Anmerkung
vom Autor:
Dies
ist ein Star Trek Voyager / Die Drachenreiter von Pern Crossover.
Voyager
brauche ich wohl nicht weiter zu erklären, doch über "Die
Drachenreiter-Saga" muß ich einiges vorher sagen.
Es
handelt sich hierbei um eine Buchserie von Anne
McCaffrey, die inzwischen 18 Bände umfaßt. Irgendwann fing ich mit einem
Buch an (nach dem Motto: Ach, ein Buch, hat was mit Drachen/Fantasy zu tun.
Klasse, lese ich) und nachdem sich meine erste Verwirrung gelegt hatte (denn
die Bücher waren zwar in der richtigen Nummernfolge
gebunden aber die Chronologie stimmte gar nicht, das 3. Buch war das eigentlich
erst Buch *wirr*) machte ich mich auf die Jagd nach den übrigen Bänden und
hatte sie ratzfatz ausgelesen. Doch die Geschichte von Pern und seinen Drachenreitern
ließ mich auch später nicht mehr los und so beschloß ich, ein
Voyager-Pern-Crossover zu schreiben.
Sollte
die story ein Drachenreiter-Fan lesen, ich denke einige Charaktere habe ich
doch ganz schön umgemodelt, evt. wird man auch die eine oder andere Abweichung
zu den Pern Büchern finden. Bitte mir das nachzusehen, ich muß die Bücher erst
noch einmal komplett durchlesen, vieles war mir doch nicht mehr genau im
Gedächtnis und in 18 Bänden eine bestimmte Textstelle zu finden ist auch nicht
gerade leicht. Aber es ist ja auch nur eine Fanfiction und ich hoffe, Euch
gefällt sie einfach.
P.S.:
Die Bücher muß man einfach gelesen
haben!!! ;)
Die
Drachen von Pern
Die
Voyager glitt majestätisch durch das All. Auf der Brücke saß der erste Offizier
Commander Chakotay im Sessel des Captains und betrachtete gelangweilt den
großen Sichtschirm in der Mitte der Brücke. Der Captain des Schiffes, Kathryn
Janeway, saß im Bereitschaftsraum, eine Tasse Kaffee auf dem Schreibtisch und
studierte Berichte. In den letzten Wochen hatte es keinerlei Zwischenfälle
gegeben, keine Kontakte mit anderen Spezies und keine Möglichkeit auf ein
bißchen Landurlaub. Kathryn befürchtete, daß die Moral der Crew unter der
ständigen Langeweile leiden würde und wünschte sich innigst einen Borg Kubus
oder einen fremden Planeten. Hätte sie gewußt, was in der nächsten Stunde auf
sie zukommen würde, hätte sie den Wunsch schnell vergessen.
Tuvok
wurde durch ein Biepen der taktischen Konsole abgelenkt. Er zog beide
Augenbrauen hoch, als er die Anzeigen las.
"Commander,
etwas nähert sich der Voyager. Es ist zu klein, um ein Schiff zu sein",
Tuvok brach ab und tippte weiter auf der Konsole herum. Chakotay war
aufgestanden und zur taktischen Station gelaufen.
Harry
Kim versuchte an der wissenschaftlichen Konsole ebenfalls herauszufinden, was
es mit dem seltsam kleinen Objekt auf sich hatte.
Tuvok
und Harry fanden zur selben Zeit heraus, was es war.
"Commander,
es ist eine Art Torpedo!" sagten beide zugleich.
"Schilde
hoch, Alarmstufe Rot, Captain auf die Brücke!" rief Chakotay und im
nächsten Moment pulsierten rote Lichter überall auf dem Schiff.
"Tom,
weichen sie aus!" rief Chakotay. Im selben Moment öffnete sich die Tür vom
Bereitschaftsraum und der Captain stürmte auf die Brücke. "Bericht!"
sagte sie kurz und setzte sich in ihren Sessel.
"Wir
werden von einer Art Torpedo verfolgt", erklärte der Vulkanier ohne von
seinen Kontrollen aufzusehen.
"Captain,
egal wohin ich versuche auszuweichen, das Ding klebt an uns dran!" rief
Tom während seine Finger nur so über die Steuerung flogen.
"Tuvok,
feuern sie die Phaser ab!" sagte Janeway und sah fast sofort danach, wie
rote Strahlen vom Schiff auf den Torpedo schossen. Doch dieser wich im letzten
Moment den Strahlen aus und setzte dann seinen ursprünglichen Kurs fort.
"Was
war denn das?" fragte Chakotay.
"Anscheinend
haben wir es hier mit einem intelligenten Torpedo zu tun", meinte Harry
und versuchte noch nähere Daten zu bekommen die ihnen helfen würden, das
Geschoß abzulenken.
"10
Sekunden bis Einschlag", ertönte Tuvoks Stimme.
"…9..."
"Auf
Einschlag vorbereiten!"
"…8…7…"
"Brücke
an Maschinenraum, leiten sie alle Energie in die Heckschilde!"
"3…2…1…!"
zählte Tuvok weiter. Und dann wurden alle Besatzungsmitglieder durch da Schiff
geschleudert. Keinem gelang es an oder auf seinem Platz zu bleiben.
Das
Geschoß hatte die Schilde durchschlagen, sonderte kurz vor dem eigentlichen
Aufschlag in der Schiffshülle mehrere kleine Scheiben ab, die sich überall an
der Außenhülle festsetzten und sofort in die Schiffshülle eindrangen. Dann
explodierte das Geschoß mit solcher Macht, daß die Voyager mit unglaublicher
Geschwindigkeit durch den Raum geschleudert wurde.
Janeway
erwachte durch lautes Stimmengewirr. Sie lag vor der Steuerkonsole und sah
gerade Tom auf sich zutorkeln, der aus einer großen Platzwunde an der Schläfe
blutete. Stöhnend rappelte sie sich auf und ergriff dankbar Toms Hand, der sie
hochzog. Einen Moment lang wurde ihr schwindelig, doch dann nahm die Brücke
wieder feste Konturen an.
"Danke,
Mr. Paris, melden sie sich auf der Krankenstation", sagte sie und Tom
nickte dankbar bevor er die Brücke verließ.
"Bericht!"
rief Janeway und ließ ihren Blick über die Brücke schweifen. Zahlreiche Kabel,
die teilweise Funken sprühten hingen von der Decke herab, überall lagen Trümmer
und Crewmitglieder am Boden. Ensign Harper lief mit einem medizinischen
Tricorder und einem Medkit bewaffnet von einem Crewmitglied zum anderen und
versuchte zu helfen.
"Captain,
ist alles in Ordnung mit ihnen?" erklang hinter Janeway eine vertraute
Stimme. Erleichtert drehte sie sich zu ihrem ersten Offizier um.
"Ich
bin in Ordnung Chakotay. Wie steht's mit ihnen?"
"Blaue
Flecken, nichts ernstes zum Glück. Aber einige hat es ganz schön erwischt. Der
Doctor ist völlig überlastet", antwortete Chakotay.
"So
wie ich Tom kenne, wird er trotz seiner Verletzung bestimmt helfen."
"Captain",
unterbrach Harrys Stimme das Gespräch der beiden Offiziere, "ich weiß
nicht, wie es dieser Torpedo geschafft hat, aber wir befinden und fast tausend
Lichtjahre von dem Punkt, wo der Einschlag erfolgte!"
Kathryn
und Chakotay sahen sich an, dann ging der Captain zu Harrys Konsole:
"Vielleicht eine andere Weise eines Führsorgers uns zu ihm zu
bringen?" fragte sie.
"Die
Sensoren sind ausgefallen, ich kann ihnen erst sagen ob eine weitere Phalanx da
draußen ist, wenn sie repariert sind", meinte Harry.
"Janeway
an Maschinenraum, ich brauche einen Bericht über die Schiffssysteme."
"Torres
hier. Captain, es sieht ziemlich wüst aus, fast jedes System ist beschädigt
oder völlig kaputt, es kann Wochen dauern, bis wir das Gröbste wieder repariert
haben. Die Außenhülle wurde ebenfalls an mehreren Stellen beschädigt…"
Janeway
bemerkte B'Elannas zögern und fragte: "B'Elanna, sie haben doch eine Idee,
oder?"
"Captain,
ich würde dringend empfehlen den nächstmöglichen Klasse M Planeten anzusteuern
und die Voyager zu landen. Das Risiko die Lebenserhaltungssystem völlig zu
verlieren ist sehr groß. Auf einem Planeten könnten wir auch problemlos die
Außenhülle reparieren. Außerdem werden wir evt. noch Rohstoffe brauchen, wir
müssen einige Teile komplett neu machen und…"
Janeway
nickte und schnitt B'Elanna das Wort ab: "Gut, das halte ich auch für das
Beste. Dann reparieren sie zuerst die Sensoren – ohne die werden wir keinen
Planeten finden können."
Kathryn
hörte B'Elannas Erleichterung. "Verstanden Captain, die Sensoren dürften
in ein paar Minuten wieder funktionieren. Torres Ende."
"Mr.
Kim, sobald die Sensoren wieder funktionieren scannen Sie nach dem nächsten
Klasse M Planeten."
"Ja,
Ma'am."
Nach
einer Weile meldete sich Harry wieder zu Wort: "Captain, ich habe einen
Planeten gefunden. Der dürfte sie interessieren."
Janeway
und Chakotay traten an die wissenschaftliche Station heran.
"Ist
er bewohnt?" fragte Chakotay.
"Ja,
auf der Nordhalbkugel orte ich Humanoide, auf der Südhalbkugel zwar auch aber
wesentlich weniger. Es gibt auch dort einen abgelegenen Platz zum Landen, aber
das wollte ich ihnen eigentlich nicht jetzt zeigen. Ich habe im Orbit des
Planeten drei alte Raumschiffwracks gefunden – Kolonistenschiffe!"
Einen
Moment lang verschlug es dem Captain die Sprache.
"Wie
sieht es auf dem Planeten aus? Gibt es dort Spuren von Shuttles, anderen
Raumkreuzern oder ähnliches? Besitzen die Leute Warp-Technologie?" hakte
Janeway nach.
"Ich
kann keine weiteren Raumschiffe orten auf dem Planeten. Würden die drei Schiffe
nicht im Orbit kreisen würde ich die Bewohner auf den ersten Blick als Prä-Warp
Zivilisation einstufen. Doch die Langebereichs-Sensoren haben keine weitern
bewohnbaren Planeten geortet. Entweder, die Leute waren mehrere Jahrhunderte
unterwegs, was eigentlich unmöglich sein durfte wenn man die Schiffe betrachtet
oder sie hatten Warpantrieb bzw. etwas vergleichbares."
"Mr.
Kim, ich möchte, daß sie versuchen herauszubekommen was die Leute für eine Art
Antrieb hatten. Sollte es ein Überlichtgeschwindigkeitsantrieb sein, dann
verbietet es uns die erste Direktive auch nicht Kontakt mit ihnen aufzunehmen
und um Hilfe zu bitten. Das hat Priorität", sagte Kathryn.
Harrys
Antwort bestand aus einem intensiven Arbeiten an der Konsole.
Janeway
und Chakotay traten wieder in die Mitte der Brücke.
"Computer:
Kondition blau auslösen."
Sofort
wurde die Brücke in ein blaues Licht getaucht und ein akustisches Signal war zu
hören.
"Steuermann,
bereiten sie die Landung vor. Tuvok, checken sie die Daten von Mr. Kims
Landeplatz und transferieren sie die Koordinaten dann zur Steuerkonsole."
Tuvok
nickte und ein paar Sekunden später meldete Ensign Baytart, der Lt. Paris
vertrat, der auf der Krankenstation dem Doctor half: "Koordinaten
eingegeben. Landesequenz eingeleitet."
Langsam
glitt die Voyager durch den Orbit und trat in die Atmosphäre des Planeten ein. Als
das Schiff noch einen Kilometer von den Landekoordinaten entfernt war, fuhren
die Landestützen aus und wenig später setze die Voyager sacht auf dem Planeten
auf.
Janeway
und Chakotay standen auf der Spitze der Klippe und schauten sich um. Mr. Kim
hatte für die Voyager eine große freie Fläche gefunden, die auf der einen Seite
vom Meer abgegrenzt wurde und auf der anderen Seite von steilen Klippen. Die
nächste Siedlung war mehrere Kilometer entfernt.
Als
der Captain auf ihr Schiff zurückblickte sah sie wie die Außenhülle von einigen
Ingenieuren repariert wurde, die wir Ameisen aus der Entfernung aussahen.
Sie
hatten verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Maschinenraumcrew kümmerte sich um
die Reparaturen am und im Schiff, Neelix war mit drei Gruppen aufgebrochen um
Nahrungsmittel zu sammeln, wieder drei andere Gruppen suchten nach Erzen und
Mineralstoffen die sie verwenden konnten und der Rest war mit Aufräumarbeiten
im Schiff beschäftigt. Kathryn selbst hatte mit Chakotay langsam einen
Überblick über die ganzen Beschädigungen erhalten und gemeinsam hatten sie
einen Maßnahmeplan erstellt. Jetzt hatten sie sich eine kurze Pause gegönnt und
waren auf die Klippen geklettert um die Umgebung etwas zu erkunden und in Ruhe
noch einmal reden zu können.
"Der
Doctor hat mir vorhin noch einen Bericht über die Situation in der
Krankenstation gegeben, ich hatte nur noch keine Möglichkeit ihn zu
lesen", meinte Chakotay und holte das Padd hervor.
"23
Verletzte, 6 davon schwer und zum Glück keine Toten", informierte er
seinen Captain.
Kathryn
seufzte erleichtert. Da haben wir anscheinend noch einmal Glück gehabt.
"Kim
an den Captain", ertönte es auf einmal aus Kathryns Combadge.
"Was
gibt es Harry?" fragte sie.
"Captain,
ich denke, Sie sollten besser herkommen und sich das selber ansehen. Ich bin
mit meinen Analysen fertig."
Sofort
wurde Janeway hellhörig und sprang auf. "Ist gut Mr. Kim, der Commander
und ich sind in ein paar Minuten wieder bei ihnen."
Wenig
später saßen die Führungsoffiziere im Konferenzraum und hörten Mr. Kim zu, der
ihnen von seinen Ergebnissen berichtete.
"Auf
der Südhalbkugel, direkt am Wasser und in der Nähe eines Vulkans liegt die
erste Siedlung, die hier erbaut wurde. Die Leute sind vor mehreren
Jahrhunderten hier angekommen und hatten durchaus einen Antrieb vergleichbar
mit unserem Warpantrieb. Schätzungsweise 10-20 Jahre später ist der Vulkan
ausgebrochen und hat die Siedlung unter Asche und Lava begraben und das war
dann vermutlich der Grund, warum die Leute auf den Nordkontinent übergesiedelt
sind. Es gibt dort sehr viele Höhlenformationen, aus den meisten wurden Burgen
gehauen.
Und
jetzt kommt etwas sehr interessantes. Ich hab mich gewundert, daß die
Bevölkerung hier anscheinend in der technischen Entwicklung zurückgefallen ist.
Es gibt zwar elektrisches Licht, aber nur die alten Systeme der Siedler von der
Ankunft auf dem Planeten. Kurzum: Die Maschinen gerieten anscheinend in
Vergessenheit. Ich konnte nirgends auf dem Planeten eine fortgeschrittenere
Technik finden als Elektrizität. Dieses Phänomen hat mich, wie gesagt, stutzig
gemacht. Und dann entdeckte ich noch etwas: In den unbewohnten Gebieten dieses
Planeten gibt es riesige Landstriche die aussehen als wären sie vor einigen
Jahren total verbrannt worden. Allerdings nicht durch Feuer, dann hätte sich
die Vegetation schon längst erholt. Das ist aber nur ein weiteres Rätsel."
Harry
machte eine kurze Pause und fuhr dann fort: "Als ich die Schiffe scannte,
habe ich natürlich auch etwas weiter gesucht. Das könnte für die
wissenschaftlichen Labore von Interesse sein: Eine Oort'sche Wolke befindet
sich ganz in der Nähe. Es wäre bestimmt interessant, welche Meteoritenbrocken
dort drin sind, oder evt. organische Substanzen."
An
dieser Stelle lächelte Harry ein wenig, denn er konnte sich schon das
Wissenschaftsteam vorstellen, wie es sich die Hände rieb angesichts neuer Elemente
die sie vielleicht entdecken würden.
Janeway
stand auf, bedankte sich bei Harry für den Bericht und dann sagte dann:
"Nachdem was Mr. Kim uns über die Gesellschaft hier sagen konnte war es
also anfangs eine Post-Warp Zivilisation und evt. ist sie es noch immer. Wir
wissen nicht, ob die heute lebenden Nachfahren der ersten Kolonisten noch fähig
wären ein Raumschiff zu bauen, vielleicht geriet dieses Wissen in
Vergessenheit, vielleicht gibt es auf dem Planeten auch einfach noch nicht die
nötigen Bauelemente."
Während
sie sprach ging sie langsam um den Tisch herum, an dem die Führungsoffiziere
saßen und ihr aufmerksam zuhörten.
"Es
könnte natürlich auch sein, daß die Kolonisten nicht mehr vorhaben diesen
Planeten zu verlassen und wollen daher keine Schiffe mehr bauen. Unter anderen
Umständen würde ich eventuell eine kleine Gruppe Abgesandter losschicken und
einen ersten Kontakt herstellen. Aber ich denke, angesichts der vielen
unbelegten Vermutungen die wir hier nur aufstellen können, sollten wir dies nur
im allergrößten Notafall tun. Daher werden wir uns möglichst unauffällig
verhalten und wenn die Voyager erst einmal wieder in Ordnung ist werden wir
diesen Planeten aus dem Orbit kartografieren und weiterfliegen."
Janeway
ging wieder zu ihrem Sessel. "Hat noch irgendjemand etwas dazu zu
sagen?"
Alle
schwiegen.
"Gut,
dann machen wir wie bisher weiter. Wegtreten."
Die
Offiziere verließen den Raum und machten sich wieder daran, die Voyager zu
flicken.
Als
es auf dem Südkontinent Nacht wurde, wurden die Außenreparaturen eingestellt
und die Crew war vollständig wieder an Bord und arbeitete zum Teil innen
weiter. Viele gönnten sich eine Runde Schlaf und selbst die Technik-Crew machte
mehrere Pausen. Die wichtigsten Systeme waren schon wieder repariert, lediglich
die Außenhülle mußte am nächsten Tag noch bearbeitet werden.
