Author: Taya

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Kathryn Janeway, Captain der ”Voyager”, stellte eilig ihre Tasse Kaffee und den Teller mit dem Toast auf ihr Tablett. Vor Beginn der Alphaschicht wollte sie eigentlich in Ruhe noch eine Kleinigkeit frühstücken. Aber Neelix, seines Zeichens Moraloffizier (und auch Koch - was aber nicht immer unbedingt die Stimmung der Mannschaft hob), raubte ihr schon wieder einmal den letzten Nerv - und das so früh am Morgen, vor ihrer ersten Dosis Koffein! Ausgerechnet von ihr wollte er wissen, ob die Dekorationen für den heutigen Valentinstag wohl treffend wären.
”Mr. Neelix, das ist ein Problem, mit dem ich mich nicht beschäftige! Bitte fragen Sie qualifiziertere Crewmitglieder.” hatte sie ihm gereizt zu verstehen gegeben. Er war schon fast beleidigt durch die kühle Art der Abweisung, die er da bekommen hatte, aber als Lieutenant Commander Tuvok sich nichtsahnend dem Tresen näherte um sich sein Frühstück abzuholen, stürzte Neelix sich sofort mit Begeisterung auf ihn und wies groß gestikulierend auf die Tische und Wände. ”Mr. Vulkanier, Sie können mir doch sicher völlig unbefangen weiterhelfen...” Kathryn verdrehte die Augen und flüchtete.
Auf ihrem Weg zum Tisch in der hintersten Ecke kam sie an Tom und Harry vorbei. Die beiden Männer saßen im Moment allein am Tisch. ”Waaaas? Du hast also für beide Delaney Schwestern ein Geschenk?! Mann, Du gehst aber ran...” Harry Kim grinste verlegen: ”Nun ja, so würde ich es nicht unbedingt nennen. Es ist nur – ich kann mich für keine der beiden entscheiden! Außerdem, wie sagt doch das alte Sprichwort: Man sollte mehrere Eisen im Feuer haben.” Der Pilot der Voyager, der sich selbst für einen absoluten Fachmann in Sachen Frauen hielt, schüttelte den Kopf. ”Dann wünsche ich Dir viel Glück, hoffentlich hast Du Dir nicht zuviel vorgenommen!! Falls Du Hilfe brauchen solltest - sag nur Bescheid.” ”Laß das bloß nicht B’Elanna hören!” lachte Harry und warf ihm einen vielsagenden Blick zu.
”Uh -nein! Mit gewissen Frauen ist nicht zu scherzen, vor allem, wenn sie Halbklingoninnen sind.” Tom Paris zog eine Grimasse. ”Ich hoffe nur, mein Geschenk...” Mehr hörte Kathryn schon nicht mehr, als sie weiter hastete, vorbei am nächsten Tisch, an dem B’Elanna in ein Gespräch mit Jenny und Megan Delaney vertieft war. ”...und Ihr wollt Euch also ernsthaft alle beide mit ihm treffen?” Das reichte - sie rannte nun schon beinahe zu ihrem Tisch. Dort stellte Janeway ihr Tablett ab und setzte sich seufzend. Den Kopf in die Hände gestützt schaute sie sich im ganzen Raum um : überall waren ihre Offiziere in Gespräche über den heutigen Abend vertieft oder saßen sich nur einfach lächelnd am Tisch gegenüber, zum Teil sogar Händchenhaltend. Die Atmosphäre des Valentinstags lag überall in der Luft und sie saß hier - ganz allein! Aber sie hatte es ja selbst so gewollt! Fast ein wenig traurig griff sie nach dem Messer, um ihren Toast mit Butter zu bestreichen. ”So nachdenklich, Kathryn?” weckte eine wohlbekannte Stimme sie aus ihren Grübeleien. ”Darf ich mich hierher setzen?” Janeway schaute auf und blickte geradewegs in die braunen Augen ihres ersten Offiziers. ”Aber sicher, Chakotay.” Und sie bemühte sich um ein Lächeln. ”So ist das schon besser,” erwiderte er und strahlte sie an. ”Gibt es einen besonderen Grund dafür , dass Sie heute so gereizt sind?”
Seine Augen suchten in ihrem Gesicht nach einer Antwort. ”Ach, Chakotay...” begann sie, ließ es aber dann doch wieder sein. ”Es ist schon in Ordnung, ich habe nur etwas schlecht geschlafen.” ”Dann ist es ja gut.” Chakotay strich ihr leicht über die Hand. Er nahm seine Tasse und trank ein paar Schluck von seinem Tee. ”Haben Sie mich etwa die ganze Zeit über beobachtet?” wollte sie jetzt von ihm wissen. ”Hm, ja” gab er zögerlich zu. Von unten her schaute er sie an. ”Ich bin kurz nach Ihnen in die Offiziersmesse gekommen und nach Ihrem kurzen Gespräch mit Neelix hielt ich es für besser, mich erst ein wenig im Hintergrund zu halten. Wenn Sie reden wollen, Sie wissen ja : ich bin immer für Sie da.” ”Das weiß ich zu schätzen, Chakotay” sagte Kathryn mit einem ehrlichen Lächeln und legte nun ihrerseits die Hand auf seine. Ihre Blicke zeigten tiefes Einverständnis und nach einem kurzen Moment des Schweigens widmeten sie sich nun endlich ihrem Frühstück.

