Kapitel 1

"Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind ?"
"Nun, da Ihnen das offensichtlich nicht ganz klar zu sein scheint - ich bin derjenige, der Sie in ihr Quartier verbannen kann !"
"Das wagen Sie nicht !"
"Wollen wir wetten ?"
Tom Paris, der sich gerade auf dem Weg zur Krankenstation befand, um seine Schicht anzutreten, hörte die Debatte schon fünf Meter vor der Tür. Er brauchte gar nicht lange zu überlegen, wer da mit wem debattierte...
"...werde ich Ihr Programm samt Emitter aus der nächsten Luftschleuse werfen lassen !" entrüstete sich gerade eine weibliche Stimme.
"Da haben wir es doch wieder," konterte der Doktor, "Reizbarkeit, Unvernunft, Aggressivität. Ich kann Sie unmöglich auf die Crew loslassen, Captain !"
Janeway wollte gerade zu einer scharfen Antwort ansetzen, als sich die Türen zischend öffneten und ein grinsender Tom Paris die Krankenstation betrat.
"Kann ich Ihnen bei Ihrer Patientin behilflich sein, Doc?" wandte er sich an das Hologramm.
"Mr. Paris, Sie kommen mir gerade recht. Wenn Sie so freundlich wären und einen Phaser holen würden..." er schaute Janeway mit einem durchdringenden Blick an "...und wenn die Dame nicht gehorcht, dürfen Sie sie betäuben!"
Paris fing an, leise zu lachen und machte sich doch tatsächlich auf den Weg, um einen Phaser zu holen. Janeway, die vor Wut und Fassungslosigkeit knallrot angelaufen war, warf Tom einen tödlichen Blick zu und wütete: "Mr. Paris, sollten Sie es wagen, nur daran zu denken, degradiere ich Sie zum Küchenjungen und lasse Sie die nächsten 50 Jahre mit der Zahnbürste die Außenhülle des Schiffes schrubben!"
"Mr. Paris, Sie dürfen den Captain ignorieren, da sie momentan von ihren Pflichten entbunden ist." Widersprach der Doktor. "Zum letzten Male, Captain, entweder, Sie nehmen sich wenigstens drei Tage frei und spannen aus oder ich werde Sie auf der Krankenstation in Quarantäne behalten!"
Beide funkelten sich wütend an, schließlich knurrte sie: "Na schön, aber ich füge mich unter Protest!" *Sie glauben doch nicht, daß ich nichts zu tun hätte in der Zwischenzeit? Dann arbeite ich eben die Abteilungsberichte ab, das dauert eh' drei Tage* dachte sie.
"Sehr vernünftig, Captain, Sie wissen, Sie haben gegen mich keine Chance." Sagte der Doktor. "Mr. Paris, Sie können den Phaser jetzt wieder wegbringen - glaube ich."
Janeway machte auf dem Absatz kehrt um in ihr Quartier zu flüchten. Gerade, als Sie durch die Tür ging, hörte Sie den Doktor noch rufen: "Ach übrigens, da man Ihnen bezüglich Ihrer Person nicht trauen kann habe ich einen Wachhund für Sie abgestellt!" Die Türen schlossen sich. Janeway war stehengeblieben und überlegt ernsthaft, ihre Drohung mit der Luftschleuse wahr zu machen.

=/\=

5 Minuten später erreichte sie ihr Quartier. Drinnen stapfte sie wütend einige Runden umher.
*Was bildet sich diese Lichterscheinung eigentlich ein! Ein Captain darf sein Schiff nie verlassen, auch mental nicht....dieser....dieser.....!*
Leider fielen ihr die passenden Worte nicht ein.
Sie ließ sich nach einigen weiteren Runden in einen Sessel fallen und dachte nach, wie sie sich am unauffälligsten den Anweisungen des Docs entziehen könnte.
*Wachhund - pah! Mit diesem "Wachhund" werde ich schon fertig werden, wäre ja gelacht!*
Da sie nach einigen Sekunden zu der Überzeugung kam, beim Baden würden ihr die besten Ideen kommen, entschloß sie sich für ein Schaumbad. Aber vorher....
"Kaffee, schwarz." wandte sie sich an den Replikator, der ihr auch prompt das gewünschte lieferte. "Endlich mal einer, der ohne Widerrede das tut, was ich sage", murmelte sie vor sich hin, während sie genüßlich ihr Lebenselixier trank.