Naomi
Wildman, mit ihren 16 Jahren trotzdem das jüngste Crewmitglied an Bord der
Voyager, konnte in dieser Nacht keinen Schlaf finden. Viel zu selten hatte sie
bisher die Gelegenheit gehabt eine "echte" Nacht auf einem Planeten
zu verbringen. Daher zog sie sich an, nahm sich eine Decke mit und schlich sich
aus dem Schiff. Sie wollte nur zu den Klippen gehen, sich gemütlich auf die
Decke legen und eine Weile den Sternenhimmel genießen. Sie hätte eigentlich den
Captain um Erlaubnis fragen müssen, doch Naomi dachte gar nicht daran, sie oder
einen anderen Offizier zu wecken. Der Tag war stressig genug und wenn sie vor
Anbruch des Morgens wieder zurück war, würde keiner etwas merken. So stand Naomi
nach einer halben Stunde oben auf der Klippe und hatte einen wunderbaren Blick
über die Voyager, die Landschaft und über ihr leuchtete der Sternenhimmel.
Sie
breitete die Decke aus und legte sich auf den Rücken. Es dauerte gar nicht
lange, da war sie eingeschlafen.
B'Elanna,
die im Maschinenraum noch an den Leitungen arbeitete, hörte auf einmal ein
merkwürdig dumpfes Geräusch, das von draußen zu kommen schien. Sie unterbrach
ihre Arbeit und lauschte. Nach einer Weile, als sich das Geräusch nicht wiederholte
zuckte sie mit den Schultern und setzte ihre Arbeit fort. Wäre sie nach draußen
gegangen, dann hätte sie die Scheiben gesehen, die an der Außenhülle wieder
erschienen waren und langsam anfingen in einem schwachen Blauton zu leuchten.
Es wurde immer stärker und die Scheiben begannen sich untereinander mit blauen
Strahlen zu verbinden.
Naomi
wachte von einem Rauschen auf und schreckte hoch. In der Nähe hörte sie ein
Flattern, das sich aber rasch entfernte. *War wohl nur ein Vogel*, dachte Naomi
erleichtert und ihr Blick glitt zur Voyager. Mit einem Mal war sie hellwach,
denn sie sah, daß sich blaue Lichtstrahlen um die komplette Außenhülle schlangen
und einen immer intensiveren Ton annahmen. Dort, wo die Strahlen sich trafen
leuchteten rote Punkte. Naomi raffte ihre Sachen zusammen und kletterte so
schnell wie möglich die Klippen hinunter. Sie war noch gut 3 Meter vom Boden
entfernt, als eine gewaltige Explosion erfolgte, Naomi den Halt verlor und in
die Tiefe stürzte. Sie schrie, zuerst weil sie fiel, dann als sie in der kurzen
Sekunde sah, was passiert war: Dort, wo vor wenigen Sekunden noch die Voyager
gestanden hatte, war jetzt ein riesiger Feuerball und Trümmerteile flogen über
den Landstrich. Das Schiff war explodiert. Das alles sah Naomi in der einen
Sekunde, die sie fiel, dann schlug ihr Körper auf und sie verlor sofort das
Bewußtsein.
Naomi
träumte, daß sie von einem Drachen empor gehoben wurde und hoch über dem
Planeten schwebte. Dann wurde alles schwarz und Naomi dachte, sie müsse
ersticken. Es war eiskalt. Der Weltraum, ja, sie mußte im Weltraum sein. Gleich
würde sie sterben. Doch dann schien ihr die Sonne ins Gesicht und sie konnte
wieder atmen. Ein kräftiger junger Mann trug sie auf seinen Armen. Naomi
versuchte sein Gesicht zu erkennen, doch es wurde immer verschwommener. Schließlich
verschwand es und eine wohlige Wärme durchflutete Naomi. Sie lächelte und ließ
sich von der Wärme tragen.
Ein
roter Feuerball erschien vor Naomis Augen und sie sah, wie die Voyager
zerrissen wurde. "Nein!!!" Mit einem Schrei schreckte sie hoch.
"Ist
schon gut Kind, beruhige dich. Du mußt schreckliches erlebt haben", sagte
eine sanfte Stimme neben ihr.
Naomi
standen Tränen in den Augen, als sie feststellte, daß sie nicht auf der Voyager
in ihrem Quartier erwachte. Ihr Albtraum war Realität. Sie fing bitterlich an
zu weinen. "Icheb, der Captain, die anderen… sie… sie sind alle tot!"
Eine
Hand streichelte sanft über Naomis Haare. "Es ist leider wahr, wir haben
nur Dich gefunden. Du lagst bewußtlos an den Klippen. Komm, trink das
hier."
Die
unbekannte Frau reichte Naomi einen Becher. Zitternd nahm ihn Naomi entgegen
und nippte gehorsam daran. Es schmeckte etwas bitter, aber eine Wärme
durchströmte Naomi, die sie auf sonderbare Weise beruhigte. Jetzt sah sie die
Frau an, die neben ihr saß.
"Wo…
wo bin ich? Und wie bin ich hergekommen? Wer sind sie?" fragte sie
stockend.
"Du
bist im Benden-Weyr. Ich bin Manora. T'qrans Branth hat eine Explosion gespürt
und ist hingeflogen. Er und T'qran fanden dich dann nach einiger Suche an den
Klippen. Aber jetzt ruh dich erst mal aus und schlafe etwas, wenn es dir besser
geht wird Lessa einige Fragen an dich haben."
Naomi
nickte matt und merkte, wie es ihr immer schwerer fiel die Augen offen zu
halten. Kurze Zeit später war sie wieder eingeschlafen.
Manora
ließ sie allein und schloß die Tür beim Herausgehen. F'lar und Lessa erwarteten
sie bereits.
"Und?
Wie geht es ihr, hat sie etwas gesagt?" fragte Lessa.
"Sie
hat merkwürdige Namen gesagt: Voyager und Icheb und erwähnte einen Captain. Ich
kann mir aber nicht vorstellen, daß das, was explodierte, ein Segelschiff war.
T'qran hat einige Wrackteile aus unbekanntem Metall gefunden.
Anscheinend
war es aber nur ein kleines Schiff, es waren nur sehr wenige. Oder, die
Explosion hat alles aufgelöst. Einige Leute untersuchen schon die
Unglücksstelle. Sie vermuten, daß es ein Raumschiff war", meinte Manora.
Lessa
und F'lar sahen sich an. "Ist eins unserer Schiffe vielleicht abgestürzt?
Aber wo kommt dann das Mädchen her?" grübelte F'lar.
"Das
glaube ich nicht. Und außerdem – als ich ihren Kopf auf Wunden untersuchte, da
sind mir eigenartige kleine Auswüchse auf ihrer Stirn aufgefallen. Ich bin mir
sicher, das Mädchen kommt von einem völlig anderen Planeten", meinte
Manora nachdenklich.
"Wir
werden es erfahren, wenn es ihr wieder besser geht." Lessa und F'lar
wandten sich zum Gehen. "Sie hat eine schwere Zeit vor sich, wenn wir
richtig vermuten waren im dem fremden Schiff ihre Familie, Freunde oder
Bekannten. Sie ist die einzige Überlebende."
Manora
blickte betroffen den Boden an. "Ich werde Mirrim bitte sich ihrer
anzunehmen. Ihre äußeren Verletzungen werden schnell heilen. Die inneren… wir
werden abwarten." Dann ging Manora fort um Mirrim zu suchen.
"Manora sucht dich", informierte Path Mirrim.
"Danke,
wo ist sie?" fragte Mirrim ihren Drachen und ging Manora entgegen.
"Sie ist auf dem Weg zu
mir", sagte Path.
Mirrim
eilte zur Stätte ihrer Gefährtin. Manora war bereits im Raum und wartete.
"Ah,
hat Path dich gerufen? Ich dachte es mir." Manora sah zu Path herüber.
"Danke meine Freundin."
Paths
Facettenaugen rollten umher und sie brummte zufrieden.
"Wie
geht es denn unserem Neuling?" fragte Mirrim.
"Körperlich
wird sie sich völlig erholen, aber es scheint, daß sie bei der Explosion alle
verloren hat, die sie kannte und liebte."
"Das…
das ist ja furchtbar", sagte Mirrim leise. Path streckte ihr ihren Kopf
entgegen um ihrer Reiterin Trost zu spenden. Mirrim kraulte sie über den
Augenwülsten.
"Kann
ich irgend etwas für sie tun?" fragte Mirrim.
"Würdest
du dich um sie kümmern? Ich glaube, sie bräuchte eine feste Bezugsperson die
ihr das Gefühl gibt, daß sie nicht allein ist. Außerdem, wenn es stimmt, daß
sie von einer völlig fremden Welt kommt, dann kennt sie weder Pern noch
irgendeinen Perneser hier. Sie ist ganz allein!"
"Das
mache ich gerne, du weißt aber, daß ich mit Path auch noch gegen die Fäden
kämpfen muß?" erinnerte Mirrim Manora.
"Natürlich,
das weiß ich doch. Es geht ja auch nur darum, daß du ihr ein Gefühl der
Sicherheit geben würdest. Ich würde es ja gerne selbst machen, aber ich habe
einfach zu viel zu tun."
"Was
meinst du dazu Path?" fragte Mirrim ihren Drachen.
"Ich finde, ich sollte
mich auch um sie kümmern, sie ist bestimmt noch nie auf einem Drachen geritten
und so ein Ausflug zur Meeresbucht ist bestimmt ablenkend." Paths Facettenaugen kreisten jetzt
aufgeregt.
"Alles
klar Manora. Sag mir einfach, wann sie wach ist, dann bin ich da. Path hilft
mir."
"Ich
wußte, daß ich mich auf euch verlassen kann." Mit diesen Worten verließ
Manora die Unterkunft.
Naomi
erwachte am nächsten Morgen. Manora hatte Mirrim gerufen und beide Frauen saßen
an Naomis Bettkante. Mirrim nahm ihre Hand und drückte sie.
"Hallo.
Ich bin Mirrim, geht's dir etwas besser?" In ihrer Stimme schwang echte
Besorgnis mit und Naomi nickte schwach. Manora beugte sich zu Naomi runter und
sagte: "Mirrim und ich werden dir helfen. Wenn du irgend etwas brauchst,
dann sind wir immer für dich da. Natürlich kannst du auch zu allen anderen im
Weyr gehen, aber das ist vielleicht am Anfang ein bißchen viel für dich.
Naomi
nickte dankbar und brachte ein leises "Danke" heraus.
"Kind,
meinst du, du bist kräftig genug um aufzustehen und einige Fragen zu
beantworten?" fragte Manora vorsichtig.
"Ich…
ich denke schon", sagte Naomi langsam und machte Anstalten sich im Bett
aufzusetzen. Manora und Mirrim halfen ihr und Naomi bekam einen Becher mit
dampfender Flüssigkeit in die Hand gedrückt.
"Trink
erst mal etwas Klah", meinte Mirrim, "das wird dich erfrischen und
dir etwas Kraft geben. Hast du Hunger?"
"Nein,
vielen Dank", antwortet Naomi und trank gemächlich den Klah aus. Mirrim
hatte Recht behalten, nachdem Naomi die Tasse leer getrunken hatte fühlte sie
sich wesentlich besser und stand auf.
"Wie
heißt du denn?" fragte Manora.
"Naomi.
Naomi Wildman", entgegnete sie. Manora nickte. "Solch einen Namen
habe ich noch nie gehört, aber er klingt wunderschön."
Naomi
lächelte scheu. Manora reichte ihr einige Kleidungsstücke und Naomi nahm sie
dankbar entgegen.
"Deine
alten Sachen waren sehr zerrissen, wir konnten sie leider nicht mehr
flicken", sagte Manora entschuldigend. "Oh, dort drüben geht es in
den Waschraum, du kannst gerne ein warmes Bad nehmen, wenn du möchtest."
"Vielen
Dank", antwortete Naomi und zog den Vorhang hinter sich zu.
Nach
einer Weile kam sie wieder heraus, die Haare waren noch feucht und
durcheinander, doch die Kleidungsstücke, die sie von Manora erhalten hatte,
paßten wenigstens wie angegossen. Manora reichte ihr lächelnd eine Haarbürste.
Naomi
nahm sie und brauchte eine Weile, bis ihr Haar wieder einigermaßen ordentlich
aussah. Dann folgte sie Manora und Mirrim, die sie in einen großen Raum
brachten, in dem hinter einem Schreibtisch eine zierliche Frau saß.
"Lessa,
das hier ist Naomi. Du wolltest mit ihr sprechen. Aber denke dran, was sie
alles durchgemacht hat, überfordere sie nicht." Obwohl Manoras Worte
ermahnend klangen lächelte sie. Lessa nickte. "Danke, du darfst mir den
Mund zukleben, wenn ich zuviel Fragen stelle", neckte Lessa sie und
erreichte damit auch, daß Naomi sich entspannte.
"Komm,
setz dich Naomi. Möchtest du etwas trinken?" fragte Lessa und lächelte sie
an.
"Nein,
vielen Dank."
"Okay,
aber wenn du etwas haben möchtest, dann scheue dich nicht es zu sagen,
einverstanden?"
Naomi
nickte. Lessa setze sich zu ihr, damit die Atmosphäre entspannter wirkte und fing
dann an: "Naomi, erst einmal tut es uns allen schrecklich Leid, was
passiert ist. Aber meinst du, du kannst uns erzählen was passiert ist? Woher
kommst du und was machst du hier?"
Naomi
fing stockend an Lessa von der Voyager und die weite Reise nach Hause zu
erzählen. Als sie einige Namen der Crew nannte, fühlte sie einen großen Kloß im
Hals stecken und unterbrach ihre Erzählung für einen Moment. Mirrim, die etwas
hinter ihr saß holte ihr ein Glas Wasser, das Naomi dankbar entgegen nahm.
Sie
saß bestimmt eine Stunde bei Lessa und erzählte ihr alles. Sie mußte jetzt
bestimmt keine Regeln mehr beachten, die Leute wußten immerhin, was ein
Raumschiff war, hatten selber noch welche im Orbit und außerdem verrieten
allein schon Naomis kterianische Merkmale, daß sie bestimmt nicht von diesem
Planeten stammte.
"Manora
wird dir bestimmt schon gesagt haben, daß wir leider keine weiteren
Überlebenden gefunden haben und daher… wir sollten uns jetzt überlegen, was mit
dir passiert. Ich nehme an, deine Freunde waren technisch viel weiter
fortgeschritten als wir hier, aber du wirst dich schon an die Lebensweise
gewöhnen. Und nun schlage ich vor, iß erst mal etwas und ruhe dich aus und dann
kann dir Mirrim etwas über Pern erzählen und dir den Weyr zeigen." Lessa
erhob sich, und auch Naomi und die anderen beiden Frauen standen auf. Mirrim
führte Naomi in ihre Kammer zurück, holte ihr etwas zu essen das Naomi auf ihr
bitten hin auch aß und ließ sie dann allein. Naomi war dankbar dafür, denn erst
durch die Worte Lessas, es gäbe keine weiteren Überlebenden, kam für Naomi die
schreckliche Gewißheit, daß sie von nun an allein sein würde. Sie dachte an
Icheb, mit dem sie erst seit einigen Tagen zusammen gewesen war, an den Captain
und Chakotay, die nun wenigstens im Tode vereint waren, B'Elanna und Tom, die
in einigen Monaten Eltern geworden wären… Naomi weinte eine Zeit, doch dann
besann sie sich auf sich selbst. Es mußte für sie irgendwie weitergehen. Wo war
sie eigentlich? Lessa hatte den Planeten "Pern" genannt, auf Pern
würde sie also für den Rest ihres Lebens bleiben. Und wie war sie überhaupt in
diesen… wie hatte Manora es genannt? Weyr – wie war sie überhaupt in diesen
Weyr gekommen? Die Neugierde wurde immer stärker und sie entschloß sich zu
einem Rundgang. Manora, Mirrim und Lessa waren sehr freundlich zu ihr und dafür
war Naomi dankbar. Außerdem verspürte sie den Wunsch sich bei ihrem
Lebensretter zu bedanken.
Sie
öffnete die Tür und begriff jetzt erst, daß sie sich in einem Berg befand, der
von Höhlen und Gängen durchsetzt war. Naomi wußte nicht, ob sie den Weg zu
ihrem Zimmer wieder finden würde und blieb zögernd in der Tür stehen. Auf
einmal sah sie Mirrim zu ihr herüberlaufen. "Naomi!" rief sie und
winkte. Naomi lächelte und war unendlich dankbar, daß sich Mirrim anscheinend
um sie speziell kümmerte.
"Ach,
da bin ich aber froh, daß ich dich noch erwische, als Path sagte, du wärst zur
Tür heraus dachte ich schon, ich würde dich verpassen."
"Path?"
fragte Naomi. Sie konnte sich nicht daran erinnern jemanden gesehen zu haben,
der Mirrim so schnell hätte Bescheid geben können.
Auf
einmal zerriß ein lautes Zirpen die Luft und Naomi hörte etwas flattern. Das
Etwas kam auf einmal hinter ihr aus ihrer Kammer geschossen, flog einen Kreis
und landete dann auf Mirrims Schulter. Naomi erschrak und machte unwillkürlich
einen Schritt nach hinten. Das, was auf der Schulter von Mirrim gelandet war
sah aus wie eine Echse mit Flügeln und einem merkwürdig lagen Hals auf dem ein
fast dreieckiger Kopf ruhte. "Was… was ist das?" fragte Naomi etwas
ängstlich.
Mirrim
drehte den Kopf zu dem Wesen und schalt es dann tüchtig aus:
"Tolly!
Wie kannst du nur so ein Geschrei machen und die arme Naomi erschrecken!"
Die
Facettenaugen des kleinen Wesen kreisten erregt umher und dann vergrub es
seinen Kopf in Mirrims Haar. Seinen Schwanz hatte es um ihren Hals geschlungen
und jetzt jammerte es leise. Mirrim lachte und kraulte das Tier über den
Augenwülsten. "Ist schon gut Tolly, Naomi wird dir bestimmt verzeihen."
Daraufhin
beruhigte sich das kleine Wesen etwas und beäugte nun Naomi.
"Das
ist eine von meinen drei Feuerechsen. Warte mal…" sagte Mirrim und auf
einmal hörte Naomi weitere Flügelschläge. Zwei grüne Feuerechsen kamen
angeflogen und suchten ebenfalls einen Platz auf Mirrims Arm und der anderen
Schulter.
"Die
bronzene heißt Tolly, und die beiden grünen heißen Reppa und Lok. Keine Angst,
sie würden nur gefährlich werden, wenn du sie oder mich angreifen würdest, aber
sie sehen dich nicht als Bedrohung. Im Gegenteil, ich glaube, Lok hat ein Auge
auf dich geworfen. Wenn du dich traust, kannst du ihn mal an den Augenwülsten
streicheln, das mögen sie besonders gern."
