by Kee´ta B´rell
Für Sabine, den größten Kathryn Janeway Fan, den ich kenne.
'Chakotay wälzte sich unruhig hin und her. Schweißperlen rannen sein Gesicht hinab.'

Sie stand auf und lief einige male im Zimmer auf und ab. Wie sollte die Geschichte weiter gehen? Ah, da war der Gedanke und schnell setzte sie sich wieder an ihr kleines Laptop. Ihre Finger flogen nur so über die Tastatur.

'Endlich schlug er seine Augen auf. Was für ein Alptraum. Er stand auf und ging erst mal ins Bad um sich frisch zu machen. Dann kam er zurück und setzte sich in seinen Sessel. Nur nicht wieder schlafen gehen. Keine Alpträume mehr. Er dachte an den gestrigen Abend, den er mit Kathryn und einer Partie Hooverball verbracht hatte. Sie hatte ihn ganz schön gejagt. Er war ganz außer Atem gewesen und das sollte schon was heißen. Allerdings kam das nicht nur vom Spiel her, dass er zeitweise keine Luft mehr bekam. Kathryn bewegte sich mit der Anmut einer Raubkatze und das machte ihn an.
Er betrachtete die Weite des Weltalls, die jenseits seines Fensters lag.
Er träumte. Von ihrem ersten Zusammentreffen, von ihrem ersten Streit und ihrer ersten Versöhnung. Nicht zu vergessen ihr erster Kuss. Leidenschaft und Verlangen sprachen aus ihm und er erwiderte ihn nur zu gerne. Jedoch mussten sie vor versammelter Mannschaft immer nur Captain und Commander sein. Diese strikte Trennung war zwingend notwendig.'

Leise lachte sie vor sich hin, bei dem Gedanken der sich ihr auftat. Sollte sie...? Nein noch nicht, das wäre zu früh. Schnell ordnete sie ihre Gedanken und schon ging es weiter.

'Chakotay stand auf und ging zum Replikator. Was wollte er eigentlich?
Um richtig munter zu werden wäre ein schwarzer Kaffe am geeignetsten, fand er und bestellte sich eine Tasse, schön heiß. Das machte wach.
Wieder sah er zum Fenster. Tausend Sterne glitzerten in unendlichem Schwarz. Nie hatte er den Anblick so genossen wie jetzt. Woran lag das?
Er setzte sich wieder. Konnte es mit seinen Gefühlen für Kathryn zu tun haben, das er die Welt um sich herum plötzlich mit anderen Augen sah?
Ihm gefiel dieses Gefühl auf jeden Fall und er wünschte sich das es nie wieder aufhörte. "Computer wie spät ist es?"
4 Uhr 30.
Doch noch so früh.
Was sollte er bis zu seinem Schichtbeginn machen? Immerhin waren es noch 3 Stunden die es zu überbrücken galt. Er ging in sein Schlafzimmer, zog sich an und beschloss etwas im Schiff herumzuwandern.
Kaum war er auf den Gang hinausgetreten beschlich ihn ein Gefühl, das ihm sagte das er nicht alleine hier war. Er sah rechts und links den Gang entlang. Nichts. Noch einmal sah er nach rechts und da kam Kathryn den Gang hoch. Ein inneres Feuer schien in ihm entfacht zu werden. Jeden ihrer Schritte verfolgte er mit seinen Augen. Ihre wippenden Hüften, ihre leicht wehenden Haare, alles das was ihn an dieser Frau so anzog.
Als sie ihn bemerkte verharrte ihr Schritt kurz. Dann kam sie lächelnd auf ihn zu.
"Wie ich sehe kannst du auch nicht schlafen?"
Sie gab ihm einen verstohlenen Kuss, nicht ohne sich vorher davon überzeugt zu haben das sie noch alleine waren.
"Ich hatte Alpträume."
"Doch hoffentlich nicht von mir?", sie lachte.
"Keine Sorge, ich hab sie schon fast vergessen."
"Und bei dir? Du läufst doch um diese Zeit auch nicht planlos im Schiff herum."
"Wer sagt denn das es Planlos ist?" Ihr rechtes Auge zwinkerten ihm zu. Zu mehr wollte sie sich nicht äußern.
"Und was wollen wir nun tun?"
Er hatte da schon eine Ahnung aber, ob sie da wirklich mitmachen würde?'

