Kleine, grüne Männchen oder - es gibt sie doch!

(Anmerk.: Alle betroffenen Personen sind NICHT verheiratet! Keiner! Zumindest nicht in dieser Geschichte.)

Kapitel 1

"Medizinischer Notfall auf der Brücke!"
"Schon unterwegs, Commander."
Nur wenige Sekunden später stand der Holo-Doc auf der Brücke und bahnte sich einen Weg durch die Trümmer, die überall verstreut lagen. Er untersuchte zuerst einen Ensign, konnte aber nichts mehr für ihn tun. Tuvok lag auf dem Boden und war bewußtlos, Chakotay hatte mehrere Verletzungen am Kopf und seine Uniform war blutig. Er kniete fassungslos neben dem Captain, die halb unter einem Duraniumträger begraben war. B'Elanna kümmerte sich um Tom, der über seine Konsole geschleudert worden war, ebenfalls bewußtlos war und aus etlichen Hautrissen und sonstigen Verletzungen blutete. Der Holo-Doc wußte nicht, wo er zuerst helfen sollte, entschied sich dann aber für den Captain, da sie am schwersten verletzt zu sein schien. Er ließ den Scanner über ihren Kopf kreisen. Chakotay sah ihn hoffnungsvoll an.
"Sie ist schwer verletzt," sagte schließlich das Hologramm, "wenn wir sie sofort auf die Krankenstation bringen hat sie eine kleine Überlebenschance."
Chakotay blickte verzweifelt wieder auf Kathryn. "Nein! Kathryn! Tun Sie mir das nicht an, nicht noch einmal, bitte!" flüsterte er. Der Holo-Doc wollte gerade aufstehen um dem Commander dabei zu helfen, den Captain aus seiner tödlichen Lage zu befreien, als er plötzlich über ein Metallstück stolperte und in Chakotays Armen landete. Dieser brach nach einer Schrecksekunde in schallendes Gelächter aus und sagte: "Eigentlich sollte Katie in meinen Armen landen!"
Kathryn öffnete die Augen und mußte ebenfalls anfangen zu lachen.
"Cut!" ertönte eine Stimme, die sowohl belustigt als auch etwas säuerlich klang. "Oh Bob, die Szene war so gut!" sagte Rick Berman mit einem verzweifelten Lachen auf dem Gesicht.
"Tut mir leid, ich bin gestolpert." erwiderte Bob zerknirscht. Die anderen "Brückenoffiziere" waren in der Zwischenzeit aufgestanden. Kate kroch unter dem Attrappen-Träger hervor und Robert hatte sich allmählich von seinem Lachanfall erholt.
"Na gut, machen wir für heute Feierabend. Bis morgen!" Rick verabschiedete die Schauspieler und diese zogen sich in ihre Trailer zurück um sich umzuziehen. Vor dem Studio trafen nach einer Weile noch einmal alle zusammen.
"Hey, was haltet ihr davon noch ins Restaurant zu gehen?" schlug Roxann vor.
"Gute Idee, kommt jemand nicht mit?" fragte Ethan in die Runde. Alle schwiegen.
"Na, dann los, worauf warten wir noch?" Roxann nahm die anderen in Schlepptau und alle gingen fröhlich plaudernd zum nächsten Chinesen.

Kapitel 2

"Bericht."
"Sind auf Maximalgeschwindigkeit, aber wir werden es nicht rechtzeitig schaffen! Sein Schiff ist nur noch 150.000 km von der Schwelle entfernt!" Harry Kim klang verzweifelt.
"Tuvok, können Sie sein Schiff mit einem Traktorstrahl erfassen oder ihn herausbeamen?" Janeway stützte sich am Geländer ab und sah Tuvok an.
"Er ist außer Reichweite, ich kann ihn nicht erfassen."
"Mr. Kim, rufen Sie ihn noch mal."
"Kanal offen."
"Janeway an Braxton, brechen Sie ihr Vorhaben ab, sonst bin ich gezwungen schärfere Maßnahmen zu ergreifen." Sekunden später erschien Braxton auf dem Hauptschirm.
"Sie werden verstehen, daß ich das auf keinen Fall tun werde. Diese einmalige Gelegenheit Sie und Ihre Besatzung aus der Zeitlinie zu entfernen und damit meine Zukunft zu retten, werde ich auf keinen Fall ungenutzt vorbeiziehen lassen. Leben Sie wohl, Captain!" Der Schirm wurde dunkel und Janeway sah verdammt wütend aus.
"Tom, folgen Sie ihm in den Strudel, wir müssen ihn um jeden Preis aufhalten!"
"Aye, Ma'am."
Braxtons Schiff trat in den Zeit- Raumstrudel ein und verschwand. Die Voyager war dicht hinter ihm und wurde im letzten Moment vom Strudel erfaßt, bevor er sich schloß.
Im Strudel ging es ziemlich turbulent zu, die Voyager schlingerte hin und her.
"Tom, versuchen Sie uns auf Kurs zu halten!" schrie Janeway, die wie die meisten Offiziere zu Boden geschleudert worden war.
"Ich versuch's, aber die Trägheitsdämpfer sind ausgefallen!" rief Tom zurück, der sich an seine Konsole klammerte.
"Warnung: Strukturelles Versagen in einer Minute." bemerkte die Computerstimme trocken.
"Chakotay an Maschinenraum."
"Torres hier."
"Können Sie uns mehr Energie auf die Schilde geben?"
"Ich versuche es. 10%, das ist alles."
"Ich nehme es. Tuvok, wie sieht's aus?"
"Hüllenbruch in 45 Sekunden."
"Harry, wann sind wir aus dem Strudel raus?" fragte Janeway.
"In 50 Sekunden!"
"Tuvok! Versuchen Sie die Hüllenintegrität zu verstärken, nehmen Sie dazu meinetwegen Energie von der Lebenserhaltung!"
"Aye Captain. Hüllenbruch in 30 Sekunden."
"Harry! Geben Sie mir die Zeit."
"Noch 35 Sekunden."
Janeway hatte es inzwischen geschafft, sich wieder in ihren Sessel zu ziehen.
"Noch 20 Sekunden." rief Harry.
"Mikrofrakturen auf den Decks 11, 13 und 15. Notfallkraftfelder in Funktion."
"Schicken Sie ein Reparaturteam!"
"Noch 10 Sekunden!"
*Komm schon Voyager, brich jetzt nicht auseinander!* dachte Janeway.
"Noch 5 Sekunden!"
"Hüllenbrüche auf allen Decks!" rief Tuvok, in dem Moment explodierte die Decke. Janeway und Chakotay wurden von einigen Trümmerteilen getroffen und fanden sich plötzlich auf dem Boden wieder."
"Notfallkraftfelder halten." sagte Tuvok. Im nächsten Moment hörte das Schiff auf zu schlingern.
"Wir sind durch, Captain!" hörte Sie Harrys Stimme.
"Voller Stop. Bericht."
Reparaturteams versiegeln die Hüllenbrüche und kümmern sich um die restlichen Beschädigungen. Die Krankenstation meldet sechs Leicht- und zwei Schwerverletzte." sagte Tuvok.
"Mr. Kim, funktioniert der Hauptschirm wieder?"
"Ich arbeite daran, Captain."
Während Harry versuchte, den Hauptschirm wieder funktionsfähig zu kriegen, sah Kathryn besorgt zu ihrem ersten Offizier, der aus einer Kopfwunde stark blutete.
"Chakotay!" sie ging zu ihm rüber um ihm beim Aufstehen zu helfen. "Wie fühlen Sie sich?"
"Habe Sie die Nummer des Shuttles gesehen, das mich erwischt hat?" fragte er mit einem gequälten Lächeln. Mit einer Hand fühlte er nach der Wunde.
"Sie sollten wohl besser auf die Krankenstation gehen."
"Dann sollten wir vielleicht zusammen gehen, Captain, sie sind auch verletzt."
Chakotay deutete auf Kathryns Schulter. Ihre Uniform war an einer Stelle gerissen und hatte sich mit Blut vollgesogen. Im Gesicht hatte sie auch eine kräftige Schramme.
"Oh, das habe ich noch gar nicht bemerkt."
"Captain, der Hauptschirm funktioniert wieder!" unterbrach Harry ihr Gespräch. Ein Planet erschien auf dem Schirm.
"Die Erde." hauchte Chakotay.
"Mr. Kim, in welcher Zeit befinden wir uns?"
"Den Scans zufolge im Anfang des 21. Jahrhunderts."
"Können Sie das genaue Datum rausfinden?"
"Ja... es ist der 14. Februar 2001."
"Valentinstag!" warf Tom ein.
"Lieutenant?" Tuvok warf ihm einen fragenden Blick zu.
"Äh, ein besonderer Tag für Liebespaare Tuvok, vergessen Sie's einfach."
Tuvok hob verständnislos eine Augenbraue, beließ es aber dabei. Er wandte sich wieder seinen Anzeigen zu.
"Mr. Tuvok, können Sie Braxton's Schiff orten?"
Tuvok hantierte an seiner Konsole herum, mußte die Frage aber verneinen.
"Er kann sich doch nicht in Luft aufgelöst haben! Mr. Tuvok, scannen Sie weiter nach ihm oder seinem Schiff. Tom, informieren Sie sich inzwischen in der Schiffsbibliothek, ob am 14. Februar 2001 etwas besonders passierte. Wir müssen herausfinden, was Braxton hier will. Wir treffen uns in einer halben Stunden im Konferenzraum, bis dahin möchte ich einen kompletten Bericht aus jeder Abteilung. Chakotay, Sie kommen mit auf die Krankenstation."
"Aye Captain." ertönte es mehrmals auf der Brücke.