Naomi
trat wieder etwas an Mirrim heran, die drei Feuerechsen behielten Naomi genau
im Auge. Ganz langsam streckte Naomi eine Hand nach Lok aus und freute sich,
als Lok ihr seinen Kopf entgegenstreckte und deutlich machte, daß er gekrault
werden wollte. Naomi wurde mit einer Art Gurrlaut belohnt und lächelte.
"Hat
hier jeder Feuerechsen von euch?" fragte sie, ohne aufzuhören Lok zu
kraulen.
Mirrim
lächelte verschmitzt. "Nein, nicht jeder, aber in dem Weyr sind die
kleinen Feuerechsen auch eher selten im Gegensatz zu ihren Verwandten."
Naomi
blickte verwirrt drein und Mirrim meinte: "Komm, ich stelle dir Path
vor."
Dann
ging sie los und Naomi folgte ihr. Mirrims Feuerechsen flatterten wieder
woanders hin und was dann passierte sollte Naomi so schnell nicht vergessen.
Mirrim öffnete eine Tür und Naomi stand auf einem großen Plateau am Rand des
Berges und sah sich ihrem ersten Drachen gegenüber.
Fast
wäre sie vor Schreck gefallen, doch Mirrim hielt sie am Arm fest. "Keine
Angst, das ist Path. Komm nur näher, sie erlaubt es dir."
Naomi
bekam zuerst ihren Mund nicht zu, so ergriffen war sie von Path, doch als Path
ihr langsam ihren Kopf entgegen streckte bekam sie etwas mehr Vertrauen in den
riesigen Drachen. Mirrim stand mit einem breiten Grinsen neben ihr und sagte:
"Path meint, sie mag es auch wenn sie an den Augenwülsten gekrault
wird."
Naomi
sah Mirrim erstaunt an. "Heißt das, ihr… ihr verständigt euch irgendwie?
Versteht sie mich auch?"
Mirrim
und Path nickten, was bei einem großen, grünen Drachen doch etwas grotesk
aussah. Naomi trat an Path heran und strich über ihre Augenwülste wie sie es
schon bei der kleinen Feuerechse getan hatte. Path gab ein zufriedenes Summen
von sich und schloß genüßlich die Augen. Mirrim mußte lachen als sie ihren
großen Drachen sah der im Moment mehr Ähnlichkeit mit einem verwöhnten
Schoßtier aufzeigte. Während Naomi Path kraulte fragte sie Mirrim: "Ist…
ist das dein… ähm… Haustier?" Naomi hatte eigentlich nicht vor, einen haushohen
Drachen als Haustier zu bezeichnen, aber ein anderes Wort fiel ihr gerade nicht
ein.
Path
trompetete leise und Mirrim mußte erneut lachen. Naomi wich erschrocken einen
Schritt zurück und sagte ängstlich: "Oh, ich wollte euch nicht beleidigen,
es tut mir leid. Mir fiel nur gerade keine andere Umschreibung ein."
"Haha…
tut mir leid Naomi, das klang gerade nur lustig. Nein, Path ist kein Haustier, ebensowenig
wie die anderen Drachen. Die Drachen sind von unseren Vorfahren genetisch
veränderte Feuerechsen und ohne Drachen und Drachenreiter wäre Pern
verloren." Mirrim konnte direkt das große Fragezeichen über Naomis Kopf
leuchten sehen. "Paß auf, was hältst du davon, wenn wir jetzt erst mal
etwas essen gehen und ich erzähle dir dabei etwas über die Geschichte und das
Leben von Pern?"
Naomi
nickte und folgte Mirrim. An der Tür drehte sie sich noch einmal zu Path um und
meinte: "Auf Wiedersehen. Hat mich gefreut, dich kennenzulernen."
Paths
Augen schillerten in einem Blauton, dann legte sie sich wieder an den Rand des
Plateaus und schlief ein.
"Sie
hat es ebenfalls gefreut deine Bekanntschaft zu machen und freut sich schon auf
einen Ausflug mit dir", übersetzte Mirrim. Naomi lächelte und zog dann die
Tür hinter sich zu.
In
einer großen Höhle war ein großer Speisesaal eingerichtet. Mirrim zog Naomi an
einen etwas abgelegenen Tisch und holte für sie beide heißen Klah und etwas
Brot mit Käse. Dann begann Mirrim zu erzählen:
"Vor
einigen Jahrhunderten besiedelten unsere Vorfahren diesen Planeten und nannten
ihn Pern. Sie landeten auf dem Süd-Kontinent und errichteten die erste Siedlung:
Landing. Die Kolonistenschiffe wurden völlig leergeräumt und die Leute erschufen
sich in Landing eine neue Heimat. Doch knapp 10 Jahre nach der Kolonisierung begannen
auf einmal todbringende Sporen vom Himmel über Pern zu regnen, die alle
organische Materie binnen Sekunden vernichteten. Doch einigen Siedlern war es
vor einiger Zeit vor dem Sporenfall gelungen Feuerechsen an sich zu binden und
diese Wesen vernichteten einen Großteil der Sporen mit ihrem Feueratem in der
Luft und schützten so ihre Besitzer. Nach einigen Stunden war der Sporenregen
vorbei und man fand heraus, daß der rote Stern im Orbit für dieses Phänomen
verantwortlich war. Alle 200 Jahre nähert er sich auf seiner Ellipse Pern und
jeweils 50 Jahre lang wird es über Pern im Abstand von einigen Tagen Sporen
regnen. Unsere Vorfahren hatten durch die Echsen gelernt, daß die Sporen mit
Feuer vernichtet werden konnten und ebenso gingen sie im Wasser ein. Sie nahmen
also den Kampf gegen die Sporen auf. Während die meisten mit Flammenwerfern am
Boden und Shuttles in der Luft gegen die Sporen kämpften, erschufen einige Wissenschaftler
mit Hilfe von hochmoderner Gentechnik aus einigen Feuerechsen wesentlich
größere Exemplare, die Drachen. Schnell fanden sie heraus, daß die Drachen an
einen Menschen gebunden werden mußten, das geschieht bei einer
Gegenüberstellung. Junge Drachen suchen sich ihren Partner aus und die
telepathische Bindung hält ein Leben lang. Die Drachen wiesen erstaunliche
Fähigkeiten auf, sie können telepathisch mit ihren Partnern und unter sich
kommunizieren und sie können ins Dazwischen
gehen."
"Dazwischen? Was ist das?"
unterbrach Naomi sie.
"Die
Drachen haben die Gabe uns innerhalb weniger Sekunden an andere Orte zu
bringen, dazu tauchen sie in das Dazwischen
ein. Dort ist es unglaublich kalt, man spürt nichts und dort ist auch
nichts. Doch das kann man schwer erklären, wenn wir einen Ausflug mit Path
machen, wirst du es erleben."
Naomi
schluckte. Das hörte sich nicht gerade toll an, doch sie wollte erst den Rest
der Geschichte erfahren, bevor sie noch Fragen stellen würde. So fuhr Mirrim
fort:
"Ja, als die ersten genetisch veränderten Drachen also schlüpften und sie
sich vermehrten, hatte Pern bald sein erstes Drachengeschwader. Im laufe der
Jahre wurden es mehr und mehr Drachen mit ihren Reitern und man brauchte Platz.
So entstanden bald die ersten Weyr, während die normalen Leute die vielen
Berghöhlen zu Burgen ausbauten. Die Burgen verpflichteten sich Tribute an ihre
jeweiligen Weyr zu zahlen und dafür würden die Drachenreiter gegen Sporen
kämpfen und so die Perneser schützen weil sie natürlich nicht zur gleichen Zeit
Sporen versengen und ein Handwerk lernen können. Und du bist gerade in einer
Zeit gelandet, in der es Sporen regnet. Morgen steht uns der nächste
Fädeneinfall bevor. Doch keine Sorge, die Fäden können Felsen nichts anhaben
und die Geschwader fangen die Fäden schon in der Luft ab." Mirrim lehnte
sich zurück, trank ihren Klah aus und betrachtete Naomis Gesicht. Das Mädchen
war anscheinend völlig fasziniert von ihrer Erzählung. Dann wollte Naomi
genaueres über die Drachen wissen, ob jeder einen Drachen für sich gewinnen
könne (das verneinte Mirrim, denn jedes Jahr wurden explizit Kandidaten aus den
Weyrn, Burgen und Gehöften ausgesucht), welche verschiedenen Farben die Drachen
hätten, worin der Unterschied bestehen würde und so weiter. Mirrim und Naomi
saßen noch lange zusammen und redeten, und Mirrim war froh als sie feststellte,
daß Naomi den Eindruck machte diese Welt zu mögen. Schließlich mußte sie von
nun an hier leben.
Und
tatsächlich war es dann auch so.
In
den nächsten Monaten lernte Naomi das Leben im Weyr kennen und schätzen. Sie
traf auf Angehörige von verschiedenen Gilden und, worauf sie am stolzesten war,
auf Meister Robinton, den Meisterharfner von Pern. Sie liebte die Musik, die
die Harfner stets weitergaben und lernte selbst einige Balladen. Bald kannte
sie auch die Namen sämtlicher Bewohner des Benden-Weyrs und die Namen der
Drachen. Sie selbst half bei allen anfallenden Arbeiten im Weyr mit und nicht
selten saß sie mit Lessa, F'lar, Mirrim, Manora, Meister Robinton und seinen Gesellen
Sebell und Menolly zusammen und erzählte von ihren Reisen durch das All und die
fremden Spezies, die sie getroffen hatten. Es hatte lange gedauert bis sie an
die Voyager und vor allem Icheb denken konnte ohne dabei weinen zu müssen. Und
eines Tages beschloß sie, an die Stelle zurückzukehren, an der die Voyager mit
ihrer Crew die letzte Ruhe gefunden hatte.
Das
sagte sie später auch Mirrim, die, ohne daß Naomi es wußte, zu Lessa ging und
sie bat mit Naomi dorthin fliegen zu dürfen. Lessa gab ihr Einverständnis unter
der Bedingung auch T'qran mitzunehmen. Zu ihm hatte Naomi eine ebenso intensive
Freundschaft aufgebaut, genauso wie zu Mirrim und Manora.
So
ging Mirrim dann zu Naomis Zimmer und berichtete ihr von ihrem Gespräch mit
Lessa. Es würde Naomis erster Ritt auf einem Drachen werden und Mirrim freute
sich schon auf Naomis Gesicht.
"Naomi!"
rief sie laut, als sie durch die Tür kam. "Naomi!!!!"
Vor
Schreck, es könnte etwas passiert sein kam Naomi angerannt. "Mirrim, was
ist passiert?" fragte sie erschrocken.
"Naomi,
bist du bereit für deinen ersten großen Ausflug?" Mirrims Augen leuchteten
und als Naomi begriff, was ihre Freundin meinte, riß auch sie ihre Augen weit
auf und fragte atemlos: "Wirklich? Ich darf auf einem Drachen
reiten?"
"Nicht auf irgendeinem,
auf mir", klang Paths
Stimme in Mirrims Kopf.
"Du
darfst mit mir auf Path reiten. Und T'qran komm auch mit auf seinem
Branth."
"Ich…
ich weiß gar nicht, was ich sagen soll… wann fliegen wir los?"
"Sobald
du fertig angezogen bist."
"Aber,
brauche ich für das Dazwischen nicht Wehrlederkleidung?"
fragte Naomi nun etwas unsicher. In dem Moment betrat Manora die Kammer, in den
Händen trug sie ein Kleiderbündel. "Uff, das hier ist für dich Naomi,
probier es mal an."
Naomi
war sprachlos. Schnell entfaltete sie das Bündel und wenig später stand sie in
voller Reitmontur vor den beiden Frauen.
"Hm,
deine Haare sind so lang, für den Helm ist das unpraktisch", bemängelte
Mirrim, denn alle Drachenreiterinnen hatten kurze Harre damit sie besser unter
den Helm paßten. "Ach, das kriegen wir schon hin", meinte Manora
sofort und steckte geschickt Naomis Haare hoch, so daß der Helm ohne weiteres
paßte.
"Na
bitte, geht doch."
"Na,
seid ihr endlich fertig? Branth und Path warten schon ungeduldig, ebenso deine
Echsen Mirrim." T'qran stand abflugbereit in der Tür.
"Alles
klar", meinte Mirrim und die drei liefen los zum Rand des Weyrs.
"Mirrim,
wohin fliegen wir?" fragte Naomi.
"An
den Ort, an den du nun bereit bist wieder zurückzukehren", sagte Mirrim
vorsichtig und drückte Naomis Hand.
Das
Mädchen schluckte und war dankbar für Mirrims Geste. Nun war es also soweit:
Ihr erster Ritt auf einem Drachen und dann an den Ort, an dem ihre Reise auf
tragische Weise ein Ende genommen hatte. Als sie bei Path und Branth ankamen,
zögerte Naomi. War sie wirklich schon soweit? Doch als sie Paths glühende Augen
sah, die, wie Naomi inzwischen deuten konnte, Freude und Ungeduld ausdrückten,
schob sie ihre Zweifel beiseite und ließ sich von Mirrim auf Path helfen. Dann
saß auch schon Mirrim hinter ihr und Naomi spürte, wie Path ihre Muskeln
anspannte und sich zum Sprung bereit machte. Und dann fiel der Drache in die
Tiefe. Mirrims lauthals schnatternde Echsen umschwirrten sie und Naomi
klammerte sich ängstlich an Paths Nacken fest, doch der Fall dauerte nur ein
paar Sekunden. Dann hatte Path ihre Schwingen ausgebreitet und sie flogen hoch
über dem Weyr.
"Path
fragt, wie es dir gefällt!" rief Mirrim ihr ans Ohr. Durch den pfeifenden
Wind um sie herum mußte sie rufen.
"Es
ist unheimlich toll! Wann gehen wir ins Dazwischen?"
"Wenn
du dazu bereit bist. Denke dran, du wirst nichts fühlen können, nicht atmen und
es ist eiskalt und dunkel. Du wirst nur dein Herz klopfen hören. Zähle die
Schläge. Es wird nur einen Herzschlag dauern. Und hab keine Angst. Bist du
bereit?"
Naomi
gab erst nach einigen Sekunden Antwort.
"Auf
geht's, Path!" rief sie und eine Sekunden später spürte sie eine
unglaubliche Kälte. Panik quoll in ihr hoch und sie wollte schreien, doch kein
Laut kam über ihre Lippen. Und dann war es vorbei. Die Sonne schien warm auf
sie herunter und Naomi konnte unter sich den Südkontinent sehen.
"Alles
klar Naomi?" rief Mirrim.
Naomi
nickte. Da, jetzt kam die große Ebene in Sicht, an der das Schiff explodiert
war. Erinnerungen an den Feuerball kamen in Naomi hoch und sie hatte alle Mühe
ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten. Path und Branth flogen in Spiralen
immer tiefer zur Ebene und landeten dann sanft im Gras. Nachdem die Reiter
abgestiegen waren entledigten sie sich erst einmal ihrer Reitmontur, denn im
Süden war es viel Wärmer als im Weyr. Mirrim gestattete ihren Echsen im Wasser
zu planschen und sie und T'qran begleiteten Naomi zur Unglücksstelle um dann
respektvollen Abstand zu halten. Langsam ging Naomi weiter. Hier und dort lag noch
ein Trümmerstück herum, das im hohen Gras wohl übersehen worden war und die
ganz kleinen Teile hatte man liegenlassen. Ein Stück vor ihr sah Naomi im Gras
ein funkeln. Sie ging näher, bückte sich und fand einen Communicator im Gras.
Langsam strich sie über die glatte Oberfläche und kämpfte mit aufsteigenden
Tränen. Denn dort, wo der Communicator gelegen hatte sah sie noch etwas
anderes. Naomi hob mit zitternden Fingern einen Ring auf und fing dann an zu
weinen. Mirrim kam auf sie zugeeilt und nahm sie tröstend in die Arme.
"Das…
das ist der Ring… den… den Icheb… mir zu meinem… 16. Geburtstag geschenkt
hatte…" schluchzte Naomi.
Mirrim
wußte nicht, was sie sagen sollte, daher hielt sie Naomi einfach fest an sich
gedrückt. Nach einer Weile beruhigte sie sich wieder und T'qran reichte ihr ein
Tuch um sich die Tränen zu trocknen und die Nase zu putzen. Dann zeigte sie
ihren Freunden den Cladagh Ring und erzählte, wie sehr sie Icheb gemocht hatte
und ihn vermißte. Mirrim, T'qran und die beiden Drachen, die auch zuhörten,
waren zutiefst gerührt und trauerten mit Naomi. Und als Naomi die beiden bat,
sie noch einen Moment allein zu lassen hatten Mirrim und T'qran keine Einwände
und liefen langsam zurück zu ihren Drachen.
Naomi
ging noch weiter das Feld ab aber außer Trümmern fand sie nichts mehr. Den Ring
trug sie am rechten Finger, die Herzspitze diesmal von ihrem Körper weg
gerichtet und den Communicator hatte sie sich in die Tasche gesteckt.
Schließlich
kniete sie sich hin und nahm endgültig Abschied von ihrer Familie und ihren
Freunden. Danach fühlte sie sich seltsamerweise erleichtert und ging dann recht
forschen Schrittes zurück zu den Drachen und ihren Freunden.
"Laßt
uns heim fliegen, okay?" bat sie und Mirrim und T'qran nickten.
Dann
zogen sie rasch ihre Flugmonturen wieder an und befanden sich ein paar Minuten
später schon wieder im Dazwischen und
tauchten über dem Benden-Weyr wieder auf. Ramoth, die Königin von Lessa,
trompetete zur Begrüßung und die anderen Drachen stimmten ein.
Als
sie sicher wieder gelandet waren bedankte sich Naomi bei Path und Mirrim für
den Flug und bei T'qran und Branth dafür, daß sie mitgekommen waren.
Inzwischen
war es auch Abend geworden und nach einem Bad nahm Naomi das Abendessen seit
langer Zeit wieder in ihrem Zimmer ein um die Ereignisse des Tages in Ruhe
Revue passieren zu lassen. Nachdenklich betrachtete sie den Ring, den sie in
den Trümmern gefunden hatte und dachte an Icheb. Es hätte sicher gewollt, daß
sie nicht ewig trauern sollte sondern lieber die Erinnerung an ihn und die
anderen im Herzen tragen sollte. Als ihre Mutter in dem Shuttle vor einigen
Jahren umgekommen war, hatte sie auch ihr Leben weitergelebt, was aber nicht
bedeutete, daß sie ihre Mutter je vergessen hätte. Sie lebte als Teil von ihr
in ihr weiter, ebenso seit einiger Zeit Icheb und die Crew. Mit einem Lächeln
schlief sie schließlich ein.
Am
nächsten Tag stand ein Sporeneinfall bevor und die Geschwader stiegen auf um
über Keroon die Fäden zu vernichten, bevor sie die Burg erreichen würden.
