"Roter Alarm, Schilde hoch!" rief der Captain, doch der Befehl kam eine Sekunde zu spät, die Brücke um sie herum explodierte und die komplette Brückencrew wurde aus Ihren Sesseln geworfen und landete unsanft auf dem Boden. Tuvok hatte es irgendwie geschafft schon wieder an seiner Station zu stehen und die Schilde hochzufahren. Tom und Harry zogen sich wieder in ihre Sessel und Chakotay half dem Captain wieder auf. In seinem Gesicht prangte eine tiefe Schramme.
"Feuer erwidern", kam der Befehl und Tuvok sagte: "Direkter Treffer."
"Tom, weichen Sie den Torpedos aus."
"Ja Ma'am", antwortete der Pilot und die Voyager tanzte geschickt zwischen den Geschossen her.
"Tuvok, zielen Sie auf die Waffen und bereiten Sie einen Quantentorpedo vor", sagte Janeway. Vom gegnerischen Schiff ging eine Torpedosalve aus, der Tom unmöglich komplett ausweichen konnte.
"Auf Einschlag vorbereiten!" rief er und versuchte das Schiff so zu manövrieren, dass keine wichtigen Sektionen getroffen werden würden. Drei Torpedos trafen die Schilde und das Schiff wurde heftig durchgeschüttelt. Chakotay und Tom gingen erneut zu Boden und Harry rief: "Schilde ausgefallen!"
"Feuer, Mr. Tuvok", sagte Janeway rasch und Tuvok schoss den Quantentorpedo ab. Das feindliche Schiff platzte auseinander und eine Trümmerwelle raste auf die Voyager zu.
"Hilfsenergie in die Schilde leiten!" rief Janeway.
"Es reicht nicht Captain, es sind nur noch schwache Heckschilde da!"
"Tom, drehen Sie die Voyager mit dem Heck in die Welle!"
"Aye Captain!"
"An alle, auf Einschlag vorbereiten!"
Dann erreichte die Schockwelle die Voyager und keiner konnte sich mehr in den Sitzen halten. Captain Janeway sah noch Chakotay das Podest herunterrollen, dann traf sie etwas am Kopf und um sie herum wurde alles dunkel.

Als sie wieder zu sich kam lag sie auf dem Boden vor ihrem Sessel. Ihr Kopf schmerzte furchtbar und mühsam versuchte sie sich aufzurappeln.
"Bericht", sagte sie und war bemüht nicht gleich wieder hinzufallen. Sie bekam keine Antwort.
"Tuvok", sagte sie, zog sich hoch und schaute zu seiner Station. Sie war leer. Dann blickte sie umher und bemerkte mit Schrecken, dass gar keiner mehr außer ihr auf der Brücke war. Sie war komplett allein. "Computer, wo ist die Brückencrew?" fragte sie. "Die Brückencrew ist nicht an Bord der Voyager", ertönte die monotone Computerstimme. Das ist doch nicht möglich, dachte Janeway. Dann fragte sie erneut: "Computer, wie viele Besatzungsmitglieder befinden sich noch an Bord?"
"Eins", kam die Antwort.
"Computer, wie lange war ich bewusstlos?"
"Etwa zwanzig Minuten."
"Wurde das Schiff angegriffen? Sind Eindringlinge an Bord?"
"Der letzte Angriff liegt 21 Minuten zurück, es sind keine Eindringlinge an Bord."
Der Doctor, kam es Janeway in den Sinn.
"Janeway an Krankenstation", versuchte sie es. Währenddessen war sie zu den internen Sensoren geeilt und ließ einen schiffsweiten Scan laufen nach Lebensformen. Sie bekam keine Antwort.
"Computer, ist das medizinisch, holografische Notfallprogramm noch an Bord?"
"Positiv, aber die Aktivierungsmatrix wurde beschädigt."