Sie sah auf die Uhr. Nein schon so spät? Ein Tastendruck und die Arbeit war gespeichert. Sie stand auf, blickte nochmals auf die Zeilen ihres Laptop und ging dann in die Küche um sich etwas zu Essen zu machen.
Leider stand ihr kein Replikator zur Verfügung der das gewünschte in Sekundenschnelle darbot. Nein sie musste den Herd anwerfen und warten bis das Mahl endlich heiß dampfend vor ihr stand. Eigentlich hatte sie gar keinen richtigen Hunger, denn die Geschichte harrte noch ihrer Vollendung, aber etwas musste der Mensch ja Essen.
Das Geschirr wurde in die Spüle verfrachtet. Das konnte sie auch nachher noch machen, wenn sie fertig war. Voller Vorfreude setzte sie sich wieder an ihren Schreibtisch und las sich das eben verfasste durch. Klasse. Und nun weiter.

'"Wie wäre es mit einer Schneeballschlacht?" Ja so etwas hatte er schon lange nicht mehr gemacht.
"Schneeballschlacht? Aber nur wenn ich den ersten Ball habe. Schließlich bin ich der Captain." Sie lachte und hakte sich bei ihm ein.
"Dann sollten wir aber machen, die Zeit vergeht rasend schnell, wenn etwas Spaß macht." Er nickte nur.

Holodeck 1 war schnell in eine Winterlandschaft verwandelt.
"Eigentlich schade das wir diese Pracht zerstören wollen." Sie sah ihn schelmisch an. "Ja wirklich schade." Er bückte sich und formte mit seinen Händen einen Schneeball. Kathryn betrachtete derweilen die dick mit Schnee bedeckten Tannen. Somit bekam sie von Chakotay’s hinterhältigem Plan nichts mit.
Unvermittelt traf sie der Schneeball in den Rücken. Sie drehte sich um.
"Chakotay! Ich sagte doch ich habe den ersten Ball. Das fordert Rache."
Sie bückte sich nun ihrerseits und formte ein Geschoss, dass sie ohne zögern in Chakotay’s Richtung schickte. Während der ganzen Zeit lachten beide um die Wette.
Sie rannten, sich abwechselnd mit Schneebällen bewerfend, durch die weiße Winterlandschaft. Ab und zu streiften sie die Äste der Schneebedeckten Tannen und wurden, als Resultat davon, tüchtig mit Schnee überhäuft.
Sie konnte nicht mehr. Mit einer Handbewegung zeigte sie Chakotay an aufzuhören.
"Ich bin fix und fertig", sagte sie mit letzter Kraft.
"Ich kann auch nicht mehr." Er stützte seine Hände dabei auf seinen Knien ab.
Ihr Atem bildete weißen Rauch, in der kalten Luft.
"Sie was du getan hast!" Vorwurfsvoll sah sie ihn an.
"Ich bin ganz nass und nun?"
Er kam auf sie zu.
"Ich kann dich ja wärmen." Mit diesen Worten umfaßte er sie und zog sie zu sich heran. Oh wie genoss sie dieses Gefühl. Wie oft träumte sie des nachts, alleine in ihrem Bett, von dieser Umarmung. Von diesen Küssen, heiß und begehrend. Nach mehr verlangend. Sie zog ihr Gesicht zurück.
"Wir sollten aufhören." Sie sah ihm dabei tief in die Augen.
"Warum?" So schnell wollte er nicht aufgeben.
"Weil wir gleich zum Dienst müssen und uns vorher noch umziehen sollten." Sie schob ihn weg und ging auf den Ausgang zu.
"Soll das nun alles gewesen sein?" Er klang traurig.
"Vielleicht sollten wir heute abend die Partie fortsetzen? Was meinst du Commander?"
"Aye Captain."
Seine Augen leuchteten wieder.
Beide verließen das Holodeck, jeder in Richtung seines Quartiers.
Pünktlich um halb acht standen sie auf der Brücke. Von der morgendlichen Aktivität war nichts mehr zu sehen. Nun waren sie wieder Captain und Commander, wie es das Protokoll vorschrieb.
Die Tagesschicht verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle. Beide freuten sich schon auf ihren Feierabend.
Nach getaner Arbeit eilten beide in ihre Quartiere um sich umzuziehen.
Nun wussten sie ja was sie anziehen mussten.
"Janeway an Chakotay."
"Chakotay hier."
"Und sind sie fertig?"
"Fertig und kampfbereit Captain."
"Gut wir sehen uns dann auf Holodeck 1 in fünf Minuten. Janeway Ende."
"In fünf Minuten, ja." Er flüsterte ihre Worte nach.
Sein Herz machte Freudensprünge, bei dem Gedanken, sie bald wieder in seinen Armen halten zu können. Doch vor das Vergnügen hat Gott die Arbeit gestellt. Aber heute würde es mehr werden als nur Umarmungen und Küsse. Viel mehr.
Er sah sich noch einmal in seinem Quartier um. Auf dem Tisch stand eine Vase mit wohlriechenden Blumen sowie zwei Gläser. Den Champagner würde er später replizieren. Einen kleinen Snack hatte er auch schon geplant. Die Nacht konnte kommen.'