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Janeway und Chakotay betraten die Krankenstation. Der Holo-Doc wandte sich den beiden zu. "Noch mehr Verletzte? Immer herein. Nehmen Sie Platz, ich komme gleich zu Ihnen." "Danke Doctor." sagte Janeway und setzte sich auf das erste freie Biobett. Erst jetzt bemerkte Sie, daß ihre Schulter tatsächlich ziemlich schmerzte. Chakotay setzte sich auf ein Bett ihr gegenüber. "Hey Kathryn! Sie haben uns schon wieder nach Hause gebracht." "Jaja ich weiß, richtiger Ort, falsche Zeit mal wieder." Chakotay grinste. "Also Commander, dann lassen Sie mich mal sehen." Chakotay hatte gar nicht mitbekommen, daß der Doctor an ihn herangetreten war. "Hm." meinte dieser, während er Chakotay untersuchte. "Eine tiefe Fleischwunde und eine Gehirnerschütterung." Er nahm den Hautregenerator und binnen Sekunden war die Schnittwunde an Chakotays Kopf verschwunden. "Ich gebe Ihnen jetzt noch etwas gegen die Kopfschmerzen und wenn Sie mir versprechen, mindestens 6 Stunden in ihrem Quartier zu verbringen um ihren Kopf zu kurieren, müssen sie auch nicht hier auf der Krankenstation bleiben. Ich verordne Ihnen Bettruhe." Chakotay sah Kathryn etwas verzweifelt an. Diese grinste jedoch und meinte: "Sie haben's gehört Commander. Ich sehe auch zwischendurch mal nach Ihnen." "Oh, wie nett." sagte er leicht säuerlich. "Und jetzt zu Ihnen, Captain. Hm, Ihre Schrammen im Gesicht sind nicht so tragisch, aber ihre Schulter muß ich operieren. Bitte ziehen Sie die Jacke und das Uniformshirt aus." Jetzt war es an Chakotay zu lächeln. "Soll ich Ihnen helfen, Kathryn?" "Nein danke, das kann ich auch allein." antwortete sie zwischen zusammengebissenen Zähnen. Allerdings bereute sie ihre Antwort schon nach wenigen Augenblicken, denn ihre Schulter tat bei der kleinsten Bewegung höllisch weh. Sie stöhnte kurz auf. Chakotay glitt von seiner Liege und half ihr behutsam aus den Sachen, bis sie nur noch mit ihrem ärmellosen Top bekleidet vor ihm saß. "Danke Chakotay." "Gern geschehen." "Commander, sie sollten doch in Ihr Quartier gehen." hörte Chakotay auf einmal hinter sich eine drohende Stimme. "Anscheinend wollen Sie doch auf der Krankenstation bleiben?" "Ich glaube ich gehe jetzt lieber. Wir sehen uns auf der Brücke." meinte er zu Kathryn. "Ist gut, bis nachher." erwiderte Kathryn und warf ihm noch einen verträumten Blick zu, als er die Krankenstation verließ. "Captain, bitte legen Sie sich auf die Seite." sagte der Holo-Doc und innerhalb von ein paar Minuten war Kathryns Schulter wieder in Ordnung. "Danke, Doctor. Ich nehme an, ich bin wieder Diensttauglich?" "Ich sähe es zwar lieber, wenn Sie einen Tag noch ausspannen, aber ich kann Sie leider nicht einsperren." Kathryn rutschte von der Liege und meinte: "Ausnahmsweise bin ich mal völlig ihrer Meinung." Damit war sie auch schon wieder verschwunden.

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Braxton hatte sein Schiff inzwischen gut versteckt zurückgelassen und befand sich mitten in L.A. Er steuerte auf das Paramount Filmgelände zu, hier hereinzukommen war für ihn kein Problem. Alsbald stand er mitten auf dem Voyager Set und machte sich an die Arbeit.

Kapitel 3

Pünktlich um 6.00 Uhr Morgens begannen die Dreharbeiten wieder. "O.k. Leute, das kriegen wir heute in den Kasten. Ach Bob, paß bitte auf herumliegende Trümmerteile auf, o.k.?" Bob war ihm einen ja-ja-wer-den-Schaden-hat... Blick zu und alle begaben sich auf ihre Positionen. "Kamera ab." "Läuft." "Ton." "Läuft." "Und... ACTION!" Die Szene vom vorigen Abend wiederholte sich und diesmal war die Szene perfekt. "Cut! Prima, nächste Szene: Krankenstation. Alle bis auf Kate, Robert und Bob haben Pause. Holt noch ein paar Statisten für die Krankenstation!"

=/\=

"Bericht." wandte sich Kathryn ihren Offizieren zu, die vollständig im Konferenzraum anwesend waren. Chakotay hatte kurzerhand beschlossen, die Befehle des Doktors zu mißachten. Das hier war wichtiger. "Ich habe mit den Sensoren eine schwache Energiesignatur orten können die auf Antimaterie hindeutet, aber die Spur verliert sich irgendwo in der Wüste." sagte Kim. "Ich habe die gesamte Schiffsbibliothek durchgekämmt, aber der 14. Februar 2001 schien kein besonderer Tag zu sein." warf Tom ein. "Captain, bitte kommen Sie in die Astrometrie, ich habe etwas entdeckt, das Sie sich unbedingt ansehen sollten." ertönte auf einmal Sevens Stimme über Intercom. Sie war in der Astrometrie geblieben um mit einer effizienteren Methode nach Braxton und seinem Schiff zu suchen. "Ich komme gleich, Seven." antwortete Janeway. Sie sah ihren Stab noch einmal an und sagte dann: "Suchen Sie weiter nach Braxton, wir müssen herausfinden, was er hier will. Wegtreten. Chakotay." Die Offiziere standen auf und gingen wieder an ihre Stationen. Janeway und Chakotay gingen zur Astrometrie. "Also Seven, was gibt's?" fragte Janeway kaum daß sich die Türen geöffnet hatten. "Captain, Sie sollten sich das hier einmal ansehen." Seven tippte auf einige Kontrollen und der Schirm zeigte nun die Brücke der Voyager. Janeway und Chakotay blickten Sie verwirrt an, denn diese Brücke war ein einziger Trümmerhaufen. "Haben Sie dafür eine Erklärung Seven?" fragte Chakotay. "Diese "Brücke" ist nicht echt, die Konsolen funktionieren nicht und das Material ist aus Stahl und Plastik." "Chakotay, stellen Sie ein Außenteam zusammen und untersuchen Sie diese Trümmer. Schauen Sie nach, ob Sie vielleicht noch mehr, sagen wir "Voyager" Inventar finden." Chakotay nickte kurz und machte sich dann auf den Weg um Tom, B'Elanna und zwei Sicherheitsoffiziere zu benachrichtigen. "Seven, Sie und Harry begeben sich auf die Suche nach Braxton und seinem Schiff." "Verstanden." Janeway verließ wieder die Astrometrie und kehrte auf die Brücke zurück. "Chakotay an Janeway." "Ja Commander?" "Wir sind bereit uns hinunter zu beamen." "Dann viel Erfolg Commander. Janeway Ende." Als Janeway auf der Brücke eintraf, war von den Senioroffizieren lediglich Tuvok noch auf seinem Posten. Die anderen waren zur Erde gebeamt und andere Crewmitglieder bedienten nun die Kontrollen. "Tuvok, halten Sie die Außenteams erfaßt. Falls etwas passiert möchte ich, daß sie sofort hochgebeamt werden." "Eine weise Vorsichtsmaßnahme." erwiderte der Vulkanier.

Kapitel 4

In der Krankenstation wurde inzwischen alles für die nächste Aufnahme vorbereitet. "Ist jeder auf seinem Posten?" Rick Berman schaute sich suchend. Es schien, daß alle da waren. "Weiß jeder, was er zu tun hat?" "Immer doch..." murmelte jemand. Kate lehnte sich etwas zu Robert und flüsterte ihm ins Ohr: "Vergiß bloß nicht wieder Deinen Text, sonst wirst Du mich heute noch öfter tragen müssen." Robert knuffte sie vorsichtig in die Seite und setzte eine etwas beleidigte Miene auf. "Sei bloß ruhig, Du hast wenigstens gar keinen Text. Und mach Dich nicht so schwer." "Hey! Ich bin leicht wie eine Feder, Du kannst mich mühelos hochheben. Denk doch an die "Coda" Folge!" "Oh ja, die Mund-zu-Mund-Beatmung, daran denke ich immer wieder gerne..." er grinste sie bei diesen Worten frech an. "Typisch Mann, Du..." Kate wollte sich gerade über seine letzte Bemerkung auslassen, als Rick sich lautstark räusperte. "ÄHEM! Seid ihr zwei jetzt endlich fertig?" "Oh, entschuldige Rick." sagte Kate. "Dann ist's ja gut. Also, Kate, Robert und Bob vor die Tür. Bob, Du kommst als Erster, kurz darauf Robert mit Kate. Alles klar?" Die drei nickten stumm. "Die restlichen Crewmitglieder - denkt daran, ihr seid teilweise schwer verletzt. Auf die Betten mit Euch!" Kate, Robert und Bob verschwanden hinter der Tür. Kate ließ sich von Robert auf seinen Arme nehmen und versank dann in Bewußtlosigkeit. Keine Sekunde zu früh, denn drinnen ertönte lautstark das "Action!" Bob lief los und betrat die Krankenstation. Robert gab ihm 3 Sekunden Vorsprung, dann folgte er ihm mit Kate auf den Armen im Laufschritt. In der Krankenstation herrschte heilloses Chaos. Kabel hingen überall herunter, die Lichter blinkten, Trümmer säumten den Boden und etwas Trockeneis tat das Übrige. Robert konzentrierte sich nun voll auf seinen Text. "Commander schnell, legen Sie den Captain auf ein Bett." Chakotay legte Kathryn vorsichtig runter und nahm dann ihre Hand. "Kathryn bitte bleib bei mir! Kämpfe verdammt, kämpfe!" Der Doc hatte inzwischen einige Instrumente geholt und begann, den Captain zu operieren. "Wird sie es schaffen?" "Das kann ich momentan noch nicht sagen, Commander." Chakotay schaute auf Kathryn hinunter und drückte fest ihre Hand. Er blieb neben ihr stehen, bis der Doctor fertig war und sagte: "So, mehr kann ich nicht für sie tun, der Rest liegt bei ihr." Dann drehte er sich um, denn Kathryn war leider nicht seine einzige Patientin. Er ging hinüber zu Lang um ihr ein Hypospray zu verabreichen. Es zischte leise als er das Spray an ihren Hals hielt und war im nächsten Moment verunsichert. Deborah Levin hätte laut Drehbuch eigentlich sofort ihre Augen öffnen sollen, statt dessen erschlaffte sie und rührte sich dann nicht mehr. "Cut!" hörte er. "Deborah, was ist los? Du solltest doch die Augen öffnen!" Deborah lag nur reglos auf dem Bett. Bob schüttelte sie leicht am Arm. "Hey Deborah, die Szene ist vorbei! Steh auf, wir müssen's noch mal machen." Doch sie rührte sich immer noch nicht. Inzwischen waren die anderen an ihr Bett herangetreten und Tom fühlte nach ihrem Puls, doch er war nicht da. "Schnell, holt einen Krankenwagen!" schrie er. Kate blickte Robert schockiert an und wandte sich dann Bob zu. "Bob! Was hast Du gemacht?" "Gar..gar nichts." stammelte er verstört. "Ich habe ihr nur das Hypospray an den Hals gehalten, wie sonst auch immer." Bob hielt Kate das Requisit hin. Sie nahm es vorsichtig aus seiner Hand und schnupperte daran. Ein stechender Geruch fuhr ihr in die Nase und für einen Moment glaubte sie, ohnmächtig zu werden. Sie taumelte gegen Robert, der sie besorgt stützte und dann fragte: "Katie, alles in Ordnung?" Sie atmete tief ein bevor sie antwortete: "Was immer hier drin war, es war sicher keine Luft!" Die Anwesenden starrten sie verblüfft an, dann kamen endlich die Sanitäter. Doch sie konnten nur noch den Tod von Deborah feststellen.

Zur gleichen Zeit auf der Voyager, die immer noch die Erde umkreiste, lag Ensign Lang in ihrem Quartier auf dem Boden und rührte sich nicht mehr.

Kapitel 5

"Bericht." Kathryn stürmte regelrecht in die Krankenstation, nachdem sie vom Doktor verständigt worden war, Ensign Lang sei tot. Der Doctor drehte sich zu ihr um. "Captain. Ich weiß nicht wieso oder warum aber Ensign Lang ist vergiftet worden. Aber gleichzeitig auch wieder nicht." "Doctor, könnten Sie sich vielleicht etwas präziser ausdrücken? Ist sie nun vergiftet worden oder nicht?" "In ihrem Körper habe ich Rest von Cyalodin gefunden, einem absolut tödlichen Gift. Aber andererseits habe ich keine Ahnung, wie es in ihren Körper gekommen sein könnte! Es gibt keine Einstiche, Rötungen oder sonstige Verletzungen. Es ist mir ein Rätsel!" Janeway betrachtete den leblosen Körper vor ihr. "Wer hat sie gefunden?" fragte sie schließlich. "Lieutenant Ayala. Sie kam nicht zum Dienst und antwortet auch nicht auf das Com-Signal. Er fand sie schließlich in ihrem Quartier auf dem Fußboden liegend und hat mich sofort informiert." "Halten Sie mich weiter auf dem laufendem. Tuvok wird einige Nachforschungen anstellen." "Ja Captain." Schon war sie wieder aus der Krankenstation verschwunden um Tuvok zu informieren.