"Na toll", sagte Janeway vor sich hin. An Tuvoks Station ertönte auf einmal ein Alarm. Janeway lief hin und sah, dass ganz in der Nähe ein weiteres Schiff aufgetaucht war. Sie sah ebenfalls, dass Tuvok anscheinend noch versucht hatte die Schilde zu reparieren, denn sie waren mit einer 15% Stärke wieder aktiv. Dann leuchtete erneut eine Kontrolltafel auf und Janeway drückte sie. Im nächsten Moment erschien auf dem Schirm ein großes Gesicht mit einem strahlenden Lächeln und braune Augen sahen Janeway an.
"Captain Janeway", wurde Sie begrüßt.
Janeway war völlig verblüfft. "Darf ich fragen woher Sie mich kennen Mr. ...? fragte sie misstrauisch.
"Sais. Ich glaube, ein Chokati oder so ähnlich hat mir ihren Namen verraten."
Janeway wurde blass. "Chakotay?" hakte sie nach.
Sais schnippte mit einem Finger. "Richtig, so heißt er."
"Wo ist er?" fragte sie scharf.
"Er ist mein Gast. Zusammen mit ihrer kompletten Crew. Keine Sorge Captain, es geht ihnen allen ausgezeichnet."
"Was wollen Sie von ihnen?" fragte Janeway.
"Gar nichts. Sehen Sie, machen wir einfach ein Spielchen. Ich lade Sie auf meinen Planeten ein, Sie werden sehen, wir sind alles sehr spielgetriebene Zeitgenossen und äußerst fair. Was sagen Sie Captain? Spielen wir um ihre Crew?"
Janeway starrte Sais ungläubig an. Der Mann machte wohl Witze? Dann sagte sie: "Ich bin sicher, wir können auch einen anderen Weg finden Mr. Sais."
Sais lächelte und sagte dann: "Nein. Sie spielen mit mir um das Leben ihrer Crew. Gewinnen Sie das Spiel, bekommen Sie alle wohlbehalten wieder und dürfen unseren Raum passieren. Gewinne ich, dann darf Ihre Crew wohlbehalten auf Ihr Raumschiff und unseren Raum passieren, aber Sie bleiben hier. Fair, oder?"
Janeway überlegte. Sie mußte Zeit gewinnen um sich einen Plan zu überlegen.
"Ich möchte zuerst meine Crew sehen", verlangte sie.
"Aber natürlich, einen Moment." Das Gesicht verschwand vom Schirm und wurde ersetzt durch eine weitwinklige Ansicht auf eine große Lagerhalle, in der, teilweise noch betäubt, die Crew der Voyager stand oder lag. Das Bild schaltete wieder um.
"Was haben Sie davon wenn Sie mich dabehalten?" fragte Janeway.
"Ein neues Sammlerstück", antwortet Sais, und die Kamera zoomte weiter raus, so dass Janeway mehrer sehr lebensechte Figuren sehen konnte.
Ihre Augen wurden groß als sie merkte, dass diese Figuren nicht nur lebensecht sondern tatsächlich lebendig waren. Sie schienen in einer Art Stase zu sein.
"Sie sind ja krank!" entfuhr es Janeway.
"Nein, ich bin Sammler und Spieler. Wie wir alle bei uns. Also, wie lautet ihre Entscheidung?"
Janeway dachte kurz nach. Eine große Wahl hatte sie nicht. Ihr Leben gegen das der Crew, und vielleicht würde sie gewinnen. "Also gut, es bleibt mir auch nichts andere übrig", stimmte sie dann zu.
Sais klatschte begeistert in die Hände. "Abgemacht, ich nehme Ihr Schiff in Schlepptau, dann können Sie sich in Ruhe vorbereiten. Die Kategorien sind Logik, Geschicklichkeit und Glück. Sie haben zwei Stunden. Keine Waffen, keine Scanner. Nur ihr Verstand und Sie." Sein Gesicht verschwand und Janeway sah, wie die Voyager von einem Traktorstrahl mitgenommen wurde. Sie hatte nur noch wenig Zeit, daher lief sie zur Krankenstation und versuchte, den Doctor zu reaktivieren. Zum Glück war die Aktivierungsmatrix nicht zu sehr beschädigt und nach ein paar Minuten sagte sie: "Computer, das MHN aktivieren."
