Author: Deltaflyer2706
Irgend etwas war anders als sonst ....
Kathryn Janeway schlug die Augen auf und schnupperte.
*Hmm, frischer Kaffee. *dachte sie.
Verführerischer Kaffeeduft zog langsam durch ihr Quartier bis zu ihrem Bett, in dem sie gerade aufgewacht war.
*Merkwürdig,* dachte sie, *ich habe den Replikator doch gar nicht vorprogrammiert.*
Kathryn streckte sich genüsslich aus und schaute in Richtung eben jenes Gerätes.
Was dort erblickte, ließ sie schlagartig hellwach werden und sie setzte sich aufrecht hin.
"Chakotay!" rief sie entgeistert.
"Liebling, bist du schon wach?" bekam sie zur Antwort und dann: "Hast du nicht gut geschlafen?"
"Ähh, doch...." antwortete Kathryn zögernd.
Ihre Gedanken rasten. *Liebling! Was war denn mit Chakotay los? Und warum stand er ziemlich leichtbekleidet, nämlich nur in hellgrauen Boxershorts (!) mit einem Tablett balancierend mitten in ihrem Quartier?*
Nun, er schien das keineswegs ungewöhnlich zu finden.
Also, erst einmal Ruhe bewahren.*
"Chakotay, ist das etwa Kaffee da in der Tasse? Ich könnte jetzt dringend einen gebrauchen!"
"Ja, Liebes. Ich wollte dich überraschen und habe uns ein wirklich ganz köstliches Frühstück zubereitet. Frischer Kaffee, warme Croissants und deine Lieblingserdbeermarmelade...!"
Kathryn schluckte, dachte: *irgend etwas stimmt hier ganz und gar nicht* und log: "Mmh, das ist prima, ich habe Riesenhunger!"
Sie schlug die Bettdecke zurück , blickte auf das zweite Kopfkissen links neben ihrem und fragte sich wie das dort hingekommen war.
Kathryns Gedanken rasten und sie brauchte einige Sekunden, um zu realisieren, daß Chakotay der Besitzer eben jenes Kopfkissens war.
*Chakotay hat in meinem Bett geschlafen! *dachte sie halb entsetzt, halb belustigt. *Ist es denn die Möglichkeit? Das ist bestimmt bloß ein Traum...* versuchte sie sich selber zu beruhigen.
Sie hüpfte schwungvoll aus dem Bett und lächelte in Chakotays Richtung - ziemlich unverbindlich - wie sie meinte.
Ein unauffälliger Blick an sich selbst herab ließ sie abchecken, wie sie bekleidet war ....nämlich mit einem nachtblauen Satinhemdchen, das knapp über ihren Knien endete. *So weit - so gut.*
"Chakotay, was liegt heute so an?" fragte sie betont uninteressiert, während sie in Richtung Eßtisch steuerte, der sehr nett gedeckt war mit schönem Geschirr und einem bunten Strauß Wiesenblumen, die sie besonders gerne mochte.
*Hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Woher weiß er bloß, daß ich diese Sorte Blumen mag?* dachte sie erstaunt und blickte den Commander verstohlen von der Seite an.

Kathryn erreichte den Tisch zeitgleich mit Chakotay, der zunächst nicht antwortete, sondern seine Arme langsam um ihre Schultern schlang und begann, sie zärtlich zu küssen.
*Fühlt sich ja sehr angenehm an,* dachte Kathryn noch, bevor sie den Kuss erwiderte.
*Mir bleibt ja jetzt gar nichts anderes übrig! Außerdem macht es Spaß...* versuchte sie sich vor sich selber zu rechtfertigen, da sie einen Anflug von schlechtem Gewissen nicht völlig unterdrücken konnte.
Als die beiden sich nach einigen Sekunden wieder voneinander lösten, lächelten sie sich an. "Kath, ich liebe dich! Habe ich dir das heute schon gesagt?" begann Chakotay das Gespräch.
"Ähh... nein, heute noch nicht." stammelte eine ziemlich fassungslose Kathryn. *Warum haben wir das nicht schon viel eher getan?* dachte sie bedauernd.
