Die Voyager umkreiste in einem hohen Orbit einen unbewohnten Planeten. An Bord war Freude aufgekommen als man mit Hilfe der Sensoren einen reichen Vorrat an Dilithium entdeckt hatte, der es der Crew gestatten würde, ein paar Wochen auf Neelix' Küchenkreationen getrost verzichten zu können. Auch Captain Kathryn Janeway war hoch erfreut, in letzter Zeit hatte sie ihren Kaffeekonsum einschränken müssen, sehr zu ihrem Leidwesen dagegen aber sehr zur Freude des MHN, der ihr gerade vor ein paar Tagen wieder eine Standpauke wegen ihres übermäßigen Kaffeegenusses gehalten hatte.
Nun saß Janeway in ihrem Bereitschaftsraum und suchte ein Außenteam zusammen, um sowohl Dilithium als auch Nahrung aufzusammeln. Bisher hatte sie Chakotay, Neelix, Tuvok und Seven als Senior-Offiziere aufgelistet, gefolgt von diversen Crewmitgliedern aus den Bereichen Sicherheit und Maschinenraum. Mit der Aufstellung zufrieden betrat sie die Brücke und gab das Padd an Tuvok, der die Außenteams informieren würde. Kathryn wäre gerne mit auf den Planeten mitgekommen, aber schließlich musste ja einer auf dem Schiff bleiben und die Stellung halten. Vielleicht würde sie die Gelegenheit haben zu einem späteren Zeitpunkt noch einen kurzen Tagesurlaub machen zu können. Nach zwei Stunden meldete sich ihr erster Offizier über das Combadge.
"Chakotay an Janeway, die Außenteams sind bereit zum runter beamen."
"Verstanden. Viel Spaß da unten Chakotay", sagte sie grinsend.
"Sollte ich einen Strauch mit Kaffeebohnen finden, dann werden Sie es als Erste erfahren", feixte er zurück. "Chakotay Ende."
Kathryn musste lachen. Ein Strauch mit frischen Kaffeebohnen... das wäre was. Dafür würde sie glatt runter beamen und persönlich beim Einsammeln helfen. Gut gelaunt machte sie sich wieder an die Arbeit, sie hatte noch viele Berichte vor sich.

Die Außenteams waren inzwischen auf den Planeten gebeamt und hatten je nach Aufgabenbereich begonnen die verschiedenen Rohstoffe zu suchen. Während Seven und Tuvok nach Dilithium scannten, war Chakotay dazu verurteilt worden einem völlig überfreudigen Talaxianer bei der Suche nach Nahrungsquellen zu helfen. Neelix plapperte ununterbrochen und stieß einen erfreuten Schrei aus, als er Leolawurzeln entdeckte. Chakotay schickte ein Stoßgebet zum Himmel, Leolawurzeleintopf bedeutete den Verbrauch von mehr Replikatorrationen und häufigere Besuche beim Doctor.
"Commander, sehen Sie doch nur! Hier gibt es massenhaft Leolawurzeln! Damit kann ich einen mehrwöchigen Vorrat an Aufläufen und Eintopf kochen! Die Crew wird begeistert sein!" Chakotay wartete darauf, dass Neelix vor Begeisterung Luftsprünge machen würde, aber den Gefallen tat er ihm nicht. "Wirklich Neelix, das ist einfach... hervorragend", er wollte eigentlich "mörderisch" sagen, aber angesichts der Tatsache dass bisher noch keiner an Neelix Kochkreation gestorben war, was teilweise schon an ein Wunder grenzte, hatte er den Talaxianer auch nicht verletzen wollen. Seufzend ergab er sich seinem Schicksal und half beim Ausgraben der Knollen. Vielleicht konnte er ein paar unauffällig desintegrieren, überlegte er. In dem Moment kam eine ihm wohlbekannte Stimme aus seinem Combadge: "Janeway an Chakotay."
Dankbar für die Unterbrechung tippte Chakotay auf sein Badge und sagte: "Chakotay hier."
"Ich wollte nur mal hören wie es Ihnen da unten geht. Haben Sie schon meine Kaffeebohnen gefunden?"
Chakotay lachte. "Nein, aber etwas, das fast genauso gut ist Captain."
"Kaffeepulver?" fragte sie witzelnd.
"Leolawurzeln", sagte Chakotay und wusste, dass er sich damit gerade unbeliebt gemacht hatte, aber er hatte nicht widerstehen können Kathryn ein wenig zu necken. Er wusste, wie sehr sie dieses Gericht hasste.
"Chakotay..." kam die gedehnte Antwort, "wenn ich nicht genau wüsste, dass Sie mir schon ein paar Mal das Leben gerettet haben, würde ich jetzt glatt befürchten, Sie hegen Mordpläne."
Chakotay lachte laut. "Keine Sorge Captain, wenn wir genug Dilithium finden, dann lade ich Sie ein paar Mal zum Essen ein."
"Das Angebot gilt Commander", erklang es fröhlich. "Dann werde ich Sie mal nicht weiter aufhalten, und Chakotay", sie machte eine kleine Pause und sprach dann in verschwörerischem Ton: "versuchen Sie einfach ein paar Knollen im Boden zu lassen. Janeway Ende."
Chakotay grinste und freute sich schon auf die gemeinsamen Abende mit seinem Captain. Neelix hatte von ihrem Geplänkel nichts mitbekommen und war einige Meter entfernt konzentriert damit beschäftigt, den Boden umzugraben.
Einige Kilometer weiter weg in einem Gebirgszug war die Crew auf eine wirklich reiche Dilithiumader gestoßen. Der Energievorrat für Replikatoren würde damit um mehrere Monate aufgefüllt werden können. Janeway hatte sich bei Tuvok gemeldet um nach dem Stand der Dinge zu fragen und die guten Neuigkeiten hoben ihre Stimmung noch mehr.
Am Abend kehrten die Teams zurück und Janeway ließ es sich nicht nehmen, im Transporterraum Spalier zu stehen. Tuvok und Seven, die mit ihren Leuten zuerst ankamen, gaben Janeway einen kurzen Bericht und verließen dann den Transporterraum um sich umzuziehen und zu duschen. Der Tag war ziemlich heiß gewesen und selbst Seven sah etwas zerzaust und müde aus.
Die nächste Gruppe rematerialisierte kurze Zeit später. "Captain!" rief der Talaxianer überglücklich, "Sie ahnen ja gar nicht, was wir tonnenweise gefunden haben!" sprudelte er weiter. Janeway blickte ihn mit leicht zusammengezogenen Augenbrauen an und meinte dann: "Lassen Sie mich raten... es waren keine Kaffeebohnen?"
"Kaffeebohnen, also bitte Captain, viel besser!"
Janeway sah zu Chakotay, der mit einer untrüglichen Miene hinter Neelix stand und die Augen rollte.
"Leolawurzeln!" Neelix hatte vermutlich erwartet, dass sein Captain ihm um den Hals fallen würde, statt dessen wurden ihre Augen gespielt groß und sie fragte: "Ich dachte, wir hätten die Leolawurzelregionen schon längst hinter uns gebracht?"
Neelix winkte hastig ab um sie zu beruhigen. "Keine Sorge Captain, davon wird es noch eine Menge geben auf unserem Weg, das verspreche ich Ihnen. Nun, ich werde mich dann um die Lagerung der Wurzeln kümmern, nicht dass jemand sie ruiniert." Damit verschwand er. Kathryn verzog gequält das Gesicht während Chakotay grinsen musste. "Vielleicht gibt es im Frachtraum in der Leolawurzelsektion einen plötzlichen... Hüllenbruch?" schlug Chakotay vor. "Eine wirklich hervorragende Idee Commander, vielleicht sollten wir B'Elanna informieren."
Chakotay konnte nicht mehr und brach in schallendes Gelächter aus, das auch Kathryn ansteckte. Schließlich beruhigten sich die beiden und Chakotay meinte: "Wie wäre es mit einem Abendessen in meinem Quartier? In zwei Stunden?"
Kathryn lächelte ihren ersten Offizier verträumt an. "Der Captain nimmt dankend an." Sie berührte kurz seine Schulter und wies ihm dann den Weg aus dem Transporterraum. "Und jetzt erzählen Sie mal, wie die Luft unten war", scherzte sie und zusammen verließen sie den Transporterraum.

Pünktlich um 20 Uhr fand sich Kathryn vor der Tür des Quartiers von Chakotay wieder. "Herein", erklang seine Stimme, und Kathryn trat ein. Chakotay hatte schon den Tisch gedeckt und zu ihrer Überraschung stellte sie fest, dass Chakotay eins ihrer Lieblingsgerichte repliziert hatte: Waliser Kaninchen. Ein wohliges Gefühl überkam sie und sie musste sich beherrschen Chakotay nicht um den Hals zu fallen.
"Chakotay, wie lieb", meinte sie und auf seine Handbewegung setzte sie sich. Er füllte Wein in zwei Gläser und reichte Kathryn eins zum anstoßen.
"Auf die Replikatoren! Mögen sie niemals Leolawurzeln ausgeben!" sagte er grinsend.
Kathryn prustete vor Lachen, doch dann stießen sie an. Viel später, als Kathryn in ihrem Bett lag, ließ sie in Gedanken noch einmal diesen wunderschönen Abend Revue passieren. Das romantische Essen, hin und wieder die Berührung ihrer Hände die wie zufällig war und dann die unterhaltsamen Geschichten zusammen auf der Couch, Kathryn leicht an seine Schulter gelehnt... genüsslich seufzte sie und wünschte, er wäre immer noch bei ihr. Gegen weitere Zärtlichkeiten hätte sie nichts einzuwenden gehabt. Sie war jetzt bereit den letzten Schritt zu wagen und er musste von ihr kommen, schließlich war er es, der auf sie wartete. Und sie hatte nicht vor, ihn noch lange warten zu lassen. Mit einem Lächeln schlief sie ein und träumte, dass Chakotay doch mit in ihr Quartier gekommen war.
Auch Chakotay lag inzwischen im Bett und dachte an Kathryn. Er hatte sehr wohl gemerkt dass sie, wenn sie alleine waren, immer häufiger den Körperkontakt und seine Nähe zuließ. Vielleicht war sie doch irgendwann bereit die Protokolle zu vergessen, und er hatte ihr deutlich zu verstehen gegeben, dass er sie nicht drängen würde sondern notfalls bis ans Ende der Tage auf sie warten würde. Nun, er hoffte natürlich, dass er nicht so lange warten musste. Mit neuer Hoffnung angefüllt und glücklich schlief er ein.