"Bitte nennen Sie die Art des medizinischen Notfalls", kam die Stimme des Doctors.
Janeway erklärte ihm die Lage und das MHN bekam große Augen.
"Was sollen wir jetzt tun?" fragte es.
"Ganz einfach. Ich werde da runter gehen und das dämliche Spiel gewinnen, in der Zwischenzeit brauche ich das Emergency Command Hologram. Computer: ECH aktivieren."
Während das MHN, jetzt ECH, seinen Captain anstarrte veränderte sich seine Uniform in rot und 4 Pips erschienen an seinem Rollkragen. Völlig perplex schaute der Doctor an sich herab und dann zu Janeway. "Captain! Sie können unmöglich da runter gehen, was ist wenn Sie verlieren?"
"Darüber werden wir uns den Kopf zerbrechen wenn es so weit ist Doctor, oder sollte ich lieber sagen: Captain?"
Das ECH schaute beflissen zur Seite und wusste nicht, was es sagen sollte.
"Gehen Sie auf die Brücke Doctor, ich werde in den Maschinenraum gehen und die nötigen Kontrollen zur Brücke umleiten damit Sie das Schiff auch eine Zeit allein befehligen können." Der Captain wollte sich gerade abwenden als das ECH rief: "Captain!"
Janeway kam zurück. "Ja Doctor?"
Das ECH druckste kurz herum, dann sagte es: "Viel Glück. Wir werden Sie nicht da unten lassen, das verspreche ich Ihnen."
Janeways Lippen verzogen sich zu einem kleinen Lächeln. "Wir sehen uns, Doctor." Damit verließ sie die Krankenstation und das ECH machte sich auch auf den Weg.

Nach zwei Stunden erreichten sie den genannten Planeten. "Janeway an den Doctor."
"Sprechen Sie."
"Ich beame gleich hinunter. Versuchen Sie unsere Crew zu orten und wenn Sie eine Möglichkeit sehen sie an Bord zu beamen, dann zögern Sie nicht und fliegen weiter Richtung Erde. Das ist ein Befehl."
Eine kurze Pause entstand, dann kam ein "Ich habe verstanden, Captain", aus ihrem Combadge.
Janeway bestieg die Transporterplattform und beamte zu den Koordinaten, die sie bekommen hatte.
Sie rematerialisierte in einem kleinen Raum, der eine Tür hatte und einen Tisch mit 6 Fläschchen drauf enthielt.
"Janeway an Voyager, ich bin angekommen. Halten Sie mich mit dem Transporter erfasst."
"Captain, es wurde ein Dämpfungsfels aufgebaut, ich kann Sie nicht mehr hochbeamen!" In der Stimme der ECH hörte sie eine leise Aufregung heraus.
Scheinbar musste sie hier wirklich auf die harte Tour durch. Aber sie hatte so etwas fast geahnt. "Verstanden Doctor, versuchen Sie, ob Sie das Feld evt. deaktivieren können, ich arbeite nicht so gerne ohne Sicherheitsnetz."
"Aye Captain."
