihr Mund war ausgetrocknet und sie schwitzte nicht mal mehr. Eine Stimme warnte sie davor, die Augen zu schließen und einzuschlafen: Kathryn, Du brauchst Wasser! doch obwohl sie verdammt genau wußte, daß sie auf diese Stimme hören sollte, hatte sie im Moment einfach keine Kraft mehr zum Aufstehen.
"Nur einen Moment..." murmelte sie noch, bevor sie einschlief.

Nachdem Kathryn nach 5 Stunden nicht wieder aufgetaucht war, machte sich Chakotay große Sorgen. Er versuchte, sie über den Communicator zu erreichen.
Kathryn wachte von Chakotays Stimme auf.
"Hm..." Sie war noch schläfrig und ihr Mund war so trocken, daß sie momentan nur ein Murmeln herausbekam.
"Kathryn...? Wo sind sie?" Seine Stimme klang besorgt.
"Im... Shuttle.... alles ..in Ordnung", flüsterte sie und versuchte, aufzustehen.
"Ich habe mir Sorgen gemacht, es wird bald dunkel, sie sollten dort bleiben über Nacht."
Diese Aussage ließ Kathryn hochschrecken. Verdammt! dachte sie.
"Nein, ich komme zurück. Ich bin bald wieder da."
Sie dachte an Chakotay und mobilisierte ihre Kräfte um endlich die restlichen Sachen zu packen und schnell wieder zur Höhle zu kommen. Wenigstens ist es jetzt nicht mehr so heiß.
"Aber seien Sie vorsichtig!" bat Chakotay noch. Er machte sich doch etwas Sorgen um sie.
"Natürlich. Bis später. Janeway Ende."
Sie schloß den Comkanal, hatte wenig später die Notrationen und einige Probenbehälter eingepackt und verließ wieder das Shuttle. Ihren Körper, der regelrecht nach etwas Wasser schrie, ignorierte sie kurzerhand.
Bis Kathryn zurückkehrte, hatte Chakotay keine Ruhe. Mehrere Male war er kurz davor, den Comkanal zu öffnen, doch er wollte auch nicht nervig erscheinen.
Kathryn hatte gut die Hälfte des Weges geschafft, als ihr die Beine den weiteren Dienst versagten und sie unangenehmen Kontakt mit dem staubigen, trockenen Boden hatte.
In dem Moment, in dem Kathryn zu Boden fiel, hatte Chakotay eine böse Ahnung, irgend etwas mußte mit Kathryn sein und er öffnete den Comkanal: "Chakotay and Janeway."
Kathryn tastete nach ihrem Communicator. Nach einer Ewigkeit tippte sie drauf und versuchte zu sprechen: "Janeway hier..."
"Kathryn bist du in Ordnung?" In seiner Stimme klang Besorgnis mit.
"Ja.... nur ein bißchen... müde..."
"Wo bist Du genau?"
Er bekam keine Antwort mehr...
"KATHRYN...!!!!!"
Kathryn hatte die Augen geschlossen und einfach keine Kraft mehr, zu antworten.
Chakotay schloß den Comkanal wieder, schnappte sich seinen Tricorder und scannte nach ihren Lebenszeichen. Sie war ca. 2 km entfernt. Sofort rannte er los.
Kathryn lag unterdessen am Strand in der Sonne. In der Nähe hörte sie einen Wasserfall. Schon stand sie auf, um dorthin zu gelangen. Doch so lange sie auch lief, der Wasserfall blieb unerreichbar.
Chakotay hatte die Strecke in Rekordzeit zurückgelegt, kniete sich an ihre Seite und schüttelte sie leicht an der Schulter. "Kathryn??"
Kathryn, die immer noch versuchte, das Wasser zu erreichen, wurde plötzlich von jemandem festgehalten. Als sie sich umdrehte, stand ein bösartig aussehendes Monster hinter ihr und fing an, sie zu schütteln. Sie wehrte sich nach Kräften, aber war dem Wesen einfach nicht gewachsen.
Chakotay realisierte, daß sie im Delirium sein mußte und machte sich schlimme Vorwürfe, daß er sich so gehen ließ. Er nahm ihre Sachen (das, was sie aus dem Shuttle geholt hatte), hob Kathryn langsam hoch und trug sie zurück zur Höhle.
Kathryn war inzwischen von dem Monster überwältigt worden. Dieses trug sie jetzt weg.
Obwohl Chakotay es genoß sie in seinen Armen zu halten, wurde sie mit jedem Schritt schwerer. An einem schattigen Platz machte er kurz Rast, legte sie sanft auf den Boden, zog seine Jacke aus und legte sie unter ihren Kopf. Dann scannte er sie kurz und verfluchte sich, daß er das Wasser in der Höhle gelassen hatte.
Kathryn wachte auf und fand sich in völliger Dunkelheit wieder. Sie tastete etwas umher und stieß auf etwas weiches. Im nächsten Moment flammte eine Fackel auf und vor ihr lag die aufgequollene Leiche ihres Vaters. Kathryn schreckte panisch zurück um direkt auf der Leiche von Justin zu landen. Sie stieß einen Schrei aus.
Chakotay hatte sich hingesetzt, war tief in Gedanken und schreckte jetzt hoch.
"Kathryn?"
Kathryn stand auf um wegzurennen, doch wie aus dem Nichts stand das Monster wieder vor ihr. Es fletschte die Zähne und wollte sie in den Hals beißen. Sie schreckt aus dem Traum hoch und nahm das verschwommene Gesicht ihres ersten Offiziers wahr.
Chakotay ging zu ihr, kniete sich neben sie und berührte sie vorsichtig an der Schulter. Er war sehr besorgt!!!!!
"Kathryn...?"
"Chakotay...." flüsterte sie, zu mehr war sie nicht fähig.
Er strich ihr sanft über das Gesicht.
"Shhh, wir müssen zurück zur Höhle." Er nahm die Sachen und hob sie wieder auf seine Arme um den Weg fortzusetzen.
Kathryn bekam noch halbwegs mit, daß Chakotay sie trug, konnte ihm aber überhaupt nicht helfen. Eigentlich hätte sie sich ja um ihn kümmern müssen.
Chakotay trug sie im Schweiße seines Angesichts zurück zur Höhle und dankte seinem Gott dafür, daß es dunkel und etwas kühler war. In der Höhle angekommen, legte er sie neben das Feuer, welches er ausgemacht hatte als er gegangen war. Er machte es wieder an.
Kathryn war bewußtlos.
Chakotay setzte sich neben sie, nahm die Wasserflasche und benetzte ihre Lippen.
Kathryns Mund öffnete sich zwar etwas, aber sonst bewegte sie sich nicht.
Er versuchte, das Medkit zu erreichen, schaffte es endlich und injizierte ihr Netinaline um sie aufzuwecken.
Kathryn stöhnte leise und schlug dann die Augen auf. Sie versuchte, Chakotays Namen zu sagen, brachte aber kein Wort heraus.
"Shhhh, sprechen sie nicht." Er hielt ihr die Wasserflasche an den Mund.
"Trinken Sie."
Das meiste Wasser lief an Kathryns Mund vorbei, da ihr Schlund durch die Trockenheit sehr eng geworden war. Außerdem hatte sie jedes Durstigkeitsgefühl verloren und nahm nur ein paar Schlucke.
"Sie müssen mehr trinken."
Kathryn machte eine abwehrende Handbewegung.
"Später." Dann schloß sie wieder die Augen. Sie wollte einfach nur etwas schlafen.
"Nein jetzt, bitte." sagte Chakotay.
Sie schüttelte leicht den Kopf. "Ich bin so müde..."
"Sie dürfen schlafen, wenn Sie noch etwas getrunken haben."
"Sie sind nicht nett...." stammelte sie, "...ich werde Sie auch... mal vom Schlafen abhalten..." Kathryn öffnete schwerfällig die Augen und trank noch einen Schluck Wasser.
"Zufrieden?" Sie versuchte ihren Janeway-Blick aufzusetzen, was aber nicht wirklich klappte.
"Noch einen."
"Ich kann nicht mehr.... ich will jetzt schlafen." Demonstrativ machte sie die Augen zu.
"Von mir aus schlafen sie." Chakotay zuckte mit den Schultern. "Aber wenn sie an Dehydration sterben, machen sie mich nicht dafür verantwortlich."
"Ist mir egal. Dann ...sterbe ich eben. Dann können Sie... Seven....für sich haben..."
Was soll das denn? dachte Chakotay.
"Was soll ich mit Seven?" Fragte Chakotay in der Hoffnung, daß das Kathryn wach halten würde und er sie noch dazu bringen konnte, etwas zu trinken.
"Na... was wohl? Gehen Sie... doch ins Bett ... mit ihr und lassen Sie... mich in Frieden sterben."
"NEIN!" Wann kapiert sie es endlich!!?? dachte er verärgert.
"Sie werden nicht sterben, und wenn ich Ihnen das Wasser eigenhändig in ihre Kehle schütte!"
"Wagen Sie es nicht..." Kathryn versuchte, von ihm wegzurutschen.
"Fordern sie mich nicht heraus!" Chakotay schaute sie mit demselben Gesichtsausdruck wie in der Wüste an als er sie küßte.
Kathryn ignorierte ihn und rutschte weiter weg.
Er nahm die Wasserflasche und warf sie ihr zu.
"E..entschuldigung..." Chakotay ging aus der Höhle, blieb aber in ihrem Blickfeld.
Kathryn blieb da liegen, wo sie war und bewegte sich nicht mehr.
Nach 20 Minuten kehret Chakotay zurück und fand sie so. Er griff nach dem Medkit und injizierte ihr ein Aufbaupräparat, einige Vitamine und Netinaline.
Kathryn wurde unsanft aus ihren Träumen gerissen. Als sie die Augen öffnete, sah sie wieder Chakotay.
"Warum wecken Sie mich immer? Außerdem ist mir heiß", stöhnte sie.
"Das liegt an dem Wassermangel." Er deutete zur Wasserflasche.
"Eher an der Uniform.... helfen Sie mir mal?" Kathryn versuchte sich ihre Jacke auszuziehen.
"Ich würde das nicht empfehlen, nachts wird es sehr kalt hier."
"Ich schwitze aber... " Kathryn versuchte es alleine, schaffte es aber nicht. Sie war noch zu geschwächt.
"Warum haben Sie mich aufgeweckt? Ich wollte schon immer im Schlaf sterben..." sagte sie müde.
"Weil ich... ach vergessen Sies!" Er half ihr die Jacke auszuziehen.
"Danke. Weil Sie was?"
"Nichts."
"Ich will es aber jetzt wissen... und ich habe Durst." Sie klang sehr schläfrig.
"Da liegt die Wasserflasche."
"Erst will ich wissen... was Sie sagen wollten...."
"Das ist unwichtig."
"So unwichtig wie das Wasser? Dann brauche ich ja auch nichts zu trinken...." Sie guckte ihm tief in die Augen.
Chakotay guckte weg.
"Dann gehen Sie jetzt.... lassen Sie mich allein." Kathryn schloß wieder die Augen.
"Nein. Trinken Sie und ich sage es."
"Das ist Erpressung! Seinen Captain erpreßt man nicht!" Sie dachte kurz nach. "Versprechen Sie es?"
Er nickte und dachte sich: Ich muß komplett bescheuert sein.
Kathryn angelte nach dem Wasser und trank einen Schluck.
"Nun?"
"Trinken Sie bitte mehr."
"Ich kann nicht so schnell trinken..." Langsam trank sie mehr und wartete.
"Warum denken Sie ich will was von Seven?"
"Um mich das zu fragen, haben Sie mich geweckt?" Kathryn hatte mit so einer Frage nicht gerechnet. Doch dann legte sie die Wasserflache neben sich, zuckte kurz mit den Schultern und meinte: "Das ist einfach so offensichtlich, daß es schon Thema Nummer eins auf dem Schiff ist, wußten Sie das nicht?"
Er nickte. "Aber die Gerüchte sind falsch, Seven flirtet mit mir, nicht umgedreht."
Kathryn guckte traurig zur Seite und sagte leise: "Gestern haben Sie aber etwas anderes behauptet. Sie haben gesagt, sie flirten nur mit ihr, das ist alles. Sie sagten nicht, Seven flirte mit Ihnen...."
"Ich erwidere mit einem Lächeln, aber das ist alles. Ich bin nicht interessiert an ihr. Sie ist nicht mein Typ."
Kathryn sah ihn zweifelnd an.
"Sie glauben mir nicht", stellte er schulterzuckend fest.
"Ich möchte Ihnen so gerne glauben... wirklich, aber ..."
"Aber...?" gespannt sah er sie an.
Verdammt. Das hätte nicht sein müssen, dachte Kathryn und ihr Blick fiel auf Chakotays Gesicht.
"Wie geht es Ihnen eigentlich Chakotay? Haben Sie noch große Schmerzen?" leicht berührte sie sein Gesicht.
"Übrigens, vielen Dank, daß Sie mich gerettet haben."
"Ich habe keine Schmerzen mehr." Er lehnte sein Gesicht leicht in ihre Hand.
"Ich würde alles für Sie tun", sagte er und nachdem er es gesagt hatte, bereute er es.
Kathryn hielt ihre Hand noch weiter an seinem Gesicht und strich leicht darüber.
"Wirklich?" fragte sie nun mit einem sanften Lächeln.
Chakotay nickte nur, die Stimme versagte bei diesem Lächeln. "A...alles...."
Kathryn sah ihn warmherzig an und versuchte dann, aufzustehen. Ihr war verdammt schwindlig und sie lehnte sich stöhnend gegen die nächste Wand.
Chakotay sprang auf um sie zu stützen.
"Bist du okay?"
"Ooohh... ich hätte vielleicht doch etwas essen sollen..." Sie schloß kurz die Augen und tatsächlich ließ das Schwindelgefühl langsam nach.
Chakotay hielt sie in seinen Armen.
"Du solltest Dich wieder hinsetzen."
"Nein, ist schon gut. Wo sind die Sachen, die ich bei mir hatte? Ich habe einige Wurzeln gefunden, die wertvolle Nähstoffe enthalten..." Kathryn sah sich suchend um und entdeckte die Sachen an der gegenüberliegenden Höhlenwand. Sie stieß sich von der Wand ab und taumelte langsam auf sie zu. Die Wurzeln waren zum Glück noch da und sie drückte sie Chakotay in die Hand. "Hier, das wird Ihnen guttun."
"Sie werden die essen." Er stützte sie. "Ich habe keinen Hunger", log er.
"Fangen Sie nicht an, mir zu widersprechen, ich werde auch davon etwas essen, aber für Sie ist das wichtiger. Sie haben viel Blut verloren und brauchen deshalb diese Nährstoffe dringender als ich. Und jetzt will ich keine Diskussion hören. In der Nähe sind weitere Pflanzen und die Notration haben wir ja auch noch. Also bitte..." Kathryn guckte ihn scharf an.
Er nahm zwei der drei Wurzeln und gab ihr die eine zurück.
"Ich esse zwei und sie die andere, okay?"
"Je mehr, desto besser." Kathryn holte sich einen Tricorder und scannte die Umgebung. "Na bitte, ganz in der Nähe sind noch mehr dieser Wurzeln. Ich werde sie morgen früh gleich suchen gehen. Und jetzt ist Schluß - ich habe noch genug Nährstoffe in mir und außerdem nur Durst. Sie essen die Wurzeln und ich trinke noch etwas Wasser."
Sie holte das Wasser und trank ausgiebig, immer mit einem Auge auf Chakotay, ob er auch wirklich das tat, was sie ihm befohlen hatte.
Sie wurde nicht enttäuscht. Kathryn war zufrieden. Da sie seit drei Tagen nichts gegessen hatte, war ihr Hungergefühl eh weg. "Na bitte, und jetzt schlage ich vor, werden wir versuchen noch etwas wach zu bleiben, damit wir in der größten Hitze ein bißchen schlafen können. Wie wäre es mit einer indianischen Legende am Feuer?"
"Wie wäre es mit einer Legende aus Indiana?" entgegnete er zwinkernd.
Kathryn lächelte. "Bei uns gibt es keine Legenden... das wissen Sie doch. Ich muß nur immer an ihre Geschichte auf New Earth denken..." Dabei guckte sie ihn gedankenverloren an.
Er seufzte. "New Earth..." tief blickte er ihr in die Augen. "Ich...." Halt die Klappe, dachte er sich.
"Ja?"
Was nun? was sage ich nun? überlegte er verzweifelt.
Kathryn wartete geduldig.
Chakotay wurde hektischer. "Sie wissen es doch."
"Was weiß ich?"
"Daß ich...." Mensch, sag es endlich! "Sie liebe."
Kathryn wußte nicht recht, was sie darauf antworten sollte, doch sie entschloß sich einfach für die Wahrheit.
"Ich liebe Dich auch, aber.... aber dachte immer, Du und Seven.... ich meine, ich habe seitdem versucht, Dich nicht mehr zu lieben, aber es ging nicht und es tat mir so verdammt weh..."
Seine Augen zeigten Freude und Unglauben in einem.
"Ist das wahr?" Er bewegt sich langsam auf sie zu, in der Angst, alles sei nur ein Traum und eine schnelle Bewegung würde die Illusion platzen lassen.
"Du...du.. liebst mich?"
"Ich... ja schon... aber.. ich weiß nicht, ob ich schon wieder so weit bin alles aufzugeben. Auf New Earth war ich fast soweit, doch dann kam ja Tuvok zurück..." Sie sah ihn leicht verzweifelt an.
Dieser Blick traf ihn in Mark und Bein.
"Was denn aufgeben?"
"Du weißt doch, daß ein Captain keine Beziehung mit einem Besatzungsmitglied eingehen darf... doch auf New Earth habe ich irgendwann begriffen, daß ich nicht mehr der Captain bin. Aber als Tuvok dann wieder kam... danach habe ich lange mit mir gekämpft und war dennoch bereit, alles für Dich aufzugeben. Aber dann kam Seven..." Kathryn guckte zur Seite.
"Ich konnte Eure Flirterei nicht länger ertragen und habe mich praktisch selbst versucht zu schützen..."
"Vergiß Seven." Er nahm ihre Hand in seine. "Was kann ich tun um dieses Gefühl wiederzuerwecken?" leicht küßte er ihre Hand.
"Ich weiß es nicht, wirklich... ich hatte einfach zu lange Zeit um meine Gefühle sicher zu verschließen."
"Laß mich Dir helfen..." zärtlich küßte er jeden einzelnen Finger.
Kathryn sah ihn immer noch recht zweifelnd an, doch der Widerstand in ihr begann bereits langsam zu bröckeln.
"Es... wird vielleicht eine Zeit brauchen, aber ich liebe Dich wirklich. Ich habe es immer getan."
Er legte die Hand, die er eben geküßt hatte, an sein Herz. "Fühlst du das?"
Kathryn schloß die Augen und konzentrierte sich auf seinen Herzschlag. "Scheint normal zu sein."
"Es schlägt für Dich... nur für Dich.."
Kathryn lächelte. "Chakotay, Du bist hoffnungslos romantisch..."
Sanft nahm er ihr Gesicht in seine rechte Hand und küßte sie zärtlich. Es war eigentlich kein Kuß, mehr ein leichtes berühren der Lippen.
"Ich weiß."
Kathryn lief ein Schauer über den Rücken. Dieses Gefühl hatte sie lange nicht mehr. Sie war kurz davor den Kuß zu erwidern, als plötzlich der Boden heftig bebte. Einige Steine fielen von der Decke.
"Was zum.... Chakotay! Raus hier, schnell!" rief sie.
Chakotay sah nach oben und bemerkte, daß sich Steine auf sie zu bewegten. Mit einer energischen Bewegung schubste er Kathryn zu Seite. Er sah noch, daß sie zu Boden fiel, als der erste Stein seine Stirn traf und er bewußtlos wurde. Die anderen Steine bemerkt er nicht mehr.
Kathryn fiel auf den Boden und sah mit Entsetzen, daß Chakotay von einigen Steinen getroffen wurde. Auch sie bekam einige Steine ab, jedoch hatte sie nur ein paar Kratzer davon abbekommen. Nach einigen Sekunden hörte das Beben auf und Kathryn kroch zu Chakotay. Sie fühlte nach seinem Puls und stellte erleichtert fest, daß er noch lebte. Sofort begann sie, die Steine von ihm runter zu heben und wollte einen Tricorder holen. Doch auch ihre Sachen waren verschüttet worden und von dem Tricorder waren nur noch Einzelteile übrig.
"Verdammt!" fluchte sie und tastete Chakotay nach Verletzungen ab. So konnte sie erst einmal nichts finden und deshalb beschloß sie, ihn aus der Höhle zu bringen, bevor noch ein weiteres Beben einsetzt würde.
Während sie ihn abtastete, wachte er langsam wieder auf.
"Au..... was.... wo... autsch....." Er berührte die Stirn, wo der Stein ihn getroffen hatte.
"Chakotay!" rief Kathryn erleichtert. "Hast Du Schmerzen irgendwo? Der Tricorder ist zerstört worden."
Er schüttelte leicht den Kopf um wieder klar denken zu können.
"Nein...." log er, er hatte Kopfweh und das rechte Bein war verstaucht.
Kathryn sah ihn prüfend an. "Gut, und jetzt die Wahrheit?"
"Wir sollten aus dieser Höhle raus." Er versuchte aufzustehen, bemerkte erst jetzt den Schmerz im Bein und taumelte.
Kathryn hielt ihn sofort fest und legte seinen Arm um ihre Schultern um ihn so stützen zu können.
"Langsam, wenn wir draußen sind, gucke ich mir Dein Bein an." Außerhalb der Höhle half sie ihm, sich hinzusetzten und betrachtete dann prüfend sein Bein.
"Scheint nur verstaucht zu sein." stellte sie fest, als sie es vorsichtig hin und her drehte und bewegte.
Chakotay sah sich um. "Sind alle Instrumente zerstört?"
"Ich fürchte ja. Aber im Shuttle sind noch einige Geräte. Vielleicht sollten wir wieder zum Shuttle zurückkehren, dort ist es vermutlich sicherer. Das Wasser und die Nahrung müssen wir halt jedes Mal holen gehen." Fragend guckte sie ihn an.
"Es wird aber lange dauern, bis wir am Shuttle sind." Er zeigte auf sein Bein.
"Was sollen wir aber machen? Gehen wir in die Höhle zurück, werden wir vielleicht erschlagen, bleiben wir draußen, wird uns die Hitze schaffen...."
Chakotay erhob sich wieder und stand auf wankenden Beinen. "Na dann los..."
"Warte, laß uns erst noch etwas trinken bevor wir losgehen", sagte Kathryn und dirigierte ihn zum Fluß. Beide tranken noch ausgiebig und dann machten sie sich auf den Weg zum Shuttle.
Chakotay humpelte und bemühte sich, mit ihr Schritt zu halten.
Zwischendurch machten sie immer wieder eine kurze Pause, doch schließlich erreichten sie endlich das Shuttle. Kathryn öffnete die Tür und beide traten ein. Sie brachte Chakotay in den hinteren Teil und half ihm, sich auf eine Liege zu legen. Dann suchte sie nach einem Tricorder.
Chakotay legte sich dankbar auf die Liege und schloß die Augen. "Es tut mit leid...."
"Was tut Dir leid?" fragt Kathryn erstaunt und kam mit einem Tricorder zurück.
"Daß Du so viel Ärger mit mir hast."
"Unsinn. Ärger hat mir nur dieser Wirbel gemacht... und außerdem sollten wir den Standartinhalt der Medkits ändern...." Sie scannte ihn.
"Gut, nichts gebrochen, keine inneren Verletzungen." Sie klappte den Tricorder wieder zu.
"Bist du in Ordnung?" fragte Chakotay.
Kathryn sah ihn erstaunt an. "Klar. Ich gehe dann mal Wasser und etwas Eßbares besorgen. Kann ich Dich allein lassen? Vielleicht solltest Du etwas schlafen. Und wenn ich zurück bin, kümmere ich mich noch um Dein Gesicht." Sie ging los um nach einem großen Behälter für das Wasser zu suchen.
"Ja, aber bitte kontakte mich, wenn es Schwierigkeiten gibt." Er rollte sich auf die Seite und schlief ein.

