Und hier der zweite Teil des RPG's von uns. In den Rollen diesmal:
blau=Christine (spielt Chakotay), schwarz=Kath (spielt Kathryn)

"...wir wünschen Ihnen eine sichere und schnelle Heimreise. Unsere Gedanken werden bei Ihnen sein. Janeway Ende."
"Danke Captain, Commander, ich bin sicher dass ich für die ganze Crew spreche wenn ich sage, dass wir uns immer an Ihren Charme und Ihren Mut erinnern werden. Und ich möchte hinzufügen, dass es eine Ehre war unter Ihnen zu dienen. Leben Sie lange und in Frieden." Tuvoks Stimme verklang mit einem statischen Knistern, die Voyager war jetzt am Rande der Kommunkationsreichweite und in wenigen Augenblicken würde sie für immer fort sein. Kathryn stand auf ein Stück vor Chakotay und wandte ihm den Rücken zu. Obwohl sie bei den Abschiedsworten gefasst war und ihr ein halbwegs guter Versuch gelang, ein kleines Lächeln auf den Lippen zu tragen, sah es in ihr herinnen ganz anders aus. Eine Melancholie, wie sie es noch nie erfahren hatte, hatte ihr Wesen erfasst und sie musste tief in ihre Selbstbeherrschungstruhe greifen, um nicht die Fassung zu verlieren. Sie stand bestimmt noch zwei Minuten, nachdem Tuvok adieu gesagt hatte am selben Fleck, hinter ihr immer noch der Anwesenheit von Chakotay gewahr und starrte in den Himmel. Doch schließlich raffte sie die Schultern und meinte zu ihrem ehemaligen ersten Offizier: "Das war es dann. Ich denke, ich sollte nach meinen Fallen sehen. Ich habe jedenfalls vor, unser Schiff bald wieder einzuholen."
Chakotay betrachtete Kathryn, als sie vor ihm stand. An kleinen Nuancen in ihrer Stimme konnte er ihre innere Aufgewühltheit erkennen. Er nickte, als sie sagte, dass sie nach den Fallen sehen werde und trat ein Stück zur Seite. Er sah ihr nach, vermied es jedoch, ihr nachzugehen oder etwas zu sagen. Er verstand, dass sie nun Zeit für sich allein brauchte.
Kathryn war Chakotay dankbar, dass er ihr etwas Zeit gab. Naja, dachte sie sich unterwegs, als sie schon zwei Fallen geöffnet hatte, die aber leider nichts enthielten, es hätte auch schlimmer kommen können. Wenigstens steckte sie mit Chakotay hier fest. Was wäre, wenn Tuvok oder Neelix mit ihr runtergebeamt wären? Dann hätte sie sich nicht nur von der Voyager und der Crew, sondern auch noch von Chakotay hätte verabschieden müssen. Und daran wollte sie gar nicht denken. Dass Chakotay hier bei ihr war, war ihr größter Trost. Allmählich war die Melancholie auch verschwunden und wurde ersetzt durch den eisernen Willen, ein Heilmittel zu finden und den Planeten verlassen zu können. Kathryn ging weiter, doch nach der fünften leeren Falle seufzte sie verärgert. "Es wäre leichter, wenn ich auch mal was drin hätte..." murmelte sie und machte sich dann auf den Heimweg.
Chakotay hatte es sich vor ihrer Behausung bequem gemacht und ein wenig geschnitzt. Seine Gedanken glitten immer wieder ab. Im Alphaquadranten gab es nichts und niemanden für ihn. Doch an Board der Voyager war er der Commander. Sein Bestreben in den Alphaquadranten zurückzukehren hielt sich also in Grenzen. Doch er hatte sich geschworen, seine und die Sternenflottencrew wieder sicher nach Hause zu bringen und seinem Captain bei allen ihren Bemühungen beizustehen. So würde er es auch hier machen. Wenngleich er zugeben mußte, dass er die gemeinsame Zeit mit Kathryn allein hier sehr genoss. Vielleicht würde hier nun auch sein größter Wunschtraum wahr werden. Doch bevor er sich in diesem Traum verlieren konnte, sah er Kathryn und erhob sich um ihr etwas entgegen gehen zu können.
"Hatten sie Erfolg?", fragte er sie, als er sie erreichte. Doch kaum hatte er die Frage gestellt, sah er an dem enttäuschten Ausdruck in ihrem Gesicht, dass er sich die Frage hätte sparen können.

Kathryn seufzte und setzte sich auf einen großen Stein. "Leider wieder nichts. Es scheint, das Insekt das uns beide gestochen hat, war das Letzte seiner Art. Was natürlich sehr ungünstig wäre wenn ich jemals ein Heilmittel finden will..."
Kathryn schaute zu Chakotay auf, der ein Fuß neben sie gestellt hatte und sich ein Stück zu ihr herabgebeugt hatte. "Und wie war ihr Tag so?"
"Ich habe über einige Dinge nachgedacht", erwiderte er ein wenig ausweichend und hielt ihr dann seine Hand hin, um ihr von dem Stein aufzuhelfen.
"Kommen Sie, essen sie ein wenig", meinte er aufmunternd und lächelte sie sanft an.

Kathryn akzeptierte seine Hand und stand auf. "Sie haben ja Recht, morgen ist auch noch ein Tag. Aber Hunger habe ich noch nicht. Ich denke, ich werde mich noch einmal mit den Nukleotidsequenzen des Doktors beschäftigen, die er mir dagelassen hat. Kommen Sie Chakotay, gehen wir rein."
Sie lief voraus und nahm dann gleich vor dem Computer Platz und begann weiterzuarbeiten.
Chakotay folgte ihr in die Behausung und nahm ihr gegenüber platz. "Ich glaube, ich kann Ihnen dabei nicht helfen, oder?", fragte er sie nach einer Weile.
Ohne von ihrem Computer aufzublicken meinte Kathryn: "Nur, wenn Sie den zusätzlichen Kurs von Commander McIntyre in weiterführender Genetik belegt haben." Sie sah ihn kurz an. "Haben Sie aber nicht, oder?"
Chakotay lachte ein wenig. "Da muß ich passen", gab er zu und erhob sich. Er holte sein Schnitzzeug. "Wenn sie irgendetwas anderes brauchen, von dem ich Ahnung habe, lassen sie es mich bitte wissen", bot er an und schnitzte weiter.
"Danke Chakotay, das werde ich", sagte Kathryn und arbeitete weiter.

Nach einer ganzen Weile, Kathryn wusste schon gar nicht, wie viel Zeit vergangen war, stöhnte sie schmerzhaft auf und hielt sich ihre Schulter.
"Chakotay", meinte sie und versuchte, ihre verkrampften Muskeln zu lockern. "Falls sie etwas wissen, wie ich meine verspannten Muskeln wieder entspannen kann, dann würde ich jetzt sehr gerne auf Ihr Hilfsangebot von vorhin zurückkommen."
Immer wieder sah Chakotay verstohlen zu Kathryn herüber und beobachtete sie. Als sie aufblickte, sah er sie lächelnd an. Sein Lächeln wich jedoch Besorgnis, als er ihr Stöhnen hörte.
"Sie arbeiten ja auch schon seit fast drei Stunden daran", meinte er und trat hinter sie.
Er atmete ihren Duft ein und schloß kurz die Augen. "Ich könnte ihnen eine Massage anbieten", sagte er sanft und legte seine Hände auf ihre Schultern.