"Heute werden wir um 14.00 Uhr Bordzeit das Bankett zu Ehren von Prokonsul Saqqara besuchen." teilte ihr Chakotay etwas gelangweilt mit.
"Ist das so?" fragend schaute Kathryn Chakotay in die dunklen Augen.
"Natürlich, Liebes. Hast du schon vergessen, daß wir gestern dazu eingeladen worden sind, zusammen mit dem Doktor, der eine seiner musikalischen Darbietungen bringen wird... alles zu Ehren des neuen Prokonsuls vom Planeten Midena!"
"Nein, das weiß ich doch!" beeilte sich Kathryn zu erwidern.
"Mir war nur die Uhrzeit entfallen..." murmelte sie geistesabwesend.
*Midena, Prokonsul Saqqara. Nie gehört!!!* dachte sie, sich plötzlich etwas hilflos fühlend.
*Was ist passiert? Habe ich mein Gedächtnis verloren?* Kathryn war ziemlich schweigsam, als sie gemeinsam mit Chakotay das Frühstück einnahm.
Jedoch konnte sie nicht verhindern, daß sie ab und zu einen bewundernden Blick auf ihr Gegenüber warf. *Ein wirklich sehr angenehmer Anblick, der sich mir da am frühen Morgen bietet!* grinste sie innerlich.
Tuvoks vertraute Stimme riß sie aus ihren Gedanken.
Ihr Kommunikator zirpte und sie aktivierte ihn sofort.
"Captain, würden Sie bitte auf die Brücke kommen. Wir nähern uns Midena und haben bereits Sichtkontakt zu dem Planeten."
"Gleich, Mr Tuvok... ich beeile mich! Janeway, Ende."
Chakotay machte ein zerknirschtes Gesicht und sagte: "Schade. Vielleicht haben wir ja heute abend mehr Zeit füreinander."
"Ja, bestimmt!" beeilte sich Kathryn zu erwidern, bevor sie blitzschnell in Richtung Badezimmer eilte.
*Tuvok sei Dank... oder vielleicht auch nicht?!* dachte sie, während sie schnell unter die Schalldusche sprang und gleich danach ihre Uniform anzog.
Natürlich hatte sich auch ihr Badezimmer leicht verändert... hier ein anderes Duschgel als gewöhnlich, dort eine unbekannte Bürste...
Sie nahm das Duschgel vom Regal, öffnete die Flasche und schnupperte daran.
*Hmmm, das riecht aber gut, ich werde es mir mal bei Gelegenheit ausleihen* schmunzelte sie.

Kaum war sie fertig bekleidet, stürmte Kathryn durch die Tür, winkte dem verdutzten Chakotay, der noch am Tisch saß, kurz zu und verschwand Richtung Turbolift.
"Kath, was ist los? Nicht mal mehr Zeit für einen Abschiedskuß?" rief Chakotay ihr leise durch die noch immer geöffnete Tür zu.
"Das holen wir später nach!" sicherte sie ihm schon in Gehen zu.
Exakt in diesem Moment ging Fähnrich Harry Kim an der Kabinentür vorbei.
"Guten Morgen, Captain!" beeilte er sich zu Kathryn zu sagen und ganz verdutzt über den soeben mitgehörten Gesprächsfetzen ein "...und Ihnen auch einen guten Morgen, Commander!" hinterherschiebend.
*Na prächtig. Jetzt wissen es gleich alle auf diesem Schiff, daß ein halbnackter Chakotay in meinem Quartier am Frühstückstisch sitzt!* dachte Kathryn entsetzt, als sie Harry Kim erblickte.
"Guten Morgen, Fähnrich Kim." rief sie ihm freundlich zu.
Da Harry in die gleiche Richtung wie Kathryn ging, betraten sie gemeinsam den Turbolift.
"Brücke!" kam es zeitgleich aus beider Mund.
*Er schweigt, weil es ihm peinlich ist... naja, und ich auch... aus dem gleichen Grund.* überlegte Kathryn, während der Turbolift sie der Brücke immer näher brachte.