Reparaturen und der Angriff

Als Kathryn wieder das Shuttle betat, schlief Chakotay immer noch. Sie sah das als gute Gelegenheit um sein Gesicht noch einmal gründlich zu säubern. Der viele Staub der Höhle und Wüste hatte seiner Verletzung bestimmt nicht gut getan. So langsam wie möglich, damit er nicht aufwachte, tupfte sie sein Gesicht sauber.
Chakotay zuckte zusammen und erwachte langsam. "Au....."
"Entschuldigung. Ich habe leider weder ein Schmerz- noch ein Schlafmittel mehr.... "
"Macht nichts", sagte er tapfer und war leise.
"Sag mal, wann hast Du Dich eigentlich in mich verliebt?" Kathryn dachte, daß sie ihn mit dieser Frage gut ablenken könnte.
"Als ich das erste mal auf die Voyager gebeamt wurde und ihr uns so "nett" willkommen hießt", grinste er.
"Ah so." Vorsichtig tupfte sie weiter. "Dann war es ja sozusagen 'Liebe auf den ersten Blick'. Außerdem: Wer hat denn auf uns gezielt?" Beide schwiegen für einen Moment. "So, fertig."
"Wer hat uns denn gejagt..?" Chakotay war dankbar, daß sie endlich fertig war, er hatte Schmerzen.
"Was heißt hier gejagt? Wir brauchten Euch doch gar nicht jagen... außerdem wollte ich in erster Linie herausfinden, warum sich mein Sicherheitsoffizier nicht mehr gemeldet hat!" Kathryn stand auf und beschloß, sich doch noch mal etwas genauer um den Transmitter zu kümmern, vielleicht konnte sie ihn irgendwie zusammen flicken.
Seufzend fragte Chakotay: "Müssen wir das jetzt diskutieren? Brauchst du vielleicht Hilfe?"
"War ja nicht bös' gemeint. Und nein, denn ich glaube, Du kannst mir hier gar nicht helfen. Aber danke." Kathryn vertiefte sich in die Tricorderanzeigen und Trümmerstücke.
"Ich glaub nicht, daß du da noch was machen kannst..." Er stand nun hinter ihr, hockte sich hin und berührte ihren Rücken leicht. "Du bist verspannt."
"Vielleicht kann ich aus den Teilen irgend etwas zusammen basteln..." Kathryn war völlig in Gedanken versunken und guckte die Teile prüfend an.
"Du solltest aber wissen, wann es sinnlos ist weiterzumachen." Er nahm das Teil, das sie grade in der Hand hatte weg und guckte es an.
"Was willst Du daraus noch machen?" Er warf es hinter sich und zeigte auf den Schrottberg.
Kathryn drehte sich erneut zu ihm um.
"Was soll das? Warum tust Du das? Wer weiß, welche Komponenten ich davon noch gebrauchen kann. Außerdem woher willst Du eigentlich wissen, daß ich den Transmitter nicht doch irgendwie zum laufen bringe? Du hast doch noch nicht mal richtig geprüft, wie es um das Shuttle steht!"
Kathryn, die es überhaupt nicht leiden konnte, wenn jemand eine "Alles-ist-sinnlos-Laune" verbreitete, klang gereizt.
"Bitte, mach weiter. Du wirst schon sehen." Er hockte weiter da und guckte zu.
Kathryn machte diese Reaktion noch wütender. Sie beschloß, ihn zu ignorieren und arbeitete statt dessen weiter.
Chakotay amüsierte sich bei ihren sinnlosen Versuchen.
Kathryns Hauptproblem war unterdessen das passende Werkzeug, das nicht vorhanden war. Sie war sich eigentlich sicher, daß sie es schaffen konnte wenigstens eine Nachricht zu senden, zwar wesentlich langsamer aber es könnte klappen. Verbissen versuchte sie, ein Metallstück etwas zu biegen.
"Soll ich mal?" Chakotay erriet ihre Absicht.
"Nein danke", zischte sie. "Sie sind doch sowieso der Ansicht, daß das alles sinnlos ist, Commander!"
"Nun seien Sie nicht kindisch!"
Kathryn stand auf und guckte umher um ein geeignetes Werkzeug zu finden. Schließlich nahm sie einfach einen Probencontainer aus ihrer Tasche und benutzte ihn als Hammer. Sie bekam das Metallstück zwar in die gewünschte Position, jedoch glitt es ihr aus der Hand und hinterließ einen blutenden Schnitt in ihrer Hand, der zwar nicht schlimm war, aber schön weh tat.
"Au!" keucht sie und schüttelte die Hand aus.
Na toll, ich ignoriers einfach, beschloß sie und ging triumphierend wieder zu ihrer Bastelei zurück. Sie paßte das Teil ein und justierte nun noch an den Einstellungen herum.
Chakotay nahm ihre blutende Hand. "Das muß verbunden werden."
Kathryn zog ihre Hand energisch wieder weg.
"Nein danke, das ist nur ein Kratzer, daran werde ich nicht sterben. Ich habe zu arbeiten." Sie bereitet nun eine Subraumnachricht vor und aktivierte anschließend den Transmitter. Zu ihrer großen Freude sendete er tatsächlich die Nachricht ab.
Dann drehte sie sich zu Chakotay mit einem "Ich-wußte-doch-daß-es-funktioniert" Gesicht um und meinte dann: "Ich denke, wir sollten in ein paar Tagen schon wieder hier wegkommen."
Damit ließ sie Chakotay einfach stehen und ging zum Replikator nach hinten um sich den auch noch mal genauer anzusehen. In dem Falle glaubte sie zwar nicht, daß sie ihn wieder zum Laufen bringen könnte, aber die Aussicht auf eine Tasse Kaffee und der Erfolg der einen Reparatur spornte sie mächtig an.
Beeindruckt, aber trotzdem etwas besorgt wegen ihrer Hand, setzte sich Chakotay hin und beobachtete sie.
Kathryn wurde das langsam lästig. Sie mochte es eigentlich gar nicht, wenn man sie ständig bei der Arbeit beobachtete!
"Haben Sie nicht was zu tun Commander? Oder gehen sie sich ausruhen von mir aus, aber ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mich nicht ständig beobachten würden."
Chakotay mochte es nicht, herumkommandiert zu werden. Ein seltsamen Gefühl stieg in ihm auf wie damals, als er sie küßte. Es war, als ob ihn eine heiße Welle überrollte und sein Gehirn ausschaltete.
Kathryn saß nun mit dem Rücken zu ihm und bekam von ihm gar nichts mehr mit. Sie war viel zu sehr mit dem Replikator beschäftigt.
Langsam ging er auf sie zu. "Klappt's?"
Kathryn gab nur eine Art knurren von sich, das man wohl als "Nein" interpretieren konnte, arbeitete aber weiter ohne aufzusehen.
Chakotay kniete sich vor ihr hin und sah sie an, dabei kam er ihr sehr nahe.
"Commander, würden Sie bitte etwas zur Seite gehen, ich kann so nicht arbeiten." Kathryn guckte nicht auf.
Er hob ihren Kopf an und sah ihr in die Augen.
Kathryn legte recht geräuschvoll ihre Werkzeuge weg und funkelte ihn böse an.
"Commander! Ich habe Sie gebeten etwas zur Seite zu gehen! Haben Sie ein Problem mit den Ohren?"
Er hielt ihr Gesicht fest, so daß es weh tun mußte.
"Au! Chakotay! Sie tun mir weh! Lassen Sie mich los!" Sie versuchte ihn wegzudrücken.
Er zog sie zu sich heran und küßte sie.
Kathryn riß die Augen auf und versuchte nun immer energischer, sich aus seinem Griff zu befreien.
Was Chakotay nur noch mehr antörnte. Er stieß sie zu Boden und legte sich auf sie.
Kathryns Herz schlug schneller, aber bestimmt nicht aus Liebe. Sie hatte Angst. Unter seinem Gewicht bekam sie fast keine Luft mehr.
"Chakotay!" keuchte sie, immer noch bemüht, ihn von sich runterzustoßen. "Runter von mir, das ist ein Befehl!"
Chakotay lachte diabolisch, sein Gesicht erschien dadurch noch grauenhafter, er war nicht mehr er selbst. Er verpaßte ihr eine schallende Ohrfeige und hielt ihre beiden Hände in einer von seinen und begann ihre Uniform aufzureißen.
Kathryn war für einen Moment starr vor Entsetzen. Die Wucht seines Schlages hatte ihren Kopf zur Seite gerissen und ihre Wange wurde von einem Metallstück verletzt. Benommen registrierte sie, was Chakotay mit ihr machen wollte. Mit aller Macht versuchte sie, sich zu befreien, doch da sein ganzes Gewicht auf ihre Arme und Beine verteilt war, konnte sie sich praktisch gar nicht mal rühren.
"Chakotay... hör auf, BITTE!!!!" flüsterte sie.
Chakotay reagierte nicht. Er hatte mittlerweile ihre Jacke und ihr Oberteil komplett zerrissen und küßte sie heftig auf den Mund um sie zum schweigen zu bringen. Seine linke Hand griff nach ihrem Busen.
Kathryn, durch deren Körper nun kräfteweckendes Adrenalin strömte, konnte ihre eine Hand befreien und tastete um sich herum verzweifelt nach einem Gegenstand, der ihr als Waffe dienen könnte. Gleichzeitig biß sie Chakotay in die Lippe als er sie gerade küßte.
Chakotay nahm ihre befreite Hand wieder in seine. Der Biß törnte ihn noch mehr an. Er hielt wieder ihre beiden Hände in seiner Rechten und mit der Linken versuchte er, ihre Uniformhose herunterzuziehen.
Kathryn, die sich nicht mehr anders zu helfen wußte, krallte ihre Fingernägel tief in seine Hände rein und kratzte ihn. Außerdem versuchte sie, ihre Beine zu bewegen um ihn an seinem weiteren Tun zu hindern.
Nach einer weiteren Ohrfeige, welche so schnell ging, daß sie sich nicht befreien konnte, drehte er sie mit einer raschen Bewegung auf den Bauch und kniete sich auf sie. Er riß mit einer Hand ein Stück von seinem Uniformhemd ab und band ihre Hände zusammen.
Kathryn stieß einen Schmerzensschrei aus, als Chakotay ihr die Hände so fest zusammenband.
"Chakotay!!!!!!!" schrie sie verzweifelt, in der Hoffnung, ihn wieder zur Vernunft zu bringen.
Er drehte sie wieder auf den Rücken und genoß ihre Hilflosigkeit. Er kniete immer noch auf ihren Beinen und lehnte sich nun langsam hinunter um ihren Busen zu küssen, hungrig und gewalttätig.
Kathryn stiegen vor Verzweiflung und auch Schmerz die Tränen hoch. Verzweifelt zerrte sie an ihren Fesseln doch sie saßen einfach zu fest. Sie versuchte ihren Oberkörper wegzudrehen.
Er küßte sie rauh auf den Mund und zerriß ihre Uniformhose, zog dann seine hinunter und drang gewaltsam in sie ein.
Kathryn rollten nun die Tränen herunter. Sie konnte einfach nicht fassen, was gerade passierte. Außerdem war Chakotay sehr gewaltsam und tat ihr verdammt weh.
"Au! Chakotay bitte hör auf!" flehte sie ihn noch einmal an.
Er bewegte sich rauh und gewalttätig in ihr und gegen Ende biß er sie vor Lust in ihre Brust und blieb danach auf ihr liegen.
Kathryns Gesicht war tränenüberströmt und sie zitterte am ganzen Körper, als er endlich von ihr abließ.
"Warum?" flüsterte sie und ihre Lippen zitterten dabei.
Er kam langsam wieder zu sich, doch noch immer in diesem geistesabwesenden Zustand. Er küßte sie auf die tränennasse Wange.
"Du warst wunderbar......" dann stand er auf, zog sich wieder an und ging.
Kathryn bekam einen regelrechten Weinkrampf und blieb so liegen.
Chakotay ging weg, als er plötzlich wieder so eine Welle spürte und zu Boden sank. Als er wieder erwachte, konnte er sich an nichts erinnern und wunderte sich, wie er hierher kam und warum seine Uniform zerrissen war. Er ging zurück zum Shuttle um sich von Kathryn untersuchen zu lassen.
Kathryn, die sich einigermaßen wieder gefangen hatte, konnte sich nicht von den Fesseln befreien und hatte sich einfach nur zusammengekauert.
Chakotay ging um das Shuttle herum. Da er seinen Tricorder nicht dabei hatte, rief er nach ihr.
"Kathryn, bist du hier?"
Kathryn hörte seinen Ruf und hoffte, daß er sie in Ruhe lassen würde. Allerdings fragte sie sich schon, warum seine Stimme so klang, als ob nichts passiert wäre.
Noch sah er nicht, daß sie gefesselt am Boden lag.
"Kathryn?"
Kathryn bewegte sich nicht und gab kein Geräusch von sich. Zu tief saß noch die Angst, ein weiteres Mal von ihm angegriffen zu werden.
Langsam aber sicher wurde er unruhig.
Wo ist sie nur? Plötzlich sah er sie am Boden liegen, ihre Sachen waren zerrissen und sie schien gefesselt zu sein. Er rannte zu ihr und kniete sich neben sie.
"Kathryn..? was ist geschehen?"
Kathryn sah ihn mit großen Augen an, sagte aber nichts.
Er erkannte, daß ihre Hände auf dem Rücken gefesselt waren und lehnte sich hinunter um sie zu befreien.
Als er näher kam, zuckte Kathryn ängstlich zusammen.
Chakotay lehnte sich hinunter um ihr Fesseln zu lösen, dann ging er nach hinten um eine Decke zu holen.
Als er die Fesseln gelöst hatte, strömte das Blut wieder in Kathryns Hände und hinterließ einen brennenden Schmerz. Ganz langsam bewegte sie ihre Arme, die ihr auch verdammt weh taten. Als Chakotay weg war, krabbelte sie in einen Ecke, zog die Beine an den Körper und schlang ihre Arme darum. Zitternde wartete sie, was Chakotay jetzt wieder vorhatte.
Chakotay kam zurück mit einer Decke und kniete sich neben sie um sie zuzudecken.
Kathryn guckte ihn ängstlich an und schließlich flüsterte sie: "Warum?"
Chakotay sah sie fragend an: "Was warum?"
"Warum haben Sie das getan?"
"Was habe ich getan?"
Kathryn wurde übel. Sie sah an sich herunter und guckte danach Chakotay vorwurfsvoll an.
"Warum haben Sie mir das angetan? Warum?"
Ihm kam ein übler Gedanke aber er wischte ihn zu Seite. Das konnte einfach nicht das sein, woran er grade dachte.
"Was habe ich Ihnen angetan, Kathryn?"
"Wollen Sie mir etwa weismachen, sie wissen davon nichts?" Kathryn klang erst wütend, doch jetzt verwandelte sich ihre Stimme wieder in ein Flüstern.
"Sie... sie haben mich..." es fiel Kathryn schwer, das Wort überhaupt auszusprechen "...vergewaltigt."
Oh nein, es ist also wahr! Sein schlimmster Gedanke wurde wahr, er konnte nur noch flüstern: "Ich habe was....? Oh Kathryn..." zu mehr war er nicht in der Lage.
Kathryn schüttelte fast unmerklich den Kopf. "Bitte.... lassen Sie mich in Ruhe."
Chakotay stand auf. Mit wackligen Beinen ging er nach hinten, setzte sich auf sein Bett und dachte nach, was mit ihm geschehen sein könnte.