Schon als sie nur die leichte Berührung seiner Hände auf ihren Schultern spürte, fühlte sie, wie eine warme Woge in ihr aufstieg. Diesmal seufzte sie vor Genuss und flüsterte: "Das wäre wundervoll Chakotay."
Sie legte den Kopf leicht in den Nacken und schloss die Augen. Ein wohliges Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit.
Vorsichtig strich er ihre Haare über ihre Schulter und strich dabei wie unbeabsichtigt über ihren Nacken. Sanft, aber dennoch fest begann er, ihre Schultern zu massieren. Er genoss es, dass sie ihren Kopf ein wenig gegen ihn lehnte. Mit geschickten Fingern machte er sehr bald die Verspannung ausfindig und massierte nun gezielt diese Stelle. Er genoss ihre Nähe und ihren Duft. Lächelnd strichen seine Hände über ihre Schultern. Wenn es nach ihm ginge, würde dieser Moment niemals enden.
Kathryn fühlte sich so wohl wie noch nie bei einer Massage. Chakotay hatte wirklich ein ausgesprochenes Talent. Sie ließ sich einfach treiben und fühlte, wie ihre Schultern wieder locker wurden.
"Oooh, das tut so gut Chakotay", seufzte sie genüsslich.
Chakotay fühlte ein Kribbeln in seinem Magen, als sie seinen Namen so voller Genuss stöhnte und mußte sich zusammennehmen. Vorsichtig strichen seine Daumen über ihren Nacken und massierten sie bis zum Ansatz ihrer Haare. Seine Finger glitten an ihrer Wirbelsäule entlang, dann über dem Kleid bis zum Rücken. Er wiederholte dies mehrmals, bis sich seine Hände wieder ihren Schultern widmeten. Während er ihren Rücken massierte, war er ein wenig in die Knie gegangen und so war sein Gesicht nahe ihrem gewesen. Er hatte ihr wohliges Lächeln gesehen, doch dann hatte er sich wieder aufgerichtet. Zu groß war in diesem Moment die Verführung für ihn.
Kathryn merkte wohl, dass Chakotays Massage etwas mehr zu werden schien als es beabsichtigt war. So sehr sie es genoss, aber ihre Schultern fühlten sie wieder wunderbar entspannt an. Daher öffnete sie die Augen, stand behutsam auf und drehte sich langsam zu Chakotay um. Sie sah ihm in die Augen, legte noch mal eine Hand auf ihre Schulter und meinte dann: "Vielen Dank Chakotay, es ist jetzt wirklich viel besser. Ich denke, ich werde jetzt wohl besser schlafen gehen. Gute Nacht Chakotay. Schlafen Sie gut." Kathryn war etwas aufgewühlt, dieser Körperkontakt eben war auch bei ihr nicht ohne Emotionen abgelaufen. Sie legte sich in ihre Schlafnische und schaute durch das Milchglas noch zu Chakotay, der sich wieder an seine Schnitzerei gemacht hatte.
Chakotay hatte es sich wieder auf dem Sofa bequem gemacht und sich noch ein wenig seiner Schnitzerei gewidmet, doch war er viel zu aufgewühlt, um sich darauf richtig konzentrieren zu können. Immer wieder überlegte er, ob er zu weit gegangen war oder ob er hätte weiter gehen sollen... Er wusste es nicht und das machte ihn beinahe wahnsinnig. Ihre Haut unter seinen Händen war so herrlich weich und warm gewesen, wie lange hatte er sich schon danach gesehnt, sie zu berühren, schon seit dem Moment, als sie auf die Voyager gebeamt wurden, hatte er gewußt, dass diese Frau ihn verändern würde, doch wie sehr, das hatte er nicht geahnt. Ein wenig hatte sie sich gehen lassen unter seinen Händen, mehr als er zu hoffen gewagt hatte. Er legte seine Schnitzutensilien weg und erhob sich. Er räumte noch ein wenig auf, dann ging er in seine Schlafecke, um zu versuchen, zu schlafen.
Kathryn lag noch eine ganze Weile wach. Bisher war sie einfach davon ausgegangen, dass sie relativ schnell ein Heilmittel finden würde, doch langsam kamen ihr erste, leise Zweifel. Was wäre, nur mal angenommen, wenn es ihr nicht gelingen würde? Dann würden sie hier den Rest ihres Lebens verbringen müssen. Und was war mit Chakotay? Würde sie es wagen die Grenze zu überschreiten? Und wenn sie es tat und dann doch ein Heilmittel finden würde... nein... das war jetzt Unsinn. Die Voyager würden sie nicht mehr einholen können wenn sie nicht in den nächsten Wochen Erfolg haben würde. Also musste sie sich halt noch mehr in die Arbeit stürzen. Vorhin war ihr bei den Nukleotidsequenzen doch irgendetwas aufgefallen... doch Kathryn konnte den Gedanken noch nicht greifen, er entzog sich immer knapp ihrer Reichweite. Vielleicht sollte sie einfach noch mal nachgucken?
Sie stand wieder auf, bedacht darauf, Chakotay nicht zu stören und setze sich wieder vor den Computer.
Da Chakotay nicht schlafen konnte, hörte er ihre Bewegungen, doch er entschied sich, nicht zu ihr zu gehen. Obwohl er sich nach ihr senhte, auch nur ein kurzes Wort mit ihr zu wechseln, es erschien ihm gerade in diesem Moment falsch, also blieb er liegen und versuchte, sich nicht zu bewegen.
Kathryn verbrachte die Nacht damit die Sequenzen immer und immer wieder durchzusehen. Mit den Stunden, die verstrichen, wurde es aber immer schwerer ihre Augen offenzuhalten. Ich mach sie nur ganz kurz zu, dachte Kathryn, legte den Kopf auf den Tisch und war kurz darauf eingeschlafen.
Kurze Zeit nachdem Kathryn am Tisch Platz genommen hatte, war Chakotay eingeschlafen und hatte, wider Erwarten, eine ganze Weile geschlafen. Sein Träume hatten sich um den vergangenen Tag und um Kathryn gerankt. Als er aufwachte, war alles still in ihrer Behausung, deshalb dachte er, dass Kathryn wieder zu Bett gegangen war. Doch wunderte er sich, warum das Licht noch brannte.
Er verließ das Bett und seine Schlafnische, und fand Kathryn schlafend am Tisch. Er lächelte sanft und strich sich instinktiv seine Haare glatt. Er überlegte, ob er sie wecken sollte, oder sie einfach in ihr Bett bringen sollte, oder ob er sie zudecken sollte. Er entschied sich für letzteres und holte seine Decke, welche er ihr sanft umlegte. Leise verschwand er wieder in seiner Schlafnische und kleidete sich für den Tag um.

Kathryn erwachte von Vogelgezwitscher und leisen, klirrenden Geräuschen hinter ihr.
O mein Gott, ich bin am Tisch eingeschlafen, stellte sie fest als sie einen stechenden Schmerz im Genick spürte. Sie hatte stundenlang den Kopf geknickt gehabt und mußte nun den Preis dafür zahlen. Fast sofort wünschte sie sich die sanften Hände Chakotays zurück, die diese Verspannung sicher im Nu wegmassiert hätten. Doch er war nicht hier. Vorsichtig richtete Kathryn sich auf und bemerkte dann mit einem Lächeln die Decke. Dieser Chakotay, immer dachte er an sie... das hatte sie fast gar nicht verdient. Wo war er überhaupt? "Chakotay?" rief sie leise und drehte ihren Kopf ein paar mal um die Steife zu beseitigen.
Gerade hatte er sich fertig angekleidet, als er ihre Stimme vernahm.
"Ich komme gleich", erwiderte er und zog sein Shirt glatt, dann trat er aus seiner Schlafnische.
"Guten Morgen", wünschte er ihr lächelnd. "Möchten Sie einen Kaffe?", fragte er und verkniff sich die Frage, ob sie denn gut geschlafen hätte. Schon allein ihr Gesichtsausdruck verriet ihm die Antwort.