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Das erste Außenteam war inzwischen auf der zerstörten Brücke rematerialisiert. B'Elanna, Tom und Chakotay scannten jeden Winkel, konnten jedoch nichts finden, das ihnen neue Erkenntnisse bringen würde. Schließlich begaben sie sich durch eine Tür hinter der Brücke und gelangten so in einen Korridor der Voyager. "Chakotay, drei Menschen nähern sich." sagte B'Elanna plötzlich. "Aus welcher Richtung?" fragte Chakotay. "Einer kommt auf uns zu, zwei andere haben uns gleich eingeholt." "Schnell, in den Korridor." Chakotay drängte seine Leute in einen Seitenarm und bedeutete ihnen, sich jeweils in ein Nische zu stellen, so daß man sie vom Hauptkorridor nicht so ohne weiteres sehen konnte. Nur wenig später sahen sie Ashmore, Walter Baxter und Joe Carey vorbeilaufen. Tom und B'Elanna starrten sich ungläubig an. Chakotay kam aus seinem Versteck heraus als die drei vorbei waren und schaute ebenso verblüfft drein wie Tom und B'Elanna. "Kann mir das bitte jemand erklären?" fragte Tom. Statt zu antworten tippte Chakotay auf seinen Communicator. "Chakotay an Voyager." "Voyager hier." erklang Janeways Stimme. "Captain, haben Sie Ashmore, Baxter und Carey auch hierher geschickt?" Janeway runzelte die Stirn bevor sie antwortete: "Nein, Carey habe ich gerade auf dem Weg zur Brücke getroffen und Baxter und Ashmore haben gerade Dienst. Wieso fragen Sie, Commander?" "Weil die drei gerade an uns vorbeigelaufen sind." Janeway schnappte verblüfft nach Luft. Dann wandte sie sich an den Computer: "Computer, lokalisiere Lieutenant Carey." "Lieutenant Carey befindet sich im Maschinenraum." "Hatte er das Schiff vorher verlassen?" "Negativ." "Chakotay, sind sie sicher, daß sie Lieutenant Carey gesehen haben?" "Absolut, Ma'am, die anderen haben ihn auch gesehen." "Laut Schiffscomputer hat Carey das Schiff nicht verlassen. Finden Sie raus, was da los ist. Janeway Ende." "Sie haben's gehört." wandte sich Chakotay an sein Außenteam. "Nichts wie hinterher." Die Truppe setzte sich in Bewegung und folgte dem Weg Careys. "Sollten wir unterwegs jemandem begegnen, tun sie so, als ob nichts sei, Carey und die anderen trugen auch Starfleet Uniformen, wir dürften also nicht auffallen." sagte Chakotay und hoffte, daß er damit recht hatte.

Josh Clark alias Joe Carey und Tom Virtue alias Walter Baxter hatten nicht bemerkt, daß sie fünf Starfleet Offiziere völlig verwirrt hatten. Sie hatten momentan nur eines im Kopf - den Tod von Deborah Levin. Deshalb merkten sie auch nicht, daß sie von ihnen verfolgt wurden. Sie waren auf dem Weg zum Casino, wo Rick eine kurze Besprechung abhalten wollte. Als sie eintraten, waren bereits sämtliche Darsteller, die heute Drehtag hatten, anwesend. "Gut, dann sind wir vollzählig." rief Rick und verschaffte sich somit auch gleich die ungeteilte Aufmerksamkeit der Crew. "Ihr wißt inzwischen alle, was mit Deborah passiert ist. Bisher konnte nicht festgestellt werden, woran sie gestorben ist, aber es war definitiv etwas im Hypospray. Die Polizei hat es mit ins Labor genommen und will Euch später alle noch mal verhören. Wir werden inzwischen weiterdrehen und wer raus muß, der geht. Okay?" Ein allgemeines, zustimmendes Gemurmel war die Antwort. "Dann ist ja soweit alles klar. Dann an die Arbeit." sagte Rick und verließ das Casino.

Vor der Casinotür stand das Außenteam und bekam den Mund nicht mehr zu. Chakotay sah sich selbst dort drinnen stehen, neben dem Captain, Tom, B'Elanna und allen anderen. Wie Chakotay erging es den anderen. Tom war sprachlos und B'Elanna vermutete eine Verschwörung. Die beiden Sicherheitsoffiziere hatten sich im Hintergrund gehalten und von der ganzen Sache nichts mitbekommen. Als sich die Versammlung im Casino auflöste, zog Chakotay die anderen durch eine Tür in einen anderen Raum, wo sie ungestört waren. Zunächst sagte niemand ein Wort. Dann fragte Tom: "Habt Ihr auch das gesehen, was ich gesehen habe?" "Wenn Du Dich selbst und uns andere gesehen hast - ja." meinte B'Elanna. "Chakotay an Janeway." "Sprechen Sie Commander." "Captain, ich glaube, sie sollten hier runter kommen." "Was ist los?" "Nun, sagen wir mal so. Sie sollten hier runter kommen, damit Sie auch wirklich da sind. Sie sind nämlich schon hier." "Chakotay, können Sie sich bitte etwas deutlicher ausdrücken? Ich soll schon da sein?" "Genau. Sie und sämtliche Brückenoffiziere, sowie einige Crewmitglieder haben sich gerade im Casino versammelt." Eine ganze Weile kam vom Captain keine Antwort. Chakotay wollte gerade nachfragen, ob Sie noch da sei, als ihre Stimme erklang: "Ich bin sofort bei Ihnen." Eine Minute später schimmerte im Raum ein Transporterstrahl und Captain Janeway stand neben ihnen. "Also Commander, was ist hier los?" fragte sie. "Sie sollten sich selber davon überzeugen, kommen Sie." "B'Elanna, Tom, bleiben sie mit den anderen hier. Wir kommen gleich zurück." Chakotay und Janeway traten durch die Tür und schauten vorsichtig durch die Scheiben in der Tür ins Casino. Janeway klappte der Unterkiefer herunter, als sie sich selbst neben ihrem ersten Offizier stehen sah. Dann sah sie auch die anderen. Schnell zog sie sich mit Chakotay zurück, als einige Crewmitglieder auf sie zukamen. Wieder in dem kleinen Raum hatte es Janeway die Sprache verschlagen. "Captain, vielleicht sollten wir versuchen ihre Ebenbilder in ein Gespräch zu verwickeln, um mehr herauszufinden." sagte Tom zu Janeway und Chakotay. "Gute Idee Mr. Paris, Sie sollten das übernehmen. Ihr Ebenbild war nämlich nicht mehr im Casino anwesend." "Aye, Ma'am." mit diesen Worten verschwand er aus dem Raum.

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Tom betrat schnell das Casino und steuerte schnurstracks auf die Doppelgänger von Janeway und Chakotay zu, die inzwischen allein an einem Tisch saßen. Die übrigen Leute hatten entweder das Casino verlassen oder saßen und standen in einer anderen Ecke. Tom trat an den Tisch der beiden heran und zauberte ein kleines Schmunzeln auf sein Gesicht als er sagte: "Hallo! Darf ich mich zu Ihnen setzen?" Kate und Robert schauten sich für einen Moment verständnislos an, dann sagte Robert: "Seit wann siezt Du uns? Wird das wieder einer Deiner Späßchen? Ich glaube, der Augenblick könnte nicht unpassender sein Robbie. Aber setz Dich trotzdem. Was gibt's denn?" Tom überspielte seine Verblüffung und setzte sich. *Robbie hat er mich genannt, gut zu wissen.* Er notierte "seinen" Namen in Gedanken. "Äh, ach ich wollte mich einfach nur ein bißchen zu Euch setzen, laßt Euch nicht stören." improvisierte er und hoffte, das Richtige getan zu haben. Kate schaute ihn durchdringend an. "Na los Robbie, sag schon, was Du auf dem Herzen hast. Ist es wegen Deborah? Dann glaub mir, wir fühlen uns auch nicht wohl deswegen." "Ja, natürlich. Furchtbare Geschichte..." "Mach Dir nicht zuviel Sorgen, die Polizei wird den Täter schon erwischen." Robert legte ihm zur Beruhigung seine Hand auf Toms Arm. "Was ich eigentlich wissen wollte," redete er hastig weiter, etwas erschreckt über die Geste Chakotays, "müßten wir nicht langsam wieder auf die Brücke?" "Oh Robbie, was ist denn los mit Dir? Du weißt doch, daß wir als nächstes zur Krankenstation müssen!" Kate begann sich langsam Sorgen zu machen, so durcheinander hatte sie ihn noch nie erlebt. "Ach ja, richtig, das hatte ich ja völlig vergessen." er schickte seinen Worten ein Lächeln hinterher. "Nun ja, ich werde dann schon mal vorgehen. Bis bald dann!" hastig stand er auf und lief in das kleine Zimmer, in dem die anderen schon ungeduldig auf ihn warteten. "Also Tom, was haben Sie herausgefunden?" "Um ehrlich zu sein, nicht viel. Die beiden haben mich geduzt und mich "Robbie" genannt. Dann ist anscheinend gerade etwas schlimmes mit einer Deborah passiert und als nächstes müssen sie auf die Krankenstation gehen." Janeway überlegte einen Moment, dann sagte sie: "Mr. Paris, Sie werden hierbleiben und versuchen, noch mehr herauszufinden, wenn Sie..." weiter kam sie nicht, denn alle fuhren erschreckt herum als sie das typische Zischen der Türen hörten. Zwei Personen betraten den Raum und blieben abrupt stehen, als sie sich selbst vor sich sahen. "Was zum Teufel..." brachte Kate noch heraus, dann konnte sie nur noch ihr Ebenbild anstarren. Robert erging es genauso. Janeway trat einen Schritt vor. "Wer sind sie?" Das Chakotay-Ebenbild entgegnete: "Das müßte ich Sie fragen, wie kommen sie auf das Filmgelände?" "Das darf ich Ihnen leider nicht sagen. Würden Sie so nett sein und uns begleiten?" "Sie machen wohl Witze! Erstens kennen wir sie gar nicht, zweitens haben Unbefugte hier nichts zu suchen und drittens werden sie das Vergnügen haben, ihr Erscheinen dem Sicherheitsteam zu erklären." Robert drehte sich um und wollte gerade aus der Tür gehen um die Security zu informieren, als Chakotay blitzschnell einen Phaser zog, ihn auf niedrigste Betäubung einstellte und schoß. Kate und Robert fühlten ein Brennen, dann sanken sie zu Boden. "Gut gemacht, Commander, das gibt uns die Gelegenheit, sie ohne daß sie es mitkriegen auf die Voyager zu beamen. Janeway an Voyager, sieben Personen direkt in die Krankenstation beamen." Im nächsten Augenblick war der kleine Raum wieder leer.