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Eine Stunde später, nach einem sehr entspannenden Schaumbad das ihr leider aber auch keine Ideen brachte, saß Kathryn mit einem weißen Leinenkleid bekleidet gemütlich auf ihrer Couch, eine Tasse Kaffee in der Hand und wollte sich endlich an die Arbeit machen - viele viele unbearbeitete Padds lagen vor ihr. Das heißt, sie lagen auf einmal nicht mehr vor ihr!
*Wo zur Hölle sind die ganzen Berichte?*
Nachdem sie ihr ganzes Quartier auf den Kopf gestellt hatte und außer Staub nichts gefunden hatte, beschloß sie, ihren 1. Offizier zu Rate zu ziehen.
"Janeway an Chakotay."
"Chakotay hier."
"Chakotay, wissen Sie zufälligerweise, wo die ganzen Padds mit den Statusberichten geblieben sind?"
"Ähm, wenn Sie mich so fragen, naja, ja, ich weiß wo sie sind..."
"Und wo sind sie?"
"Ähhhh, ........ bei mir!"
"Wie bitte? Wo sind sie? Wie kommen Sie zu MEINEN Padds????"
"Moment mal, Kathryn, zuerst einmal sind das nicht ihre Padds, sondern die der Sternenflotte und zweitens sind sie, soweit ich informiert bin, für die nächsten 3 Tage beurlaubt."
"CHAKOTAY! Sie Verräter!"
"Ich handle nur auf Befehl! Auch übrigens, der Doktor hat mich gebeten, etwas auf Sie aufzupassen, damit Sie auch wirklich zu Ihrer Entspannung kommen - deshalb habe ich mir auch die nächsten 3 Tage frei genommen!"
"Ach, dann sind Sie wohl mein Wachhund? Dann gewöhnen Sie sich schon mal daran, daß Hunde immer einen Maulkorb tragen und an der Leine geführt werden."
"Aber aber, wer wird denn gleich sauer sein?"
"Das reicht. Janeway Ende."
Sie unterbrach die Comverbindung mit ihrem ersten Offizier. Ausgerechnet Chakotay hatte der Doktor beauftragt, seinetwegen hatte sie jeden Abend Probleme beim einschlafen, ständig mußte sie an ihn denken, sie war einfach bis über beide Ohren in ihn verknallt. Sie stellte sich vor, das Bett mit ihm zu teilen und.... *Halt! Soweit darf es nie kommen!* Drei Tage in Chakotays Nähe, ohne ihre Captain - Aura und der Uniform, hinter der sie sich verstecken konnte - sie stöhnte innerlich auf.
*Meine Güte, ich glaube, ich brauche erst einmal einen Kaffee!*

Kapitel 2

Einige Stunden später, es war bereits nach 22 Uhr Bordzeit, schimmerte es auf einmal in Kathryns Quartier hell auf. Auf dem Tisch formierte sich gerade ein Korb voll roter Rosen mit einem Kärtchen am Henkel. Neugierig las sie die Karte.

Bitte erweisen Sie mir die Ehre, sie morgen um 19.45 Uhr abholen
zu dürfen und begleiten mich in die Oper.
Chakotay

Kathryn las die Karte noch ein zweites mal und ihr Herz klopfte schneller.
*Chakotay, wie süß!*
Sie nahm die Rosen aus dem Korb und sog ihren süßen Duft tief ein. Unweigerlich mußte sie lächeln. Sie suchte nach einer passenden Vase und stellte die Rosen auf den Tisch.
Etwas später hatte sie sich für die Nacht umgezogen. Sie lag im Bett und träumte mit offenen Augen von Chakotay und überlegte, was sie morgen anziehen solle. Irgendwann fielen ihr die Augen zu und sie träumte wieder einmal von ihrem ersten Offizier.

Kapitel 3

Am nächsten Abend war es dann endlich soweit. Den ganzen Tag hatte sie nichts von Chakotay gesehen oder gehört. Widerwillig hatte sie sich von der Brücke fern gehalten, hatte zwischendurch nur nach dem Brückenstatus gefragt und hatte es sich sonst mit einem Buch in ihrem Quartier gemütlich gemacht.
Jetzt war es schon 19.30 Uhr, Kathryn war fertig für die Oper. Nervös wartete sie auf Chakotay.
Um 19.44 Uhr machte sich Chakotay mit einer Rose bewaffnet auf den Weg um Kathryn abzuholen. Er hatte den ganzen Tag am Holodeckprogamm gearbeitet und war sehr auf Kathryns Reaktion gespannt. Außerdem war es noch sehr viel mehr gespannt, ob sie seine Einladung überhaupt angenommen hatte. Naja, gleich würde er es wissen. Mit klopfendem Herzen blieb er vor Kathryns Tür stehen, einen Moment lang dachte er, sie wäre nicht da, aber dann ging die Tür auf und Chakotay verschlug es die Sprache - sie sah einfach atemberaubend aus. Sie trug ein langes, schwarzes Kleid mit einem raffinierten, auch sehr weit aufgeschnittenem Gehschlitz, weiter oben offenbarte sich ein wundervolles Dekolleté. Er schluckte, langsam wurde ihm bewußt, daß er in der Tür stand und sie anstarrte. Schließlich deutete er eine Verbeugung an und überreichte Kathryn die Rose mit den Worten: "Sie sehen einfach umwerfend aus, Kathryn."
"Vielen Dank, Chakotay. Erlauben Sie mir, das Kompliment zurückzugeben." Kathryns Alarmsirenen heulten - wie konnte ihr erster Offizier bloß so unverschämt galant sein und dann auch noch so umwerfend aussehen? Er trug einen dunklen Smoking, der ihm phantastisch stand. Seine strahlend weißen Zähne bildeten, als er sie anlächelte einen wunderschönen Kontrast und dann noch dieses Tattoo.... Am liebsten würde ich ihm um den Hals fallen, ihm sagen, daß ich unsterblich in ihn verliebt bin und die Opernvorstellung ins Quartier verlegen...
Wenn sie gewußt hätte, daß Chakotay in diesem Moment genau dasselbe dachte...
So aber bot Chakotay ihr seinen Arm an, sie hakte sich bei ihm unter und beide gingen Richtung Holodeck.