Die Wurzel allen Übels

Kathryn atmete erleichtert auf, als Chakotay ging. Sie zog die Decke fester um sich und blieb so sitzen. Ihr ganzer Körper schmerzte noch und in ihrem Kopf herrschte ein heilloses Chaos.
Chakotay hatte seine Knie angezogen und sich an die Wand gelehnt. Tausend Gedanken rasten durch seinen Kopf. Er dachte darüber nach, was mit ihm los war, darüber, wie sehr es ihn schmerzte diese Worte von ihr zu hören, darüber, ob es vielleicht wieder passieren würde. Er ging ins Badezimmer um sein Gesicht zu waschen. Als er sich im Spiegel sah dachte er: Ich sehe nicht nur aus wie ein Monster, ich bin eins.
Er faßte einen Entschluß und ging langsam nach vorn zu Kathryn.
Kathryn hörte seine Schritte und wurde unruhig. Sie konnte sich einfach nicht erklären, was mit Chakotay los war. Denn obwohl er sie so verletzt hatte, glaubte ein Teil in ihr, daß er die Wahrheit sagte.
Oder möchte ich es nur glauben? schoß ihr es auf einmal durch den Kopf. Als sie Chakotay kommen hörte, war der Gedanke sofort wieder weg und sie klammerte sich unbewußt an der Decke fest.
Chakotay flüsterte: "Sperr mich ein."
Kathryn sah ihn überrascht an.
Er sah zu Boden.
"Irgend etwas stimmt nicht mit mir, ich möchte nicht,....daß... so etwas noch mal passiert..."
Obwohl Kathryn von seiner Handlung noch zutiefst geschockt war, begrüßt sie diese Worte: Irgend etwas stimmt nicht mit ihm...
Sie wünschte sich nichts sehnlicher, als daß es tatsächlich so war. Doch im Moment konnte sie sich überhaupt nicht entscheiden, was sie nun tun sollte und blieb erst einmal wortlos sitzen. Außerdem konnte sie im Moment noch nicht einmal aufstehen, ihre Arme kribbelten noch von der unerwarteten Blutzufuhr, ihre Sachen waren zerrissen und ihr Körper schmerzte immer noch.
"Ich bin wieder hinten und erwarte dein Antwort."
Kathryn nickte ganz leicht und als Chakotay wieder weg war, versuchte sie aufzustehen. Sie brauchte etwas neues zum Anziehen und ein heißes Bad. Unsicher, was sie jetzt machen sollte, stand sie in der Decke eingewickelt da. Da der Replikator kaputt war, hatte sich eine neue Uniform erledigt, doch ihre anderen Sachen waren in ihrer Tasche bei Chakotay hinten. Zögernd ging sie nach hinten.
Chakotay saß auf seiner Liege, stand aber auf als er sie kommen hörte.
Langsam kam Kathryn zur Tür und blieb in sicherer Entfernung stehen. "Ich bräuchte meine Tasche."
Er holte die Tasche und gab sie ihr, sah sie dabei nicht an.
"Danke." Kathryn ging mit der Tasche wieder nach vorne und wollte sich anziehen. Als sie jedoch die Decke weglegte und die Reste ihrer Uniform sah, die nun neben ihr lagen, kam das ganze Geschehen noch einmal in ihr hoch.
Die Tränen stiegen ihr erneut in die Augen und durch ihren Kopf ging das Szenario noch einmal. Sie fühlte sich hundeelend und begann wieder zu zittern. Irgendwann hatte sie sich dann wieder soweit gefangen, daß sie ihre anderen Sachen anziehen konnte. Neue Unterwäsche und ein schlichtes, weißes Leinenkleid. Die zerfetze Uniform packte sie in die Tasche und ging dann wieder nach hinten.
Chakotay hatte sich mittlerweile nicht bewegt, sah sie nicht an. "Haben Sie eine Entscheidung getroffen?"
"Ich... ich glaube, es wäre anfangs vielleicht das Beste. Aber selbst wenn ich wollte, wo könnte ich Sie einsperren? Wir haben im Shuttle keine Arrestzelle und selbst wenn, es gibt nicht genügend Energie um ein Kraftfeld zu errichten."
Kathryn schüttelte den Kopf. "Ich würde auch lieber herausfinden wollen, was mit Ihnen los ist. Es muß etwas mit diesem Planetoiden zu tun haben, aber warum verhalte ich mich nicht anormal?"
"Ich weiß es nicht." Er klang verzweifelt. "Was passiert, wenn ich es wieder versuche?"
"Ich weiß es auch nicht, ich werde es drauf ankommen lassen müssen. Und wenn es nicht anders geht muß ich Sie dann leider mit dem Phaser betäuben... ich weiß keinen anderen weg. Ich kann sie auch nicht die ganze Zeit gefesselt lassen. Am besten wäre es, wenn wir die Ursache finden und etwas dagegen tun."
"Am besten, Sie verschließen alle Phaser und behalten einen bei sich. Ich besteh darauf, daß Sie mich betäuben sobald ich seltsam reagiere."
Kathryn gefiel diese Idee zwar nicht sonderlich, aber sie nickte zustimmend. "Ich hoffe nur, ich finde schnell heraus, woran es liegt, ich kann sie nicht ständig niederschießen... auf Dauer ist das gefährlich."
"Nicht so gefährlich wie das, was ich tat." Er seufzte bei dem Gedanken. "Habe ich Ihnen sehr weh getan?"
"Ich.. ich möchte nicht darüber sprechen..." Sie drehte sich weg von ihm und suchte alle Phaser um sie zu verschließen. Einen behielt sie, doch an ihrem Kleid konnte sie ihn schlecht befestigen. Deshalb legte sie ihn kurzerhand auf den Tisch und machte sich daran, einen medizinischen Tricorder zu holen um Chakotay gründlichst zu untersuchen.
Chakotay präparierte den Phaser so, daß er unbrauchbar war, dann setzte er sich auf die Liege und wartete.
Kathryn, die ahnungslos mit einem Tricorder wiederkam, trat nun vor Chakotay und sammelte Daten. Nach einigen Minuten hatte sie ihn nach jeder erdenklichen Prozedur untersucht und wollte sich nun dran machen, die Daten auszuwerten.
"Darf ich dabei helfen?" Er wollte wissen was los war.
Kathryn sah ihn bittend an. "Nein, bleiben Sie einfach da sitzen, okay?"
"J..ja." Er setzte sich wieder hin.
Kathryn wertete sämtliche Daten aus, doch nirgendwo konnte sie etwas ungewöhnliches entdecken. Doch als sie seine DNA genauer untersuchte, wurde sie stutzig. Sie fand dort eine Nukleotidsequenz, die nicht wie die anderen die Aminosäuresequenz eines Proteins codierte sondern die Y-Chromosome veränderte. Kathryn konnte sich jedoch nicht erklären, wie diese Nukleotide in Chakotays DNA gekommen waren oder geschweige, wie sie das machten! Doch es wäre eine Erklärung, warum sie selbst nicht davon betroffen war. Ein letztes mal überprüfte sie noch mal die Daten, dann blickte sie auf.
Chakotay stand vor ihr, ein böses Grinsen im Gesicht. "Hallo Kathy..."
Kathryn reagierte sofort, griff nach dem Phaser und richtete ihn auf Chakotay. "Bleiben Sie stehen Commander."
Er lachte diabolisch.
Etwas in Kathryn krampfte sich zusammen. Mit fester Stimme sagte sie: "Gehen Sie zurück."
Chakotay dachte nicht daran, lachte noch lauter und zog sie mit einer kraftvollen Bewegung an den Haaren zu sich.
Kathryn betätigte den Auslöser, doch nichts passierte. Sie versuchte es noch einmal, doch wieder passierte nichts.
Chakotay nahm den Phaser, schmiß ihn achtlos zur Seite und küßte sie rauh und grob auf den Mund.
Kathryn überlegte diesmal nicht lange, riß sich los und rammte ihm den Ellenbogen ins Gesicht. Gleichzeitig stellte sie ihren einen Fuß hinter seine Füße und Chakotay landete auf dem Boden, als er durch die Wucht der Schlages nach hinten stolperte.
Kathryn nutzte die Gelegenheit um schnellstens zu flüchten und an einen anderen Phaser zu gelangen.
Chakotay griff blitzschnell nach vorne und erwischte ihren Fuß. Sie fiel der Länge nach hin.
Noch im Fallen trat ihr anderer Fuß nach Chakotay und erwischte ihn am Kopf. Sein Griff lockerte sich und Kathryn trat ein weiteres Mal zu. Schnell zog sie ihren Fuß weg und wollte aufstehen.
Beim zweiten mal hatte sie ihn nur leicht erwischt, aber sie entkam seinem Griff. Mit einem Schrei stand er auf. Sein Gesicht war blutverschmiert von einer Platzwunde. Er zerrte sie nach oben und drückte sie mit aller Gewalt gegen eine Wand.
Kathryn wußte sich nicht anders zu helfen und rammte ihm ihr Knie in den Schritt.
Chakotay wurde kreideweiß und die Augen traten hervor. Er fiel nach hinten und blieb, sich vor Schmerzen krümmend, liegen und fluchte böse, ganz böse Worte.
Kathryn rannte schnellstens nach hinten, um einen neuen Phaser zu holen.
Chakotay lag immer noch am Boden und stöhnte vor Schmerzen.
Kathryn sah Chakotay am Boden liegen und richtete den Phaser auf ihn.
"Bleiben Sie liegen Chakotay, sonst werde ich schießen."
"Ich habe Schmerzen", flüsterte er in der Hoffnung, ihr Mitleid zu erwecken.
Kathryn sah in entschuldigend an. "Tut mir leid, aber anders konnte ich Sie nicht aufhalten."
"Ich hab es wieder getan?" Langsam bewegte er sich.
Kathryn war sich noch unsicher, ob Chakotay wieder normal war, daher wahrte sie einen Sicherheitsabstand und zielte weiterhin mit dem Phaser auf ihn. "Stop. Bleiben Sie da."
Mist! dachte er. "Haben Sie etwas gegen die Schmerzen?" demonstrativ krümmte er sich.
Kathryn guckte ihn zweifelnd an. Ohne ihn aus den Augen zu lassen ging sie ein paar Schritte weiter um im Medkit nachzusehen. Chakotay grinste als sie sich wegdrehte und guckte wieder leidend als sie zurück kam.
"Tut mir leid, es ist nichts mehr da. Aber wenn Sie ruhig bleiben, ist es bald wieder vorbei."
Kathryn setzte sich in einen Sessel, den Phaser jetzt zwar nach unten gerichtet, aber immer noch sofort schußbereit, falls er eine falsche Bewegung machen sollte.
Chakotay stöhnte noch einmal, dann rollten seine Augen nach oben und er wurde ohnmächtig.
Kathryn stand erschreckt auf und näherte sich ihm langsam, den Phaser noch immer im Anschlag. Ganz vorsichtig tastete sie nach seinem Puls.
Mit einer schnellen Bewegung schleuderte er ihr den Phaser aus der Hand und eh sie es sich versah lag er auf ihr.
Nein, nicht noch einmal, schrie eine Stimme in ihr. Kathryn versuchte ruhig zu bleiben. Letztes Mal hatte er sie geschlagen, als sie sich gewehrt hatte. Wenn sie nun ruhig bleiben würde, könnte sie ihn vielleicht überraschen.
Chakotay lag mit seinem gesamten Gewicht auf ihr, küßte ihren Hals entlang und sah dann zu ihr auf. "Genießt du es?"
In Kathryn sträubte sich alles, doch sie sah nur noch eine Chance - mitzuspielen. Deshalb flüsterte sie: "Ja."
"Zieh Dein Kleid aus.."
Kathryn nahm langsam ihre Hände zu den Knöpfen und unendlich langsam begann sie, ihr Kleid auszuziehen.
"Schneller!"
Kathryn ließ sich nicht beirren und machte nur langsam weiter. Blitzschnell checkte sie ihre Möglichkeiten ab. Ihre Beine konnte sie keinen Millimeter bewegen, doch ihre Arme und der Oberkörper waren frei. Sie überlegte, wo sie Chakotay am besten treffen konnte und entschied sich dann für seine eh schon verletzte Gesichtshälfte. Geschickt zog sie ihren rechten Arm so elegant zurück, daß es ihm nicht weiter auffallen sollte und sie genug Platz zum Ausholen hatte. Und dann schlug sie mit aller Kraft zu.
Chakotay hielt ihren Arm in der letzten Sekunde zurück.
"Du Schlampe!" Er riß ihr nun doch das Kleid vom Körper.
"Nein, bitte nicht schon wieder Chakotay." Doch genauso wie beim ersten Mal half ihr Flehen nichts.
Er nutzte einen Teil des Kleides um ihre Arme zu fesseln.
Kathryn wehrte sich verzweifelt und biß nach Chakotays Händen.
Unbeirrt machte dieser jedoch weiter. Ale er sie wieder verschnürt hatte, zerrte sie mit den Zähnen am Knoten herum. Mit Erfolg, er begann bereits, sich zu lockern.
Chakotay schlug ihr brutal ins Gesicht und drehte ihr die Arme auf den Rücken.
"Aaaaaah!!!" Das hatte verdammt weh getan. Kathryn war benommen von dem gewaltigen Schlag und wehrte sich nicht mehr.
Chakotay vergewaltigte sie ein weiteres mal.
Kathryn lag nur stumm da und verzog vor Schmerzen das Gesicht.
"Sag, daß Du mich liebst!"
Kathryn schwieg.
Er verpaßte ihr eine Ohrfeige. "Sag es!"
Kathryn war inzwischen an einem Punkt, an dem ihr Körper nichts mehr registrierte. Sie starrte geistesabwesend an die Wand.
Plötzlich spürte Chakotay wieder diesen seltsamen weißen Blitz und er war wieder der alte. Entgeistert schaut er an sich herunter.
"Oh mein Gott!" er rollte sich von Kathryn herunter und kauerte sich in eine Ecke.
Kathryn, die immer noch benommen war, bekam nur mit, daß er nicht mehr auf ihr lag. Ganz langsam drehte sie den Kopf in seine Richtung.
"Chakotay? Alles in Ordnung?" fragte sie leise.
Er antwortete nicht und zitterte.
Kathryn drehte ihm ihre gefesselten Hände hin. "Bitte, machen Sie mich wieder los."
Er sah nach unten auf ihre Hände und band sie los, bemühte sich dabei, sie nicht zu berühren.
Ohne ein weiteres Wort griff Kathryn nach ihrem Kleid und zog es sich an. Es war nur unten zerrissen und bedeckte noch ihre Blöße. Sie stand auf und ging nach hinten.
Chakotay zog sich seine Hose wieder hoch und verließ stolpernd das Shuttle.
Kathryn suchte in ihrer Tasche nach einem neuen Kleidungsstück und stellte fest, daß sie nur noch den Bikini zum anziehen hatte.
Besser als gar nichts, dachte sie und zog ihn an. Darüber trug sie wieder das zerrissene Kleid, das sie geschickt mit einem improvisierten Gürtel am Platz hielt.
Chakotay stolperte aus dem Shuttle und sah sich wild um. Er lief ohne nachzudenken in die Richtung des Wassers. Als er es endlich erreichte, ging er hinein und versuchte alles abzuwaschen.
Kathryn, die nicht mitbekommen hatte, daß Chakotay das Shuttle verlassen hatte, saß nachdenklich auf der Liege.
"Er kann nichts dafür, es ist diese verdammte Nukleotidsequenz... er kann nichts dafür..." murmelte sie leise vor sich hin.
Zum größten Teil konnte sie sich selber davon überzeugen doch irgendwo in ihr flüsterte eine Stimme ständig: Er hätte es nicht machen müssen, er wollte es tun...
Kathryn schüttelte den Kopf. Sie wollte auf diese Stimme nicht hören, sie wollte einfach nicht. Sie wollte nur eins auf der Welt - Chakotay helfen. Schließlich stand sie auf und rief: "Chakotay?"
Dieser war mitsamt seinen Sachen im Wasser und versuchte all das schlechte, was ihn zu dieser Tat getrieben hatte, von sich abzuwaschen.
Als Kathryn keine Antwort bekam, nahm sie ihren Phaser und ging vorsichtig nach vorne. Chakotay war jedoch nicht da. Sie ging wieder nach hinten, holte einen Tricorder und ihren Communicator. Schnell hatte sie ihn bei der Höhle ausgemacht und tippte auf ihre Com-Badge. "Janeway an Chakotay."
"Cha....kotay hier..." Er steht immer noch im kalten Wasser.
"Alles in Ordnung?" fragte Kathryn besorgt.
"Das muß ich Sie fragen", kam die leise Antwort.
"Ich... es geht mir gut. Bitte kommen Sie wieder zurück, ich muß Sie noch weiter untersuchen um Ihnen helfen zu können." Hoffnung erwachte in ihm.
"Haben Sie etwas herausgefunden?"
"Ich denke schon.... ich habe eine... nein, ich erkläre es später, kommen Sie erst einmal zurück. Janeway Ende."
Kathryn setzte sich wieder an den Tisch und arbeitete weiter. Wenn Chakotay zurück war, wollte sie schon eine Lösung parat haben.
In der Hoffnung, daß sie ihm helfen könnte, rannte er los. Er erreichte das Shuttle und stolperte hinein, naß, voller Sand und außer Puste.
Kathryn, die ihn schon von weitem gehört hatte, hatte vorsichtshalber den Phaser in Reichweite.
"Langsam Chakotay", bremste sie ihn. "Ich bin noch nicht ganz fertig."
Er sah den Phaser, ging langsam in eine Ecke, setzte sich dort hin und wartete.
Kathryn bemerkte es und guckte ihn entschuldigend an.
"Wollen Sie sich vielleicht erst einmal etwas anderes anziehen? Sie sind ja ganz naß. Was macht Ihre Verletzung?"
Chakotay schüttelte den Kopf.
"Nein es ist okay. Was machen ihre Nachforschungen?"
Kathryn erklärte ihm, was sie herausgefunden hatte und sagte zum Schluß: "Aber ich weiß nicht, wie ich die Sequenz wieder von ihrer DNA selektieren kann. Ich fürchte, das kann nur der Doktor an Bord der Voyager."
Verzweifelt guckte sie ihn an.
"Was soll nun geschehen?" fragte er ebenfalls verzweifelt. "Können sie mich nicht betäubt lassen bis Rettung kommt?"
Kathryn schüttelte den Kopf. "Das kann ich nicht, sie müssen erstens Nahrung und Wasser zu sich nehmen und zweitens kann ich Sie nicht ständig betäuben. Nein, wir müssen uns etwas anderes einfallen lassen." Kathryn dachte bereits nach.
"Haben sie eine Ahnung? Ich nicht", fragte Chakotay, stand auf und ging nach hinten um seine Sachen zu wechseln.
"Es wäre gut zu wissen, ob Ihre... hm, 'andere Persönlichkeit' nach einem gewissen Schema auftaucht. Merken Sie denn irgendeine Veränderung vorher?"
"Es ist wie ein Blitz.... aber dann ist es zu spät........." während er das sagte schlüpfte er in eine andere Uniform.
Nicht gut, dachte Kathryn und rieb sich müde die Augen. Na toll, was passiert eigentlich, wenn ich mal schlafen muß? fiel ihr auf einmal ein.
"Nein, es muß doch eine Möglichkeit geben..." murmelte sie.
"Ich werde die Nächte außerhalb des Shuttles verbringen", schlug er vor. "Wenn ich das Shuttle ohne ihre Erlaubnis betrete, schießen sie auf mich, okay?"
"Sie können doch nicht draußen schlafen! Es wird zu kalt! Die einzige Möglichkeit, die mir noch einfällt ist sie zu fesseln wenn ich wirklich schlafen muß."
Kathryn sah ihn betreten an und wartete auf eine Reaktion.
"Ich werde draußen schlafen. Vergessen sie nicht, daß ich Indianer bin, ich bin das gewöhnt." Er grinste leicht.
"Chakotay, seien Sie nicht so leichtfertig. Außerdem wer garantiert mir, daß sie nicht einfach ins Shuttle zurückkehren, wenn ich schlafe?"
"Schließen Sie die Tür mit einem Sicherheitscode."
Kathryn sah ihn etwas vorwurfsvoll an.
"Wenn ich das könnte, könnte ich sie auch im Quartier hinten einsperren. Commander, der Sicherheitscode funktioniert auch nur mit Energie und die haben wir leider nicht!"
"Dann mit einem Ast oder was auch immer!" er klang verzweifelt. "Ich möchte nicht, daß ich das noch einmal tue!"
Kathryn massierte sich die Stirn. "Und wie sollte ich die Tür bitte mit einem Ast oder sonst was verriegeln? Das hätte vielleicht im 20 Jahrhundert noch funktioniert, aber heute? Nein, sie bleiben drin. Ich werde noch einmal versuchen, ob ich wenigstens für einen Tür Energie bekomme." Sie machte sich an die Arbeit.
"Soll ich helfen?"
"Lieber nicht, wir wissen beide nicht, wann Sie das nächste Mal sich wieder verändern. Am besten Sie gehen nach hinten und ruhen sich aus, okay?"