Naomi
hatte an diesem Tag nicht viel zu tun, zum Glück wurden nur zwei Drachen und
ein Reiter von den Fäden versengt und die Verbrennungen konnte Manora mit Hilfe
von Taubkraut schnell behandeln. Die Drachen würden nur für ein paar Tage
ausfallen, daher verlief der Tag im Benden-Weyr sehr ruhig. Erst gegen Abend
gab es wieder einige Aufregungen weil der Meisterharfner sich angekündigt hatte
und Manora und Mirrim in der Küche schnell alles für ein kleines Festmahl
organisierten.
Meister
Robinton traf mit F'nor auf Canth ein, als Überraschungsgäste hatte er seine
Gesellen Sebell und Menolly mitgebracht.
Die
drei verschwanden sofort mit F'lar und F'nor in Lessas Büro und kamen die
nächsten zwei Stunden nicht mehr hinaus.
Doch
wie jede Besprechung endete auch diese irgendwann und der Rest der Nacht wurde
mit zünftigen Liedern, viel Wein und Essen gefeiert.
Erst
am nächsten Morgen erfuhr Naomi, daß der Besuch des Meisterharfners mit dem
Südkontinent zu tun hatte und den Alten. So wurden die Drachenreiter genannt,
die aus der Vergangenheit kamen und nach einigen Planetenumläufen nicht die
Herrschaft des Benden-Weyr anerkannt hatten und in den Süd-Weyr verbannt
wurden. Zum Glück waren es nicht so viele, doch nun fingen die Alten aus dem
Süden an, Plünderungen und unerlaubte Tauschhandel im Norden zu führen.
Mirrim
hatte Naomi gesagt, sie solle sich keine Sorgen machen, Meister Robinton und
die Weyr Führer würden sich schon um die ganze Angelegenheit kümmern.
Und
selbst wenn Naomi sich darüber Gedanken hätte machen wollen, ein viel größeres
und schönes Ereignis lenkte sie mit ihren Gedanken von den Alten und dem
Südkontinent ab – Lessas Ramoth kam in Hitze und Naomi erlebte zum ersten Mal
einen Paarungsflug eines Drachen mit. Hier war es sogar die Drachenkönigin.
Natürlich wurde die von ihrem Gefährten Mnementh wieder erobert und schon bald
darauf reifte im Benden-Weyr ein großes Gelege heran – sogar mit einem
Königinnen Ei. Die Bewohner des Weyrs waren ganz aus dem Häuschen vor Freude
und Naomi ließ sich von der allgemeinen Heiterkeit anstecken.
Mit
der Zeit wurden die Eier in Ramoths Gelege immer härter und es rückte die
nächste Gegenüberstellung heran. Die Kandidaten wurden auf ganz Pern gesucht
und viele kamen auch aus dem Weyr. Dann war der Tag gekommen. Die Besucher strömten
herbei, es herrschte ein reger Flugverkehr. Naomi wunderte sich nur, daß die
Drachen in der Luft nicht zusammenstießen.
Die
Brutstätte füllte sich schnell mit den Zuschauern, die Kandidaten standen in
unmittelbarer Nähe der Eier. Lediglich das Königinnenei lag abseits und um es
herum standen 6 Kandidatinnen. Naomi sah in der Zuschauermenge Meister Robinton
mit Menolly und Sebell, Baron Jaxom saß mit seinem Vormund, dem ehemaligen
Drachenreiter Lytol da, Baron Groghe erkannte sie auch unter den Gästen und
einige andere. Und dann fingen die Drachen auf einmal an zu summen, erst ganz
leise, dann wurde es immer lauter. Manora hatte Naomi erklärt, daß die Drachen
bei jeder Geburt anfingen zu summen und zwar kurz vorher.
Es
wurde still im Weyr und alle beobachteten gebannt das Gelege. Und dann knackte
es und das erste Ei platzte auf. Ein kleiner grüner Drache kämpfte sich aus
seiner Schale und watschelte dann recht unbeholfen auf einen Jungen zu. Die
erste Bindung zwischen Drachen und Reiter war eingegangen. Der Junge konnte
sein Glück kaum fassen und seine Familie brach in Jubel aus.
Und
dann ging es Drache auf Drache. Insgesamt schlüpften 5 Bronzene, 8 Grüne und 6
Braune. Als alle Drachen geschlüpft waren und die Erwählten mit ihren neuen
Gefährten die Brutstätte verlassen hatten schwoll das Summen der übrigen
Drachen wieder an – das Königinnenei begann zu springen. Naomi saß direkt
hinter den Kandidatinnen und konnte das Ei so perfekt sehen. Sie war sehr
aufgeregt, wer von den sechs Mädchen die kleine Königin für sich gewinnen
würde.
Dann
brach die Schale auf und eine zeternde, kleine Drachengestalt plumpste in den
Sand. Es sah die Mädchen an und jammerte dann kläglich. Eine der Kandidatinnen
kam auf die kleine Königin zugelaufen und wollte ihr helfen, doch der kleine
Drachen zeterte nur und watschelte an ihr vorbei – direkt auf die Zuschauer.
Es
herrschte totale Stille. So etwas war bisher nur einmal vorgekommen, daß ein
Drache keinen der Kandidaten haben wollte.
"Scheinbar
hat sich die Königin jemand von den Zuschauern ausgeguckt", meinte
Robinton leise zu Menolly.
Gebannt
verfolgten die Leute, wen sich die kleine Königin auserkoren hatte und dann passierte etwas, mit dem keiner im
entferntesten gerechnet hatte. Der kleine Drachen lief direkt auf Naomi zu.
Völlig fassungslos beugte sich Naomi zu dem kleinen Wesen herunter, sah ihr in
die Augen und sagte dann: "Ihr… ihr Name ist Alith."
Lessa
und F’lar sahen sich überrascht an, im Kessel war totenstille. Alles sah zu
Naomi und der goldenen Königin, die nun kläglich anfing zu jammern. Das riß
endlich die Stille auseinander und Lessa und F’lar gingen sofort zu Naomi und
Alith um ihr zu zeigen, was sie als nächstes zu tun hatte.
"Komm
Naomi, Du musst Alith füttern…" Lessa nahm sie sanft am Arm und führte sie
aus der Brutstätte hinaus. Alith watschelte hinter ihnen her und verkündete
laut ihren Hunger.
Als
Naomi mit Alith, Lessa, F'lar und den anderen frischgebackenen Drachenreitern
die Stätte verlassen hatte, entbrannten unter den Besuchern die Diskussionen
über den unglaublichen Vorfall von gerade eben.
Lediglich
Mirrim, Menolly, Sebell und Meister Robinton sahen sich mit glücklichen
Gesichtern an. "Etwas besseres hätte Naomi nicht passieren können",
meinte Mirrim und die anderen drei stimmten ihr herzlich zu.
Unterdessen
fütterten die Jungreiter zum ersten Mal ihre Drachen. Es standen für jeden eine
große Schüssel mit kleingeschnittenem, rohem Fleisch da und die Drachen
verschlangen gierig jeden Bissen. Danach wurden sie in die Stätte für
Jungreiter gebracht und schliefen dort ein. Sie würde bestimmt bis morgen
schlafen, erklärte Lessa, was den jungen Leuten die Möglichkeit gab nun an dem
Fest in den oberen Gewölben teilzunehmen.
Naomi
wartete, bis die anderen einen Vorsprung hatten und sagte dann zu Lessa:
"Lessa, ich… ich schwöre, ich habe nichts getan… sie sah mich nur an und
dann war die Stimme in meinem Kopf und…"
"Ganz
ruhig Naomi", meinte Lessa lachend, "wir wissen, daß dich keine
Schuld trifft, Alith hat dich erwählt und darüber kannst du sehr glücklich und
stolz sein mein Liebes."
"Das
bin ich auch, und ich liebe Alith, ich würde sie nicht mehr hergeben."
Naomis Augen bekamen einen glasigen Blick als sie von Alith sprach.
"Und
Alith liebt dich genauso, sie wird dich nie verlassen. Ich seid das ganze Leben
lang nun aneinander gebunden."
Lessa
führte Naomi nach oben und nahm sie mit an den Tisch an dem schon Robinton,
Menolly, Sebell, Mirrim und F'lar saßen. Die anderen beglückwünschten Naomi zu
Alith und den Rest des Abends wurde einfach nur noch gefeiert.
Früh
am nächsten Morgen, Naomi hatte mit den anderen "Jungdrachenreitern"
in einer Unterkunft übernachtet, wurde sie durch Eimerklappern und die ersten
Schreie der Drachen geweckt.
"Ich habe Hunger!" hörte Naomi Aliths Stimme und war sofort
hellwach.
"Na,
da kommen wir ja genau richtig", meinte T'sel, der mit P'llomar jeweils
zwei große Eimer mit frischen Fleischbrocken hereintrug.
"Aber
diesen Lieferservice bekommt ihr ausnahmsweise nur heute, ab morgen müßt ihr
Euch selber die Fleischstücken besorgen und zurechtschneiden!"
Dankbar
gingen die Jungreiter mit ihren Schüsseln an die Eimer und holten für ihre
Lieblinge Fleischbrocken. Als die Drachen beim Fressen waren verkündete
P'llomar: "Wenn Eure Drachen satt sind, dann zeigen wir Euch wie ihr sie
abschrubben und einölen müßt."
Ein
recht kleiner Junge, der bis zum gestrigen Tag mit Drachen noch gar nichts zu
tun gehabt hatte fragte: "Warum müssen sie eingeölt werden?"
"Die
Haut der Drachen wird schnell austrocknen und Risse bekommen, gerade jetzt, wo
sie so schnell wachsen. Ihr müßt sie mindestens einmal am Tag einölen, besser
wäre noch mehrmals, wenn sie ausgewachsen sind dann reicht ein- bis dreimal pro
Woche. Und das Fressen können Sie sich dann auch selber beschaffen."
Kurze
Zeit später standen alle am kleinen Weyr-See und sahen T'sels grünem Trenth zu,
wie er sich genüßlich von seinem Partner abschrubben und hinterher einölen
ließ. Dann begannen die Jungreiter mit Hilfe von den beiden alteingesessenen
Drachenreitern ihren Drachen die gleiche Behandlung zu verabreichen.
Naomi
war mit ihrer Alith völlig in Gedanken versunken und massierte ihre Haut
gründlichst mit dem Öl ein. Alith genoß es in vollen Zügen und Naomi dachte zum
x-ten Mal an diesem Tage, was für ein unglaubliches Glück sie hatte von Alith
ausgewählt worden zu sein.
Nach
der Badestunde legten sich die jungen Drachen in die Sonne und schliefen,
während die zukünftigen Drachenreiter in der Küche in der Fleischzubereitung
unterwiesen wurden. Es war wichtig daß sie wußten, wo sie das Fleisch für die
Drachen finden würde und wie groß die Stücke maximal sein durften.
Den
Tag über hatten sie nichts anderes zu tun als Fleisch zu würfeln, es ihren
Drachen zu geben und sich um sie zu kümmern. Abends wurden dann schon die
Fleischstücke für den Morgen vorbereitet und Naomi war dankbar, als sie nur
noch aufs Bett fiel. Die Pflege eines kleinen Drachen war doch ganz schön
anstrengend.
Bevor
sie einschlief dachte sie noch darüber nach, warum Alith sie auch weiterhin
"Naomi" nannte, während alle anderen Jungreiter abgekürzte Namen
erhalten hatten, wie es auch eigentlich üblich war.
"Naomi ist auch so schon kurz
genug und es ist ein Name einer anderen Welt. Er klingt schön und deshalb
bleibt er auch so."
Naomi
sah dankbar und gerührt zu ihrer Gefährtin hin, die sie mit einem halb offenem
Auge anblickte. Sie lächelte ihren Drachen an dann schlossen beide die Augen
und schliefen ein.
Die
nächsten Wochen hatten Naomi und die anderen Jungreiter fast keine Minute mehr
für sich. Ihre Drachen hatten einen fast unbändigen Hunger und wuchsen sehr
schnell heran. Und eines Tages war es dann soweit, die ersten Jungdrachen
konnten jetzt auch mit ihren Reitern aufsteigen.
"Komm, laß uns eine Runde
fliegen", bat Alith
doch Naomi stand noch etwas zögernd vor ihr. "Schaffst Du es denn schon
mich zu tragen?"
Alith
blickte ein wenig beleidigt. "Ich
bin einer der stärksten Drachen hier", brüstete sie sich, "und dank deiner guten Pflege könnte
ich sogar noch einen anderen tragen!"
Naomi
mußte lachen und stieg dann auf Aliths Rücken. Die Wherlederkleidung würde sie
nicht brauchen, denn kein Jungdrache durfte ohne Ausbildung ins Dazwischen gehen.
Als
Naomi auf Alith saß spannte diese ihre Hinterbeine an und stieß sich ab. Einen
Moment lang fielen sie scheinbar unaufhaltsam dem Kesselboden entgegen, doch
dann spreizte Alith ihre Schwingen und äußerst elegant stieg sie in immer höher
werdenden Spiralen auf.
"Alith!!!
Meine Liebe, du bist die Beste!!!" jauchzte Naomi auf ihrem Rücken.
"Natürlich bin ich das,
die beste Königin für die beste Kandidatin."
Naomi
sandte ihr liebevolle Gedanken. Nach einigen Minuten landetet Alith mit Naomi
wieder unbeschadet auf ihrem Plateau und meinte dann: "Und jetzt wäre ein Wherri nicht schlecht, oder vielleicht auch
zwei…"
Naomi
tätschelte lachend die Nackenwülste ihrer Alith. Geh nur, meine Liebe, friß
Dich satt und anschließend wirst du abgeschrubbt und eingeölt. Das hast du dir
heute redlich verdient."
Schon
war Alith im Sturzflug unterwegs und riß zwei große Böcke.
Viel
später, nachdem Naomi sie eingeölt hatte schlief sie auf dem Plateau ein.
Naomi
nutze die Gelegenheit um sich mal wieder mit Mirrim zu unterhalten.
Die
beiden Frauen trafen sich in den unteren Höhlen und tauschten neue Ereignisse
aus.
Naomi
erzählte von den Fortschritten ihrer Alith und Mirrim offenbarte, daß sie und
Path in nächster Zeit in den Ost-Weyr wechseln würden. Naomi war zwar bestürzt,
daß ihre Freundin in einen anderen Weyr gehen würde, aber Mirrim tröstete sie
damit, daß sie sich ja jederzeit sehen konnten, denn beide waren nun
Drachenreiter und konnten die Entfernung der beiden Weyr in Momenten
überbrücken.
Naomi
nickte und schenkte ihrer Freundin ein Lächeln.
Wenn
Mirrim tatsächlich den Benden-Weyr verließ war Naomi eh mit Arbeit überhäuft
und hätte genug Ablenkung. Die Ausbildung der Drachenreiter sollte nun beginnen
und außerdem hatte sie ihre Alith.
Und
so kam es dann auch, schon wenige Tage später verabschiedeten sich Mirrim und
Path um fortan im Ost-Weyr zu leben.
Naomi
und die anderen Jungreiter hatten mit der Kampfausbildung gegen die Fäden
begonnen und die ersten Übungen bestanden darin sich auf die Flüge ins Dazwischen vorzubereiten. Dazu mußte
jeder Drachenreiter ein genaues Bild von seinem Ziel im Kopf haben und es dem
Drachen übermitteln, der dann dorthin fliegen konnte. Im Benden-Weyr gab es
eine Art große Sonnenuhr (zumindest sah es für Naomi so aus) und als die
Jungreiter sich dieses Bild genau eingeprägt hatten, flogen sie in kleinen
Gruppen einige Kilometer von Benden weg und sollten dann nacheinander ins Dazwischen gehen und an dieser Sonnenuhr
auftauchen.
Als
Naomi an der Reihe war hatte sie doch etwas Angst, sie könne sich das Bild
vielleicht nicht richtig eingeprägt haben, doch Alith beruhigte sie.
"Dein Bild ist richtig,
ich erkenne es und weiß, wohin ich muß. Entspann dich und genieß den Ritt. Es
ist alles in Ordnung."
Und
damit verschwanden die beiden auch schon um Sekunden später über dem
Benden-Weyr wieder aufzutauchen. Naomi schnappte nach Luft. Auch wenn sie schon
einmal im Dazwischen gewesen war, es
war auch beim zweiten Mal eine Überraschung.
Alith
landete auf dem Plateau und beide wurden von den anderen Jungreitern, die
ebenfalls den Sprung schon hinter sich hatten, begeistert begrüßt.
In
den nächsten Wochen wurden diese Sprünge ins Dazwischen bis zum Umfallen geübt. Nichts war wichtiger beim Kampf
gegen die Sporen als das Abtauchen ins Dazwischen
wenn die Fäden zu nahe waren. Und sollte ein Drache oder sein Reiter von
den Fäden sogar selbst getroffen werden, dann war die einzige Chance ein Sprung
ins Dazwischen, denn dort würden die
Fäden gefrieren und konnte keine weiteren Schäden an Drache oder Reiter
anrichten.
Natürlich
mußten die Reiter ständig ein Bild ihren Drachen übermitteln, bevor diese
Abtauchten. Tat er es nicht und der Drache wußte nicht, wo er hin sollte, dann
würden sie einfach im Dazwischen
bleiben und sterben.
Das
passierte auch, wenn ein Reiter eines Drachen starb. Der Drache ging ins Dazwischen, denn er konnte und wollte
ohne seinen Reiter nicht mehr leben.
Gelegentlich
suchten auch Drache und Reiter den Tod, wenn einer oder beide von Fäden zu
schwer verbrannt waren.
Und
jedes Mal, wenn ein Drache starb, ertönten in ganz Pern die Klagelaute der
Drachen.
Doch
daran wollte Naomi gar nicht denken, sie hatte von Benden den festen
Bezugspunkt in ihrem Kopf und ebenso Alith. Geübt wurde natürlich auch ein
Sprung von Benden aus. Naomi war dazu auf Alith lange über die Landschaft
geflogen und hatte so einen Teil von Pern kennengelernt. Die anderen Jungreiter
hatten natürlich den Vorteil auf Pern aufgewachsen zu sein und viel mehr Orte
zu kennen. Naomi störte dies jedoch nicht, sie genoß die langen Flüge auf
Aliths Rücken.
Noch
einige Wochen später hatten die Jungreiter und ihre Drachen die Ausbildung
abgeschlossen und sollten am nächsten Tag das erst mal in Geschwadern gegen die
Fäden mitfliegen. Jetzt würde Naomi das erste Mal Fäden richtig sehen und sie
vernichten können. Sie überprüfte am Abend gewissenhaft ihre Ausrüstung und
legte sich dann früh schlafen, damit sie am Morgen auch ausgeruht war.
Doch
noch lange bevor der Morgen graute, sollte abermals in Naomis Leben eine
grundlegende Veränderung stattfinden.