=/\=

Was keiner von ihnen wußte war, daß die Voyager, besonders das Holodeck von einem getarnten Schiff beobachtet wurde und keiner wußte, daß sich jemand an Bord befand, der nicht dort hingehörte!

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Kathryn und Chakotay betraten das Holodeck. "Chakotay, Sie haben mir ja noch gar nicht verraten, welche Oper wir sehen!" sagte Kathryn, während sie sich in dem Opernsaal umsah. Goldene Vertäfelungen zierten die hohen Wände und die Sitze waren mit Samt bezogen. An der Decke prangte ein gewaltiger Kronleuchter. Der ganze Saal strahlte eine majestätische Aura aus. "Nun, eigentlich ist es nicht direkt eine Oper" antwortete Chakotay, "es ist vielmehr ein Musical, das aber den Flair einer Oper hat. Vielleicht kennen Sie es ja, es wurde im 20. Jahrhundert von Andrew Lloyd Webber geschrieben - das Phantom der Oper."
"Nein, gesehen, habe ich das Stück nie, aber der Titel kommt mir bekannt vor."
"Na, dann lassen Sie sich am besten überraschen. Wir haben den ganzen Saal für uns, ich schlage vor, wir nehmen in der Mitte Platz." Als es sich beide auf den Sitzen bequem gemacht hatten, sagte Chakotay: "Das Stück spielt übrigens im Jahr 1886 in der Pariser Oper, ein Phantom spukt durch die Oper und verliebt sich unglücklich in die junge Sängerin Christine Daaé. Mehr verrate ich Ihnen aber nicht. Viel Spaß. Computer, Programm starten."
Die Lichter verloschen langsam, die Vorhänge glitten zur Seite und gaben den Blick auf die Bühne frei. Kathryn sah eine Art Rumpelkammer, antike Gegenstände wurden anscheinend gerade versteigert, ein alter Mann im Rollstuhl ersteigerte gerade ein Musikschatulle, die alte Erinnerungen in ihm wach rief.
"Ein Sammlerstück, in der Tat, jedes Detail ist genau, wie sie es beschrieben hatte. Sie sprach sehr oft von meinem Freund..." erinnerte er sich.
Der Auktionator übernahm wieder das Wort und leitete eine Rückblende ins Jahr 1886 an die Pariser Oper zum Phantom der Oper ein. Die Ouvertüre setzte ein und das Bühnenbild wandelte sich. Eine Operndiva sang gerade eine Arie, plötzlich brach ein Tumult aus, verursacht vom Phantom, dem die Stimme der Operndiva Carlotta nicht zu gefallen schien. Die junge Tänzerin Christine wurde aus der Ballettgruppe geholt und verzauberte mit ihrer sanften Stimme die Anwesenden.
Später in ihrer Garderobe wurde sie von ihrer Freundin Meg nach ihrem Stimmlehrmeister gefragt, es sei der "Engel der Muse" erklärte Christine. Als sie alleine war, öffnete sich der Spiegel und sie wurde vom Phantom in sein Reich hinabgeleitet.

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Kathryn war von dem Stück schon ganz verzaubert. Ihr Blick klebte förmlich an der Bühne, damit sie nichts verpaßte und die Musik gefiel ihr außerordentlich gut. Chakotay, der mehr auf Kathryn als auf das Stück achtete, lächelte vor sich hin. *Gute Arbeit, alter Junge, vielleicht klappt's ja heute...* dachte er.

Inzwischen saßen sie jetzt schon eine Stunde in der Oper und lauschten dem Musical. Plötzlich brach auf der Bühne ein regelrechtes Unwetter los, Kathryn fuhr erschreckt zusammen, als auf einmal der Kronleuchter über ihr anfing, bedenklich ins Schaukeln zu geraten. Im nächsten Moment kam er ihr entgegen. Sie bekam panische Angst, gleich würde sie vom Leuchter erschlagen werden. Er weiß nicht einmal, daß ich ihn liebe, ging es noch durch ihren Kopf, dann vergrub sie ihr Gesicht und ihre Hände in Chakotays Oberkörper und wartete auf den Aufprall.
Aus einem Reflex heraus schlang Chakotay seine Arme um Kathryn, um sie zu beschützen. Sein Herz pochte, das Blut rauschte durch seine Adern, Kathryn so im Arm zu halten war so erregend... er wußte ja, daß der Kronleuchter nicht ganz runter fallen würde.
Nach einer ganzen Weile merkte auch Kathryn, daß etwas nicht stimmte, mehr als 3 Sekunden brauchte der Leuchter doch nicht zum Fallen. Vorsichtig löste sie sich von Chakotay und schaute hinauf - knapp einen Meter über ihr schwebte der Kronleuchter! Sie schaute zu Chakotay und sah, daß er etwas rot im Gesicht geworden war und versuchte, sich den Lachanfall nicht anmerken zu lassen.
"Chakotay, was um Himmels Willen soll das?"
"Ähm, der Kronleuchter ist planmäßig runtergefallen - hätte ich Ihnen das vorher sagen sollen?" fragte er unschuldig. Kathryn blickte ihn fassungslos an.
"Ob Sie mir das hätten vorher sagen sollen? Chakotay, ich hätte fast einen Herzschlag bekommen!"
"Tut mir leid, das habe ich wohl vergessen.... außerdem, wenn ich Sie vorgewarnt hätte, dann hätten Sie sich bestimmt nicht an mich geklammert!" erwiderte er grinsend. Kathryn wurde rot.
"Chakotay, Sie hinterhältiger Kerl!" Ihr fehlten die Worte. Chakotay räusperte sich und sagte: "Ach übrigens, der erste Akt ist jetzt zu Ende, 20 Minuten Pause. Kommen Sie, ich lade Sie zu einem Kaffee ein."
Kathryn konnte gar nicht anders als lächeln. Für einen Kaffee würde sie alles über sich ergehen lassen. "Na gut, aber keine krummen Dinger mehr, einverstanden?"
"Aye, Captain."
Die beiden begaben sich in die Halle.

