Author: Taya
Autor's Note: mein zweiter Versuch.... Dank an Claudia und Anja für Eure Unterstützung ;-)

Kapitel 1

"Harry, glaub mir, das wird ein unvergesslicher Abend! Ich wollte schon lange so eine richtige Pokerrunde einrichten. Vielleicht können wir sie ja regelmäßig abhalten.”
Tom´s Augen leuchteten vor Begeisterung.
”Ich hoffe, ich habe genug geübt”, meinte sein Gegenüber Harry Kim, der mit der Gabel auf dem Teller herumstocherte.
Sie saßen im Casino und probierten Neelix´ neueste Création auf dem Gebiet der Kochkunst.
”Jedenfalls habe ich mir die Regeln so lange durchgelesen, bis ich sie vorwärts und rückwärts konnte und habe dann ein paar Simulationen gespielt...” er hielt inne und schaute sich das grüne Etwas auf seinem Teller genauer an.
”Was ist das...?”
”Keine Ahnung, aber wenn Du noch weiter so darauf einstichst, greift es Dich vielleicht an!”
Tom grinste und klopfte seinem Freund auf die Schulter.
”Wird schon schiefgehen heute Abend. Schaun wir mal, wie gut die Anderen sind.”
Er steckte sich eine rote Knolle in den Mund, kaute einmal und verzog schmerzerfüllt das Gesicht – etwas weniger scharf hätte es auch sein dürfen...
Jetzt war es an Harry, breit zu grinsen. ”Wer hat denn noch zugesagt?” ”B´Elanna natürlich, Chakotay und Neelix.” ”Wunderbar,” lachte Ensign Kim. ”Da hab ich ja noch Chancen, wenn Neelix mit von der Partie ist. Im Deltaquadranten dürfte Poker wohl eher nicht so populär sein...!" ”Freuen Sie sich nicht zu früh!” der eben Erwähnte stand urplötzlich hinter ihm. ”Ich habe natürlich die Datenbanken durchforstet um dieses faszinierende Spiel zu erlernen, nachdem Lieutenant Paris mich eingeladen hat. Ich denke, ich werde da mithalten können. So, und nachdem Ihnen mein Essen geschmeckt hat - wie wär’s mit Nachtisch? Ich habe da eine neue Variante des tomelianischen Puddings...” Schwupp hatten beide ein Schälchen mit einer undefinierbaren breiigen Masse vor sich stehen. ”Oh, Neelix” Tom hob abwehren beide Hände. ”Ich habe B´Elanna versprochen, etwas mehr auf meine Figur zu achten, Sie wissen schon, Frauen...” ”Harry, aber Sie...” ”Himmel!” Kim schaute auf den Chronometer. ”Ich hätte fast den Doktor vergessen, ich muß noch dringend wegen einiger Tests vorbeischauen!!”
”Bis heute Abend, Neelix!” rief Paris noch, dann hatten sie schon fluchtartig den Raum verlassen. ”Nun gut,” seufzte der selbsternannte Chefkoch und Moraloffizier. ” Die wissen so eine Leckerei nicht zu schätzen. Es kann nicht schaden, wenn ich mir selbst eines der Schälchen... Ah, Tuvok! ”Sein Gesicht hellte sich auf und er stürmte eifrig mit seinem Tablett auf den Vulkanier zu. ”Darf ich Ihnen eine Freude machen und Ihnen eine Portion meines berühmten tomelianischen Puddings anbieten?” ”Mr. Neelix” sagte Tuvok mit der ihm eigenen stoischen Ruhe. ”Sie wissen doch, daß wir Vulkanier das Essen als einen reinen Akt der Nahrungsaufnahme ansehen und es nicht als Freude betrachten, wobei diese Emotion...” ”Aber er ist rein vegetarisch...!” trumpfte Neelix auf und hielt ihm das Angebotene unter die Nase. Da ihm der Weg versperrt war, nahm Tuvok schließlich ein Schälchen und setzte sich - mit einem leisen Geräusch, daß man bei einem Menschen durchaus als Seufzen bezeichnet hätte. Aber Vulkanier pflegen ja keine Emotionen zu zeigen...