Kapitel 6

Janeway und Chakotay standen neben den Betten auf denen ihre Doppelgänger lagen. "In Ordnung, Doctor, wecken Sie sie auf." Der Holo-Doc gab Tom ein Hypospray und beide injizierten es den beiden Patienten. Kate schlug die Augen auf und blickte sich verwirrt um. Als sie das Gesicht des Holo-Docs sah, fragte sie ihn: "Bob? Was...was ist passiert?" Der Holo-Doc runzelte seine Stirn und meinte: "Das wird Ihnen am besten der Captain erklären können. Übrigens heiße ich nicht Bob. ich habe noch keinen Namen." Damit ging er wieder in sein Büro und bedeutete Paris, ihm zu folgen. "Was geht hier vor?" hörte er im Gehen noch Chakotays Stimme, konnte aber nicht zuordnen, welcher der beiden Chakotays das gesagt hatte. Robert, der sich inzwischen auf dem Bett aufgesetzt hatte, blinzelte Chakotay finster an nachdem er sich überzeugt hatte, daß es Kate gut zu gehen schien. "Beruhigen Sie sich, ich glaube, beide Seiten müssen eine Menge erklären." Chakotay hatte sich neben seinen Captain gestellt, die nun den ersten Schritt tun wollte. "Ich bin Captain Kathryn Janeway vom Föderationsraumschiff Voyager und das ist mein Erster Offizier Commander Chakotay. Vielleicht verraten sie uns erst einmal ihre Namen." "Okay, wer hat sich das ausgedacht? Rick? Oder war es Robbie? Ich mache das jedenfalls nicht länger mit." Robert war aufgestanden und Kate folgte seinem Beispiel. "Hören Sie, gute Frau, das ist mein Text." entrüstete sich Kate über Janeway. Janeway sah Chakotay etwas verzweifelt an, doch schließlich sagte sie. Bitte kommen sie mit, ich möchte Ihnen etwas zeigen, daß sie garantiert von unserer "Echtheit" überzeugt." Kate und Robert schauten sich fragend an, langsam wurde ihnen diese Sache unheimlich. Doch schließlich folgten sie Janeway. Diese führte sie zur Shuttlerampe. Als sie eingetreten waren, befahl Janeway dem diensthabendem Lieutenant die Türen der Shuttlerampe zu öffnen. Kate und Robert verschlug es die Sprache. Das hier war definitiv der echte Weltraum! "Aber...aber...das gibt's doch nicht!" flüsterte Kate. "Sind sie nun überzeugt, daß sie sich auf einem Raumschiff befinden?" Robert konnte nur zaghaft nicken und Chakotay gab dem Lieutenant eine Wink die Türen wieder zu schließen. "Ich glaube, wir sollten uns in meinem Bereitschaftsraum weiter unterhalten. Bitte folgen sie mir." Auf dem Weg zum Bereitschaftsraum wurden Kate und Robert immer mehr davon überzeugt, daß alles echt war. Die Schalttafeln wirkten real, die Crewmitglieder hatte alle etwas zu tun und die Gänge und Räume sahen einfach nicht nach Kulisse aus. Als sie die Brücke betraten verflog auch der letzte Zweifel. Das hier war echt! Die Brückenoffiziere schauten die Ankömmlinge verwundert an, an Captain Janeway und Commander Chakotay waren sie ja schon gewöhnt, aber definitiv nicht an zwei dieser Sorte! Janeway blieb kurz stehen und wandte sich den Offizieren zu: "Ich erkläre alles später, Tuvok, Sie haben die Brücke." Damit verschwanden alle vier im Bereitschaftsraum.

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"Möchten sie etwas trinken?" fragte Janeway. "Gerne, ich brauche jetzt unbedingt einen Kaffee. Schwarz bitte." Chakotay mußte unwillkürlich grinsen, als er Kates Worte hörte. *Anscheinend haben sie schon etwas gemeinsam.* "Für mich bitte einen Tee." sagte Robert. "Chakotay?" "Oh, für mich auch bitte." "Computer, zweimal Kaffee schwarz und zweimal Tee." Chakotay war neben Janeway getreten, nahm den Tee aus dem Replikator und stellte ihn seinem Doppelgänger und sich hin. Janeway brachte den Kaffee und setzte sich dann ebenfalls. "Nun, da sie uns nun kennen - verraten sie uns doch, wie sie heißen." Robert sah Kate an und bedeutete ihr mit einem knappen Nicken, daß sie anfangen sollte. Kate stellte ihr Tasse ab und sagte: "Mein Name ist Kate Mulgrew und das hier" sie zeigte auf Robert "ist mein Kollege und Freund Robert Beltran." "Willkommen an Bord der Voyager." sagte Kathryn lächelnd. "Danke." erwiderte Kate. "Aber jetzt erzählen Sie mal, wie kommt es, daß sie eine Starfleet Uniform anhaben und auf der Erde eine Imitation der Voyager steht?" "Nun, das ist so," fing Robert an "wir sind Schauspieler und spielen schon seit sechs Jahren in der Serie "Raumschiff Voyager". Die Voyager wurde während einer Suchmission nach einem Maquisschiff in den Delta Quadranten geschleudert und ist seitdem auf dem Rückweg zur Erde. Die Crew ist zusammengewürfelt aus Starfleet und Maquis und... äh, alles in Ordnung?" Robert stockte auf einmal mit seiner Erklärung, da Janeway und Chakotay ihn wie ein achtes Weltwunder ansahen. "Das ist unglaublich." Chakotay flüsterte fast. "Das ist genau das, was wir erlebt haben! Wir stießen auf den Fürsorger und die Ocampa und die ersten beiden neuen Crewmitglieder aus dem Delta Quadranten..." "...waren Kes und Neelix." beendete Kate seinen Satz. "Bitte erzählen sie noch etwas mehr." sagte Janeway. Kate und Robert ließen sich nicht groß bitten und gaben Janeway und Chakotay einen Überblick über die einzelnen Episoden und was passierte. Als sie am Ende der Geschichte angekommen waren, berichteten sie auch noch von Deborah. "So war das, und laut Drehbuch hätte sie die Augen aufmachen sollen, aber statt dessen... nun ja, das wissen sie ja nun." "Das ist wirklich unglaublich. Ihre Erzählungen decken sich mit unseren Erlebnissen. Und welches Crewmitglied hat Deborah verkörpert?" fragte Janeway. "Ensign Lang." "Mein Gott, das bedeutet, wenn bei Ihnen jemand aus der Serie geschrieben wird oder stirbt, dann stirbt auch sein Ebenbild auf der Voyager! Ensign Lang ist vor einigen Stunden tot aufgefunden worden." "Woran ist sie gestorben?" fragte Robert. "An einer Vergiftung, das merkwürdige war nur, daß der Doctor keinen Hinweis finden konnte, wie das Gift in ihren Körper gelangte." "Jetzt dürfte das wohl klar sein. Haben Sie eine Ahnung, warum jemand Deborah töten sollte?" "Nein, sie war außerdem ein Besatzungsmitglied, das nur sehr selten einen Auftritt hatte." "Haben Sie das Hypospray noch?" "Nein, das hat die Polizei mitgenommen zur Analyse." Janeway überlegte einen Augenblick, dann tippte sie auf ihren Communicator: "Janeway an Jenkins." "Jenkins hier." "Scannen Sie in sämtlichen Polizeirevieren in der Nähe der Paramount Studios nach einem Hypospray mit Cyalodin und beamen sie es in die Krankenstation, wenn sie es gefunden haben." "Aye Captain." "Captain!" sagte Kate, als Janeway fertig war. "Wir müssen wieder in die Studios, sicher sucht man uns schon. Wenn Sie uns brauchen, wir helfen ihnen gerne und ich bin sicher, der Rest unserer Kollegen wird auch darauf brennen, sie kennenzulernen. Außerdem könnten wir uns unten etwas umhören. Sind Sie einverstanden?" Janeway nickte. "In Ordnung, aber wir werden ihre Communicatorattrappen gegen echte austauschen. Es scheint, als ob jemand versucht sie umzubringen und wenn etwas passiert, kontakten sie uns - unserer Doctor wird ihnen eher helfen können als ihre Ärzte. Außerdem weihen sie doch bitte ihre übrigen "Brückenoffiziere" ein, wir werden sie alle auf die Voyager beamen." "Sehr gerne, Captain." antwortete Kate. "Captain, haben Sie einen Verdacht?" fragte Chakotay. "Allerdings, den habe ich, Chakotay." Janeway tippte ein weiteres mal auf ihren Communicator. "Janeway an Tuvok. kommen Sie bitte in meinem Bereitschaftsraum." Nur Sekunden später trat Tuvok ein. "Tuvok, bitte begleiten Sie Mrs. Mulgrew und Mr. Beltran in den Transporterraum, geben ihnen jeweils einen Communicator und beamen sie dann wieder auf das Set." Tuvok hob fragend eine Augenbraue, verschob seine Fragen aber auf später. "Wie sie wünschen, Captain. Folgen sie mir bitte." wandte er sich Kate und Robert zu. "Ach übrigens," sagte Chakotay noch schnell, bevor sie den Raum verließen, "da wir eigentlich wie Zwillinge sind schlage ich vor, daß wir zum "Du" übergehen sollten. Was meint ihr?" "Einverstanden." sagte Robert. "Gerne." schloß sich auch Kate an. "Kathryn?" Chakotay schaute sie fragend an. "Prinzipiell nichts dagegen, doch auf der Brücke sollten wir das nicht tun." "Ist schon okay, Captain, wir haben diese Situation auch immer." Kate zwinkerte Robert zu und dieser sagte noch leise. "Wir wissen schließlich, was einer für den anderen bedeutet." damit verließen sie den Raum und ließen zwei etwas errötete Führungsoffiziere zurück.

Kapitel 7

Seven und Harry waren unterdessen wieder auf der Voyager. Sie hatten jedoch weder Braxton noch sein Schiff finden können. Im Konferenzraum saßen die Führungsoffiziere am Tisch und lauschten den spärlichen Informationen des Außenteams. "Braxton hat sein Schiff sogar vor unseren Sensoren verstecken können, von ihm fehlt auch jede Spur." "Danke Ensign." sagte Chakotay. "Captain, was hat es mit unseren Doppelgängern denn nun auf sich?" Tom platzte geradezu vor Neugier. Janeway und Chakotay gaben einen kurzen Bericht über das Gespräch mit Kate und Robert und Chakotay mußte sich ein Lachen verkneifen, als er die Gesichter seiner Offiziere beobachtete. Janeway erzählte gerade vom Tode Deborahs und erläuterte die offensichtliche Verbindung zum Tode Ensign Langs. "Morgen Abend werden wir uns alle auf der Voyager treffen, wir haben mit Mrs. Mulgrew und Mr. Beltran vereinbart, sie dann auf das Schiff zu beamen. Und zwar die gesamte Brückencrew und außerdem noch den Neelix-Doppelgänger. Dann werden wir gemeinsam beraten, was zu tun ist. Wir müssen Braxton aufhalten, ich nehme an, er steckt hinter dem Mord an Mrs. Levin. Das meinte er wahrscheinlich mit dieser "einmaligen Gelegenheit uns aus der Zeitlinie eliminieren zu können". Mr. Paris, bitte sorgen sie dafür, daß jeder unserer Gäste nachher einen Communicator erhält." "Aye Captain." "Mr. Kim, Seven, sie beide scannen weiter nach Braxton, vielleicht werden sie ja doch noch fündig." "Verstanden." "Wegtreten."