Kapitel 4

Im selben Moment traf ein unsichtbarer Energiestrahl die Voyager. Im nächsten Augenblick fiel die gesamte Energie auf dem Schiff aus - ausgenommen vom Holodeck 2, auf dem sich Janeway und Chakotay befanden.
"Bericht." Tuvok, der gerade die Brücke befehligte, stand auf und Kim sagte: "Sir, ich weiß nicht, wie oder warum, aber alle Decks sind ohne Energie."
"Tuvok an Torres."
"Torres hier."
"Miss Torres, können Sie die Energie reaktivieren?"
"Negativ, wir können keinen Fehler im Energieverteilungssystem finden. Ich melde mich wieder, wenn ich genaueres sagen kann. Torres Ende."
"Mr. Kim, versuchen Sie herauszufinden ob der Energieausfall von etwas Schiffexternem verursacht wurde, einem Nebel, einer Anomalie oder etwas sonstigem."
"Aye, Sir." Kim machte sich an die Arbeit.
"Brücke an Janeway und Chakotay." Sagte Tuvok.
STILLE
"Captain, Commander, können Sie mich hören?"
LASTENDE STILLE
"Computer, lokalisiere Captain Janeway und Commander Chakotay."
"Captain Janeway und Commander Chakotay befinden sich auf Holodeck 2."
"Mr. Paris, begeben Sie sich zum Holodeck 2 und informieren den Captain und den Commander über die Situation, falls Sie es noch nicht bemerkt haben."
"Aye, Sir." Mit diesen Worten begab sich Tom zum Turbolift - und prallte gegen die Tür, die sich seltsamerweise nicht öffnete. Benommen blieb er stehen und fluchte: "Ich hasse Duraniumtüren!"
Kim, der sein Lachen nicht unterdrücken konnte, meinte lakonisch: "Der Türöffner funktioniert wohl nicht..."
Tom warf Harry einen Der-Phaser-ist-auf-töten-Blick zu und machte sich daran, die Brücke durch eine Jeffreysröhre zu verlassen.
Nachdem er durch diverse Jeffreysröhren geklettert war, kam er endlich vor dem Holodeck an - und rannte ein zweites mal gegen eine Tür.
"Habe ich schon mal gesagt, daß ich Duraniumtüren hasse?" wütete er vor sich hin, während er mit einer Hand gegen seine Stirn drückte und Gegendruck auf seine zukünftige Beule ausübte. In dem Moment kam Fähnrich Ayala vorbei: "Hallo Tom! Der Türöffner funktioniert übrigens nicht, also paß auf wenn Du..."
Noch am nächsten Tag war Ayala mit der Frage beschäftigt, warum Tom ihn mit Schaum vor dem Mund und einem langanhaltenden Urschrei einmal quer übers Deck gejagt hatte.

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Nach einer wilden Verfolgungsjagd durch die Gänge des Decks blieb Tom erschöpft und wütend wieder vor dem Holodeck stehen. Er versuchte die Holodecktüren manuell zu öffnen, was ihm jedoch mißlang. "Computer, warum lassen sich die Türen zu Holodeck 2 nicht öffnen?"
"Unbekannt."
"Na toll. Paris an Tuvok."
"Sprechen Sie, Mr. Paris."
"Sir, ich komme nicht in das Holodeck, die Türen lassen sich nicht öffnen."
"Ich schicke Ihnen ein Technikerteam."
"Sir, ich habe außerdem gerade festgestellt, daß die Sicherheitssysteme ausgefallen sind!"
"Verstanden. Tuvok Ende." Während Tuvok sich um ein Technikerteam bemühte, Harry vergeblich herauszufinden versuchte, was passiert war, Tom vor dem Holodeck wartete und auch B'Elanna nicht weiter wußte, fing auf dem Holodeck gerade der 2. Akt an. Der Kronleuchter prangte inzwischen wieder an der Decke und Kathryn und Chakotay saßen auf ihren Plätzen. Der Vorhang glitt zur Seite und die beiden Ranghöchsten Offiziere wurden mit einem sagenhaften Maskenball beglückt. Mitten im Getümmel tauchte wieder das Phantom auf und verlangte, daß der Direktor seine Oper aufführen solle, mit Christine in der Hauptrolle. Nach einer halben Stunde standen sich das Phantom und Christine auf der Bühne gegenüber.
"Jetzt kommt meine Lieblingsszene, die in der das Phantom Christine entführt." flüsterte Chakotay Kathryn ins Ohr. "Passen Sie auf."
Sie paßte auf - das Phantom kam drohend auf Christine zu, schaute sie an - und drehte sich auf einmal zu Kathryn und Chakotay um. Es starrte Kathryn an, dann flog es mit einem gewaltigen Satz in die Zuschauerreihen, zog seinen Degen und stand direkt vor ihr. Im nächsten Augenblick hatte er sie an sich gerissen und wollte mit ihr zur Bühne zurück. Kathryn war zu perplex um irgendwie zu reagieren. Chakotay dagegen sprang mit einem Satz auf und versperrte den beiden den Weg - ein fataler Fehler, denn noch ehe er reagieren konnte, stieß das Phantom ihm seinen Degen in die Seite. Chakotay schrie auf, preßte seine linke Hand auf die Stichwunde und rutschte langsam zu Boden. Katrhyn schrie auf: "Chakotay! Mein Gott! Computer, Programm beenden!" Das Phantom hob sie auf seine Arme und setzte den Weg zur Bühne fort.
"Computer, Programm sofort beenden. Ausgang!" Kathryn versuchte, sich aus der Umklammerung zu befreien. Chakotay lag schwer atmend auf dem Boden, Blut floß aus der Wunde und bildete eine kleine Lache. Das Phantom war mit Kathryn inzwischen auf der Bühne.
"Lassen Sie mich gefälligst los! Chakotay, Chakotay, bitte sag doch etwas!" flehte sie.
"Kathryn." flüsterte Chakotay, dann waren sie auf der Bühne verschwunden. "Computer, Programm beenden." Krächzte Chakotay. "Mein Gott, Kathryn! Ich muss...ihr... folgen..." mit diesen Worten versuchte er sich langsam aufzurappeln, was ihm nach einigen Minuten auch gelang.