"Fähnrich Kim," räusperte sich Kathryn, doch bevor sie weitersprechen konnte, *was wollte ich ihm überhaupt sagen??*, öffneten sich die Lifttüren und beide traten auf die Brücke, wo Kathryn sofort von Tuvok angesprochen wurde.
Nachdem sie mit ihm ein paar Worte gewechselt hatte, ging sie zu Tom Paris und erkundigte sich "Status, Lt. Paris?"
Tom erklärte ihr die orbitalen Gegebenheiten des grünlich vor ihnen liegenden Planeten Midena.
Während sie mit Tom sprach, öffneten sich die Türen des Turboliftes leise zischend und Chakotay betrat die Brücke.
Kathryn drehte sich um und lächelte ihn an und bewegte sich einige Schritte in seine Richtung.
"Es tut mir Leid, Captain, daß ich Sie und den Commander während ihrer gemeinsamen Freizeit stören mußte!" bemerkte Tuvok in beider Richtung blickend.
"Ihre Flitterwochen waren ja leider auch nicht ganz ungestört, aber es ist dringend notwendig, daß Sie zur Begrüßung von Prokonsul Saqqara persönlich anwesend sind, um einen Fauxpas innerhalb des midenischen Protokolls zu vermeiden, Captain!"
Kathryn glaubte ihren Ohren nicht zu trauen .
*Was hatte Tuvok da gerade gesagt... Flitterwochen...!!!* dachte sie fassungslos.
"Captain, ist Ihnen nicht gut?" erkundigte sich Tuvok, nachdem sie immer blasser wurde und leicht schwankte.
"Kath, was ist mit Dir looooooosssssssssss?" waren die letzten Worte, die sie hörte, bevor sie langsam besinnungslos auf den Boden neben die Lifttür sank.
Chakotay versuchte, Kathryn aufzufangen und hielt sie ganz fest in seinen Armen, während er immer wieder ihren Namen rief.

"Captain, können Sie mich hören?"
"Captain Janeway!! Wachen Sie auf, bitte."
Zum wiederholten Male hörte Kathryn die ruhige Stimme des MHN, aber sie schaffte es zunächst nicht, ihre Augen zu öffnen. In ihrem Kopf drehte sich alles. Sie seufzte, murmelte etwas Unverständliches und ihre Augenlider begannen leicht zu flattern.
"Medizinisch holographisches Notfallprogramm an die Brücke! Der Captain erlangt gerade das Bewusstsein wieder! MHN, Ende."
Als Kathryn gerade erfolgreich beide Augen geöffnet hatte, schaute der Doktor lächelnd auf sie herab.
"Ich freue mich, Sie wieder bei uns zu haben, Captain."
"Was ist passiert?" flüsterte Kathryn.
"Machen Sie sich keine Sorgen, Captain. Sie hatten zwar einen schweren allergischen Schock, aber ich konnte sie retten." fügte der Doktor etwas überheblich (wie es nun mal seine Art war) hinzu.
Kathryn schaute ihn fragend an.
"Wie?? Was für ein Schock denn?"
"Nun, sie befanden sich gerade im Kasino in der Gesellschaft von Lt. Torres. Sie aßen beide von den Bayalafrüchten, die wir kürzlich auf Targos IV fanden und zu unseren Nahrungsvorräten hinzufügten. Selbstverständlich wurde die toxikologische Überprüfung der Früchte von mir höchstpersönlich vorgenommen, aber leider habe ich übersehen, dass ausgerechnet Sie, Captain, darauf hochgradig allergisch reagieren könnten. Wissen Sie, seitdem wir Mr Neelix nicht mehr an Bord haben, ist es mit der Zuordnung der Nahrungsmittel deutlich schwieriger geworden."
"Und was passierte, nachdem ich diese Früchte zu mir nahm?" wollte Kathryn wissen.