"Zu gerne Chakotay, vielen Dank", sagte sie gequält. "Ich fürchte, ihre Massage von gestern Abend war jetzt umsonst", meinte sie dann lachend.
Als Chakotay eine dampfende Tasse vor sie hinstellte fühlte sie sich gleich schon besser. Allein das Aroma vom Kaffee weckte die Lebensgeister in ihr.
Als sie ihn ausgetrunken hatte ging sie in ihren Wohnbereich und machte sich ebenfalls fertig für den Tag. Sie hatte heute irgendwie ein gutes Gefühl, dass in einer Falle etwas drin sein könnte.
Chakotay wartete, bis sie sich für den Tag fertig gemacht hatte, damit sie die Behausung gemeinsam verlassen konnten. Als sie fertig war und wieder aus ihrer Nische trat, meinte er lächelnd zu ihr: "Das Angebot steht noch immer, Kathryn," Dann öffnete er die Tür und wartete, bis sie nach draußen getreten war.
"Danke, jetzt drücken Sie mir aber erst mal die Daumen dass ich heute was finde."
Damit bog sie nach rechts in den Wald ab und ging ihre übliche Route. Bei der dritten Falle dann hatte sie wirklich Glück, sie konnte es fast nicht glauben. Ein Insekt hatte sich dort verfangen und Kathryn packte es vorsichtig in einen Probenbehälter. Sie wollte trotzdem aber noch die andern Fallen kontrollieren. Sie hatte gerade den Deckel zugeschraubt, als sie merkte, dass etwas nicht stimmte. Ein heftiger Wind kam auf einmal auf und der Himmel verdunkelte sich in Sekunden. Dann zuckten schon die ersten Blitze über ihren Kopf. Schnell griff sie nach dem Probenglas und machte sich auf den Rückweg. Doch der Wind war mittlerweile so stark geworden, dass sie kaum vorwärts kam. Sie konnte sich nur an den Ästen nach vorne ziehen. Mit einer Hand aber nur frei war das gar nicht so einfach. Schließlich fegte eine Bö einen großen Ast direkt auf sie zu. Kathryn wollte ausweichen doch der Wind ließ ihr keinen Spielraum. Der Ast traf sie direkt in der Seite und sie prallte gegen einen Baumstamm. Das Glas entglitt ihr und sie spürte, wie etwas warmes über ihre Schläfe rann. Langsam wurde ihr schwarz vor Augen und als sie auf ihre Finger sah, war das letzte, an das sie sich erinnerte, das viele Blut das an ihr klebte. Dann umfing sie Dunkelheit.
Chakotay war wie jeden Tag unterwegs, die Gegend zu erkunden und herauszufinden, welche Flora und Fauna es auf diesem Planeten gab und untersuchte einige Wurzeln und Beeren, mit dem Hintergedanken, dass man vielleicht einen kleinen Garten bepflanzen könnte, denn auf Dauer schmeckte ihm das replizierte Essen nicht mehr so wirklich. Doch heute hatte er das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte, er fühlte, dass er nicht allein war und fühlte sich sogar beobachtet. Er verwarf dieses Gefühl und machte sich weiter auf die Suche, doch schlug ihm plötzlich starker Wind entgegen und der Himmel schien sich von einer Sekunde auf die andere verdunkelt zu haben. Er wollte den Rückweg antreten, doch als er sich umdrehte, stand vor ihm ein kleiner Primat, der immer wieder zum Himmel deutete, und dann in eine andere Richtung, als die, in die Chakotay gehen wollte.
Der Wind wurde immer stärker und Chakotay beschloss, den Primaten zu ignorieren und sich in Sicherheit zu bringen, doch wollte der kleine Tier ihn immer wieder aufhalten und dazu bringen, in diese eine bestimmte Richtung zu gehen. Chakotay seufzte auf und beschloss, dem Drängeln des Tierchens nachzugeben, in der Hoffnung, dass es richtig sei. Im Gegensatz zu dem doch recht kleinen Affen hatte es Chakotay schwer, auf den Beinen zu bleiben, doch er folgte ihm weiterhin.
Er wusste, dass er sich immer weiter von der Behausung entfernte, doch erkannte er auch, dass dies der Weg war, an dem Kathryn die Fallen verteilt hatte. in ihm keimte ein Verdacht. Als der kleine Affe abrupt stehen blieb, fiel Chakotay beinahe über das Tierchen, er konnte sich noch im letzten Moment festhalten. Der Affe deutete auf eine am Boden liegende Gestalt, und Chakotay eilte zu Kathryn. Er sah das Blut an ihrer Schläfe und hob sie vorsichtig auf seine Arme.
Er hielt sie fest und schützte sie gegen den Wind. Der kleine Primat war wie vom Erdboden verschwunden. Chakotay erreichte die gemeinsame Behausung, doch war diese mehr zerstört als noch heil. Er brachte Kathryn in den noch intakten Teil und legte sie vorsichtig auf den Boden, unter ihr einige Decken. Er schützte sie mit seinem eigenen Körper vor den herabfallenden Teilen der Behausung.
So schnell wie der Sturm gekommen war, war er auch wieder abgeflaut und Chakotay erhob sich aus den Trümmern ihrer Behausung. Er sah zu Kathryn herab und fühlte ihren Puls, er war schwach aber regelmäßig. Vorsichtig wischte er ihr das getrocknete Blut aus dem Gesicht und sah sich nach dem Tricorder um. Leider fand er nur einen, und der war in Einzelteilen. Leise rief er immer wieder ihren Namen, damit sie aufwachen würde.

Kathryn fiel und fiel in tiefe Schwärze. Sie wusste nicht, wie lange sie schon am Fallen war, aber es schien eine Ewigkeit zu dauern. Bilder und Gesichter zogen wie Kometen an ihr vorbei, so schnell, dass sie meistens nur verwischte Farben sehen konnte. Doch ein Bild schien sich immer wieder von den anderen herauszukristallisieren, ein Bild von einem Mann mit einem Tattoo an der linken Schläfe. Er blickte besorgt drein. Kathryn hatte das Gefühl, als kenne sie diesen Mann sehr gut, ein warmes Gefühl breitete sich in ihr aus. Dann endlich verlangsamte sich auch ihr Fall und irgendwann blieb sie einfach in der Schwärze hängen. In der Ferne konnte sie einen Lichtpunkt ausmachen. Sie lief drauf zu und es war, als würde sie durch ein Fernrohr sehen. Sie sah diesen Mann, der sich über eine Frau gebeugt hatte. An ihrem Kopf war Blut und dann merkte Kathryn, dass sie sich selbst dort liegen sah. Dann strömten die Erinnerungen auf sie ein, sie wusste jetzt, wer der Mann war und wer sie war. Aber warum lag sie dort? Sie war doch hier? "Chakotay!" versuchte sie zu rufen, doch in der Schwärze drang kein Laut über ihre Lippen. Das Atmen fiel ihr schwer und Kathryn wurde müde. Die Szene verblasste vor ihren Augen und dann fühlte sie noch, wie sie davongezogen wurde. Dann war da nichts mehr.
Chakotay überprüfte immer wieder ihren Puls und rief ihren Namen, doch plötzlich war da kein Puls mehr. Bevor ihn Panik oder Tränen übermannen konnten, übernahm die Vernunft Chakotay und er legte Kathryn flach auf den Boden. Wie mechanisch gab er ihr die Herzmassage und die Mund-zu-Mund-Beatmung und zwang sich, nicht an ihr erstes gemeinsames Treffen zu denken.

The first time I set eyes on you,
I knew I'd never be the same.
I never knew I'd get such pleasure whispering your name.
If loving you keeps me alive,
Then how can leaving me be right?
Turn back and let me love you.
Stay with me and let us dance into the night.

Noch immer fand er keinen Puls bei ihr und langsam wurde er panisch. Was wäre, wenn er sie hier verlieren würde. "Verlass mich nicht", flüsterte er ihr leise zu. "Ich brauche Dich."

You are the one,
The only one,
To make me see,
The empty life I lead.

Wieder gab er ihr die Herzmassage und die Mund-zu-Mund-Beatmung, und wieder fühlte er keinen Puls. "Verdammt Kathryn, das ist nicht fair!", entfuhr es ihm wütend. "Ich liebe Dich und ich brauche Dich!"

You are the love,
The only love,
I'll ever need.

Er machte weiter, mittlerweile liefen ihm Tränen über die Wangen und er begann zu verzweifeln. "Bleib bitte bei mir..", flehte er sich immer wieder an und machte dann weiter, sie wiederzubeleben.

The first I set eyes on you,
I knew I'd never be the same.
I never knew I'd get such pleasure whispering your name.
If loving you keeps me alive
Then how can leaving me be right?

Plötzlich fühlte er wieder einen Puls, er war schwach, aber konstant. Noch immer war sie bewusstlos, und er hielt sie vorsichtig im Arm. Sanft strich er über ihr Gesicht und überprüfte immer wieder ihren Puls, er war voller Panik, dass er sie noch einmal verlieren würde.

Turn back and let me love you,
Stay with me and let us dance into the night!

"Kathryn?", flüsterte er leise ihren Namen und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.