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Vor den Türen zum Holodeck ahnte keiner, was drinnen gerade passiert war. Tom und ein Team aus dem Maschinenraum versuchten immer noch die Türen aufzubekommen.

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Das Phantom war mit der sich heftig sträubenden Kathryn durch eine Bodenluke auf der Bühne in die Kellerräume der Oper gelangt und dann durch eine Geheimtür in der Wand mit ihr in die unterirdischen Katakomben gelangt.
"Lassen Sie mich doch endlich los, ich muß Chakotay helfen!"
"Vergiß ihn, er ist Deiner nicht wert." Sagte das Phantom plötzlich.
"Wie können Sie so etwas behaupten, außerdem stirbt er noch, wenn ich ihm nicht helfe! Was wollen Sie eigentlich von mir und wohin bringen Sie mich?"
"Alles zu seiner Zeit, ruh Dich jetzt aus, es ist besser, wenn Du jetzt etwas schläfst." Mit diesen Worten zog er einen Wattebausch aus seinem Umhang und drückte ihn Kathryn auf Nase und Mund. Nach wenigen Sekunden sank sie bewußtlos in seine Arme und bekam so von der langen Fahrt auf dem unterirdischen Fluß nichts mit.

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Chakotay hatte sich bis auf die Bühne geschleppt. Seinen Frack hatte er inzwischen ausgezogen, ein Stück Stoff zwischen Hemd und Wunde geklemmt und hoffte, daß es halten würde. Er hatte versucht über die interne Kommunikation mit Tuvok oder Paris Kontakt aufzunehmen, mußte aber feststellen, daß er auf sich allein gestellt war. Egal, jetzt muß ich erst einmal an Kathryn denken. Nach längerem Suchen fand er einen Weg in den Kellerbereich. Er durchsuchte den gesamten Keller und klopfte alle Wände ab. Schließlich fand er einen Degen.
Immerhin etwas zur Verteidigung dachte er und machte sich weiter auf die Suche nach der Geheimtür. Doch alle paar Minuten mußte er sich ausruhen, der große Blutverlust hatte ihn geschwächt. Nur sein starker Wille, die Frau, die er über alles liebte zu retten, hielt ihn noch auf den Beinen. Als er sich im Raum umsah, bemerkte er auf einmal, daß einer der Leuchtkörper an der Wand, eine Gaslampe, schief hing. Er drehte sie wieder in die richtige Position, damit er besser sehen konnte und wollte sich gerade wieder auf die Suche begeben, da hörte er ein scharrendes Geräusch hinter sich. Er fuhr herum und sah, daß ein Teil der Mauer wie eine Tür aufschwang. Er hatte die Geheimtür gefunden. Ohne zu zögern begab er sich in die Unterwelt und folgte der Stufen hinunter zum Wasser. Unten angekommen bestieg er sogleich eine Gondel, die glücklicherweise an den Stufen festgemacht war, und fuhr in das Kanallabyrinth. Kathryn, halt aus, ich komme. Allein der Gedanke an sie verlieh im wieder Kraft. Langsam verschwand er in einem Kanalarm.