Am nächsten Morgen war seine gute Laune etwas abgeflaut, erwartete ihn doch ein weiterer Tag um dem Boden des Planeten die übelste aller bekannten Wurzeln zu entreißen: Leola. Vielleicht konnte er die Arbeit heute jemand anderem aufhalsen, zumal er von ein wenig zuviel Wein gestern Abend leichte Kopfschmerzen hatte und so gar nicht für Neelix wasserfallartige Reden in Stimmung war. Als er alles in seine Tasche gepackt hatte und den Transporterraum betrat wartete auf ihn eine Überraschung.
"Guten Morgen Chakotay", begrüßte ihn Kathryn gut gelaunt.
Chakotays Kopfschmerzen waren auf einmal wie weggeblasen und er strahlte sie erfreut an: "Captain! So eine Überraschung, jetzt sagen Sie nicht, sie wollen Neelix beim Wurzelausgraben helfen."
Janeway winkte ab. "Um Himmels Willen, ich will mich nur selbst davon überzeugen, ob Sie mir vielleicht doch einen Kaffeestrauch vorenthalten haben", sagte sie und zwinkerte ihm dabei zu. In dem Moment betrat Neelix en Transporterraum.
"Captain, Commander, wie schön Sie zu sehen." Als er Janeways Tasche sah wurden seine Augen groß und er meinte: "Captain! Sie begleiten uns, das ist aber sehr schön. Ich kann jede Hilfe gebrauchen beim Graben..." plapperte er drauf los, doch Janeway sah ihn fast unterwürfig an, legte ihm ihre Hand auf die Schulter und meinte: "Neelix, Sie können sich gar nicht vorstellen wie gerne ich Ihnen geholfen hätte, allerdings hat Chakotay gestern eine sehr interessante Endeckung gemacht, der wir beide unbedingt nachgehen müssen."
Neelix sah sie etwas skeptisch an. "So? Was denn für eine Entdeckung?"
Hilfesuchend sah Kathryn zu Chakotay, dem zum Glück etwas einfiel: "Zucchini, Neelix. Ich glaube, auf dem Planeten gibt es Zucchini", improvisierte er. Neelix Gesichtszüge hellten sich auf. "Jaaaa, natürlich! Wie wunderbar, Zucchini sind eine wundervolle Dreingabe für die Leolawurzeln, dann nehme ich Crewman Biddle in meine Gruppe, ich bin sicher er wird es zu schätzen wissen an diesem kostbaren Gemüse arbeiten zu dürfen. Eh.. Neelix an Crewman Biddle, melden sie sich an den folgenden Transporterkoordinaten, sie dürfen mir helfen noch mehr Leolawurzeln auszugraben."
"Verstanden. Ich erwarte Sie", kam die Antwort. Hatte Kathryn sich verhört oder hatte Crewman Biddle geseufzt? Neelix hatte zumindest nichts mitbekommen und ließ sich schon hinunter beamen.
"Danke dass Sie mir den Tag gerettet haben, Captain", wisperte ihr Chakotay ins Ohr.
"Mit dem größten Vergnügen, Commander", sagte sie lächelnd und stieg auf die Plattform. Chakotay trat neben sie und dann standen sie schon inmitten eines grünen Dschungels. Die Luftfeuchtigkeit war ziemlich hoch, die Temperatur ebenfalls und Kathryn fing an zu schwitzen. Chakotay erging es nicht viel besser, gestern war er noch im gemäßigtem Klima gewesen, heute hatte man sie viel weiter südlich in das tropische Klima gebeamt. Er war gespannt, was Kathryn hier gefunden hatte, und er glaubte nicht, dass hier Zucchini wachsen würden.
Sein Captain war gerade dabei Uniformjacke und das langärmelige T-Shirt abzustreifen und stopfte beides in ihren Rucksack. Das Combadge heftete sie sich an das Top. Herausfordernd sah sie Chakotay an, dieser zögerte nicht mehr lange und bald stand er im kurzärmeligen Shirt vor ihr und hängte seine Uniformteile über seine Umhängetasche. "Das ist gleich viel angenehmer", sagte er. "Und Captain, was haben Sie jetzt hier entdeckt das wichtiger ist als Leolawurzeln?"
"Kaffeesträucher!" platze sie heraus. Chakotay starrte sie an. "Das ist wohl ein Witz, oder?" fragte er ungläubig. Kathryn lachte. "Ja, leider. Ich fürchte, meinen heißgeliebten, frischen Kaffee gibt es nur auf der Erde." Chakotay grinste.
"Aber tatsächlich habe ich die Gegend gestern noch hier gescannt und laut Anzeige müsste es hier einige Pflanzen geben die unser MHN vielleicht gebrauchen könnte."
"Klingt auf jeden Fall besser als Leolawurzeln. In welche Richtung müssen wir?"
"Dort lang", Kathryn zeigte in nach Süden und ging los. Nach einer Weile kamen sie an einen kleinen See mit einem wunderschönen Wasserfall. Das Ufer war von Farnähnlichen Pflanzen umgeben und hier kniete sich Kathryn hin und scannte einen Pflanze. "Das ist sie, laut der chemischen Zusammensetzung müsste sie eine betäubende Wirkung haben", stellte sie fest, packe ihren Tricorder ein und strich mit einem Finger über eins der dickfleischigen Blätter, aus dem etwas milchiger Saft tropfte. Sofort wurde ihr Finger angenehm kühl und taub. Sie schaute Chakotay triumphierend an. "Es funktioniert! Die Wirkung tritt sofort ein und ist sehr angenehm, der Doctor wird sich freuen."
Chakotay war vorsichtig. "Was ist mit Langzeit- und Nebenwirkungen?" fragte er.
"Ich denke, das werde ich noch herausfinden, aber laut Tricorder ist die Substanz völlig harmlos für uns. Andernfalls hätte ich es auch nie gewagt sie anzufassen", erklärte sie. "Na schön, dann wollen wir mal anfangen", sagte Chakotay und packte einen Probencontainer aus. Kathryn holte ein paar Handschuhe für jeden von ihnen raus und bald darauf war schon das halbe Ufer abgeerntet. Nach gut einer Stunde kam das Gefühl in Kathryns Finger zurück und zur Sicherheit untersuchte sie sich noch einmal um zu zeigen, dass das Taubkraut (so hatte sie es getauft), die Mühe wert gewesen war. Der Tricorder registrierte nichts ungewöhnliches und Chakotay war zufrieden. Gegen Mittag wurde es zu heiß zum arbeiten und die beiden Offiziere machten es sich unter einem großen Baum direkt am Wasser gemütlich.
"Puh, wenn ich gewusst hätte, dass Pflanzen abschneiden so anstrengen ist, hätte ich mir eine Badehose eingepackt und wäre jetzt eine Runde schwimmen gegangen", seufzte Chakotay. Kathryn lächelte geheimnisvoll, dann stand sie auf. "Chakotay, das ist die beste Idee des Tages." Und zu seiner grenzenlosen Verblüffung begann sie, ihre Schuhe und Strümpfe auszuziehen und ihr Top über den Kopf zu streifen. Chakotay wurde feuerrot im Gesicht als Kathryn nur mit einem Bikinioberteil bekleidet vor ihm stand und sich gerade an ihrer Hose zu schaffen macht. Beflissen guckte er zur Seite, obwohl seine Augen immer wieder zu ihr huschten und sie regelrecht verschlangen. "Äh, Kathryn... was tun Sie?" fragte er.
"Sie haben doch gesagt, dass ein Bad eine tolle Idee wäre", meinte sie lachend.
"Aber... du kannst dich doch nicht einfach so... so ausziehen!" in seiner Stimme klang Verlegenheit mit und er wechselte zum "du" über. Kathryn musste lachen, behielt ihre Hose doch an, kramte etwas aus ihrer Tasche heraus und hockte sich dann vor Chakotay. Ihr Dekolletee war direkt in seiner Augenhöhe. Plötzlich wedelte sie mit einer Badeshorts vor seinen Augen rum. "Ich hoffe, sie passt, ich musste Deine Größe schätzen", sagte sie und drückte sie ihm in die Hand. Chakotay bekam kugelrunde Augen. "Du hast das geplant hier", stellte er dann grinsend fest. "Jep, und deshalb war ich so schlau und habe meinen Bikini schon drunter gezogen." Sie stand wieder auf, stellte sich demonstrativ vor Chakotay hin und entledigte sich langsam ihrer Hose. Chakotay meinte seinen Augen nicht zu trauen. Das war eindeutig. Fragend sah er zu ihr hoch und blickte in zwei jetzt ernst blickende Augen. Wie magisch davon angezogen stand er auf und stellte sich vor sie. Ihre Augen klebten an seinen Lippen. "Kathryn..." flüsterte er.
"Psst" macht sie nur und dann küsste sie Chakotay hingebungsvoll. Er konnte es gar nicht glauben, schlang seine Arme um sie und erwiderte den Kuss zärtlich. Schließlich löste sie sich von ihm und sagte: "Danke dass du so lange auf mich gewartet hast Chakotay." Chakotay wirbelte sie einfach einmal im Kreis. "Auf Dich zu warten war jede Minute wert, Kathryn Janeway, aber du glaubst gar nicht wie unvorstellbar glücklich ich bin, dass das Warten nun zu Ende ist." Er küsste sie noch einmal, diesmal erforschte er mit seiner Zunge ihren Mund und sie stand ihm in nichts nach. Als sie sich fast außer Atem voneinander lösten schaute Kathryn prüfend ihren ersten Offizier an. "So geht das nicht", meinte sie nur. Dann setzte sie sich auf den Boden, zog Chakotay zu ihr herunter und fing an sein T-Shirt auszuziehen. Bereitwillig kam ihr Chakotay entgegen und kurz darauf lag er mit nacktem Oberkörper auf dem Rücken. Er streifte sich mit den Füßen die Schuhe ab während Kathryn halb über ihm saß. Ihre Hände schienen ein Eigenleben zu entwickeln, als sie Zentimeter um Zentimeter seinen Oberköper streichelte. Chakotay war noch wie im Traum und konnte es immer noch nicht so recht glauben. Er schloss die Augen und gab sich ganz ihren Berührungen hin. Ihre Zunge umspielte jetzt seine Brustwarzen und eine Hand tastete langsam immer weiter an ihm hinab. Als sie am Bauchnabel ankam spürte er, dass es in seiner Hose immer enger wurde. Sie hatte es gemerkt und war nun dabei, seine Hose zu öffnen. Er hob das Gesäß etwas an damit sie die Hose leichter abstreifen konnte und schließlich lag er nur noch in seinen Boxershorts da. Die Strümpfe zog sie ihm auch aus und dann wollte sie sich gerade an seinem letzten Kleidungsstück zu schaffen machen, doch Chakotay nahm zärtlich ihre Arme und zog sie zu sich auf den Bauch. Kathryn störte das nicht, sie hatte alle Zeit der Welt. Sie bedeckte ihn wieder mit Küssen und Chakotay tastete auf ihren Rücken und öffnete das Bikinioberteil. Kathryn stöhnte leise, ihre Haut kribbelte bei seiner Berührung, wie hatte sie nur so lange darauf verzichten können? Sein hartes Geschlecht drückte derweil immer wieder in ihre Leisten und sie merkte, dass sie es nun selber gar nicht mehr abwarten konnte sie mit ihm zu vereinen. Chakotay warf ihr Oberteil zur Seite und drehte sie dann mit einem gekonnten Manöver auf den Rücken, so dass sie jetzt unten lag und er an der Reihe war. Kathryn schloss die Augen und genoss jede seiner Berührungen. Erst massierte er ihren Bauchnabel, dann endlich glitten seine Hände höher und kneteten ihre Brust. Er saugte vorsichtig an ihren Nippeln und sie bäumte sich etwas auf. Eine Hand ließ er weiterhin an ihrer Brust, mit der anderen glitt er tiefer, verharrte kurz vor der letzten Grenze und überwand sie dann. Seine Hand glitt in ihr Bikiniunterteil und erforschte Kathryns Weiblichkeit. Nach ein paar Sekunden zog er ihr das Bikinunterteil ganz aus, streifte sich selber schnell seine Hose ab und legte sich dann genüsslich auf sie. Kathryn wurde halb verrückt als sie merkte, dass er noch nicht vorhatte in sie einzudringen. "Chakotay", stöhnte sie, "bitte..." Es war ihr egal dass sie bettelte, sie wollte ihn jetzt spüren. Chakotay lachte leise und küsste ihren Hals bis hin zu der Brust. "Bettelst du mich etwa an, Captain?" fragte er gespielt. Kathryn öffnete nicht ihre Augen, sagte aber: "Du Schuft, ich kann mich nicht mehr lange beherrschen!" ein Stöhnen begleitete den Satz und Chakotay, um den es auch gleich geschehen war, erfüllte nun endlich ihrer beiden Träume. Sehr langsam und vorsichtig dran er in sie ein und meinte gleich explodieren zu müssen. Kathryn erging es nicht viel besser und schon nach ein paar Sekunden ließen ihre Bewegungen nach und er ruhte in ihr. Das zweite und dritte mal war dafür um so intensiver und länger und auch Kathryn kam voll auf ihre Kosten.
Erschöpft lagen beide eine ganze Weile einfach nur beieinander, verwöhnten sich noch mit Streicheleinheiten und Küssen. Schließlich sagte Kathryn: "Weißt du, ein Bad wäre jetzt nicht schlecht."
Chakotay nickte. Kathryn war im Begriff aufzustehen und ihren Bikini anzuziehen, doch Chakotay nahm ihr die Kleidungsstücke aus der Hand. "Wir sind hier allein, Kath", hauchte er liebevoll und küsste ihren Nacken. Dann stand er blitzschnell auf, hob sie einfach hoch und warf sie ins Wasser. Kathryn tauchte prustend wieder auf und rief: "Chakotay! Das gibt noch Revange!" Kurze Zeit später war eine Wasserschlacht im Gange. Nachdem sie sich ausgiebig abgekühlt hatten, war es langsam an der Zeit zum Schiff zurückzukehren. Die beiden Offiziere zogen sich wieder an, diesmal gleich die komplette Uniform, sammelten die Pflanzenbehälter ein und stapelten sie am Ufer.
"Janeway an Voyager, beamen sie die Probencontainer in Frachtraum 3."
"Ja, Ma'am", sagte eine Stimme und die Container lösten sich vor ihren Augen auf.
Dann stellten sich Kathryn und Chakotay nebeneinander und schon erfasste der Transporterstrahl auch sie.
"Janeway an die Krankenstation."
"Sprechen Sie."
"Ich glaube, wir haben da etwas für Sie, Doc. Kommen Sie bitte in Frachtraum 3. Wir treffen uns gleich dort. Janeway Ende."
"Kommen Sie, Commander, lassen wir den Doctor nicht warten."
Chakotay wollte gerade losgehen, da merkte er, dass sein Tricorder fehlte.
"Verflucht", schimpfte er als er sah, dass seine Tasche nicht richtig geschlossen war.
"Was ist los?" fragte Kathryn und kam wieder zurück.
"Der Tricorder muss herausgefallen sein, ich hole ihn schnell noch. Gehen Sie schon mal vor Captain." Chakotay stellte sich wieder auf die Plattform.
"In Ordnung, wir sehen uns dann gleich Commander."

Chakotay materialisierte wieder nahe beim Wasserfall und begann zu suchen. Er hatte die Tasche nahe an den Felsen abgestellt, erinnerte er sich. Er tauchte in dichtes Blattwerk und bunte Blüten ein und suchte nach dem Gerät. Unweit von ihm drehte eine Pflanze ihre Blüte in Richtung des vermeintlichen Eindringlings und als er auf einen Meter heran war, spritzte sie eine kleine Ladung feinsten Blütenstaub an seinen Ärmel. Chakotay merkte es nicht, er hatte gerade seinen Tricorder gefunden und ließ sie schon wieder hochbeamen. Dann machte er sich auf den Weg in Frachtraum 3. Als er gerade um die letzte Ecke bog stieß er auf einmal mit jemandem zusammen.
"Entschuldigen Sie, Commander", klang eine weibliche Stimme, die zu Naomi Wildman gehörte. Das junge Mädchen war mit zwei Probencontainern beladen gerade aus dem Frachtraum gekommen und hatte dem Commander nicht mehr so schnell ausweichen können. Chakotay hielt sie fest, damit sie nicht hinfiel.
"Nicht passiert", sagte er und als er sicher war, dass sie ihr Gleichgewicht wiedergefunden hatte, ließ er sie los. "Hat Dich Neelix verpflichtete seine Wurzeln zu tragen?" fragte er grinsend. Naomi seufzte. "Vielleicht sollte ich ihm einfach sagen, ich hätte mich verlaufen und seine Wurzeln aus Versehen in der Luftschleuse liegengelassen."
Chakotay lachte. "Das hab ich jetzt nicht gehört, Miss Wildman." Naomi lächelte zurück. "Hab ich etwas gesagt Commander?" Und mit einem koketten Wimpernschlag und unschuldigem Blick nahm sie beide Container und marschierte weiter Richtung Casino.
Chakotay sah Naomi mit einem Lächeln nach als sich die Türen zum Frachtraum öffneten. "Was ist Ihnen denn über den Weg gelaufen Commander?" fragte Janeway als er eintrat. "Ich bin gerade mit Naomi zusammengestoßen, es ist einfach unglaublich wie groß sie geworden ist. Kathryn, ich glaube wir merken gar nicht mehr, wie die Zeit verstreicht."
Kathryn musste ihm da zustimmen. Naomi war nach normaler Zeitrechnung erst 8 Jahre alt, da sie aber zur Hälfte Kterianerin war, wuchs sie fast doppelt so schnell wie normale Menschenkinder. Nach menschliche Maßstäben konnte man sie also schon für 16 Jahre halten. "Kommen Sie Commander, ich habe dem Doc schon einen Bericht abgegeben und er ist sehr entzückt über unsere Entdeckung. Oder anders gesagt: wir haben jetzt Dienstschluss", sagte Kathryn mit einem hintergründigen Lächeln. Chakotay schmunzelte. "Wie wäre es nachher in meinem Quartier?" flüsterte er. "Worauf Du Dich verlassen kannst", antwortete Kathryn genauso leise. Etwas lauter sagte sie dann: "Wir sehen uns nachher Commander, ich werde jetzt erst einmal duschen gehen und meine Uniform reinigen lassen. Der Sand ist scheinbar in alle Poren gedrungen."
"Ganz meinerseits, Captain." Damit trennten sich ihre Wege, denn Janeway machte noch einen kleinen Umweg in den Maschinenraum.

Kathryn war mit dem Duschen fertig und wollte gerade in etwas bequemes schlüpfen, als sie Tuvoks Ruf vernahm: "Captain Janeway, kommen Sie bitte auf die Brücke. Wir empfangen einen Notruf."
"Ich bin unterwegs. Janeway Ende." In Windeseile zog sie ihre saubere Uniform an und hastete zur Brücke. Chakotay war bereits anwesend, er schien auch gerade aus der Dusche gekommen zu sein, denn sein Haar glänzte noch feucht.
"Bericht", sagte sie.
"Wir empfangen einen Notruf", sagte Tuvok.
"Auf den Schirm."
"Nur Audio möglich."
"Dann lassen Sie mal hören Tuvok."
Eine tiefe Stimme drang aus den Lautsprechern: "Hier ist das Bergbauschiff IV, wir hatten einen Zwischenfall an Bord, der Antrieb wurde beschädigt und durch eine Explosion wurde Strahlung freigesetzt. Die ganze Crew ist erkrankt, wenn uns jemand hört, bitte helfen Sie uns. Hier ist das Bergbauschiff IV, wir..."
Janeway machte die "Kill-Geste" und Tuvok schaltete ab.
"Peilung der Nachricht?" fragte Janeway. Tuvok tippte auf einige Kontrollen und sagte dann: Das Schiff befindet sich drei Tage mit hohem Warp entfernt Captain."
"Drei Tage..." murmelte Janeway. "Mr. Paris, machen Sie den Delta Flyer startklar, Sie werden mit Commander Chakotay, Seven und dem Doctor hinfliegen."
"Aye Captain", sagte Tom und erhob sich. "Janeway an Seven."
"Sprechen Sie."
"Melden Sie sich in Shuttlerampe drei, ihre technischen Fähigkeiten werden bei einem fremden Schiff benötigt. Ich kann Lt. Torres leider nicht entbehren."
"Verstanden."
"Janeway an den Doctor, melden Sie sich mit einem medizinischen Notfallset in der Shuttlerampe, wir haben einen Notruf erhalten. Stellen Sie sich auf Strahlenverbrennungen und viele Opfer ein."
"Ich bin unterwegs, Captain."
Zu Chakotay gewandt sagte Kathryn: "Commander, ich begleite sie zur Shuttlerampe, Tuvok, Sie haben die Brücke."
Im Turbolift, als Kathryn mit Chakotay allein war, küsste sie ihn schnell. "Es tut mir leid, aus unserem Abend wird wohl erst mal nichts", sagte sie bedauernd. "Ich habe so viele Jahre auf Dich gewartet Kath, ein paar Tage werde ich da auch noch aushalten", sagte er lächelnd und strich ihr noch einmal zärtlich über die Wange.
"Wenn Du zurück bist nehmen wir uns zwei Tage frei, einverstanden?"
Die Türen öffneten sich und nachdem er sich vergewissert hatte, dass sie keiner sah sagte Chakotay: "Ich liebe Dich, Kath." Dann warf er ihr noch einen Kuss zu und ging zur Shuttlerampe.
Als Kathryn wieder auf die Brücke kam blickte sie ein vulkanisches Gesicht tiefgründig an. Es war unüblich dass der Captain jemanden in die Shuttlerampe begleitete, aber seine Schlussfolgerungen behielt der Vulkanier für sich. Stattdessen sagte er nur: "Der Delta Flyer hat die Shuttlerampe verlassen."
"Viel Glück", sagte Janeway in den offnen Kanal und hörte noch ein "Danke Captain" bevor der Flyer auf Warp ging und verschwand.

Nach drei Tagen im Shuttle hatte das Rettungsteam endlich Kontakt mit dem Bergbauschiff. Außer ihnen hatte den Notruf scheinbar niemand gehört oder war einfach nicht gekommen. Das MHN ging zuerst allein an Bord um das Ausmaß der Strahlung zu erkunden. Er fand das Leck in einem Reaktor, brauchte aber die Hilfe von Seven, Tom und Chakotay um es abzudichten. Er impfte alle vorsorglich mit Hydronalin, dann beamten sie hinüber. Chakotay und Seven konnten recht schnell das Leck abdichten, Paris half dem Doctor bei der Versorgung der vielen Verletzten. Als Seven dann meinte, sie könne auch allein den Antrieb wieder reparieren, konnte auch Chakotay den beiden anderen helfen. Es dauerte Stunden, bis sie es geschafft hatten alle noch lebenden Arbeiter zu versorgen und das MHN meinte, sie würden mindestens noch 4-5 Tage hierbleiben müssen, damit die Leute soweit hergestellt wären um sich wieder um sich selber kümmern zu können. Das Schiff war zwar recht groß, aber die Besatzung war zum Glück recht klein da man viel an Stauraum brauchte. Chakotay informierte die Voyager, dass sie vor einer Woche kaum zurück sein würden und Janeway nutzte die Gelegenheit, der gesamten Crew Landurlaub zu gewähren. Nach fünf Tagen auf dem Bergbauschiff waren die meisten Crewmitglieder wieder auf den Beinen und konnten alleine weitermachen. Der Vorarbeiter bedankte sich überschwänglich bei den Helfern und dann konnten die vier endlich wieder den Heimweg antreten. Sobald sie auf Warp waren orderte das MHN alle zu einer Untersuchung in den hinteren Teil des Flyers. Er wollte sichergehen, dass die Impfung gereicht hatte und keiner doch verseucht war. Bei Tom fand er nichts, ebenso wenig bei Seven, bei der es aufgrund ihrer Borgimplantate allerdings etwas länger dauerte. Als Chakotay an die Reihe kam runzelte das MHN die Stirn und brummte leise. "Stimmt etwas nicht?" fragte Chakotay.
"Hm, Commander, es scheint, als haben Sie mehr abbekommen als die anderen", sagte das MHN und lud ein Hypospray. "Ich gebe Ihnen noch eine Dosis Hydronalin, das sollte die Werte wieder normalisieren. Es kann sein, dass Sie sich in nächster Zeit etwas schwach fühlen und evt. leichtes Fieber bekommen. Falls Sie sich krank fühlen kommen Sie unverzüglich zu mir. Ansonsten geht es Ihnen hoffentlich in spätestens drei Tagen wieder besser."
"Ist gut, Doctor." Das Mittel entlud sich in seinen Hals, dann durfte er wieder nach vorne gehen.