Heißer Schmerz dehnte sich in Kathryns Bewusstsein aus, es schien als ob jede Nervenzelle in Flammen stehen würde. Ihre Lunge brannte und jede Pore lechzte nach Sauerstoff. Kathryn riss die Augen auf und schnappte nach Luft.
Chakotay ließ sie langsam los, doch blieb er als Stütze hinter ihr.
Kathryn japste nach Luft und ihr Atem ging schnell. Ihr wurde schwindlig und sie fiel direkt in Chakotays Arme. "Chakotay", brachte sie mühsam hervor, dann zog sie es vor die Augen noch mal zu schließen. Sie hatte höllische Kopfschmerzen und sie hatte noch Mühe beim Atmen. Es schien, als ob ein Elefant auf ihrem Brustkorb hocken würde.
Er hielt sie fest. "Ich bin hier..", flüsterte er ihr leise zu. "Beruhigen Sie sich und versuchen Sie, ganz ruhig zu atmen", meinte er sanft zu ihr. Seine Fingerspitzen legten sich an ihre Schläfen und massierten diese sanft.
Kathryn versuchte ihr Atmung zu kontrollieren, es half dass Chakotay bei ihr war, aber es wurde nur leicht besser. "Kann kaum... atmen..." brachte sie hervor.
Chakotay verfluchte den Umstand, dass alles in Trümmern lag und er weder einen Tricorder noch Medizin hatte.
"Atmen Sie ruhig und langsam", erwiderte er ihr beruhigend. "Konzentrieren Sie sich auf meine Stimme. Atmen Sie langsam ein und wieder aus."

Kathryn versuchte es, doch sie hatte nur wenig Erfolg damit. Chakotays Stimme entfernte sich immer weiter, die Luft, die sie mühsam einsog wurde immer weniger. Die Schwärze tastete wieder nach ihren Sinnen.
Chakotay merkte, dass Kathryn immer schwächer wurde und beschloss, den zweiten Tricorder zu suchen, in der Hoffnung, dass dieser den Sturm heil überstanden habe. Vorsichtig und beinahe widerwillig ließ er Kathryn los.
"Ich bin gleich wieder bei Ihnen", murmelte er und begab sich auf die Suche. Wann immer ihn die Panik zu übermannen drohte, sah er zu Kathryn hinüber und suchte fieberhaft weiter.
Nach einer Ewigkeit, so kam es ihm vor, hatte er den zweiten Tricorder unter einem Schutthaufen gefunden. Zu seiner Erleichterung funktionierte er noch und er machte sich sofort daran, Kathryn zu scannen, doch das Ergebnis des Tricorderscans beunruhigte ihn umso mehr. Kathryns Lungen waren durch den Sturz kollabiert und ihre Sauerstoffversorgung in ihrem Blut war mittlerweile auch auf einem bedenklichen Niveau.
Er sah sich in dem Chaos um und überlegte fieberhaft, wo er einen kleinen spitzen Gegenstand finden würde, um die eingedrungene Luft aus Kathryns Brustkorb entweichen zu lassen. Ihm fiel sein Schnitzzeug ein, welches er unter dem Chaos fand. Schnell suchte er die kleine Nadel, mit der man filigrane Muster schnitzen konnte und fischte sie heraus. Mit seinem Phaser machte er die Nadel steril und tastete dann Kathryns Rippen ab. Schnell stach er mit der Nadel in den zweiten Zwischenrippenraum und ließ die Luft entweichen.
Mit Erleichterung stellte er fest, dass sich Kathryns Atmung zu normalisieren begann.

Der Elefant war verschwunden, zumindest kam es Kathryn so vor. Sie hatte vage mitbekommen dass Chakotay etwas in ihren rechten Brustkorb gestochen hatte. Aber was immer er getan hatte, sie konnte wieder besser atmen. Ich Schädel pochte immer noch, doch das beklemmende Gefühl war weg. Langsam öffnete sie die Augen. Chakotay saß über ihr und blickte besorgt drein. "Danke Chakotay", flüsterte sie und schenkte ihm ein schwaches Lächeln.
Chakotay erwiderte ihr Lächeln ein wenig. Noch immer sah er sie besorgt an. "Wie geht es Ihnen?", fragte er sie sanft.
"Mein Schädel platzt vermutlich gleich, aber sonst wieder recht gut." Kathryn sah auf ihre Brust, wo die Nadel immer noch zwischen den Rippen steckte. Fragend sah sie zu Chakotay. "Was war los?"
"Das erzähle ich Ihnen wenn es Ihnen wieder besser geht", erwiderte Chakotay. Er war erleichtert, dass es Kathryn wieder besser ging. "Ich müsste die Nadel noch entfernen", meinte er zu ihr. "Sind Sie bereit?"
Kathryn nickte und schloss die Augen.
Schnell und geschickt entfernte er die Nadel. "Möchten Sie etwas trinken?", fragte er sie und suchte mit seinen Augen nach einer Decke und etwas, was als Kopfkissen dienen könnte.
"Nein, vielen Dank", erwiderte sie. "Würde Sie mir bitte hoch helfen Chakotay? Ich möchte sehen, was für Schäden entstanden sind." Eigentlich wollte sie lieber liegenbleiben, die Kopfschmerzen waren gar nicht so witzig, doch sie musste es sehen, sie musste wissen, was der Sturm angerichtet hatte.
Chakotay war drauf und dran, zu protestieren, dass sie liegenbleiben solle, doch wusste er, dass dies wohl das Falscheste wahr, was er tun konnte, also behielt er seine Worte für sich und nickte. Er erhob sich und streckte seine Hände aus, um ihr aufzuhelfen.
Sie hielt sich an ihm fest und stand einen Augenblick etwas wacklig auf ihren eigenen Beinen. Stöhnend fasste sie sich an den Kopf und atmete tief durch. Dann schaute sie sich um. Es gab kaum etwas, das nicht kaputt war. Ihr Computer lag zerborsten auf dem Boden, sämtliche Probencontainer waren unbrauchbar und der Sequenzer lag zerbrochen auf dem Boden. Kathryn schlug die Hand vor den Mund und mußte einen Moment um ihre Fassung ringen. Sie hatte keine Möglichkeit mehr, an ihren Studien weiterzuarbeiten. Die Hoffnung auf ein Heilmittel war mit dem Sturm zunichte gemacht worden.
Chakotay hielt sie noch immer fest, er verhielt sich still, er wusste, was dies bedeutete.
Kathryn drehte sich zu Chakotay um. "So kann man auch aufgeben", meinte sie leise, dann befreite sie sich vorsichtig aus seinem Griff und sah sich sie Außenschäden an.
Chakotay folgte ihr nach draußen. Er blieb in ihrer Nähe, falls irgendetwas sein sollte mit ihr, hielt jedoch dennoch genügend Abstand, um ihr die Zeit zu geben, sich alles anzusehen. Ihr Schmerz und ihre Verzweiflung waren fast schon greifbar für ihn.
Der Sturm hatte schlimm gewütet, einige Äste hatten Löcher in das Dach geschlagen und überall lagen Überreste von Holz und Ausrüstungsgegenständen herum. Doch Kathryn wäre nicht Captain geworden, wenn sie sich einfach geschlagen geben würde. Nun, wenn sie hier auf dem Planeten jetzt festsaß, dann wollte sie wenigstens eine ordentliche Unterkunft haben. Also fing sie an, Äste und Holzreste wegzuräumen. Das Loch im Dach mußte verschlossen werden. Sie ignorierte ihren schmerzen Kopf und räumte weiter.
Chakotay half ihr, so schnell er konnte und räumte die schwersten Stücke beiseite. Ihr jetzt zu sagen, dass sie besser Ruhe brauchte, nachdem sie dem Tod von der Schippe gesprungen war, war zwar sein erster Impuls, doch unterdrückte er ihn. Er wusste, dass es besser war, ihr zu helfen, anstatt ihr nun zu sagen, was sie tun sollte.
Nach einer geraumen Weile fühlte Kathryn sich einfach nur total kaputt. Sie hatte wieder Schmerzen in der Brust und ihr Kopf schien gleich zu platzen. Vielleicht war es doch keine so gute Idee gleich Holz zu schleppen, dachte sie, als sie versuchte, einmal richtig tief zu atmen. Sie spürte einen schmerzhaften Stich in der rechten Lunge und irgendwie fiel es ihr auch wieder schwerer, richtig Luft zu holen.
Vielleicht wäre eine Pause angebracht, dachte sie und setzte sich kurzerhand auf einen Stein. Das Stechen ließ nicht nach und sie griff mit ihrer linken Hand an ihre rechte Seite.
Schnell eilte Chakotay zu ihr. Besorgnis war in seinem Blick zu sehen. "Sie sollten sich etwas ausruhen", meinte er besorgt zu ihr.
Kathryn nickte. "Sie haben Recht Chakotay, ich hätte nicht gleich so übertreiben sollen. Ouch, das tut weh!"
Chakotay half Kathryn auf und brachte sie nach drinnen. Er führte sie zum Sofa, welches er wieder aufgerichtet hatte und mit zwei Kissen gepolstert hatte. "Ich bringe Ihnen etwas Wasser", meinte er und verließ kurz die Behausung wieder, um etwas Wasser zu holen. Er reichte es ihr in einer der noch heil gebliebenen Tassen.
"Danke Chakotay", sagte Kathryn und nahm die Tasse entgegen. Sie legte sich halb auf die Couch und fragte dann: "Was ist das für ein Ziehen in meiner rechten Seite? Und was ist eigentlich passiert? Ich kann mich nur noch an den Sturm erinnern und an einen Ast, der mich gegen einen Baum geschleudert hat." Kathryn nippte ein wenig am Wasser, das Atmen war noch immer schwer, aber hielt sich noch in Grenzen. "Und wie konnten Sie mich überhaupt finden?"
Chakotay blieb vor dem Sofa hocken und sah sie besorgt an. "Sie hatten einen Lungenkollaps. Als sie gegen den Baum geschleudert wurden, wurden Sie wohl am Oberkörper getroffen und so wurde der Kollaps ausgelöst", erwiderte er und sah sich ein wenig um. "Ich hatte ein wenig Hilfe, Sie zu finden", lächelte er ein klein wenig. "Ein keiner Primat führte mich direkt zu ihnen. Er hat Ihnen wohl das Leben gerettet, ohne ihn hätte ich Sie nicht gefunden", meinte er und wollte gar nicht daran denken, was dann gewesen wäre. Schnell sah er zu Boden.
Kathryn lächelte. "Ich wusste gar nicht, dass es hier Affen gibt. Passt eigentlich gar nicht zum Klima. Und jetzt ist mir auch klar warum Sie mir ein Loch in meine Brust gestochen haben." Kathryn schaute auf Chakotays Hände herunter. "Und sie haben mir einmal mehr das Leben gerettet", sagte sie leiser. "Vielen Dank."
"Ich wollte es Ihnen erklären, wenn es Ihnen besser geht", erwiderte er und erhob sich. "Danken Sie nicht mir, sondern dem kleinen Kerl", meinte er und wechselte das Thema. "Haben Sie Hunger?"
"Nein, im Moment nicht, danke. Ich denke, ich werde vielleicht etwas schlafen wenn es Ihnen Recht ist? Ich fühle mich nicht sonderlich gut und besser atmen konnte ich auch schon mal." Kathryn wollte gerade aufstehen, doch sie zögerte. "Ehm, Chakotay? Habe ich überhaupt noch eine Schlafnische? Wären Sie so nett und schauen einmal nach bitte?"
Chakotay nickte. "Sie haben Ihre Schlafnische noch", erwiderte er. "Ich räume Sie Ihnen gleich frei, Kathryn", meinte er und machte sich an die Arbeit, die Nische von einigen kleinen Trümmern zu befreien. "Bitte sehr", sagte er, als er wieder zu ihr ging. "Ruhen Sie sich gut aus."
"Vielen Dank", meinte sie und legte sich dann auf ihre Decken. Minuten später ging ihr Atem langsamer, sie war eingeschlafen.
Chakotay hörte noch eine Weile ihrem ruhigen Atmen zu, dann ging er in seine eigene Schlafnische, zumindest in das, was noch davon übrig war. Er nahm sich die Decke und das Kissen und packte beides auf das Sofa, um dort zu schlafen. Er räumte noch ein wenig in der Behausung auf und räumte alles, was defekt war zunächst erst einmal in eine Ecke, um einen Überblick zu bekommen. Er bemühte sich, so leise wie möglich dabei zu sein. Es war mittlerweile schon sehr spät geworden und dunkel.
Müde nahm er auf dem Sofa Platz und beschäftigte sich noch ein wenig mit seinem Schnitzzeug, um seine rasenden Gedanken abzulenken. Doch spätestens, als er sich in den Finger schnitt, beschloss er, sich ebenso zur Ruhe zu begeben. Er holte noch etwas Wasser in die Behausung und nahm sich vor, morgen früh gleich nach etwas Essbarem Ausschau zu halten. Müde legte er sich schlafen.