Kapitel 2

Auf der Brücke hatte sich Commander Chakotay in seinem Sessel zurückgelehnt und wartete auf das Ende einer ereignislosen Schicht. Er sah hinüber zum Bereitschaftsraum - vor etwa 2 Stunden hatte sich die Tür hinter Captain Kathryn Janeway geschlossen. *Sicher hat sie sich wieder in die Lektüre irgendwelcher Pads vertieft! Ich kann sie verstehen. Seit wir in diesen trostlosen Raumsektor hineingeflogen sind, macht sich die Langeweile breit. Die meisten erwarten nichts sehnsüchtiger, als ihre Pause um ihrem Posten für kurze Zeit zu entfliehen - und Kathryn verschanzt sich in ihrem Bereitschaftsraum. Aber ich glaube, dagegen kann ich etwas tun!* Chakotay stand auf und ging hinüber. Die Tür öffnete sich automatisch als er unmittelbar davor stand und er trat ein. Drinnen saß Captain Janeway an ihrem Schreibtisch, ihren Kopf in die linke Hand gestützt, und stapelte Pads zu einem Türmchen. ”Viel zu tun, Captain?” Chakotay konnte sich ein Grinsen kaum verkneifen. Rrrrrrummmmms - der Stapel kippte um und die Pads verteilten sich gleichmäßig auf und um den Tisch.
”Chakotay!! Ich hatte Sie gar nicht herein kommen hören.” Janeway zuckte zusammen. ”Schleichen Sie sich doch nicht so an , wie ein Indianer auf dem Kriegspfad!” Sie verschwand hinter dem wuchtigen Büromöbel um die Pads aufzusammeln. ”Aber ich bin nun mal Indianer!” lachte der erste Offizier, der nun seinerseits vor dem Schreibtisch in die Hocke ging. ”Und wenn ich auf dem Kriegspfad sein sollte, dann um Ihrer Langeweile den Kampf anzusagen. - Autsch!!” Er rieb sich die Stirn, denn er war mit Kathryn zusammengestoßen, die von der anderen Seite her auf allen Vieren um den Tisch gekrabbelt kam.
”Aber mir scheint, das Anschleichen auf dem Boden müssen Sie noch üben! Oder ist das einfach Ihre Art, Hindernisse anzugehen?!” Auch der Captain setzte sich hin und griff sich an die Stelle am Kopf, wo sie vermutete, ohne die Intervention des Doktors bald eine dicke Beule zu haben. ”Das kommt ganz auf das Hindernis an...” Commander Chakotay lächelte sein unnachahmliches Lächeln, das Janeway unter ihrer Captainsmaske jedesmal zum Schmelzen brachte. Er streckte seine Hand aus, um ihre Stirn zu betasten und traf auf halbem Wege schwungvoll Kathryn´s Hand, die das Gleiche bei ihm vorhatte. Sie schauten sich an und lachten plötzlich laut los. Hier saßen sie nun auf dem Boden : der Captain der Voyager und ihr erster Offizier, händchenhaltend und sich vor Lachen ausschüttend. Als sie sich endlich halbwegs beruhigt hatten, wurde ihnen klar, daß sie sich die ganze Zeit über festhielten. Sie sahen sich nochmals an, Kathryn mit einem verlegenen Lächeln, und lösten die Verbindung ihrer Hände wieder, Chakotay allerdings recht zögerlich und ohne ihre Augen mit seinem Blick loszulassen. *Ob sie eigentlich weiß, was ihr Blick da verrät?* überlegte er, denn ihm war ein gewisser Glanz in ihren Augen nicht verborgen geblieben. *Was schaut er mich so an? Weiß er überhaupt, wie dieser Augenaufschlag, kombiniert mit seinem Lächeln und den hübschen Grübchen, auf mich wirkt? *Kathryn wurde immer nervöser und entschied nun ihn - und sich auch - auf andere Gedanken zu bringen. Etwas zu schnell stand sie auf und flüchtete auf ihren Stuhl, um die Sicherheit des Schreibtisches zwischen sie Beide zu bringen.” Was wollten Sie denn eigentlich?” fragte sie und gab sich Mühe, ruhig zu wirken, drehte dabei aber ein Pad in ihren Händen herum und herum. Chakotay war ebenfalls aufgestanden und stand in seiner üblichen Haltung, die Hände hinter dem Rücken, da. Amüsiert notierte er im Geiste ihre Nervosität, ahnte er doch genau, was das zu bedeuten hatte. ” Ich habe bemerkt, daß die Crew im Moment nicht gerade gefordert zu sein scheint. Sie versucht, irgendwie der Langeweile zu entfliehen, was sich nicht gerade positiv auf ihre Effizienz auswirkt. Mir ist auch nicht entgangen, daß Sie sich öfter als üblich in Ihren Bereitschaftsraum zurückziehen um die Zeit totzuschlagen. Das war so seit vier Tagen und wird sich auch in der nächsten Woche kaum ändern, da wir noch ein ganzes Stück durch diesen leeren Raumsektor fliegen müssen.” ”DAS habe ich auch schon festgestellt, Chakotay!” erwiderte Janeway. ” Und nun sind Sie zu mir gekommen, um Ihre Erkenntnisse mit mir zu teilen ...” ” Nein!” fiel er ihr ins Wort.” Ich bin gekommen, um Sie aus diesem Trott herauszuholen - zumindest für heute Abend.” ” Sooo, dann ist das also schon beschlossene Sache, hm?!” ”Äh, nein, ich dachte nur.... Sie könnten etwas Abwechslung gebrauchen.” Chakotay trat etwas näher und stützte sich mit den Händen auf den Schreibtisch, während er sich hinüberbeugte . *Wieder diese Nähe! Er macht mich noch verrückt.... Was ist das eigentlich für ein Rasierwasser?* Kathryn Janeway drückte sich an die Lehne ihres Sessels, um mehr Abstand zu bekommen. ” So?” fragte sie ganz unverfänglich. ” Was schlagen Sie denn vor? ”Er lächelte abermals sein berühmtes Lächeln.” Tom hat heute einige Führungsoffiziere zu einer Pokerrunde eingeladen, so richtig im alten Stil des beginnenden Zwanzigsten Jahrhunderts. Hätten Sie Lust, mich zu begleiten?” ” Eine Pokerrunde! Tom hat die verrücktesten Einfälle.” Sie schüttelte lächelnd den Kopf. Er sah sie fragend an . ” Nun?”
”Lassen Sie mich einen Moment darüber nachdenken...” Janeway stand auf, ging langsam Richtung Fenster und schaute einen Augenblick hinaus. *Es ist sicher keine schlechte Idee....aber ich will doch nicht als Abzocker gelten!* dachte sie, als sie sich an einige Episoden aus ihrer Zeit auf der Akademie erinnerte. *Soll ich, oder soll ich nicht? Es muß ja keiner wissen...* Mit dieser Überlegung drehte sie sich zu Chakotay um und sagte ” Gut, ich denke, ein bisschen Abwechslung wird mir auch gut tun. Ich muß Ihnen allerdings mitteilen, daß Poker....” ” ...wohl nicht gerade Ihre Stärke ist.” Vollendete er den Satz. ”Egal, Hauptsache, wir haben alle unseren Spaß dabei. Ich freue mich, daß Sie mitkommen, Kathryn.” Zufrieden nickte er ihr zu, drehte sich um und ging zur Tür. ”Ach, Chakotay, haben Sie denn nicht etwas vergessen ?” ” Bitte?” ” Na, wann und wo ?” ” Ja klar, auf dem Holodeck natürlich um 20:00 . Ich hole Sie ab, okay ?” ” Gern!” ” Und noch etwas, Captain, passende Kleidung ist angesagt. Wenn schon, denn schon. Sie kennen doch Paris!”
” Ich werde Sie erwarten, Commander !”
Zurück auf der Brücke bemerkte Chakotay, daß Lieutenant Paris wieder an der Conn Platz genommen hatte. Sofort steuerte er auf ihn zu: ” Lieutenant!” ”Ja, Commander?!” Tom drehte sich zu ihm um. ”Hätten Sie etwas dagegen, wenn ich heute Abend jemanden mitbringen würde?” ”Hm, kommt darauf an. Wer ist es denn?” ”Eine Dame....!” lächelte Chakotay hintergründig. ”Ich habe ihr eben den Vorschlag unterbreitet, mich zu begleiten und sie hat zugesagt. Ich dachte, sie könnte auch etwas Abwechslung gebrauchen.”
”Sooooo!” Ein schelmischer Ausdruck lag auf Tom’s Gesicht. ”Der Captain, ja?” ”Richtig! Wie kamen Sie nur so schnell darauf, Tom?” gab der erste Offizier mit einem Augenzwinkern zurück. ”Plötzliche Eingebung!” meinte Paris und lachte. ”Es freut mich jedenfalls, daß Sie sie dazu haben überreden können. Ich werde die Runde vergrößern und einen Stuhl mehr aufstellen.....” - Biiiiieeeep- ”Doctor an Brücke! Lieutenant Paris, dürfte ich Sie kurz sprechen? Ich hatte gerade Ensign Kim hier zu einigen Tests und wir kamen so ins Gespräch...”
”.....oder auch zwei!” seufzte Tom. Chakotay klopfte ihm tröstend auf die Schulter und begab sich zu seinem Sessel.

Kapitel 3

Kathryn tat noch einen letzten Blick in den Spiegel. * Gut siehst Du aus, meine Liebe!* Ihr Spiegelbild schaute mehr als zufrieden, als sie das Kleid noch einmal glatt strich. Sie hatte in den Datenbanken nachgeforscht und sich ein enganliegendes, weinrotes Kleid repliziert, vorn hochgeschlossen und hinten mit einem tiefen Ausschnitt. Die hochgesteckten Haare wurden von glitzernden Kämmen gehalten. *Welches Parfüm nehme ich bloß? Das leichte mit dem Blütenduft oder eher die etwas betörendere Variante?* Kathryn lächelte, nahm den Flakon und sprühte sich damit ein – überall nur ein wenig. Der Türsummer meldete in diesem Moment Chakotay’s Ankunft, es war 19:50.
”Kommen Sie herein, Commander, ich bin sofort fertig!” rief Janeway und trat gerade aus dem Badezimmer als die Tür sich öffnete und der erste Offizier eintrat, im eleganten Nadelstreifenanzug, weißem Hemd und dezent gemusterter Krawatte, den Hut leicht in die Stirn gezogen. ”Wow!” Chakotay verschlug es fast die Sprache. ”Danke, aber Sie sehen auch nicht schlecht aus!” erwiderte sie mit einem aufreizenden Lächeln. Der Commander gab das Lächeln gern zurück. ”Kommen Sie, Kathryn, es wird Zeit, daß wir uns den Anderen präsentieren.” Sagte er und bot ihr den Arm an. ”Ja, lassen wir sie nicht warten, Chakotay.” Janeway hakte sich bei ihm ein und gemeinsam verließen sie ihr Quartier in Richtung Turbolift, wobei Chakotay einen verklärten Gesichtsausdruck bekam, als er in Kathryn’s Parfümwolke geriet.