Naomi
war vor einer knappen Stunde eingeschlafen, als Alith sie weckte.
"Naomi, komm schnell,
etwas stimmt nicht mit dem Himmel!"
Sofort
war Naomi hellwach und eilte nach draußen zu Alith. Diese sah besorgt in die
klare Nacht und als Naomi ihrem Blick folge, stockte ihr der Atem. Sie sah
mehrere Feuerbälle herankommen, starrte einen Moment fassungslos hin und konnte
gar nicht fassen, daß das passieren sollte. Die Chance, daß Meteoriten einen
Planeten trafen waren 1:1.000.000! Aber dieser Schock dauerte nur einen Moment
und Naomi handelte. Sie wußte sofort, in was für einer Gefahr sie schwebten.
"Alith!!!
Schnell, sag den anderen Drachen Bescheid, sie müssen alle warnen und hier weg,
schnell! Das sind Meteoriten, wenn die hier einschlagen bleiben nur noch große
Krater!"
Naomi
hörte fast im gleichen Moment von überall her Drachen trompeten, aufgescheuchte
Reiter kamen noch im Nachtgewand herausgestürzt um zu sehen, was passiert war.
"Schnell,
du mußt den Drachen sagen, daß sie ihre Reiter unbedingt von hier wegbringen
müssen, wir haben nur noch Sekunden!!!"
Naomi
sprang auf Aliths Rücken und war sofort in der Luft. Naomi konnte schon das
pfeifende Geräusch der herannahende Meteoriten hören und schrie so laut sie
konnte in den Kessel: "Schnell, ihr müßt weg!! Los doch! In ein paar
Sekunden wird hier nichts mehr übrig sein!"
Naomi
sah mit Entsetzen, daß der Großteil es gar nicht schaffen würde zu entkommen,
denn ihre Drachen waren zu weit entfernt um sie rechtzeitig zu erreichen und
nur ein paar Glückliche konnten sich auf die Rücken ihrer Gefährten schwingen
und tauchten sofort ins Dazwischen. Naomi
wartete bis zum letzten Augenblick bevor sie und Alith dem Inferno entkamen.
Kilometerweit
entfernt tauchten sie wieder auf und noch bevor sie die den Einschlag sahen,
konnten sie das ohrenbetäubende Donnern hören. Sofort darauf heulte Alith
furchtbar auf – zu viele waren gerade getötet worden. Naomi ließ ihren Tränen
freien Lauf und starrte auf die großen Staubwolken, die sich über den
Einschlaggebieten ausbreiteten. Drei oder vier große Gesteinsbrocken waren auf
Pern niedergegangen und hatten Krater von bestimmt mehreren Kilometern
Durchmesser auf der Planetenoberfläche hinterlassen.
Naomi
konnte es nicht glauben.
"Wir
müssen nach Überlebenden suchen", sagte sie tonlos und Alith flog los.
Von
allen Seiten sahen sie nun Drachen mit ihren Reitern heranfliegen und sich an
der Suche beteiligen. Aus allen Weyrn trafen Geschwader ein um bei der Suche zu
helfen. Doch sie hatten die Hoffnung bald aufgegeben, denn der Benden-Weyr
sowie Burg Benden und viele kleine Landkreise waren völlig ausradiert worden.
Allen
stand die Unfaßbarkeit ins Gesicht geschrieben und die Überlebenden aus Benden
(mit Naomi waren das nur ein knappes Dutzend Reiter mit ihren Drachen) wurden
nach Fort-Weyr gebracht, wo sie sich ausruhen sollten.
Naomi
saß bei Alith, neben ihr F'lessan, der Sohn von Lessa und F'lar, die beide
nicht mehr rechtzeitig entkommen waren.
"Wenn
die Voyager nur hier gewesen wäre, sie hätte die Meteoriten im Orbit noch
vernichten können", sagte Naomi leise und weinte noch heftiger. F'lessan
legte ihr seinen Arm um die schmalen Schultern. Auch ihm standen Tränen in den
Augen über den Verlust seiner Eltern und allen anderen.
F'lessans
Golanth saß hinter Alith und seine Augen fingen aufgeregt an zu kreisen. Alith
blickte ihn überrascht und erschrocken an und wandte sich dann an ihre Reiterin.
"Naomi, es gibt noch
Hoffnung. Golanth hat mir gerade etwas anvertraut, das ich bisher noch nicht
wußte…"
Bei
diesen Worten horchte Naomi auf.
"Was,
was ist es Alith?" Naomi klang nicht überzeugt, daß sie irgend etwas noch
tun konnte. Es war zu spät, alle waren tot.
Doch
dann gab Alith das Gesagte weiter und in Naomis Gesicht machte sich Angst,
Hoffnung und Überraschung breit. Sie sah F'lessan an.
"Stimmt
es, daß die Drachen Zeitsprünge machen können?" fragte sie.
F'lessan
blickte sie überrascht an. "Ja… das stimmt, aber…"
Naomi
schlug sich die Hand vor die Stirn. "Ich Idiot, als Meister Robinton
damals in dem Büro mit Lessa und F'lar die Unterredung hatten, als es um die
Alten ging habe ich nicht weiter nachgedacht. Mirrim meinte tatsächlich die Vergangenheit, und ich
dachte, es wäre wieder ein mißverständlicher Begriff für mich wie Siebenspannen
und Planetenumläufe. Ich dachte, sie meinte ein paar Jahre! Aber es waren eher
Jahrhunderte, oder?"
F'lessan
sah sie etwas verwirrt an, nickte dann aber.
"Aber
was nützt es Naomi, wir können die Meteoriten nicht ablenken…" F'lessans
Mine erhellte sich: "Aber wir könnten alle rechtzeitig wegschaffen! Warum
ist mir das nicht eingefallen?"
Naomi
stand mit steinerner Mine da und sagte: "Nein."
F'lessan
schaute sie groß an. "Nein? Was soll das heißen, nein?"
"Ich
habe eine bessere Idee. Wir können die Meteoriten vernichten."
"Wie
soll das gehen?"
"Wir
werden nicht einen oder zwei Tage zurückspringen. Wir werden einige Monate
zurückgehen - und die Voyager retten."
"Das
ist nicht ganz ungefährlich", sagte Meister Robinton, als Naomi und
F'Lessan ihren Plan ihm, Menolly, Sebell und den restlichen Weyr-Führern
unterbreiteten.
Baron
Jaxom, der mit seinem Ruth schon einige Zeitsprünge hinter sich hatte meinte:
"Deshalb werde ich mitkommen. Ruth hat den ausgeprägtesten
Orientierungssinn wenn es um Zeitsprünge geht."
"Aber
wir wissen nicht, wie lange Naomi das aushalten wird", meinte F'lessan,
"als meine Mutter ihren ersten unabsichtlichen Zeitsprung gemacht hatte
ging es ihr durch das Zusammentreffen mit ihrem vergangenen Ich gar nicht gut
hinterher. Am besten wäre es, wenn Naomi gar nicht erst mitkäme."
"Ich
muß mit! Nur ich kenne genug Details über die Voyager und ihre Crew, mir werden
sie glauben. Und – ", sie machte eine kleine Pause, "es ist mein
Schiff und meine Familie. Ich habe jedes Recht mitzugehen. Alith und mir sind
die Risiken bewußt."
"Na
schön, dann wird es wohl so sein. Meister Robinton, ich glaube, die Kleine hat
noch einen größeren Dickkopf als ihr!" T'gellan grinste und alle anderen
ebenso.
Meister
Robinton trat hinter Naomi und legte ihr seine Hand auf die Schulter.
"Zwei gescheite Dickköpfe sind besser als einer", meinte er grinsend
und wurde dann ernst: "Dieses Gespräch sollte unter uns bleiben. Gelingt es
uns nicht die Voyager vor der Vernichtung zu bewahren, dann… nun ja. Es wird
gelingen."
Und
dann begannen sie einen Plan zu entwerfen. Naomi erzählte dazu alles über
Captain Janeway und den Führungsstab.
Damit
Naomi nicht ihrem andern Ich zu nahe kommen würde beschloß der Rat, daß Meister
Robinton Janeway bitten sollte Naomi an einem anderen Ort zu treffen.
Was
ihnen noch Probleme aufgab war die genaue Ankunft der Voyager. Doch auch das
konnte aus Naomis Erzählungen rekonstruiert werden. Naomi übermittelte Alith
das Bild der Voyager kurz nach der Landung und Alith gab es an die Ruth weiter,
der mit Jaxom die Gegend erkunden sollte um einen Landeplatz weiter von dem
Schiff entfernt zu finden. Als sie zurückkehrten stand die Überraschung Jaxom
noch immer ins Gesicht geschrieben, doch er und Ruth hatten einen geeigneten
Landeplatz entdeckt.
Und
ein paar Stunden später war es dann soweit.
Naomi
auf Alith, Jaxom auf Ruth, F'lessan und Meister Robinton auf Golanth, N'ton auf
Lioth und T'gellan auf Monarth, der ebenfalls rechtzeitig aus Benden entkommen
war, machten sich auf dem Weg in die Vergangenheit. Ruth übermittelte die
Zielkoordinaten den anderen Drachen und dann tauchten sie ins Dazwischen. F'lessan hatte sie gewarnt,
daß ein Zeitsprung immer länger dauern würde und bei diesem glaubte Naomi
schon, sie hätte die falschen Koordinaten übermittelt und würde nicht mehr aus
dem Dazwischen auftauchen. Doch dann
schien sie Sonne hell in ihr Gesicht und unter sich sah sie eine vertraute Ansicht
der Klippen. Wenn ihnen kein Fehler unterlaufen war, mußte die Voyager auf der
Ebene hinter den Klippen sein. Naomi wollte nichts lieber als hinlaufen, doch
sie zwang sich zur Geduld. Wenn sie ihrem Ich aus der Vergangenheit begegnete
konnte das unangenehme Folgen haben und die Mission vielleicht scheitern. Und
außerdem war da ja auch noch der andere Teil in ihrem Plan, der unter allen
Umständen funktionieren mußte.
So
landeten sie erst mal alle und Jaxom erstieg die eine Klippe um sich einen
Überblick zu verschaffen. Mit strahlendem Gesicht kam er wieder herunter.
"Das
Schiff ist da und es laufen eine Menge fremder Leute draußen herum."
Naomi
fühlte einen kleinen Freudenstich in ihr. Sie waren am Leben, sie würden nicht
sterben.
"Dann
mal los", sagte Meister Robinton und ging zu Naomi. Sie gab ihm den
Cladagh Ring und den Communicator, den sie noch gefunden hatte damals.
Robinton
stieg hinter F'lessan auf Golanth, Jaxom schwang sich auf seinen Ruth und N'ton
auf Lioth.
Dann
erhoben sich die Drachen in die Luft und waren kurz darauf hinter den Klippen
verschwunden. T'gellan war bei Naomi geblieben und beide konnten jetzt nichts
anderes tun als warten.
Einige
Crewmember erschraken nicht schlecht als auf einmal 3 mächtige Drachen mit
Reitern auf sie zu schwebten.
"Torres
an Janeway. Ich glaube, sie sollten sich das hier einmal ansehen."
B'Elanna
war von dem Anblick, der sich ihr bot überwältigt.
Gerade
als die Drachen in einiger Entfernung zum Schiff landeten und ihre Reiter
abstiegen traten der Captain gefolgt von Chakotay und Tuvok nach draußen, der
vorsichtshalber seinen Phaser zog und Verstärkung rief. Janeway bedeutete ihm
in Hintergrund zu bleiben, die Leute sahen nicht bedrohlich aus. Sie kamen
langsam auf die Voyager zu. Janeway, Chakotay und Tuvok gingen ihrerseits ihnen
entgegen.
Naomi
und die anderen waren sich einig gewesen, daß Meister Robinton versuchen sollte
Captain Janeway zuerst zu begrüßen.
"Captain
Janeway!" sagte Meister Robinton, als sie nur noch wenige Schritte von
einander entfernt waren und Janeway gerade den Mund aufmachen wollte. Nun blieb
er ihr vor Erstaunen offen und sie blieb stehen. Ebenso erging es den anderen
beiden. Lediglich Tuvok zog eine Augenbraue hoch, ließ sich aber sonst nichts
anmerken.
"Captain
Janeway, Commander Chakotay, Lieutenant Tuvok nehme ich an, ich bin Robinton,
Meisterharfner von Pern. Begleitet werde ich von Baron Jaxom, F'lessan und
N'ton." Meister Robinton hielt inne um der nun noch mehr verblüfften
Janeway Gelegenheit zu geben sich zu sammeln.
"Woher
kennen Sie uns?" fragte sie.
"Ein
Crewmitglied von Ihnen hat sie uns beschrieben, so daß wir sie erkennen
konnten. Captain, bitte hören Sie mir zu, wir haben nicht viel Zeit. Es gibt
Dinge, die sie unbedingt wissen müssen, aber dazu müssen Sie uns begleiten.
Bitte."
"Immer
mit der Ruhe. Was muß ich wissen, von welchem Crewmitglied reden Sie und woher
weiß ich, ob ich ihnen überhaupt vertrauen kann?"
Robinton
griff in seine Tasche und holte zwei Gegenstände hervor. Schweigend hielt er
sie Janeway hin. Diese nahm sie und schnappte nach Luft als sie einen
verbeulten Communicator und einen Ring in der Hand hielt, der ihr irgendwie
bekannt vorkam.
"Woher
haben Sie das?" fragte Chakotay tonlos.
"Sie
werden alles erfahren, aber bitte kommen Sie mit. Sie können zur Sicherheit
gerne Waffen mitnehmen, aber die werden Sie nicht brauchen. Ihre Antwort wartet
dort oben hinter der Klippe", wirkte Meister Robinton weiter auf sie ein.
Janeway
sah Chakotay an und der nickte unmerklich.
Dann
blickte sie Meister Robinton an und meinte: "Also gut, ich bin schon
mächtig auf ihre Erklärungen gespannt. Tuvok, Chakotay, sie begleiten
mich."
Die
drei Führungsoffiziere ließen sich zu den Drachen führen und selbst der
unerschütterliche Tuvok hatte vor den großen Tieren mächtig Respekt.
Janeway
stieg hinter Jaxom auf Ruth, Chakotay und Tuvok kletterten auf den mächtigen
Lioth. Schon merkten sie, wie die Drachen sich anspannten, Sekunden später
kräftig von der Erde abstießen und dann mit ihren mächtigen Flügelschlägen
schnell an Höhe gewannen. Sie überflogen die Klippe und staunten nicht
schlecht, als ein Mädchen, das mit Naomi Wildman verblüffende Ähnlichkeit
hatte, allerdings älter wirkte, mit einem weiteren Mann und zwei Drachen auf
die wartete.
Doch
als sie näher kamen sah Janeway die kleinen Spitzen auf der Stirn des Mädchen,
die sie als Halb-K'terianerin auswiesen.
Kaum
waren die Drachen sicher gelandet lief die Naomi-Doppelgängerin mit Tränen in
den Augen auf Kathryn zu.
"Captain,
ich bin so froh sie zu sehen!" rief das Mädchen und umarmte Janeway.
Diese
ließ sie einen Moment gewähren weil sie langsam der Überzeugung war, wirklich
Naomi vor sich zu haben, was aber unmöglich sein konnte. Moment, der Ring,
jetzt fiel ihr ein wo sie ihn gesehen hatte – Icheb hatte ihn Naomi zu ihrem
16. Geburtstag geschenkt. Es mußte Naomi sein.
"Naomi?"
fragte sie doch noch etwas unsicher.
Naomi
sah sie an und nickte. "Ja, ich bin es wirklich, aber ich komme aus der
Zukunft."
Janeway,
Chakotay und Tuvok waren völlig perplex. Und ungläubig. Wie konnte das sein?
Doch Naomi hatte mit so etwas gerechnet und meinte: "Captain, lassen sie
den Doctor herbeamen, er kann bestätigen, daß ich Naomi Wildman bin."
Janeway
hielt das für eine sehr gute Idee, nickte Tuvok zu, der etwas in seinen
Communicator sprach und kurz darauf erschien die Gestalt des Doctors neben ihm.
"Captain,
was…" als er Naomi sah, riß er erstaunt die Augen auf.
"Doctor,
ich weiß daß es seltsam klingt, aber können Sie mir bestätigen daß es sich bei
der jungen Dame hier um Naomi Wildman handelt?"
Das
MHN blickte den Captain an als wäre sie irre, daß das Naomi war sah man doch
auf den ersten Blick. Doch je länger der Doctor sie ansah, desto mehr kam er
doch zu der Überzeugung, daß etwas nicht stimmte. Diese Naomi war älter als sie
sein durfte… nun, sein medizinischer Tricorder würde gleich Klarheit schaffen.
Mit
gerunzelter Stirn scannte er sie und las die Ergebnisse ab. Nach ein paar
Sekunden war er fertig und meinte: "Das ist eindeutig Naomi Wildman.
Allerdings ist sie seit der letzten Untersuchung um mindestens ein Jahr
gealtert und die letzte Untersuchung war erst von 3 Wochen…"
Das
MHN wirkte sichtlich verwirrt. Doch Janeways Gesichtszüge entspannten sich.
Sie
dankte dem MHN und meinte, sie würde alles später erklären.
Der
Doctor ließ sich zurück auf die Krankenstation beamen und Janeway sagte:
"Also, ich bin schon sehr auf diese Erklärung gespannt."
Naomi
lächelte. "Das kann ich mir denken." Und dann begann sie zu erzählen,
von ihrem nächtlichen Ausflug, der Zerstörung der Voyager, ihrer Rettung durch
T'qran, ihrem Leben auf Pern und schließlich auch voller Stolz von ihrer Alith.
Janeways
und Chakotays Gesichter wurden immer länger, lediglich Tuvok sah völlig
ausdruckslos aus und hörte zu.
Naomi
endete ihre Erzählung mit dem Meteoriteneinschlag und wie sie einen Zeitsprung
zurück gemacht hatten um sowohl die Voyager als auch Pern zu retten.
"Das
ist einfach unglaublich", sagte Janeway und rieb sich die Stirn. "Und
ich kann diese Zeitgeschichten überhaupt nicht leiden, davon bekomme ich
Kopfschmerzen!"
Meister
Robinton ergriff das Wort: "Sie müssen nur diese Art Minen neutralisieren
und anschließend mit Hilfe der Koordinaten, die Naomi Ihnen geben wird die
Asteroiden suchen und vernichten."
Janeway
blickte Chakotay und Tuvok nachdenklich an. Schließlich tippte sie auf ihren
Communicator: "Janeway an die Führungsoffiziere. Einsatzbesprechung in 10
Minuten."
Die
Perneser und Naomi blickten sie fragend an: "Wir werden sehen, was wir tun
können, doch zuerst müssen wir diese Minen finden."