Rettung naht

Chakotay war mittlerweile eingeschlafen und hatte Albträume.
Nach drei Stunden weiterer Arbeit an den Konsolen und den Plasmaleitungen war Kathryn wütend und verdammt müde.
Dieses Shuttle ist nur noch als Ersatzteillager zu gebrauchen, wenn überhaupt, dachte sie wütend und stand auf um hinten nach Chakotay zu sehen. Als sie feststellte, daß er schlief, ging sie wieder nach vorne und überlegte, wie sie sich am besten wach halten konnte, denn sie wollte ihn nicht wecken.
Chakotay erwacht langsam. Er hatte Hunger. Langsam ging er nach vorne aber er warnt sie schon vor. "Kathryn? Darf ich vorkommen?"
Kathryn nahm den Phaser zur Hand und hielt ihn bereit. "Ja", sagte sie und wartete.
"Ist noch etwas zu Essen da?" fragte er.
Kathryn schüttelte den Kopf. "Nein, aber ich werde etwas besorgen."
Chakotay nickte. "Wir bleiben über Communicator in Kontakt?"
"Gute Idee. Ich werde dann mal losgehen." Kathryn nahm ihre Sachen mit und verließ das Shuttle.
Chakotay legte sich wieder schlafen doch er erwachte zwei Stunden später wieder durch einen weißen Blitz. Wie in Trance begann er, die Phaser zu entladen und sie zurückzupacken. Er legte sich einige Schnüre zum Kathryn fesseln im ganzen Shuttle verteilt, so daß es zufällig aussehen mußte. Alle anderen scharfen Gegenstände wie Messer und Gläser verbuddelte er draußen, dann ging er wieder in das Shuttle und legte sich auf die Liege.
Kathryn hatte unterdessen noch reichlich Wurzeln gefunden, Beeren und auch wieder Wasser aufgefüllt. Sie tippte auf ihren Communicator: "Janeway an Chakotay, ich komme jetzt wieder zurück."
"Aber natürlich...." langsam ging er mit erhobenen Händen aus dem Shuttle.
Kathryn hatte den Phaser nach unten gerichtet und guckte Chakotay prüfend an. Sie ging weiter auf ihn zu und fiel dann plötzlich hin. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hielt sie sich den rechten Knöchel. "Au, verflucht, ich hab mir den Knöchel verstaucht."
Mit einer unmenschlichen Schnelligkeit rannte er auf sie zu und trat wie aus Versehen den Phaser weg von ihr, dann kniete er sich neben sie und spielt den Besorgten.
"Was ist los?" Sehr gut, der Phaser ist weit weg, freute er sich hämisch.
"Oh, helfen Sie mir bitte auf Chakotay?" fragte Kathryn bittend.
Er legte seine Arme um sie und unter ihre Beine, hob sie auf und wollte sie in das Shuttle tragen.
"Danke Chakotay, aber lassen Sie mich bitte lieber wieder runter. Stützten Sie mich einfach nur, okay? Ich muß den Fuß belasten, ehe er anschwillt."
"Okay." Er legte seinen Arm um ihre Hüften und half ihr, wobei er eher an was anderes dachte.
Kathryn stand stöhnend zu ihrem Knöchel gebeugt, holte plötzlich aus dem gebückten Zustand aus und schaffte es, Chakotay so gut zu treffen, daß er das Gleichgesicht verlor. Im selben Augenblick sprintete sie nach dem Phaser. Sie war sich sicher, daß Chakotay nicht er selbst war.
Der Phaser lag viel zu weit weg, als daß sie ihn erreiche könnte und außerdem hielt Chakotay sie nun gemeinerweise am wehtuenden Knöchel fest.
"Vergiß es!"
Das war der Beweis für Kathryn und diesmal war sie auf so eine Reaktion vorbereitet. Sie trat nach seiner Hand und sprang wieder auf. Der Phaser war nun unmittelbar in ihrer Reichweite. Den verstauchten Knöchel hatte sie nur vorgespielt um Chakotays Reaktion zu testen.
"KATHRYN!!" brüllte er vor Wut und versuchte sie zu greifen. Er griff aber ins Leere.
Kathryn schnappte sich den Phaser, wirbelte herum und schoß. Doch zu ihrem Entsetzen verfehlte sie Chakotay um wenige Millimeter.
Dieser griff ihre Hände und kämpfte um den Phaser, den letzten der noch funktionierte. Er versuchte, sie in die Knie zu zwingen und ihre Hände zu ihr zu drehen.
Kathryn merkte, was er vorhatte und bemüht sich mit aller Kraft, den Phaser von ihr weg zu drücken. Doch Chakotay war einfach zu stark, immer weiter richtete sich der Phaser nun gegen sie.
Chakotay grinste und drückte ab als der Phaser auf sie zeigte.
Kathryn spürte ein Brennen und dann wurde um sie herum alles dunkel.
Er trug sie in das Shuttle, legte sie auf die Liege, fesselte ihre Arme auf dem Rücken, spreizte ihre Beine und fixierte sie an der Liege. Alles andere hatte er aus diesem Raum entfernt. Dann ging er nach draußen um einige der Wurzeln zu essen.

Als er fertig war ging er zurück um sich Kathryn anzusehen, als ihn plötzlich eine unkontrollierbare Lust überkam. Langsam, fast zärtlich, entblößte er ihre Brüste um sie zu küssen, ihre Sachen ließ er dabei ganz. Er zog ihr den Bikini aus und schob das Kleid zur Seite.
Genüßlich zog er ihre restlichen Sachen aus um sie zu betrachten. Er strich langsam über ihren Körper um irgendeine Reaktion bei ihr zu beobachten.
Kathryn erlangt das Bewußtsein zwar nicht wieder, aber ihr Körper reagiert trotzdem auf Chakotays Berührungen. Sie erzitterte leicht und eine Gänsehaut bildete sich. Als Chakotay wieder über ihre Brüste streichelte, verhärteten sich außerdem die Brustwarzen vor Erregung. Sie stöhnte leise.
Ihr leises Stöhnen erregte Chakotay noch mehr, zu sehr wünschte er jetzt mit ihr zu schlafen, aber er setzte seine Berührungen fort. Seine Hand wanderte langsam zwischen ihre Beine. Er berührte ihre Scheide zärtlich und streichelte sie.
Kathryns Körper reagierte darauf noch stärker und Chakotay merkte, daß sie feucht wurde.
Langsam drang er mit seinem Zeigefinger in sie ein, während sein Penis steif wurde.
Er drang nun mit zwei Fingern in sie ein und ihr leises, doch verführerischen Stöhnen machte ihn noch wahnsinnig. Er entledigte sich seiner Kleidung und kletterte auf die Liege zu ihr. Er küßte sie lange, als er in sie eindrang und nach einigen heftigen Stößen hatte er seinen Orgasmus und legte sich befriedigt neben sie. Er streichelte sie aber immer noch leicht, in der Hoffnung, daß sie aufwachen würde, da es so mehr Spaß machte.
Nach weiteren 20 Minuten intensiven Streichelns begann sie sich endlich zu bewegen.
Das erste, was Kathryn merkte als sie langsam wieder zu sich kam, waren die hämmernden Kopfschmerzen. Sie stöhnte leise und wollte mit der einen Hand nach ihrer Stirn fassen. Doch sie konnte sie nicht bewegen. Mühsam versuchte sie, ihre Augen zu öffnen und sah Chakotay neben sich, der sie angrinste.
"Hallo meine schlafende Schönheit..." seine Stimme klang ekelhaft süß.
Kathryn riß ihre Augen auf, was ihrem Kopf nicht besonders gut tat. Schlagartig fielen ihr die letzten Minuten ein, bevor es dunkel wurde. Sie versuchte aufzustehen, doch dann bemerkte sie, daß sie an der Liege gefesselt war und er ihr Kleid geöffnet hatte. "Was... was haben Sie getan?"
Chakotay grinste. "Ich habe deinen Körper zum erbeben gebracht..."
"Bitte, lassen Sie mich frei Chakotay." Verzweifelt zerrte sie an ihren Fesseln.
"Warum denn so stürmisch? Wir haben alle Zeit der Welt..." Er grinste fies, als er aufstand um sie seinen nackten Körper betrachten zu lassen.
Kathryn schloß die Augen und wünschte sich, daß dieser Albtraum endlich enden würde. Sie betete, daß die Voyager ihren Hilferuf schnellstmöglich empfangen hatte und schon unterwegs war.
Das machte Chakotay wütend. Er griff ihr Gesicht und zwang sie, ihn anzusehen.
"Sieh mich an, wenn ich mit Dir rede!"
Kathryn öffnete die Augen wieder und fixierte nur Chakotays Augen.
"Gutes Mädchen. Weißt Du Kathryn, daß du im Bett einfach Klasse bist? Wobei ich es bevorzuge, wenn du Dich wehrst, das macht mir und sicher auch Dir noch mehr Spaß."
Kathryn wurde ganz anderes als sie ihn so reden hörte. Angewidert schloß sie erneut die Augen in der festen Absicht, sie zuzulassen. Wieder jedoch drang eine innere Stimme an ihr Ohr: Er kann nichts dafür.
"Träumst Du davon, was ich mit Dir als nächstes anstellen werde? Laß mich Dich überraschen, meine Liebste..." Er sprach immer noch in diesem ekelhaften Ton, den er auch nicht mehr ablegen würde.
Um Kathryns Herz klammerte sich eine eiskalte Hand. Zumindest hatte sie so ein Gefühl. Verzweifelt überlegte sie, wie sie sich am besten befreien konnte und dann Chakotay ausschalten konnte.
Langsam und verführerisch, so dachte er zumindest, ging er nach vorne um etwas Wasser zu holen. Er kam wieder nach hinten. "Etwas zu trinken, mein Schatzi?"
"Ich bin nicht Ihr Schatzi, Commander", sagte Kathryn kalt. "Und ja, ich habe Durst."
"Liebe macht durstig. Soll ich dir helfen, SCHATZI?"
"Lassen Sie ihre Finger von mir, Commander. Binden Sie mich los und ich kann selber trinken." Kathryn, die auch böse sein konnte, zauberte ein grimmiges Lächeln auf ihre Lippen und meinte: "Aber wahrscheinlich haben sie viel zu viel Angst um mich zu befreien, nicht wahr?"
Chakotay lachte laut und böse. "Der Trick funktioniert nicht. Aber wenn Du weiterhin böse bist, gibt's halt nichts zu trinken." Er trank demonstrativ und sehr langsam. "Ahhh, lecker."
"Lieber verdurste ich, als mich von Ihnen mißbrauchen zu lassen", sagte Kathryn, und meinte es damit todernst. Sie ignorierte ihn kurzerhand und schloß wieder die Augen.
Chakotay nahm etwas Wasser in den Mund und öffnete ihren Mund gewaltsam mit der Hand. Dann ließ er das Wasser aus seinem Mund in ihren fließen.
Kathryn, angewidert von seinem Tun, spuckte es ihm ins Gesicht.
Chakotay wischte es sich aus dem Gesicht.
"Dann eben nicht!" in dem Moment bemerkte er, daß sein Finger noch immer nach ihr roch. Eine Weile ergötzte er sich an diesem Geruch bis er wieder sexuell erregt war.
Kathryn, die ihn beobachtet hatte, versuchte einmal mehr, ihre Fesseln zu lösen. Als sie seinen Gesichtsausdruck sah, ahnte sie, was er mit ihr wieder vorhatte.
Langsam umrundet er das Bett und legte sich wieder zu ihr, sein steifes Glied streichelte ihre Seite fast zärtlich und er begann, ihren Busen leicht zu massieren.
Kathryn konnte nicht verhindern, daß ihr eine Gänsehaut über den Rücken lief. Da er so zärtlich war, genoß sie es schon fast. Denn egal was er mit ihr anstellen würde in seinem Zustand - Kathryn war sich immer bewußt, daß er nicht er selbst war und außerdem liebte sie ihn trotz allem mehr als ihr Leben.
Chakotay lehnte sich langsam hinunter um ihren Hals zu küssen. Er hatte ihre Gänsehaut bemerkt und freute sich, daß sie nun doch Spaß zu haben schien.
Kathryn versuchte, ihre Körperreaktionen unter Kontrolle zu bringen. Auf keinen Fall durfte er merken, wie sie auf ihn reagierte.
Langsam küßte er ihren Hals, während er mit seiner Hand ihre Brustwarzen zärtlich und genüßlich massierte.
Kathryn konnte einfach nicht verhindern, daß ihr ein leises Stöhnen entfuhr. Zu lange hatte sie sich nach so einem Augenblick gesehnt. Sie wünschte sich im Moment jedoch lieber, daß er sie grob behandeln würde.
Er grinste fast triumphierend zu ihr auf und begann, ihre Brustwarzen mit seiner Zunge zu massieren, während seine Hand an ihre Scheide wanderte, jedoch nur dort verweilte, noch nichts weiter tat.
Kathryn zuckte leicht zusammen, als sie seine Hand an ihrer Scheide fühlte.
Kathryn, tu was, es ist nicht richtig so... sagte wieder diese Stimme. Und Kathryn wußte, daß sie nur zu recht hatte. Sie hatte sich ihrem eigentlichen Verlangen hingegeben und ihn damit in seinem Tun verstärkt. Genau das Gegenteil von dem, was sie hatte erreichen wollen.
Plötzlich unterbrach ein leises Piepsen und ein Rauschen ihre Gedanken.
"P...s an Ca...i... Ja...way .... ...kotay." Kathryns Herz schlug schneller. "Tom!" rief sie!
Wütend kletterte Chakotay von der Liege runter und schmiß den Communicator an die Wand. Er brach auseinander und war kaputt.
"Nein! Nicht!" rief Kathryn noch, aber zu spät. Doch Toms Stimme zu hören war wie ein Rettungsanker für sie und sie zerrte in weiteres mal energisch an ihren Fesseln und tatsächlich wurde der eine Strick etwas loser.
Chakotay zerstörte auch noch den zweiten Communicator und wandte sich dann wieder Kathryn zu. Sein Gesicht war vom Zorn entstellt, er griff nach dem Strick, den sie gelockert hatte und zog ihn wieder fest. Er zog alle Stricke fester, so daß ihre Gelenke kaum noch durchblutet wurden. "Denk nicht mal im Traum daran, mir zu entkommen!"
Kathryn keuchte vor Schmerzen: "Hören Sie auf Commander!. Die Voyager wird gleich hier sein und da wir nicht antworten, werden sie und suchen kommen." Sie sah ihn eindringlich an. "Es ist vorbei."
"Nichts ist vorbei! Ich will Dich und ich werde Dich noch ein weiteres Mal haben, ob es Dir paßt oder nicht!" Er klettert auf die Liege und legte sich gewaltsam zwischen ihre gespreizten Beine.
Kathryn konnte nur ruhig liegen bleiben, denn bei der kleinsten Bewegung schnitten ihr die Stricke tiefer ins Fleisch.
Voller Wut und Haß vergewaltigte er sie ein weiteres mal. Die Wut über ihr Verhalten, daß sie ihm vorgespielt hatte, sie würde es genießen, machte ihn so wütend, daß er alles um sich herum vergaß.
Kathryn schrie auf und stöhnte vor Schmerzen. Lange würde sie das nicht mehr aushalten können.
"Sei still!" rief er. Als sie jedoch nicht aufhörte zu schreien, wurde er noch wütender und schlug sie ein paar mal mit der linken Faust ins Gesicht.
Die Schläge waren zuviel für Kathryn. Als er sie am Kopf traf, wurde sie bewußtlos.
Voller Panik begann Chakotay alles wieder einigermaßen herzurichten. Er zog seine Uniform wieder an und zog auch Kathryn wieder an. Die Fesseln blieben und er hatte schon eine gute Erklärung dafür. Dann holte er alle Instrumente, die er draußen verbuddelt hatte und stellte sie an den vorgesehenen Platz. Die kaputten Communicatoren versteckte er an einem sicheren Ort, dann bastelte er an seiner Erklärung, die den Doktor, Tom und vor allem Tuvok überzeugen sollten, da er nicht wieder der alte Chakotay sein wollte.
Chakotay hatte nicht mehr viel Zeit zum Überlegen, denn schon bald schimmerten sechs Energiesäulen außerhalb des Shuttles.
Tom, Tuvok, B'Elanna, der Doktor, Ayala und Andrews standen mit schußbereiten Phasern da und das MHN holte seinen Tricorder raus.
Tom sah das Shuttle und machte in Gedanken auf seiner Liste "Chakotays Bruchlandungen" einen Strich mehr.
"Doktor?" hörte er Tuvoks nüchterne Stimme.
Das MHN drehte sich zu Tuvok.
"Sie sind im Shuttle, aber ein Lebenszeichen ist sehr schwach."
"Können Sie sonstige Lebenszeichen orten Doktor?" hakte Tuvok nach und bedeutet Ayala und Andrews das Shuttle zu sichern. Beide gingen vorsichtig an die Tür, die anderen folgten.
"Nein, das sind alle."
Tuvok nickte den andern zu und bis auf Ayala und Andrews steckten sie ihre Phaser weg.
"Captain, Commander, sind Sie in Ordnung?" rief Tom schon von draußen. Ayala war inzwischen ins Shuttle getreten und sah als erstes einen übel zugerichteten und vor allem gefesselten Captain in einem zerrissenen Kleid da liegen.
"Doktor!" rief er sofort.
Chakotay versuchte, seine Rolle zu spielen: "Doktor! Endlich!! Helfen sie Kathryn!!"
Der Doktor betrat das Shuttle und bekam bei dem Anblick von Chakotays Gesicht erst mal einen Schock, wandte sich dann aber dem Captain zu, scannte sie und stellte keine schweren Verletzungen fest. Dann drehte er sich zu Chakotay und fragte: "Warum ist sie gefesselt und was ist passiert?"
Chakotay holte tief Luft. "Wir waren in einer Höhle, als plötzlich ein Erdbeben losging. Wir konnten uns grade noch retten aber danach versuchte der Captain mich anzugreifen. Ich wußte mir nicht anders zu helfen..... sobald sie aufwachte, beschimpfte sie mich und einmal gelang es ihr, meine Konsole zu überladen."
Dabei zeigte er auf sein Gesicht.
Das MHN scannte Chakotays Gesicht. "Das kriegen wir wieder hin", versuchte er ihn zu beruhigen.
"Ich muß den Captain aber losbinden um sie an Bord zu beamen, helfen sie mir!"
Chakotay nickte und beide banden Kathryn los, dabei kontaktete das MHN die Voyager.
"Beamen sie den Captain in die Krankenstation und errichten sie ein Ebene 5 Kraftfeld um sie herum. Doktor Ende."
"Warten Sie...." ertönte plötzlich Kathryns leise Stimme. Durch die Berührungen der beiden Männer war sie wieder aufgewacht und hatte den letzten Satz des Doktors mitgehört. Ayala und Andrews, die natürlich alles mitgehört hatten, richteten die Phaser auf Kathryn.
Tuvok widerrief vorerst den Befehl des Doktors und wartete. Kathryn, die immer noch etwas benommen war, versuchte zu sprechen. "Tuvok, Sie... müssen den Commander in Gewahrsam nehmen, er ist nicht mehr .... er selbst."
Chakotay sah das MHN an. "Sehen Sie!"
"Was soll ich sehen..?" fragte er verwundert und war erleichtert, daß der Captain aufgewacht war.
Tuvok sagte: "Wir beamen beide an Board, auf die Krankenstation in separate Kraftfelder."
Das MHN verdrehte die Augen.
Kathryn nickte zustimmend. "Doktor, ich kann es beweisen. Bitte sehen sie sich die Daten an, die ich in dem Tricorder von seiner DNA gesammelt habe. Sie werden dort eine Nukleotidsequenz finden, die sein anormales Verhalten erklären wird."
Diese lange Rede war zu anstrengend für Kathryn und sie schloß wieder die Augen. Tom ging zum Tisch, fand den Tricorder und reichte ihn dem MHN.
Chakotay nahm den Tricorder. "Die Daten sind gefälscht."
"Commander", sagte Tuvok ruhig, "bitte geben Sie dem Doktor den Tricorder. Wenn die Daten wirklich gefälscht sind, wird er es herausfinden."
Chakotay ließ den Tricorder wie aus Versehen fallen, so daß er entzweibrach.
"Oh, das tut mir leid", heuchelte er.
Dieses 'Versehen' kam den anderen aber doch sehr seltsam vor. Tuvok zog seinen Phaser und richtete ihn auf Chakotay. B'Elanna hob den Tricorder auf, sah ihn sich genau an und meinte: "Ich denke, ich kann die Daten retten, aber es wird etwas dauern."
Tuvok nickte ihr zu. "Gut. Machen sie sich gleich an die Arbeit. Mr. Paris, sie bleiben vorerst hier und sehen sich das Shuttle an. Wir werden Sie dann in den Hangar beamen. Sehen Sie nach, ob noch etwas außerhalb des Shuttles finden."
Tom nickte und ging los. Tuvok tippte auf seinen Communicator.
"Tuvok an Voyager, beamen Sie uns direkt in die Krankenstation und errichten Sie ein Ebene fünf Kraftfeld um die Krankenstation."
Kurze Zeit später wurden sie vom Transporter erfaßt und hochgebeamt.
Chakotay versuchte so ruhig wie möglich zu bleiben, was ihm aber immer schwerer fiel. Der Doktor begann sofort mit der Untersuchung des Captains, behandelte ihre Wunden mit einem Hautregenerator und gab ihr dann ein Mittel zum aufwachen.
Chakotay wurde immer nervöser.
Kathryn erwachte, kaum daß der Doktor ihr das Mittel injiziert hatte. Sie fühlte sich gleich etwas besser, als sie merkte, daß sie auf der Krankenstation der Voyager lag.
"Doktor? Wie geht es ihm?" fragte sie.
"Meinen Sie Chakotay? Ich habe erst mal Sie behandelt." Er wandte sich Chakotay zu und untersuchte sein Gesicht.
"Das wird eine aufwändige Operation", meinte er.
"Hoffentlich kann B'Elanna den Tricorder retten, ich brauche diese Daten um Gewißheit zu haben." Er sprach mehr zu sich als zu den beiden. Chakotay funkelte böse.
"Ich werde Sie jetzt in Narkose legen damit ich Ihr Gesicht operieren kann."
"Nein!" Chakotay sprang auf aus Angst, der Doktor hätte entdeckt was mit ihm nicht stimmte.
Das MHN versuchte Chakotay zurückzuhalten. Als Chakotay ihn einfach zur Seite stieß, holte er ein Hypospray, lud es und wollte ihm es injizieren.
Chakotay schlug seine Hand weg. "Verschwinden Sie!"
Doch der Doktor ließ sich nicht abschrecken, schließlich war er viel stärker als Chakotay. Unbeirrt startete er einen weiteren Versuch.
Chakotay schnappte sich ein Laserskalpell und hielt es Kathryn an den Hals.
Kathryn konnte im Moment nur daliegen, das Skalpell ruhte viel zu dicht an ihrem Hals, eine kleine Bewegung nur und er würde sie verletzen. Hilfeflehend sah sie den Doktor an.
"Commander, nehmen Sie das Skalpell weg", sagte dieser nun. "Ich glaube nicht, daß Sie den Captain verletzen oder töten würden!" sagte er und ging langsam näher.
"Bleiben Sie, wo Sie sind!" sein Gesichtsausdruck ließ keinen Zweifel an seinem Geisteszustand offen.
Das MHN blieb stehen und Tuvok, den Chakotay ganz vergessen hatte, schoß auf ihn.
Chakotay fiel neben das Biobett.
Sofort war der Doktor bei ihm. Tuvok eilte ebenfalls herbei und genauso Ayala. Zu dritt hoben sie Chakotay auf ein Biobett wo ihn der Doktor sofort untersuchte.
"Sehr gut Tuvok. Ich glaube, Sie können mich jetzt mit meinen Patienten allein lassen. Sie können sicher sein, daß ich den Commander nicht eher wecke, bis ich die Ursache für sein Verhalten herausgefunden habe", sagte er grimmig.
"Wie Sie meinen." Tuvok steckte seinen Phaser weg und bedeutete Ayala, in der Krankenstation zu bleiben. Dieser stellte sich in einige Entfernung an die Wand und ließ Chakotay nicht mehr aus den Augen.
Chakotay war ohnmächtig. Der Doktor injizierte ihm ein Betäubungsmittel und begann mit der Operation.
Kathryn sah ihm schweigend zu und betete, daß Chakotay wieder ganz normal werden würde.