Auf der Voyager lief alles derweil zu Janeways vollster Zufriedenheit. Sie hatte mehrmals mit dem Außenteam Kontakt aufgenommen und die Frachträume der Voyager waren bis obenhin gefüllt. Jetzt mussten nur noch die letzten Urlauber an Bord kommen, dann könnten sie dem Delta Flyer entgegen fliegen.
"Tuvok an Janeway, soeben wurde die letzte Gruppe hoch gebeamt, wir können wieder auf Kurs gehen."
"Danke Mr. Tuvok. Mr. Culhane, setzen Sie einen Kurs Richtung Erde, transferieren Sie die neuen Rendezvous Koordinaten an den Delta Flyer und gehen Sie auf Warp 2."
"Aye Captain."
"Janeway an Delta Flyer." Toms Gesicht erschien auf dem Monitor. "Fliegen Sie die übermittelten Koordinaten an, wir treffen uns da."
"Aye Captain. Wir sehen uns dann übermorgen hoffentlich. Delta Flyer Ende."

Am nächsten morgen wachte Chakotay ziemlich gerädert im Flyer auf. Scheinbar hatte er Pech gehabt und litt nun unter den Nachwirkungen einer erhöhten Strahlen- oder Medikamentendosis wie der Doctor prophezeit hatte. Er tastet nach seiner Stirn, doch diese war eher kälter als wärmer. Fieber hatte er also nicht, ein gutes Zeichen. Als er sich aufsetzte wurde ihm etwas schwindlig, aber auch das schob er auf die Nachwirkungen. Und tatsächlich wurde es gleich besser. Nachdem er dann noch gefrühstückt hatte fühlte er sich wesentlich besser. Beschwingt lief er nach vorn und begrüßte seine Kameraden. Der MHN war inaktiv und Chakotay sah auch keinen Grund es zu aktivieren. Der Doctor hatte ihn ja gewarnt. Bis zum Mittag verlief der Flug ohne Komplikationen, Tom saß entspannt an den Kontrollen, Seven war im hinteren Teil und Chakotay las Padds. Plötzlich wurde das Shuttle durchgeschüttelt, ein Funkenregen prasselte auf Tom und Chakotay nieder und beide flogen aus ihren Sitzen und landeten recht unsanft auf dem Boden. "Was war das Tom?" fragte Chakotay und zog sich auf den Sessel an der taktischen Station. Auch Tom saß inzwischen wieder an seinem Platz und drückte eifrig Buttons. Seven kam herein und setze sich an die freie Station. "Der Flyer wurde von einer gravimetrischen Verzerrung getroffen, Mikrohüllenbruch im Heck wurde automatisch versiegelt, Umweltkontrollen offline, der Antrieb ist beschädigt", berichtete Seven.
"Tom, rufen Sie die Voyager und sagen Ihnen, sie sollen uns hier abholen kommen", orderte Chakotay. Tom nickte und öffnete einen Kanal. "Mayday, mayday, Paris an Voyager, wir wurden von einer gravimetrischen Verzerrung getroffen, der Flyer ist schwer beschädigt, der Antrieb ist ausgefallen. Wir brauchen dringend Hilfe."
Als keine Antwort kam sagte Seven: "Das Comsystem ist beschädigt, aber es kann repariert werden." Sie machte sich an die Arbeit. Chakotay sah zu Toms Station und bemerkte dabei, dass der Pilot eine blutige Schramme am Kopf hatte. "Tom, Sie haben was abbekommen", stellte er fest. "Nur ein Kratzer", meinte dieser und machte weiter. Chakotay holten den mobilen Emitter und aktivierte das MHN.
"Bitte nenne Sie die Art des medizinischen Notfalls", sagte das MHN. Chakotay deutete auf Tom. "Eine gravimetrische Verzerrung hat uns getroffen."
Das MHN holte den medizinischen Tricorder und das Medkit hervor, trat dann an Tom heran und scannte ihn. Tom arbeitete unterdessen weiter. "Sie hatten Glück Mr. Paris, nur ein Kratzer und eine leichte Schwellung am Schädel, das haben wir gleich." Er holte einen Dermalregenerator hervor und schloss die Wunde.
"Danke Doc", sagte Paris flüchtig.
"Immer gern." Das MHN packte seine Geräte wieder zurück und half bei der Reparatur. Nach gut einer Stunde hatte es Seven geschafft die Kommunikation wieder hinzubekommen und Tom kontaktierte noch einmal die Voyager.
"Wir fliegen mit Maximalgeschwindigkeit, aber vor morgen früh werden wir nicht da sein können, bis dahin müssen Sie das Beste aus der Situation machen", sagte Janeway.
"Verstanden Captain, Delta Flyer Ende." Tom wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß ab. "Ist vielleicht noch jemandem zu heiß hier?" fragte er.
Seven hob eine Augenbraue. "Die Umweltkontrollen wurden beschädigt. Die Temperatur wird noch steigen." Tom stöhnte, dann zog er sich seine Uniformjacke und das langärmelige Shirt aus. In dem T-Shirt fühlte er sich wesentlich wohler. Chakotay schwitze merkwürdigerweise nicht, im Gegenteil, ihm war eher kalt gewesen und jetzt taute er langsam auf. Nach ein paar Stunden hatten sie es geschafft den Hüllenbruch zu schließen, den Antrieb und die Umweltkontrollen dagegen konnten sie nicht mehr reparieren ohne auf der Voyager zu sein. So hatte sich das MHN wieder deaktiviert und die Crew sich in den hinteren Teil des Schiffes begeben und saßen nun ruhig da. Im Shuttle war die Temperatur inzwischen fast unerträglich heiß. Selbst Seven hatte ihr Oberteil ausgezogen und trug nur ihr ärmelloses Top. Chakotay hatte seine Jacke ausgezogen, den Rest aber noch an. Tom bemerkte es und fragte: "Ist Ihnen nicht zu heiß Chakotay?" "Nein, eigentlich nicht. Vielleicht kommt das daher, dass ich als Kind mit meinem Vater immer im tropischen Klima war und nicht so schnell schwitze." "Chakotay, es müssen an die 50°C sein, an solche Hitze sind nur Wüstenbewohner gewöhnt!" Chakotay zuckte mit den Achseln. Aber damit Tom Ruhe gab zog er nun auch sein langärmeliges Shirt aus. Tom stand auf und holte für jeden eine Flasche Wasser. "Hier, trinken Sie", sagte er und reichte erst Seven, dann Chakotay eine. Chakotay trank sehr wenig, irgendwie fühlte sich sein Magen seit dem Mittag so komisch an. Er würde nicht sagen dass ihm schlecht war, eher etwas flau. Er seufzte. Das musste ja auch kommen, erst die Sache mit der Strahlung und jetzt saßen sie hier fest. Dabei wollte er nichts sehnlicher als endlich bei Kathryn in den Armen liegen. Nun ja, ein paar Stunden würde er auch noch durchhalten. Überhaupt war es eine gute Idee wenn sie sich alle ein paar Stunden hinlegen würden. Sie beschlossen, das MHN wieder zu aktivieren damit er aufpassen konnte. Der Doctor hielt das für eine ausgezeichnete Idee dass sich alle hinlegten und versprach, dass er noch mal Kontakt mit der Voyager herstellte. Da es in der Hitze kein Vergnügen war einzuschlafen verabreichte das MHN ihnen ein leichtes Sedativum. Seven und Tom waren schon eingeschlafen, bei Chakotay fragte er vorher noch nach: "Wie geht es Ihnen Commander? Haben Sie noch irgendwelche Beschwerden?" Er hatte bereits seinen Tricorder hervorgeholt und scannte den ersten Offizier.
"Heute morgen hab ich mich ein wenig schwach gefühlt, aber Fieber hatte ich keins. Alles in Ordnung."
Das MHN schaute ihn prüfend an. "Wirklich?" fragte es nach.
"Ja, wieso? stimmt etwas nicht?"
"Laut meinen Anzeigen haben sie leichtes Fieber bekommen", sagte das MHN, "und eigentlich müssten Sie noch mehr schwitzen als die anderen." Er legte eine Hand auf Chakotays Arm. Die Haut war kühl und feucht. Das MHN runzelte die Stirn. "Ihre Haut ist kalt und klamm, das ist nicht gut. Das sieht mir nach Schüttelfrost aus." Beim Sprechen noch drehte er sich um, lud ein Hypospray und presste es Chakotay an den Hals.
"Ich fühle mich eigentlich so weit prima, Doc", wunderte sich Chakotay.
"Haben Sie sonst noch irgendwelche Beschwerden? Falls ja, dann müssen Sie es mir sagen. Schmerzen in den Extremitäten z.B.?"
"Nein, allerdings habe ich seit einiger Zeit ein etwas flaues Gefühl im Magen", gab er zu.
Das MHN scannte den Magenbereich von Chakotay und seine Augenbrauen verengten sich ein weiteres Mal. "Ihr Magen hat zu viel Säure produziert, daher das flaue Gefühl. Allerdings kann ich noch nicht sagen warum das so ist. Wenn die Voyager eintrifft möchte ich Sie unverzüglich auf der Krankenstation sehen, ich fürchte, Sie haben ein ernsteres Problem als eine Strahlennachwirkung. Ich gebe Ihnen ebenfalls ein leichtes Sedativum, versuchen Sie zu schlafen." Ein weiteres Mal drückte er das Hypospray gegen Chakotays Hals und Chakotay merkte, dass seine Lider schwer wurden und schließlich zufielen. Sein letzter Gedanke vor dem Einschlafen galt Kathryn und dass das gemeinsame Treffen noch länger warten musste.
Das MHN nahm derweil Kontakt zur Voyager auf, informierte sie über den Zustand des Shuttles und der Crew. "Mr. Paris und Seven sind wohlauf", sagte der Doctor gerade zu Janeway, "allerdings mache ich mir um Commander Chakotay etwas Sorgen. Wenn Sie in Transporterreichweite kommen, dann beamen sie uns beide bitte unverzüglich auf die Krankenstation."
"Verstanden, Doctor. Janeway Ende."
Als Kathryn den Kanal schloss war sie froh, dass ihr keiner angemerkt hatte wie sehr sie diese Informationen getroffen hatten. Aber andererseits hatte der Doctor jetzt auch nicht übermäßig besorgt geklungen, vielleicht sollte sie einfach versuchen, sich da jetzt nicht hineinzusteigern. "Mr. Tuvok, ich bin in meinem Bereitschaftsraum. Sie haben die Brücke", sagte sie und verschwand. Als erstes brauchte sie mal einen Kaffee. Das Koffein ließ sie etwas ruhiger werden und schließlich fing sie an, die Berichte weiterzulesen.

"Tuvok an Janeway", ertönte irgendwann Kathryns Badge.
"Sprechen Sie."
"Der Delta Flyer ist in Transporterreichweite."
"Sehr gut, erfassen Sie Chakotay und den Doctor und beamen Sie sie direkt in die Krankenstation. Ich werde hinuntergehen. Janeway Ende."
Nur wenig später erreichte Kathryn die Krankenstation. Chakotay lag auf einem Bett und schien noch zu schlafen während der Doctor ihn gründlich untersuchte. Kathryn trat näher. "Wie geht es ihm, Doctor?"
"Nicht ganz so gut wie es sein sollte, Captain, ich dachte er wurde mehr Strahlung als die anderen ausgesetzt und gab ihm noch eine Dosis Hydronalin, aber es scheint, als wäre da noch etwas anderes. Schwäche und Fieber können bei Strahlenimpfungen durchaus auftreten, aber Commander Chakotays Haut ist kalt und klamm und er hat mit dem Magen Probleme. Das passt nicht zueinander. Ich kann Ihnen wirklich auch erst mehr sagen wenn ich die Untersuchungen beendet habe Captain."
Kathryn nickte. "Also gut Doctor, halten Sie mich auf dem Laufenden." Damit verließ sie schweren Herzens die Krankenstation. Das MHN wurde unterdessen immer ratloser, die Scans lieferten die ersten Daten und was er da sah konnte er gar nicht unterbringen. Er wusste nur, dass es um Chakotay nicht gut stand. Sein Herzmuskel war geschädigt und die ersten Herzrhythmusstörungen würden bald auftreten, wenn er den Schaden nicht bald beheben konnte. "Krankenstation an Lt. Paris, bitte melden Sie sich umgehend auf der Krankenstation. Ich brauche Ihre Hilfe."
"Ich bin gleich da, Doc."
Chakotay fing unterdessen an zu schwitzen und seine Temperatur stieg stetig an. Das MHN gab ihm eine Dosis Inaprovalin und bereitete dann die OP für die Herzmuskulatur vor. Tom kam passenderweise gerade hereingestürmt und das MHN instruierte ihn kurz. Wenig später lag Chakotay auf dem hinteren Biobett, der chirurgische Rahmen wurde hochgefahren und die Männer begannen.
"Doc, der Herzschlag nimmt ab und wird unstet", sagte Paris, kurz bevor das MHN anfangen wollte.
"Holen Sie den Kardiostimulator und eine Dosis Metrazin."
Paris holte das gewünschte und überwachte dann weiter Chakotays Vitalfunktionen. Das MHN arbeitete über die chirurgischen Rahmen und nach einer halben Stunde sagte er: "Ich habe die Herzmuskeln vorläufig wieder hergestellt."
"Vorläufig?" fragte Tom nach.
"Irgendetwas schädigt seine ganzen Systeme im Körper, es ist nur eine Frage der Zeit bis die Herzmuskeln erneut zu schwach werden."
Tom blickte besorgt drein.
"Mr. Paris, geben Sie dem Commander noch eine Dosis Inaprovalin und verpassen Sie ihm einen Kortikalmonitor, so lange ich nicht weiß, was den Commander umbringt kann ich auch nichts machen. Überwachen Sie weiterhin seine Funktionen." Er ging in sein Büro und tippte im Laufen auf seine Combadge: "Doctor an Janeway, ich brache Mr. Paris weiterhin in der Krankenstation." "Verstanden Doctor, wie geht es Chakotay?" Als der Doctor sagte, er würde Tom noch länger brauchen hatte sie ein ungutes Gefühl.
"Das erkläre ich Ihnen besser auf der Krankenstation, Captain."
"Ich bin unterwegs." In Kathryns Magen schienen auf einmal Schmetterlinge zu fliegen, sie machte sie große Sorgen und ging sofort los. Mit einem "Tuvok, Sie haben die Brücke", war sie weg.