Janeway konzentrierte sich nun auf die Tür. Sie hatte keinen Griff, nur eine Sensorplatte daneben. Janeway berührte sie leicht und riss ihre Hand schmerzerfüllt zurück. Die Platte stand unter Hochspannung. So kam sie also nicht hier raus. Sie ging zum Tisch und sah, dass neben den Flaschen ein Padd lag. Sie nahm es auf und las: Mischen sie zwei Flüssigkeiten und benetzen Sie damit die Sensorfläche neben der Tür, dann öffnet sie sich. Aber seien sie vorsichtig: Ein Fehler und der Raum wird komplett unter Strom gesetzt und Sie somit geröstet. Folgen Sie den Hinweisen und wenn sie gut kombiniert haben, finden sie die zwei richtigen Fläschchen. Unter der Anleitung sah sie verschiedene Hinweise. 5 Fläschchen waren mit Flüssigkeiten gefüllt, eins war leer. Die Hinweise waren wie ein Logik-Rätsel ausgeklügelt und Janeway las sich die Hinweise mehrmals durch murmelte vor sich hin, bis sie die ganz linke und mittlere Flasche nahm, und jeweils die Flüssigkeiten zusammenschüttete. Jetzt würde sich zeigen ob sie mit ihrem logischen Denken richtig gedacht hatte. Sie schüttelte die Flüssigkeiten vorsichtig durch, dann trat sie an die Sensorplatte. "Janeway an das ECH, ich denke, ich habe die erste Aufgabe gelöst, falls ich allerdings falsch liege werde ich geröstet. Wünschen Sie mir Glück."
Als Antwort hörte sie erst ein Seufzen und dann ein "viel Glück Captain".
Jetzt oder nie, dachte sie und betete, dass sie die richtigen Flüssigkeiten gemischt hatte. Vorsichtig ließ sie den Inhalt ihres Fläschchens auf die Sensorplatte tröpfeln... und sprang zu Tode erschrocken einen Satz zurück als die Platte Funken sprühte.
Ich habe mich geirrt, ging ihr noch durch den Kopf, dann erwartete sie den Stromschlag. Doch sie hörte nur ein leises Zischen, als die Tür vor ihr aufglitt.
Erleichtert trat sie schnell hindurch und fand sich in einem schmalen Flur wieder, der voll hing mit riesengroßen Äxten und Schwertern, die alle verdammt scharf aussahen. Janeway machte einen Schritt in den Gang hinein um sich an den Waffen vorbeizudrücken, da fingen sie an hin und her zu schwingen. Manche langsamer, manche schneller. Janeway starrte die Waffen an und tippte dann auf ihr Combadge: "Doctor, die erste Aufgabe konnte ich erfolgreich meistern, allerdings sehe ich bei der kommenden Aufgabe keine guten Überlebenschancen..."
"Was erwartet man von Ihnen Captain? fragte das ECH.
"Ich muss nur das Ende des Ganges erreichen. Allerdings schwingen hier scharfe Waffen hin und her. Konnten Sie schon mit dem Dämpfungsfeld etwas erreichen?" fragte Janeway hoffnungsvoll.
"Leider nicht, ich fürchte, dazu müsste B'Elanna hier sein. Es tut mir leid, Captain."
Janeway atmete tief durch. "Na schön, das ist hier anscheinend die Geschicklichkeitsübung. Mal sehen wie groß mein Ausweichgeschick ist."
"Captain, ich kann Sie sehen!" rief das ECH auf einmal. "Der Bildschirm wurde gerade aktiviert."
"Na, dann drücken Sie mir mal die Daumen Doctor."
"Captain! Sie können da unmöglich durch, ich..." doch weiter kam er nicht, denn Janeway sagte: "Ruhe bitte Doctor, ich muss mich konzentrieren."
Das ECH schwieg und schaute angespannt auf den Sichtschirm.
Janeway erkannte langsam ein Muster und als sie meinte die Bewegungsschematik verstanden zu haben lief sie los. Den ersten 3 Waffen konnte sie mühelos ausweichen, doch dann geschah etwas, das sie nicht voraussehen konnte: Die Waffenbewegungen änderten sich auf einmal und wurden schneller.