Die Operation war beendet und das MHN kontaktierte B'Elanna: "Wie kommen Sie mit dem Tricorder voran?"
"Perfektes Timing Doktor, ich bin gerade fertig und auf dem Weg zu Ihnen", antwortete B'Elanna und eine Minute später ging schon die Tür auf und sie betrat die Krankenstation. In der Hand hielt sie ein Padd, das sie dem EMH triumphierend überreichte. "Ich konnte alle Daten retten."
Der Doktor ging die Daten durch und erkannte, daß Kathryn recht hatte. Er wandte sich nun ihr zu. "Danke für ihre Hilfe." Kathryn nickte. "Können Sie ihm helfen?" fragt sie.
"Ich denke schon, es wird nur eine Weile dauern.... darf ich fragen was auf dem Planeten passiert ist? Ich meine, wir kennen Chakotays Version....."
Kathryn blickte B'Elanna bittend an und diese reagierte sofort.
"Gut, ich werde dann mal wieder an die Arbeit gehen." Sie drehte sich um und ging zur Tür.
Oh Chakotay, was haben Sie da nur angestellt? dachte sie seufzend und dann war sie weg.
Kathryn guckte auf ihre Decke. "Er... hat mich mehrmals geschlagen, dann... gefesselt und dann...."
Nein, ich kann nicht, ging es ihr durch den Kopf.
"Ich... ich will darüber nicht sprechen." Sie schloß die Augen und versuchte, die Bilder von Chakotay aus ihrem Kopf zu verbannen, was ihr jedoch nicht gelang.
Das MHN nickte verständnisvoll, er konnte sich nur das Schlimmste vorstellen.
"Wenn sie darüber reden möchten, ich bin hier für Sie. Ich geh dann mal ein Gegenmittel für Chakotay finden. Ich bin in meinem Büro. Schlafen Sie etwas." Er drückte ihre Hand und ging dann.
Kathryn antwortete nicht sondern wollte versuchen das zu tun, was der Doktor ihr gerade geraten hatte. Nach einer Weile war sie tatsächlich eingeschlafen, aber es war ein unruhiger Schlaf und sie warf sich ständig von einer Seite auf die andere.
Das MHN bastelte und analysierte, erforschte und probte während Chakotay schlief. Eine Kunsthaut bedeckte sein Gesicht.
Kathryn erlebte unterdessen die ganzen Geschehnisse ein weiteres Mal und schließlich wachte sie mit einem Schrei auf.
"Nein!!!!!!" Ihr Puls raste und ihr Herz klopfte wild, sie war naß geschwitzt.
Der Doktor sprang auf. "Captain, sind sie okay?"
Kathryn massierte sich stöhnend die Stirn und beruhigte sich allmählich wieder. "Ja.. ja ich denke schon... verzeihen Sie, ich habe nur... schlecht geträumt."
"Sie haben geschrieen." Er runzelte die Stirn.
"Was ist passiert?"
"Ist schon gut..." Sie bekam plötzlich eine Gänsehaut.
"Doktor, kann ich nicht in mein Quartier gehen?" fragte sie bittend.
"Ich würde Sie gern noch hierbehalten...."
Kathryn seufzte fast unmerklich. "Warum? Ich fühle mich hervorragend, etwas Schlaf und ein heißes Bad..." sie setzte ein überzeugendes Lächeln auf.
"Weil...." vielleicht ist es so besser dachte er. "Wenn etwas ist, kontakten Sie mich bitte sofort."
"Natürlich. Vielen Dank." Kathryn stand auf und bemerkte, daß sie noch immer ihr zerrissenes Kleid trug. Daher orderte sie einen Side-to-side Transport und ging als erstes zum Replikator.
"Kaffee, schwarz." Wie lange hatte sie auf ihren geliebten Kaffee verzichten müssen... jetzt gab ihr das Aroma sogar Trost und für einen Moment konnte sie vergessen.
Der Doktor forschte noch mehrere Stunden, bis er endlich ein Gegenmittel gefunden hatte.

"Doktor an Janeway, ich hab es!"
"Verstanden, ich bin unterwegs." Kathryn begab sich auf dem schnellsten Wege zur Krakenstation.
Das MHN überprüfte ein letztes Mal seine Ergebnisse und war sich dann sicher.
Das ist es! Man, bin ich genial! dachte er sich.
Die Türen glitten auf und Kathryn betrat den Raum. Sie hatte wieder ihre Uniform an und war ganz der Captain.
"Doktor? Wie lange wird die Behandlung dauern?"
Er sah sie an. "Ein paar Injektionen sind notwendig und in ca. 2 Tagen ist er wieder der alte."
Kathryn guckte auf ihren ersten Offizier. Ihr war unwohl zumute, denn irgendwann würden sich Chakotay und sie auseinandersetzen müssen über das, was passiert war. Bloß hatte Kathryn absolut kein Verlangen danach. Sie wollte am liebsten alles nur schnell vergessen können.
"Sehr gut, lassen Sie mich wissen, wenn er wieder auf den Beinen ist. Ich bin auf der Brücke." Sie verließ die Krankenstation wieder.
Das MHN begann mit Chakotays Behandlung.

Konsequenzen

....Zwei Tage später.....

"Doktor an Janeway, möchten Sie dabei sein, wenn ich ihn wecke?"
"Ja, ich komme gleich. Janeway Ende."
Als sie den Comkanal schloß, wurde Kathryn etwas schwindelig.
Jetzt ist es nun soweit, dachte sie und erschauderte leicht. Die letzten zwei Tage waren schlimm gewesen für Kathryn. Tagsüber ging es ja noch, aber nachts - die Albträume ließen sie ständig naßgeschwitzt aus dem Schlaf erwachen... sie fühlte sich kaputt und litt unter Kopfschmerzen, was sie aber verschwieg. Viel zu schnell erreichte sie die Krankenstation, wo der Doktor schon wartete.
"Ah, Captain, dann wecke ich ihn jetzt auf." Das MHN injizierte Chakotay eine Dosis Netinaline und Kathryn und er warteten gespannt, ob die Behandlung auch erfolgreich gewesen war.
Chakotay erwachte langsam mit Kopfschmerzen. Das Licht war viel zu grell und ihm war schlecht. Er hatte Durst und Hunger. "I..... ah..oh.....autsch....."
Kathryn und der Doktor gaben Chakotay einen Moment, um sich zu orientieren, dann fragte der Doktor: "Commander? Wie fühlen Sie sich?"
Ich bin an Bord der Voyager, aha, waren seien ersten Gedanken. Dann sagte er: "K...Kopfschm...merzen........"
Das MHN griff nach einem Hypospray und injizierte Chakotay ein Schmerzmittel.
"Das ist verständlich Commander, ich mußte Sie fast drei Tage bewußtlos halten und Ihr Körper hat ganz schön etwas durchmachen müssen, als er die DNA Stränge neu schreiben mußte... aber keine Sorge, in ein paar Stunden fühlen Sie sich wieder topfit."
Der Kopfschmerz verschwand, aber nun kam das extrem schlechte Gewissen. Er sah sich um und seine Augen trafen Kathryns Blick. Sofort senkte er seinen Blick zu Boden.
Kathryn versuchte zu lächeln. "Ist bei Ihnen wieder alles in Ordnung Chakotay? Ich habe mir furchtbare Sorgen gemacht..." Sie legte eine Hand auf seinen Arm.
Voller Unglauben sah er sie an.
"Ich ich ich.......... ja, danke, es geht mir gut......... Doktor wann kann ich die Krankenstation verlassen?" ihre Hand auf seinem Arm wurde immer schwerer, so schien es ihm.
"In ein paar Stunden, ich möchte Sie noch etwas unter Beobachtung hierbehalten", sagte er und ließ die beiden erst mal allein um an seinem Computer weiterzuarbeiten. Kathryn bemerkte natürlich seine Unruhe, sie spürte sie ebenfalls in sich.
"Wenn der Doktor Sie entlassen hat, nehmen Sie sich erst mal den Rest der Woche frei, ich denke, das wäre gut für Sie."
Und für mich, fügte sie in Gedanken hinzu.
Chakotay konnte sie nicht ansehen. "Danke Captain...." seine Stimme war leise.
Kathryn drehte sich um und ging wieder auf die Brücke.
Hoffentlich sind so viele Berichte zu lesen, daß ich eine ganze Woche damit beschäftigt bin, hoffte sie im Stillen noch. Dann wurde ihr klar, daß sie Chakotay gerade zum nachdenken verurteilt hatte, genau also das, was sie nicht machen wollte.
Seufzend blieb sie stehen und überlegte, ob ihre Worte wirklich die richtigen gewesen waren. Schließlich tippte sie entschlossen auf ihren Communicator. "Janeway an den Doktor."
"Ja?"
"Ich mache mir Sorgen um Chakotay. Was passiert, wenn er alleine ist? Er... ich... ich bin sicher, es wäre gut, wenn Sie ihn vielleicht überwachen würden." Kathryn versuchte verzweifelt, um den heißen Brei zu reden.
"Warum? Er ist geheilt, ich werde ihn Morgen entlassen..."
Warum soll ich ihn überwachen? dachte er sich.
"Nun, sein Körper mag vielleicht geheilt sein..." fing Kathryn an.
Himmel, ist der so doof oder tut er nur so? überlegte sie.
"Aber...?" seine Stimme klang fordernd.
Kathryn seufzte verärgert. "Ich würde Ihnen empfehlen, den Zustand des Commanders noch etwas weiter zu überwachen. Janeway Ende."
Das EMH runzelte die Stirn und ging wieder zum Commander.
"Wie fühlen Sie sich?"
Chakotay sah auf: "Besser, wann darf ich in mein Quartier?"
"Bald. Am besten, Sie ruhen sich jetzt noch etwas aus während ich noch ein paar Scans untersuche." Damit verschwand das MHN in seinem Büro.
"Wie bald ist bald?" die Krankenstation nervte ihn, er wollte in die Ruhe seines Quartiers zurückkehren.
"So lange, wie ich noch brauche. Und wenn Sie mich nicht dauernd unterbrechen würde, ginge es viel schneller."
Chakotay legte sich wieder hin und dachte nach, wie er je wieder Kathryn unter die Augen treten sollte.