Unterdessen meldete sich Seven bei Icheb. "Sprechen Sie", sagte er.
"Komm bitte in den Frachtraum 3, es gibt ein Problem mit einigen Containern."
"Ich bin unterwegs."
Als Icheb den Frachtraum betrat hockten Seven und Mr. Kim bereits vor zwei Containern, aus denen eine grün-gelbe Flüssigkeit auslief und fruchtbar roch.
"Was ist passiert?" fragte Icheb.
"Wir müssen den Inhalt der Container auf die chemische Zusammensetzung überprüfen, es scheint, als greift irgendetwas die Hülle an und zersetzt sie."
Icheb nahm seinen Tricorder und scannte den Inhalt. "Was befindet sich in den Containern?" fragte er.
Kim schaute auf das Padd mit den Ladeangaben. "Leolawurzeln und .... was zum Teufel ist das? talaxianische Kretoliktalaten?" Harry verschluckte sich fast als er den Namen versuchte auszusprechen. Seven hob eine Augenbraue und meinte dann: "Vielleicht sollten wir diese... Substanz aus dem Behälter entfernen."
Icheb, der seine Scans beendet hatte fügte hinzu: "Das wäre sicher zu empfehlen, diese Kretoliktalaten geben Oxide ab, die sich erst mit dem Sauerstoff und später mit den Salzen der Leolawurzel verbunden haben. Das Ergebnis hat sich durch die Containerwand gefressen."
In dem Moment kam Neelix herein, gefolgt von Naomi. "Was ist denn hier los?" fragte er, dann sah er die Bescherung. "Meine Kretoliktalaten!!!" rief er aus. "Das waren die letzten von Talax, wer hat die mit den Leolawurzeln in einen Behälter gepackt?"
"Vielleicht hätten Sie ein Warnschild anbringen sollen?" meinte Harry.
Neelix stürzte auf den Behälter und versuchte die letzten Überreste zu retten.
"Neelix", sagte Seven scharf, "treten Sie zurück. Wenn sich die Säure durch Polymere bahnen kann wird sie bestimmt nicht heilsam für Haut sein."
Neelix hielt inne und schaute auf seine Hände. Dann trat er seufzend zurück.
"Kim an Maschinenraum."
"Was gibt's Harry?" tönte B'Elannas Stimme zurück.
"Wir haben zwei Säurehaltige Container in Frachtraum 3, können Sie ein paar Leute entbehren damit wir das hier beseitigen können?"
"Sicher doch, sie kommen gleich. Torres Ende."
Während Kim, Seven und Neelix sich schon daran machten, die Säure zu neutralisieren trat Naomi an Icheb heran. "Hey Icheb, hättest Du wieder mal Lust auf eine Runde Velocity?"
"Sehr gerne. Wenn wir hier aufgeräumt haben hätte ich Zeit. Treffen wir uns dann auf dem Holodeck?"
"Ja, bis dahin hab ich Neelix restliche Vorräte ins Casino gebracht. Also dann bis später, ich freu mich schon." Sie lächelte Icheb noch einmal zu, nahm dann eine Kiste von einem Stapel und verließ den Frachtraum.
Icheb spielte gerne Velocity, vor allem mit Naomi. Er überlegte, wie lange das letzte Treffen mir ihr her war und kam zum Schluss, dass es eindeutig zu lange her war. Das musste er dringend ändern zumal er Naomi sehr, sehr gern hatte.

Kathryn betrat im Laufschritt das Büro des Doctors. "Was ist los?" kam sie ohne Umschweife zum Thema. Das MHN stand auf und sagte, während er mit einem Hypospray in der Hand zu seinem Patienten ging: "Die Herzmuskeln von Commander Chakotay wurden beschädigt, es traten bereits Herzrhythmusstörungen auf. Den Schaden konnte ich beheben, aber ich muss Ihnen leider sagen, dass ich die Ursache dafür noch nicht finden konnte." Er injizierte dem bewusstlosen Commander eine neue Dosis Inaprovalin und wandte sich dann wieder dem Captain zu. "Wenn ich nicht bald die Ursache finde, dann..." das MHN machte eine bedeutungsvolle Pause. Kathryn war es, als ob ihr Herz für einige Schläge aussetzte. Sie starrte den Doctor entsetzt an und sagte: "Er wird doch nicht sterben, oder?"
"Ich tue mein möglichstes um die Schäden zu beheben, nicht nur der Herzmuskel ist betroffen, auch andere wichtige Körperfunktionen versagen, doch wenn ich nicht bald herausfinde, was mit ihm passiert ist, dann fürchte ich, werde ich ihm nicht mehr helfen können. Es tut mir sehr leid, Captain."
Kathryn fühlte Tränen in sich aufsteigen, aber sie unterdrückte sie. Noch lebte Chakotay und sie würde alles dafür tun, dass das auch so bliebe. "Wie lange hat er noch Zeit?" fragte sie gefasst.
"Das kommt auf die Zersetzungsrate an. Ein paar Tage, eine Woche vielleicht."
Kathryn schlug sich die Hand vor den Mund. Das konnte nicht sein.
Ein lauter Piepton ließ das MHN herumfahren. Auch Kathryn war sofort klar, dass der Ton nichts Gute zu verheißen hatte.
"Herzrhythmusstörungen und seine Atmung versagt, Mr. Paris, Kardiostimulator!"
Während Tom wieder das Gerät holte drückte das MHN Chakotay eine Hypospray an den Hals.
"Captain, gehen Sie bitte zur Seite."
Kathryn trat zurück und beobachtete erschrocken was gerade passierte.
"Der Herzmuskel ist schon wieder beschädigt, es wird nicht mehr genug Sauerstoff transportiert. Mr. Paris, verabreichen Sie ihm eine Dosis Dexalin, das sollte die Atmung erleichtern. Ich muss noch einmal operieren."
Kathryn ließ Chakotay, den Doctor und Tom keinen Moment aus den Augen. Starr stand sie hinter der Konsole und fühlte sich wie von Watte umgeben.
Nach einer Ewigkeit, wie es Kathryn vorkam, hatte das MHN Chakotay mit Hilfe von Tom vorerst wieder stabilisiert. Er trat zum Captain. "Es wird schlimmer", sagte er nur. "Aber ich werde ihn nicht aufgeben, Captain", fügte er mit Nachdruck hinzu, als er Kathryns Gesichtsausdruck sah.
Sie legte ihm kurz die Hand auf die Schulter. "Das weiß ich", sagte sie und blieb bei Chakotay stehen während das MHN sich daran machen, die gesammelten Daten zu analysieren, er hatte nicht vor Chakotay zu verlieren.
Schon wenig später stieß er dann auch auf etwas ungewöhnliches. Als er Chakotays DNA untersuchte sah er, dass einige Stränge umgeschrieben waren. Dann machte er eine weitere Entdeckung, als er das Blut genauer untersuchte. Er fand mikroskopisch kleine Zellen, die sich an die DNA Stränge hafteten und die Informationen umschrieben. Es schien ein Giftstoff in Chakotays Körper eingedrungen zu sein. Das erklärte jetzt alles, das Fieber, die erhöhte Magensäure, die Schädigung am Herzmuskel. Die Ursache hatte er jetzt, aber nun musste er ein Heilmittel finden. Das MHN überlegte. Durch die Strahlenschutzimpfung waren die Aktivitäten der Giftpartikel scheinbar erhöht worden, und die Impfung hatte sie außerdem verdeckt. Chakotay musste sich das Gift vor der Rettungsmission zugezogen haben. . Blieb eigentlich nur der Planet übrig.
"Krankenstation an Seven, bitte kommen Sie umgehend auf die Krankenstation", sagte er. Dann tippte er ein weiters mal auf sein Badge. "Mr. Neelix, melden Sie sich bitte auf der Krankenstation."
"Captain, Mr. Paris!" rief das MHN und lief in den Behandlungsraum. Tom schaute ihn fragend an, doch auf Geheiß des MHN nahm er auf dem Biobett platz. Janeway kam hinzu und guckte das MHN fragend an. Der Doctor führte einen Tiefenscan durch und entnahm eine DNA Probe. Zum Glück war Toms DNA völlig in Ordnung und Giftpartikel konnte das MHN auch nicht finden. Beim Captain fand er ebenfalls nichts. Als die Türen sich öffneten komplimentierte das MHN Neelix und Seven ebenfalls auf die Biobetten und untersuchte sie auch auf Giftstoffe. "Ich habe bei Commander Chakotay einen Giftstoff im Körper gefunden von dem ich glaube, dass er sich diesen auf dem Planeten zugezogen hat. Sie waren alle mit ihm in Kontakt, daher der Check. Wir wissen nicht, ob es übertragbar war. Da ich von keinem weitern Crewmitglied ähnliche Symptome wie bei Commander Chakotay gemeldet bekommen hab, gehe ich davon aus, Chakotay ist die einzige Infektionsquelle. Zum Glück möchte man meinen."
"Können Sie das Gift neutralisieren?" fragte Janeway.
"Ich arbeite daran, Captain. Es wäre gut wenn wir herausfinden könnten, was den Commander infiziert hat. So viel ich weiß haben sie den letzten Tag mit dem Commander allein auf dem Planeten verbracht? Und Sie haben beide als Einzige auch dieses Taubkraut geerntet, oder? Und sie waren beide als Einzige in der Region mit dem tropischen Klima?"
"Das stimmt alles, Doctor", sagte Janeway. "Aber aufgefallen ist mir nichts, wir waren an einem Wasserfall mit einem kleinen See und haben beide am Ufer das Taubkraut gesammelt."
"Hm, brummte das MHN. War Chakotay irgendwann einmal weiter weg von Ihnen, vielleicht im Dickicht?"
"Nein, wir waren beide nur am Strand." Janeway dachte noch einmal nach. "Warten Sie", fiel ihr dann ein, "Chakotay ist noch einmal kurz allein runtergebeamt weil er seinen Tricorder verloren hatte, gut möglich dass er dort irgendwo rangekommen ist." Das MHN überlegte. "Sollen wir zurück zum Planeten Doctor?" fragte Janeway.
"So viel Zeit haben wir nicht mehr Captain, wissen Sie, ob Chakotay seine Uniform schon gesäubert hat? fragte das MHN. "Nein, keine Ahnung."
"Dann fragen wir ihn." Das MHN griff nach einem Hypospray, lud es auf und trat dann an das Bett von Chakotay. Ein leises Zischen erklang und kurz darauf schlug Chakotay die Augen auf. "Kathryn?" versuchte er zu sprechen.
"Shht Chakotay, es wird alles gut", versuchte sie ihn und sich selber zu überzeugen.
"Commander, sie haben sich auf dem Planeten eine Vergiftung zugezogen, wir vermuten, als Sie Ihren Tricorder wieder geholt haben. Ist Ihnen irgendetwas aufgefallen? Sind sie irgendwo rangekommen?"
Chakotay überlegte kurz und verneinte dann. Er habe zwar in dem Dickicht gesucht, aber nichts berührt außer dem Tricorder. Das MHN brummte. Dann fragte es: "Haben Sie Ihre Uniform schon gesäubert?"
"Nein, sie liegt noch in meinem Quartier."
"Captain, würden Sie bitte die Uniform herbringen? Vielleicht finden wir an seiner Uniform noch Rückstände, Mr. Paris kann mir helfen. Und nehmen Sie einen Probencontainer mit!"
Kathryn nickte und tippte auf ihr Badge: "Janeway an Tuvok, kommen Sie bitte zu Chakotays Quartier, wir treffen uns dort."
"Verstanden, ich bin unterwegs."
"Ich bin gleich wieder da Chakotay", sagte Kathryn noch zu ihm und ging dann.
Der Doctor ließ Chakotay allein und ging wieder in sein Büro. Im Vorbeigehen sagte er noch an Neelix und Seven gewandt: "Mr. Neelix, Seven, Sie sind entlassen." Seven nickte zur Bestätigung und verließ dann die Krankenstation. Neelix zögerte noch und fragte: "Doctor, Sie kriegen den Commander doch wieder auf die Beine, oder?"
Das MHN seufzte. "Ich hoffe es sehr, Mr. Neelix." Dann wandte er sich wieder seinem Computer zu. Neelix verließ mit nachdenklichem Gesicht die Krankenstation.
Nach ein paar Minuten kam der Captain wieder herein, die Uniform hatte Chakotay zum Glück noch auf dem Sessel liegen gehabt. Tuvok hatte sie mit Handschuhen vorsichtig eingepackt. "Mr. Paris, sehen Sie zu, dass sie irgendwo Rückstände finden, programmieren Sie den Tricorder so, dass er die Substanz auch findet."
"Ja Sir", antwortete Tom und ging in den hinteren Teil um dort die Uniform zu untersuchen. Kathryn stand noch etwas unschlüssig im Büro. Schließlich fragte sie: "Darf ich zu ihm?"
Das MHN sah sie nachdenklich an, bis er sagte: "Na gut, aber nur für einen Augenblick. Und fassen Sie ihn nicht an, er könnte noch Rückstände an seiner Haut haben", warnte er.
"Danke Doctor", sagte Kathryn und ging zu Chakotay. Ihr brach es fast das Herz als sie ihn da so liegen sah. Vor ein paar Tagen noch waren sie so glücklich und jetzt... jetzt rang er mit dem Tod. "Chakotay", flüsterte sie, und Chakotay öffnete die Augen, als er Kathryns Stimme hörte, "der Doc kriegt Dich wieder hin, Du musst durchhalten, versprich es mir."
"Ich liebe Dich, Kathryn Janeway", sagte er nur. In Kathryns Augen glänzten nun Tränen. "Ich liebe Dich auch."
Plötzlich verdrehte Chakotay die Augen und ein neuerlicher Piepston drang durch die Krankenstation. "Doctor!" rief Kathryn. Das MHN war schon auf dem Weg, ebenso Tom. Im Laufen hatte er den Tricorder gezogen und scannte den Commander.
"Was ist passiert?" fragte Kathryn aufgeregt.
"Das Gehirn hat nicht genug Sauerstoff bekommen", erklärte er und gab Chakotay Tri-Ox. Fast sofort hörte der Alarm auf und Chakotay lag ruhig da.
"Ich brauche mehr Zeit!" knurrte das MHN.
"Wie wäre es mit einer Stasiseinheit Doc?" warf Tom Paris ein.
Die Augen des MHN weiteten sich. "Natürlich! Eine wirklich sehr gute Idee Mr. Paris, wir verlangsamen seinen Metabolismus fast auf Null und gewinnen so mehr Zeit! Bereiten Sie eine Einheit vor."
Das Gesicht des MHN erhellte sich. "Captain, Mr. Paris hat uns und Commander Chakotay gerade eine Atempause verschafft."

Eine Stunde später lag Chakotay in einer Stasiseinheit und das MHN konnte sich ganz auf seine Forschung nach einem Heilmittel konzentrieren. Kathryn hatte die Krankenstation inzwischen verlassen und sie in ihr Quartier zurückgezogen.
Hinter dem MHN tauchte Tom auf. "Doc, ich glaube, ich habe etwas gefunden", rief er aus. "Lassen Sie sehen, Mr. Paris."
"Hier, auf dem Ärmel sind Staubpartikel Rückstände, laut Computer haben sie eine starke Ähnlichkeit mit Blütenpollen, nur dass sie so fein sind, dass man sie höchstens als Staubpartikel sehen könnte."
"Sehr gut Mr. Paris, Sie dürfen jetzt vorläufig gehen, ich werde die Pollen genau analysieren."
"Danke Doc, wenn Sie Hilfe brauchen, mein Communicator liegt gleich neben meinem Bett." Dann hörte das MHN nur noch die sich schließenden Türen der Krankenstation.