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Kate und Robert hatten unterdessen ihre Kollegen in einer Drehpause versammelt und berichteten unter dem Siegel der Verschwiegenheit die jüngsten Ereignisse. "Schon klar, ihr wart auf der Voyager, verstehe..." Roxann war nicht die Einzige, die die beiden nicht ernst nahm. "Hey, wir dachten am Anfang auch, jemand hat sich einen Scherz mit uns erlaubt, aber es stimmt wirklich! Morgen Abend werden wir uns alle an Bord treffen, dann werdet ihr sehen. Seid bitte pünktlich um 20.00 Uhr auf dem Brückenset. Dort dürfte um die Zeit keiner mehr sein." Alle schauten erst Robert, dann Kate entgeistert an. Sie schienen es ernst zu meinen!

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Als Roxann an diesem Abend nach Hause kam, wünschte sie sich nichts sehnlicher als eine heiße Dusche, denn den ganzen Tag mußte sie als B'Elanna Trümmerteile wegräumen und die Szenen mit Robbie waren auch recht anstrengend, denn laut Drehbuch sollte sich B'Elanna mit Tom etwas in den Haaren liegen und solche Szenen waren für sie immer recht anstrengend, da B'Elannas klingonische Seite immer herauskommen sollte und das kostete Kraft. Jetzt wollte sie sich unter der Dusche etwas entspannen und danach ein gutes Buch zur Hand nehmen. Sie zog ihre Sachen aus, warf sich einen Bademantel über und ging ins Bad. Sie stellte das Wasser an und spürte dann die prickelnde Wirkung des Wasser auf ihrer Haut. Während Roxann unter der Dusche war, glitt im Wohnzimmer leise die Balkontür auf und eine dunkle Gestalt schlich in das Zimmer und näherte sich der Tür zum Badezimmer. Roxann hörte auf einmal ein schepperndes Geräusch. Sofort dreht sie das Wasser ab und lauschte. Erst hörte sie nichts und wollte das Wasser wieder anstellen, doch dann vernahm sie knirschende Geräusche, als liefe jemand über Scherben. Mit einem Satz war sie aus der Duschkabine und schnappte sich ihren Bademantel. *Ein Einbrecher.* dachte sie und suchte nach einer Waffe. Kurzerhand nahm sie einen Kaktus, der im Bad stand, als improvisiertes Wurfgeschoß. Vorsichtig näherte sie sich der Tür und plötzlich sah sie, daß sich der Türknauf ganz langsam bewegte. *Jetzt heißt es handeln.* Sie nahm allen Mut zusammen, machte sich mit der einen Hand wurfbereit und mit der anderen griff sie nach dem Knauf. Gerade, als die Tür einen Spalt weit aufging riß sie die Tür auf, erfaßte blitzschnell, daß der Einbrecher direkt vor ihr stand und schleuderte ihn im nächsten Moment den Kaktus ins Gesicht. Braxton konnte nicht schnell genug reagieren und verspürte im nächsten Augenblick nur noch furchtbar stechende Schmerzen, als ihm etwas ins Gesicht flog. Er schrie auf und schoß blind um sich. Roxann warf sich hinter die Tür um in Deckung zu gehen. Ein Strahl verfehlte sie nur um Millimeter und traf statt dessen den Spiegel. Zum unglaublichen Glück für sie wurde der Strahl reflektiert und traf dafür den Angreifer. Dieser schrie nochmals auf, als ihn die Energie der eigenen Waffe an der Schulter streifte. Er wandte sich schnellstens um und versuchte, immer noch in der Sicht behindert durch die Dornen des Kaktus, wieder über die Terrasse zu verschwinden. Roxann betete, daß der Mann floh, ansonsten wäre sie erledigt gewesen. Sie hielt den Atem an und war unendlich erleichtert, als die Schritte sich immer weiter entfernten. Als sie nichts mehr hören konnte, lugte sie vorsichtig um die Ecke. Ihre Einrichtung war teilweise verwüstet, doch der Mann war weg. Sie hastete zur Tür und schloß ab. Dann schnappte sie sich ein Telefon und rief die Polizei. Eine Streife kam schon wenige Minuten später und ein Beamter nahm das Protokoll auf während der andere nachsah, ob er den Einbrecher vielleicht noch finden würde. Doch Braxton war schon längst weg. Er hatte den Transporter aktiviert und befand sich hunderte von Kilometern entfernt. "Haben Sie den Mann erkennen können?" fragte der Beamte gerade als sein Kollege unverrichteter Dinge wieder rein kam. "Nun ja, ich habe nur gesehen, daß es ein ältere Mann war und dunkles Haar hatte, das war aber auch alles. Ich konnte ihn ja nur für eine Sekunde sehen, bevor er den Kaktus im Gesicht hatte." "Na gut, wir werden uns darum kümmern. Wenn Ihnen noch was einfällt, rufen Sie uns an." "Natürlich, danke." "Ach sagen Sie, sie sind nicht zufällig Schauspielerin?" fragte der andere Beamte. "Doch, das bin ich." "Waren Sie nicht auch im Paramount Studio, als dort eine Schauspielerin starb?" "Ja, Deborah Levin, sie war eine Kollegin." Die beiden Polizisten sahen sich an. "Vielleicht hängt dieser Überfall mit dem Tod dieser Dame zusammen, denn eins ist klar, ein Dieb war das nicht. Verzeihen Sie Ma'am, wenn ich so direkt bin, aber Ihnen ist doch klar, daß dieser Mann höchst wahrscheinlich vorhatte, Sie zu töten?" Roxann wurde blaß. Ja, jetzt wurde ihr erst bewußt, daß dieser Mann ohne Umschweife zu ihr wollte und eine Waffe hatte. "Mrs. Dawson, alles in Ordnung mit Ihnen?" fragte der eine Beamte besorgt. "Ja... ja, es geht schon, danke. Vielleicht sollten sie die Nacht lieber bei einer Freundin oder einem Freund verbringen, es kann sein, daß der Mann zurück kommt. Wir werden ein paar Männer abstellen, die ihr Haus heute Nacht bewachen, vielleicht haben wir Glück." "Sie haben recht, ich packe nur schnell ein paar Sachen und ziehe mich um." "Wir werden sie dann fahren." "Vielen Dank, ich beeile mich." Damit ging sie in ihr Schlafzimmer um sich anzuziehen und einige Sachen zu packen. Als sie alles gepackt hatte, rief sie bei Kate an. "Ja?" "Hallo Kate, hier ist Roxann." "Hi, alles in Ordnung, Du klingst etwas aufgeregt." "Jemand wollte mich gerade erschießen." "WAAAAS? Ist alles okay mit Dir?" "Ja, danke, nichts passiert, nur ein bißchen durcheinander. Kate, die Polizei will, daß ich das Haus heute Nacht verlasse, kann ich für ein paar Nächte bei Dir bleiben?" "Natürlich, komm einfach her." "Das ist lieb von Dir, danke, die Beamten fahren mich jetzt zu Dir. Also bis gleich." "Ja, bis gleich." Roxann legte den Hörer auf und ließ sich dann von den Polizisten zu Kate fahren. Kate stand schon in der Einfahrt und wartete. Sie lief auf Roxann zu und umarmte sich vorsichtig. Roxann erwiderte die Geste und drückte Kate fest an sich, denn so langsam kam bei ihr der Schock und sie merkte, wie die Tränen in ihr hochkamen. Kate hielt sie im Arm, bedankte sich bei den Beamten und schaffte es irgendwie, die inzwischen schluchzende Freundin ins Haus zu komplimentieren.

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Kate hatte für sie beide einen Tee gekocht und Roxann, die sich wieder etwas beruhigt hatte, erzählte was passiert war. Kate dachte sofort an einen Zusammenhang mit Deborah, noch bevor Roxann ihr erzählte, daß auch die Polizisten dies vermutet hatten. "Wenn das wirklich stimmt, dann befinden wir uns alle in Gefahr. Morgen Abend werden wir hoffentlich mehr erfahren." "Kate, laß den Quatsch, mir ist jetzt nicht nach Witzen." Kate nahm Roxann an den Armen und sah ihr direkt in die Augen. "Hey, glaubst Du, ich würde in so einer Situation mit Dir Scherze machen? Ich schwöre Dir, bei allem was mir heilig ist - Robert und ich waren auf der echten Voyager im Weltraum und unterhielten uns mit Captain Janeway und Commander Chakotay." Roxann sah Kate in die Augen und wußte, daß sie nicht scherzte. "Aber, wie kann das sein? Ist das wirklich wahr?" fragte sie verwirrt. "Ich weiß es auch nicht, aber Du wirst es morgen selber erleben. Und jetzt laß uns am besten schlafen gehen, sonst kommen wir morgen nicht aus den Federn." "Ich habe Dein Bett in mein Schlafzimmer reingestellt, ich dachte, Du willst diese Nacht vielleicht lieber nicht allein verbringen." "Danke Kate, da hast Du völlig recht. Also, laß uns schlafen gehen." Die beiden Frauen begaben sich ins Schlafzimmer und schliefen voller Sorge ein.

Kapitel 8

Am nächsten morgen auf dem Set berichtete Roxann vom gestrigen Abend. Alle waren geschockt und vor allen Dingen ratlos. Sie konnten sich einfach nicht erklären, was das Motiv für den einen Mord und den anderen Mordversuch war. Kate und Robert hofften, daß Janeway ihnen eine Antwort liefern könnte.