"Captain,
denken Sie daran, mein anderes Ich darf unter keinen Umständen etwas hiervon
erfahren", bat Naomi eindringlich.
"Keine
Sorge, das Treffen bleibt unter uns."
Damit
tippte Janeway erneut auf ihren Communicator und Chakotay, Tuvok und sie lösten
sich einer blau schimmernden Säule auf.
Meister
Robinton trat zu Naomi, der einige Tränen die Wangen runterkullerten.
Beruhigend
legte er ihr seine Hände auf die Schultern. Naomi schmiegte sich an ihn und
meinte nur: "Es ist so schön sie noch einmal zu sehen… so schön."
Auf
der Voyager hatte Janeway Torres inzwischen über die unsichtbaren Minen
informiert und da sie jetzt wußten, daß sie nach so etwas suchen mußten, wurden
sie auch schnell fündig. Bis hierhin stimmte die Geschichte also schon mal.
Nun
hatten sie nicht mehr viel Zeit den Rest des Plans in die Tat umzusetzen.
In
der Nacht mußte alles klappen. Sie durften sich keinen Fehler erlauben.
Hinter
den Klippen sicher verborgen wurde Naomi langsam komisch zumute. Sie war zwar
weit von der anderen Naomi entfernt, aber mit der Zeit spürte sie doch schon
die Auswirkung von zweimal derselben Person an einem Ort bzw. einer Zeit.
Aliths
Augen kreisten schneller, sie spürte das Unbehagen ihrer Reiterin.
"Noch ein wenig Naomi,
dann hast du es geschafft. Du mußt noch etwas durchhalten."
Naomi
streichelte liebevoll die Augenwülste ihrer Alith und nickte beruhigend.
"Keine
Sorge, ich schaffe das schon", flüsterte sie ihr zu.
Ruth,
dem Naomis Zustand nicht entgangen war, teilte dies Jaxom mit und der behielt
sie von nun an ständig im Auge. Sollte es für Naomi zuviel werden müßten sie
schnell handeln. Doch im Augenblick konnten sie nur warten.
Stunden
später schimmerten 2 Lichtsäulen vor den Wartenden. Eine nahm die Gestalt des
Captains an, die andere wurde zu Chakotay.
Sie
hatte ein Padd dabei, das sie Baron Jaxom überreichte und meinte dann: "Es
ist alles vorbereitet. Und es sollte alles klappen."
Janeways
Mundwinkel zuckten, als sie Naomi anblickte. Naomis Augen glänzten von den
Tränen, die sich bildeten und bevor sie es sich noch anders überlegen konnte,
umarmte sie Kathryn. Die anderen fanden auf einmal das kleine Waldstück hinter
ihnen sehr interessant und schauten sich eifrig die Bäume an. Auch in Kathryns
Augenwinkeln glänzte es nun und sie drückte Naomi fest an sich.
"Ich
bin sehr, sehr stolz auf Dich, Ensign Wildman. Wir werden Dich nie vergessen
und wer weiß, vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder." Sie öffnete
Naomis Hand und legte ihr den Cladagh Ring wieder hinein.
"Captain,
ich… vielen Dank für alles, sie waren immer wie eine Mutter für mich."
Naomi
schloß die Hand und beide Frauen drückten sich ein letztes Mal fest aneinander,
dann traten sie zurück und Chakotay kam heran. Auch er nahm Naomi in seine
starken Arme und drückte sie fest an sich. Dann holte er ein Padd hervor und
drückte es ihr in die Hand. Naomi starrte ihn verwundert an, doch Chakotay
sagte nur: "Ich denke, es wird Dir gefallen."
Naomi
dankte ihm und steckte es in die Tasche zusammen mit ihrem Ring. Dann winkte
sie Chakotay näher an sich heran und bat im Flüsterton: "Commander, bitte
sagen sie Icheb daß ich ihn von Herzen liebe, ja?"
Chakotay
nickte und wollte aufstehen, doch Naomi hielt ihn noch einen Moment länger fest
und flüsterte erneut: "Sie lieben den Captain. Sagen Sie es ihr, bitte. Es
ist furchtbar jemanden zu verlieren den man liebt. Machen Sie nicht den Fehler
und warten Sie, bis es zu spät ist." Dann gab sie ihm einen schüchternen
Kuß auf die Wange und ging zu Alith und den anderen.
Chakotay
blickte völlig verblüfft erst Naomi an, die nun zaghaft lächelte, dann blickte
er seinen Captain an und wußte, daß er Naomis Wunsch nachkommen mußte.
"Wenn
es die Zeit erlaubt, grüßen Sie bitte alle ganz herzlich von mir, Seven und
Icheb ganz besonders…"
Meister
Robinton trat an Chakotay heran und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Chakotays
Gesichtsausdruck wurde ernst und er nickte.
Ein
letztes Mal sahen Janeway und Chakotay Naomi und ihre Alith an und dann
verschwanden sie wieder im schimmernden Transporterstrahl.
Naomi
strömten die Tränen die Wangen herunter, wenigstens hatte sie sich diesmal
verabschieden können. Alith senkte mitfühlend ihren Kopf auf Naomis Schulter
und spendete ihr so Trost. "Ach Alith, ich bin so glücklich, daß ich dich
habe!" meinte sie und drückte den Drachenkopf fest an sich.
"Du bist sehr tapfer und
warst gerade sehr stark."
"Aber
es ist mir sehr schwer gefallen."
Meister
Robinton meinte: "Naomi, wir sollten zurückfliegen, du merkst bestimmt
schon die Auswirkungen deines anderen Ichs hier."
Damit
schwang sich der Meisterharfner von Pern hinter F'lessan auf Golanths Rücken,
N'ton stieg auf Lioth und Naomi kletterte auf Aliths Rücken. Lediglich Jaxom
und Ruth machten noch keine Anstalten loszufliegen, sie hatten nämlich noch
etwas anderes zu erledigen.
Robinton
schaute zu Jaxom und sagte: "Erwischt ja den richtigen Zeitpunkt und paßt
auf, daß ihr euch nicht selbst begegnet!" die Ermahnung kam allerdings mit
einem Zwinkern in den Augen, denn niemand wußte so gut wie Robinton was Ruth
für einen Zeitinstinkt besaß. Es kam IMMER richtig an. Auch Jaxom hatte verstanden
und flachste zurück: "Hoffentlich findet ihr ohne Ruth zurück!"
F'lessan
lachte und dann erhoben sich Golanth, Lioth und Alith vom Boden, und
verschwanden über dem Wald im Dazwischen.
Jaxom
schaute über den Klippenrand und beobachtete das Treiben um das Schiff. Er
mußte hier ausharren bis die Voyager abfliegen würde.
Zurück
auf dem Schiff standen Kathryn und Chakotay im Bereitschaftsraum des Captain.
Kathryn mußte erneut mit den Tränen kämpfen und Chakotay nahm sie tröstend in
seine Arme.
Eine
Weile standen sie so da und Kathryn hatte ein unglaubliches Gefühl der totalen
Geborgenheit in Chakotays Armen. Am liebsten hätte sie die Zeit angehalten.
Chakotay ging es ähnlich, er wollte Kathryn am liebsten nie mehr loslassen.
Doch irgendwann endete auch dieser Moment und Chakotay fand es an der Zeit,
Kathryn von Meister Robintons Vorschlag zu erzählen.
"Kathryn,
Meister Robinton hat mir einen Vorschlag gemacht. Es geht dabei um Icheb."
Kathryn
horchte auf und Chakotay fuhr fort: "Er meinte, daß Naomi ihn über alles
lieben würde und deshalb hatte er vorgeschlagen Icheb einfach das Angebot zu
machen bei Naomi bleiben zu können. Baron Jaxom wartet mit seinem Ruth bis wir
weg sind, er würde Icheb mitnehmen wenn er das wollte." Kathryn schwieg
und Chakotay setzte nach: "Ich weiß, wir würde ihn vielleicht auch
verlieren, aber wir sollten ihm die Wahl lassen." Sehr leise flüsterte er
noch: "Wenn Du auf einem Planeten zurückbleiben müßtest würde ich auch bei
Dir sein wollen."
Er
hatte nicht damit gerechnet, daß Kathryn diese Worte gehört hatte, er hatte sie
mehr zu sich selbst gesagt, um so größer war seine Überraschung als sie sich
ihm zuwandte, seine Hand in ihre nahm und meinte: "Würdest Du das wirklich
wollen? Mir folgen?"
Chakotay
blickte in ihre Augen und sagte ohne zu zögern: "Ja. Ja, das würde
ich."
Kathryn
Lippen bebten und dann trat sie dicht an ihn heran. Ihre Augen waren auf seine
Lippen gerichtet und deutlicher konnte die Einladung nicht mehr werden.
Beide
schlossen die Augen und ihre Lippen trafen sich zu einem erst schüchternen Kuß
der aber immer intensiver wurde.
Schließlich
lösten sie sich wieder voneinander und Kathryn tippe auf ihren Communicator:
"Janeway an Icheb, komm bitte umgehend in meinen Bereitschaftsraum."
"Verstanden",
ertönte Ichebs Stimme zur Antwort.
Chakotay
musterte seine Kathryn. "War das jetzt ein Anfang für uns beide oder nur
ein schwacher Moment?"
Er
bekam keine verbale Antwort. Die Antwort bestand in einem weiteren Kuß seines
Captains.
Der
Türmelder ertönte, die beiden Offiziere lösten sich voneinander und baten Icheb
herein. Dieser trat ein und begrüßte beide.
"Icheb,
wir werden Dich jetzt vor eine sehr schwere Entscheidung stellen und Du hast
nur ein paar Stunden Zeit, um es Dir zu überlegen."
Icheb
hob die Augenbrauen und wartet gespannt, von was für einer Entscheidung der
Captain da sprach. Chakotay kam Janeway zuvor: "Zunächst einmal soll ich
Dir von Naomi etwas ausrichten: Sie liebt Dich von ganzem Herzen, das soll ich
Dir extra sagen und sie wird Dich vermissen."
Icheb
blickte nun sehr verwirrt drein. "Was ist mit Naomi? Gerade habe ich sie
noch im Flur getroffen, wieso sagen Sie, sie wird mich vermissen?"
Icheb
verstand gar nichts mehr und der Captain erzählte ihm weiter, was in den
letzten Stunden passiert war und was in den nächsten Stunden passieren würde.
Icheb
wich sämtliche Farbe aus dem Gesicht als er erfuhr, daß die Voyager ohne Naomi
losfliegen mußte, da diese erstens die Voyager nur retten konnte, wenn sie auf
dem Planeten blieb und zweitens an einen Drachen gebunden war, der ohne sie
sterben würde. Nun stellte der Captain ihn vor die Möglichkeit bei Naomi auf
Pern bleiben zu können. Für immer.
Icheb
war völlig sprachlos.
"Icheb,
es ist wichtig daß Naomi kein Wort hiervon erfährt. Du hast bis heute Nacht
Zeit Dich zu entscheiden. Bis dahin bist Du von allen Pflichten freigestellt.
Wegtreten."
Janeway
wollte Icheb allein diese Entscheidung treffen lassen. Icheb verließ tief in
Gedanken versunken den Bereitschaftsraum und steuerte auf das Holodeck zu.
Er
rief ein Strandprogramm auf, setzte sich ans Meer und dachte nach.
Zwei
Stunden später trat Icheb in die Astrometrie. Seven stand mit dem Rücken zu ihm
an den Konsolen.
"Seven?"
fragte Icheb.
Seven
drehte sich zu ihm herum, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und musterte
ihn. Sie merkte, daß Icheb etwas sagen wollte, anscheinend aber nicht so recht
wußte wie er es formulieren sollte. Sie beschloß ihm mit ihrer Frage
zuvorzukommen: "Gehe ich Recht in der Annahme, daß du dich inzwischen
entschieden hast?"
Icheb
zog eine Augenbraue hoch. Seven wußte also davon.
"Ja,
das habe ich. Ich werde auf diesem Planeten bleiben. Bei Naomi."
Sevens
Gesichtsausdruck verriet nur Icheb etwas von ihren Gefühlen über die
Entscheidung, er hatte inzwischen die feinen Nuancen zu deuten gelernt, die ein
anderer leicht übersehen würde. Seven war bestürzt über seine Entscheidung, er
konnte es ihr auch nicht verübeln, schließlich war sie die ganzen Jahre so
etwas wie eine Ersatzmutter gewesen, die ihn alles gelehrt hatte und ihn praktisch
aufgezogen hatte. Auch Icheb war tieftraurig über einen Abschied, doch ein
Leben ohne Naomi konnte er sich erst recht nicht vorstellen.
Ohne
viele Worte zu machen tat Seven etwas, das Icheb noch nie erlebt hatte. Sie kam
auf ihn zu und schloß ihn in ihre Arme. Icheb erwiderte diese Geste.
Als
Seven ihn wieder losließ sagte sie: "Ich werde dich sehr vermissen, aber
ich bin mir sicher, du wirst deine Entscheidung niemals bereuen. Bitte grüße
Naomi von mir und sage ihr… daß ich sie ebenfalls sehr vermissen werde."
Und damit drehte sich die Borg wieder zu ihren Kontrollen um und war froh, als
sie das Zischen der Tür hörte, als Icheb die Astrometrie verließ. Eine einzelne
Träne lief Sevens Wange herunter und schnell wischte sie sie fort.
Icheb
ging geradewegs Richtung Bereitschaftsraum des Captains.
Nach
ihrer Aufforderung trat er ein. Zu seiner Überraschung war Commander Chakotay
immer noch, oder schon wieder, anwesend.
"Icheb,
ich nehme an, du hast dich entschieden?" fragte Janeway.
"Das
habe ich Captain. Ich kann mir ein Leben ohne die Voyager und ihre Crew nicht
vorstellen…" Icheb machte eine kurze Pause und Kathryn sah Chakotay mit
gemischten Gefühlen an, "aber ein Leben ohne Naomi würde ich nicht
aushalten können. Ich werde bei ihr bleiben."
Kathryn
kam auf Icheb zu und meinte nur: "Ich hatte nichts anderes erwartet. Du
liebst sie auch von Herzen, nicht wahr?"
"Woher
wissen sie das?" fragte Icheb verblüfft.
Chakotay
grinste. "Das war ziemlich offensichtlich, mein Lieber. Wie bei mir und
dem Captain."
Icheb
lächelte. Ich freue mich für sie. Und nun denke ich, sollte ich mich
verabschieden. Captain, Commander… vielen Dank für alles, was sie für mich
getan haben. Ich werde sie und die Voyager niemals vergessen."
"Alles
Gute Icheb. Viel Glück! Wenn du deine Sachen gepackt hast geh in den Transporterraum",
sagte Chakotay und dann verließ Icheb den Raum.
Kathryn
seufzte. "Warum habe ich gerade das Gefühl zwei meiner Kinder verloren zu
haben?"
"Wir
haben sie nicht verloren, sie… ziehen nur aus weil sie erwachsen geworden
sind."
Icheb
hatte neben seinem Ring noch ein Foto der Voyager und ihrer Führungsoffiziere
mitgenommen, zwei Tricorder, einige Padds, und einige andere technischen
Kleinigkeiten die aber hauptsächlich dazu dienten in einem Notfall seine besondere
Physiologie behandeln zu können. Zum Glück mußte er schon seit einiger Zeit
nicht mehr in einem Alkoven regenerieren, der Doctor hatte es ihm ermöglicht
durch normales Schlafen zu regenerieren. Wie jeder andere.
Icheb
betrat den Transporterraum und Ensign Lang nickte ihm bereits zu.
Er
stellte sich auf die Plattform und ein letztes Mal sah er die Konturen des
Transporterraums in einem Flackern verschwinden um durch einen weißen Drachen
und einen Mann ersetzt zu werden.
"Hallo!"
wurde er begrüßt. "Du bist Icheb?" fragte Jaxom und lächelte.
"Ja.
Vielen Dank, daß sie gewartet haben."
"Ich
freue mich, Naomi so eine Überraschung bereiten zu können. Komm, steig auf. Ist
das die wärmste Kleidung die Du gefunden hast?" fragte Jaxom und zupfte an
Ichebs doch recht dünnen Anzug.
"Das
ist Thermokleidung. In der Kälte hält sie warm, in der Hitze kühlt sie",
erklärte er. Der Captain hatte ihm noch einmal beim Packen Bescheid gesagt, er
solle sich etwas Warmes anziehen.
Dann
schwang er sich auf Ruths Rücken. Jaxom erklärte ihm kurz, was ihn im Dazwischen erwarten würde und auch, daß
sie, bevor sie in die richtige Zeit fliegen würden noch etwas zu erledigen
hätten. Dann erhob Ruth sich in die Lüfte und verschwand im Dazwischen.
Auf
der Voyager lief unterdessen die letzte Phase an. Eine versteckte Wache draußen
sollte melden, wenn Naomi Wildman das Schiff verlassen würde und auf der Klippe
angekommen sein würde. Dann ging alles sehr schnell. Als Naomi auf der Klippe
eingeschlafen war trat das MHN ganz leise an sie heran und injizierte ihr ein
leichtes Schlafmittel, von dem sie in den nächsten 2 Stunden gewiß nicht
aufwachen würde. Er hatte es nicht gerne getan, aber es war notwendig. Sanft
streichelte er Naomi über das Haar und sagte ihr so Lebwohl.
Von
der Ebene hob die Voyager ab und blieb für einen Moment über der Fläche
schweben. Mehrere Metallteile, die wie Wrackstücke aussahen wurden
hinuntergebeamt, ebenso ein verbeulter Communicator, Naomis Cladagh Ring, den
ein Ensign in ihrem Quartier gefunden hatte und mehrere Holoprojektoren sowie
mehrere Sprengladungen. Die Holoprojektoren wurden eingeschaltet und bildeten
nun die Voyager nach, die Sprengladungen würde man von der Voyager direkt
auslösen wenn Naomi erwachen und die Minen entdecken würde.
Dann
flog die Voyager in den Orbit und nach 2 Stunden war es dann soweit. Der Doctor
hatte Naomi zusammen mit dem Schlafmittel einen kleinen Mikrochip injiziert,
der ihm nun half den richtigen Zeitpunkt von Naomis Erwachen zu finden.
"Sie
wacht auf", meldete der Doctor.
"B'Elanna,
in 5 Sekunden modifizieren sie die Holoprojektoren. Zeit für die Minen."
"Minen
sind sichtbar. Erzeuge rote Punkte."
"Doctor,
wie weit ist sie noch vom Boden entfernt?"
"Fünf
Meter, sie klettert runter."
"B'Elanna,
bei drei Metern zünden sie. Doctor, zählen sie runter."
"Noch
4,5 Meter…. 4 Meter… 3,5 Meter… 3 Meter!"