Auf dem Holodeck war inzwischen eine heiße Partie Velocity entbrannt zwischen Naomi und Icheb. Entgegen aller Erwartungen gewann diesmal Icheb die Mehrzahl der 10 üblichen Runden.
"Alles klar Naomi? Du verlierst doch sonst nicht so oft", fragte er, als sie gerade eine Pause machten.
"Frag mich nicht, ich glaube, ich habe zu lange nicht mehr trainiert. Irgendwie... fühle ich mich seit heute Nachmittag so kaputt."
"Vielleicht solltest Du auf die Krankenstation gehen", schlug er vor. Naomi winkte ab. "Nein danke, so schlimm ist es auch nicht. Ich habe aber auch selten so viele Container und Kisten wie heute schleppen müssen."
"Na gut, wie Du meinst. Sollen wir dann lieber aufhören für heute?"
"Lass mir noch fünf Minuten, dann machen wir noch ein paar Runden, okay?"
"Einverstanden. Aber ich werde Dich keine mehr gewinnen lassen."
Naomi musste lachen. "Das werden wir erst mal sehen."
"Hättest Du vielleicht Lust mit mir morgen das Holodeck zu besuchen?" fragte Icheb nach einer kleinen Pause.
Naomi sah in von der Seite an. "Sehr gern", sie machte eine kurze Pause und meinte dann: "Das ist übrigens das erste mal dass Du mich auf das Holodeck einlädst, sonst frage ich Dich immer oder wir sind im Frachtraum oder im Casino", feixte sie.
Icheb wurde etwas rot. "Mir war nicht klar, dass ich das noch nie getan habe."
Naomi grinste verschmitzt und fragte dann: "Icheb? Ist das etwa ein Date?"
Jetzt wurde Icheb dunkelrot, doch schließlich fragte er zurück: "Und wenn es eins wäre, würde es Dich stören?"
Naomis Lächeln wurde noch herzlicher. "Ich dachte schon, du fragst mich nie."
Völlig perplex schaute Icheb sie an, doch Naomi sah geflissentlich an ihm vorbei.
"So, Pause ist um, bist du bereit?" fragte sie.
"Wenn du es bist", antwortete er, dann sagte er: "Computer, neue Runde beginnen."
Sie spielten noch vier weitere Runden, die Icheb alle gewann. Schließlich gab Naomi auf. "Okay, ich gebe mich geschlagen, ich kann nicht mehr", stöhnte sie und ließ sich außer Atem auf den Boden sinken. Icheb setzte sich neben sie, auch der Borgjunge war am Luft schnappen.
"Ich hoffe Du hast für morgen kein Velocity geplant."
Icheb überlegte, sollte er Naomi verraten was er geplant hatte? "Nein, kein Velocity", sagte er nur.
"Hm, Deiner geheimnisvollen Miene entnehme ich dann mal, dass es eine Überraschung wird?"
Icheb nickte. "Das hoffe ich."
"Na gut, dann lass ich mich überraschen. Irgendeine Kleiderordnung?"
"Nicht zwingend. Aber um etwas zu verraten: Ich dachte, wir besuchen eine Party."
Naomi zog die Augenbrauen hoch. "Also, jetzt bin ich platt. Hast Du Dich mit den Gepflogenheiten junger Leute vertraut gemacht Icheb?" neckte sie ihn. "Vor einem Monat kam das Wort doch noch gar nicht in Deinem Vokabular vor."
Icheb druckste etwas herum, sein Gesicht hatte wieder eine leicht rötliche Färbung angenommen. "Seven hatte mich darauf hingewiesen, dass es mir vielleicht nicht schaden könnte, wenn ich mich mit so etwas beschäftigen würde", meinte er dann verlegen.
Naomi lachte. "Soso, dann muss ich mich ja direkt bei Seven bedanken gehen."
Es entstand eine kleine Pause. Schließlich sagte Naomi dann: "Ich freue mich wirklich auf morgen Icheb, lass uns für heute Schluss machen, ich bin total erledigt."
Dann stand sie auf und wischte sich mit de Hand über Stirn. Trotz der Pause rann ihr immer noch der Schweiß herunter, was eigentlich merkwürdig war, da sie normalerweise auch nach Sport nur ein wenig transpirierte. Icheb stand ebenfalls auf. Er sah noch recht frisch aus. Mit zusammengekniffenen Augen betrachtete er Naomi. "Ist alles in Ordnung mit Dir?"
"Ich hoffe mal, ich weiß auch nicht wo ich meine Kondition heute liegengelassen hab", witzelte sie. Icheb bemerkte ihre geröteten Wangen und hatte ungutes Gefühl. "Vielleicht waren die letzten vier Runden doch etwas übertrieben", meinte er dann entschuldigend.
"Ach was, das war okay, einfach nicht mein Tag heute wie es scheint. Ich gehe jetzt duschen und dann gleich schlafen... du wirst sehen, morgen sieht es wieder ganz anders aus."
Icheb nickte beruhigt, dann verließen beide das Holodeck und nach einem "Gute Nacht" Gruß trennten sich ihre Wege.
Naomi hatte es Icheb nicht eingestehen wollen, aber irgendetwas stimmte mit ihr wohl wirklich nicht. So erledigt wie heute hatte sie sich noch nie gefühlt. Begierig stieg sie unter die Dusche und schaltete den Wasserstrahl ein, die stellte ihn auf 23°C ein und seufzte genüsslich, als kühles Wasser über ihre Haut rann. Das Wasser war herrlich erfrischend. Nachdem sie sich ausgiebig abgekühlt hatte, zog sie ihr Nachthemd an und stieg dann ins Bett. Sie schlug die Decke zurück, denn nach ein paar Minuten wurde ihr darunter zu warm und sie fing auch wieder an zu schwitzen. Ärgerlich stand sie wieder auf und ging zum Replikator.
"Computer, ein Glas Wasser, 3°C." Unmittelbar erschien das gewünschte im Ausgabefach und Naomi stieg wieder ins Bett. Langsam trank sie alles aus und fühlte dann von innen her eine angenehme Kühle. So würde es wohl gehen dachte sie, und wenig später war sie eingeschlafen.

Kathryn hatte unterdessen eine furchtbare Nacht hinter sich, sie machte sich große Sorgen um Chakotay und war nur ab und zu in einen kurzen Schlaf gefallen. Als sie sicher war eh nicht mehr einschlafen zu können, beschloss sie aufzustehen und bevor sie auf die Brücke musste noch einmal bei Chakotay vorbeizuschauen. Gähnend betrat sie die Krankenstation. Das MHN saß noch immer in seinem Büro und schaute überrascht auf, als der Captain eintrat.
"Guten Morgen, wie geht es Chakotay?" begrüßte sie ihn.
"Captain, sollten Sie nicht noch schlafen? Es ist 3.30 Uhr morgens!"
"Ich weiß, ich weiß, aber ich konnte nicht mehr einschlafen, also dachte ich, ich kann genauso gut auch schon einige Berichte durchsehen."
"Sie sollten sich nicht so viel Sorgen machen Captain, Chakotay ist stabil und wird es für eine Zeit auch noch bleiben. Soll ich Ihnen ein leichtes Schlafmittel mitgeben? Mit Verlaub gesagt, Sie sehen aus, als könnten Sie noch ein paar Stunden Schlaf gebrauchen."
Kathryn winkte ab. "Vielen Dank, aber ich hatte schon einen Muntermacher."
Das MHN rollte mit den Augen. "Ihr Kaffeekonsum wird sich eines Tages noch bei Ihnen rächen", grummelte er.
"Zum Glück haben wir einen ausgezeichneten Schiffsarzt, der mich wieder hinkriegen würde", neckte sie ihn. DAS MHN sah sie streng an, sagte aber nichts. Mit dieser Frau konnte man nicht vernünftig reden wenn es um ihren Kaffee ging.
"Konnten Sie schon das Gift neutralisieren?" fragte sie dann.
"Ich war in der Lage die Struktur des Giftes zu analysieren und denke, dass ich es bis heute Abend einen Weg gefunden habe um es unschädlich zu machen. Allerdings..." das MHN sah den Captain an, "allerdings wird es nicht so einfach sein die Mutationen an Chakotays DNA Strängen zu beheben. Dazu werden Stammzellen nötig sein, aber von ihm selber kann ich keine entnehmen, das Erbmaterial reicht nicht mehr aus."
"Soll... das heißen sie können das Gift zwar unschädlich machen aber die Organschäden nicht mehr reparieren?" fragte Kathryn ziemlich blass um die Nase. Das MHN presste die Lippen zusammen. "Die Schäden könnte ich noch mehrmals heilen, aber das würde heißen, dass Chakotay sein Leben mehr auf der Krankenstation als außerhalb verbringen müsste. Es kann jederzeit zu Herzrhythmusstörungen, Atemstillstand oder schlimmeren kommen."
Kathryn ließ sich in einen Sessel fallen und rieb sie mit der Hand die Stirn.
Das MHN fühlte sich verpflichtet, seinen Captain aufzumuntern. "Captain, ich werde nicht aufgeben Chakotay wieder völlig herzustellen. Denken Sie nur an meine Möglichkeiten, wir haben Nano-Sonden und zwei Borg an Bord z.B., allein damit können wir schon viel machen. Vielleicht gelingt es uns, die Sonden so zu programmieren dass sie die DNA reparieren können."
"Vielen Dank Doctor, ich weiß, dass Sie alles tun was in Ihrer Macht steht, es ist nur..." Kathryn zögerte. Sollte Sie sich dem MHN gegenüber öffnen?
"Nur was?" fragte das MHN nach, als der Captain nicht weiter sprach.
"Ohne Chakotay ist die Brücke so leer", sagte sie schließlich. Sie würde ihr kleines Geheimnis noch für sich behalten. Das MHN tätschelte ihr die Schulter. Kathryn stand auf und mit den Worten "Sie wissen ja wo Sie mich finden können" verließ sie wieder die Krankenstation.

Als Naomi am morgen aufwachte, war ihre Haut ausgekühlt und von einer dünnen Schweißschicht überzogen. Außerdem fühlte sich ihr Magen sehr flau an und sie hatte keinen Appetit auf Frühstück. Daher trank sie nur eine Tasse Tee und machte sich für den kommenden Arbeitstag fertig. Zuerst stand eine Flugstunde mit Tom auf dem Plan, dann hatte Neelix sie gebeten ihr wieder im Casino zu helfen und am Nachmittag erwartete sie eine Unterrichtsstunde mit B'Elanna im Maschinenraum.
Eigentlich ein ganz guter Tag. Naomi hatte das kurze, blaue Kleid angezogen und die langen Hosen drunter, aus ihren alten Kleidern war sie längst herausgewachsen. Sie hatte ihre Sachen dem Kleiderstil von Kes nachempfunden, die sie manchmal immer noch vermisste. So hatte sie wenigstens eine bleibende Erinnerung an sie und ihr gefiel der Schnitt.
"Guten Morgen Tom", begrüßte Naomi den Piloten wenig später auf dem Holodeck.
"Hey Naomi, na, alles fit?"
"Das könnte ich Dich eher fragen", antwortete sie. Sie wusste, wie es um Chakotay stand und dass Tom Sonderschichten auf der Krankenstation geschoben hatte. "Wie geht's Chakotay?"
"Er liegt in Stase, das verschafft uns Zeit um ihn zu behandeln. Der Doc meinte, er würde gute Fortschritte machen. Hoffen wir das Beste. So, jetzt aber zu uns. Ich dachte, ich setze mich mal gemütlich an die taktische Station und Du fliegst den Delta Flyer zu den folgenden Koordinaten." Tom nannte ihr eine Zahlenreihe. "Und dann testen wir mal Dein Geschick in Ausweichmanövern."
"Oh nein, nicht schon wieder eine Raumschlacht", stöhnte Naomi gekünstelt.
"Ich dachte, das findest Du aufregend?"
"Stimmt ja auch", lachte sie. "Aber irgendwie werden wir immer durchgeschüttelt wenn ich fliege."
"Deshalb sollst Du ja auch üben, üben und nochmals üben", schmunzelte Tom.
"Welche Rasse diesmal?"
"Warte, was hatten wir... Cardassianer, Romulaner, Kazon und Hirogen... wie wäre es mal mit den Borg?"
"Okay, Borg sind gut. Dann los. Ich gebe die Startsequenz ein..." Naomi tippte konzentriert auf die Schalttafel und umfasste dann die Steuerhebel, die Tom dem Flyer aus seinen Captain Proton Folgen verpasst hatte. Naomi fand das Design schon besser als Tasten tippen. Sie wusste auch, dass sie sich mit dem Flyer ganz gut anstellte, Tom hatte ihr das mehrmals bestätigt. Nur ihre Reaktionsfähigkeit musste sie noch verbessern. Aber dazu war sie ja hier. Naomi steuerte den Flyer zu den angegebenen Koordinaten und sah dann den Transwarpkanal sich öffnen. Zwei Borgschiffe kamen heraus und Naomi musste grinsen als sie ein "Wir sind die Borg, Sie werden assimiliert werden, Widerstand ist zwecklos" hörte. Tom hatte es wirklich sehr genau genommen. Naomi konzentrierte sich. Nach ein paar Minuten merkte sie wieder, wie ihr warm wurde und ihre Haut war wieder mit Schweiß bedeckt. Was war denn los mit ihr? Das hatte sie noch nie. Aber jetzt konnte sie sich darüber keine Gedanken machen, Tom verlangte ihr wirklich einiges ab. Nach einer guten Stunde war Naomi völlig fertig, aber siegreich.
"Gut gemacht Naomi!" lobte Tom hinter ihr als das letzte Borgschiff verschwand. Naomi lehnte sich erschöpft zurück. "Uff, das war schon harte Arbeit." Sie wischte sich sie Stirn ab. Tom kam nach vorne neben sie und sah sie kritisch an. Ihre Wangen waren gerötet und sie war etwas blass im Gesicht, außerdem standen ihr Schweißperlen auf der Stirn und ihre Haare waren zerzaust. Tom legte ihr seine Hand auf die Stirn. Die Haut war kalt. "Du siehst nicht so gut aus Naomi, geht's Dir nicht gut?" fragte er.
"Ganz ehrlich gesagt, es ging mir schon mal besser, aber krank fühle ich mich nicht. Eher kaputt und ausgelaugt. Ich glaube, das Kistenschleppen und anschließend 14 Runden Velocity war einfach etwas zu viel gestern. Zumal ich auch noch haushoch verloren habe", kicherte sie. Tom war nicht so ganz überzeugt ob Naomi sich nicht vielleicht eine Erkältung eingefangen hatte, nahm ihre Erklärung aber auch als mögliche Ursache.
"Wir sind für heute sowieso hier fertig, vielleicht lässt Du Dich einfach mal kurz vom Doctor durchchecken?" schlug er vor.
"Ja, das werde ich wohl machen, aber erst muss ich noch Neelix helfen. Der Doc hat eh viel zu tun, ich schau heute Abend mal vorbei, zumindest, wenn ich es noch schaffe."
"Was hast Du denn noch vor?"
"Icheb hat mich auf das Holodeck eingeladen... zu einem Date", schmunzelte sie.
"Hey, das freut mich. Sieh aber zu, dass du trotzdem noch vorher vorbeikommst. Ich erwarte Dich", sagte Tom und beendete das Programm.
"Danke für den Flug Tom, sehen wir uns dann morgen wieder?"
"Wenn nichts dazwischen kommt, selbe Uhrzeit, selbes Holodeck. Bis dann Naomi."
Tom steuerte Richtung Brücke und Naomi beschloss, kurz in ihr Quartier zu gehen und sich frisch zu machen bevor sie zu Neelix ins Casino ging.
Pünktlich traf sie bei Ihrem Paten ein und bekam so viel zu tun, dass sie das Gespräch mit Tom völlig vergaß. Den ganzen Nachmittag schnippelte sie die verschiedensten Lebensmittel, wobei der Anteil an Leolawurzeln fast 80% betrug. Als sie fertig war, war sie wieder völlig verschwitzt, aber in der Küche war es heiß gewesen und der Wasserdampf stieg ihr immer wieder ins Gesicht. Sie verabschiedete sich von Neelix und lief dann so schnell wie möglich in den Maschinenraum, wo B'Elanna schon auf sie wartete. Das heutige Thema war Antriebstechnik, ein Gebiet, das Naomi sehr interessierte. Die Stunde flog nur so vorüber und Naomi stellte erstaunt fest, dass sie sehr knapp dran war um die Verabredung mit Icheb noch einzuhalten. Sie bedankte sich bei B'Elanna und stürmte dann in ihr Quartier um sich für das Date mit Icheb fertig zu machen.