Nach ein paar Stunden war der Doktor sicher, daß Chakotay wieder völlig in Ordnung war. Gut gelaunt kam er aus dem Büro.
"Commander, wenn Sie möchten, dürfen Sie nun in ihr Quartier gehen", entließ er ihn.
"Danke." Er stand auf und ging in sein Quartier.
Kathryn, deren Schicht inzwischen zu Ende war, beschloß erst einmal ein heißes Bad zu nehmen.
In einem Padd versunken lief sie zu ihrem Quartier um an der letzten Ecke vor ihrer Tür mit Chakotay zusammen zu stoßen.
"Au! Können Sie nicht aufpassen?" Kathryn, der festen Überzeugung sie wurde gerade von einem Ensign überrannt, guckte das Crewmitglied böse an und verstummte, als sie Chakotay erkannte.
"Oh, Comm... Chakotay... verzeihen Sie, ich dachte, sie wären jemand anderes." sagte sie entschuldigend.
"Ent......" Seine Stimme versagte und er lief weg.
"Warten Sie!" rief Kathryn ihm hinterher.
Er blieb stehen und lehnte sich an eine Wand. Leise sagte er: "Ja, Captain?"
Kathryn blieb einen Moment zögern stehen, dann sah sie sich nach beiden Korridorseiten um. Es war niemand zu sehen. Sie trat an Chakotay heran und sagte leise: "Wir sollten darüber reden."
Er konnte nur nicken, er konnte sie nicht mal ansehen.
"Kommen Sie, wir gehen in mein Quartier", schlug sie vor.
Sein Herz schlug schneller.
"Denken sie, das ist eine gute Idee?" er sprach leise.
"Wenn wir darüber nicht in aller Öffentlichkeit reden wollen, müssen wir wohl oder übel entweder in mein Quartier oder in ihres. Oder ziehen Sie die Brücke vor?"
"Das Casino?" Er wollte nicht alleine mit ihr sein, hatte zuviel Angst, daß es wieder passieren würde.
Kathryn sah Chakotay prüfend an und hatte so eine Ahnung, was in ihm vorging. Leise, immer in der Vorsicht, es könnte jemand vorbei kommen, sagte sie: "Chakotay, Sie waren nicht sie selbst, doch das ist jetzt vorbei. Der Doktor hat Sie geheilt, es wird nichts mehr passieren, ich weiß es weil... weil..." den letzten Satz verschwieg sie.
"Weil was?"
Kathryns Stimme war kaum mehr zu hören, als sie ihren Satz beendete: "Weil Sie sagten, daß Sie mich lieben. Und ich glaube es. Sie würden mir nie absichtlich weh tun. Oder?" beim letzten Wort sah sie ihm hoffnungsvoll in die braunen Augen.
Auch Chakotays Stimme versagte den Dienst.
"Ja, ich liebe Sie, aber ich hasse mich für das, was ich Ihnen antat." Er hielt ihren Blick nicht mehr aus und rannte einfach stolpernd weg.
Oh nein, diesmal nicht, dachte Kathryn. "Janeway an Chakotay, kommen Sie bitte zurück, wir können uns nicht ewig aus dem Weg gehen! Wir haben eine große Verantwortung zu tragen und müssen diese Angelegenheit klären. Und wenn Sie nicht in genau 5 Minuten wieder bei mir auftauchen, werde ich wohl noch einmal mit dem Doktor über Sie reden müssen!"
Das reicht hoffentlich als Warnung.
"Sie drohen mir?" irgendwie klang seine Stimme enttäuscht.
"Es kann so nicht weitergehen. Sie sind der erste Offizier des Schiffes, ich der Captain. Wir müssen es jetzt klären", antwortete Kathryn mit fester und bestimmter Stimme.
"Ich werde um 5 Uhr in Ihrem Quartier sein, CAPTAIN." Er schloß den Comkanal.
Kathryn seufzte und ging dann in ihr Quartier.
"Wenigstens ist es nicht mehr lange bis 17.00 Uhr, diese Warterei macht mich ganz fertig", murmelte sie und beschloß, noch schnell unter die Dusche zu schlüpfen.
Auch Chakotay duschte sich und war Punkt 17:00 Uhr vor Kathryns Quartier und betätigte den Türmelder.
"Herein."
Nach einem tiefen Atemzug trat er ein. Er trug seine Uniform, fühlte sich sicher in ihr als wäre sie ein Schutz gegen seine Gefühle.
Kathryn hatte mit Absicht nicht ihre Uniform angezogen, sie trug eine beigefarbene Hose und eine blaue Bluse. Das Haar hatte sie sich geschickt hochgesteckt. Sie wollte, daß Chakotay begriff, daß sie ihm verziehen hatte. Die kleinen stichelnden Bemerkungen, die bis vor kurzem noch in ihrem Kopf herumspukten, hatte sie ganz nach innen verbannt.
"Nehmen Sie Platz, möchten Sie etwas trinken?" fragte sie und deutete auf die Couch.
Etwas wortkarg setzte er sich hin, er hatte etwas anderes erwartet.
"Ein Mineralwasser bitte."
Kathryn ging zum Replikator und brachte das gewünschte. Sie hatte natürlich eine Tasse Kaffee vor sich. Chakotay stellte sie das Mineralwasser auf den kleinen Couchtisch und sie selber setzte sich in einen Sessel.
Er nahm das Glas in die Hand, zitterte leicht.
"Sie..." er räusperte sich "..Sie wollten reden..."
Kathryn hatte ihre Beine in dem Sessel angewinkelt und guckte ihn traurig an. Sie hatte eigentlich gehofft, daß es für ihn genauso ein Bedürfnis war für sie, doch anscheinend hatte sie sich getäuscht.
"Chakotay... ich... ich möchte daß Sie wissen, daß ich Sie nicht etwa hasse oder sonstige derartige Gefühle für Sie hege." Gespannt wartete sie ab, wie er ihre Worte aufnehmen würde.
Er hatte nach unten gesehen als sie sprach, nun sah er sie voller Unglauben an.
"Warum....... warum nicht?"
Kathryn trank seufzend einen Schluck ihres Lebenselixiers.
Ja, gute Frage, warum eigentlich nicht? dachte sie und wußte im selben Moment die Antwort, vor der sie sich aber sträubte, sie auszusprechen.
"Sie sind mein erster Offizier, mein Freund und Berater. All die Jahre haben Sie mir geholfen und standen hinter mir. Ich könnte Sie nie hassen Chakotay, dafür...." Kathryn biß sich unbemerkt auf die Lippen. "...dafür ist unsere Freundschaft einfach zu tief. Ich würde vielleicht anders denken, wenn Sie mit voller Absicht so gehandelt hätten aber das haben Sie nicht. Und nur darauf kommt es an. Ich... ich vertraue Ihnen noch immer, Chakotay." Sie guckte ihn zögernd an und hoffte, daß er die wahre Antwort nicht unterschwellig bemerkt hatte.
Er stand auf.
"Ich verstehe Sie nicht. Wie können Sie das sagen? Nach allem was ich getan habe? Ich selbst kann mir nicht vergeben was ich ihnen angetan habe...! Ich.. ich... ich....." er stellte das Glas auf den Tisch und wollte das Quartier verlassen.
"Nein, laufen Sie nicht schon wieder weg." Kathryn war ebenfalls aufgestanden und hielt ihn am Arm zurück. Sie war recht verzweifelt, da sie gar nicht wußte, wie sie Chakotay noch helfen konnte. Im Moment hatte sie sogar Angst um ihn.
"Ich würde einfach sagen, vergessen Sie, was geschehen ist, aber ich weiß, daß Sie das nicht können. Wie kann ich Ihnen bloß helfen?" Die letzte Frage war mehr an sie selbst gerichtet.
"Sie wollen vergessen? Kathryn, ICH kann es nicht vergessen! Ich kann nicht!" schrie er.
"Ich habe Sie gedemütigt, benutzt, geschlagen, vergewaltigt! Dabei war alles was ich wollte, Sie zu lieben...." Er ging aus dem Zimmer.
Kathryn stand da und mußte sich arg zusammenreißen um ihre Tränen zurückzuhalten. Sie sank wieder in den Sessel und spürte eine unglaublich starke Verzweiflung in ihr, die sich sogar physisch bei ihr auswirkte - sie bekam heftige Magenschmerzen.
Chakotay rannte über mehrere Korridore, rannte dabei mehrere Crewmitglieder über den Haufen und kam schließlich in seinem Quartier an. Er ließ sich in den Sessel fallen.
Kathryn, die sich die größten Sorgen machte, überlegte immer noch, was sie tun konnte.
Ich muß ihm vielleicht etwas Zeit lassen um mit sich ins Reine zu kommen, überlegte sie und entschloß, es dabei zu belassen. Ihre Empfindungen konnte sie natürlich trotzdem nicht abstellen und so beschloß sie ins Bett zu gehen um sich etwas Schlaf zu gönnen.
Chakotay wollte eigentlich auch ins Bett, aber auf dem Weg zum Bett rannte er gegen den Tisch und die Vase fiel zu Boden. Er betrachtete die Splitter. Langsam setzte er sich auf den Boden und nahm den größten Splitter in die Hand, schnitt sich dabei und sah das Blut laufen. Da er aber keinen Schmerz fühlte, schnitt er sich ein paar mal in die Hand die schon blutete, den Arm hinauf, dann den anderen Arm. Es waren immer nur kleine Schnitte, aber es blutete unschön. Dann setzte er den Splitter an sein Gesicht und mit einem wilden Schrei zerschnitt er sich das Gesicht immer und immer wieder.
Kathryn war nach einer ganzen Weile endlich eingeschlafen, doch wieder einmal plagten sie heftige Albträume. Zitternd schreckte sie aus dem Schlaf. Ihr war verdammt übel und so stand sie auf um einen Schluck Wasser zu trinken. Doch leider half das auch nicht und Kathryn beschloß, aufs Holodeck zu gehen.
Chakotay lag ohnmächtig in seinem Quartier.
Kathryn, die auf dem Weg zum Holodeck war, kam an Chakotays Quartier vorbei. Zögernd blieb sie davor stehen und überlegte, ob sie nicht doch noch mal mit ihm sprechen sollte.
"Computer, schläft Commander Chakotay oder ist er wach?"
"Commander Chakotays schläft."
Kathryn ging weiter und beschloß, auf dem Rückweg noch einmal zu fragen.
Auf dem Holodeck angekommen entschloß sich Kathryn für eine Kampfsimulation, was sie sonst eigentlich nie tat. Doch B'Elanna hatte ihr eins mal gezeigt und so schlecht fand sie es nicht. Genau das richtige für sie im Moment.
"Computer, Sicherheitsprotokolle deaktivieren."
"Warnung, das deaktivieren der Sicherheitsprotokolle birgt extreme Risiken."
"Überbrücken."
"Sicherheitsprotokolle außer Funktion."
"Computer, aktiviere das Programm."
Im nächsten Augenblick tauchten drei Cardassianer vor Kathryn auf und griffen an. Etwa eine Stunde dauerte die Schlacht, dann war Kathryn mit einigen Blessuren und leichten Verletzungen Siegerin. Und sie fühlte sich besser.
"Computer, Programm beenden", sagte sie und verließ das Holodeck. Sie schaute an sich hinunter, die Sachen waren etwas zerrissen und an einigen Stellen blutete sie.
Oje, hoffentlich sieht mich jetzt keiner, dachte sie und beschloß, die Krankenstation aufzusuchen.
Dort angekommen war das MHN inaktiv, was Kathryn nur Recht sein konnte. Mit einem Hautregenerator ließ sie ihre Kampfspuren wieder verschwinden und da sie schon mal hier war beschloß sie, mit dem Doctor doch einmal über Chakotay zu reden.
"Computer, MHN aktivieren."
"Bitte nennen Sie die art des medizinischen Notfalls."
"Ich wollte mit Ihnen noch einmal über Chakotay sprechen. Sind Sie meiner Bitte nachgekommen und überwachen ihn?"
"Nicht permanent."
"Würden Sie bitte einmal nachschauen? Ich mache mir doch große Sorgen um ihn", bat Kathryn ihn.
"Computer, überprüfe Commander Chakotays Zustand."
"Commander Chakotay ist bewußtlos."
Durch Kathryn fuhr auf einmal ein Adrenalinstoß. "Doktor!!!"
Das MHN schnappte sich ein Notfallkit und den mobilen Emitter und machte sich auf den Weg zu Chakotays Quartier.
Kathryn folgte ihm im Laufschritt. "Computer, öffne die Tür, Autorisation Janeway pi drei sechs", rief sie und Sekunden später öffnete sich die Tür. Es war stockfinster.
"Computer, Licht!" befahl das EMH und als das Licht anging, blieb Kathryn vor Schreck der Mund offen. Chakotay lag blutüberströmt auf dem Boden, eine Scherbe noch in der Hand.
Das MHN scannte Chakotay und stellte keine tiefen Verletzungen fest. Also begann er die Schnitte mit einem Hautregenerator zu behandeln.
"Doktor?" Kathryn wartete sorgenvoll auf eine Diagnose.
Er sah nicht auf.
"Es ist nichts ernstes, zumindest körperlich, aber psychisch..." er schüttelte den Kopf. "..er scheint arge Probleme zu haben..."
"Ich weiß.... aber ich weiß nicht, wie ich ihm helfen kann oder sonst jemand!" Kathryn klang sehr verzweifelt.
Der Doktor kratzte sich am Kopf.
"Ich würde sagen er braucht einen Counselor, aber wir haben ja keinen... es würde mir helfen wenn ich wüßte, was auf dem Planeten geschah", bohrte er weiter.
Kathryns Mundwinkel zuckten. Sie sah den Doktor nicht an als sie schließlich leise sagte: "Er hat mich..." Kathryn mußte schlucken, holte tief Luft und flüsterte nur noch: "...vergewaltigt. Mehrmals." Sie kniete sich neben Chakotay und legte seinen Kopf in ihren Schoß. Sacht strich sie ihm durchs Haar.
Der Doktor war etwas arg konfus, das hatte er nun nicht erwartet.
"Er..? Sie...? Oh........... ähem.......... und sie ........." er zeigte auf Chakotays Kopf auf ihrem Schoß und ihre zärtlichen Gesten. ".........lieben ihn trotzdem....?"
Chakotay stöhnte leise als Kathryn ihn bewegte.
"Er war nicht er selbst, er wußte nicht, was er tut." Sie sah den Doktor an. "Das wissen Sie doch."
"Ja...aber.." seufzte er verständnislos "...wenn mir jemand so etwas antäte, ob er er selbst war oder nicht, könnte ich ihn nicht mehr berühren...."
Kathryn seufzte. "Ich... ich kämpfe auch mit mir, aber trotz allem möchte ich ihn nicht verlieren. Uns verbindet etwas, das man durch nichts zerstören kann..."
Wenn ich gesagt hätte, daß ich ihn einfach nur liebe, wäre es einfacher, aber das geht nicht..., dachte sie noch. "Es muß etwas sehr starkes sein, was sie verbindet..." während er das sagte, kapierte er es endlich!!!! "Oh......ich verstehe...."
Kathryn rollte die Augen. "Doktor, würden Sie sich bitte um Chakotay kümmern anstatt hier über Dinge nachzugrübeln, die niemals sein werden? Was sollen wir machen?"
"Chakotay schläft wie ein Baby, ich werde mich um ihn kümmern wenn er erwacht ist..." er lächelte sie aufmunternd an. "Was kann nie sein, Captain?"
"Wollen Sie ihn auf dem Boden liegen lassen?" ignorierte sie seine Frage.
"Warum nicht? Er liegt doch ganz gut."
Kathryn guckte ihn mit ihrem gefürchteten Janeway-Blick an und sagte: "Helfen Sie mir."
Der Blick saß. "Ja, Captain."
Gemeinsam legten sie Chakotay auf sein Bett. Kathryn deckte ihn noch zu und ging dann mit den Worten: "Ich möchte wissen, was sie zu seiner Heilung beitragen und wann er aufwacht, verstanden?" Dann hatte sie auch schon das Quartier verlassen.
In ihrem eigenen angekommen ließ sie sich auf ihr Bett fallen und vergrub den Kopf in den Armen. Jetzt erst begriff sie langsam, was Chakotay eigentlich vorhatte, wie verzweifelt er gewesen sein mußte.
Was soll ich bloß machen? grübelte sie verzweifelt und eine Träne fiel auf ihr Kissen. "Au..." entfuhr ihr ein Stöhnen, als sich einmal mehr ihr Magen arg zusammenkrampfte. Ihre Nerven lagen blank.
Der Doktor hatte Chakotay einen kortikal Monitor verpaßt und war in die Krankenstation zurückgekehrt. Chakotay lag noch im Bett, war jedoch dabei zu erwachen.
Kathryn plagten momentan heftige Magenschmerzen und sie überlegt zum x-ten male, den Doktor zu rufen, entschied sich aber immer dagegen. Wenn Sie Chakotay doch nur helfen könnte.
Das MHN war auf dem Weg zu Chakotays Quartier da er mitbekommen hatte, daß er aufwachen würde. Er betrat das Quartier.
"W......wo... was????" stammelte Chakotay.
"Ah Commander, willkommen unter den Lebenden."
"Mist!" er schlug mit der Faust auf das Bett.
Der Doktor zog ungläubig eine Augenbraue in die Höhe.
"Wie meinten Sie bitte? War das ihr ernst?" fragte er streng.
"N..nichts." Chakotay drehte sich weg.
"Commander!" sagte das MHN bestimmt. "Reden Sie mit mir!"
"Lassen sich mich in Ruhe, okay?!" Er war sauer weil sein Selbstmordversuch gescheitert war. "Und sagen sie Kath.... dem Captain nichts."
"Dazu ist es wohl etwas zu spät, sie weiß es schon. Haben Sie eigentlich eine Ahnung, was Sie ihr damit angetan haben? Nein, wie können Sie..." der Doktor klang nun etwas verächtlich. "Sie haben sie nicht gesehen, wie verzweifelt sie war, während Sie nur an sich selbst dachten. Es würde mich nicht wundern, wenn der Captain bald zusammenbricht!"
Hm, hoffentlich war das jetzt nicht zuviel, überlegte er ohne zu ahnen, daß er gar nicht so übertrieben hatte.
Chakotay setzte sich auf, obwohl ihm schwindlig wurde. "Sie weiß es..?"
Mist, dachte er. "Ich..ich muß zu ihr......"
"Warum? Was wollen Sie ihr sagen? Wollen Sie ihr eine billige Entschuldigung auftischen und dann so weitermachen? Ich denke, das wäre keine so gute Idee... bevor Sie sich um den Captain kümmern, sollten Sie erst mal mit sich selber wieder ins Reine kommen." Der Doktor sah Chakotay an.
"Der.... Captain hat mir erzählt, was passiert ist", sagte er nun etwas sanfter. "Sie wissen, daß Sie es nicht tun wollten und der Captain weiß es auch. So wie ich sie verstanden habe, trägt Sie ihnen nichts nach. Aber Sie, sie quälen sie weiter. Hören Sie auf damit! Es ist nun mal passiert und keiner konnte etwas dafür! Die Beweise dafür habe ich in der medizinischen Datenbank. Hören Sie auf mit den Selbstvorwürfen Commander! Sie machen alles nur noch schlimmer!"
Chakotay schrie nun. "Haben sie eine Ahnung, wie ich mich fühle? Ich..... ich..... ich habe das schlimmste getan, was ein Mann einer Frau antun kann, verstehen sie das?"
"Ja!" der Doktor wurde nun auch wütend. "Und was wollen Sie jetzt machen? Der Captain versucht alles, um Ihnen zu helfen doch Sie, Sie ziehen sich in ihr Schneckenhaus zurück und baden im Selbstmitleid! Sperren Sie doch mal die Ohren auf und erfassen Sie auch den Inhalt der Worte, die der Captain für sie hat! Reden Sie mit ihr darüber verdammt!" der Doktor guckte ihn äußerst grimmig an.
Chakotay drehte sich weg.
Das MHN hatte nun genug von seinem Verhalten, packte ihn am Arm und drehte ihn zu sich herum.
"Genau das meinte ich Commander, sie kriegen überhaupt nichts mehr um sich herum mit. Wir alle wollen Ihnen helfen doch Sie WOLLEN sich nicht helfen lassen!" Er ließ ihn wieder los und seufzte. Wieder etwas ruhiger sagte er: "Chakotay, trotz einiger Differenzen habe ich Sie immer auch als meinen Freund und Kollegen betrachtet. Ich bitte Sie nun, als Freund: Lassen Sie uns darüber sprechen."
Als der Doktor ihn herumdrehte funkelte Chakotay wütend, beruhigte sich jedoch wieder.
"Was soll ich machen? Ich kann ihr nicht unter die Augen treten." Er bot ihm einen Stuhl an.
"Nehmen Sie Platz, bitte."
Der Doktor seufzte innerlich erleichtert und setzte sich.
"Sie können. Wenn der Captain von Ihnen nichts mehr wissen wollte, würde Sie sich nicht ständig nach Ihnen erkundigen. Und glauben Sie nicht, daß es für sie auch schwer ist? Doch sie sucht den Kontakt zu Ihnen, oder?"
Chakotay nickte und dachte über des Doktors Worte nach.
Das MHN sah das als gutes Zeichen und gewährte Chakotay die Ruhe.
Nach einer langen Weile sagte Chakotay: "Ich sollte mit ihr reden, was meinen Sie?"
Auf dem Gesicht des Doktors erschien ein Grinsen. Er nickte. "Ich denke, das sollten Sie tun."
Chakotay stand auf, mit wackligen Beinen. "Ich werde zu ihr gehen, jetzt... " bevor ich den Mut verliere.
"Eine gute Idee. Soll ich Sie begleiten?"
"Nein, danke." Er lächelte. "Das muß ich allein machen."
Der Doktor nickte. "Okay, falls Sie mich brauchen, ich bin auf der Krankenstation." Er ließ ihn allein.
Chakotay zog sich ein weißes Hemd und eine schwarze Hose an, kämmte seine Haare, replizierte eine weiße Rose und machte sich auf den Weg zum Quartier des Captains.
Der Doktor überlegte, ob er dem Captain noch vorher Bescheid geben sollte, schließlich hatte sie ihm ja befohlen sie zu benachrichtigen, sobald Chakotay aufwachen würde. Doch angesichts der Tatsache, daß Chakotay nun bereit war mir ihr zu reden, ließ er es lieber drauf ankommen.
Chakotay stand vor Kathryns Tür, zögerte und drückte dann den Türmelder.
Kathryn lag auf ihrem Bett und krümmte sich vor Schmerzen. Sie beschloß, den Türmelder zu ignorieren, so konnte sie momentan keinem unter die Augen treten.
Chakotay wunderte sich und drückte den Türmelder erneut.
Er bekam noch immer keine Antwort.
"Chakotay and Janeway."
Chakotay? Kathryn zuckte zusammen und bemühte sich, normal zu klingen. "Ja?"
"Wo sind Sie, ich muß mit Ihnen reden."
Perfektes Timing, dachte sie und versuchte sich aufzusetzen. Ihr war verdammt schlecht und am liebsten wollte sie sich wieder hinlegen. "Chakotay... ich.. ich kann jetzt nicht. Es geht mir nicht gut", stieß sie verzweifelt hervor.
"Soll ich den Doktor informieren?"
"Nein... es geht schon..." In dem Moment bekam sie wieder einen Krampf und sie stöhnte mitleiderregend.
"Kathryn??" In Chakotays Stimme konnte Kathryn einen Anflug von Panik hören.
Ihr kamen die Tränen. Die psychischen Strapazen der letzten Tage waren einfach zu viel für sie gewesen.
"Chakotay... es tut mir leid, können wir das morgen besprechen?" sie wollte nicht, daß er sie so sah.
Ihre Stimme bereitet ihm fast physische Schmerzen. "Ich hole den Doktor, okay?"
"Nein... da ist nicht nötig... es geht schon. Au!" Kathryn hatte sich inzwischen wieder hingelegt und die Beine angewinkelt. Chakotay hatte mittlerweile durch den Computer herausgefunden, daß sie in ihrem Quartier war und das MHN herzitiert.
"Der Doktor ist auf dem Weg..."
Kathryn hatte sich in eine Decke eingewickelt und zitterte vor Kälte. Sie dachte immer noch über Chakotay nach.
Chakotay wollte das Quartier nicht betreten. Der Doktor kam an und betrat Kathryns Quartier. "Was ist los?"
"Mir.. ist kalt, das ist alles", meinte Kathryn und verzog das Gesicht als sich ihr Magen wieder bemerkbar machte. "Wie geht es Chakotay?" fragte sie.
"Er macht sich Sorgen um Sie." Das MHN scannte sie. "Sie müssen auf die Krankenstation."
"Warum? Nur weil mir etwas kalt ist? Ich mache mir Sorgen um Chakotay, wo ist er?" fragte sie noch einmal.
Chakotay betrat das Quartier nach dem Doktor.
"Mir geht es gut, was ist mit Dir?" Mit drei Schritten war er bei ihr und guckte ganz besorgt, der Doktor hob eine Augenbraue. Als Kathryn Chakotay sah, fühlte sie sich gleich etwas besser. "Warum hast Du das getan?" Sie zitterte immer noch und lag zusammengerollt da.
Er ignorierte ihre Frage.
"Was stimmt nicht mit Dir?" zum MHN gewandt fragte er: "Was stimmt nicht mit ihr?"
"Ich fürchte, ich habe vorhin doch nicht so übertrieben, als ich sagte, der Captain würde irgendwann zusammenbrechen. Sie leidet unter extremem psychischen Streß der sich bei ihr sogar jetzt physisch auswirkt", erklärt er.
Chakotays Stimme schwankte leicht. Er wußte, daß alles seine Schuld war.
"Sie muß auf die Krankenstation!"
"Nein, mir geht es gut", schwindelte Kathryn. Sie wollte dem Doktor am liebsten den holografischen Hals umdrehen, denn ihr war klar, daß sich Chakotay jetzt noch größere Vorwürfe machen würde.
"Nein Chakotay, es ist alles in Ordnung mit mir."
Der Doktor protestierte. "Sie hat erhöhte Temperatur und Magenkrämpfe, ich möchte sie näher untersuchen."
Kathryn blickte den Doktor warnend an um im nächsten Augenblick wieder vor Schmerzen zu stöhnen. "Lassen Sie uns allein Doktor, bitte."
Das MHN drückte Chakotay einen Injektor mit Schmerzmittel in die Hand. "Geben Sie ihr das, ich scheine unerwünscht zu sein." Beleidigt ging er, da sich mal wieder der Captain nicht an seine Anweisungen hielt.
Chakotay ging langsam zu Kathryn und hielt ihr den Injektor hin.
"Denken Sie es war weise, nicht zur Krankenstation zu gehen?"
Kathryn nickte. "Wahrscheinlich nicht, aber der Doktor ist immer so anstrengend und die Krankenstation so ... steril... ich mag das nicht. Au!" entfuhr es ihr und sie vergrub ihr Gesicht in dem Kissen.
Chakotay kniete sich hin und berührte ihre Schulter. "Soll ich Dir das Schmerzmittel geben?"
Kathryn schüttelte den Kopf. "Nein, ich brauche jetzt keinen vernebelten Kopf." Sie sah ihm tief in die Augen. Warum Chakotay? Warum kann es nicht mehr wie früher sein?" fragte sie verzweifelt und ihre Augen fingen an zu glänzen.
"Du brauchst Ruhe...." er sprach leise und sanft. "Früher..... früher.. da waren wir Freunde und nun bereiten wir uns Schmerzen..." er seufzte. "Ich wünschte wir könnten noch mal anfangen.."
Kathryn schüttelte den Kopf. "Nein. Früher haben wir uns auch gegenseitig Schmerzen bereitet. Wir waren nie Freunde Chakotay, wir waren schon immer mehr. Du bist für mich weit mehr als ein Freund. Nun habe ich Angst Dich zu verlieren. Bitte, versprich mir daß Du immer bei mir bleibst, was jetzt auch kommen mag."
Er legte den Injektor auf ihren Nachttisch und nahm ihre Hände in seine. Ihre Worte klangen noch immer in seinen Ohren. Er konnte nicht glauben, was sie ihm gesagt hatte, daß sie ihn gebeten hatte, bei ihr zu bleiben. Er küßte ihre Hände sanft und flüsterte: "Ich kann Dich nicht verlassen."
Kathryn schloß ihre Augen. Sie merkte, wie sich ihre Sorgen langsam auflösten und spürte nun eine angenehme Müdigkeit in ihr. Ihr war jetzt zwar heiß und die Krämpfe hatten auch noch nicht aufgehört aber Chakotay hatte ihr gesagt, daß er sie nie verlassen könnte. Ein Lächeln schlich auf ihre Lippen. "Chakotay... ich bin so müde... "
"Soll ich bleiben?"
"Bitte... darf ich etwas schlafen?"
Chakotay nickte langsam, holte sich einen Stuhl, setzte sich zu ihr an das Bett und nahm ihre Hand.
Kathryn war auch schon eingeschlafen. Zum ersten mal seit langer Zeit schlief sie fast schon entspannt.
Er beobachtete sie im Schlaf und küßte ihre Hand von Zeit zu Zeit, dachte sich, daß er sie nicht verdient hatte.
"Doktor an Janeway und Chakotay. Leben Sie beide noch?" kam mit einem mal die leicht säuerlich klingende Stimme des Doktors.
"Doktor, Ruhe sie schläft!!" Chakotay sprang fast auf.
"Kein Grund zu schreien Commander. Wie geht es ihr? Ihre Temperatur macht mir noch Sorgen. Am besten, ich werde noch einmal vorbeischauen."
"Bitte, lassen Sie ihr etwas Ruhe." Aufdringlicher Vogel!
"Dann überprüfen Sie noch einmal ihren Zustand und ich lasse sie beide in Ruhe. Vorerst."
Er fühlte ihre Stirn, die sehr heiß war.
"Sie ist okay", log er in der Hoffnung, der Doktor würde ich in Ruhe lassen.
"Commander!" kam die Stimme vorwurfsvoll. "Wenn Sie glauben, daß es mit dem altmodischen Hand-auf-die-stirn-legen-und-schätzen getan ist, irren sie sich gewaltig. Ich möchte genaue Daten haben sonst kommt ich doch noch mal. Nehmen Sie bitte einen medizinischen Tricorder und scannen sie, dann übermitteln Sie mir die Daten in die Krankenstation."
Himmel, der nervt!!!!!! Er nahm den Tricorder und tat wie befohlen.
Kathryn wachte durch den ganzen Rummel wieder auf. "Hmm... Chakotay?" flüsterte sie. "Was machen Sie da?" fragte sie dann, als sie den Tricorder in seiner Hand sah.
Chakotay runzelte die Stirn. "Befehl des Doktors."
Kathryn zog eine Grimasse und ließ Chakotay scannen. Irgendwie wurde ihr immer heißer.
"Mir ist so heiß!" stöhnte sie und setzte sich langsam auf. Die Bettdecke hatte sie schon von sich weg genommen.
Chakotay scannte und las die Werte genau wissend, daß das MHN sofort herkommen würde.
"Ich schicke die Werte an den Doktor und wette, daß er binnen zwei Minuten hier ist."
"Warum sollte er?" fragte Kathryn und wollte nichts lieber als ihre Sachen ausziehen und in einer Wanne mit kaltem Wasser baden.
"Weil sie hohes Fieber haben."
Der Doktor kam. "Sie müssen auf die Krankenstation!"
Kathryn stöhnte und ließ sich wieder in die Kissen fallen. "Warum kann ich nicht einfach etwas hier schlafen?"
"Weil sie hohes Fieber haben..." Er überlegte.
"Wie hoch, werde ich dran sterben?" fragte sie schnippisch.
Der Doktor verdrehte die Augen. "Entschuldigung, daß ich mir sorgen mache, bin ja "nur" der Doktor." Er legte etwas Medizin auf den Tisch und verschwand mit der Bemerkung: "Chakotay, kurieren Sie sie!"
Kathryn guckte nun etwas schuldbewußt aber war froh, daß sie in ihrem Quartier bleiben konnte. Sie stand mühsam auf und wollte ins Badezimmer. Sie hatte ja noch immer ihr Kleid an und wollte dieses nun wenigstens gegen ihr Seidennachthemd austauschen, das hoffentlich etwas kühler sein würde.
Chakotay ging sofort zu ihr um sie zu stützen.
"Danke, ich will nur aus diesem Kleid raus und eine kalte Dusche nehmen."
"Bitte sei vorsichtig."
"Moment mal, Du willst was..?"
"Mir ist heiß. Ich brauche was kaltes."
"Ich lege Dir ein kaltes Tuch auf die Stirn, eine Dusche wäre das falscheste, was Du tun kannst."
"Warum nicht wenigstens eine nasse, kalte Decke?" Kathryn verschwand im Badezimmer um sich umzuziehen. Als sie das Kleid ausgezogen hatte überlegt sie, nicht einfach so zu bleiben... doch letztendlich zog sie sich ihr Nachthemd über und ging erst einmal zum Waschbecken, trank etwas Wasser und spülte ihr Gesicht kalt ab.
Chakotay wartete.
Wenigstens sind die Magenkrämpfe halbwegs verschwunden, dachte sie und taumelte zur Tür. Diese öffnete sich und Kathryn lehnte ihren Kopf an das kalte Metall.
Er eilte zu ihr und stützte sie vorsichtig. "Leg Dich hin, bitte."
"Die Tür ist so schön kalt..." Kathryn rutschte an der Tür runter um sich auf den Boden zu legen und dagegen zu lehnen.
Na was denn? Er ging zu ihr und hob sie auf, legte sie auf das Bett und ging ins Bad um ein Handtuch mit kalten Wasser zu holen.
Kathryn warf sich unruhig von einer Seite auf die andere. Ihr war jetzt so heiß, daß sie verrückt werden könnte.
Er legte ihr vorsichtig das Handtuch auf die Stirn und sah zu den Medikamenten, die der Doktor dagelassen hatte. Er ging hinüber und nahm den Injektor.
"Ich injiziere Dir ein fiebersenkendes Mittel", sagte er und wenig später hörte Kathryn das leise Zischen des Hyposprays.
Kathryn fiel in einen unruhigen Schlaf in dem sie hin und wieder leise Chakotays Namen rief.
Chakotay flüsterte, als er sich wieder auf den Stuhl setzte: "Ich bin hier Kath." Er nahm wieder ihre Hand.