"Jetzt!"
sagte Janeway und auf dem großen Bildschirm konnte man eine gewaltige Explosion
sehen.
"Sie
ist runtergefallen und bewußtlos, keine ernsten Verletzungen", berichtete
der Doctor. "Wir haben es geschafft", sagte Tom tonlos.
"Tom,
setzen sie einen Kurs zu diesen fraglichen Asteroiden. Warp 4."
Seufzend
führte Tom den Befehl aus. *Macht's gut Naomi und Icheb, ich werde Euch so
vermissen*, dachte er und dann leitete die Voyager den Warptransit ein und
verließ den Planeten.
Jaxom
landete mit Ruth und Icheb einen Tag vor dem Meteoriteneinschlag in der Nacht
im Benden-Weyr.
"Ruth,
kannst Du mit Alith Kontakt aufnehmen?" bat er seinen Drachen.
"Sie
soll bitte hierher kommen, es ist wichtig. Und sie soll auf keinen Fall Naomi
wecken."
"Sie kommt gleich", hörte er Ruth und schon landete vor ihnen
eine goldene Königin.
Jaxom
hatte Ruth schon vorher erklärt, was sie zu tun hatten und Ruth gab es an Alith
weiter.
"Sorge bitte dafür daß
Naomi, und nur Naomi allein, dieses Padd morgen bekommt. Es ist wichtig daß nur
die Leute davon erfahren, die auf der Liste stehen. Ihr müßt morgen einen
Sprung in der Zeit zurück machen. Es ist unerläßlich, auch wenn die Meteoriten
nicht auf Pern einschlagen. Steht alles dort. Naomi wird damit etwas anfangen
können."
Alith
nickte und Ruth forderte Jaxom auf, Alith das Padd zu reichen. Die
Drachenkönigin nahm es vorsichtig ins Maul, versprach, daß es Naomi rechtzeitig
erhalten würde und flog dann wieder aufs Plateau.
"So,
damit hätten wir sie in die Vergangenheit geschickt. Jetzt können wir alle ohne
Probleme wieder zurückkehren. Ruth, bring uns in die richtige Zeit. Erst mal
zur Burg." Kaum hatte Jaxom das gesagt war Ruth schon wieder in der Luft,
tauchte ins Dazwischen und setze
beide vor Burg Ruatha ab.
Ruth
ging in seinen eigenen kleinen Weyr während Jaxom Icheb mit sich zog, ihm sein
Zimmer für die Nacht zeigte und neue Kleidung gab.
Beide
Männer fielen todmüde ins Bett und schliefen bis zum nächsten Morgen durch.
Als
Icheb aufwachte war er für einen Moment verwirrt über das merkwürdige Quartier
der Voyager, doch dann besann er sich, was passiert war. Schnell ging er ins
angrenzende Badezimmer, wusch sich und zog sich dann die neue Kleidung an.
Dann
ging er hinunter und kam in eine große Halle, in der Jaxom schon am Tisch saß
und frühstückte. Er winkte Icheb heran als er ihn sah. Icheb nahm ihm gegenüber
Platz, trank seinen ersten Klah und aß sein erstes Perneser Brot und Früchte.
Es schmeckte ihm sehr gut, das nahm er als gutes Omen.
"Wann
können wir zu Naomi fliegen?" fragte er schließlich.
Jaxom
mußte lachen. "Sobald du fertig mit essen bist mein Freund."
Icheb
schlang hastig den letzten Rest herunter und stand dann auf. "Ich bin
fertig."
Jaxom
stand ebenfalls auf, ließ noch von einem Bediensteten Ichebs Sachen holen und
rief dann Ruth herbei. Eigentlich wunderte es ihn nicht, daß sein Ruth schon
längst auf beide wartete. Icheb bekam noch Wherlederkleidung und als er sicher
auf Ruths Rücken saß, das Gepäck hinten drauf geschnallt, ging es auch schon
los. Eine knappe Minute später landete Ruth bereits im Benden-Weyr, der noch
vollständig intakt war. Die Voyager hatte es also geschafft und die Asteroiden
gefunden. Ruth war kaum gelandet, als Lessa und F'lar schon ankamen.
"Jaxom!
Wie schön daß du dich mal wieder hier blicken läßt!" begrüßte ihn Lessa.
F'lar
schüttelte ihm herzlich die Hand und sah dann zu Icheb. "Und wen hast du
da mitgebracht?" fragte er.
"Das
ist Icheb. Ich erkläre alles später, das heißt, das kann auch Meister Robinton
machen." Der Meisterharfner war auch da und begrüßte Jaxom.
"Eine
Geschichte bei einem wunderschönen Benden Wein erzählen – wer kann da schon
widerstehen?" lachte er und bat Lessa und F'lar ihm zu folgen.
"Icheb,
komm mit, ich bringe dich zu Naomi", meinte Jaxom und lief voraus.
Endlich
kamen sie vor der Tür zu Naomis Kammer an. Jaxom klopfte höflich an.
"Herein!"
rief Naomi.
Jaxom
öffnete die Tür und sah Naomi am Tisch sitzen, das Padd von Chakotay vor ihr.
Icheb war noch außerhalb ihres Blickfeldes.
"Jaxom!
Genau der, den ich sehen wollte! Es hat anscheinend alles geklappt. Keiner ist
doppelt hier und der Weyr steht…" Naomi blieb das letzte Wort im Halse
stecken, als sie hinter Jaxom die Gestalt in der Tür erkannte.
"Icheb!"
flüsterte sie. Völlig fassungslos starrte sie ihn an als könne sie nicht
glauben, was sie sah. Eigentlich konnte sie es auch nicht glauben. Icheb war
fort, mit der Voyager… und doch stand er hier. Sie merkte, wie Freudentränen
ihre Wangen benetzten, dann endlich rannte sie auf ihn zu und flog ihm in die
Arme. Icheb fing sie auf und drehte sie ein paar Mal. Auch er war überglücklich
seine Naomi in den Armen zu halten. Noch beim Herumwirbeln küßte er sie und
Naomi klammerte sich an seinem Hals fest und wollte ihn am liebsten nie mehr
loslassen.
Sie
konnte es einfach nicht glauben, ihr Icheb war hier, er war wirklich hier. Er
hatte für sie die Voyager aufgegeben!
Jaxom
zog sich diskret zurück und überließ den beiden sich selbst.
Jetzt
war alles wieder gut. Er ging noch ins Büro wo Lessa und F'lar gespannt und
recht ungläubig den Erzählungen Meister Robintons lauschten und setze sich
dazu.
Am
Morgen erwacht Naomi neben Icheb. Im ersten Moment dachte sie, sie hätte alles
geträumt, doch als sie Ichebs warmen Körper neben sich bemerkte, lächelte sie
glücklich.
Sie
hatte noch etwas Zeit bevor sie mit Alith im Geschwader aufsteigen müßte. Lange
betrachtete sie einfach Ichebs friedliches Gesicht und strich ihm übers Haar.
Icheb
murmelte etwas, verscheuchte die Fliege aus seinem Haar (darüber mußte Naomi
kichern) und drehte sich um.
Naomi
hauchte ihm einen zarten Kuß auf die Wange, was ihm ein Lächeln entlockte ihn
aber nicht aufweckte. Leise stand sie auf, machte sich im Bad fertig und zog
sich an um nach ihrer Alith zu sehen. Heute waren Fäden für das große Waldgebiet
zwischen Bitra und Benden vorhergesagt. Alith lag auf ihrem Plateau und sonnte
sich.
"Guten
Morgen meine Liebe!" begrüßte sie ihren Drachen.
"Hattest Du eine schöne
Nacht?" fragte Alith.
"Kann
man wohl sagen", meinte Naomi. "Willst Du ein Bad nehmen? Bis zum
Fädenfall haben wir noch etwas Zeit." Sie stieg auf Alith und beide flogen
zum Meer, wo Alith ein ausgiebiges Bad nehmen und Naomi weit raus schwimmen
konnte. Als beide fertig waren rieb Naomi Alith mit dem Öl ein und beide legten
sich in die warm herabstrahlende Sonne.
Als
Alith trocken war stieg Naomi wieder auf und beide flogen in den Weyr zurück.
Icheb stand schon an dem Plateau und wartete. Es war das erste Mal daß er Alith
sah, man hatte ihm lediglich gesagt, er solle hier auf Naomi warten als er sie
gesucht hatte. Der mächtige goldene Drache landete präzise und elegant auf dem
Plateau und Naomi rutschte von Alith herunter wo Icheb sie auffing.
"Das ist also dein
Icheb", meinte Alith
und streckte erwartungsvoll und neugierig ihren Kopf näher heran.
Icheb
trat unwillkürlich einen Schritt zurück doch Naomi zog ihn wieder näher.
"Icheb,
das ist Alith. Sie möchte dich kennenlernen."
Interessiert
betrachtete auch nun Icheb Alith eingehend, sie war wirklich ein schöner
Drache.
"Sie
fragt, ob du sie an den Augenwülsten einmal kratzen könntest", meinte
Naomi lachend und gab Alith einen liebevollen Klaps.
Alith
brummte zufrieden und hielt ihren Kopf in Ichebs Reichweite. Dieser streckte
die Hand aus und strich Alith zaghaft über die Augenwülste. Alith schloß die
Augen und drückte ihren Kopf etwas fester gegen Ichebs Hand.
Naomi
mußte lachen. "Du kannst sie ruhig fester streicheln, sie mag das."
Icheb
tat wie geheißen und wurde nach einer Weile mutiger. Er strich nun mit beiden
Händen über Aliths Augenwülste und handelte sich dafür ein zufriedenes Brummen
ein.
"Ich
würde mal sagen, der erste Kontakt war erfolgreich. Alith hat dich gern."
"Ich
mag dich auch Alith", sagte Icheb an den Drachen gewandt.
Er
hatte schon von Jaxom gestern gehört, daß die Drachen sich mit ihrem Reiter
durch eine Art Telepathie verständigten und natürlich umgekehrt.
"Naomi,
Zeit zum Fäden bekämpfen!" rief ihr T'qran im Vorbeigehen zu.
"Ich
glaube, du mußt mir noch eine Menge erklären", meinte Icheb, der von Fäden
noch nichts gehört hatte. Naomi vertröstete ihn auf den Nachmittag und machte
sich dann fertig.
Da
ihre Königin natürlich keinen Feuerstein kauen würde (das hing mit der
Fruchtbarkeit zusammen, nur goldene Drachen legten Eier, grüne z.B. wurden
durch Feuerstein steril) schnallte sich Naomi einen Flammenwerfer auf den
Rücken und dann hob das Geschwader ab. Manora hatte sich unterdessen Ichebs
angenommen und erklärte ihm, was es mit den Fäden und den Drachen eigentlich
auf sich hatte.
Als
das Geschwader schließlich nach einigen Stunden zurückkehrte waren alle Reiter
und ihre Drachen natürlich erschöpft. Es hatte einen Drachen und seinen Reiter
schwer erwischt, die Flügelmembran würde lange Zeit brauchen um wieder
zusammenzuwachsen und der Drache und sein Reiter fielen bestimmt für ein paar
Monate aus, außerdem gab es noch drei weitere Reiter mit leichten
Verbrennungen, doch Manora strich die Verletzungen dick mit Taubkraut ein und
in ein paar Tagen wäre alles wieder verheilt.
"Alith,
nehmen wir Icheb mit?"
"Natürlich, wenn ich von
zwei Leuten geschrubbt werde ist das noch besser als von einem."
So
rief Naomi Icheb zu sich und erneut flogen sie zum Südkontinent in eine
wunderschöne Bucht, schrubbten Alith tüchtig ab und tummelten sich dann im
Wasser. Es endete in einer Wasserschlacht aus der Alith als eindeutige Siegerin
hervorging. Während Alith sich im heißen Sand halb eingrub und es gemütlich
hatte gingen Naomi und Icheb ein Stück in den Dschungel des Südkontinents.
Nach
einigen Minuten erreichten sie eine kleine Lichtung und legten sich dort ins
Gras. Icheb fuhr durch Naomis Haar und beide küßten sich leidenschaftlich kurz
darauf. Sie rollten im Gras herum, wollten immer mehr.
Doch
plötzlich raschelte es im Gebüsch nahe der Lichtung. Naomi blickte auf und sah
sich suchend um. Und dann traten von drei Seiten schwarz-gelb gestreifte
Raubkatzen aus den Büschen. Ganz langsam kamen sie näher. Icheb und Naomi stand
der Schreck und die Angst ins Gesicht geschrieben und beide rutschten zurück bis sie irgendwann
einen dicken Stamm im Rücken hatten und nicht weiterkonnten.
Vom
Strand her hörten sie ein wütendes Trompeten, Alith hatte Naomis Angst gespürt
und war im höchsten Grade alarmiert.
Die
Raubkatzen kam immer näher und leckten sich schon die Mäuler.
Doch
dann tauchte über der Lichtung auf einmal Alith auf, stieß wütend auf die
Katzen nieder und versuchte sie zu verjagen. Schützend landetet sie vor Naomi
und Icheb und stellte sich auf ihre mächtigen Hinterbeine, die Flügel weit gespreizt.
Die
Raubkatzen waren zwar ein Stück zurückgewichen aber es war nur ein Drache und
sie zu dritt. Und so ein leckeres Mittagessen wollten sie sich nicht entgehen
lassen. Während die eine Katze seitlich um Alith herumschlich machten sich die
beiden anderen Katzen zum Angriff bereit. Was dann passierte war ein heilloses
Durcheinander. Naomi schrei gellend auf als die beiden Raubkatzen auf Alith
zujagten und sie anspringen wollten, zur gleichen Zeit hatte sich Icheb einen
dicken Ast geschnappt und der dritten Raubkatze damit kräftig auf die Nase
gehauen, was die Katze aber nur wütend machte und sie Icheb ansprang der ihr
den Ast tief ins Maul rammte. Icheb schrie auf als die Krallen ihm tiefe
Kratzer auf seiner Brust zufügten. Immerhin hatte er es aber doch noch
geschafft und die Raubkatze getötet. Alith hatte inzwischen beide Katzen
abgewehrt und peitschte mit ihrem Schwanz auf beide ein. Naomi war schneeweiß
im Gesicht. Zwei Katzen hatten ihre Alith angegriffen, eine Icheb und dieser
lag jetzt verletzt da. Sie hoffte, daß Alith gegen die beiden Katzen ankam und
kümmerte sich um Icheb.
Doch
dann tauchte endlich Hilfe auf. Alith hatte Golanth und Branth zu Hilfe gerufen
und die beiden tauchten nun über der Lichtung auf. Golanth stieß hernieder,
packte eine Raumkatze mit seinen Krallen und wirbelte sie weit weg durch die
Luft. Die letzte Raubkatze sah sich durch die Übermacht der Drachen nun
eindeutig im Nachteil und verschwand fauchend im Dickicht.
Golanth
verschwand sofort wieder im Dazwischen,
kehrte aber wenig später mit F'lessan und Manora wieder zurück. Branth war
neben Alith auf der Lichtung gelandet und stand wachsam am Rand vor dem
Dickicht, sollte es eine Raubkatze doch noch wagen zurückzukommen. Alith hatte
zum Glück keine Verletzung davongetragen, nur Icheb hatte es schlimm erwischt.
Naomi hatte ihr Hemd ausgezogen um das viele Blut zu stoppen, das aus den drei
langen Wunden austrat.
Golanth
landete dicht neben Alith und F'lessan und Manora eilten sofort zu Icheb.
F'lessan
zog Naomi sanft beiseite und Manora untersuchte Icheb. Schon nach wenigen
Augenblicken seufzte sie erleichtert auf.
"Es
ist nicht so schlimm wie es aussieht, die Wunden sind nicht so tief. Allerdings
wird er in den nächsten Tagen schön das Bett hüten müssen."
Naomi
beruhigte sich allmählich. Icheb würde es schaffen und Alith und ihr war nichts
passiert.
"Wie
kamt ihr so schnell her?" fragte sie F'lessan.
"Tja,
im Weyr war auf einmal der Teufel los, Branth und Golanth trompeteten auf
einmal laut, flogen los und waren schon verschwunden. Dann tauchte Golli wieder
auf, teilte mir mit ich solle Manora und ihre Heilertasche holen und
schleunigst kommen. Wir sind ein bißchen in der Zeit zurückgesprungen, deshalb
waren wir so schnell hier."
"Ich habe Branth und
Golanth um Hilfe gebeten, es waren zu viele Raubkatzen", erklärte Alith.
"Ich
danke euch, daß ihr sofort gekommen seid. Und dir meine Liebe danke ich ganz
besonders, daß du so schnell reagiert hast und uns gerettet hast."
"Du weißt ich würde für
euch alles tun",
meinte Alith und stupste ihre Schnauze vorsichtig an Naomis Schulter. Naomi
umarmte sie und drückte sie fest an sich.
Manora
hatte Ichebs Wunden inzwischen gereinigt und mit Taubkraut bestrichen, jetzt
legte sie ihm gerade einen Verband für den Transport an.
Sie
hoben ihn auf Alith wo Naomi ihn wie ihren kostbarsten Schatz festhielt.
F'lessan
und Manora stiegen wieder auf Golanth und schon waren die drei Drachen wieder
in der Luft und um kurz darauf über dem Weyr zu schweben. Lessa und F'lar
standen schon wartend am Eingang. Natürlich hatten sie inzwischen von ihren
Drachen erfahren was los gewesen war und F'lar trug Icheb in sein Zimmer wo
Manora sich noch einmal um ihn kümmerte.
Icheb
erwachte und sah im Dämmerlicht die Umrisse von Naomi.
"Was
ist passiert?" fragte er leise.
Naomi
kam sofort zu ihm ans Bett. "Icheb, Gott sei dank! Du wurdest von der
Raubkatze verletzt als Du uns beschützt hast! Aber keine Sorge, es war nicht so
schlimm wie es aussah, Manora hat die Kratzer mit Taubkraut bestrichen und in
ein paar Tagen ist alles verheilt. Vorausgesetzt du bleibst so lange brav im
Bett liegen."
Naomi
grinste ihn an. Icheb lächelte ebenfalls und meinte: "Schätze, wenn ich
das nicht mache bekomme ich Ärger mit Manora, dir und Alith."
"Sehr
richtig erkannt Mister."
Naomi
drückte ihm einen Kuß auf die Nasenspitze.
"Ich
muß jetzt leider weg, demnächst wird eine Königin wieder in Hitze kommen, ich
muß Alith wegbringen. Wir sehen uns später."
Icheb
nickte. Auch davon hatte ihm Manora am Tag vorher erzählt. Wenn ein goldener in
Hitze kam mußten die anderen weggebracht werden, sonst könnte es zum Kampf
unter Königinnen kommen.
An
der Tür dreht sich Naomi noch einmal zu ihm um. "Ich liebe dich",
sagte sie und verschwand dann.