"Captain! Laufen Sie!" rief das MHN als Janeway an einer Stelle kurz pausierte, als eine besonders große Axt gerade in die andere Richtung pendelte. Erschrocken schaute sie nach links und sah, dass die Schwingung schneller geworden war. In letzter Sekunde rollte sie sich über den Boden, und entging somit einer Enthauptung. Vorerst zumindest. Das nächste Schwert sauste schon heran und Janeway hatte keine Zeit mehr ganz auszuweichen. Die Klinge traf sie an der Hüfte und fügte ihr eine tiefe Verletzung zu. Instinktiv ließ sie sich fallen und rollte seitlich an die Wand. Ihre Hüfte tat höllisch weh, aber sie achtete nicht drauf, konzentrierte sich auf die nächsten Waffen. Das Ende des Ganges war schon in Sicht und Janeway schaffte es, den nächsten Waffen knapp auszuweichen. Den letzten beiden konnte sie allerdings nicht mehr ausweichen und sie holte sich noch eine tiefe Armwunde und einen Schnitt im Gesicht. Dann hatte sie es aber geschafft und ließ sich stöhnend zu Boden sinken. "Captain, Sie müssen das hier beenden, sie sind verletzt!" Das ECH klang sehr besorgt, Janeway konnte es ihm nicht verdenken. Sie schaute sich schnell die Verletzungen an, den Arm konnte sie mit einem Stück Uniform abbinden, aber die Hüfte sah übel aus. Das Blut lief ungehindert heraus und Janeway merkte, wie sie schwächer wurde. "Doctor, irgendeine Idee wie ich den Blutstrom stoppen kann auf die schnelle?" fragte sie und presste als erste Maßnahme beide Hände auf die Wunde.
"Den ersten Schritt machen sie schon richtig, drücken sie den Riss fest zusammen. Legen Sie sich hin und halten die Beine dann gegen die Wand, das sollte den Blutdruck etwas verringern. Versuchen Sie außerdem aus ihrer Uniformjacke einen Druckverband zu reißen wenn die Blutung nachlässt. Unnötig zu sagen dass ich Sie lieber hier auf der Voyager hätte..."
"Das geht schon Doc, danke. Ich hab nur noch eine Aufgabe vor mir."
"Bleiben Sie aber ein paar Minuten liegen Captain."
"Keine Sorge, das hatte ich vor." Janeway blieb im Gang liegen und nach ungefähr 10 Minuten merkte sie, wie der Blutstrom allmählich stoppte. Vorsichtig setzte sie sich dann auf mit dem Rücken gegen die Wand, zog ihre Uniformjacke aus und riss mehrere lange Streifen heraus.
"Wickeln Sie sie möglichst fest um ihre Hüfte Captain", instruierte das ECH.
Janeway zog die Streifen so fest es ging und versuchte dann langsam aufzustehen. Der provisorische Verband schien zu wirken, sie konnte einigermaßen laufen und der Schwindel hielt sich in Grenzen.
"Alle okay Doc, so geht's." Janeway verließ den Gang und kam an eine weitere Tür. Als sie sie öffnete und hindurch trat stand sie vor drei großen, geschlossenen Holztüren. "Jetzt wäre der passende Moment um mir wirklich Glück zu wünschen Doctor", sagte sie und trat auf die Türen zu. Nach kurzem Überlegen entschied sie sich für die linke Tür. Sie atmete einmal tief ein und öffnete sie dann. Diesmal hatte sie falsch gewählt. Aus der Tür strömte ein roter Rauch vor, der ihr in sekundenschnelle den Atem nahm und im Hals reizte. Hustend versuchte sie die Tür zu schließen, doch ihr schwanden die Sinne und bevor sie keine Luft mehr bekam hörte sie nur noch ein verzweifeltes "Captain!" über ihr Combadge. Dann wurde es zum zweiten mal an diesem Tag schwarz um sie und ihr letzter Gedanke war: Ich habe verloren.

Etwas zog sie aus der Dunkelheit an die Oberfläche. Ganz weit in der Ferne konnte sie eine Stimme hören: "Captain? Können Sie mich hören?"
Wo kam die Stimme her? War ihre Crew auch tot? Dann spürte sie einen dumpfen Schmerz in ihrem Schädel und wieder kam eine Stimme: "Captain, wachen Sie auf!"