Kathryn erwachte am nächsten Morgen schweißgebadet und hustend. Ihr Atem ging rasselnd und sie fühlte sich benommen. In ihrer rechten Brustseite hatte sie stechende Schmerzen und dazu noch heftige Kopfschmerzen. Nach schier endloser Zeit hatte sie es geschafft sich aufzusetzen. Sie legte eine Hand an ihre Stirn und fühlte eine sengende Hitze. Auch das noch, dachte sie, krank werden hatte sie eigentlich nicht geplant. Sie wollte Chakotay keine Umstände bereiten, schließlich hatte er sie am Tag vorher schon wieder einmal gerettet. Vermutlich eine harmlose Grippe oder Infekt, dachte Kathryn, schließlich mußte ihr Immunsystem schon einiges durchmachen. Vielleicht war es auch der Virus, der beide eh schon befallen hatte und sie hier festhielt. Sie schaute zu Chakotay herüber. Ihr erster Offizier schlief noch tief und fest. Sie hatten auf dem Planeten schon einige Pflanzen katalogisiert, vielleicht würde eine ihr etwas Linderung verschaffen können. Kathryn stand mühsam auf und wäre fast wieder umgekippt, doch sie lehnte sich im letzten Moment gegen die Wand und versuchte, tief durchzuatmen. Der Hustenreiz wurde auch immer stärker und Kathryn schnappte sich nur schnell den Tricorder und ging dann nach draußen. Sie wollte Chakotay nicht wecken. In sicherer Entfernung ihrer Unterkunft setzte sie sich an einen Baumstamm und war länger damit beschäftigt, erst einmal zu husten. Als der Reiz abgeflaut war rief sie die Datenbank im Tricorder auf und durchstöberte die gängige Flora. Schon bald fand sie einen Baum, dessen Rinde Salicin enthielt. Na, das sieht doch nicht schlecht aus, dachte sie. Jetzt mußte sie den Baum nur noch finden. Aber nicht in ihrem Schlafzeug und so verschwitzt. Sie ging zur Hütte zurück, schaute nach Chakotay und versuchte sich dann möglichst leise fertig zu machen. Doch ständig mußte sie husten und schon bald hörte sie aus Chakotays Richtung erste Geräusche. Die Nacht war für Chakotay nicht sonderlich erholsam. Kathryns Geräusche holten ihn aus seinem leichten Schlaf und er setzte sich langsam auf. Kathryns Husten klang beunruhigend und er erhob sich, um zu ihrer Nische zu gehen. Kurz vor der Nische blieb er stehen. "Kathryn? Ist alles in Ordnung mit Ihnen?", fragte er besorgt gegen die Wand von der Nische.
"Es geht, danke", antwortete sie. Sie hatte es geschafft sich zu duschen und anzuziehen ohne umzukippen. Ihr Gesicht war noch ziemlich gerötet und jede Bewegung war eine kleine Anstrengung für sich. Der Husten wurde langsam zur Plage und das Stechen in ihrer Lunge hatte ein paar Grade zugenommen schien es ihr. Jeder Atemzug war eine Qual. Doch sie straffte die Schultern als sie aus ihrer Nische kam und lächelte Chakotay an.
"Guten Morgen", begrüßte sie ihn erst mal.
Besorgt eilte er zu ihr.
"Guten Morgen", erwiderte er ihr. "Sie sollten sich besser hinsetzen", meinte er und deutete an den Tisch. "Ich hole Ihnen etwas zum Trinken."
Chakotay eilte nach draußen und goss ihr Wasser in ein Glas und stellte es vor ihr auf den Tisch.