Kapitel 4

Auf dem Holodeck herrschte schon reger Betrieb, als das kommandierende Duo dort ankam. Tom Paris hatte sich wieder einmal selbst übertroffen mit der authentischen Darstellung des Pokerzimmers: ganz im Stil Al Capone’s.
In der Mitte des Zimmers stand ein Prachtstück von Tisch, rund und aus massivem dunklen Holz, ringsherum die schweren Stühle mit den grünen Bezügen. Ein dicker ,rot gemusterter Teppich lag unter diesem Arrangement und deckte das Parkett ab, mit dem der Boden ausgelegt war. Die einzige Beleuchtung bestand aus einer großen, runden, tief über dem Tisch hängenden Lampe. Alle hatten sich bemüht, stilechte Kleidung zu replizieren. Tom wirkte in seinem hellen, schmal gestreiften Hemd, der Tweedweste und der Schlägermütze nahezu wie ein richtiger kleiner Gauner des Chicago der Prohibitionszeit. Nur Neelix war seinem markanten, farbenfrohen Anzug treu geblieben. ”Das gibt dem Ganzen doch irgendwie eine kleine exotische Note.” hatte Harry gegrinst, als Neelix quirliger als sonst vor lauter Vorfreude auf dem Holodeck erschienen war. ”Hallo, Chakotay!” rief Tom zur Begrüßung. ”Schön, daß Sie auch gekommen sind, Captain. Ich hoffe doch, der Abend wird Ihnen gefallen.” ”Danke, ich werde mich bemühen, das Spiel nicht zu sehr durcheinander zu bringen.” erwiderte Janeway. ”B’Elanna, das Kleid steht Ihnen ausgesprochen gut!” ”Ja, und erst die Perlenkette, die dieser Bursche hier mir vorhin um den Hals gelegt hat.” lachte die Chefingenieurin. ”Wer weiß, aus welchem Raubzug die stammt...!” ”Für Dich ist mir kein Wagnis zu groß, meine Teuerste.” meinte Tom, legte den Arm um B’Elanna’s Taille und gab ihr einen Kuss auf die Wange. ”Darf ich Sie zu Ihrem Platz geleiten, Gnädigste?” fragte er, ganz Kavalier. ”Gern, mein Herr,” gab sie zur Antwort und ließ sich zum Tisch führen, was auch die Anderen zum Anlaß nahmen, sich zu setzen. ”Jetzt, wo alle da sind, können wir ja endlich anfangen.” freute sich Harry und schaute sich in der Runde um. ”Oder fehlt noch jemand?” Wie aufs Stichwort erschien der Doctor auf dem einzigen noch leeren Stuhl.
Er schoß nun den Vogel ab, was die Kleidung anbetraf: weißes Hemd mit schwarzen Ärmelschonern, schwarze Fliege und schwarze Hose. Dazu hatte er einen Schirm über den Augen, wie ihn die Croupiers seinerzeit trugen. ”Schönen guten Abend, alle zusammen. Ich hoffe, Sie wollten nicht ohne mich anfangen?!?” Er sah jeden der Reihe nach an. ”Ich habe mich ein wenig kundig gemacht und festgestellt, daß ein hervorragender Kartengeber das A und O einer solchen Veranstaltung war. Ich dachte mir schon, daß Sie alle diese Überlegung außer Acht lassen würden und nehme hiermit diese schwere Bürde auf mich.” ”Vielen Dank, Doctor, Sie haben wieder einmal den Abend gerettet!” sagte Tom in huldigendem Tonfall. ”Das tue ich nur, um Ihnen einen wirklich entspannten Abend zu gewährleisten....diese Crew braucht etwas Zerstreuung und ich bin bereit, meinen Teil dazu beizutragen - obwohl ich ja zur Genüge beschäftigt bin.....” ”Ja, Danke, Doctor!” ----- ” Gut, dann können wir jetzt beginnen. Gespielt wird nach den allgemein üblichen Regeln, Wertigkeiten sind wie folgt: High Card; One Pair; Two Pairs; Three of a Kind; Straight; Flush; Full House; Four of a Kind und Straight Flush.
Bei gleicher Wertigkeit siegt das Blatt mit den höheren Augen. Der Spieler links vom Kartengeber -also von mir- beginnt mit dem Einsatz. Haben alle gesetzt, können die Karten getauscht werden.....” dozierte er. ”DANKE, Doctor, wir haben uns mit den Regeln vertraut gemacht!” B’Elanna verdrehte allmählich die Augen ob der langen Rede des MHN’s - kein gutes Zeichen bei der Halbklingonin! ”Ist schon gut, ist schon gut!” winkte der Doctor ab und verzog beleidigt das Gesicht. ”Ich wollte nur sichergehen, daß jeder weiß, worum es geht. Sie möchten sich doch gut amüsieren heute Abend.” ”Das werden wir auch , Doctor. Aber ich denke, wir haben uns alle ein wenig mit dem Thema beschäftigt und sind durchaus in der Lage, unter Ihrer kompetenten Führung den Abend zu gestalten.” beendete der Captain jetzt die Diskussion. ”Also, meine Herrschaften, sehen Sie sich Ihre Chips noch einmal gut an, bevor sie sich am Ende bei mir stapeln werden! Legen Sie los, Doc!” rief Tom voller Begeisterung. ”Schön, Mr. Paris. Hier ist ein Kartenspiel, das ich jetzt auspacke - sooo- jetzt mische..ich..es...” - der Doctor ließ die Karten wie ein Profi zwischen den Händen hin und her gleiten - ”und .... hiiieeer ...sind Ihre Karten!” Der Reihe nach bekam jeder (endlich) sein Blatt: zuerst Tom, der links vom MHN saß, dann B’Elanna, Harry, Neelix, Kathryn Janeway und zu guter letzt Chakotay - bis alle jeweils 5 Karten in der Hand hielten.