"Tja, sie kippten um, wie Lt. Torres es ausdrückte. Sie sah Sie nur noch nach Luft schnappend zu Boden stürzen und rief sofort das MHN, also mich, zu Hilfe. Nachdem ich die Ursache Ihrer Beschwerden herausgefunden hatte, stellte ich ein Serum her, welches Sie wieder heilen sollte. Es dauerte allerdings zwei Tage, bis sie ihr Bewusstsein wiedererlangten Und nun ...voilà .. Sie sind wieder wohlauf!"
Kathryn schluckte schwer, da sie über die Erklärung des Doktors mehr als überrascht war, *eigentlich hatte ich etwas ganz anderes erwartet als die Nachricht, dass ich einen allergischen Schock hatte!* dachte sie.
"Die Mannschaft hat sich übrigens während Ihrer 48-stündigen Bewusstlosigkeit große Sorgen um Ihre Gesundheit gemacht, Captain. Besonders der Commander hat..."
Das MHN wurde unterbrochen, da genau in diesem Moment die Türen der Krankenstation aufglitten und Chakotay höchstpersönlich vor ihm stand.
Chakotay lächelte Kathryn aufmunternd zu und zwinkerte in ihre Richtung.
"Gute Nachrichten, daß Sie wieder gesund sind, Captain!"
"Chakotay, ich..." Kathryn schluckte und versuchte mit halbwegs normaler Stimme zu sprechen.
"Pst..." Chakotay schüttelte langsam den Kopf legte einen Finger auf seine Lippen.
"Erst mal wieder ganz gesund werden, bevor es weitergeht, Captain." sagte er leise. "Ruhen Sie sich aus, wir kommen auf der Brücke auch noch ein bisschen ohne Sie aus!"
Chakotay lächelte und sah ihr tief in die Augen. Sie erwiderte den Blick unsicher und schlug die Augen nieder.
Nach ein paar Sekunden seufzte er fast unhörbar leise, nickte ihr zu und drehte sich um, um die Krankenstation wieder zu verlassen, nachdem er von Kathryn keine Antwort mehr zu erwarten schien.
Die Türen schlossen sich hinter ihm und ließen eine völlig irritierte Kathryn in ihrem Biobett zurück.
*Wieso nennt er mich Captain und spricht mich mit Sie an?* fragte sie sich verzweifelt. *Und nicht ein einziges persönliches Wort!*
Kathryn verstand die Welt nicht mehr.

Es vergingen einige Minuten, in denen niemand etwas sagte und Kathryn ihren Gedanken nachhing. Dann faßte sie einen Entschluss und sprach das MNH an:
"Doktor!" Ihr versagte fast die Stimme.
"Ja, Captain?" antwortete das Hologramm.
"Wie lange war ich bewußtlos?"
"Genau zwei Tage, Captain. Das sagte ich Ihnen doch bereits!" erwiderte der Doktor in leicht gereiztem Tonfall.
"Sagen Sie mir, was genau ist mit mir in dieser Zeit passiert?" wollte Kathryn wissen.
"Ihr Organismus kämpfte gegen den allergischen Schock an. Ich konnte das Serum entwickeln und injizierte es ihnen." erklärte der Doktor schon wesentlich freundlicher.
"Habe ich... ähh... halluziniert?" Kathryn sah das MHN fragend an.
"Captain, wenn dem so war, haben nur Sie das wahrgenommen, niemand sonst!" erwiderte er. "Sie waren nicht ansprechbar und über den gesamten Zeitraum in einem Zustand tiefster Bewusstlosigkeit."
Kathryn seufzte tief.
"Hatten Sie denn Halluzinationen, Captain?"
Kathryn Janeway überlegte sich ihre Antwort sehr genau, bevor sie sprach:
"Nein, Doktor. Ich hatte eher einen merkwürdigen, wenn auch wunderschönen... Traum... und ich schulde jemandem noch etwas!" Sie dachte an den "Abschiedskuss", den sie Chakotay nicht mehr hatte geben können.
Ihre Gedanken wanderten wieder zurück zu dem Ort, wo sie und Chakotay zusammen beim Frühstück gesessen hatten. Plötzlich fiel ihr noch etwas ein:
"Doktor, was wollten Sie mir eigentlich vorhin sagen, gerade als Commander Chakotay hereinkam?"