"Danke, das ist sehr freundlich von Ihnen", meinte sie und nahm einen Schluck. Sofort schüttelte sie wieder ein Hustenkrampf und ihre rechte Lunge stach einmal mehr.
Chakotay hatte mittlerweile die gleiche Idee wie Kathryn gehabt und suchte nach dem Tricorder. Als sich der Hustenreiz bei Kathryn wieder beruhigt hatte, fragte er sie: "Wo ist der Tricorder, ich möchte gern etwas nachsehen wegen Ihrem Husten."
"Er liegt dort auf dem Tisch", sagte Kathryn und zeigte auf den kleinen Abstelltisch gleich neben dem Eingang. "Ich habe vorhin die Datenbank durchgesehen und nach einer Pflanze gesucht, aus der man vielleicht etwas Medizin gewinnen kann. Wir werden eh auf so etwas in Zukunft angewiesen sein, jetzt, da der Plasmasturm den Replikator zerstört hat. Eine Baumart enthält Salicin, das wäre schon mal ein guter Anfang", erklärte sie. "Ich wollte gleich losgehen und danach suchen."
Er holte sich den Tricorder. "Wie ich sehe, waren Sie mit dem Gedanken schon weiter als ich", meinte er lächelnd zu ihr. "Geht es wieder mit Ihrem Husten?", fragte er besorgt und füllte Wasser in eine Flasche, um sie mitzunehmen.
"Ist nicht so schlimm wie es sich anhört", versuchte sie ihren Zustand herunterzuspielen. "Aber Sie müssen nicht unbedingt mitkommen Chakotay, Sie wollten sicher etwas anderes tun, oder? Ich schaff das schon alleine."
Kathryn war es unangenehm, dass sie Chakotay nun doch solche Umstände machte. Sie freute sich, dass er sie begleiten wollte, doch das würde sie mehr Kraft kosten als allein zu gehen. Chakotay sollte nicht merken, wie schlecht es ihr ging. Sie wollte nicht, dass er sich unnötig Sorgen um sie machte.
"Ich werde mitkommen", erwiderte er ihr in einem ernsten Ton. "Wenn es Ihnen besser geht, können wir losgehen."
Kathryn schaute ihn dankbar und zugleich unruhig an. "Also schön Chakotay, aber keine Wettrennen heute", versuchte sie zu witzeln, doch erneut plagte sie ein heftiger Hustenanfall. Als er vorbei war sammelte sie ihre letzten Reserven, holte eine Tasche hervor und war dann bereit zum Losgehen.
Chakotay lächelte kurz, doch ließ der Hustenanfall ihn schnell wieder ernst werden. "Wenn Sie möchten, gehe ich allein", schlug er vor.
"Nein, machen Sie sich bitte keine Umstände Chakotay. Ich finde es nett dass sie mich begleiten, vielleicht... sollten wir einfach einen kleinen Ausflug daraus machen?" schlug Kathryn vor.
Chakotay hob eine Augenbraue. Man mußte kein Hellseher sein um zu erkennen, dass Kathryn versuchte, ihren Zustand herunterzuspielen. Doch er ließ sich seine Gedanken nicht anmerken und nickte. "Eine gute Idee", erwiderte er und trat nach draußen. Es war ein wunderschöner Sommertag, doch wäre da nicht Kathryns bedenklicher Zustand. Chakotay wartete an der Tür auf sie und sah sich ein wenig um.
Kathryn kam zur Tür heraus und marschierte, für ihre Verhältnisse auffällig langsam, Richtung Süden. Laut Tricorder waren die Daten noch von Scans der Voyager übertragen worden, was hieß, dass der fraglich Baum ein gutes Stück entfernt sein würde. Die Region war mit kartographiert worden und Kathryn schätze, dass sie gut einen ganzen Tag unterwegs sein würden, bis sie an die Berggrenze kommen würden, wo dieser Baum vorrangig wuchs. Schon nach ein paar Minuten merkte sie, wie ihr das Atmen wieder schwerer fiel und ihr Herzschlag glich einem Trommelwirbel. Sie schwitzte wieder und das Stechen in ihrem rechten Lungenflügel war nicht mehr nur ab und zu, sondern verwandelte sich in einen permanenten Schmerz. An einem Baum stützte sie sich kurz ab als sie wieder ein Hustenreiz überkam.
Chakotay half ihr, sich hinzusetzen und kniete sich vor sie. In seinem Blick lag Besorgnis. Er nahm ihr den Tricorder ab und steckte ihn ein. "Ich werde allein weitergehen", meinte er ernst und besorgt.
"Nein, ist schon gut, mir geht's gut. Es ist noch ein weiter Weg, wir sollten lieber weiter gehen." Kathryn zog sich wieder hoch und setzte sich wieder in Bewegung.
Flach atmen und gleichmäßig, dachte sie immer wieder. Und einfach die Schmerzen ignorieren. So kam sie halbwegs gut voran, allerdings wurde sie wieder langsamer und immer wieder mußte sie zwischendurch eine kurze Pause machen als der Husten unerträglich wurde. Als es Mittag wurde, fühlte sich Kathryn, als stünde sie in Flammen. Jetzt fand sie ihre Idee gar nicht mehr so gut, so eine weite Strecke zu laufen. In ihrem Kopf drehte sich alles und plötzlich fühlte sie, dass sie im Gras lag.
Alles geschah so schnell, dass Chakotay ihre Sturz nicht mehr verhindern konnte. Schnell eilte er neben sie und half ihr, sich einigermaßen bequemer hinzulegen, bis der Hustenreiz vorüber war. "Ich bringe Sie zurück und gehe dann allein los", sagte er zu ihr und seine Stimme ließ keinen Widerstand zu. Er hob sie in seine Arme, um sie zurückzutragen.
Kathryn mußte sich anstrengen um überhaupt ein Flüstern zustande zu bekommen. "Nein, bitte Chakotay, das schaffen Sie nicht. Lassen Sie mich hier, ich werde sicher nicht weglaufen."
Er sah sie an, dann nickte er. Er brachte sie zu einem großen Baum und legte sie an dessen Stamm, so dass sie halb saß, halb lag. Seine Jacke ließ er ihr zum Zudecken da, ebenso den Proviant und das Wasser. Er kniete sich neben sie und sah sie an. "Ich beeile mich, versprochen.", meinte er sanft und strich ihr zärtlich über die Wange. Im Moment erschien ihm diese Geste richtig, auch wenn sie sehr vertraut war.
Kathryn brachte so etwas wie ein schwaches Lächeln zustande, dann schloss sie die Augen und verbrachte die nächste Zeit zwischen Fieberträumen und kurzen Wachphasen.
Chakotay eilte davon, den Tricorder hatte er bei sich und suchte nun nach der Baumart. Auf seinem Weg stellte er fest, dass es nahe bei den Bäumen andere Kräuter gab, die fiebersenkend wirken würden. Langsam wurde es dunkel und er hatte noch ein gutes Stück Weg zu gehen. Die Sorge um Kathryn trieb ihn immer weiter.
Mittlerweile hatte er die Stelle, wo die Kräuter wuchsen erreicht und sammelte so viele es ging von ihnen ein. Nun war die Dunkelheit komplett hereingebrochen, doch waren die Bäume nur noch einen knappen Kilometer entfernt.
Als er endlich angekommen war, entfernte er einige Rindenstücken von dem Baum und nahm sie mit. Müde und besorgt machte er sich auf den Weg zurück. Nachdem er fast dreiviertel der Strecke bis zu Kathryn wieder zurückgelegt hatte, verfing sich sein Bein in einer Wurzel und er stolperte nach vorn. Als er sich wieder aufgerappelt hatte und sein Bein aus der Wurzel befreien wollte, durchzuckte ihn ein stechender Schmerz, sobald er das Bein bewegen wollte.
Er biss sich auf die Lippen und bewegte das Bein millimeterweise, um es aus der Umklammerung der Wurzel zu befreien. Sie schien wie festgewachsen zu sein. Er holte seinen Phaser hervor und stellte ihn auf eine niedrige Stufe ein. Nach einiger Zeit hatte er sich aus der Wurzel befreit und versuchte, seinen Weg fortzusetzen. Es ging langsam, aber es ging. Der Fuß war nur geprellt aber nicht gebrochen. Mühsam setzte er seinen nächtlichen Weg fort.
Immer wieder hielt er sich an Bäumen fest, um den Fuß zu entlasten. Nur kurz hielt er inne, um etwas Luft zu schnappen und lehnte sich an einen alten Baum. Kurz schloß er die Augen, als er ein knackendes Geräusch von oben hörte. Ein alter, morscher Ast hatte sich gelöst und stürzte nun direkt auf ihn herab. Er wollte sich von dem Baum wegdrücken und in Sicherheit bringen, doch waren seine Reflexe durch die Müdigkeit und die Verletzung beeinträchtigt, so dass der Ast in direkt erwischte.
"Kathryn!", konnte er noch rufen, doch wusste er nicht, wie weit er von ihr weg war, doch weit konnte es nicht mehr sein. Der dicke und schwere Ast hatte ihm das verletzte Bein eingeklemmt. Er schrie vor Schmerz kurz auf, dann traf ihn ein kleinerer Ast am Kopf und um ihn herum wurde es dunkel.