Den Tag über verlief es am Set normal, die Szenen gingen zügig über die Bühne und Rick Berman entließ die Truppe sogar etwas früher heute. So hatten alle noch ein wenig Zeit, sich in ihren Trailern frisch zu machen und gespannt auf den Abend zu warten. Trotz allen Zweifeln fanden sich alle Schauspieler pünktlich auf der Brücke wieder. Kate tippte auf ihren Communicator. "Mulgrew an Janeway, wir sind bereit." "Verstanden, es geht gleich los." Den anderen klappte der Unterkiefer herunter als sie Janeways Stimme hörten. Kurz darauf lösten sich alle Gestalten in einem bläulichen Schimmern auf. Als nächstes standen sie im Transporterraum und sahen eine lächelnde Janeway und einen ernst blickenden Tuvok. "Willkommen an Bord der echten Voyager meine Herrschaften." wurden sie von Janeway begrüßt. "Ich nehme an, Lieutenant Tuvok kennen sie schon und ich brauche mich wohl auch nicht mehr vorzustellen." "Das, das gibt's doch nicht!" stammelte Robbie. "Wenn sie mir nun alle bitte folgen würden." Tuvok ging voraus und die anderen folgten im nach und nach. Vor dem Casino warteten bereits die restlichen Voyager-Offiziere auf die Besucher. Im Casino, das für den Rest der Crew gesperrt war hatte Neelix bereits einige Tische zusammengestellt, so daß alle Platz hatten. Er stellte gerade einige Platten mit kleinen Schnittchen auf die Tische, als sich die Casinotüren öffneten und die Senioroffiziere in doppelter Ausführung eintraten. Neelix hatte zwar damit gerechnet, war aber doch sehr überrascht. Sein Blick blieb dann bei Ethan hängen und der kleine Talaxianer steuerte kurzerhand auf ihn zu. "Hallo, ich bin Neelix." begrüßte er ihn. "Ähm, angenehm, ich bin Ethan." "Bitte nehmen sie Platz!" rief Janeway und setzte sich mit Chakotay an den Kopf der Tafel. Kate und Robert nahmen neben ihnen Platz. "Ich denke, unsere Gäste sollten sich erst einmal vorstellen." Janeway blickte dabei Kate an. "Gute Idee. Ich fange an. Mein Name ist Kate Mulgrew." "Ich bin Robert Beltran." "Roxann Dawson." "Ich bin Ethan Phillips." "Robert Duncan McNeill, nennt mich einfach Robbie." "Robert Picardo, für Freunde kurz Bob." "Jeri Ryan." "Ich bin Tim Russ." "Und ich bin Garrett Wang." "Sehr schön, danke. Kommen wir gleich zu dem Anlaß dieses außergewöhnlichen Treffens. Auslöser ist der Tod von Deborah Levin und Ensign Lang." "Captain, verzeihen sie, wenn ich sie unterbreche," mischte sich Kate ein, "aber auf Roxann wurde gestern Abend ein Mordanschlag verübt. Wir vermuten, es hat etwas mit dem Levin-Mord zu tun." "Ist mit Dir alles in Ordnung, Roxann?" erkundigte sich Tom besorgt. "Danke, es geht schon, nur der Schreck sitzt noch tief." "Captain, Sie haben doch eine Vermutung, wer hinter der Sache steckt!" sagte Kate ungeduldig. "Das stimmt. Wir vermuten, hinter dieser Geschichte steckt ein alter Bekannter - Captain Braxton. Er ist in der Zeit zurückgereist und hat vor, die Crew der Voyager aus der Zeitlinie zu eliminieren. Anscheinend wissen wir jetzt, wie er das machen will." Janeway machte eine kurze Pause und schaute jeden kurz an. "Sie befinden sich in höchster Gefahr." Alle sahen sich schweigend an. "Wir wissen nicht, auf wen von ihnen es Braxton als nächstes abgesehen hat. Wir müssen ihn finden, bevor er noch mehr Menschen umbringt. Deshalb schlage ich vor, wir bilden Gruppen um Braxton zu suchen. "Das geht nicht so einfach," warf Roxann ein "wir können nicht einfach vom Set wegbleiben, wir haben einen engen Zeitplan. Außerdem würde Braxton den Braten dann riechen." "Das stimmt wohl, aber wir könnten ihm eine Falle stellen." "Haben Sie eine Idee, Harry?" "Allerdings Captain, die habe ich. Wir brauchen einen oder zwei Lockvögel und werden ihm eine einmalige Gelegenheit geben, sich unserer zu entledigen." Alle blickten etwas verwirrt in die Runde und Tom sagte: "Harry, das klingt ziemlich gewagt." "Keine Sorge, unseren Lockvögeln wird nichts passieren." "Na, dann schießen sie mal los Fähnrich." "Also, ich habe mir das so vorgestellt: Da er schon versucht hat Mrs. Dawson in ihrem Haus zu töten, könnten wir doch so einen Abend noch mal wiederholen. Zwei von uns werden in einem Haus einen Abend lang zusammen verbringen, das gibt Braxton eine einmalige Gelegenheit, zuzuschlagen. Wir werden die beiden dann mit speziellen Schutzschilden versehen, die auf der Technik von Sevens Eltern beruhen, als sie damit die Borg beobachteten. Nur, daß sie diesmal nicht zur Tarnung dienen. Und wenn Braxton sie angreift, ist ein Team zur Stelle und überwältigt ihn." Harry blickte fragend und ein wenig stolz in die Runde. Die Beteiligten sahen sich untereinander an, schließlich fragte Janeway: "Seven, ist so ein Emitter machbar?" "Ich werde einige Stunden für die nötigen Rekalibrierungen brauchen, aber es ist durchaus möglich." "Harry, ihr Plan hört sich gut an, doch wer sind die beiden Lockvögel?" Für mehrere Sekunden war es still in der Runde. Schließlich sagte Robert: "Ich werde es machen." Janeway sah in an und sagte dann: "Einverstanden, Mr. Beltran, und damit sie nicht so alleine sind, werde ich Ihnen Gesellschaft leisten." "Captain!" protestierte Tuvok sofort. "Darf ich Sie darauf hinweisen, daß dies zu gefährlich ist. Der Captain darf sich nicht absichtlich in Gefahr begeben." "Tuvok, ich weiß Ihre Fürsorge zu schätzen, aber ich werde es trotzdem tun." "Captain, ausnahmsweise muß ich Tuvok recht geben." ertönte Chakotays sanfte Stimme. Janeway drehte sich zu ihm um und sah in mit einem festen, aber liebevollen Blick an. "Commander, ich glaube, ich habe mich deutlich ausgedrückt." "Ja, Captain." "Seven, beginnen Sie mit der Arbeit, Fähnrich Kim kann ihnen dabei helfen." "Verstanden." Janeway wandte sich nun den Darstellern zu. "Wir treffen uns morgen noch einmal und besprechen dann die Details. Tom, bitte begleiten Sie unsere Gäste in den Transporterraum. Wegtreten."

Kapitel 9

Der nächste Tag verlief auch ohne weitere Zwischenfälle. Janeway hatte vorsichtshalber einige Sicherheitsleute in Zivilkleidung des 21. Jahrhunderts auf das Set geschickt, aber zum Glück hatten sie nichts zu tun. Seven hatte den ganzen Tag mir Harry an dem portablen Kraftfeld gearbeitet und war kurz vor dem Briefing fertig. Wieder saßen die zwei Voyagercrews im Casino und lauschten erst den Ausführungen Sevens und Harrys, die kurz erklärten, wie der Emitter funktionierte. "Das Kraftfeld kann bis zu fünf Schüssen standhalten, danach verliert es die Integrität. Aus nächster Nähe hält es nur einem Schuß stand. Sie werden ein leichtes Kribbeln verspüren, solange das Feld aktiv ist, es wirkt sich aber in keiner Weise negativ auf ihren Körper aus." Robert nahm seinen Emitter und schaute ihn prüfend an. "Und wie schalte ich ihn ein?" "Gar nicht, er aktiviert automatisch das Kraftfeld, sobald Sie den Emitter an ihrem Arm befestigt haben." "Sie sagen also, wir müssen den Emitter auf der Haut tragen?" hakte Janeway nach. "Genau, so kann Braxton ihn nicht sehen und das gibt Ihnen den Vorteil vom Überraschungsmoment." "Hervorragend. Und wie wissen wir, daß Braxton auch wirklich kommen wird?" fragte Chakotay. "Gar nicht, wir können nur hoffen, daß er es erfährt und dann zuschlägt." antwortete Harry. "Na gut, dann lassen wir es drauf ankommen. Captain, ich schlage vor, wir treffen uns nach den Dreharbeiten vor Kates Trailer, sie können Kate dann aufs Schiff beamen und selber runterkommen." sagte Robert. "Eine hervorragende Idee, dann wird Braxton den Austausch auf keinen Fall merken." erwiderte Kathryn. "Und wo sollen wir uns verstecken?" fragte Robbie. "Mein Haus hat einen großen Garten mit vielen Büschen und Hecken, ihr solltet ohne weiteres in der Lage sein, Euch ein gutes Versteck zu suchen." "Hat sonst noch jemand eine Frage?" Ein allgemeines Kopfschütteln war die Antwort. "Wegtreten." Die Offiziere standen auf und verließen langsam das Casino. Kathryn trat zu Kate heran: "Na gut, dann werden wir Dich morgen nach den Dreharbeiten hochbeamen, Kate. Ach so, noch was. Bitte sei so nett und lege mir ein paar Anziehsachen raus, ich habe leider nur Freizeitkleidung, die nicht ins 21. Jahrhundert paßt." "Gerne, sei vorsichtig, Kathryn." "Keine Sorge, wir haben doch schon schlimmeres durchgestanden..." Kate lächelte und verabschiedete sich dann. Robert wartete an der Tür auf sie. Zusammen gingen sie Richtung Transporterraum. "Robert, mußte das sein?" platze es aus Kate auf einmal heraus. "Was mußte sein?" "Spiel das nicht so herunter, mußt Du unbedingt den Lockvogel spielen?" Robert lieb abrupt stehen und drehte sich zu Kate um, die ebenfalls stehengeblieben war. Mit seinen tiefbraunen Augen sah er sie an und sagte dann: "Ich verstehe Deine Bedenken, aber Du brauchst Dir wirklich keine Sorgen um mich zu machen. Die Hauptsache ist doch, daß wir diesen Kerl erwischen, bevor er noch mehr Schaden anrichtet." "Aber warum gerade Du?" "Ich hoffe, er hat es vor allem auf die "ranghöchsten" Offiziere abgesehen." Kate wußte, daß sie seinen Argumenten nichts mehr entgegnen konnte, deshalb wandte sie sich nach einem Augenblick sorgenvoll ab und wollte weiterlaufen. Doch Robert hielt sie am Handgelenk fest und zog sie wieder zu sich. "Hey, ich weiß, daß Du Dich um mich sorgst, aber glaub mir, ich habe nicht vor, mich umbringen zu lassen, nicht, bevor ich Dir noch etwas wichtiges gesagt habe!" Robert biß sich auf die Unterlippe. *Verdammt, ich habe wohl gerade zuviel gesagt.* fluchte er innerlich. Kate waren diese Worte natürlich nicht entgangen. "Was willst Du mir wichtiges sagen?" hakte sie nach. "Ähm, das kann ich Dir jetzt noch nicht sagen." druckste er herum. "Laß uns weitergehen, die anderen warten schon." Damit setzte er sich wieder in Bewegung. Kate wußte, daß sie nichts aus ihm herausbekommen konnte, wenn er sich vorgenommen hatte, zu schweigen. Deshalb seufzte sie nur lautlos und folgte ihm. Diesen einen Satz jedoch hatte sie nicht vergessen.

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Eine ähnliche Diskussion führte Chakotay gerade mit Kathryn. Kathryn hatte sich, als die Gäste weg waren, in ihr Quartier zurückgezogen um sich auf den nächsten Abend vorzubereiten. Sie war gerade 5 Minuten drin, als der Türmelder ertönte. "Kommen Sie rein, Commander." sagte sie und wußte, daß nur Chakotay vor der Tür stehen konnte. Die Tür glitt auf und Chakotay trat ein. "Woher wußten Sie, daß ich es bin?" fragte er ein wenig überrascht. "Nun, ich wußte Sie würden kommen, um mir auszureden, mit Mr. Beltran den Abend zu verbringen." sagte sie verschmitzt und grinste. *Bingo, Volltreffer.* dache sie, als sie Chakotays schuldbewußtes Gesicht sah. "Eigentlich wollte ich ihnen nur ausreden, den Lockvogel zu spielen!" antwortete er leicht säuerlich. *Sie hat mich mal wieder erwischt.* "Ich fürchte, in dieser Sache werden Sie keinen Erfolg haben, Chakotay. Mein Entschluß steht fest." "Kathryn, bitte tu es nicht. Was ist, wenn Braxton Dich wirklich tötet?" "Er wird es aber nicht schaffen. Bitte vertrau mir, Chakotay. Es wird mir nichts passieren." Chakotay zögerte noch einen Augenblick, doch dann sagte er: "Also gut, Kathryn, aber ich komme mit und passe draußen auf." Kathryn schmunzelte. "Also gut, dann brauche ich mir ja keine Sorgen mehr zu machen." Chakotay gelang es trotz aller Sorgen noch ein kleines Lächeln auf sein Gesicht zu zaubern und verabschiedete sich dann. "Gute Nacht, Kathryn." "Gute Nacht, Chakotay."