"Ich
liebe dich auch", flüsterte Icheb und er versuchte wieder zu schlafen.
Naomi
stieg unterdessen auf Alith, die anderen Königinnen waren schon weg und Naomi
war etwas in Eile.
"Auf
meine Liebe, laß uns ans Meer fliegen!"
Alith
erhob sich in die Luft und verschwand kurz darauf im Dazwischen.
Manora
schaute unterdessen nach Icheb, der nicht schlafen konnte weil im Weyr zu große
Aufregung herrschte und immer wieder laute Stimmen an sein Ohr drangen. Und
weil er auch noch nie einen Paarungsflug erlebt hatte, bat er Manora inständig
zusehen zu dürfen. Da es nur ein paar Schritte bis zum Weyrkessel waren hatte
Manora nichts einzuwenden. Sie stellte Icheb einen Stuhl nach draußen und half
ihm sich so hinzusetzen, daß der Schorf nicht aufreißen würde. Die goldene
Königin war bereits dabei das Blut der gerissenen Böcke zu trinken, in wenigen
Sekunden würde sie aufsteigen. An den Kesselrändern hockten schon die
Bronzedrachen, bereit ihr zu folgen und sie zu erobern.
Als
sie endlich aufstieg war sie unglaublich schnell, die Bronzenen flogen
hinterher, doch die Königin schien sie einfach nicht fangen zu lassen. Immer
höher stiegen sie hinauf, bis Icheb die Drachen nur noch als kleine Punkte am
Himmel erkennen konnte.
Manora
trat neben Icheb und erklärte ihm, was nun passieren würde. Irgendwann würde es
einem Bronzenen gelingen Amaranth zu fangen und dann würden sie sich in der
Luft noch paaren. Ähnlich war es hier im Weyr. Die Reiter der Bronzedrachen,
die mit aufgestiegen waren umringten die Reiterin von Amaranth und warteten, ob
ihr Drache Erfolg haben würde. Dann würden auch diese beiden Reiter den
Liebesakt miteinander vollziehen, verstärkt durch die mächtigen Gefühle der
Drachen. Ebenso passierte das bei den grünen Weibchen, die allerdings keine
Eier legen würden weil sie durch den Feuerstein steril geworden waren.
In
Icheb krampfte sich auf einmal etwas zusammen. "Heißt das, es wird
derjenige der Partner der Reiterin, dessen Drachen das Weibchen erobert?"
"Ja,
so ist es. Das heißt aber nicht, daß der Partner immer derselbe bleiben wird.
Es kann sein, muß aber nicht."
Icheb
war sehr bestürzt. Das hieß also, wenn Alith in Hitze kam würde Naomi mit
irgendeinem anderen Drachenreiter schlafen müssen. Er würde sie teilen müssen.
Ihn bestürzte das und er ging wieder zurück in das Zimmer von ihm und Naomi.
Es
mußte doch eine Lösung geben…
Als
Naomi später zurückkam sah sie Icheb völlig niedergeschlagen im Bett liegen.
Sofort setze sie sich zu ihm und fragte, was los gewesen war.
Icheb
erzählte, daß er beim Paarungsflug zusehen durfte und von Manora die
Hintergründe erfahren hatte.
Naomi
wurde schweigsam, nahm seine Hand und drückte sie fest. "Ich weiß. Aber
früher habe ich mir darum keine Gedanken gemacht, denn du warst nicht da und
ich allein. Aber vorhin… als ich mit Alith fort war habe ich darüber
nachgedacht. Ich fürchte, in der Beziehung ist uns ein Zusammenleben leider
nicht bestimmt. Es sei denn natürlich, auch du könntest einen Drachen auf dich
prägen, einen Bronzedrachen. Aber das können nur die Drachen bestimmen, wen sie
als Partner wollen." Naomi seufzte und wurde ebenfalls traurig.
"Aber ihr könnt trotzdem
zusammenleben. Es wäre nur wenige Male im Jahr, wenn du mit einem anderen
Partner…"
"Ich
weiß, aber ich weiß nicht, ob Icheb damit leben könnte."
Naomi
hatte dies laut, nicht in Gedanken gesagt. Icheb wußte, daß Alith mit ihr
geredet hatte, Naomis Gesichtsausdruck wurde immer etwas abwesend wenn sie mit
Alith sprach oder umgekehrt.
"Ich
liebe dich wirklich, so sehr, daß ich dich auch teilen werde wenn ich muß. Aber
ohne dich möchte ich nicht sein", sagte er und zog sie sanft zu sich
heran.
"Und
wer weiß, vielleicht gelingt es mir ja doch einen Bronzedrachen auf mich zu
prägen."
Naomi
wußte, daß dies eine sehr geringe Chance war, aber immerhin war es eine.
"Alith,
meinst du, Icheb würde als Kandidat für das neue Gelege in Frage kommen?"
"Ja, selbst Ramoth hat
ihn Lessa schon als neuen Kandidaten vorgeschlagen. Er wäre ideal als
Drachenreiter. Er hat großes Potential."
Naomi
berichtete, was Alith ihr gesagt hatte und in beiden Gesichtern sah man die
Hoffnung leuchten.
"Doch
jetzt mußt du erst mal wieder auf die Beine kommen, ein paar Wochen hast du
noch, dann werden wieder Jungdrachen schlüpfen. Und bis dahin…" Naomi
grinste, ging zum Tisch und nahm das Padd, das Chakotay ihr in die Hand
gedrückt hatte damals. Icheb war schon neugierig. Naomi setze sich zu ihm und
begann dann die erste indianische Legende vorzulesen. Denn das war auf dem
Padd, Geschichten, die Naomi früher immer so gerne von ihm gehört hatte. Nun
las sie sie Icheb vor.
Ichebs
Verletzungen heilten gut und bereits nach einigen Tagen konnte er aufstehen und
Naomi flog mit ihm auf Alith zum Meer. Manora meinte, es würde ihm guttun im
Salzwasser zu baden. Dadurch würde die Haut schneller heilen.
Alith
flog die beiden täglich zum Meer und Manora hatte Recht. Das Salzwasser war
sehr gut für Icheb. Nach einer Woche waren nur noch dünne Narben von dem
Angriff zurückgeblieben.
In
den nächsten Wochen wurde Icheb mit dem Leben im Weyr und auf Pern vertrauter.
Auch er begann diese Welt sehr zu schätzen und zu lieben, natürlich gab es hin
und wieder irgendwo ein paar Krisen, die aber mit Hilfe von Meister Robinton,
seinen Gesellen und Lessa und F'lar auf geschickte Art und Weise gelöst werden
konnten. Er erfuhr alles über die Geschichte Perns, die Drachen und die Fäden.
Er
hatte zwar immer etwas Angst wenn Naomi mit dem Geschwader fliegen mußte, aber
zum Glück kamen sie und Alith immer unbeschadet nach Hause.
Und
eines schönen Tages war es dann soweit, das Gelege von Amaranth war ausgehärtet
und die Drachen konnten jeden Moment schlüpfen. Icheb war tatsächlich zu einem
Kandidaten geworden, wie Lessa meinte: Sogar zu einem vielversprechenden
Kandidaten.
Naomis
Nerven waren zum zerreißen gespannt.
"Mach dir keine Sorgen,
ich bin sicher, daß er es schaffen wird. Es geht los!"
Das
Summen der Drachen begann. Und das erste Ei bekam Risse. Dann platze es auf und
ein kleiner Bronzedrache erblickte das Licht. Naomis Herz klopfte wie ein
Trommelwirbel. Der kleine Bronzedrache marschierte geradewegs von Icheb weg und
ging die Bindung mit einem Jungen von Burg Fort ein. Großer Jubel brach aus,
und der Junge ging stolz mit seinem kleinen Bronzedrachen in die unteren
Höhlen.
Dann
ging es auch schon weiter. Es schlüpften als nächstes drei Grüne, dann kam ein
brauner, wieder ein Grüner, fünf blaue, zwei bronzene, die aber wieder nicht
Icheb erwählten und dann waren nur noch zwei Eier übrig und fünf Kandidaten.
Das vorletzte Ei Platze und ein weiterer brauner Drache erblickte das Licht der
Welt.
Es
steuert schnurstracks auf den Jungen neben Icheb zu und dieser konnte sein
Glück kaum fassen. Naomi war bitter enttäuscht. Die Chance, daß jetzt noch ein
bronzener schlüpfte, der dann auch noch Icheb wählen würde war verschwindend
gering.
Die
letzte Schale platze auf und Naomi traute ihren Augen nicht, als ein
bronzefarbener Drache die restlichen vier Kandidaten beäugte und dann auf ihren
Icheb zulief!
Icheb
sah ihm in die Augen. "Er heißt Belenth!" sagte er und konnte es
nicht glauben. Er hatte es geschafft, er hatte einen Drachen für sich gewonnen.
Naomi
saß wie versteinert da und konnte es ebenfalls nicht glauben.
Belenth
verlangte lautstark nach Futter und Icheb brachte ihn in die unteren Höhlen.
Naomi kam später nach und beide lagen sich vor Glück in den Armen. Icheb konnte
jetzt das unglaubliche Gefühl, mit einem Drachen reden zu können,
nachvollziehen. Er liebte Belenth und verstand nun auch die tiefen Gefühle
Naomis für Alith. Er verstand sowieso so viel mehr jetzt. Alles war wunderbar.
Auch
für Icheb gingen nun die anstrengenden Wochen der Drachenpflege und der
anschließenden Ausbildung los. Sein Belenth gedieh prächtig und würde, nach
einhelliger Meinung aller Weyr Bewohner hinter Mnementh der größte Bronzedrache
werden.
Viel
früher als andere Drachen konnte Belenth schon fliegen und Icheb machte mit
Naomi und Alith viele Ausflüge, vorrangig zum Meer. Ins Dazwischen konnte er seit einigen Tagen gehen, seine Ausbilder
hatten mit ihm schon Sonderstunden gemacht weil Belenth so weit entwickelt war.
Doch
dann passierte etwas ganz anderes. Alith kam zum ersten Mal in Hitze.
Naomi
sah die Anzeichen als erste, Aliths Schuppen glänzten mehr als sonst und ihre
Gefährtin warf den Bronzedrachen neckische Blicke zu. Vor allem Belenth, weil
sie ihn am besten kannte und er gefiel ihr. Allerdings war Belenth noch zu jung
für einen Paarungsflug, das wußten alle.
Doch
Icheb wollte nicht, daß Naomi und Alith von anderen als ihm und Belenth erobert
würden, und er hatte auch schon eine Idee. Alith würde erst in ein paar Stunden
zum Paarungsflug aufsteigen, er hatte also noch etwas Zeit.
"Belli,
schaffst Du schon einen Zeitsprung?"
"Nur wenn du mit sagst,
wohin ich soll", jammerte
er. Auch er wollte Alith unbedingt fliegen.
Icheb
überlegte. Dann präsentierte sich ihm die Lösung seiner Probleme in einem Wort:
"Jaxom!"
Icheb
sprang auf Belenths Rücken und beide flogen nach Ruatha.
Jaxom
stand schon im Hof um sie in Empfang zu nehmen, Ruth hatte ihn informiert, daß
die beiden bald eintreffen würden.
"Icheb!
Was ist los?" fragte Jaxom und begrüßte seinen Freund.
"Jaxom,
kann dein Ruth uns an einen ruhigen Ort in die Vergangenheit bringen? Alith
kommt in Hitze und Belenth ist noch zu jung für einen Paarungsflug."
Jaxom
durchschaute sofort Ichebs Plan, doch ganz wohl war ihm nicht dabei.
"Du
willst mit Belenth ein paar Monate in der Vergangenheit bleiben, stimmt's? Bis
er kräftig und reif genug für den Paarungsflug ist!"
Icheb
nickte. Es wunderte ihn nicht, daß Jaxom ihn sofort durchschaut hatte.
"Hilfst
du uns? Bitte!"
"Falls du an gewisse
Regelverstöße denkst – wie oft sind wir früher in der Zeit gesprungen um Feuer
speien zu üben? Das hier ist eine noble Sache, es wird schon klappen." Ruth war inzwischen auch bei den dreien
angekommen.
Jaxom
kratze sich am Kopf. "Also, Ruth findet es eine noble Sache und ich
eigentlich auch. Wir müssen also Euch genug Öl einpacken und an einen Ort
bringen, an dem es verlassen und sicher vor Fäden ist. Außerdem muß es Wherris
geben damit ihr etwas zu essen habt. Hm…"
Ruth
kam ihm zu Hilfe. "Wie wäre die
Waldgrenze von Ruatha? Dort gibt es in den Bergen genug Höhlen, frisches Wasser
und genug Wherris und Fische. Außerdem lebt dort keiner."
Belenth
nickte bereits und Jaxom sagte es Icheb. Jaxom holte schnell einige Kanister Öl
für Belenth zum Einreiben, Decken und ein Jagdmesser für Icheb und dann stiegen
sie auf.
Ruth
übermittelte Belenth die Koordinaten und beide Drachen tauchten ins Dazwischen und kamen an der
Gebirgs-Wald-Grenze von Ruatha vor 5 Jahren an.
Icheb
bedankte sich und Jaxom versprach, ihn oft zu besuchen. Er mußte nur 5-6 Monate
hier ausharren, dann wäre Belenth soweit.
Icheb
vermißte zwar seine Naomi, doch er war sich dafür ganz sicher, daß sein Belenth
Alith erobern würde. Er war der jüngste und stärkste Bronzedrache. Es mußte
einfach klappen.
Jaxom
tauchte öfters bei Icheb auf und staunte jedes Mal, wie sehr Belenth gewachsen
war. Und dann, nach einem halben Jahr stieg Icheb wieder auf seinen Drachen und
sie gingen ins Dazwischen. Genau eine
Stunde, nachdem sie damals Benden verlassen hatten kamen sie wieder an. Alle
staunten nicht schlecht, als Icheb mit einem ausgewachsenen und sehr prächtigen
Bronzedrachen wieder landete. Lessa und F'lar kamen mit blitzenden Augen auf
ihn zu und Icheb wußte, daß ihm eine Standpauke bevor stand. Und die bekam er
auch, aber gehörig. Lessa und F'lar waren sehr ungehalten über Icheb, es hätte
sonst etwas passieren können und sie brummten ihm eine saftige Strafe auf.
Icheb trug es mit Fassung, daß er sie nächsten 3 Siebenspannen damit
beschäftigt sein würde die unteren Höhlen zu putzen und den Rest des Weyrs. Er
hatte erreicht was er wollte: Belenth würde zum Paarungsflug um Alith
aufsteigen.
Ein
paar Stunden später war es dann soweit. Die anderen goldenen Weibchen waren
weggebracht worden und F'lar stand hinter Naomi, die unbedingt die Kontrolle über
ihre wilde Alith behalten mußte.
"Sie
darf nur Blut trinken, laß sie kein Fleisch essen, hörst du Naomi?" sagte
F'lar immer und immer wieder eindringlich. Naomi, die von dem Zustand ihrer
Alith voll getroffen war, hatte Schweißperlen auf der Stirn aber sie zwang
Alith konsequent nur das Blut zu trinken von den Wherris.
"Trink
nur das Blut, du darfst kein Fleisch essen, hörst du Alith? Sonst kannst du
nicht hoch genug aufsteigen. Nur das Blut trinken, Alith!"
Alith
wollte fressen, sie war völlig wild und würde jetzt jeden angreifen, der ihr zu
nahe kam. Doch Naomi behielt die Kontrolle über sie und Alith trank von den
gerissenen Böcken nur das Blut. Und dann stieg sie auf.
Spielerisch
neckend flog sie dicht an den Bronzedrachen vorbei und machte waghalsige
Manöver um ihnen zu entkommen. Sie lachte sie aus, jawohl! Kein Bronzedrache
würde sie, die goldene Alith jemals bekommen können! Sie stieg immer höher und
höher auf, die Bronzedrachen folgten ihr, doch sie entwischte ihnen immer. Belenth
war am dichtesten. Er hatte nur noch einen Konkurrenten, die anderen warn zu
weit entfernt um ihm Alith streitig zu machen. Alith provozierte die beiden
Konkurrenten indem sie nahe an sie heranflog um im letzten Moment zu
entwischen. Belenth änderte seine Taktik. Er gab vor aufgeben zu müssen und
hielt etwas Abstand. Alith fiel darauf herein und beachtete ihn nicht weiter.
Doch auf einmal war er hinter ihr und sie konnte nicht mehr ausweichen. Belenth
hielt sie fest und beide fingen an in die Tiefe zu trudeln.
Naomi
spürte, daß es soweit war. Ein unbändiges Verlangen überkam sie und sie war
genauso wild wie ihre Alith. Das Verlangen in ihr, SIE war Alith. Jemand hatte
sie auf ein Bett gebracht und ein Mann umklammerte sie. Naomi und Icheb wurden
eins, ebenso wie ihre Drachen. Als Naomis Geist sich später wieder klärte sah
sie auf sich das schweißnasse Gesicht von Icheb. Belenth hatte es also
geschafft. Er hatte Alith geflogen. Sie sandte ihre Gedanke zu Alith aus,
fragte, ob alles in Ordnung wäre. Alith lag neben Belenth auf dem Plateau, die
Schwänze verschlungen und beide waren am einschlafen. Alith übermittelte ihr
dieses Bild, ebenso Belenth an Icheb.
Naomi
seufzte glücklich. Alles war in Ordnung. Sie hatten es geschafft. Die Chancen,
daß ein anderer Bronzedrache in Zukunft Alith fliegen würde, war gering. Icheb
und sie waren nun nicht nur Weyrgefährten, sie waren wirkliche Gefährten.
Er
war genauso glücklich wie sie.
Die
Voyager war unterdessen auf der Erde angekommen, sie hatten ein Wurmloch
entdeckt, das sie etwa 5000 Lichtjahre der Erde entfernt wieder ausspuckte.
Auch
auf der Erde war das Glück perfekt. Chakotay hatte seinem Captain, nachdem sie
von der Flotte von Admiral Paris in Empfang genommen wurden, ganz still und
heimlich bei einem romantischen Abendessen einen Heiratsantrag gemacht, den
Kathryn nur zu gerne angenommen hatte.
Wenig
später hatten sie geheiratet und waren 2 Jahre später Eltern geworden. Sie
nannten die Kleine Alessandra und lebten noch lange Zeit glücklich auf der
Voyager, die unter ihrem Kommando wieder in die unendlichen Weiten des Weltalls
aufgebrochen war.
Auch
bei Naomi und Icheb erblickte ein Mädchen das Licht der Welt, der erste
Paarungsflug war nicht nur bei Alith erfolgreich gewesen, die 18 Eier gelegt
hatte.
Naomi
und Icheb nannten ihre Tochter ihres Captains zu Ehre Kathryn.