Kathryn meinte ihren Namen zu hören. Sie zwang sich die Augen zu öffnen und bemerkte zum ersten mal, dass es schon dunkel war. Es fiel ihr schwer einen klaren Gedanken zu fassen, das Fieber brannte noch immer in ihr. Doch sie gab nicht auf. Irgendetwas war wichtig... und dann fiel es ihr ein: Chakotay hätte schon längst zurück sein müssen. Seine Jacke lag noch immer über ihr, doch Kathryn zitterte trotzdem. Schüttelfrost, diagnostizierte sie selber. Sie hatte absolut keine Kraft sich zu bewegen und doch mußte sie es tun. Sie war sich sicher, dass Chakotay nach ihr gerufen hatte. Warum war er noch nicht hier? Wenn sie ihn hören konnte, dann mußte er in der Nähe sein. Er hätte schon hier sein müssen, dachte sie konzentriert nach. Vielleicht brauchte er ihre Hilfe? schoss es ihr durch den Kopf. Ja, das musste es sein, sie musste ihn suchen gehen...
Der Kampf zwischen ihrem Willen und ihren Muskeln tobte heftig, doch nach einer schier endlosen Zeit biss Kathryn die Zähne zusammen und zwang sich unter Einsatz sämtlicher Kraftreserven, die sie noch finden konnte dazu aufzustehen. Stöhnend lehnte sie sich an den Baum. Ihre Knie zitterten und ihr Verstand schien in dickflüssigem Gummi zu schwimmen. Am liebsten wollte sie sich wieder hinlegen. Ihr rechter Lungenflügel überschwemmte ihre Nervenzellen mit Schmerzen und sofort mußte sie wieder husten. Jeder Atemzug stach als wenn ihr jemand ein Schwert in ihre Atemorgane treiben würde. Kathryn wappnete sich dagegen und sehr langsam stolperte sie in die Richtung, aus der sie meinte Chakotays Ruf gehört zu haben.
Nach einer Weile erwachte Chakotay wieder aus seiner Bewusstlosigkeit und wusste zunächst nicht, wo er war und war passiert war. Jedoch als er versuchte sich zu bewegen und ihm dies nicht gelang, erinnerte er sich plötzlich wieder und tastete nach dem Ast, der schwer auf ihm lag. Er lag auf der Seite und versuchte nun, sich auf den Rücken zu drehen.
Es wollte und wollte ihm nicht gelingen und immer wieder durchzuckte ihn ein stechender Schmerz. Mit einem wütenden und beinahe schon verzweifelten Schrei schaffte er es, sich herumzudrehen, so dass er nun auf dem Rücken lag. Sein unverletztes Bein wollte er als Hebel nutzen, um den Ast nach oben zu drücken, und so sein verletztes Bein herausziehen zu können. Soweit war sein Plan, doch war der Ast zu schwer und er lag zu ungünstig, um einen ordentlichen Hebel ansetzen zu können.
Er krallte seine Hände in den Boden und zog sich millimeterweise nach vorn, um den Ast besser anheben zu können. Seine Müdigkeit war mittlerweile gewichen, seine Gedanken kreisten um Kathryn und dass er sich beeilen mußte, er hatte schon viel zu viel Zeit verschwendet. Endlich konnte er sein gesundes Bein so ansetzen, dass er den Ast etwas anheben konnte, doch schaffte er es nicht richtig, sein verletztes Bein unter dem Stamm hervorzuziehen.

Kathryn hörte links von sich Geräusche und dann eindeutig Chakotays Stimme. Er schien in Schwierigkeiten zu stecken. So schnell wie es ihr möglich war lief sie in die Richtung, wo sie ihn vermutete und nur Momente später sah sie einen dunklen Umriss auf dem Boden liegen, der sich bewegte. "Chakotay!" brachte sie mühsam hervor und als ganz nahe bei ihm war, sah sie, dass er eingeklemmt war.
"Warten Sie", sagte sie und ließ sich neben dem Ast auf die Knie fallen. Sie keuchte auf, als sie dachte, jemand hatte einen glühenden Schürhaken in ihre Lunge gerammt. Sie hatte einen metallischen Geschmack im Mund und wusste sofort, dass das sicher nicht gut sein konnte. Dennoch musste sie erst einmal Chakotay hier raus helfen.
Chakotay erschrak, als er Kathryn neben sich bemerkte. "Es tut mir leid", flüsterte er leise und sah sie nicht an. Er versuchte noch immer, den Ast anzuheben, doch würde er es allein nicht schaffen.
Kathryn spürte wie ihre Sinne und Kräfte sie verließen. Doch noch war sie nicht bereit sich der Dunkelheit hinzugeben. Sie setze sich mit dem Rücken an den Ast, suchte einen festen Halt für ihre Beine und sagte dann: "Versuchen Sie gleich ihr Bein herauszuziehen." Dann stemmte sie sich mit letzter Kraft gegen den Ast und drückte ihn von Chakotay runter.
Chakotay zog schnell sein Bein unter dem Ast hervor und rollte sich zur Seite.
Chakotay krabbelte schnell zu ihr und scannte sie mit dem Tricorder. Durch den Husten und die Anstrengung war ihre ohnehin durch den Pneumothorax schon sehr angeschlagene Lunge noch weiter in Mitleidenschaft gezogen worden. Er legte Kathryn auf ihre linke Seite und wischte ihr das Blut von den Lippen. Gott sei dank atmete sie gleichmäßig, wenn auch flach. Er ließ den Tricorder offen und sie immer weiter scannen, damit er sofort gewarnt werden würde, wenn sich ihr Zustand noch mehr verschlechtern würde.
Er selbst machte sich nun daran, die Rinde zu zerstoßen und aus den Kräutern einen Trank zu bereiten, der das Fieber senken sollte.

Kathryns Bewusstsein war wider erwarten nicht im Dunkeln verschwunden, doch sie konnte die Augen nicht offenhalten und brachte auch nicht die Kraft auf etwas zu sagen. Sie merkte, dass Chakotay sich um sie kümmerte und irgendwie machte sie das glücklich.
Er vermischte das Wasser mit der Rinde und ließ es eine Weile einwirken, damit sich das Salicin entfalten konnte. Den Trank mit den Kräutern mischte er in einem anderen Behältnis. Langsam wurde ihm kalt und er suchte sich einige Zweige und Steine zusammen, soweit es mit dem verletzten Bein ging und entzündete mit dem Phaser ein kleines Feuer, damit sie ein wenig gewärmt wurden. Als beide Tränke gut durchgezogen waren, versuchte er, Kathryn zu wecken.
Kathryn focht den nächsten Kampf aus einfach nur ihre Augen aufzukriegen. Sie verlor ihn haushoch. Sie brachte ein leises Stöhnen zustande aber das war auch schon alles. Sie glühte wie verrückt und in ihrem Verstand ging alles wirr durcheinander. Sie war sich am Rande ihres Bewusstseins noch der Nähe und der Stimme von Chakotay gewahr, aber sie hatte restlos alle Kraftreserven jetzt aufgebraucht.
Chakotay hob ihre Kopf ein wenig an und flößte ihr die beiden Tränke, so gut es ging, ein. Er legte ihren Kopf auf seinen Schoß und hielt sie mit seiner Jacke gewärmt.
Kathryn bekam einen Hustenreiz als die Flüssigkeit in ihren Hals rann. Sie schmeckte wieder Blut im Mund und ein Zittern durchfuhr ihren ganzen Körper. Endlich bekam sie die Augen auf und blickte in Chakotays Gesicht. Sie versuchte zu lächeln und mit großer Mühe brachte sie heraus: "Chakotay,.. sollte... ich nicht wieder gesund werden... ich wollte Dir das immer sagen: Ich... liebe Dich."
Sie lächelte ihn noch einmal an, dann erschlafften ihre Gesichtszüge und sie schloss wieder die Augen. Ihr Kopf kippte zur Seite.
Chakotay blickte auf sie herab als hätte ihn grade der Schlag getroffen. Hatte er sie richtig verstanden? Waren dies wirklich die Worte, nach denen er sich seit ihrem ersten Treffen gesehnt hatte oder hatte er sie sich nur eingebildet? Vorsichtig stellte er den Trank ab und strich ihr über das Gesicht. "Du wirst wieder gesund, das weiß ich", flüsterte er ihr leise zu.
Kathryn bekam von dem nichts mit, ihr Körper focht den Kampf gegen seine Verletzung und Infektion aus.
Chakotay blieb so sitzen, wie er saß, nach einer Weile lehnte er sich mit dem Rücken an den Baum, damit es ein wenig bequemer wurde. Sanft streichelte er über Kathryns Gesicht, der Tricorder verreit ihm, dass seine Tränke wohl angeschlagen hatten, denn das Fieber sank ein wenig. Erleichtert sah er sie immer wieder an, doch dann, im Morgengrauen, übermannte ihn doch ein leichter Schlaf.
Kathryn hatte die ganze Zeit über wilde Fieberträume gehabt, doch irgendwann fand ihr Bewusstsein wieder in die Wirklichkeit und sie spürte einen kühlen Luftzug über ihre Wangen streifen. Dann spürte sie wieder den stechenden Schmerz in ihrem Lungenflügel. Das Atmen war dafür etwas leichter, und der Blutgeschmack war weg.
Aber das Fieber wütete immer noch in ihr und jede Bewegung war eine Heidenanstrengung. Doch sie öffnete die Augen und sah direkt Chakotay über ihr.
Er schien zu schlafen. Kathryn lächelte und tastete mir ihrer Hand nach seiner. Sie legte sie auf seine rauf und schloss dann wieder die Augen. Kurz darauf war sie eingeschlafen.
Chakotay erwachte durch die Bewegung, doch war Kathryn wieder eingeschlafen. Er legte noch etwas Holz nach, damit das Feuer nicht starb und verschränkte dann seine Hand mit Kathryns. Der Tricorder verriet ihm, dass das Fieber weiter gesunken war und die Infektion ein wenig zurückgegangen war. Er zog sich ein wenig in eine andere Position, dann schlief auch er wieder ein.
Am Abend erwachte er wieder. Ihm war kalt und das Feuer war fast erloschen. Seufzend stellte er fest, dass er nun aufstehen mußte, da sich kein Holz mehr in seiner Reichweite befand. Vorsichtig hob er Kathryns Kopf an und legte seine Jacke unter ihren Kopf. Langsam stand er auf und versuchte, das verletzte Bein nicht zu belasten. Er sammelte in der Umgebung etwas Holz und entfachte damit das Feuer erneut.
Er setzte sich neben Kathryn und strich ihr über das Gesicht.