Vor lauter Aufregung vertippte sie sich des öfteren und musste das dann natürlich wieder korrigieren.
"Verdammt sei die Tastatur", zischte sie.
Ein Blick aus dem Fenster teilte ihr mit das es inzwischen auch schon Abend geworden war. Na ja vielleicht nicht Abend aber dunkel. Ein Blick auf die Uhr sagte Sechszehn dreißig. Die Zeit verging so schnell.

'Die Landschaft lag unberührt vor ihnen. Nichts deutete auf ihr morgendliches Abenteuer hin. "Also, auf ein neues." Kathryn hatte sich während sie das sagte schon einen Schneeball zurechtgebastelt und warf ihn nun in Chakotay’s Gesicht.
Der duckte sich jedoch rechtzeitig und konnte so dem Ball ausweichen. Die Schlacht begann von neuem.
Chakotay warf des öfteren mit Absicht daneben um später nicht allzu sehr an Kraft einzubüßen. Schließlich war der Abend noch jung und er hatte noch soviel vor. Plötzlich stürzte Kathryn und hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht ihr rechtes Bein. Chakotay ließ sofort von seinem Angriff ab und eilte zu ihr.
"Kathryn was ist? Hast du dich verletzt?"
Seine besorgte Mine war echt.
Doch statt einer Antwort erhielt er eine Ladung Schnee mitten ins Gesicht.
"Reingelegt." Sie sprang auf und lachte.
Er saß da und war von Schnee bedeckt.
"Na warte. Das hast du nicht ohne Grund getan."
Er stürzte sich auf sie und zog sie wieder zu Boden.
"Du kleines Biest."
"Ich möchte doch bitten. Wenn schon dann Captain Biest." Wieder strahlte sie ihn an. Dann trat Stille ein. Der Schnee begann schon unter ihnen zu schmelzen.
"Wir sollten..."
"Ja sollten wir."
Sie zogen sich gegenseitig nach oben.
In wilder Umarmung und sich mit Küssen überdeckend, schoben sie sich auf den Ausgang zu. Als sich die Türen öffneten, ließen sie ruckartig voneinander ab und blickten verstohlen um die Ecke.
Es kam halt doch immer wieder die Sternenflotte durch.
"Zu mir?"
"Nein zu mir." Und diesmal ließ Chakotay kein Nein gelten.
Schnell verschwanden sie in seinem Quartier.
"Wir benehmen uns ja wie Teenager." Sie konnte sich vor Lachen kaum halten.
"Na und. Das macht doch Spaß, oder?"
Der Sekt blieb ungeöffnet und auch der Snack war ohne Bedeutung. Chakotay erforschte mit seinen Augen jeden Zentimeter ihres makellosen Körpers. Sie lag auf seinem Bett und blinzelte ihn an.
Auch ihre Augen hafteten an seinem Körper. Sie liebte schon jetzt jeden Zentimeter an ihm. Diese Nacht würden sie beide nicht so schnell vergessen. Und dann konnte man ja noch träumen. "Computer Tür verriegeln und Kommunikation aus."'

Sie saß da und betrachtete ihr Meisterwerk. Gelungen, fand sie. Schnell noch speichern und dann... Nein erst noch ins Internet und den Freundinnen ein Exemplar zum Lesen zu senden. Mal sehn was die wieder dazu sagen werden. Und für Kritik sollte man ja immer offen sein. Kritik bildet schließlich.
Nach getaner Arbeit ging sie nun ins Bad und machte sich bettfertig. Als sie die Zudecke über sich zog gingen ihre Träume auf Wanderschaft.
Mal sehn was die nächste Geschichte bringt.....