Kathryn's Kampf

Als Kathryn nach einigen Stunden wieder erwachte, fühlte sie sich wesentlich besser. Neben ihr sah sie Chakotay sitzen, der auf dem Stuhl eingeschlafen war. Ihre Hand hielt er noch immer fest. Sie drückte seine Hand und musterte sein Gesicht eingehend.
Vorsichtig zog sie dann ihre Hand weg um ihn zuzudecken. Etwas schwach fühlte sie sich noch und deshalb legte sie sich auch noch einmal hin.
Chakotay wachte auf, als sie ihre Hand zurückzog. "Wie geht es Dir?"
"Viel besser, danke. Hast Du die ganze Nacht bei mir verbracht?" fragte sie und schaute ihn liebevoll an.
Er nickte. "Ja, Du hast mich doch darum gebeten..." Er lächelte sie an. "Möchtest Du Frühstück?"
Kathryn lächelte ihn warmherzig an. "Nein danke, ich habe keinen Hunger. Möchtest Du wieder in Dein Quartier und etwas schlafen? Ich denke, der Doctor wird sich sowieso bald wieder melden."
"Wenn Du mich darum bittest, gehe ich..."
"Nein, so was das nicht gemeint, Du hast nur die ganze Zeit hier gesessen und ich dachte, Du wolltest Dich nun selber etwas ausruhen... nachdem ich Dir solchen Kummer bereitet habe...."
Er stand auf. "Ich würde mir gern das Gesicht waschen, darf ich? Außerdem würde ich sehr gern bleiben..."
Kathryn lächelte. "Natürlich, ich werde mich inzwischen anziehen."
Chakotay runzelte die Stirn. "Wirst du heute wieder auf der Brücke sein?"
Kathryn seufzte. "Da ich wieder topfit bin, werde ich wohl müssen." Stimmt zwar nicht ganz, aber Captain bleibt Captain, dachte sie und wartete, daß Chakotay ins Badezimmer ging.
"Wenn Du topfit bist, warum bist Du dann kreidebleich?"
"Ach, das ist nur das Licht hier drin... mir geht's bestens. Was ist mit Dir eigentlich?" versuchte sie abzulenken.
"Mit mir? Ich hab heute noch frei und geplant, meinen Tag auf dem Holodeck zu verbringen........" Er grinste.
"Ah so, dann scheint es Dir ja wieder blendend zu gehen. Welches Programm?"
"Nichts besonderes, etwas zu Relaxen.... mit Begleitung wäre es natürlich viel schöner...." bei diesen Worten zwinkerte er ihr zu.
Kathryn hob eine Augenbraue und seufzte. "Du weißt doch, ein Captain gehört der Crew und auf die Brücke. Der Doktor wird mich bestimmt wieder für diensttauglich halten."
"Mit dem Doctor kann man reden, Kathryn, bitte"
"Du weißt doch, daß ich noch viel Arbeit habe... die ganzen Berichte von einer Woche liegen noch rum und warten darauf, gelesen zu werden, die Inspektionen der einzelnen Sektionen sind wieder fällig und... und..." Kathryn sah Chakotays enttäuschten Gesichtsausdruck. "Paß auf, wenn der Doctor sagt, ich soll noch ausspannen mache ich das auch, okay?"
Er nickte und hatte eine Idee. "Ich brauch etwas aus meinem Quartier, ich bin gleich wieder da, okay?" Schon war er zur Tür raus.
Kathryn sah ihm etwas verblüfft nach, aber nutzte die Zeit um kurz zu Duschen und sich dann die Uniform anzuziehen. Dann kontaktete sie den Doctor.
"Janeway an den Doctor."
Chakotay hatte den Doktor in der Zwischenzeit ebenfalls kontakte und ihn gebeten, Kathryn heute noch freizustellen, damit beide etwas Zeit miteinander verbringen konnten. Der Doctor, der alte Romantiker, war natürlich dafür.
"Doctor hier."
"Doctor, ich nehme an, eine Nachuntersuchung ist nicht notwendig, ihr Mittel hat geholfen. Ich gehe wieder auf die Brücke."
"Kommen Sie bitte trotzdem her? Ich habe etwas gefunden."
Kathryn wurde unruhig. "Geht es um Chakotay? Was haben Sie gefunden?"
"Es geht um Sie, das Mittel hat nicht 100% geholfen. Ich möchte Ihnen ein anderes Mittel verabreichen und sie heute noch beobachten."
"Woher wollen Sie das wissen? Sie haben mich doch noch gar nicht untersucht!" Kathryn wurde mißtrauisch.
"Durch Tests."
"Was für Tests haben Sie denn wann gemacht bitte schön?"
"Können sie nicht einfach herkommen, anstatt rumzudiskutieren? Doctor Ende." Er schloß die Comverbindung.
Kathryn war ärgerlich. Na, der kann sich auf was gefaßt machen! dachte sie wütend und ging zur Krankenstation.
"Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind Doctor?" giftete sie, kaum daß sie die Krankenstation betreten hatte.
Das EMH drehte sich grinsend um. "Wenn Sie nicht so stur wären... hören sie zu, setzen sie sich hin!"
"Was geht hier vor?" fragte sie scharf und blieb stehen.
"Ich habe noch viel Arbeit vor mir."
War klar.
"Gehen Sie um 10 Uhr auf das Holodeck, Sie werden dort erwartet. Eine Einladung bekommen sie auch noch, tun Sie überrascht. Ich wollte es Ihnen ja nicht sagen, aber Madame muß ja stur sein!"
Kathryn rieb sich die Stirn. "Doctor, das ist sehr nett, aber ich kann hier nicht einfach nach belieben Urlaub machen, ich bin der CAPTAIN! Also, wenn ich nicht wirklich noch krank bin, dann gehöre ich auf die Brücke."
Wie kann man nur so stur sein?
"Wollen sie Chakotay oder nicht?"
Kathryn klappte die Kinnlade runter. "Wie bitte? Ob ich Chakotay WILL? Was soll das heißen? Und was geht Sie das überhaupt an?"
"Ja oder nein? Wenn ja, Holodeck 10 Uhr, wenn nein, Brücke." Er deaktivierte sich einfach.
Kathryn bekam ihren Mund gar nicht mehr zu. Sie konnte einfach nicht glauben, was hier passierte.
Bin ich denn hier nur von Irren umgeben? Arbeitet hier überhaupt noch jemand? dachte sie wütend.
"Janeway an Chakotay."
Selbiger hatte ja offiziell frei, war aber schon auf dem Holodeck und programmierte. "Ja?" Er war ganz in Gedanken.
"Chakotay, stecken Sie mit dem Doctor unter einer Decke?" fragte sie entrüstet.
Mist verdammter! "Was hat er gesagt?"
"Daß ich mich zwischen Ihnen und meiner Pflicht entschieden muß und das kann ich nicht, das wissen Sie. Ich bin in erster Linie gegenüber dem Schiff verpflichtet. Das ist nun mal das Schicksal eines Captains."
"Aber auf der Brücke ist alles okay, hab es selbst gecheckt und außerdem sind wir immer in Reichweite."
Kathryn dachte einen Moment nach.
Oh man, was mache ich bloß? Wenn ich nicht aufs Holodeck komme ist Chakotay furchtbar enttäuscht und das kann er jetzt wohl wirklich nicht gebrauchen nach alledem, was geschehen ist. Aber wo kämen wir denn hin, wenn sich einfach jeder mal eben aufs Holodeck verzieht, wenn's ihm gerade paßt? Gerade ich darf kein schlechtes Beispiel sein.
Kathryn kämpfte hart mit sich und schließlich sagte sie: "Na gut Commander, aber ich komme nur, damit sie nicht wieder irgendwelche Dummheiten anstellen, verstanden?"
"Danke." Er war zwar enttäuscht, daß sie nur deswegen kommen würde aber immerhin, er hatte seinen Willen, wenn auch mit viel Theater.

Kathryn erschien pünktlich vor dem Holodeck. "Computer, ist das Programm aktiv?"
"Positiv, Sie können eintreten."
Kurz darauf öffneten sich die Türen und Kathryn betrat das Holodeck.
Kathryn sah einen Strand und Chakotay in Shorts und Hemd. Die Sonne war am untergehen und am Wasser war ein Tisch mit Essen aufgebaut, sanfte Balalaikaklänge erklangen.
"Chakotay?" fragte Kathryn und ging auf ihn zu. "Das.. das ist wirklich sehr nett hier, aber ich kann doch jetzt unmöglich mit Ihnen essen..."
"Warum denn nicht? Es ist so ein schöner Tag und wir beide haben frei."
Kathryn ließ sich auf einen Stuhl fallen. "Ach Chakotay, was bin ich denn für ein Captain wenn ich hier einfach meinem Privatvergnügen nachgehe? Stellen Sie sich doch mal vor, das würde jeder machen! Wer kümmert sich noch um das Schiff?" sie machte eine kurze Pause. "Glauben Sie mir, manchmal wünschte ich mir nichts sehnlicher als ein Ensign zu sein oder noch besser: Eine Zivilistin, dann hätte ich Zeit für so etwas und könnte auch mit jedem ausgehen, mit dem ich will, aber ich DARF nicht, verstehen Sie das nicht? Sie machen es mir und Ihnen nur noch schwerer...."
"Wenn Sie nicht wollen, dann gehen Sie."
Aber dann ist alles aus, fügte er in Gedanken hinzu. "Wenn Sie bleiben wollen, bleiben Sie."
"Ach, darum geht es doch nicht!" rief Kathryn ärgerlich und merkte mit Entsetzen, daß ihre Magenschmerzen wiederkehrten.
Nicht schon wieder, betete sie. Verzweifelt sah sie Chakotay an. "Chakotay, glauben Sie mir, ich möchte so gerne bleiben, bei Ihnen, aber Sie müssen doch verstehen, daß gerade ich mir so etwas nicht erlauben darf. Ich muß 24 Stunden für das Schiff da sein und die Crew." Kathryn begann sich wieder Sorgen zu machen.
"Gehöre ich nicht zur Crew?"
"Doch, natürlich, aber ..." Kathryn war leicht verzweifelt und ärgerlich über die Uneinsicht ihres ersten Offiziers.
"Aber Sie haben dienstfrei, Sie dürfen das hier machen."
"Sie auch, laut dem Doctor."
"Der Doctor hat mich nicht dienstuntauglich geschrieben."
AU! Sie stöhnte kurz auf, hatte wieder Magenschmerzen.
"Sollen wir zum Doctor gehen?" fragte er besorgt.
Kathryn antwortete nicht. Stumm saß sie da und dachte nach.
Warum haben wir uns nicht unter anderen Umständen getroffen? Dann wäre alles nicht so furchtbar kompliziert, dachte sie und fühlte, wie in ihr die Tränen aufsteigen.
"Kathryn??"
Kathryn merkte wieder eine Hitzewelle in ihr aufsteigen. Verzweifelt schüttelte sie den Kopf in der Hoffnung, es möge schnell wieder vorbei gehen.
Was ist nur los mit mir? dachte sie.
Chakotay ging in die Knie. "Kathryn?" er schüttelte sie leicht an der Schulter.
Sie verschränkte die Arme vor dem Bauch und ließ ihren Kopf an seine Schulter sinken. "Was ist nur los mit mir Chakotay?" flüsterte sie.
"Du bist nicht so gesund wie du gern wärst, du mußt Dir Zeit geben." Er kontaktete den Doctor.
"Was gibt es Commander?" fragte das EMH.
"Es geht Kathryn nicht gut."
"Ich habe so etwas befürchtet, egal was sie jetzt sagt, können Sie sie herbringen?"
"Das mache ich." Ohne ein weiteres Wort hob Chakotay den Captain hoch und trug sie zur Krankenstation.
"Chakotay, bringen Sie mich bitte in mein Quartier okay?" bat sie ihn.
"Nein, ich bringe Dich zur Krankenstation. Es ist besser so." Er trug sie weiterhin, obwohl einige Crewmitglieder erstaunt guckten.
"Nein bitte, ich möchte nicht. Ich muß zur Brücke..."
Chakotay trug sie bis zur Krankenstation, wo der Doctor schon alles vorbereitet hatte. "Legen Sie sie auf das Biobett Commander."
"Nette Shorts Commander." hetzte das EMH, doch bevor Chakotay antworten konnte, meinte das EMH: "Ich kontakte Sie, sobald ich etwas weiß, bitte gehen Sie jetzt." Chakotay ging, aber er war erstaunt. Noch nie wurde er so unhöflich aus der Krankenstation geworfen.
"Nein, Chakotay, bleiben Sie bitte!" rief Kathryn ihm hinterher.
"Zu spät! Haben Sie wieder Magenschmerzen?"
Kathryn nickte.
"Ich werde Sie gründlich untersuchen. Was haben Sie gefrühstückt?"
"Noch nichts, ich... aah... hatte keine Zeit und keinen Hunger. Und bis eben war noch alles in Ordnung."
"Sie werden erst mal frühstücken! Was möchten Sie?"
"Ich habe wirklich keinen Hunger." sagte Kathryn stöhnend. "Haben Sie ein Decke? Mir ist kalt... und heiß..."
Der Doctor holte eine Decke und deckte Kathryn zu, fing dann an sie zu scannen.
"Danke..." sagte sie zitternd.
"Ich gebe Ihnen was zur Beruhigung." bevor sie protestieren konnte, schlief sie auch schon. Der Doctor machte sich an die Auswertung der Scans und nach 2 Stunden kontaktete er Chakotay: "Doctor an Commander Chakotay."
"Ja?"
"Kommen Sie bitte auf die Krankenstation."
Er machte sich sofort auf den Weg.
"Was ist los mit ihr?" Chakotay betrat die Krankenstation mit eben diesem Satz.
"Immer noch dasselbe wie gestern Nacht. Sie ist emotional zu aufgewühlt und kann die Dinge nicht richtig verarbeiten würde ich jetzt mal vermuten. Daher die ständigen Hochs und Tiefs. Mit anderen Worten, sobald sie sich über etwas große Sorgen macht oder ein größeres Problem ansteht, manifestieren sich diese Sorgen und Probleme in physischen Schmerz."
Der Doctor seufzte. "Einmal mehr wünschte ich jetzt, daß wir einen Counselor an Bord hätten... Ein Wunder übrigens, daß Sie davon nicht betroffen sind, Commander."
"Wie kann ich oder können Sie ihr helfen?"
"Ich wünschte, ich wüßte es." Der Doctor musterte Kathryn einen Moment. "Reden, reden und nochmals reden ist vielleicht das Beste. Haben Sie beide sich denn überhaupt schon richtig über das "Erlebte" unterhalten?" fragte er.
Chakotay schüttelte den Kopf. "Immer wenn wir anfangen wollen, bekommt Sie diese Schmerzen." Er guckte ganz verzweifelt. "Dann steht es vielleicht noch weitaus schlimmer mit ihr, als ich dachte", murmelte er mehr zu sich als zu Chakotay.
"Ich kann ihr höchstens hohe Dosen an Schmerzmitteln verabreichen und das Fieber senken, aber gegen die Ursache kann nur sie selber etwas tun. Ich werde sie vorerst hierbehalten und Ihnen beiden dann mindestens eine Woche Urlaub verschreiben damit sie genug Zeit haben um einen Anfang zu finden."
"Soll ich hierbleiben?"
"Wie Sie möchten, doch im Moment könne Sie hier eh nichts erreichen, sie wird noch eine Weile schlafen."
"Ich wäre gern hier, wenn sie aufwacht." sagte er und setzte sich an Kathryns Bett.
"Wie Sie möchten. Mich müssen Sie bitte entschuldigen, ich habe noch zu Arbeiten." damit ließ er Chakotay an Kathryns Seite allein und verschwand in seinem Büro.
Kathryn merkte als erstes die Hitze und ihren trockenen Hals. Langsam öffnete sie die Augen.
Chakotay stand auf. "Hallo.." zum Doc gewandt: "Sie ist wach!"
"Durst...heiß..." konnte Kathryn noch flüstern, bevor ihr die Stimme versagte.
Chakotay holte ihr ein Glas Wasser und half ihr beim Trinken.
Der Doctor kam an und untersuchte Kathryn noch einmal. Besorgt stellte er fest, daß sie fast 40°C Fieber hatte. "Was macht ihr Magen?" fragte er zur Ablenkung und lud ein Hypospray.
"Tut weh..." brachte sie gequält heraus. "Mit ist so heiß..."
Chakotay brachte das Glas wieder weg und beobachtete den Doctor.
Der Doctor hielt Kathryn das Hypospray an den Hals und es entlud sich mit einem leisen Zischen. "Das wird das Fieber senken, hoffentlich. Versuchen Sie, noch etwas zu schlafen. Gegen ihre Magenschmerzen gebe ich Ihnen auch gleich etwas." Im Vorbeigehen warf er Chakotay einen besorgten Blick zu.
Chakotay guckte betreten zu Boden.
Kathryn tastete nach Chakotays Hand. "Ich möchte in mein Bett, bitte."
Er nahm ihre Hand. "Darf sie in ihr Quartier, Doctor?"
Das EMH runzelte die Stirn. "Sehr ungern, das Fieber muß erst fallen, dann überlege ich es mir vielleicht, im Moment ist sie hier besser aufgehoben." Als er ihre bittenden Blicke sah fügte er noch hinzu: "Wenn das Fieber in den nächsten Minuten fällt, gebe ich die Erlaubnis aber mit der Auflage, daß Sie ständig bei ihr bleiben Commander. Ich werde alle Stunde vorbeikommen." Chakotay fügte sich und lächelte Kathryn an. "Das ist doch ein Angebot oder?"
Kathryn nickte dankbar und nur eine halbe Stunden später befanden sich beide bereits in Kathryns Quartier.
Chakotay saß wieder auf dem Stuhl neben ihr.
Vom Doctor hatte er noch ausreichend Medikamente bekommen falls es Kathryn wieder schlechter gehen sollte. Dieser ging es aber nun etwas besser und sie konnte auch wieder einigermaßen sprechen.
"Chakotay, was ist los mit mir?" fragte sie.
"Willst Du die Erklärung des Doctors hören?"
"Ja. Aber so, daß ich es auch verstehe."
Er grinste. "Hm, das wird schwierig.... Du hast psychische Probleme, wegen dem was passiert ist, und da wir nicht darüber reden, manifestieren sie sich in körperlichem Schmerz."
Kathryn starrte ihn an, doch schließlich nickte sie. "Vielleicht sollten wir dann darüber reden, oder?"
"Scheint so." erwiderte er und schluckte.
Kathryn guckte auch etwas betreten zur Seite. "Willst... Du anfangen?"
Er kratzte sich am Kopf. "Ich... weiß nicht... Ich... was soll ich sagen? Es tut mir leid?" er guckte sie hilflos an.
Kathryn tastete wieder nach Chakotays Hand. "Das weiß ich doch und ich sage Dir noch einmal, daß Du nicht Du selbst warst. Und... ich sage mir das auch immer wieder selbst und doch habe ich ... immer noch diese Albträume. Ich... ich bin einfach zerrissen Chakotay. Ich liebe Dich über alles, doch was auf dem Planeten passiert ist..."
Kathryn umklammerte seine Hand. "Ich habe immer von diesem Moment geträumt, daß wir beide mal miteinander... Du weißt schon... aber... aber..." Sie machte eine kurze Pause. "Ich weiß auch nicht, was ich noch sagen soll. Weißt Du, da ist ein kleiner Teil in mir, der mir keine Ruhe läßt und mich gegen Dich aufhetzt, aber ich weiß doch ganz genau, daß Du mir nie weh tun würdest. Bitte hilf mir, diese Stimme zum Schweigen zu bringen." Sie sah ihn mit glänzenden Augen an.
Er hörte ihr mit einer Mischung aus Freude und Verzweiflung zu. "Wie kann ich diese Stimme zum Schweigen bringen? Sag mir wie und ich tue es.. ich tue alles für Dich." Er ging auf die Knie vor Verzweiflung.
"Ich... ich .... küß mich, bitte."
Langsam beugte er sich nach vorne und umfaßte ihre Schultern mit seinen Händen. Er zog sie zu sich und als ihr Gesicht nahe an seinem war, schloß er die Augen und drückte seine Lippen vorsichtig auf ihre.
Kathryn schloß ebenfalls ihre Augen und als sie seine Lippen auf ihren spürte, hatte sie dieses Gefühl, daß diesmal alles richtig war. Vorsichtig erwiderte sie den Kuß.
Er legte seine Arme um sie und umarmte sie zärtlich.
Kathryn fühlte sich wohl und schmiegte sich in seine Arme.
Chakotay setzte sich auf das Bett und hielt sie fest.
"Jetzt sage mir noch bitte, was ich mit dem Captain in mir mache? Laut Vorschrift darf ich das gar nicht tun, was ich hier schon getan habe." Sie klang wieder verzweifelt.
"Gib dem Captain den Befehl, ihrem Herzen zu folgen..."
Kathryn seufzte tief. "Glaub mir, wenn das so einfach wäre... ich kann doch die Vorschriften nicht einfach außer Kraft setzen nur damit ich mich besser fühle... was soll ich nur machen?"
Er schüttelte den Kopf. "Kann ein Befehl verbieten zu lieben? Das werde ich nie verstehen. Wie sollst du da glücklich werden, wenn du deine Gefühle verleugnest?"
"Das hier ist eben keine normal Situation.... keiner hätte damit rechnen können, daß es uns auf die andere Seite der Galaxie verschlägt... Starfleet hatte gute Gründe für diese Klausel."
"Wären wir im Alphaquadranten, würde es dann glücklich enden für uns? Nein, ich wäre im Gefängnis und Du ein Captain, wir hätten uns nie getroffen Kathryn." Er drückte ihr einen Kuß auf ihre Nasenspitze.
Kathryn wußte einfach nicht mehr, was sie noch sagen oder machen sollte. Sie legte ihren Kopf an seine Brust und fühlte wieder diese Verzweiflung in ihr hochsteigen.
Chakotay wiegte sie langsam hin und her.
Kaum daß ihre Magenschmerzen für einen Moment weg waren, kamen sie auch schon wieder und Kathryn kauerte sich in Chakotays Armen zusammen.
"Wieder Schmerzen?" Er drückte sie näher an sich und strich ihr sanft über den Bauch.
Kathryn nickte. "Ich wünschte, jemand würde diese Regel einfach aus dem Reglement löschen." murmelte sie.
"Aber wir haben schon so viele Regeln ignoriert oder besser angepaßt, warum dann nicht auch diese?"
"Weil diese Regel nicht zwingend notwendig ist um das Überleben der Crew oder Schiffes zu gewährleisten, das gilt nur für eine Person und das bin in dem Falle ich."
"Aber diese Regel bereitet Dir Schmerzen. Und so können wir sie ja außer Kraft setzen, da sie ja Dein Wohl gefährdet..." Kathryn lächelte ihn an für einen Moment, doch dann sagt sie: "Darf ich mein Wohl wirklich über das aller anderen stellen? Was ist, wenn die Crew damit nicht einverstanden wäre, wenn ich mit dem ersten Offizier des Schiffes eine Beziehung eingehen würde?"
"Wer sollte dagegen sein?"
"Das weiß ich nicht, aber was ist, wenn es einer ist?" antwortete sie.
"Das sollten wir herausfinden und dann entscheiden, meinst du nicht?"
"Aber.. Du kannst doch nicht einfach die gesamte Besatzung fragen, ob sie damit einverstanden daß wir.... zusammen sind!"
"Wie dann sonst?"
Kathryn schwieg. Ganz unrecht hatte er ja nicht, trotzdem war Kathryn nicht ganz wohl bei der Geschichte.
"Also.... also gut, dann fragen wir halt. Meinst Du, Neelix würde das übernehmen?" Sei konnte jetzt schon wieder etwas lächeln und der Magen beruhigte sich allmählich wieder.
"Meinst du nicht, das sollten wir beide machen, mein Schatz?" Er glaubte sich in einem Traum.
"Nein, ich will eine ehrlich Meinung der Crew hören, wenn wir sie fragen, wollen sie vielleicht nur höflich sein. Neelix soll am besten eine anonyme Umfrage machen, ob ich die Regel brechen darf."
"Wenn du das so möchtest. Geht es wieder?" Seine Hand lag immer noch auf ihrem Bauch.
"Besser. Ich kann nicht glauben, daß mein Körper so stark auf meine Gefühle reagiert, das war bisher noch nie so.. Hoffentlich passiert so was nicht noch einmal."
Kathryn legte ihre Hand auf seine und guckte ihm dann in die Augen.
"Ich werde dafür sorgen, daß das nicht noch mal passiert." Er lächelte sie verliebt an.
"Ich liebe Dich." sagte sie als Antwort.
Er lehnte sich hinunter um sie zu küssen.
Kathryn kam ihm entgegen und küßte ihn zärtlich.
"Bleib heute bei mir, okay? Ich möchte nicht mehr allein sein..." flüsterte sie.
Er nickte ohne den Kuß zu unterbrechen.
"Doctor an Chakotay. Wie geht es dem Captain?" kam mal wieder genau im richtigen Moment die Stimme des Doctors.
Chakotay verdrehte die Augen. "Sie stören." beendete er die Comverbindung und küßte sie wieder.
"Also das ist doch....." der Doctor meckerte wie ein Droschkenkutscher. "Muß ich mir das bieten lassen!?" sagte er wütend. Ein Ensign betrat die Krankenstation.
"Doctor...?"
Das EMH drehte sich um. "Wehe, es ist nicht wichtig!" donnerte er.
Der Ensign drehte sich auf dem Absatz um und verschwand wieder. Der Doctor schimpfte weiter und machte sich daran seine Proben zu sortieren, er war grade in der richtigen Laune dazu. "Die spinnen, die Menschen!"