Kathryn erwachte von der Berührung und schlug die Augen auf. "Hm... Chakotay? Was ist passiert?" fragte sie leise und gleich darauf stöhnte sie gequält auf. Das Stechen war immer noch da.
"Möchten Sie die kurze oder die lange Version?", fragte er leise.
"Kurz reicht. Waren Sie wirklich eingeklemmt oder hab ich das nur geträumt?" fragte Kathryn.
Er strich ihr sanft eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Sie haben mich befreit, es war kein Traum", meinte er leise. "Ihre Lungen waren kollabiert und wir waren auf der Suche nach einem Baum, dessen Rinde Salicin enthält. Nachdem Sie zusammengebrochen waren, bin ich allein weitergegangen und auf dem Rückweg bin ich von einem Ast fast erschlagen worden", fasste er kurz zusammen. Das Geständnis, das sie ihm gemacht hatte, verschwieg er ihr. Wenn sie sich nicht sicher war, ob es nur ein Traum war, wollte er mit so etwas persönlichem wie dieser Liebeserklärung noch warten.
Kathryn runzelte die Stirn und kramte in ihrem Kopf nach der Erinnerung. "Ihr Bein war eingeklemmt", stelle sie dann fest. "Haben Sie sich verletzt?"
Chakotay schüttelte den Kopf. "Es geht schon", wiegelte er ab und sah auf den Tricorder. Dann reichte er ihr den fiebersenkenden Trank. "Trinken Sie das, damit das Fieber noch weiter sinkt", wies er sie an. "Ich suche in der Zwischenzeit nach Feuerholz", meinte er und erhob sich, das verletzte Bein belastete er weniger.
"Vielen Dank Chakotay", sagte sie und trank den Tee aus. Kathryn legte sich wieder hin, doch diesmal schlief sie nicht wieder gleich ein. Sie versuchte sich zu erinnern, was passiert war. Bruchstücke von Chakotay, wie er unter dem Ast lag kamen ihr in den Sinn, dann ihr eigener Kampf zu ihm zu kommen und dann... sie hatte zu ihm noch etwas gesagt. Eine plötzliche Erinnerung durchfuhr sie, als ihre Worte ihr wieder ins Gedächtnis kamen: ...ich liebe Dich... O nein, ich habe mich gehen lassen, schoss es ihr durch den Kopf. Aber dennoch war es die Wahrheit gewesen. Sie versuchte sich zu erinnern, ob sie noch seinen Gesichtsausdruck gesehen hatte, doch da war nichts mehr außer wirren Gedanken, die unmöglich real gewesen sein konnten. Er hat sich die ganze Zeit um mich gekümmert, wenn er nun auch? überlegte sie. Eine innere Stärke und leichte Verrücktheit überkam sie. Es war verrückt ihm das zu sagen, aber sie würde die Worte auch nicht rückgängig machen können und auch nicht wollen. Endlich hatte sie es gesagt, es fühlte sich gut an. Sie würde es ihm auch noch ein zweites mal sagen. "Ouch", entfuhr ihr ein kleiner Schmerzenslaut, ihre Lunge war immer noch sehr angegriffen. Kurz darauf sah sie, dass Chakotay mit einigen Ästen beladen wieder zu ihr zurückkehrte.
Während Chakotay das Holz sammelte, dachte er über Kathryns Worte nach. Sie hatte ihm gestanden, dass sie ihn liebte, doch war dieses Geständnis wahr oder hatte die es im Delirium gesagt? Er nahm auf einem nahegelegenen Stein Platz und dachte nach. Seine Hand fuhr durch sein dunkles Haar. Er beschloss, noch ein wenig zu warten, bis es Kathryn besser ging, dann würde er sie auf ihr Geständnis ansprechen, doch zunächst war es vorrangig für beide, in die Behausung zurückzukehren.
Er sammelte einige Äste ein und machte sich dann auf den Weg zurück. Wieder bei Kathryn angekommen, legte er die Äste neben die Feuerstelle. Als er bemerkte, dass sie doch nicht schlief, wandte er sich ihr zu. "Geht es Ihnen etwas besser?", fragte er sie sanft und ging zu ihr und hockte sich zu ihr.

"Ja, mein rechter Lungenflügel tut zwar noch scheußlich weh, aber im allgemeinen geht es mir besser. Dank Dir Chakotay."
Kathryn hatte bewusst zum "Du" gewechselt. "Und was ich gestern gesagt habe Chakotay, das meine ich immer noch so." Ein wenig verlegen sah sie ihren ehemaligen ersten Offizier an, dann sagte sie: "Ich liebe Dich wirklich und dazu stehe ich auch."
Chakotay sah sie ein wenig verwundert an, als sie plötzlich in das vertrauliche "Du" wechselte. Sanft nahm er ihre Hand in seine und küsste sie. "Ich liebe Dich auch, Kathryn", erwiderte er ihr und legte seine Hand sanft in ihren Nacken und küsste sie zärtlich.
Kathryns Herz machte einen Freudensprung als sie das hörte. Sie erwiderte seinen Kuss nur zu gerne, wie hatte bloß so lange auf ihn verzichten können? Vielleicht war dieser Insektenstich und die unfreiwillige Isolation hier auf dem Planeten genau das, war für sie bestimmt war. Je länger Kathryn darüber nachdachte, desto glücklicher fühlte sie sich. Sie hatte Chakotay ganz für sich und einen ganzen Planeten zum leben. Lächelnd strich sie ihm über das Haar. "Ich glaube, der Plasmasturm war das Beste, was uns passieren konnte, nicht wahr?" sagte sie zwinkernd.
Chakotay lächelte sie an und nickte. "Manchmal braucht man eben einen kleinen Stoß", meinte er grinsend und zog sie sanft zu sich. "Aber nun versprich mir, dass du wieder gesund wirst für unser gemeinsames Leben."
"Oh, erzähl das meiner Lunge", frotzelte Kathryn und als ob die sich gleich rächen wollte, mußte Kathryn erneut husten. Doch es war nicht mehr so schlimm wie am Anfang. Sie hatte jetzt das perfekte Mittel gefunden um wieder gesund zu werden: Chakotay.
"Ich brauch nur Dich um wieder auf die Beine zu kommen. Gib mir noch 2 Tage zum Erholen, dann kann ich Dir das Versprechen guten Gewissens geben."
Sanft küßte er sie. "Ich gebe Dir mein ganzes Leben", erwiderte er und hielt sie fest.

ENDE