”Haben Sie alle Ihr Blatt in der Hand? Dann beginnen Sie zu setzen. Bitte fangen Sie an, Mr. Paris.” ”Ok, ich setze diesen hübschen 10-Dollar-Chip!” Der Pilot lachte und warf ein grünes Plastikplättchen in die Mitte des Tisches. ”Na?” meinte er herausfordernd. ”Kein Problem, Freund, hier ist mein Einsatz.” Harry legte seinen Chip dazu, die anderen Mitspieler folgten seinem Beispiel. ”Ich sehe, Sie nehmen alle an dieser Spielrunde teil.” stellte der Holodoc fest. ”Wer möchte tauschen? Tom?” ”Ich bekomme 2 neue!” er schob 2 Karten verdeckt hinüber zum Geber. ”Bitte!” sagte der und schnippte elegant die gewünschten neuen Karten über den Tisch - ganz Profi, den Schirm tief über den Augen sitzend! Er bekam reichlich zu tun, jeder wollte die eine oder andere Karte tauschen. Der Doctor bemühte sich, alle zügig zu bedienen. Endlich war auch das geschafft und Paris begann zu bieten. Er hatte sein bestes Pokerface aufgesetzt und man konnte sich ihn als ausgebufften Zocker in einer Spielhölle so richtig vorstellen. – Neelix gelang das nicht so gut, der Talaxianer hatte diesbezüglich noch viel Nachholbedarf: er grinste von einem Ohr zum anderen. Harry hatte das Gesicht völlig hinter seinen Karten versteckt, er hoffte, so nicht zu viel zu verraten. B’Elanna wählte da eine andere Taktik - sie zeigte einfach eine grimmige Klingonenmiene. Einzig Chakotay trug seinen wie immer gelassenen Gesichtsausdruck, während neben ihm Kathryn Janeway reichlich Nervosität zur Schau stellte. Was soll man da jetzt groß beschreiben - wer es sich zutraute, ging mit und wer nicht, der passte. Die erste Runde dauerte dann auch nicht lange: Tom gewann den Pott mit einem Drilling. Sein einziger verbliebener Gegenspieler war Neelix gewesen, mit einem viel höheren Full House. Aber Tom hatte so überzeugend geblufft, daß der kleine Moraloffizier schließlich aufgab. ”Tja, Pech gehabt, Neelix, beim nächsten Mal vielleicht!” feixte Tom Paris und raffte die Chips zusammen. Das schrie natürlich förmlich nach Rache und so beeilte sich der Doctor, die Karten erneut zu mischen....
Der Abend wurde recht lang und vergnüglich, einzig der Captain hatte scheinbar das Pech gepachtet. Es schien ihr nichts zu gelingen. Nur selten gewann sie ein Spiel - unter leichter Mithilfe der anderen Teilnehmer, bei denen diesbezüglich wohl ein stillschweigendes Einverständnis herrschte. Zu fortgeschrittener Stunde sahen dann langsam alle recht müde aus. Alle? Nein! Der Doctor war selbstverständlich so taufrisch wie zu Beginn des langen Abends....Es hatte schon seine Vorteile, ein Hologramm zu sein. ”Ich denke, wir sollten so langsam mal zum Ende kommen!” sagte Janeway und ließ den Blick in der Runde schweifen während sie aufstand. ”Wenn wir hier noch lange sitzen, wird Tuvok sich morgen - äh –” und sie schaute auf den Chronometer ”HEUTE früh mit einer sehr müden Alphaschicht plagen müssen.” Harry Kim schloß seufzend die Augen ganz und lehnte sich in seinem Stuhl zurück während Tom herzhaft gähnte und sich räkelte. Auch die Anderen zeigten große Zustimmung für den Vorschlag ihres Captains und so wurde dieser Pokerabend, der sich fast zu einer Pokernacht ausgeweitet hatte, beendet. ”Wollen wir das Ganze nicht in Kürze wiederholen?” fragte Tom und schaute sich dabei fragend um. ”Sicher.” meinte Harry sofort. ”Das war sehr interessant, ich würde so einen Abend gern wiederholen!” pflichtete Neelix ihm bei. ”Ich laß‘ Dich auf keinen Fall allein hierhin gehen.” lachte B’Elanna während sie ihn umarmte. ”Und an mir soll’s auch nicht liegen!” meinte Chakotay. ”Wie steht es mit Ihnen, Captain?” Paris richtete sein Augenmerk jetzt ganz auf Janeway. ”Sie hatten ja heute nicht gerade das Glück auf Ihrer Seite...” ”Nun, es war trotzdem ein sehr unterhaltsamer Abend. Danke, daß ich daran teilnehmen durfte. Wenn Sie alle nichts dagegen haben, daß jemand nur die Karten hält und Ihnen Chips liefert, so würde ich gern wiederkommen.” ”Alles klar, beim nächsten Mal spielen Sie sicher schon besser. Dann können wir uns ja in Richtung unserer Quartiere aufmachen.” kam Tom’s Antwort. ”Ich würde vorschlagen, zur selben Zeit am selben Ort in 3 Tagen - falls keiner von Ihnen sonst etwas Wichtigeres vorhat...” Er blickte sich um. ”Aber eine kleine Änderung sei mir gestattet : Beim nächsten Mal pokern wir im Wilden Westen!” Und mit einem Grinsen an Chakotay gewandt: ”Mal sehen, wie ein echter Indianer sich dann im Saloon macht!” Mit allgemeinem Lachen wurde dieser Vorschlag angenommen. ”Darf ich Sie noch zu Ihrem Quartier begleiten, Madam?” fragte Chakotay auf dem Weg zur Tür. ”Gern, aber nur bis zur Tür, Sir!” erwiderte Kathryn frohgelaunt und hakte sich bei ihm ein. *Er kann richtig süß sein.* dachte sie lächelnd bei sich und erschrak, als der Grund ihrer Überlegungen sie unverwandt anschaute. *Laß Dich nicht bei solchen Gedanken überraschen, wer weiß, was er an Deinem Gesicht ablesen kann. Oder kann er vielleicht Gedanken lesen, so tief , wie er mir in die Augen schaut? Während des ganzen Abends habe ich seine verstohlenen Blicke bemerkt. Oh Gott, laß das sein, Chakotay! Du hast ja keine Ahnung.....* Kathryn lief ein leichter Schauer über den Rücken und sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. ”Aber Captain! Was denken Sie denn von mir!?” Chakotay war ruckartig stehen geblieben und spielte den Empörten. *Du würdest mich sowieso nicht rein lassen, oder?* ”Ich halte immer mein Wort. Nur bis zur Tür, oder vertrauen Sie mir nicht?” ”Ach, Chakotay, seien Sie doch nicht gleich eingeschnappt! Kommen Sie, ich lade Sie noch auf einen Kaffee ein, als Gute-Nacht-Schluck...” ”Neelix wird aber wohl kaum noch einmal das Casino öffnen, auch nicht für uns....so müde, wie der war.” ”Na, für den Fall habe ich noch einen Replikator mit 24-Stunden-Service....” ”Ach, ja?” Und schon schloß sich die Tür zischend hinter den beiden Nachzüglern.
Darum konnten sie auch nicht mehr einen letzten verzweifelten Ausruf hören: ”Hey, und was ist mit MIR? Fragt mich denn keiner, was ICH will?? Es interessiert wohl auch niemanden, ob ich bei solchen Flegeln noch einmal den Kartengeber spielen werde....
Aber mit mir können sie’s ja machen, ich bin ja nur das Hologramm...!”