Auf der Krankenstation befanden sich derweil Captain Janeway und Tom Paris und hörten erleichtert, dass es dem Hologramm gelungen war ein wirksames Antigen herzustellen. "Das wird den Commander wenigstens von der Vergiftung heilen", meinte das MHN und trat an die Stasiseinheit, in der Chakotay lag. An den Captain gewandt erklärte er: "Wir müssen die Stasis für eine Weile aufheben, sonst kann sich das Antigen nicht so schnell ausbreiten wie es soll."
Kathryn nickte. Während das MHN die Einheit abschaltete, hielt sich Tom mit einem Kardiostimulator und einem Hypospray bereit. Das MHN hatte angekündigt, dass es wieder zu Störungen bei Chakotay kommen konnte und daher schon alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Als er die Einheit abgeschaltet hatte, legte Tom den Kardiostimulator auf Chakotays Brust und schaltete ihn ein. Das Gerät hielt seine Herzschläge stabil und der Doctor injizierte ihm das Antigen.
"Tom, geben sie ihm noch eine Dosis Metrazin zur Sicherheit und schließen Sie wieder den Kortikalmonitor an."
"Schon unterwegs, Doc."
Das MHN hatte seinen Tricorder gezückt und war am scannen. Seine Gesichtsausdruck wurde immer ernster und dann sagte er: "Das verstehe ich nicht, es funktioniert nicht, das Antigen zeigt keine Wirkung!"
"Was?" brachte Kathryn hervor.
Der Doc scannte weiter. "Es scheint, als würden durch die DNA Veränderungen der Körper selber ein Antigen gegen das Antigen produzieren! Mr. Paris, schalten sie die Stasiseinheit wieder ein, wir brauchen eine andere Lösung."
Kathryn sackte in sich zusammen. Sie war der Verzweiflung nahe. Der Doctor klappte mutlos seinen Tricorder zusammen. "Es scheint, als kämen wir nicht drum herum ihn mit Stammzellen zu behandeln. So lange die DNA nicht wieder hergestellt ist kann ich nichts tun. Es tut mir leid, Captain."
"Ich bin auf der Bücke", sagte sie tonlos und flüchtete aus der Krankenstation.
Das MHN seufzte. "Mr. Paris, ich hoffe Sie erinnern sich noch an ihre Grundkurse in genetischer Neuordnung?"
"Ich ehm.. fürchte, diese Kurse habe ich verpasst."
"Dann wird es Zeit, damit jetzt anzufangen. Rufen Sie die Bibliothekfiles Alpha 9 auf und fangen Sie gleich an."
"Aye Doc", sagte Tom nicht gerade begeistert.
Die Zeit verstrich und irgendwann sagte Tom: "Haben Sie eigentlich schon mal überlegt Icheb um Hilfe zu bitten? Soviel ich weiß hat er doch seit seiner Begegnung mit seinen Eltern sein Talent für Genetik entdeckt."
Das MHN blickte ihn überrascht an. "Mr. Paris, Sie überraschen mich immer mehr mit ihren guten Ideen. Wir sollten ihn herholen."
"Ah, er ist ja heute mit Naomi auf dem Holodeck verabredet", überlegte Tom.
"Mr. Paris, meinen Sie nicht, dass Velocity in der Priorität erst hinter Commander Chakotay steht?"
"Doc, sie verstehen nicht, Icheb und Naomi haben ein Date."
"Ein Date?" Das MHN runzelte die Stirn.
"Apropos, da fällt mir ein, Naomi sollte vorher noch auf der Krankenstation vorbeikommen", erinnerte sich Tom.
"Wieso das? Geht es ihr nicht gut?"
"Das sollten Sie mir eigentlich sagen, als wir heute morgen die Flugstunde hatten, hatte ich nicht das Gefühl dass es ihr besonders gut ging. Sie hatte ganz kalte, klamme Haut, war blass und hatte gerötete Wangen..." Das MHN erstarrte. Tom merkte, dass etwas nicht stimmte und fragte: "Was ist los Doc?"
"Dieselben Symptome hat Commander Chakotay am Anfang gezeigt", sagte das MHN aufgeregt.
"Oh nein." Tom wurde blass. Das MHN wollte gerade auf seinen Communicator drücken als sich die Türen zur Krankenstation öffneten und Icheb mit Naomi hereinkam. Er musste sie stützen, sonst wäre sie umgekippt.
"Doctor!" rief er. Das MHN und Tom ließen sofort alles stehen und liegen und halfen Icheb Naomi auf ein Bett zu legen. "Was ist passiert?" fragte das MHN und hatte schon den Tricorder gezückt. Naomi war nur noch halb bei Bewusstsein, sie hatte Schüttelfrost und krümmte sich auf dem Biobett zusammen.
"Ich weiß nicht, wir waren auf einem Tanzfestival, als ihr plötzlich schwindlig wurde und fast umgefallen wäre. Sie klagte über Magenschmerzen und Übelkeit und war ganz schwach."
"Mr. Paris! Bereiten sie eine weitere Stasiseinheit vor, ich registriere bei ihr dasselbe Gift, was auch in Chakotays Körper drin ist."
Tom flitze los um die zweite Einheit fertigzumachen und herbeamen zu lassen.
Der Doctor lud unterdessen ein Hypospray mit Meloranzin und Inaprovalin und injizierte es Naomi. Naomis Lider schlossen sich und ihr Kopf kippte zur Seite.
"Icheb, hol bitte einen Kortikalmonitor und einen Kortikalstimulator."
Icheb machte sich sofort auf den Weg und reichte kurz darauf dem MHN das Gewünschte. Der Doctor befestigte beide Geräte an Naomi und meinte dann: "Ihre Herzmuskeln sind noch nicht bedrohlich geschädigt, Du hast sie gerade noch rechtzeitig hergebracht. Ihre DNA Stränge sind teilweise schon verändert, aber vielleicht können wir ihr noch ein paar ursprüngliche entnehmen und daraus Stammzellen züchten." Das MHN hielt ihr einmal mehr das Hypospray an den Hals und entnahm eine Blutprobe. Dann hörte er das Geräusch eines Transporters und neben Chakotay materialisierte die zweite Stasiseinheit.
"Icheb, leg Naomi bitte hinein", bat er.
Icheb hob sie hoch und legte sie dann sanft ab. Tom kam wieder hereingestürmt und programmierte die Einheit. Ein paar Minuten später lag Naomi ebenfalls in Stasis.
"Das war gerade noch rechtzeitig", meinte das MHN. "Mehr oder weniger zumindest."
"Wie hat Naomi das Gift abbekommen?" fragte Tom.
"Eine gute Frage Mr. Paris. Sie muss mit Commander Chakotays Uniform in Kontakt gekommen sein, auf dem Planeten war sie nicht."
"Doctor, kann ich Ihnen irgendwie helfen?" fragte Icheb. Er machte sich sehr große Sorgen um Naomi.
"Das kannst Du vielleicht in der Tat, Icheb. Ich wollte Dich gerade auf die Krankenstation bitten, weil Du in der Genetik sehr gut bewandert bist, aber da kamst Du gerade zur Tür herein."
"Was soll ich machen?"
"Wir haben hier eine Probe des Blütenstaubs, das die Vergiftung hervorruft. Irgendwie schreibt es die DNA Stränge um und der Körper arbeitet gegen sich selber, mein Antigen wurde von körpereigenen Antigenen vernichtet. Wir müssen es schaffen Chakotays und Naomis DNA Stränge wieder in den Ursprung zu versetzten, sonst werden sie irreparable Schäden davontragen." Den letzten Teil, dass darauf unweigerlich der Tod folgen würde, sparte sich das MHN an der Stelle. Daran wollte er gar nicht denken. "Ich hatte mir überlegt, ob es vielleicht möglich wäre mit Hilfe von Nano-Sonden und genetischer Veränderung die Giftstoffe zu neutralisieren."
Icheb dachte konzentriert nach. Was der Doctor vorschlug war nicht einfach, aber sicher auch nicht unmöglich. Er selber hatte auch schon einmal seine DNA verändert als Seven seinen Kortikalknoten bekommen hatte. Das Verfahren war zwar sehr schmerzhaft, aber nur temporär. "Ich werde mich sofort an die Arbeit machen. Ich muss Lt. Torres und Seven dann aber bitten, mir ein Zugangsterminal zur Astrometrie auf der Krankenstation einzurichten."
"Tu das am besten gleich, wir haben nicht mehr viel Zeit. Ich informiere inzwischen den Captain."

Als Captain Janeway bald darauf auf der Krankenstation eintraf, wusste Sie zwar, dass etwas passiert war, aber hatte nicht damit gerechnet zwei Stasiseinheiten vorzufinden. "Doctor?" fragte sie und ging zur neuen Einheit. Ungläubig starrte sie die darin befindliche Person an. Das MHN war zu ihr herangetreten und sagte bedauernd: "Sie muss mit Chakotay in Kontakt gekommen sein als er die kontaminierte Uniform trug."
Kathryn brauchte einen Moment um sich zu sammeln. Chakotay war schon schlimm genug, aber nun auch noch Naomi! Plötzlich erinnerte sich an den Moment im Frachtraum, als Chakotay Naomi nachgesehen hatte. Dort musste es passiert sein.
"Er ist mit ihr vermutlich vor dem Frachtraum zusammengestoßen, Naomi war auf jeden Fall dort."
Das MHN nickte. "Icheb konnte sie noch rechtzeitig herbringen, zumindest hoffe ich das. Ich konnte ihr noch eine DNA Probe entnehmen von der ich hoffe, dass sie nicht verseucht ist. Icheb arbeitet unterdessen an einer genetischen Lösung." Er deutete auf Icheb im hinteren Teil.
Kathryn stöhnte auf. "Doctor, sagen Sie mir einfach dass das ein Alptraum ist."
Das MHN hatte seinen Captain noch nie so verzweifelt gesehen. Er fasste sie sanft am Arm und führte sie an ein leeres Biobett und half ihr drauf Platz zu nehmen. Leise sagte er zu ihr: "Captain, ich bestehe darauf dass Sie jetzt in ihr Quartier gehen und ein paar Stunden schlafen. Ich werde Ihnen eine kleine Dosis Morphazin geben, damit sie traumlos schlafen können." Bevor Janeway zum Protest ansetzen konnte holte er das Mittel und sagte: "Es nützt weder der Crew noch mir etwas, wenn ich bald einen Captain hier habe, der zusammenklappt. Also, ich kann Sie hierbehalten oder sie dürfen in ihr Quartier gehen."
Janeway wusste, dass das MHN Recht hatte und wann Sie nachzugeben hatte.
"Also schön Doctor, ich gehe in mein Quartier."
"Erholen Sie sich etwas, Captain. Chakotay wird Sie noch brauchen." Er begleitete sie in ihr Quartier und als sie sich hingelegt hatte drückte er das Hypospray gegen ihren Hals und wünschte angenehme Ruhe. Kathryns Augen schlossen sich, und sie fiel in einen erholsamen Schlaf.
"Doctor an Brücke, ich habe dem Captain etwas Bettruhe verordnet, sorgen Sie bitte dafür, dass sie in den nächsten sechs Stunden mindestens nicht gestört wird."
"Verstanden", kam Tuvoks Stimme zurück. Zufrieden verließ das MHN das Quartier von Kathryn.

Das Team bestehend aus Tom, dem MHN und Icheb arbeitete verbissen an den DNA Sequenzern. Der Doctor hatte aus Naomis Blut einige DNA Stränge isolieren können und Icheb arbeitete mit ihnen, um eine funktionierende Flotte von Nano-Sonden kombiniert mit Genveränderungen zu entwickeln.
Nach einer Weile fragte Tom: "Warum hat Naomi eigentlich erst so spät die Symptome entwickelt?"
"Aus zwei Gründen Mr. Paris: Das Strahlenschutzmittel, das ich Ihnen vor der Rettungsmission gegeben habe, hat bei Chakotay die Reaktion beschleunigt und bei Naomi kommt hinzu, dass sie zur Hälfte Kterianerin ist, die Rasse war schon immer resistenter gegen Krankheiten und Vergiftungen."
"Kann man damit nichts anfangen?"
"Leider nicht. In dem Falle haben ihr die anderen Gene nur geholfen, etwas länger durchzuhalten als Commander Chakotay."
Tom brummte verärgert und arbeitete dann weiter.
Nach etlichen weiteren Stunden sagte Icheb: "Doctor, kommen Sie bitte her."
Neugierig trat das MHN an Ichebs Station heran und schaute auf die Ergebnisse.
"Ich glaube, ich habe eine mögliche Behandlung gefunden, aber ob das Ergebnis ausreicht kann ich nicht sagen. Die Mutation der Blütenpollen könnte den Körper dazu bringen die genetischen Veränderungen zu blockieren."
"Hm..." brummte das MHN nachdenklich. "Außerdem konnte ich dieses Verfahren nur für Naomi zusammenstellen, von Chakotay fehlen mir DNA Fragmente."
"Wir könnten organische Materie mit den Pollen infizieren und dann Deine Methode anwenden", schlug Tom vor.
"Organische Materie ist zu einfach, die Komplexibilität eines echten Körpers fehlt. Ich kann aber die Nano-Sonden auf meine DNA programmieren, dann wissen wir ob es funktioniert", schlug Icheb vor.
"Auf keinen Fall", donnerte das MHN. "Das kommt gar nicht in Frage dass Du Dich hier absichtlich dem Risiko aussetzt, was ist wenn es nicht funktioniert?"
"Ich glaube aber dass es das wird, Doctor", sagte Icheb ruhig. "Außerdem habe ich von vornherein Nano-Sonden in mir, die meine Körperfunktionen überwachen, sie werden sich, falls ich einen Fehler gemacht habe, anpassen und das Gift früher oder später neutralisieren. In jedem Fall hilft es uns weiter!"
"Ich werde Dich nicht Dein Leben aufs Spiel setzen lassen wegen einer Vermutung, Du kannst nicht wissen ob deine Nano-Sonden Dich schützen werden."
"Haben Sie einen anderen Vorschlag, Doctor?" fragte Icheb.
"Wir werden das Verfahren erst an der organischen Masse versuchen, und damit es authentischer wird bauen wir ein paar DNA Fragmente von Naomi ein."
"Das dauert aber mindestens zwei Wochen bis sich die DNA in die Materie eingebaut hat und der Versuch verwertbar ist, so viel Zeit haben wir auch nicht mehr."
"Ich werde nicht Dein Leben aufs Spiel setzten Icheb", schimpfte das MHN, "die beiden liegen in Stase, zwei Wochen halten beide auf jeden Fall noch durch." Damit war die Diskussion seitens des MHN beendet und Icheb fügte sich, wenn auch nicht ganz freiwillig. Sie bereiteten den Versuch vor, dann hieß es, Geduld haben.
Natürlich informierte das MHN den Captain, nachdem diese erholt aufgewacht war, von den Fortschritten und in den nächsten zwei Wochen gingen die Forschungen auch weiter. Doch Ichebs Methode schien die einzige Hoffnung zu sein.

Die Zeit bis das Experiment beginnen konnte nutze das MHN um sämtliche Crewmitglieder auf die Vergiftung zu untersuchen. Zu jedermanns Erleichterung konnte er dann nach drei Tagen Entwarnung geben. Es hatte sich nur Naomi angesteckt. Um die Moral der Crew und des Captains zu heben (Neelix konnte schon nicht mehr mit ansehen wie bedrückt sein Captain immer aussah), veranstaltete Neelix in der nächsten Woche einen Karaoke Abend bei dem jedes Crewmitglied aufgefordert wurde zu singen. Die Stimmung war großartig, die Leute, die singen konnten bekamen genauso viel Applaus wie jene, die mehr grölten und absolut keinen Ton treffen konnten. Janeway war zwar anwesend, hatte aber Neelix mit Nachdruck klargemacht, dass man sie nicht auf der Bühne sehen würde. Kathryn war überrascht wie gut ihr diese Abwechslung tat. Die Musik war meist fröhlich, manchmal getragen und bei einigen Liedern sangen einfach alle mit. Einige Stücke schienen Balsam für die Seele zu sein und Kathryn ertappte sich selber hin und wieder, wie sie lächelte oder sogar mitsang. Neelix hatte ein unglaubliches Talent für ein perfektes Timing. Da konnte man ihm sogar seine Leolawurzelgerichte verzeihen.
Das MHN war natürlich auch anwesend, er hatte es so eingerichtet, dass er in einer Rotation mit Tom und Icheb das Fest besuchen konnte. Die Crew klatschte wie wild Beifall, als er zusammen mit Seven "You are my sunshine" zum besten gab. Die beiden hatten jeweils wundervolle Stimmen.
Nach dem Abend hatte Kathryn wieder etwas Kraft und Hoffnung geschöpft und nahm von da an auch wieder etwas häufiger am Geschehen teil.
Eine Woche nach der Party war es dann soweit und der Doctor und Icheb leiteten den Versuch mit der organischen Materie ein. Kathryn war zugegen.
"Die Nano-Sonden greifen die Giftteilchen an und die DNA beginnt sich wieder zu verändern", teilte Icheb den Anwesenden mit. Das MHN nickte zufrieden, doch dann ließ ein unwillkommener Piepton die Hoffnungen aller platzen. "Es funktioniert nicht, Doctor, die organische Masse ist für einen Versuch dieser Art nicht geeignet", sagte er und trat zur Seite. Die Masse war grau geworden und bildete einen Klumpen.
"Ich glaube nicht, dass ein menschlicher Körper so reagiert", sagte Icheb.
Das MHN seufzte. "Nein, das tut er nicht", gab er zu. "Wir sollten neue Stammzellen züchten und mehr davon einpflanzen, die Menge hat nicht gereicht."
Icheb sagte nichts und wandte sich wieder seinen Sequenzen zu. Das MHN entsorgte derweil die organische Masse und sagte zum Captain, die wieder ziemlich fertig aussah: "Wir sind dicht an einer Lösung Captain, wir geben nicht auf."
Kathryn nickte nur müde und ging dann zu Chakotay. Sie hatte sich leider sehr große Hoffnungen gemacht, dass es jetzt nicht geklappt hatte ließ sie fast verzweifeln. Sie legte eine Hand auf die Stasiseinheit und war bemüht, ihre Fassung zu wahren. Stumm blieb sie einfach dort stehen und betrachtete Chakotay. Er sah so friedlich aus, Kathryn wünschte sich nichts sehnlicher, als bei ihm zu sein und in seinen Armen zu liegen. Sie hatte nicht gemerkt dass sie dort minutenlang unbeweglich gestanden hatte, aber es musste wohl so sein, denn das MHN brachte ihr einen Sessel und drückte sie hinein.
"Sie können noch hierbleiben Captain, aber sie müssen nicht die ganze Zeit stehen", sagte das MHN freundlich.
"Danke Doctor, ich denke, ich werde noch ein paar Minuten bei Chakotay bleiben."
Das MHN nickte und ging dann wieder ins Büro. Icheb hatte derweil die Krankenstation verlassen, für ihn war es dringend Zeit endlich zu regenerieren. Der Doctor musste ihm erst androhen ihn nicht mehr am Projekt mit arbeiten zu lassen, wenn er nicht sofort seinen Alkoven aufsuchen würde. Das hatte gewirkt, Icheb war gegangen und das MHN hatte das Licht auf 30% runtergestellt, weil auf dem Schiff gerade auch die Nachtgleiche anbrach. Kathryn schaute Chakotay lange an und merkte gar nicht, wie ihr die Augen irgendwann zufielen.
Das MHN hatte sie ihm halbdunkeln schon fast vergessen, als sein Blick vom Computer zu den Stasiseinheiten ging und er neben einer Röhre einen dunklen Fleck ausmachen konnte. Leise stand er auf und ging zu Kathryn. Sie war in einer sehr unbequemen Position eingeschlafen und das MHN weckte sie vorsichtig.
"Captain", flüsterte er, und schüttelte sie leicht an ihrer Schulter. Sie reagierte nicht. "Captain, wachen sie auf, sie gehören in ihr Quartier", versuchte er es noch einmal und schüttelte nun etwas fester.
"Hmm?" kam die leise Antwort, dann machte Kathryn die Augen auf.
"Doctor?" fragte sie benommen.
"Sie waren eingeschlafen", erklärte er.
Kathryn schreckte hoch, das hatte sie eigentlich nicht geplant. Ein Brennen schoss durch ihre Muskeln, sie war völlig steif. Sie stöhnte gequält auf und das MHN injizierte ihr ein Mittel zur Muskelentspannung.
"Danke Doctor, dann werde ich mal auf die Brücke.. aah!" Kathryn war gerade im Begriff aufzustehen, als ihr schwindlig wurde und sie recht unsanft auf den Sessel zurückfiel.
"Captain! Ist alles in Ordnung?" fragte das MHN besorgt und holte seinen Tricorder.
"Ja, nur zu schnell aufgestanden glaube ich", meinte sie. Aber der Schwindel wollte nicht wirklich nachlassen.
"Ich glaube nicht, dass es daran liegt", sagte das MHN und half ihr hoch. Kathryn stützte sich auf ihn und lag wenig später selber auf einem Biobett. Das MHN scannte sie immer noch und die Verblüffung stand in seinem Gesicht geschrieben. Er konnte gar nicht glauben, was er da sah. Zur Sicherheit überprüfte er die Ergebnisse noch einmal, doch wieder kam dasselbe raus. Er klappte seinen Tricorder zu und schaute seinen Captain an. Diese hatte sehr wohl gemerkt dass irgendetwas den Doctor völlig überrascht hatte.
"Was ist los?" fragte sie. "Habe ich mich auch noch infiziert?"
"Captain, ehm.. nein, das nicht, aber..." er machte eine kurze Pause bevor er dann weiter sprach: "Sie sind schwanger!"
Kathryn starrte ihn mit offenem Mund an. Sie glaubte sich verhört zu haben. "Wie bitte?"
"Sie bekommen ein Baby", wiederholte das MHN.
Kathryn starrte ihn immer noch verdutzt an. Das konnte ja nicht sein, oder? Sie hatte doch erst einmal mit Chakotay... ungläubig starrte sie von Chakotay zum Doctor und wieder zu Chakotay. "Ich.. das..." stammelte sie. Das MHN folgte ihrem Blick und blitzartig kam ihm die Erleuchtung.
"Chakotay ist der Vater?" fragte er.
Kathryn wurde rot im Gesicht, dann sagte sie aber: "Ich denke, das ist er wohl."
Das MHN starrte sie an und seine Züge wurden immer fröhlicher. "Captain, unnötig zu sagen dass ich sehr froh bin dass sie endlich mit Commander Chakotay eine Beziehung eingegangen sind, aber wissen was das noch bedeutet?"
Kathryn klappte ihren Mund wieder zu und schüttelte den Kopf.
"Ihr ungeborenes Kind trägt DNA von Chakotay in sich!" das heißt, wir können Stammzellen für ihn herstellen!"
Kathryn starrte das MHN für einen Moment an, dann begriff sie den Inhalt der Worte. Eine Woge der Erleichterung überkam sie und lang unterdrückte Tränen fanden ihren Weg nach draußen, Tränen der Erleichterung.
"Wir müssen natürlich noch warten bis der Fötus eine gewisse Größe erreicht hat, ich schätze, ein Monat sollte genügen, und bis dahin können wir sicher noch Ichebs Methode erfolgreich testen", sagte das MHN vergnügt und tätschelte Kathryns Hand.
"Doctor, ich.. ich...", weiter sagte sie nichts, denn sie wusste nicht mehr, was sie sagen sollte.
"Sie müssen jetzt wirklich auf sich acht geben Captain, keinen Kaffee vorerst mehr und kommen sie mindestens einmal die Woche für einen Gesundheitscheck zu mir. Achten sie auf vitaminreiche und ausgewogene Ernährung und keine Leolawurzelgerichte!"
Kathryn nickte. Sie hatte sich wieder gefangen und ein Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Chakotay und sie würden Eltern werden! Auf einmal hatte sie ein todsicheres Gefühl, dass es Chakotay schaffen würde. Sie wusste es einfach.
"Doctor, können wir diese Neuigkeit noch für uns behalten bitte? Ich möchte es der Crew erst sagen, wenn Chakotay dabei ist." Das MHN runzelte die Stirn. "Das lässt sich machen Captain, aber Icheb müssen wir einweihen, er muss wissen woher die Stammzellen kommen, und schließlich muss er auch Ihre DNA davon trennen."
Kathryn nickte. "Einverstanden. Icheb sagt nichts weiter wenn man ihn drum bittet. Darf ich in mein Quartier gehen Doctor? Ich würde mich gerne etwas ausruhen und diese Neuigkeit in Ruhe verarbeiten."
"Aber natürlich Captain und denken Sie daran: Keinen Kaffee!"
"Versprochen, auch wenn es mir schwerfällt." Damit verließ sie die Krankenstation.