Der Schmerz und die Stimme ließ sie aus der Dunkelheit herauskommen und sie schlug ihre Augen auf. Über ihr schwebten zwei Gesichter, ein besorgt blickender erster Offizier und ein ebenso besorgt blickendes MHN.
"Chakotay? Doctor?" brachte Janeway hervor.
"Sie haben uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt, Captain", sagte Chakotay.
"Versuchen Sie sich langsam aufzusetzen Captain", sagte das MHN und drückte ihr ein Hypospray gegen den Hals. Die Kopfschmerzen ließen etwas nach und Kathryn ließ sich von Chakotay und dem Doctor hoch helfen. Überrascht stellte sie fest, dass sie auf der Brücke der Voyager gelegen hatte, Kabelenden hingen von der Decke und etwas Rauch erfüllte die Brücke.
"Wieso bin ich hier?" fragte Janeway verwirrt. Das MHN und Chakotay wechselten besorgte Blicke, schließlich sagte Chakotay: "Sie wurden von einem Metallträger am Kopf getroffen als uns die Schockwelle erreichte, können Sie sich noch daran erinnern?"
Janeway schaute Chakotay verwirrt an. "Schockwelle? Das war vor Stunden. Doctor, Sie konnten die Crew retten? Wie haben Sie das Dämpfungsfeld deaktiviert?" fragte Janeway.
"Ich glaube, wir bringen Sie doch besser auf die Krankenstation Commander, die Kopfverletzung scheint schlimmer zu sein als ich dachte."
"Ist gut Doctor", antwortete Chakotay und legte einen Arm von Janeway um seinen Hals um ihr hoch zu helfen. Doch Janeway zog ihren Arm zurück und schaute die beiden fragend an: "Ich war nicht auf dem Planeten?" An den Doctor gewandt: "Sie waren heute nicht als ECH allein auf der Voyager?"
Das MHN blickte sie verwirrt an, ebenso Chakotay. Dann sagte das EMH: "Captain, sie haben eine schwere Kopfverletzung, erinnern sie sich? sie waren bestimmt 20 Minuten bewusstlos, Chakotay hat mich auf die Brücke geholt weil er Sie nicht auf die Krankenstation beamen lassen konnte. Sie waren auf keinem Planeten und ich bin auch nicht das ECH gewesen.
Janeway schüttelte ungläubig den Kopf, dann sagte sie: "Ich glaube, in den 20 Minuten, in denen ich weg war habe ich einen sehr realen Traum gehabt."
"Das würde einiges erklären, trotzdem sollten Sie mich zur Krankenstation begleiten. Mit Kopfverletzungen ist nicht zu spaßen." Das EMH gab Chakotay einen Wink und gemeinsam brachten sie Janeway auf die Krankenstation.
Der Doc scannte sie sorgfältig, konnte aber nichts bedrohliches finden. "Sie hatten Glück Captain, scheinbar haben Sie wirklich nur geträumt. Ich entlasse Sie in Ihr Quartier, aber nur, wenn Sie sich brav hinlegen. Chakotay, würden Sie bitte mitgehen und ihr dann dieses Mittel verabreichen? Ich habe mich noch um die anderen Patienten zu kümmern."
Chakotay nahm das Hypospray entgegen und nickte. Dann half er seinem Captain von dem Biobett herunter und geleitete sie untergehakt in ihr Quartier. Unterweges fragte er: "Wovon haben Sie geträumt?"
Janeway musste schmunzeln. "Chakotay, wie wäre es morgen Abend mit einem Abendessen und ich erzähle Ihnen alles?" schlug sie vor.
"Sehr gerne", nahm Chakotay an und als sein Captain sich hingelegt hatte, wünschte er ihr angenehme Ruhe und drückte das Mittel vom MHN an ihren Hals. Sekunden später war Kathryn eingeschlafen. Dieses mal allerdings träumte sie von ihrem ersten Offizier, dem morgigen Abendessen und dem besonderen Nachtisch danach.

ENDE