Kapitel 10

Am nächsten Abend trat der Plan in Kraft. Robert und Kathryn hatten es sich in Kate's Haus gemütlich gemacht während Chakotay und einige Sicherheitsleute sich im Garten versteckt hatten und die Zugänge bewachten. Auf dem Set hatten Kate und Robert, sowie die anderen Brückenoffiziere immer wieder durchblicken lassen, dass die beiden sich heute Abend treffen würden in der Hoffnung, Braxton bekam das irgendwie mit. Doch je länger sie warteten, desto mehr schwand die Hoffnung auf Braxton's Besuch. Es war bereits viertel nach Eins, Robert und Kathryn hatten schon die Lichter gelöscht und waren zu Bett gegangen, als Chakotays Communicator plötzlich piepte. "Ayala an Chakotay." "Sprechen Sie." "Es nähert sich jemand dem einen Fenster hinten." "Verstanden. Beobachten Sie weiter und informieren Sie mich." "Verstanden." beendete Ayala das Gespräch und zog vorsorglich seinen Phaser. "Chakotay an Janeway." "Hmm.. sprechen Sie Chakotay." erklang eine verschlafende Stimme. "Captain, sie bekommen Besuch." "Verstanden." Kathryn war mit einem Schlag hellwach und weckte Robert. "Hey, Robert! Es geht los!" "Was?" murmelte dieser verschlafen. "Braxton kommt." Dieser Hinweis reichte und Robert stand neben dem Bett. "Was sollen wir machen?" fragte er. "Wir warten hier auf ihn und tun so, als ob wir noch schlafen. Ist Dein Kraftfeld aktiv?" Robert überprüfte noch mal seinen Emitter. "Ja, eingeschaltet." Die zwei legten sich wieder hin und warteten. Braxton war inzwischen im Haus und schlich nach oben, wo er Kate und Robert vermutete. Chakotay schlich draußen gerade aus seinem Versteck um dem Eindringling ins Haus zu folgen. Plötzlich traf ihn etwas im Rücken und er verlor augenblicklich das Bewußtsein. Von zwei kräftigen Armen wurde er wieder ins Dunkle gezerrt und dann löste sich sein Körper auf. Braxton hatte inzwischen das Zimmer erreicht, in dem sich Kathryn und Robert befanden. Er öffnete die Tür, schaltete das Licht ein und wartete. Kathryn und Robert sprangen auf und richteten jeder einen Phaser auf ihn. "Geben Sie auf Braxton, es ist vorbei." sagte Kathryn. Ayala tauchte hinter Braxton auf und richtete einen weiteren Phaser auf ihn. "Miss Mulgrew... oder sollte ich sagen: Captain Janeway! und Mr. Beltran!" sagte Braxton spöttisch. "Woher wissen Sie das?" fragte Robert. "Oh, ich weiß sogar noch einiges, das sie nicht wissen. Und so ganz nebenbei bin ich gar nicht gekommen, um Sie beide zu töten." "Ach nein? Was wollen Sie sonst?" fragte Kathryn ruhig. "Ich soll Ihnen nur diesen Brief überreichen." sagte Braxton, zog langsam einen Zettel aus seiner Tasche und hielt ihn Kathryn hin. "Dann darf ich mich verabschieden." sagte er, als Kathryn den Zettel genommen hatte und drehte sich um. "Keinen Schritt weiter." sagte Ayala und als Braxton nicht hörte, feuerte er auf ihn. Der Strahl ging durch Braxton hindurch und traf beinahe Robert. "Tststs, hat Ihnen noch niemand gesagt, dass Sie einem Hologramm nichts anhaben können? Empfehle mich." Damit ging er durch Ayala hindurch und verschwand. Kathryn, Robert und Ayala starrten sich groß an. Schließlich las Kathryn den Zettel. "Verdammt!" knurrte sie und reichte ihn Robert. Sofort tippte sie auf ihren Communicator. "Janeway an Chakotay, antworten sie!" doch Chakotay meldete sich nicht. Derweil las Robert die Nachricht und erbleichte:

Captain! Sie haben mich enttäuscht.
Sie unterschätzen mich immer wieder.
Ihr Commander und Mrs. Mulgrew lassen grüßen!

Robert wurde blaß. "Captain! er hat Kate und Chakotay!" rief er fassungslos. "Ich weiß, verdammt." Kathryn biß sich auf die Unterlippe. *Dieser verfluchte Bastard, ich werde ihm den Hals umdrehen!* "Janeway an Voyager, beamen Sie uns hoch."

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Kathryn stürmte geradezu auf die Brücke, dicht hinter ihr Robert. Sie steuerte geradewegs af Seven zu, die an ihrer Brückenkonsole arbeitete. "Seven, analysieren Sie den Zettel hier, vielleicht finden Sie etwas." "Verstanden." sagte sie und ging in die Astrometrie. "Mr. Kim, verständigen Sie unsere Doppelgänger und die restlichen Brückenoffiziere, wir treffen uns alle in 20 Minuten im Casino. Mr. Beltran, folgen Sie mir bitte. Tuvok, Sie haben die Brücke." Kathryn und Robert gingen in den Bereitschaftsraum und ließen eine etwas verwirrte Crew zurück. Im Bereitschaftsraum ging Kathryn als erstes zum Replikator. "Kaffee, schwarz." orderte sie. Robert mußte breit grinsen. "Vielleicht sollte ich unseren Drehbuchautoren mal den Tip geben, eine Folge zu schreiben, in der der Captain vom Doctor zum Kaffeeentzug verdonnert wird." murmelte er leise. "Das habe ich gehört!" Kathryn sah ihn entrüstet aber dennoch lachend an. "Wage es ja nicht!" Plötzlich wurde ihr Gesichtsausdruck wieder ernst und sie starrte Robert an. "Hey, alles klar?" fragte er besorgt. "Das ist es! Ich habe eine Idee, was meinst Du?" sagte sie euphorisch und trank einen großen Schluck aus ihrer Tasse. "Was denn?" fragte Robert neugierig. Kathryn stellte ihre Tasse ab und erklärte, was sie vorhatte. Robert schlug sich mit der Hand vor die Stirn. "Natürlich! Das hätte uns aber auch schon früher einfallen können! Das müssen wir sorgfältig planen!" sagte er und seine Gedanken erschufen schon ein Szenario. Kathryn erging es nicht anders und als die 20 Minuten um waren, hatten sie einen Plan. "Kim an Janeway, es sind alle im Casino anwesend außer Chakotay, Mrs. Mulgrew und sie beide." "Danke Mr. Kim, wir sind schon auf dem Weg."

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Im Casino saßen bereits alle Schauspieler und Offiziere an den Tischen. "Ladies und Gentlemen," begrüßte Kathryn den Stab, "um es möglichst kurz zu halten: Mrs. Mulgrew und Chakotay wurden von Braxton entführt und befinden sich in höchster Gefahr, aber Mr. Beltran und ich haben bereits eine Idee, wie wir die beiden retten können. Dazu müssen wir allerdings wissen, wo sich Braxton aufhält. Seven, sagen Sie mir bitte, daß sie einen Hinweis gefunden haben!" "In der Tat, Captain, den habe ich. Das Papier wies ein Wasserzeichen auf, das man mit bloßem Auge nicht sehen konnte. Es steht ein Name drauf, der uns vielleicht weiterhelfen kann: Calico." "Calico? Das ist eine alte Westernstadt, die als Touristenattraktion zugänglich ist." sagte Robbie. "Im Moment ist sie geschlossen, jetzt verirrt sich dort niemand mehr hin, die Berge und die alten Stollen dort wären ein ideales Versteck." "Ja, das wäre wirklich ein ideales Versteck!" stimmte Jeri zu. "Ich bin sicher, er wird uns dort erwarten." sagte Tom nachdenklich. "Das denke ich auch, das Wasserzeichen kann er nicht übersehen haben und schließlich wollte er sie nicht alle entführen sondern liquidieren. Ich bin sicher, er will, daß wir alle dorthin kommen." sagte Kathryn nachdenklich. "Und was sollen wir jetzt machen? Lammfromm in die Höhle des Löwen tappen?" warf B'Elanna in die Runde. "Nein, natürlich nicht. Mr. Beltran und ich haben da eine Idee." antwortete Kathryn. Robert und sie teilten nun auch den anderen den Plan mit. "Himmel, natürlich!" ärgerten sich Ethan und Neelix gleichzeitig. Die Reaktion der anderen ähnelte der Ethans und Neelix'. Der Plan wurde besprochen, die einzelnen Aufgaben festgelegt und dann machten sich alle an die Ausführung.