Die Abstimmung

Eine Woche später...

"Ich bin so nervös Chakotay, was ist, wenn die Crew nicht einverstanden ist mit uns?" nervös tastete Kathryn nach Chakotays Hand und drückte sie. Neelix hatte ihnen soeben mitgeteilt, daß die Umfrage abgeschlossen sei, er sich nun an die Auswertung machen würde und ihnen das Ergebnis unmittelbar danach mitteilen würde.
Er küßte ihre Hand. "Beruhige Dich..."
"Ich kann nicht... am liebsten würde ich jetzt sterben..." stöhnte sie.
"Und mich alleine lassen? Bitte nicht!"
Kathryn knuffte ihm in die Seite. "Du weißt, wie ich das meine..."
"Neelix an Janeway und Chakotay. Ich bin fertig." tönte es auf einmal.
"Autsch.." Er sah Kathryn verliebt an, als Neelix Stimme ertönte. "Na dann los....."
Kathryn mußte sich setzen, die nächsten Worte würden über ihre Zukunft mit Chakotay entscheiden.
"Also, Captain Janeway und Commander Chakotay.... es tut mir sehr leid für sie beide, daß es jetzt so hart kommt..." Kathryn sah Chakotay entsetzt an. "... aber die Umfrage ist Einstimmig ausgefallen. Ich zitiere: 'Endlich. Das wurde aber auch Zeit. Hat ja lange genug gedauert. Wenn Sie nicht zusammenbleiben, werden Sie von uns öffentlich gehängt. Herzlichen Glückwunsch. usw, usw...." brabbelte Neelix noch, doch das bekamen Kathryn und Chakotay schon gar nicht mehr mit. Kathryn lag gerade in Chakotays Armen und schluchzte vor Glück.
Chakotay hielt sie zärtlich, sah aber Neelix in Gedanken verspielt böse an, weil er ihnen einen solchen Schrecken eingejagt hatte.
Der Talaxianer grinste. Er konnte sich vorstellen, was die beiden jetzt gerade taten. Daher wünschte er selber noch einmal alles Gute und beendete dann die Comverbindung.
Kathryn wollte Chakotay am liebsten gar nicht mehr loslassen.
Chakotay hob Kathryn hoch und lachte. "Wir sollten unserer Crew danken."
"Gute Idee. Was wollen wir machen? Eine Message schreiben und eine Party schmeißen?"
"Wie wäre ein Ansprache?"
"Laß uns lieber ein Message schicken, die Ansprache halten wir dann bei unserer Hochzeit..." Kathryn grinste. "Vorausgesetzt natürlich, Du willst mich irgendwann mal heiraten."
"Was immer du willst. Wird schwierig, wenn der 1. Offizier und der Captain heiraten, wer hält dann die Rede...?"
"Das werden wir dann entscheiden, wenn es mal soweit sein sollte..."
"W.. würdest du mich denn heiraten?"
"Wenn Du mir einen Antrag machst? Aber noch nicht jetzt... jetzt will ich erst mal die Zeit mit Dir genießen, schließlich haben wir uns 'gerade kennengelernt'." schmunzelte sie.
"Chakotay, ich möchte Dich spüren, aber ich weiß nicht, ob ich schon ganz dazu bereit bin... bitte sei nachsichtig mit mir, okay?" sagte Kathryn und wartete etwas sorgenvoll auf seine Antwort.
Er hob sie hoch, trug sie langsam zum Bett und legte sie hin. "Ich tue nichts, was Du nicht möchtest..." Er setzte sich auf das Bett.
Kathryn lächelte und begann dann, seine Uniform zu öffnen. Gleichzeitig zog sie ihn zu sich auf das Bett, so daß er neben ihr lag. Zärtlich tastete sie unter sein Uniformshirt.
Er schloß seine Augen kurz als er ihre Finger fühlte, und begann nun seinerseits ihre Uniform zu öffnen. Langsam. Er öffnete seine Augen wieder um in ihre zu blicken und ihr okay zu bekommen.
Kathryn lächelte ihn an und zog ihm geschickt sein Shirt aus, so daß er nun mit nacktem Oberkörper neben ihr lag. Zärtlich streichelte sie über seinen Oberkörper und bedeckte ihn mit sanften Küssen.
Er stöhnte leise auf und zog ihre Uniformjacke aus, warf sie achtlos auf den Boden, dann folgte ihr Uniformshirt. Er legte sich langsam auf sie, küßte sie zärtlich auf den Mund und dann ihren Hals entlang zu ihren noch bedeckten Brüsten.
Ihre Arme hatte sie um ihn geschlungen und machte sich nun an seiner Hose zu schaffen, die er auch dann nicht mehr lange anhatte. Sie hatte inzwischen ihre Stiefel und Strümpfe abgestreift und ließ ihre Finger zärtlich kleine Kreise auf seinem Rücken zeichnen.
Er drückte seinen Körper nahe an ihren und umarmte sie. Mit einer plötzlichen Bewegung zog er sie auf sich und sah sie an. Seine Hände wanderten über ihren Rücken und öffneten ihren BH.
Kathryn stöhnte genüßlich, als sie seine Hände auf ihrem nackten Rücken spürte. Sie wollte jeden Moment genießen. Sie küßte ihn leidenschaftlich auf den Mund und wartete, daß er sie wieder losließ.
Seine Hände wanderten langsam zu ihren Schulter und zogen ihr den BH aus, dann ließ er seine Hände zwischen ihre Körper gleiten und berührte ihre Brüste zärtlich.
Kathryn erforschte mit ihrer Zunge unterdessen seinen Mund und mit ihren Händen zog sie ihm das letzte störende Kleidungsstück aus.
Während Chakotay nun nackt war, hatte Kathryn noch ihren Slip an. Chakotay legte seine Hände an ihre Hüften und sah sie an, unterbrach ihren Kuß. "Bist du sicher?"
Kathryn zögerte zwar im ersten Moment, doch dann nickte sie. "Ja, und wenn nicht, dann sag ich Dir schon Bescheid. Bitte mach weiter...."
Langsam zog er ihren Slip aus und weidete seine Augen an ihrer Schönheit. Er legte sie auf ihren Rücken und begann ihre Brüste sanft zu küssen.
Kathryn schloß genußvoll die Augen. "Oh.. Chakotay, ich liebe Dich so sehr..." raunte sie ihm ins Ohr und ihre Hände tasteten nach seinem Oberkörper um ihn dort zu verwöhnen.
Seine Hände begannen ihre Brüste sanft zu kneten, während er mit seiner Zunge mit ihren Brustwarzen spielte, sie zärtlich leckte und daran saugte.
Kathryns Körper bäumte sich leicht auf bei seinen Liebkosungen und sie merkte, wie bereits ihre Scheide feucht wurde. "Chakotay...."
Er lächelte sie an. "Ich liebe es, wie Du meinen Namen sagst..." langsam küßte er ihren Bauch, ließ seine Zunge mit dem Bauchnabel spielen.
Kathryn lächelte glücklich und eine Gänsehaut lief ihr über den Rücken. Sie zog Chakotay näher an sich heran und preßte ihren Körper dicht an seinen. Sie spreizte etwas die Beine um ihm zu signalisieren, daß sie ihn jetzt in ihr spüren wollte. Auch Chakotay wollte Kathryn, sein Körper signalisierte es ganz deutlich, dennoch ließ er sich Zeit und küßte noch etwas tiefer, zwischen ihre Beine.
Kathryn krallte ihre Fingernägel in seinen Rücken vor Ekstase und atmete schneller.
"Ooooooooooh.... Chakotay!!!!!!" stöhnte sie und war sich nicht sicher, ob sie alles nur träumte, das war zu schön um wahr zu sein.
Vorsichtig küßte er ihre Scheide und ihre Klitoris. Ihre Fingernägel auf seinem Rücken bereiteten ihm einen angenehmen Schmerz.
"Chakotay, hör auf, oder es ist gleich vorbei... Ich will Dich spüren!!!!!!"
Chakotay flüsterte verführerisch: "Laß Dich gehen..."
Kathryn entspannte sich und ließ Chakotay gewähren. Sie war kurz vor ihrem Höhepunkt.
Er streckte sein Hände nach den ihren aus und nahm sie in seine, dann begann er erneut ihre Klitoris zu küssen, diesmal jedoch wilder, hungriger.
Kathryn spreizte ihre Beine so weit wie möglich und ihr Körper erbebte als sie ihren Orgasmus bekam. Sie stöhnte laut auf, rutschte etwas weg und flüsterte seinen Namen bevor sie erschöpft in die Kissen sank. "Sag mir, daß das kein Traum war..." stöhnte sie.
Langsam küßte er sich von ihren gespreizten Beinen wieder nach oben zu ihren Mund und küßte sie, während er sich zwischen ihre Beine legte. "Es war kein Traum, oder ich träume dasselbe..." flüsterte er zwischen den Küssen.
Kathryn erwiderte hungrig seine Küsse und meinte: "Gib mir einen Moment Zeit um mich zu erholen, okay?" Sie küßte ihn weiter und begann nun ihrerseits mit ihrer Zunge an seinen Brustwarzen zu spielen.
Er nickte und stöhnte auf.
Kathryn knabbert, küßt und saugt zärtlich an seiner Brust weiter während ihre Hände nach seinem Glied tasten und ihn dort massieren.
Er stützte sich auf dem Bett ab, legte seinen Kopf in den Nacken und stöhnte leise ihren Namen.
Kathryn hörte kurze Zeit später auf, sie war wieder bereit für ihn. Langsam führte sie sein Glied in ihre Scheide und schlang dann ihre Beine um ihn.
Chakotay stöhnte ihren Namen immer lauter und lehnte sich hinunter um ihren Mund hungrig zu küssen, er drang dabei immer tiefer in sie ein.
Kathryn paßte sich seinen Bewegungen an und erwiderte seine Küsse ebenso hungrig.
Er küßte ihren Hals entlang zu ihren Brüsten, seine Bewegungen wurden schneller und schneller und nach einigen Sekunden hatte er bereits seinen Höhepunkt erreicht. Er stöhnte ihren Namen, bevor er sich vorsichtig auf sie legte, zitternd, flüsternd: "Ich liebe Dich, Kathryn."
Kathryn schmiegte sich glücklich an ihn und sagte: "Und das habe ich uns sieben Jahre verwehrt, unser Glück. Es tut mir so leid... ich liebe Dich doch so sehr... ich habe Dich immer geliebt."

Ein Jahr später....

Tom steuerte die Voyager geschickt unter der Golden Gate Bridge hindurch und flog sie anschließend dem Feuerwerk entgegen. Sie waren endlich zu Hause.
Einige Tage später saß sie mit ihrem Mann in den Bergen von Indiana bei einem wohlverdienten Urlaub. Die Sonne war gerade am untergehen und Kathryn hatte sich behaglich an Chakotay gelehnt.
"Chakotay?"
Er hielt sie zärtlich und küßte ihr Haar. "Ja mein Schatz?"
"Admiral Paris hat mir angeboten mit der Voyager und unserer alten Besatzung wieder auf eine Mission zu gehen. Ich... war auf der Voyager schon immer zu Hause und möchte wieder ins All. Begleitest Du uns beide?"
"Beide?" Er guckte sie relativ sprachlos an. "Heißt das.....?" Er verstummte, war zu keinem Wort mehr fähig.
Kathryn nickte. "Ich bin schwanger."
Er stand langsam auf und zog sie mit sich. Mit einer plötzlichen Bewegung hob er sie hoch und wirbelte sie herum.
"Ich nehme an, Du freust Dich darüber?" sagte sie lachend.
"Ich bin der glücklichste Mann der Welt!" Er ließ sie wieder hinunter und sah ihr in die Augen.
"Und ich habe mir den besten Mann im ganzen Universum geangelt. Wollen wir mit unserer Crew noch einige Abenteuer erleben?" "Aber natürlich! Du mußt mir aber versprechen, vorsichtig zu sein!"
"Ich verspreche es." Sie küßte ihn noch einmal innig, dann nahm sie seine Hand. "Komm, unser Schiff wartet schon auf uns."

E-N-D-E