Kapitel 5

Der Weg zu Captain Janeway’s Quartier kam Chakotay dieses Mal viel zu kurz vor, wollte er doch noch so viel wie möglich Zeit mit ihr alleine verbringen, bevor der Alltag sie wieder hatte. Unterwegs war für ihn kaum Gelegenheit gewesen, Kathryn in diesem so ungeheuer figurbetonten Kleid zu betrachten. Also blieb er stehen und tat so, als ob er unbedingt seinen Schuh zubinden müßte, schaute dabei aber die ganze Zeit verstohlen auf die Frau, die jetzt stehengeblieben war. *Die Nummer ist schon alt, mein Lieber...*schmunzelte Kathryn in sich hinein. Sie blieb stehen und lehnte sich lässig mit einem Ellbogen gegen die Wand, das Kinn auf die Hand gelegt. * Oh, ihr Geister, laßt diesen Abend nicht so schnell vorbei gehen...* dachte er, als Janeway ganz scheinheilig fragte: ”Was ist, Commander, wollen Sie ewig hier auf dem Gang bleiben oder den Abend lieber in angenehmere Atmosphäre ausklingen lassen?” *Ertappt!* stöhnte Chakotay innerlich und bekam etwas rote Farbe in seinen dunklen Teint. Kathryn bemerkte es mit großer Genugtuung, die sie gekonnt überspielte. Eilig setzten sie nun den Weg zum Quartier des Captains fort.
”Darf ich bitten....” Kathryn wies einladend zur eben geöffneten Tür. ”Gerne.” antwortete Chakotay. *Das braucht sie mir nicht zweimal sagen.* ”Kaffee?” ”Äh, könnte ich vielleicht lieber einen Kräutertee bekommen?” ”Sicher.” Sie ging zum Replikator. ”Kräutertee!” - Sekunden vergingen, fast zögerlich tauchte endlich das gewünschte Getränk auf. ”Kaffee, schwarz!” Pling - augenblicklich erschien Janeway’s Lebenselixier. Sie zuckte kurz mit den Schultern, nahm die beiden Tassen und reichte eine davon ihrem ersten Offizier. ”Danke, Kathryn.” ”Setzen wir uns doch...” meinte diese, ging zur Sitzecke und nahm Platz. Chakotay folgte ihrem Beispiel sofort, hielt jedoch angemessenen Abstand auf der Couch. ”Es war ein netter Abend, nicht wahr?!” begann er das Gespräch. ”Ja, das kann man wohl sagen. Tom ist da wirklich eine realistische Holodeckszenerie gelungen. Und seine Idee mit der passenden Kleidung - wirklich gut. Ich freue mich schon auf das nächste Treffen...”
Hier bekam sie einen recht schelmischen Gesichtsausdruck. ”Ich bin genau wie Tom gespannt auf den Anblick eines Indianers im Saloon...- mit Lendenschurz und Federschmuck!” Ein Hustenanfall war die Antwort. Chakotay hatte es gerade noch geschafft, seine Tasse auf dem Tisch abzustellen, aber jetzt krümmte er sich, von Husten geschüttelt. Kathryn krümmte sich auch - vor Lachen. ”Kathryn!!” brachte er halb erstickt hervor. ”Ich bin entsetzt! Bei Tom weiß ich’s ja nicht besser, aber daß SIE auf solche Ideen kommen...!” Chakotay schaute sie von schräg unten an, mit treuem Hundeblick aus braunen Augen. Kathryn’s Gesicht spiegelte in diesem Augenblick ein wahres Kaleidoskop an Gefühlen wider, auch die streng verborgenen. Doch in dem Moment, als sie seines Blickes gewahr wurde, setzte sie ganz schnell wieder die Maske des unnahbaren Captain Janeway auf. *Zu spät, ich hab Dich.* dachte Chakotay vergnügt. ”Sie meinen doch nicht allen Ernstes, daß ich geschmückt wie ein Indianerhäuptling auf dem Kriegspfad an der Pokerrunde teilnehmen werde... Womöglich auch noch spärlich bekleidet!” ereiferte er sich, um dann in der nächsten Sekunde spitzbübisch zu fragen: ”Oder würde Ihnen das ein gewisses Vergnügen bereiten?”
Wusch - die Röte schoß Kathryn geradezu in die Wangen. Mit einem ”Ich muß doch wirklich sehr bitten!” versuchte sie, ihre Würde zu bewahren - und ihren heimlichen Wunsch, ihn mit weniger Stoff als in der üblichen Starfleetuniform zu sehen, zu verbergen. *Und das soll ich Dir glauben?* kam es ihrem Gegenüber spontan in den Sinn. ”Schon gut, schon gut, mir wird schon etwas Traditionelles einfallen.” Beeilte sich Chakotay zu sagen. ”Aber daß Indianer nicht immer nur im Lendenschurz herumlaufen, können Sie sich doch wohl denken. Oder geht es nebenbei nicht vielleicht doch um mehr..?” setzte er grinsend hinzu und ließ seine Grübchen erscheinen. ”Commander, das ist eine Unterstellung!” Kathryn verdrehte die Augen und hielt sich krampfhaft an ihrer Kaffeetasse fest. ”Es sind schon Offiziere für weit Geringeres im Bau gelandet!” fügte sie mit einem drohend erhobenen Zeigefinger hinzu, wobei sie sich bemühte, streng auszusehen. Was ihr aber kläglich mißlang, da ihre Augen vor Vergnügen strahlten. Ein leises Lachen war der Kommentar des Indianers, der sich so gar nicht an die Kleiderordnung seiner Vorfahren halten wollte. ”Frieden?” fragte er und streckte die Hand aus. ”Frieden!” antwortete Kathryn und besiegelte das mit einem Handschlag. ”Aber bleiben wir doch beim Thema ‘Pokerabend‘...” begann Janeway wieder. ”Ich hätte da eine Bitte an Sie.” Fragend schaute Chakotay sie an: ”Jederzeit, Sie wissen doch, daß ich Ihnen fast nichts abschlagen kann.” ”Die Sache ist die...” druckste Kathryn herum. ”Wie Sie sicherlich gemerkt haben, war mein Spiel heute nicht gerade das Beste....” ”Wahrlich nicht!” ”..und da - äh - hatte ich gedacht...” ”Ja?” ”...ob Sie mir vielleicht Nachhilfeunterricht geben könnten!?” vollendete sie den Satz. Es folgte ein Blick, der die größten Gletscher zum Schmelzen gebracht hätte - was bei Chakotay nicht ohne Wirkung blieb. ”Aber mit dem größten Vergnügen.” kam es heiter von ihm. ”Danke, daß Sie mir soviel zutrauen, Ihnen innerhalb von zwei Tagen das Pokern beizubringen! Ich werde mein möglichstes versuchen.” ”Dann halten wir doch gleich morgen, nein, heute Abend fest. Hier bei mir, 20:00, in ganz zwangloser Atmosphäre, versteht sich. Ich werde alles vorbereiten.” freute sich Kathryn. *Wow, ein Abend mit ihr allein - Danke, ihr Geister meiner Ahnen!* lächelte Chakotay verklärt in sich hinein. Er mußte wohl offensichtlich etwas zu verklärt gelächelt haben. ”Gibt es da etwas, was ich noch wissen sollte?” hakte Kathryn nach. ”N..nein” beeilte sich Chakotay abzuwehren. ”Alles in Ordnung. Ich habe nur schon mal an die dummen Gesichter der Anderen gedacht, wenn Sie sie dann über den Tisch ziehen...” ”Ach, sooo” meinte sie nun gedehnt. *Wenn Du meinst, daß ich Dir das glaube...* Der erste Offizier der Voyager fing nun langsam an, sich im Quartier seines Captains unwohl zu fühlen. ”Ich glaube, wir sollten den Abend damit auch beenden.” Er stand auf und brachte seine Tasse zum Recycler. ”Danke für den Tee, Kathryn. Wir sollten uns die paar Stunden Schlaf noch gönnen. Bis später auf der Brücke. Gute Nacht!” Er schaute sie noch einmal mit seinem charmanten Blick an und ging dann zum Ausgang. ”Ja, schlafen Sie auch gut, Chakotay.” sagte Kathryn noch, kurz bevor die Tür sich hinter ihm wieder schloß. *Und träum‘ was Schönes.*