Kapitel 11

Ein paar Stunden später hatten sich Kathryn, Robert, Seven, Tuvok, Tom und B'Elanna im Transporterraum versammelt und warteten nur noch auf eine bestimmte Person. "McNeill an Janeway, er ist hier und wartet nur darauf, abgeholt zu werden." "Sehr gut, wir werden ihn gleich hochbeamen." Janeway gab dem Transporterchief ein Zeichen und im nächsten Augenblick formte sich aus dem Transporterstrahl eine Gestalt. "Willkommen an Bord der Voyager, vielen Dank für ihre Hilfe." "Aber Captain, das mache ich doch gerne. Sie müssen mir nur noch sagen, was ich genau tun muß." sagte der Neuankömmling. "Mr. Tuvok wird Sie von unserem Plan auf dem Weg nachher unterrichten. Sie müssen eigentlich nur mitspielen." "Mr. Mannus, beamen Sie uns zu den angegeben Koordinaten." Die Gruppe bestieg die Transporterplattform und entmaterialisierte. Sie standen nun in einer weiten Wüstenlandschaft, weit und breit war kein Mensch zu sehen. In einiger Entfernung sahen sie auf einem Berg die Geister-Stadt Calico. Nach einem kleinen Fußmarsch durch die glühendheiße Wüste gelangten sie zu dem kleinen Aufzug, der Besucher zur Stadt brachte. "Sehen Sie, der Aufzug ist in Betrieb." bemerkte Robert. "Braxton erwartet uns offensichtlich." sagte Tom und stieg in den Aufzug. Die anderen folgten ihm und fuhren dann nach oben. "Bewaffnen sie sich!" befahl Janeway und hielt ihren Phaser schußbereit. Sie betraten die Stadt und sahen sich suchend um. "Willkommen Captain!" hörten sie es auf einmal rufen. Braxton erschien nicht allzu weit entfernt auf einem Bergkamm. "Wo sind Mrs. Mulgrew und Chakotay?" fragte Janeway kühl. "Warten Sie... lassen Sie mich überlegen..." Braxton genoß diesen Augenblick förmlich. "Ach ja, jetzt fällt's mir wieder ein. Ihren ersten Offizier habe ich hier." Er trat einen Schritt zur Seite und zerrte den gefesselten und übel zugerichteten Chakotay aus einem Mineneingang hervor. Er konnte kaum aus eigener Kraft stehen und drohte jeden Augenblick hinzufallen. "Was haben Sie mit ihm gemacht?" brüllte B'Elanna. "Er war etwas zu aufsässig." kam die flachsige Antwort von Braxton. "Wo ist Kate?" fragte Robert. "Die Lady ist in Sicherheit." sagte Braxton und hielt Chakotay nun seinen Phaser an den Kopf. "Captain, ich schlage vor, sie legen ihre Waffen nieder, wenn sie ihren Commander retten wollen." "Und ich schlage vor, Sie lassen die beiden sofort frei. Ansonsten sehe ich mich gezwungen, Sie zu erschießen." kam die Antwort von Janeway. "Oh Captain, machen Sie sich nicht lächerlich." Braxton lachte. Janeway drehte sich um, zerrte jemanden hervor und hielt ihm ihren Phaser nun an den Kopf. "Darf ich vorstellen, Captain Braxton: Das ist Bruce McGill, IHR Ebenbild. Und glauben Sie mir, ich bin bereit ihn hinrichten zu lassen, wenn Sie nicht sofort aufgeben und die Gefangenen freilassen." Janeway setzte ihr bestes Pokerface auf und wartete. Braxton verging das Lachen auf der Stelle. Er überlegte einen Moment, doch dann kehrte ein Lächeln auf seine Lippen zurück. "Ich glaube, Sie bluffen, Captain. Sie würden nie einen Unschuldigen erschießen. Zum letzten Mal, geben Sie auf." "Ich würde mich darauf nicht verlassen, Braxton." pokerte Janeway weiter. Wir haben außerdem noch andere Möglichkeiten. Janeway an McNeill." "Sprechen Sie." "Sind Sie soweit?" "Wir sind fertig und warten nur noch auf ihr Kommando." "Fangen Sie an. Janeway an Mannus. Energie." Bruce McGill löste sich im Transporterstrahl auf und im nächsten Moment sank Captain Braxton bewußtlos zu Boden. "Es hat funktioniert! Ich glaube es nicht!" Tom konnte es nicht fassen. "So einfach!" Kathryn atmete erleichtert auf und rannte zu Chakotay um ihn von seinen Fesseln zu befreien. "Chakotay, wie geht's Ihnen?" Vorsichtig löste sie seine Fesseln und stützte ihn. "Habe mich schon mal besser gefühlt." stöhnte er und rieb sich seine schmerzenden Handgelenke. Robert kam angelaufen. "Alles klar bei Dir?" fragte er. "Unkraut vergeht nicht." scherzte Chakotay. "Wo ist Kate?" fragte Robert nach. "Braxton hat sie in einem Stollen eingesperrt, aber es geht ihr soweit ganz gut." Janeway winkte Tuvok und B'Elanna heran. "Sorgen Sie dafür, daß Chakotay auf die Krankenstation und Braxton in die Arrestzelle gebeamt wird, wir werden inzwischen Kate suchen." "Aye Captain. Torres an Voyager, beamen sie uns direkt in die Krankenstation und Braxton in den Arrest." Die vier wurden vom Transporter erfaßt und verschwanden. Kathryn holte ihren Tricorder hervor und mit Tom und Robert begab sie sich in einen Mineneingang. "Sie muß gleich da vorne sein!" rief Kathryn und lief schneller in die Richtung, wo sie Kate vermutete. Robert und Tom folgten ihr im Laufschritt. In einer kleinen, vergitterten Nische lag Kate auf dem Boden und schien bewußtlos zu sein. "Kate!" rief Robert besorgt. "Treten Sie zurück." befahl Janeway und schoß das Schloß auf. Sie untersuchte Kate kurz. "Was ist mit ihr?" fragte Robert. "Braxton hat sie anscheinend nur betäubt, ihr fehlt sonst nichts. Wir bringen sie auf die Voyager. Können Sie sie tragen?" "Kein Problem." erwiderte Robert und hob Kate hoch. Als sie den Stollen verlassen hatten, kontaktete Kathryn die Voyager und ließen sich auf die Krankenstation beamen.

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Chakotay lag auf einem Bett und der Doctor behandelte gerade seine letzten Verletzungen. Robert legte Kate auf ein freies Bett während Kathryn zu Chakotay ans Bett trat. "So Commander, Sie können wieder aufstehen." sagte das MHN und trat dann zu Kate ans Bett um sie zu untersuchen. "Captain, was ist eigentlich passiert? Wieso wurde Braxton auf einmal bewußtlos?" fragte Chakotay. "Ganz einfach, wir haben uns überlegt wenn alles, was unseren Doppelgängern in der Serie passiert auch uns passiert, dann schicken wir einfach den Braxton-Schauspieler aufs Set, drehen, wie er von unseren Leuten überwältigt wird und können Sie so befreien. Und es hat funktioniert. Nachher treffen wir uns mit den anderen und die erzählen uns dann, was auf dem Set passierte." "So einfach ist das?" fragte Chakotay ungläubig. "Um ehrlich zu sein, wir wußten nicht, ob es funktionieren würde, aber wir haben es gehofft." wisperte Kathryn. "Aber wenn es nicht geklappt hätte, dann hätte Braxton alle getötet! Kathryn, Du hättest sterben können!" "Ich kann doch meinen ersten Offizier und den Captain der Voyager nicht einfach im Stich lassen!" antwortete sie entrüstet. "Das war wirklich zu riskant, Captain!" hörte sie hinter sich Kate sagen. Der Doctor hatte ihr ein Hypospray verabreicht und festgestellt, daß sie ansonsten unverletzt war. "Sie hätten Chakotay und mich dort lassen sollen! Es wären nur zwei Opfer gewesen." "Aber wenn Braxton Sie erschossen hätte, dann wäre doch auch gleichzeitig der Captain..." Harry, der inzwischen die Krankenstation betreten hatte verstand gar nichts mehr. "Nein Harry, seltsamerweise ist die Übereinstimmung nur gegeben, wenn eine Situation auf dem Voyagerset gedreht wird. Deborah Levin starb während der Dreharbeiten, deshalb ist auch Ensign Lang gestorben. Als Braxton aber Chakotay und Kate entführte oder auf Roxann losging, passierte den jeweiligen Doppelgängern gar nichts." erklärte Kathryn. "Deshalb mußten wir auch Bruce erst einmal auf das Set beamen, damit Robbie ihn betäuben konnte. So stand es im Drehbuch, das wir extra etwas umgeändert haben..." "Das ist einfach unglaublich!" sagte Kate. "Aber es hat funktioniert." ergänzte Robert. "Und da jetzt keiner mehr verletzt ist, darf ich sie dann bitten, meine Krankenstation zu verlassen? Schließlich ist das hier kein Partyraum." sagte der Doctor etwas ärgerlich. "Natürlich Doctor." sagte Harry und alle verließen die Krankenstation.

Kapitel 12

"Captain, ein neuer Riß im Raum-Zeit Kontinuum hat sich gebildet! Ein Schiff kommt heraus." Tuvok hob eine Augenbraue. Sie waren gerade wieder auf der Brücke, als das Phänomen auf den Sensoren auftauchte. "Auf den Schirm." sagte Janeway. Die Ansicht zeigte eine Art Wolke aus der nun ein kleines Schiff herauskam. "Captain, wir werden gerufen." Die Ansicht wechselte und zeigte nun einen jungen Mann. "Captain Janeway? Es freut mich, Sie wiederzusehen. Ich bin Lieutenant Ducane und verfolge Captain Braxton, der uns entwischt ist." "Sind Sie von der Relativity?" "Sie haben ein gutes Gedächtnis. Haben Sie Braxton?" "Ja, in der Arrestzelle." "Sehr gut, ich werde ihn auf mein Schiff beamen und sie wieder in ihre Zeit bringen." "Lieutenant, ich möchte Sie um einen Gefallen bitten, geben Sie uns noch eine Stunde." "Eigentlich darf ich das nicht, aber na gut. Ich melde mich dann wieder. Ducane Ende." Sein Abbild verschwand vom Schirm. "Captain, Braxton wurde soeben auf das andere Schiff gebeamt." sagt Harry. "Sehr gut. Kontakten Sie unsere Doppelgänger - Zeit zum verabschieden." "Aye Ma'am."

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Eine halbe Stunde später war im Casino ein improvisiertes Fest im Gange. Schließlich klopfte Janeway mit einem Löffel an ihr Sektglas. Augenblicklich verstummten die Gespräche. "Ladies und Gentlemen! Bevor wir uns nun von Ihnen verabschieden, möchte ich Ihnen allen für ihre Hilfe und ihr Vertrauen danken. Ohne Sie wären wir jetzt wahrscheinlich nicht mehr am Leben. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder. Deshalb: Auf ein Widersehen!" Janeway hob ihr Sektglas und prostet den Crews zu. "Auf ein Wiedersehen!" ertönte es im Chor und alle tranken. Dann wurde es wirklich Zeit zum Gehen und alle umarmten sich noch einmal untereinander. Die Gäste wurden zum Transporterraum begleitet und nach einem letzten Winken lösten sie sich in blauer Energie auf. Als die Crew wieder auf der Brücke war wies sie Harry an, einen Kanal zu Ducane's Schiff zu öffnen. "Janeway an Ducane, wir sind bereit." "Dann folgen Sie mir einfach, Captain." erwiderte der Lieutenant. Ein neuer Riß öffnete sich und das kleine Schiff gefolgt von der Voyager verschwanden. "Bericht." Tom mußte einen Augenblick auf seiner Konsole tippen, doch dann sagte er: "Wir sind wieder im Delta Quadranten!" "Setzen Sie einen Kurs zur Erde, Warp 6." "Aye Ma'am." Die Warpgondeln der Voyager glitten in Position und dann wurde der Warptransfer eingeleitet. Die Voyager glitt der Erde entgegen.

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Die Schauspieler waren inzwischen alle wieder auf dem Set angekommen. Diese Geschichte würde unter ihnen bleiben, es hätte ihnen eh keiner geglaubt. Der Tod von Deborah Lang blieb für die Polizei weiterhin rätselhaft, zumal auch noch das Hypospray verschwunden war. Die Dreharbeiten gingen weiter. Die Drehbuchautoren sowie die Produzenten wunderten sich allerdings, daß die Schauspieler darauf bestanden, keinen unbekannten Ensign mehr sterben zu lassen und selbst viel mehr an den Drehbüchern mitbestimmen wollten. Robert und Kate waren sich einander näher gekommen und brachten die Produzenten dazu, daß auch Janeway und Chakotay ein Paar wurden. Nur wenige Wochen später war die gesamte Crew auf einer Convention anwesend. Kate und Robert hatten zusammen das erste Panel und gaben öffentlich bekannt, daß sie im nächsten Monat heiraten würden, daß ebenso Janeway und Chakotay zusammenkommen würden und daß der gesamte Stab beschlossen hatte, es solle noch eine achte Season Star Trek Voyager geben. Als Kate und Robert das gesagt hatten, konnten sich die Fans nicht mehr halten und brachen in das lauteste Jubelgeschrei aus, rannten nach vorne um Kate und Robert zu beglückwünschen und fielen sich untereinander in die Arme. *Viel Glück Euch beiden, Kathryn und Chakotay.* dachte Kate an ihre Freunde.

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Auf der Voyager fand einen Monat nach den Ereignissen das größte Fest statt - die Hochzeit des Captains mit dem Commander. *Danke Kate und Robert.* Kathryn lächelte. Sie wußte, daß sie ihr Glück diesen beiden zu verdanken hatte.

ENDE