"Nun, ich wollte lediglich erwähnen, daß sich der Commander besonders häufig nach ihren Genesungsfortschritten erkundigte, wenn er nicht sowieso hier war und bei Ihnen am Bett saß, um sich persönlich um ihr Wohlergehen zu kümmern." grinste das MHN.
Kathryn war überrascht, atmete tief durch und lächelte erleichtert.
*Vielleicht haben wir doch noch eine Chance...* überlegte sie und sagte zum MHN: "Bitte erwähnen Sie aber gegenüber dem Commander nicht, daß sie mir das erzählten."
"Natürlich nicht, Captain!" zwinkerte das MHN ihr zu.
"Meine Lippen sind versiegelt. So wissen Sie ja auch nicht, was er Ihnen so alles in den letzten beiden Tagen zugeflüstert hat, nicht wahr?"
"Doktor?????"
"Ärztliche Schweigepflicht, Captain."
Kathryn ließ sich in das Kissen zurücksinken und fühlte sich plötzlich sehr befreit und zufrieden.
Sie schloß die Augen und entspannte sich, während das MHN sich abschaltete.
Wenige Sekunden später riss sie ihre Augen jedoch wieder auf, als sie eine wohlbekannte Stimme direkt neben sich hörte: "Kathy, wie geht es dir? Fühlst du dich schon besser?"
Kathryn verschluckte sich und blieb so zunächst eine Antwort schuldig.
Die Stimme fuhr fort: "Nun, wie du gemerkt hast, habe ich dir die Zeit deiner Bewußtlosigkeit ein wenig angenehmer gestaltet. Hat es dir gefallen?"
Kathryn war so überrascht, daß ihr die Worte fehlten, was nur sehr selten vorkam.
"Weißt du, Kathy, ich dachte mir, ich nehme die Dinge jetzt mal selber in die Hand! Es sind nun fast sieben Jahre hier im Deltaquadranten vergangen und Du hast es leider immer noch geschafft, allein zu bleiben! Sehr, sehr, Schade!!!!"
Kathryn schnappte nach Luft und als ihr ihre Stimmbänder wieder gehorchten, brüllte sie nur ein einziges Wort: "Q!" "Bist du wirklich überrascht, Kathy?? Also, ich finde, es wird jetzt langsam Zeit, dass etwas unternommen wird. Ich bin schon seit vielen Jahren glücklich mit meiner Frau - dank Dir - und du bist so einsam und unglücklich. Das muß sich ändern, liebste Kathryn!! Schau mal, es ist schon fast zu spät für Dich, Chakotay (von dem wir hier natürlich sprechen, wie wir ja beide wissen) für dich zu gewinnen."
"Aber wieso denn das, Q?" wollte Kathryn ängstlich wissen.
Q erwiderte: "Du hast es wahrscheinlich vor lauter Arbeit noch nicht bemerkt, aber diese kleine Ex-Borgdrohne macht sich schon seit längerem an Chakotay heran... und das nicht ganz erfolglos. Das kann ich natürlich nicht zulassen , und schickte dir deshalb in den vergangenen zwei Tagen so eine Art von Fingerzeig in dein Unterbewusstsein, den du doch hoffentlich richtig verstanden hast, Kathy?"
"Oh ja, diesen Fingerzeig habe ich mehr als gut verstanden, Q! Mir ist nun endlich klar geworden, was ich wirklich will - nämlich Chakotay."
"Gut, Kathryn" erwiderte Q mit stolzgeschwellter Brust.
"Einen Gefallen werde ich dir jetzt noch tun: Für die nächste Stunde wird diese Seven in der Astrometrie sehr beschäftigt sein , dein Doktor macht auch gerade noch ein paar Hausbesuche und du wirst hier gleich Besuch bekommen! Mach was draus und viel Glück!!"
Q lächelte väterlich und verschwand genauso unspektakulär, wie er nur wenige Minuten vorher erschienen war.
Der Türsummer der Krankenstation meldete einen Besucher.