Kapitel 6

8:15 - Lieutenant Paris huschte durch die Tür der Brücke und versuchte, sich auf seinen Platz zu mogeln. Ein schier hoffnungsloses Unterfangen, lag die Conn doch voll im Blickpunkt! ”Morgen!” grüßte er freundlich in die Runde, während er Platz nahm. Harry lächelte zurück: ”Morgen, Tom.” - was ihm nur einen strengen Blick von Tuvok einbrachte. Er beeilte sich, auf seine Kontrollen zu schauen, nur nicht auffallen! Obwohl er doch kein schlechtes Gewissen zu haben brauchte. Eigentlich war er - neben dem Sicherheitsoffizier selbstverständlich - der einzige der Führungsoffiziere gewesen, der pünktlich die Schicht begonnen hatte. Tuvok war recht ‘mißgelaunt‘ gewesen - soweit das für einen Vulkanier zutrifft - ob der Tatsache, daß Commander Chakotay und selbst Captain Janeway erst fünf Minuten später als vorgeschrieben den Dienst antraten. Sein Blick hatte Bände gesprochen, als er auf Janeway’s und Chakotay’s fröhliches ”Guten Morgen, Tuvok! Hatten Sie auch einen schönen Abend?” nur ein tonloses ”Captain, Commander” erwiderte, während er mit hochgezogener Augenbraue steif neben seiner Station stehengeblieben war. Die beiden hatten sich angeschaut und gelacht. ”Ach, Tuvok!” war die Antwort von Captain Janeway gekommen. ”Sehen Sie doch alles nicht so eng...Jeder braucht doch auch mal etwas Spaß und Abwechslung.” Ein Schulterzucken war als Erwiderung gekommen, mit einem ”Wie Sie meinen, Captain. Ich muß allerdings melden, daß Lieutenant Paris seinen Dienst noch nicht aufgenommen hat!” ”Er wird sicher gleich da sein. Es war gestern für uns alle spät geworden, da sollten wir ausnahmsweise mal ein Auge zudrücken. Aber ich werde mit ihm reden, okay?!” hatte ihm der erste Offizier versichert. Nun saß Tom also an seiner Station, eine Viertelstunde zu spät. Logisch, das dies ein gewisses Mißfallen im Vulkanier erregte. Er schaute Chakotay auffordernd an. *Ist ja schon gut* seufzte der innerlich und wandte sich mit gespielter Strenge an den Piloten: ”Lieutenant Paris, Sie sind zu spät!”
”Aye, Sir, ich weiß. Wird auch nicht wieder vorkommen. Aber ich habe nicht verschlafen, wie Sie vielleicht denken mögen. Ich war schon ganz früh auf dem Holodeck und habe ‘aufgeräumt‘. Bei unserem Aufbruch letzte Nacht hatte keiner daran gedacht, das Programm abzuspeichern und zu deaktivieren. Darauf hatte mich der Doctor aber freundlicherweise heute in aller Herrgottsfrühe sehr wortreich hingewiesen. Er war wohl ein wenig beleidigt darüber, dass wir ihn mehr oder weniger dort sitzengelassen hatten. Und da ICH nun mal für das Programm verantwortlich bin...” ”Alles klar, Tom.” kam es jetzt verständnisvoll vom Captain. ”Ich hoffe nur, das wird Sie nicht davon abhalten, den nächsten Abend zu planen. Sagen Sie mir Bescheid, wenn sie etwas mehr Zeit dafür brauchen. Hier werden wir die Dienste eines überragenden Piloten wohl momentan nicht übermäßig benötigen...
Sie verstehen, was ich meine?!” ”Yes, Ma’am!” Paris grinste übers ganze Gesicht. ”Das heißt aber nicht, daß Sie hier arbeitslos wären, Mr. Paris.” wurde der erste Offizier jetzt dienstlich. ”Lieutenant Tuvok möchte sicher das eine oder andere taktische Manöver mit Ihnen durchgehen.” Er sah hinüber zur Station des Vulkaniers. ”Selbstverständlich, Sir. Ich werde mich sofort an die Arbeit machen, einen entsprechenden Übungsplan auszuarbeiten.” sagte dieser eifrig. * Oh weh, das kann ja heiter werden * dachte Tom, machte aber dennoch einen Versuch, den Vulkanier mit einzubeziehen: ”Tuvok, Sie wissen ja gar nicht, was Sie verpasst haben. Taktische Manöver sind doch Ihre Stärke, da wäre es doch angebracht, wenn Sie auch an unserer Pokerrunde teilnehmen würden.” * Vor allem würde mich interessieren, wie ein Cowboyhut auf spitzen Ohren hält... * ”Und mit Ihrem emotionslosen Gesicht wären Sie doch allemal im Vorteil!” Der Blick, der jetzt von Tuvok kam, war weniger emotionslos.
”Mr. Paris. Wie selbst Sie wissen dürften, pflegen Vulkanier nicht an Glücksspielen teilzunehmen. Wenn ich mich in einem - wie Sie es nennen würden - ‘entspannenden Spiel‘ betätigen möchte, dann wähle ich Schach oder Kaltoh. Und nun würde ich es begrüßen, wenn Sie mich die bevorstehenden Flugmanöver planen ließen!” Tom wollte eigentlich noch etwas erwidern, hielt dann aber lieber doch den Mund und schaute nur noch kurz mit verdrehten Augen zu Harry hinüber, der zurück grinste.
In diesem Moment betrat Neelix, Koch und selbsternannter Moraloffizier, die Brücke. Vor sich hielt er ein großes Tablett mit einer ganzen Ansammlung von Gefäßen, in denen eine dunkle Flüssigkeit dampfte. Janeway schnupperte kurz...”Kaffee!!” Freudig nahm sie einen Becher von dem zu ihr hingeeiltem Talaxianer entgegen. ”Ich wußte doch, dass Sie einem Muntermacher nicht abgeneigt wären! Ich habe auch welchen für die anderen mitgebracht.” Er ging herum und fand reißenden Absatz, selbst Harry, der sonst auf der Brücke nicht aufzufallen pflegte, war dankbar über etwas zusätzliches Koffein. Einzig Tuvok lehnte erwartungsgemäß dankend ab. *Wo soll das nur hinführen mit der Moral auf diesem Schiff bei dem Moraloffizier! Erst kommen alle, wann sie wollen zum Dienst und jetzt wird ihnen der Kaffee noch auf die Brücke nachgetragen! * ”Es war doch ein schöner Abend gestern, nicht wahr?”, begann Neelix an den Captain gewandt. ”Schade nur, daß Kes nicht daran teilnehmen konnte. Sie sagt, sie hat momentan so viel mit ihren Studien zu tun und hatte versprochen, für den gestrigen Abend den Doctor in der Krankenstation zu vertreten.” ”Mal sehen, da lässt sich doch fürs nächste mal sicher etwas arrangieren. Nicht wahr, Mr. Paris?” antwortete Captain Janeway und blickte zu dem Lieutenant an der Conn. ”Sicher.” gab dieser zurück. ”Ich lasse mir etwas einfallen.” ”Ich hab da eine Idee.” meldete sich nun auch Harry zu Wort. ”Wie wäre es mit einer Direktschaltung für Notfälle zum Holodeck? Dann bräuchten weder der Doctor noch Kes auf den Pokerabend verzichten. Bei absoluten Notfällen könnte ja ein schiffsinterner Transfer eingeleitet werden...” ”Gut, Mr. Kim” unterbrach Janeway lachend seinen Eifer. ”Und ich hätte auch schon jemand Kompetentes, der die Koordination übernehmen kann...” Sie schaute zuerst zu Commander Chakotay und dann drehten beide ihre Köpfe zu Tuvok, der sich an seiner Konsole festhielt und die Augen schloss.