Icheb erwachte im Alkoven. "Regenerationszyklus nicht komplett", meldete sich gleich darauf der Computer. Das hatte Icheb auch geplant. Er verließ den Alkoven und trat an eine Konsole. Seven war noch in der Astrometrie, also hatte er den Frachtraum für den Moment noch für sich. Icheb tippte einige Kontrollen und ein Hypospray materialisierte neben ihm. Als er noch in der Krankenstation gewesen war, hatte er das Hypospray mit einem Minipeilsender versehen. Er injizierte sich den Inhalt und machte sich dann auf den Weg zur Krankenstation.

Das MHN blickte ihn streng an als er sah, wer da schon durch die Tür kam. "Icheb, ich kann mir nicht vorstellen dass Dein Regenrationszyklus nur 4 Stunden gedauert hat", sagte er vorwurfsvoll.
"Hat er auch nicht", antwortete er und ging am MHN vorbei an seine Station. Dort tippte er auf einige Kontrollen.
Der Doctor rollte mit den Augen und ging zu dem Borgjungen, in der Absicht ihn notfalls zu sedieren wenn er nicht freiwillig wieder gehen würde. Er wollte gerade etwas sagen als sich Icheb zu ihm umdrehte und ihm zwei Padds und ein Hypospray reichte.
"Was ist das?" fragte das MHN und vergaß erst einmal sein Vorhaben.
"Das ist eine neue Versuchsreihe, versehen mit meiner DNA. Die organische Versuchsmaterie wird uns niemals die richtigen Ergebnisse liefern, ich möchte, dass sie mir das verabreichen und die Reaktion testen."
"Das hatten wir bereits Icheb, und ich werde meine Meinung nicht ändern und einen Selbstversuch an Dir zulassen!" Er legte die Sachen wieder zurück funkelte Icheb wütend an. Dieser Junge wusste manchmal einfach nicht, wann Schluss ist.
"Sie haben gar keine andere Wahl Doctor, zumal ich bereits infiziert bin."
Das MHN war sprachlos. Wortlos holte er einen Tricorder und scannte Icheb, das durfte wohl nicht wahr sein! Zu seiner Bestürzung stellte er fest, dass Icheb tatsächlich das Gift in sich hatte.
"Ich glaube einfach nicht dass Du das wirklich getan hast Icheb", tobte der Doctor und holte ein Hypospray.
"Es ist die einzige Möglichkeit die uns noch bleibt Doctor, und das wissen Sie."
"Es war sicher nicht die einzige Möglichkeit einen Selbstversuch zu starten!" Er bedeutete Icheb sich auf ein Biobett zu legen. Der Borgjunge folgte seinen Anweisungen.
"Wenden Sie einfach meine Versuchsreihe an und checken Sie ihre Scans, Sie werden sehen dass meine eigenen Nano-Sonden bereits das Gift bekämpfen."
"Das ist richtig, aber dennoch beginnt Deine DNA bereits zu mutieren."
"Dann benutzen Sie endlich meine Versuchsreihe", verlangte Icheb.
Das MHN seufzte resigniert. "Na schön, es bleibt mir wohl keine andere Wahl. Aber das soll nicht heißen dass ich Dein Vorgehen billige, im Gegenteil."
"Es tut mir leid Doctor, aber es war der einzige Weg Ihnen zu beweisen dass es funktioniert."
Das MHN sah kopfschüttelnd auf Icheb herunter. Dieser Borg... dickköpfig und stur.
Ichebs Gesichtszüge wurden schmerzverzerrt. Sofort scannte er den Jungen.
"Genetische Mutation ist immer etwas schmerzhaft", brachte Icheb hervor.
"Das sehe ich", schimpfte er und lud ein neues Hypospray mit Andomorphin.
Es zeigte Wirkung, wenn auch nicht vollständig. Das MHN scannte weiter. Nach einer Weile musste er wider Willens grinsen. "Es funktioniert! Die Giftstoffe werden vernichtet und Deine DNA schreibt sich wieder um."
Icheb lächelte gequält und quetschte dann ein: "Sehen Sie, ich hab's Ihnen doch gesagt" hervor, bevor er gequält aufstöhnte. Das reichte dem MHN. "Ich werde Dich sedieren Icheb, unnötig zu sagen dass Du das nicht bei Bewusstsein durchhalten musst." Damit drückte er erneut das Hypospray gegen Ichebs Hals und Ichebs Augen schlossen sich und seine Gesichtszüge wurden entspannt. Das MHN klappte seinen Tricorder zu und ließ die Nano-Sonden ihre Arbeit machen. Er befestigte einen Kortikalmonitor an Ichebs Hals und ließ sich die Werte von Icheb permanent auf seinen Computer übertragen. Da Icheb wenigstens so vernünftig gewesen war und sich nur eine winzige Menge injiziert hatte, schätze das MHN dass der Vorgang in gut zwei Stunden abgeschlossen sein würde. Wenn die Schmerzen erträglich blieben würde er Icheb wieder wecken. "Borg..." sagte das MHN vor sich her und schüttelte erneut den Kopf über Ichebs Eigenmächtigkeit. Doch der Erfolg sprach für ihn.

Nach drei Stunden trat das MHN wieder an Icheb heran und verabreichte Icheb eine Dosis Stokalin. Kurz darauf schlug er die Augen auf und schaute das MHN fragend an. Der Doctor lächelte ihn an. "Das Gift wurde vollständig neutralisiert und Deine DNA befindet sich in ihrem Urzustand. Wie fühlst Du Dich?" fragte er.
"Noch etwas benommen", sagte Icheb.
"Hast Du noch Schmerzen?" fragte das MHN und hatte noch einmal seinen Tricorder gezückt.
"Es ist auszuhalten", gab Icheb zu.
Das MHN nickte und meinte, als er seinen Scanner wieder einpackte: "Morgen solltest Du wieder fit sein, solange bleibst Du hier. Ich werde Dich so lange ruhig stellen. Morgen werden wir uns dann weiter unterhalten."
Kurz darauf befand sich Icheb wieder im Reich der Träume und das MHN hielt es nun an der Zeit, den Captain über die gute Nachricht zu informieren.

Am nächsten Tag war der Captain anwesend, als das MHN Icheb aufweckte.
"Captain", sagte Icheb überrascht. Sie blickte ihn streng an. "Der Doctor hat mir gesagt was Du angestellt hast, um ehrlich zu sein bin ich sprachlos. Ich toleriere es nicht, wenn Mitglieder meiner Crew solche Dummheiten machen."
"Ja Ma'am", sagte Icheb reumütig.
"Dennoch bin ich stolz auf Dich und Dir sehr dankbar", fügte Janeway hinzu und ein leises Lächeln trat auf ihre Lippen. "Aber versprich mir, so etwas nie wieder zu tun Icheb. Wir hätten Dich verlieren können."
Icheb merkte dass der Captain wirklich besorgt war, doch er sagte: "Es war unsere einzige Möglichkeit." Dann meldete sich der Doctor zu Wort: "Ich denke, Du solltest jetzt wieder in Ordnung sein Icheb, oder hast Du noch Probleme? Sind die Schmerzen weg?"
Icheb setzte sich auf und sagte dann: "Ich fühle mich normal. Danke Doctor", und dann schwang er die Beine zur Seite und rutschte vom Bett herunter. Er war tatsächlich wieder okay.
"Haben Sie schon bei Naomi mit der Behandlung angefangen?" fragte Icheb.
"Nein, ich wollte auf Dich warten", schmunzelte das MHN.
Alle drei traten zu Naomis und der Doctor deaktivierte die Kammer.
"Legen wir sie auf ein Biobett", sagte das MHN und Icheb hob Naomi wieder hoch und legte sie dorthin, wo er vor ein paar Minuten noch gelegen hatte.
Das MHN injizierte ihr die Nano-Sonden und holte dann seinen Scanner hervor. Nach einer Weile entspannten sich seine Züge und er sagte erleichtert: "Es funktioniert, bei ihr wird es zwar länger dauern aber sie wird es schaffen."
Kathryn legte Icheb dankbar eine Hand auf die Schulter und sah, wie auch der Borgjunge lächelte.
"Lassen wir die Sonden ihre Arbeit tun", sagte das MHN und klappte den Tricorder zu.
Icheb schaute zu Chakotay herüber. "Für den Commander müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen", meinte er. "Ich mache mich gleich an die Arbeit."
"Warte", sagte das MHN und sah Kathryn an. Diese nickte.
"Wir werden ca. einem Monat Usprungs-DNA von Chakotay haben", sagte das MHN.
Icheb schaute ihn fragend an. "Woher sollten Sie die bekommen?"
Kathryn lächelte nun verschmitzt. "Sagen wir, er hat mir etwas überlassen", formulierte sie es dann.
Icheb war immer noch verwirrt. "Wie sollte er das getan haben?" fragte er. Dann sah er das Grinsen des Doctors und Janeways verlegenen Blick nach unten. Da dämmerte es ihm. "Sie sind schwanger!" platzte er heraus.
Kathryn nickte.
"Herzlichen Glückwunsch, Captain", sagte Icheb aufrichtig erfreut. "Jetzt verstehe ich."
"Aber bitte sag es keinem weiter Icheb, ich möchte es zuerst Chakotay sagen wenn er aufwacht. Und dann der Crew."
Selbstverständlich Captain. An das MHN gewandt sagte Icheb: "Würden Sie mich über Naomis Zustand auf dem Laufenden halten Doctor?"
"Natürlich Icheb. Wenn es soweit ist, sag ich Dir bescheid."
"Danke Doctor, ich werde dann wieder in die Astrometrie gehen, Seven wartet sicher schon." Der Borgjunge drehte sich um und verließ die Krankenstation.
Als sich die Türen hinter ihm geschlossen hatten meinte das MHN grummelnd: "Ich sollte ein Verfahren entwickeln um jungen Borgdrohnen Vernunft einzupflanzen."
Kathryn musste lachen. "Lassen Sie es gut sein Doctor, Icheb hat genug Verstand um sich den Konsequenzen seines Handelns bewusst zu sein. Und ich glaube nicht, dass er hier der einzige ist der zu solch drastischen Methoden greift wenn die Lage aussichtslos ist, nicht wahr?"
Das MHN schaute seinen Captain an und zog dann eine Schnute. "Ich fürchte, Sie haben leider Recht. Vielleicht sollte ich lieber die komplette Crew auf ihre geistige Gesundheit untersuchen", knirschte er und ging zu Naomi um deren Werte zu überprüfen. Für Kathryn war das eine deutliche Aufforderung die Krankenstation nun zu verlassen, was sie immer noch mit einem Grinsen auf dem Gesicht auch tat.

Nach drei Tagen machte das MHN einen letzten Scan von Naomi bevor er im Begriff war sie aufzuwecken. Icheb stand auf der anderen Seite des Betts und hielt Naomis Hand. Das MHN hatte ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht. "Es ist alles in Ordnung", sagte er, "die DNA Stränge sind normal und keine Spur von den Blütenpollen. Ich denke, wir können sie jetzt aufwecken." Kaum hatte er Naomi das Stokalin gegeben fingen ihre Lider auch schon an sich zu bewegen und ihre Augen öffneten sich. "Was... ist passiert?" fragte sie und wollte sich aufrichten. Icheb half ihr und das MHN sagte: "Du hattest dieselbe Vergiftung, die auch Chakotay noch hat, aber im Gegensatz zu ihm wurdest Du noch rechtzeitig hergebracht. Icheb hat ein Verfahren entwickelt um die Giftstoffe zu neutralisieren... in einem mörderischen Selbstversuch allerdings." Das MHN fühlte sich bemüßigt diese Tatsache noch einmal hervorzuheben. Naomi schaute Icheb erschrocken an, doch dieser meinte mit einem Grinsen: "Hör nicht auf ihn, er übertreibt maßlos."
"Vielleicht ein wenig, aber gefährlich war es allemal", stellte das MHN richtig.
"Darf ich Naomi jetzt in ihr Quartier begleiten?" fragte Icheb um weitere Diskussionen abzuwürgen.
"Eine gute Idee, sorg dafür, dass sie es noch etwas ruhig angehen lässt." Zu Naomi gewandt meinte er: "Solltest Du noch irgendwelche Probleme haben, egal ob es nur Kopfschmerzen oder Übelkeit ist will ich es sofort wissen Mrs. Wildman, verstanden?"
"Ja Doc", antwortete Naomi brav. "Vielen Dank." Sie ließ sich von Icheb von dem Bett helfen und Icheb legte seine Hand um ihre Taille. Eng umschlungen verließen sie die Krankenstation.
Der Doc seufzte erleichtert. "Da war es dann nur noch einer", sagte er zu sich selber und überprüfte noch einmal Chakotay. Hier war jetzt nur noch Geduld angebracht. Zum x-ten Male dachte das MHN daran, was für ein außergewöhnlicher Glücksfall es doch gewesen war, dass der Captain von Chakotay ein Kind erwartete. Er wusste nicht, ob er ohne es in der Lage gewesen wäre Chakotay noch zu retten.