"Herein... ah... Chakotay!!!" Kathryn strahlte ihn an.
"Captain???"
"Nicht CAPTAIN."
"Kathryn?" kam es reichlich zögernd und leise fragend von Chakotay, der nicht wußte, wie ihm geschah.
Er schien ziemlich verunsichert und zupfte an seiner Uniform, die tadellos wie immer saß.
"Schon viiieeel besser! Komm mal her, ich beiße nicht." Kathryn machte eine einladende Handbewegung in ihre Richtung.
"Setze dich doch zu mir, so wie du es in den vergangenen zwei Tagen immer gemacht hast, wenn du dachtest, keiner bemerkt es."
"Captain... ähh... Kathryn, woher wissen S... ähem... weißt du davon?" stotterte Chakotay völlig überrascht. Er blickte sich um, konnte aber das MHN nirgendwo entdecken.
"Ich weiß noch viel mehr, was uns beide betrifft." kam es lächelnd von Kathryn. Sie setzte sich aufrecht hin und bat Chakotay:
" Höre mir jetzt ganz genau zu, ich habe dir etwas Wichtiges zu sagen."

Etwa eine Viertelstunde später aktivierte sich der Doktor wieder in den Räumen der Krankenstation.
"Captain, einige ihrer Werte sind im kritischen Bereich! Jeder Vulkanier würde mit ihren emotionalen Werten sofort einen synaptischen Schock erleiden." rief das MHN aufgeregt.
"Da ich ja bekannterweise keine Vulkanierin bin, dürfte das bei mir also auch keine nennenswerten negativen Konsequenzen haben... oder, Doktor?"
"Aber Captain... dürfte ich fragen, was los ist???"
"Nun seien Sie doch nicht so schrecklich neugierig! Genau wie dem Rest der Crew werde ich auch Ihnen innerhalb der nächsten Stunde über das schiffsweite Kommunikationssystem eine Mitteilung... äh... Erklärung geben zu einer... äh... etwas außergewöhnlichen, neuen Situation hier an Bord."
"Captain, ich bin ihr Arzt!"
Kathryn hob eine Hand, "was aber nicht heißt, daß Sie alles wissen müssen. Wegtreten!"
Währenddessen schaute Chakotay Kathryn liebevoll an, drückte fest ihre rechte Hand und dachte: *was habe ich doch für ein verdammtes Glück - und das nach fast sieben Jahren!*
Kathryn erwiderte den Händedruck und streichelte ihm dann zärtlich über Wange und Stirn.
Ohne auf den Doktor zu achten, der fassungslos von Chakotay zu Kathryn sah, beugte er sich über seine Kath und begann, sie langsam und zärtlich zu küssen und zu liebkosen.
Als die beiden sich ein wenig atemlos voneinander lösten, hob Chakotay leicht die Stimme: "Das war aber kein Abschieds- sondern ein Begrüssungskuß, Kathryn Janeway. Nicht, daß du da etwas verwechselst," scherzte er.
"Ganz meine Meinung!" hauchte Kathryn ihm ins Ohr und hielt ihn fest in ihren Armen.
Chakotay seufzte plötzlich auf, sein Gesichtsausdruck änderte sich, er schaute Kathryn ernst an und löste sich langsam von ihrer Umarmung.
"Ich muß jetzt noch etwas Dringendes erledigen und bin gleich wieder bei dir, Liebes."
Chakotay stand von Kathryns Bett auf und verließ die Krankenstation. Zurück blieben ein sprachloses und etwas verdattertes MHN und eine unsagbar glückliche Kathryn Janeway.

Draußen auf dem Gang zog Chakotay seine Uniform glatt, atmete tief durch und betätigte seinen Kommunikator: "Chakotay an Seven of Nine!"
"Ja, Commander?"
"Kommen Sie umgehend auf die Brücke in den Besprechungsraum des Captains. Ich habe Ihnen etwas mitzuteilen!!! Chakotay, Ende."
"Aye, Sir. Ich bin sofort da. Seven of Nine, Ende."

*E N D E*