Kapitel 5

Kathryn erwachte langsam auf einem Bett. Ihr war schwindelig und sie versuchte sich so gut wie möglich zu orientieren. Langsam setzte sie sich auf die Bettkante und blickte im Raum umher. Sie befand sich in einer größeren Kammer. Ein großes Gemälde an der Wand zeigte eine junge Frau in einem altmodischen Kleid. Auf der anderen Seite stand eine Orgel. Außer ihr war keiner im Raum. Sie stand langsam auf, das Schwindelgefühl hatte nachgelassen. Sie dachte an Chakotay und steuerte auf die einzige Tür im Raum zu - sie war fest verschlossen. Verzweiflung keimte in ihr, sie war hier eingesperrt, während Chakotay inzwischen vielleicht schon verblutet war. In ihr stiegen die Tränen hoch und sie konnte sie nicht zurückhalten. Wütend hämmerte sie mit den Fäusten gegen die Tür und kauerte sich schließlich schluchzend neben die Tür in eine Ecke. Sie hatte nur einen Gedanken - Chakotay.
Plötzlich hörte sie ein Geräusch hinter der Tür. Ein Riegel wurde aufgeschoben und die Tür ging auf. Kathryn schreckte hoch, bloß keine Schwäche zeigen...
Das Phantom kam herein: "Na, bist Du aufgewacht?" wandte er sich an Kathryn.
"Vielleicht sagen Sie mir jetzt endlich, was der ganze Zirkus zu bedeuten hat!" fauchte sie ihn an. Das Phantom kam langsam näher. Als es dicht vor Kathryn stand, streckte es seinen Arm aus und wollte sie an der Wange berühren. Sie drehte ihren Kopf weg. Er zog seine Hand zurück, blickte sie traurig an und sagte: "Du gehörst zu mir, ich liebe Dich!"
Kathryn glaubte sich verhört zu haben. "Wie bitte?" ungläubig starrte sie ihn an. Sein Gesicht war zur Hälfte von einer weißen Maske bedeckt und seine Augen sahen traurig als auch hoffnungsvoll zugleich aus.
"Bitte, Du hast mich doch nicht vergessen, oder?" fragte das Phantom. Kathryns Verwirrung wurde immer größer. "Vergessen? Ich sehe Sie heute zum ersten mal!"
"Quäle mich nicht, weißt Du nicht mehr, wie sehr wir uns liebten?" Das Bild von Dir habe ich damals anfertigen lassen."
Während er sprach deutete er auf das große Wandgemälde.
Kathryn folgte seinem Blick, betrachtete das Gemälde nun genauer und wurde blaß - die Frau auf dem Bild hätte ihre Zwillingsschwester sein können, der einzige unterschied war das Kleid, das sie trug. Es war ein Modell aus dem 19. Jahrhundert, passend in die Epoche, in der sie sich nun befand. Langsam drehte sie sich wieder um. "Hören Sie, die Frau auf dem Gemälde sieht mir vielleicht ähnlich, aber ich bin es nicht! Bitte, lassen Sie mich jetzt gehen, Mr. Phantom." Sagte sie. Das Phantom musterte sie und seine Augen wurden immer trauriger. "Erik - Du mußt Dich doch wenigstens an meinen Namen erinnern, Christine."
Er blickte sie nun verzweifelt an und kam näher. Kathryn wich Schritt für Schritt zurück. "Hören sie Erik, Sie verwechseln mich mit jemandem - ich heiße nicht Christine, mein Name ist Kathryn und außerdem liebe ich Chakotay!" *Ooops, was habe ich gerade gesagt? Ich liebe Chakotay? Das wäre mir doch sonst nicht rausgerutscht!* dachte sie strafend.
Der Ausdruck in Eriks Augen änderte sich schlagartig. Er schaute sie nun sehr finster an und beschleunigte seine Schritte auf sie zu. Kathryn wich immer weiter nach hinten aus, bis sie die Wand im Rücken spürte. Erik packte sie und schrie: "Nein! Du liebst mich, Du hast mich immer geliebt! Ich werde jeden anderen töten!"

Chakotay war inzwischen durch mehrere Kanäle gerudert. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren, aber er schätzte, daß er schon seit über einer Stunde nach Kathryn suchte. Irgendwann gelangte er an einen Mauervorsprung. Einige Stufen führten auf eine Mauerebene, auf der eine Tür zu sehen war. Er machte die Gondel an einem Stein fest und schleppte sich, mit dem Degen bewaffnet, auf die Ebene bis zur Tür - sie war verriegelt.
"Verdammt!" fluchte er. Er machte sich daran, die Tür genauer zu untersuchen. Sie war aus Holz und zwischen den Ritzen hindurch konnte er einen Riegel erkennen, der von innen die Tür blockierte. Er schob die Klinge seines Degens durch eine Ritze und versuchte den Riegel nach oben zu schieben. Nach ein paar Sekunden schon war die Tür offen und er trat in einen dunklen Gang. Er wollte gerade loslaufen, da glaubte er Stimmen zu hören. Kathryn. Er war sich sicher ihre Stimme gehört zu haben. Er lief so schnell es ihm möglich war im Dunkeln und mit seiner Wunde durch den Gang hinab. Am Ende des Ganges wurde es heller und der Gang lief in einer Art Halle mit 3 Türen aus. Er lauschte - dort, hinter der linken Tür hörte er eine wütende Männerstimme. Ohne lange zu überlegen riß er die Tür auf und stürmte erhobenen Degens in den Raum. Er sah eine schwarze Gestalt von hinten, die Kathryn an die Wand drückte. Im selben Moment drehte sich Erik zu ihm um.
"Chakotay!" rief Kathryn., "Chakotay, alles in Ordnung?" fragte sie besorgt.
"Danke, es geht. Ist bei Ihnen auch alles okay?" fragte er. Sie nickte. Jetzt, da er da war und lebte, war alles in Ordnung. Erik zog seinen Degen und richtete ihn auf Chakotay. "Chakotay," sagte er haßerfüllt, "Du also hast mir Christine weggenommen, nimm dies!" mit den letzten Worten schwang er seinen Degen und ging auf Chakotay los. Chakotay parierte den Angriff. Es entbrannte ein heftiger Kampf. Chakotays Wunde fing durch die hektischen Bewegungen wieder an zu bluten und außerdem war er bei weitem nicht so ein geschickter Fechter wie sein Gegner. Nach wenigen Sekunden nur fand er sich auf dem Boden liegend wieder und sein Degen war weg. Erik stand über ihm, holte zum tödlichen Stoß aus und ließ den Degen genau auf Chakotays Herz niederfahren. Beide Männer schlossen die Augen, Erik, weil er den Stoß mit vollem Genuß erleben wollte, Chakotay, weil er gleich tot sein würde. Es war geschehen.
Erik öffnete die Augen und sah langsam auf seinen toten Kontrahenten.
Chakotay öffnete auch die Augen, denn im Moment des Stoßes fühlte er, wie etwas auf ihn drauf fiel. Beide Männer sahen zur gleichen Zeit, was passiert war: Kathryn hatte sich schützend auf Chakotay geworfen, der Degen steckt in ihrem Rücken, sie rührte sich nicht.
"Nein! Kathryn!" schrie Chakotay auf. Vorsichtig versuchte er sie umzudrehen. Die Klinge rutschte aus ihrem Rücken und fiel zu Boden. Chakotay nahm sie in seine Arme. Etwas ähnliches war schon einmal passiert, als sie mit dem Shuttle abgestürzt waren, erinnerte er sich. Er tastete nach ihrem Puls. Er war kaum fühlbar, aber er war da! Sie war also noch am Leben. "Oh Kathryn, bitte verlaß mich nicht, das darfst Du mir nicht antun!" flehte er. Ganz fest hatte er sie an sich gedrückt und weinte leise. Heiße Tränen tropften auf Kathryns bloße Schulter.