Kapitel 7

19:00 auf der Voyager. Der erste Offizier begann, seinen Abend zu planen.
”In ‘Zwangloser Atmosphäre‘ hat sie gesagt.” murmelte Chakotay vor sich hin, als er seinen Kleiderschrank durchforstete. *Das heißt wohl Freizeitkleidung.*
Er holte ein Indianisches Hemd hervor, eines, das er auch seinerzeit auf New Earth öfter getragen hatte. Chakotay lächelte, als er an damals dachte. Das hat sie, glaube ich, sehr gemocht... Ich werde es anziehen, ein T-Shirt drunter. So, jetzt noch eine Hose. Eng oder Schlabberlook - das ist hier die Frage. Hm, eng könnte ihr eher gefallen, so wie sie mich in letzter Zeit angesehen hat. Und wenn nicht, das Hemd hängt ja drüber!* er warf die Sachen auf sein Bett und ging in sein Badezimmer, um noch schnell zu duschen. Angenehm erfrischt zog er sich eine knappe halbe Stunde später an. Ein recht kritischer Blick in den Spiegel - *Ich glaube, da fehlt noch was. * Er kramte im Schrank nach seinem Gürtel. Den hatte er immer zu diesem Hemd getragen. Dazu wählte er jetzt noch seine Lieblingsstiefel aus weichem Leder. Noch mal vor den Spiegel - sein Ebenbild grinste ihn zufrieden an. * Na, das wird ihr wohl leger genug sein. * fand er und ging hinüber zum Replikator, um ein kleines Gastgeschenk für Kathryn Janeway zu besorgen.
Pünktlich um 20:00 stand er vor ihrer Kabine und betätigte den Türmelder. ”Herein!” erklang ihre Stimme. Die Tür glitt zischend auf und Chakotay trat ein. ”Guten Abend, Kathryn.”
”Hallo, Chakotay. Schön, daß Sie da sind.” Captain Janeway hatte für diesen Abend auch lässige Kleidung gewählt: eine bequeme Satinhose und eine leichte weite Seidenbluse darüber. Ihr Haar hatte sie mit Kämmchen hochgesteckt. Sie schaute ihn nachdenklich an. ”Ihr Outfit kommt mir irgendwie bekannt vor...Hat es einen besonderen Grund, daß Sie gerade dieses Hemd für heute Abend ausgesucht haben?” ”N..nein” beeilte sich Chakotay zu sagen. ”Ich dachte nur, da Sie etwas von ‘Zwangloser Atmosphäre‘ gesagt hatten, ziehe ich mir mein Lieblingshemd an.” * Weil Du es so gern mochtest.* ”Soso. Und was halten Sie da so krampfhaft hinter Ihrem Rücken versteckt?” Er schaute sie mit treuem Augenaufschlag an und streckte ihr seine Hand entgegen. ”Oh, Chakotay, das ist aber reizend!” lächelte Janeway und nahm die rote Rose entgegen ,woraufhin er über das ganze Gesicht strahlte. Kathryn schaute ihm in die Augen. * Erst dieses Hemd als Erinnerung an New Earth, dann die Rose... Was kommt noch? * ”Danke, ich werde sie sofort in eine Vase stellen.” Sie drehte sich um und ging zu einem Schränkchen und dann ins Badezimmer. Chakotay sah ihr bewundernd nach. *Egal, was sie anhat, sie sieht einfach gut darin aus! * Sein Captain - nun ganz die private Kathryn - kam mit der Vase und der Rose darin zurück und stellte sie auf den Couchtisch. Darauf hatte sie schon alles für den Abend zurechtgelegt: ein Kartenspiel, Chips, Getränke und Knabberzeug. Chakotay trat näher. ”Ah, hier liegt ja schon alles bereit! Nach dem zu urteilen, was Sie dort liegen haben, rechnen Sie wohl mit einem sehr langen Abend?!”
”Scheint so, Chakotay...Ich habe doch auch viel zu lernen, oder? Aber ich verspreche, eine gute Schülerin zu sein.” gab Janeway zur Antwort und hob dabei die rechte Hand wie zum Schwur. ”Na fein, dann sollten wir uns setzen und anfangen.” Sie nahmen am Tisch Platz, Kathryn auf dem Sofa und Chakotay auf dem Sessel gegenüber. "Die Grundbegriffe kennen Sie ja. Ich würde vorschlagen, wir spielen erst einmal ein paar ‘offene‘ Runden und ich zeige Ihnen, worauf Sie achten müssen.” ”Gute Idee. So nach und nach werde ich dann versuchen, mein Blatt selbst zu gestalten.” ”Also legen wir los. Sie mischen die Karten und teilen sie aus. Das ist Lektion Nummer 1.” ”Ich denke, das werde ich noch hinkriegen. Können wir danach gleich mit Lektion 2 fortfahren?” Chakotay grinste: ”Immer schön langsam mit den jungen Pferden, Kathryn, eins nach dem anderen. Aber ich denke, wenn wir gleich mit Schritt 2 weitermachen, ist das auch Ok.” ”Das beruhigt mich ja ungemein! Ich dachte schon, sie trauen mir gar nichts zu...” erwiderte Kathryn lächelnd während sie die Karten zum ersten Mal mischte und austeilte. Eine ganze Weile verlief das Spiel so: mischen, austeilen, offen hinlegen, Erklärungen und Tipps von Chakotay und spielen. Janeway schien sehr schnell zu begreifen, was Chakotay’s Eifer noch mehr anstachelte, ihr Kniffe und Tricks beizubringen. Er war begeistert von seiner gelehrigen Schülerin. ”Sehr schön, Sie machen sich! Gehen wir zu Lektion 3 über und spielen mit verdeckten Karten. Wenn Sie es sich zutrauen, setzen wir auf unser Blatt, Chips haben Sie ja verteilt.” ”Mit dem größten Vergnügen!” gab Kathryn zurück. Ihre Augen blitzten. ”Ich habe mich so richtig warm gespielt. Lassen wir es jetzt drauf ankommen. Sie geben!” Chakotay zeigte sein breites Lachen, das die Grübchen so deutlich hervorbrachte. ”Hoffentlich sind Sie gleich auch noch so gut gelaunt, wenn Sie verlieren.” ”Ich habe nicht die Absicht, zu verlieren!” kam es trotzig von ihr und sie stemmte zur Bekräftigung die Hände in die Hüften. ”Ich auch nicht!” gab Chakotay ebenso entschlossen zurück. ”Machen Sie schon....ich kann es gar nicht abwarten, Ihnen zu demonstrieren, was ich gelernt habe. – Das ist ein Befehl!” ”Sie wollten es so....” Der Commander mischte die Karten für das erste Spiel - das sein Captain dann auch gewann. ”Ha! Sehen Sie...! Weiter geht’s, auf zur nächsten Runde.” triumphierte Janeway. Ihr Mitspieler schüttelte nur den Kopf und verteilte die nächsten Karten. ”Gut, aber denken Sie daran: wer zuletzt lacht...” ”...lacht am besten. Und das werde ich sein!” Sie schien jetzt einfach nicht mehr zu bremsen zu sein - jedenfalls gewann er wesentlich seltener, als erwartet. ”C-H-A-K-O-T-A-Y!” Janeway’s Blick sagte alles. ”Sie haben mich doch nicht etwa absichtlich so oft gewinnen lassen?” ”Aber Kathryn!” Chakotay tat entsetzt. ”Nun?” ”Äh, vielleicht war ich einen Moment nicht so ganz aufmerksam...” versuchte er, sich herauszureden. ”Aha! Aber ab jetzt wird ernsthafter gespielt. Vielleicht sollten wir Ihre Aufmerksamkeit ein wenig schärfen....lassen Sie uns doch um etwas anderes spielen, als um diese Plastikplättchen.” ”Ma’am?” ”Na, ein richtiger Einsatz muß her. Damit Sie auch voll bei der Sache sind.” Janeway’s Stimme war nun zuckersüß. ”Na schön, aber denken Sie nachher dran: es war Ihre Idee. Was darf es denn sein? Replikatorrationen?” ”Ach Chakotay, um so etwas spielt vielleicht Tom!” Ein hintergründiges Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. ”Ich hab da mal was von einer Spielvariante gehört, die nannte sich ‘Strippoker‘ !” ”KATHRYN!!” Chakotay schnappte nach Luft. ”Habe ich richtig gehört? Strippoker?!” Mit aufgerissenen Augen starrte er sie an und schüttelte zum wiederholten Male an diesem Abend den Kopf. Diese Frau überraschte ihn immer wieder. * Was hat sie nur vor? * ”Warum nicht? SIE haben doch wohl nichts zu befürchten, oder? Ich bin doch nur die Schülerin des großen Könners...” entgegnete Kathryn mit ganz unschuldigem Blick. Chakotay lehnte sich im Sessel zurück und sah sie eine Weile nachdenklich an, die Arme vor der breiten Brust verschränkt, das Kinn auf der rechten Hand und den Zeigefinger dabei an die Nase tippend. ”Nun, was ist?” hakte sie noch einmal nach. Er erwachte aus seinen Überlegungen und meinte hintergründig lächelnd ”Einverstanden, ist ja IHR Risiko!” * Wer weiß, welche Perspektiven sich einem da heute noch bieten werden...*