Die Wochen verstrichen, der Captain kam regelmäßig in die Krankenstation um Chakotay zu besuchen und sich vom Doc checken zu lassen. Endlich kam dann der Tag als das MHN verkündete: "Captain, ich denke, wir können es riskieren. Für den Fötus wird keine Gefahr bestehen."
Kathryn nickte und folgte dem MHN, der ihr eine kurze OP-Hose und T-Shirt reichte und dann das hintere Biobett zuwies. Kathryn zog sich um und legte sich dann auf das Bett. Der Eingriff dauerte 20 Minuten, dann hatte das MHN eine DNA Probe vom Fötus entnommen.
"Doctor an Icheb, komm bitte auf die Krankenstation, ich könnte jetzt Dein Hilfe brauchen."
"Ich bin unterwegs", kam die Antwort.
"Captain, ich möchte dass sie noch eine Weile hierbleiben. Es ist sehr unwahrscheinlich, aber es könnten immer noch nach so einem Eingriff Probleme auftreten."
"Ist gut Doctor."
Das MHN fing schon mit den Vorbereitungen an und als Icheb kurz darauf mit Naomi zusammen die Krankenstation betrat ging es gut voran. Naomi ließ die Männer allein und gesellte sich zum Captain, etwas überrascht, dass sie hier lag und offenbar gesundheitliche Probleme hatte.
"Captain, geht es Ihnen nicht gut?" fragte sie besorgt.
"Nur ein kleiner Eingriff und anschließende Beobachtung Naomi", sagte Janeway zur Beruhigung. "Wie geht es Dir? Ich freue mich, dass Icheb und der Doctor Dir helfen konnten."
"Ja, Icheb hat mir das Verfahren erklärt", sagte sie und strich sich eine Haarsträhne hinter das Ohr. "Er hat mir auch erzählt, dass er sich selber infiziert hat, ich wusste nicht, ob ich ihm um den Hals fallen sollte oder ihm lieber eine Ohrfeige geben sollte", meinte Naomi lachend. Kathryn fiel in das Lachen mit ein, dann sagte sie wieder ernst: "Er muss Dich sehr gern haben, Naomi."
Naomi schaute etwas verlegen drein. "Das weiß ich, und das beruht auf Gegenseitigkeit."
Janeways Gesichtzüge erhellten sich. "Das freut mich, wirklich. Nachdem Deine Mutter vor 4 Jahren gestorben ist hatte ich etwas Sorge, ob Du auch genug behütet wirst, und jetzt... bist du schon eine junge, wunderhübsche Dame geworden."
Naomi wurde etwas rot. "Ich habe auch eine wundervolle Familie hier auf der Voyager und, wenn ich Ihnen das sagen darf: Sie waren mir immer eine Ersatzmutter." Verlegen wandte sie sich ab. Kathryn war gerührt und strich Naomi sanft über eine Wange. "Und ich war, und bis es immer noch, furchtbar stolz auf Dich Naomi." Naomi drückte die Hand des Captains und beide Frauen fühlten das enge Band der Verbundenheit. Dann fragte Naomi: "Darf ich Sie etwas persönliches fragen, Captain?"
"Natürlich."
Icheb hat mir zwar nichts verraten, aber... ich weiß, dass er für das Verfahren DNA vom Patienten braucht, und bis heute war keine da. Jetzt kommen wir her und Sie liegen zufällig auf der Krankenstation und hatten einen kleinen Eingriff... ähm..." Naomi überlegte, wie sie die kommende Frage jetzt am besten formulieren sollte, doch Janeway kam ihr zuvor: "Ich hätte wissen müssen dass Du es herausfinden würdest, Du oder Seven hatte ich vermutet. Mit keinem anderen würde Icheb über seine Genetik sprechen." Kathryn musste lachen.
"Dann stimmt es also?" fragte Naomi aufgeregt. "Sie und Chakotay haben...?"
Kathryn nickte. "Ja, das stimmt."
Naomi war so glücklich, dass sie Kathryn einfach umarmte. "Oh Captain, ich freue mich so für Sie beide, Sie haben ja keine Ahnung wie lange die Wette 17 schon läuft und die ganze Crew langsam an Ihnen beiden verzweifelt ist..." sprudelte sie hervor bevor sie realisierte, dass sie vielleicht etwas zuviel gesagt hatte.
"Wette 17?" fragte Kathryn mit hochgezogenen Augenbrauen. "Ist das etwa immer noch aktuell? Ich glaube, Tom hat diese Wette damals aufgebracht, als Chakotay und ich fast auf New Earth bleiben mussten?"
"Oh, wissen Sie, ich war zwar damals gerade erst geboren, aber.... naja, ich habe im laufe der Zeit immer wieder mal jemanden von der Wette sprechen hören..."
"Dieser Tom, na, der wird sich noch wundern", grinste Kathryn.
"Vielleicht sollten Sie ihn fragen, ob er Patenonkel werden will", schlug Naomi vor, "ich kann mir gerade lebhaft sein Gesicht vorstellen wenn er mitbekommt, was das zu bedeuten hat!" Naomi musste wieder lachen.
"Das ist sogar eine hervorragende Idee Naomi", schmunzelte Kathryn. "Eine kleine Retourkutsche kann ihm mal nicht schaden."
"Wenn die Damen mit Lachen fertig sind dürfen sie uns gerne gratulieren", erklang plötzlich die amüsierte Stimme des MHN vom anderen Raumende, "wir haben es geschafft."
Das MHN trat an Chakotays Kammer und Icheb deaktivierte sie. Das MHN injizierte im die Sonden und überwachte dann, wie schon bei Naomi, die Daten.
Die Schädigungen waren beim Commander wesentlich weiter fortgeschritten als bei Naomi und es wunderte das MHN daher nicht, dass er nicht gleich eine Veränderung bemerkte. Naomi und Icheb verließen derweil wieder die Krankenstation und Kathryn sah mit bangem Herzen zu Chakotay und dem MHN hinüber.
Irgendwann hielt Kathryn die Anspannung nicht mehr aus und fragte: "Was ist Doc? Irgendeine Besserung?"
"Noch nicht, aber geben Sie ihm ruhig noch etwas Zeit, aber keine Sorge, ich habe permanent ein Auge auf ihn. Wie fühlen Sie sich?"
"Ganz normal", sagte Kathryn.
"Wenn es Ihnen in 20 Minuten immer noch gut geht, dann dürfen Sie aufstehen."
Plötzlich piepte es von Chakotays Biobett und das MHN holte hektisch ein Hypospray.
"Doctor?" fragte Kathryn ängstlich.
"Herzrhythmusstörungen, der Herzmuskel ist wieder zu schwach. Mr. Paris", sagte er in sein Combadge, "kommen Sie sofort auf die Krankenstation."
Das MHN legte den Kardiostimulator wieder auf Chakotays Brust und gab ihm noch eine Dosis Tri-Ox. Nur Augenblicke später kam Tom hereingesaust, sein Blick ruhte nur zwei Sekunden auf dem Captain im anderen Biobett, dann stand er bei Chakotay.
"Dasselbe Problem Doc?"
"Ja, überwachen Sie die Geräte während ich noch einmal operieren muss."
Tom tat wie geheißen und Kathryn lag mit verkrampften Händen da. "Bitte Chakotay, Du musst gesund werden", flüsterte sie so leise, dass nur sie es hören konnte.
Es waren bange Minuten für Kathryn, doch dann sagte das MHN: "Geschafft, die Nano-Sonden sollten den Rest erledigen, ich denke, er ist jetzt außer Gefahr."
Kathryn ließ sich erleichtert auf das Kissen sinken und schloss kurz die Augen.
"Was machen Sie hier eigentlich Captain? Geht es Ihnen nicht gut?" fragte Tom besorgt. Bevor Kathryn eine Ausrede finden konnte, kam ihr das MHN zur Hilfe. "Sie hat es mal wieder übertrieben und ist wegen Schlaf- und Nahrungsmangel mir vorhin hier fast umgekippt. Also habe ich ihr eine Stunde Bettruhe verschrieben. Captain, Sie dürfen sich jetzt wieder umziehen und wieder gehen, aber halten Sie sich jetzt an ihre Ruhezeiten, sonst behalte ich Sie die ganze Woche über hier."
Er zwinkerte ihr zu, ohne dass Tom es mitbekam.
"Aye Sir", sagte sie um das Spiel mitzuspielen. Besser hätte das MHN es nicht anstellen können, Tom kaufte ihm das ohne Frage ab.
"Ich melde mich bei Ihnen sobald es Chakotay besser geht", rief er noch hinterher als sie die Krankenstation verließ.

Schon zwei Stunden später meldete sich das MHN bei ihr. Kathryn kam sofort auf die Krankenstation und als sie an Chakotays Bett herantrat, hatte sie Mühe die Tränen zu unterdrücken. Ihr erster Offizier hatte die Augen geöffnet und versuchte schwach zu lächeln. "Kathryn", sagte er leise. Sie nahm seine Hand in ihre und küsste sie zärtlich. Dann kam sie mit dem Gesicht ganz dicht an seines heran und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen.
"Nicht sprechen Chakotay, du musst Dich jetzt ausruhen."
"Der Doctor... will mich wieder schlafen schicken, aber ich musste Dich unbedingt vorher sehen", flüsterte er.
"Und ich werde immer bei Dir sein, das verspreche ich Dir. Und jetzt schlaf, ruh Dich aus." Damit drückte sie ihm noch einen Kuss auf die Stirn und machte Platz für das MHN, das ihm Meloranzin verabreichte, denn Chakotay litt noch immer unter starken Schmerzen die die Genveränderung hervorrief. Aber er hatte drauf bestanden, dass er den Captain vorher sehen dürfe. Kathryn blieb noch eine Weile bei ihm, hielt ihm die Hand und streichelte seinen Kopf. Dann ging sie wieder auf die Brücke und ließ Chakotay mit gutem Gewissen allein.

Eine Woche später war es dann endgültig soweit. Das MHN stand mit einem mit Stokalin geladenem Hypospray an Chakotays Kopfende und Kathryn nickte ihm zu, dass er ihn aufwecken sollte.
Chakotays Lider zuckten und dann strahlten Kathryn braune Augen an.
"Hey, willkommen zurück", sagte sie leise.
Das MHN hatte seinen Tricorder wieder gezückt und überprüfte noch mal Chakotays Zustand. "Keine Toxide mehr, Commander, ihre DNA ist normal. Tja, Sie sind wieder von den Toten zurück", sagte das MHN heiter.
"War es wirklich so schlimm?" fragte Chakotay nach.
"Man könnte sagen, es war in letzter Sekunde, aber gerettet hat sie etwas völlig anderes. Das kann Ihnen aber am besten der Captain erklären." Das MHN grinste nun über beide Ohren. Kathryns lächeln war eher schüchtern und zart.
"Ich verstehe nicht ganz?" fragte Chakotay nach und richtete sich in eine sitzende Position auf.
"Langsam Commander, sie haben mehrere Wochen gelegen, sie müssen erst wieder das Blut zirkulieren lassen", warnte das MHN und stütze ihn vorsichtshalber.
"Gute Idee", meinte Chakotay, dem tatsächlich etwas schummrig wurde.
"Was genau hat mich gerettet das Du mir erklären solltest?" fragte er noch mal.
"Nun, wir hatten keine DNA Proben von Dir, zumindest nicht von Deiner Ursprungs-DNA, aber glücklicherweise... hast Du mir welche vorher noch gegeben, und... naja, die sind geblieben und haben Dir dann nach fast zwei Monaten das Leben gerettet."
Angespannt sah Kathryn Chakotay an. Sie sah richtig die Gehirnzellen arbeiten und dann trat erst Unglaube und dann das glücklichste Lächeln in sein Gesicht, das sie je gesehen hatte.
"Willst Du damit sagen, unser Ausflug am See hatte Folgen?" rief er freudig.
Kathryn nickte und strahlte. Chakotay sagte nichts mehr, er zog sie nur ein seine Arme und drückte sie ganz fest. Das MHN ging verstohlen in sein Büro zurück, er war hier definitiv überflüssig.

Zwei Stunden später saßen Chakotay und Kathryn in Chakotays Quartier und küssten sich hingebungsvoll. Chakotays Hand wanderte immer wieder über Kathryns Bauch und er konnte das Glück gar nicht fassen. Auch Kathryn schwebte auf Wolke 7 und sie erzählte ihm von der Wette 17 und Naomis Idee mit dem Patenonkel. Auch Chakotay fand die Idee gut und beide schmiedeten einen Plan, wie sie es am besten anstellen würden Tom zu necken und gleichzeitig die Crew zu informieren.
Am nächsten Morgen auf der Brücke schritten sie gleich zur Tat. Chakotay war wieder im Dienst und der Captain saß wie gewohnt in ihrem Sessel.
Irgendwann sagte Chakotay, so dass es alle hören konnten: "Captain, ich habe gehört sie waren auch vom Doctor auf der Krankenstation eine Weile einbehalten?"
Kathryn seufzte theatralisch. "Ja, er hat mich kalt erwischt und mich gleich dabehalten."
Chakotay spielte den Überraschten. "So, wieso das denn?" Er schielte zu Tom und sah, dass der Pilot aufmerksam die Ohren gespitzt hatte.
Kathryn stand auf und trat dicht hinter Tom. "Nun, der Doctor hat doch tatsächlich eine fremde Lebensform auf dem Schiff entdeckt."
Tuvok schaltete sich sofort ein. "Eine Lebensform? Warum wurde ich darüber nicht informiert?"
Kathryn grinste ihren Sicherheitsoffizier an. Sie hatte jetzt die ungeteilte Aufmerksamkeit der gesamten Brückencrew. "Weil diese fremde Lebensform mich befallen hat und der Doctor es nicht riskieren wollte, dass sie mich in Arrest stecken", führ sie fort. Tuvok hob eine Augenbraue und wollte gerade zum Protest ansetzen, doch Chakotay hob die Hand und signalisierte ihm zu warten. Kathryn war unterdessen noch ein Stück näher an Tom herangerutscht, der immer noch versuchte den Anschein zu erwecken, als höre er nicht zu.
"Aber keine Sorge Tuvok, die fremde Lebensform wird mich nicht lange als Wirt benutzen und das MHN schlug doch tatsächlich vor..." gekünstelt machte sie eine Pause und legte Tom die Hand auf die Schulter, dieser drehte sich erschrocken um und sag seinen Captain mit großen Augen an als diese fortfuhr: "...dass Mr. Paris aufgrund seiner medizinischen Kenntnisse hervorragend dazu geeignet wäre, dieser fremden Lebensform als Patenonkel zur Verfügung zu stehen. Nicht wahr, Tom?"
Kathryn lächelte ihn zuckersüß an. Auf der Brücke herrschte auf einmal eine Totenstille. Tom klappte den Mund auf und zu aber brachte kein Wort hervor. Harry starrte Janeway mit großen Augen an und Tuvok hob eine Augenbraue. Schließlich brach Chakotay in schallendes Gelächter aus.
Die anderen schauten ihn perplex an, dann musste auch Kathryn losprusten.
Tom stotterte: "Was? sie... wie? Ich ehm... WAS?"
"Nun schauen Sie nicht so perplex, wer hat denn seit Jahren die Wette 17 am laufen?" meinte Chakotay belustigt.
"Die Wette 17? Sie wissen davon?" stammelte er.
"Scheint, als könnten Sie sie endlich auflösen", fügte Kathryn hinzu. "Ich schätze, Sie haben gewonnen."
Tom bekam seinen Mund immer noch nicht zu, doch langsam bildete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht.
"Herzlichen Glückwunsch, Captain, Commander", kam es dann von Harry. Er freute sich sichtlich und auch Tuvok beglückwünschte sie.
"Sie bekommen ein Baby?" platzte es auch Tom heraus.
Chakotay war zu Kathryn getreten und hatte ihr einen Arm um die Schultern gelegt.
"Ja, also was sagen Sie, möchten Sie Patenonkel werden?" fragte sie.
"Da fragen Sie noch? Ich fühlte mich geehrt! Das wurde auch verdammt Zeit Captain."
Die nächsten 5 Minuten waren Kathryn und Chakotay dabei viele, viele Hände zu schütteln und Glückwünsche entgegen zu nehmen, dann ertönte auf einmal Neelix Stimme, für das ganze Schiff hörbar: "Neelix an alle, morgen um 19 Uhr gibt es was zu feiern! Die Crew gratuliert Captain Janeway und Commander Chakotay ganz herzlich!"
Kathryn und Chakotay sahen sich glücklich an und dann gab es vor der gesamten Brückencrew den offiziellen Beweis, dass die beiden zusammengehörten.
Die gesamte Brückencrew applaudierte heftig, als Chakotay Kathryns Gesicht zwischen seine Hände nahm und ihr einen langen Kuss gab.

E N D E