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Erik begriff erst langsam, was geschehen war. Statt seinen ärgsten Feind hatte er das Liebste, was er hatte, getötet. Er fiel neben Kathryn auf die Knie und sah sie an. Er sah sie eine ganze Weile einfach nur an, wie sie in Chakotays Armen lag, ihn mit ihrem Leben beschützt hatte. Plötzlich wurde ihm bewußt, daß er alles verloren hatte - ihre Liebe gehörte jenem anderen Mann. "Mein Gott, Christine, es tut mir leid. Das wollte ich nicht." Er strich ihr übers Haar. Nur ein letztes mal diese weichen Haare spüren. "Ich werde meine Tat sühnen." Flüsterte er ihr ins Ohr. Dann stand er auf und ging. Chakotay blieb alleine mit Kathryn zurück. Plötzlich hörte er ein leises Stöhnen, und merkte, daß sie sich bewegte. Er schaute in ihr Gesicht. Sie schlug langsam die Augen auf. "Chakotay, was...was ist passiert? Wo ist Erik?" fragte sie, dann bekam sie einen Hustenanfall. Chakotay blickte sie besorgt an und flüsterte: "Ssshht, Kathryn, bleib ganz ruhig und beweg' Dich nicht, Du hast eine schwere Rückenverletztung." Er streichelte ihr zur Beruhigung übers Haar. Sie genoß diesen Moment sehr, es beruhigte sie und langsam wurde sie wieder bewußtlos.
Chakotay wurde klar, daß er Kathryn so schnell wie möglich auf die Krankenstation bringen mußte. Er hob sie vorsichtig hoch und legte sie vorerst aufs Bett, denn seine eigene Wunde machte ihm zu schaffen. Sie mußten irgendwie aus dem Holodeck kommen. Nur wie?

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Außerhalb des Holodecks verlor Tom langsam die Geduld. Man mußte doch diese verdammt Tür irgendwie aufkriegen! "Paris an Brücke."
"Tuvok hier. Waren sie erfolgreich, Mr. Paris?"
"Nein Sir, leider nicht. Die Türen lassen sich einfach nicht öffnen. Wie sollen wir weiter verfahren?"
"Versuchen Sie es weiter, Lieutenant."
"Aye Sir. Ihr habt's gehört, Jungs."

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Chakotay hatte Kathryn in seine Arme gebettet. Er war am Ende seiner Kräfte. Zwei dunkelrote Blutflecke waren auf dem Bett, Chakotay verlor das Bewußtsein und fiel, neben Kathryn auf das Bett.