Kathryn nahm die Karten und begann zu mischen...
Sie spielten Runde um Runde, wobei der wesentlich größere Anteil an Siegen bei Chakotay lag. Allerdings schien Kathryn entsprechende Vorkehrungen getroffen zu haben, denn es zählte alles, was man am Leib trug, also auch die vielen Kämmchen, die Ohrringe, die Kette, das Armband.... Chakotay konnte solches zwar nicht bieten, hatte aber nach vier verlorenen Partien erst Weste, Gürtel und Stiefel abgeben müssen. *Wieso hat sie eigentlich so viel Kleinkram... ich werde mich noch etwas mehr anstrengen müssen.*
”Kurze Pause?” ”Wenn Sie wollen...” ”Ja, Sie könnten dabei zum Replikator gehen und noch eine Flasche Cidre besorgen. Uns sind die Getränke ausgegangen." ”Mach ich gern. Bin sofort wieder da.” Er stand auf und ging auf die andere Seite des Zimmers, wo er dem Replikator gleich zwei Flaschen entlockte. "So, da bin ich wieder.” Janeway verteilte schon die Karten für das nächste Spiel, während er die Gläser neu füllte. ”Sie sind aber ganz schön mutig. Wie ich feststelle, tragen Sie jetzt keinen Schmuck mehr, nun geht’s an die Wäsche...”
”...solange Sie MIR nicht an die Wäsche gehen...” Diese schlagfertige Antwort ließ ihm glatt die Karten aus der Hand fallen. * Ah, zwei Paare, das ist zu schlagen.* Janeway tat, als hätte sie nichts gesehen. Rasch raffte er die Karten wieder zusammen. ”Aber Kathryn, habe ich jemals...” Janeway lachte laut los. ”Chakotay, das war ein Scherz! Sie sind aber empfindlich. – Oder ist Ihnen irgendwie nicht ganz wohl bei der Sache?” ”Mir? Nicht ganz wohl? Das wird sich gleich zeigen, wem hier nicht ganz wohl sein wird.....Weiterspielen!” Dieser Aufforderung kam sie sofort nach....und verlor, denn seine fünfte Karte hatte sie nicht gesehen. Er hatte ein Full House. ”Na schön, fangen wir mit den Schuhen an!” Dabei blieb es natürlich nicht, sie verlor eine weitere Runde, und noch eine, und noch eine.... ”Wird Ihnen zu heiß, Kathryn?” flachste Chakotay, und ließ den Blick nicht von ihr los, als sie sich nach dem nächsten verlorenen Spiel die Hose auszog. * Wow! Spitzenunterwäsche...! * Ihm fielen fast die Augen aus dem Kopf. ”Ganz und gar nicht.” - ”...und wie ist es mit Ihnen?” fragte sie scheinheilig, als sie gerade mal wieder ein Spiel gewonnen hatte und Chakotay sein T-Shirt opfern mußte.* Hmmm, dieser Anblick beflügelt so manche Phantasien...* ”Wir machen doch weiter, oder?” ”Sicher.” kam es von ihm, allerdings nicht mehr so überzeugt wie vorher. Kathryn lächelte betörend und gewann die nächsten drei Runden, bei denen Hosengürtel und Socken den Besitzer verließen. * So langsam reicht es. Noch ein verlorenes Spiel, und ich sitze in Unterhosen da! So hatte ich es mir nicht vorgestellt.* ”Wollen wir das Spiel nicht lieber hier beenden? Es könnte sich doch eine peinliche Situation ergeben....wir beide, spärlich bekleidet in Ihrem Quartier....Wenn es da plötzlich zu einem Notfall kommt und jemand uns hier abholt...” ”Waaas?! Gerade jetzt, wo ich eine Glückssträhne habe? Aber gut, ich will mal nicht so sein. Noch eine einzige Runde, einverstanden? Alles oder Nichts!” ”Das ist ein Wort!” Er atmete sichtlich auf. * Dieses eine Spiel gewinnen...* ”Sie geben, Kathryn!” Sie nahm die Karten und mischte sie äußerst sorgfältig. Leichte Schweißtropfen bildeten sich auf seiner Stirn, als sie die Karten verteilte. Er nahm sein Blatt auf und stellte erleichtert fest, daß er fast schon wieder ein Full House auf der Hand hatte. * Nun noch etwas Glück beim Tauschen.....Jaaaa! Die Herzdame! Die dritte Dame, die ich noch brauchte! * Er setzte seine ausdrucksloseste Miene auf. * Jetzt nur nicht patzen.* Vorsichtig spähte er zu Kathryn hinüber. Die ließ ihrem Gesichtsausdruck ebenfalls nichts entnehmen. * Was sie wohl auf der Hand hat?* *Na, guter Tausch? Du wirkst so erleichtert...* ”Ich nehme drei neue.” sagte sie laut und tauschte ebenfalls. Sie sortierte ganz langsam ihre Karten und runzelte dabei leicht die Stirn. ”Nun, Kathryn, ein Blatt nach Wunsch?” Seine Grübchen zeigten sich dann auch augenblicklich bei dem nachfolgenden Grinsen. ” Dann lasse ich mal die Hosen runter... sprichwörtlich natürlich nur! Wieder ein Full House: zwei Könige und drei hübsche Damen!” Er lehnte sich genüßlich im Sessel zurück und verschränkte die Arme hinter dem Kopf, bereit, ihre letzten Hüllen fallen zu sehen. ”Das war’s dann wohl, Kathryn!”
”Ja!” Sie erhob sich seufzend und kam mit gesenktem Kopf um den Tisch herum auf ihn zu. Chakotay saß dort in absoluter Erwartungshaltung und genoß den Anblick von Spitzenunterwäsche, die durch die dünne Seidenbluse schimmerte. Sie baute sich vor ihm auf, sah ihm in die Augen und präsentierte ihm ihr Blatt. ”...aber für Dich!” Chakotay konnte es nicht fassen: ein Royal Flush!! ”Also...dann laß mal sehen...” forderte Janeway ihn auf. – Entsetzen auf der ganzen Linie. ”Das kann doch nicht wahr sein....! Das glaub‘ ich einfach nicht!”
Sie rückte immer näher heran. Chakotay klammerte sich an den Armlehnen fest. ”Nein, das können Sie nicht mit mir machen, Captain!” Doch Janeway kannte keine Gnade. ”Muß ich erst nachhelfen, Commander, oder ziehst Du Dich alleine aus?” fragte sie leise und beugte sich leicht über ihn. ”Warum zierst Du Dich so? Ist etwa Dein Lendenschurz zu klein geraten, mein tapferer Krieger?” Chakotay schluckte und versuchte, so langsam seine Fassung zurückzugewinnen. *Ich träume das einfach nur, das wird es sein! * Er kniff sich in den Arm, was allerdings ganz schön weh tat. * Autsch! Wohl doch nicht. * Kathryn stieß ein leises Lachen aus und wich keinen Zentimeter zurück. Chakotay ergab sich in sein Schicksal und zog langsam - wobei er natürlich Kathryn’s ungeteilte Aufmerksamkeit hatte - die Hose aus, als sein Blick zufällig auf ihre Karten fiel. Er blinzelte ein paar mal und sah genauer hin: sicher, ein Royal Flush in Herz, aber....* Du kannst ganz schön hinterhältig sein.* dachte er und schaute Janeway auf einmal ganz fest in die Augen. ”Du hast mich reingelegt!” entfuhr es ihm. ”Ich???” Er packte sie mit einer plötzlichen Bewegung an den Armen und zog sie zu sich herunter auf den Sessel. ”Ja, DU! Ich glaube, ich habe mich schwer in Dir getäuscht....Du bist eine richtige kleine Falschspielerin!” Kathryn tat empört. ”Das ist eine Unterstellung!” ”Sooo? Und wie kommen auf einmal ZWEI Herzdamen und ZWEI Herzkönige in EIN Kartenspiel??” ”Weiß nicht...” Sie hatte eine Unschuldsmiene aufgesetzt. ”Vielleicht eine Fehlfunktion des Replikators?” Ihr Gesicht war seinem jetzt bedrohlich nahe. ”Gib auf.” Flüsterte sie und küsste ihn. – Chakotay gab nur zu gerne auf... ”Wie bist Du auf eine solche Idee gekommen?” fragte er endlich während einer Atempause. ”Ich war neugierig! Ich wollte nur einmal sehen, was ein Indianer wirklich so drunter trägt...” gab sie augenzwinkernd zu. ”Weißt Du es jetzt?” ”Ja, und ich muß sagen, mein kleiner Trick hat sich gelohnt!” ”Das war hinterhältig.....aber gut! Du hast sogar mich getäuscht. Gib es zu: Du bist in Wirklichkeit ein ausgebuffter Profi!” Seine Finger öffneten langsam Knopf für Knopf ihrer Bluse. ”In jeder Beziehung” gestand sie. ”Wirklich? In jeder?” Seine Hände fuhren jetzt an ihrem Körper entlang langsam wieder nach oben. ”Mhm.” Er streifte ihr die Bluse über die Schultern und sah sie verlangend an. ”Das werden wir jetzt einmal genauer erörtern müssen...” und er vergrub sein Gesicht in ihrem Nacken während er sie fester an sich zog. ”Chakotay...”

-Ende-