Kapitel 6

"Mr. Kim, konnten sie schon irgendetwas herausfinden?"
"Die Sensoren sind leider funktionsunfähig, Sir."
In diesem Moment materialisierte sich auf der Brücke eine Gestalt. Es war mehr ein bläuliches Schimmern mit vielen weißen Punkten, aber die Form ließ auf einen Humanoiden schließen.
"Tuvok an Sicherheit, Eindringling auf Deck 1."
"Bitte, wir wollen ihnen nichts tun." erfüllte auf einmal eine Stimme die Brücke. Sie schien von überall zu kommen.
"Nennen Sie den Grund Ihres Eindringens." Wandte Tuvok sich an die Gestalt.
"Natürlich, bitte verzeihen Sie, ich bin Gooreth. Ich komme aus einem nahen Nebel und bin auf der Suche nach meinem Sohn Geereth. Er ist mal wieder ausgebüxt. Wir haben ihr Schiff beobachtet und fanden eine holographische Signatur auf einem ihrer Decks." Er machte ein kurze Pause und fuhr dann fort: "Sie müssen wissen, wir brauchen Holopartikel zum Leben, damit erhalten wir unsere Form. Naja, als wir Zugang zu ihrem Holodeck hatten, entdeckten wir Lebensformen, die anscheinend jemanden suchten. Ein Mann und eine Frau saßen vor einer Bühne, schauten zu und tja, es ist mir etwas unangenehm, das zu sagen, aber ich glaube, mein Sohn war von diesem Schauspiel sehr fasziniert und hat sich wohl außerdem noch in die eine Frau verliebt. Er schoß dann eine Energiestrahl auf Ihr Schiff ab, so daß sie sämtliche Energie verloren. Unser Schiff hat er übrigens auch lahmgelegt."
Tuvoks Augenbraue war während dieser Erklärung immer weiter nach oben geklettert. "Und was gedenken Sie jetzt zu tun?" fragte er Gooreth.
"Nun ja, antwortete dieser, ich wollte mich erstens bei Ihnen für das Verhalten meines Sohnes entschuldigen und zweitens Ihnen Ihre Energie zurückbringen."
Tuvok dachte einige Augenblicke nach, dann sagte er: "Es wäre sehr vorteilhaft, wenn Sie uns helfen würden."
"Natürlich, es ist auch gar nicht schwer, ich muß nur nahe genug an meinen Sohn herankommen, dann kann ich ihn aus dem Holodeck holen und sobald er weg ist, ist alles wieder beim Alten."
"Das dürfte schwierig werden," erwiderte Tuvok, "wir können die Türen zum Holodeck nicht öffnen."
"Ach, das ist kein Problem," sagte Gooreth, es reicht, wenn ich vor dem Holodeck bin, dann kann ich ihn erfassen."
"Mr. Kim, bitte führen Sie Gooreth zum Holodeck 2."
"Natürlich, Sir, wenn ich dann bitten dürfte, Gooreth." Kim ging voraus und bald kamen beide vor dem Holodeck an. Harry erklärten den verblüfften Kollegen kurz, was los war, dann trat Gooreth vor die Türen und haftete ein kleines Gerät an die Tür. Nach nur einigen Minuten sagte er: "Das war's, wir werden jetzt wieder auf unser Schiff gehen. Bitte entschuldigen Sie nochmals die Umstände, auf Wiedersehen." Als Gooreth verschwand, erwachte auch die Voyager wieder.
Die Türen zum Holodeck öffneten sich und Paris und Harry beendeten das Programm. Übrig blieben zwei reglose Körper auf dem Boden. Zwei große Blutlachen waren auf dem Fußboden zu sehen.
"Captain, Commander, können Sie mich hören?" Paris war zu den beiden hingerannt und untersuchte sie. "Paris an Krankenstation, medizinischer Notfall auf dem Holodeck, Nottransport initiieren." Sogleich verschwanden Kathryn und Chakotay im Transporterstrahl.

Kapitel 7

Kathryns Kopf schmerzte. Ganz weit entfernt hörte sie leise Stimmen, sie klangen nach dem Doktor und Chakotay...
"Sehen Sie nur, sie kommt wieder zu sich." Hörte sie die Stimme des Doktors. Sie war lauter geworden. Und was war das? Jemand hatte ihre Hand genommen, sie kannte dieses Gefühl, es konnte nur Chakotay sein. Chakotay! Der Gedanke an ihn ließ sie wieder zu sich kommen. Langsam öffnete sie die Augen und sah geradewegs in ein anderes Paar Augen, das Schönste im ganzen Universum. Die Augen strahlten sie an und jetzt wurde auch der Rest sichtbar. Chakotay blickte sie freudig an, ihre Hand ruhte in seiner und der Doktor stand daneben und blickte zufrieden.
"Hallo Captain! Schön, daß Sie wieder bei uns sind." Sagte das Hologramm zu ihr. "Dank meiner überragenden medizinischen Fähigkeiten werden Sie beide wieder vollkommen genesen. Für die nächsten 2 Tage behalte ich Sie beide aber noch auf der Krankenstation."
Chakotay blickte das Hologramm an und sagte: "Würden Sie uns bitte für einen Moment allein lassen, Doc?" Das Lächeln des Hologramms wurde zu einem breiten grinsen. "Aber nur für eine halbe Stunde. Computer, MHN deaktivieren."
Chakotay sah Kathryn tief in die Augen, schließlich sagte er: "Kathryn, ich Danke Dir, Du hast mir das Leben gerettet. Aber mach so etwas nie wieder, Du wärst fast gestorben!" Chakotay blickte sie liebevoll an. Kathryn erwiderte: "Chakotay, ich würde und werde es immer wieder tun, Du bedeutest mir mehr als mein eigenes Leben. Ich liebe Dich, Chakotay!" Chakotay blickte sie fassungslos an. Sie hatte es gesagt! "Oh Kathryn, ich habe eine Ewigkeit auf diese Worte gewartet, ich liebe Dich doch auch so sehr!"
Ihre Gesichter kamen einander immer näher, bis sich ihre Lippen berührten. Es war ein Kuß, der in der Geschichte noch nicht dagewesen war, ein Kuß reinster und innigster Liebe.
Es folgten noch viele solcher Küsse...