= 2 =

Die Schicht auf der Brücke verlief recht ereignislos, was vielen Crewmitgliedern Zeit gab, sich ab und zu mit den eigenen Gedanken zu beschäftigen. Tom sah öfter kurz zu Harry hinüber und grinste jedesmal breit, wenn der einen verklärten Gesichtsausdruck zeigte. Allerdings konnte man auch Tom recht häufig lächeln sehen, den Blick dabei in weite Ferne gerichtet. Er dachte über seinen so perfekt geplanten Abend mit B’Elanna nach. Dem aufmerksamen Captain entging das natürlich nicht. Als sie sich nach links drehte, um ihrem ersten Offizier gegenüber eine entsprechende Bemerkung zu machen, musste sie feststellen, das selbst der mit einem verklärten Lächeln vor sich hin starrte. Kathryn verzog das Gesicht - das war einfach zuviel! Hatte denn jeder nur noch den Valentinstag im Kopf? Sie schaute hinüber zur Station des Sicherheitschefs - und war erleichtert : wenigstens der Vulkanier Tuvok zeigte sich ungerührt wie immer. Seufzend schloss sie die Augen und lehnte sich in ihrem Sitz zurück. ‘Warum kannst Du nicht auch so glücklich sein? Musst Du es Dir eigentlich immer selbst so schwer machen?‘ dachte sie bei sich. ‘Du solltest den heutigen Abend auch lieber mit dem Mann Deiner Träume verbringen, als Trübsal zu blasen...‘
Um das Maß voll zu machen, betrat nun Seven of Nine die Brücke, einen riesigen Stapel Pads in beiden Händen und obenauf - tatsächlich - zwei richtige Briefe aus Papier, rosa Papier. ”Captain Janeway, darf ich Sie einmal sprechen? Ich habe ein Problem soziologischer Art, das Sie mit mir klären könnten...” Ein leiser Pfiff war zu hören; Tom hatte sich in seinem Pilotensitz umgedreht und zeigte so, wie beeindruckt er war. Harry blieb zunächst der Mund offen stehen, aber dann wandte er sich schnell wieder seiner Konsole zu, weil er den leichten roten Schimmer auf seinen Wangen verbergen wollte. Kathryn schaute von Seven’s Gesicht zu den Pads und wieder zurück. ”Ein Problem soziologischer Art?” wiederholte sie. ”Ja, Captain! Ich habe unter Leitung des Doktors schon vieles über menschliche Sitten und Bräuche, Traditionen und Verhalten gelernt, aber dieses hier...” sie hob die Pads höher, ”kann ich noch nicht zuordnen, aber ich vermute, es hat mit dem seltsamen Verhalten zu tun, das ich in den letzten Tagen - und besonders heute - bei der Crew beobachten konnte.” Janeway dämmerte es. Sie warf Chakotay einen kurzen Blick zu, den der aber kaum wahrnahm, starrte er doch auf Seven und den Stapel in ihren Händen. ”Commander?!” Kathryn tippte ihm auf die Schulter. Das half ihm wieder ins Jetzt zurück. ”Äh, ja, Captain?” ”Wie wäre es, wenn Sie Seven bei der Lösung ihres Problem behilflich sein könnten? Ich denke, Sie sind in diesem Punkt sicher ein besserer Ansprechpartner als ich.” ”Ich? Sie sind doch ihre Bezugsperson, und außerdem: von Frau zu Frau lässt sich das gewiss besser erörtern.” Er wandte sich an die ehemalige Borg: ”Warum haben Sie nicht den Doctor gefragt, es würde doch zu seinen Lektionen gehören.” ”Das ist ja auch ein Teil meines Problems - der Doctor will scheinbar nicht mit mir darüber reden.” Kathryn seufzte (zum wiederholten Mal) . ”In meinen Bereitschaftsraum!” sagte sie zu Seven. ”Ich denke, ich kenne die Antwort.”
Nach einer halben Stunde kam eine mehr als verwunderte Seven of Nine wieder heraus.
Bevor sie die Brücke verließ, wandte sie sich an den ersten Offizier. ”Commander Chakotay, der Captain wünscht sie in ihrem Bereitschaftsraum zu sprechen.” ”Danke, Seven.” Er erhob sich und ging hinüber zum Büro des Captains. ”Ich bin es langsam leid! Dieser Tag gehörte ein für allemal hier an Bord verboten!” kam es von einer recht gereizten Kathryn Janeway. ”Ich verstehe nicht ganz.” erwiderte Chakotay ganz ruhig. ”Was gibt es denn am Valentinstag auszusetzen? Dass es bei einer so langen Reise unter Mitgliedern der Crew zu zwischenmenschlichen Beziehungen kommt, daran ist doch nichts auszusetzen. Und dass sie einen Tag haben sollten, an dem sie ihre Zuneigung zueinander feiern können, ist doch schön.” ”Ich finde, es wird viel zuviel Aufhebens darum gemacht. Es sind einige mit ihren Gedanken oft recht weit von ihrer Arbeit entfernt in den letzten Tagen. Neelix zelebriert das Ganze auch noch so richtig mit seiner Dekoration und allen anderen Arrangements für heute.
Übrigens - wer hat ihm dafür die Erlaubnis gegeben?” Chakotay sah sie verwundert an. ”Ich natürlich. Wir wollten Sie nicht extra damit belästigen und ich dachte, es wäre in Ihrem Sinne, dass die Crew mal wieder etwas Ablenkung hat.” ”Die Crew....natürlich, aber wer denkt an mich, nimmt auf mich Rücksicht?” stieß sie hervor und drehte sich dann schnell weg. ”Kathryn?” Chakotay war besorgt. ”Was ist los? So verbittert habe ich Sie ja noch nie reden gehört.” Er trat näher an sie heran. ”Nichts ist los!” ”Nein, das stimmt nicht, ich erkenne immer, wenn Sie etwas quält. Möchten Sie mit mir darüber reden?” fragte er sanft. ”Ach - es ist nur...” Sie drehte sich zu ihm um und versuchte ein Lächeln. ”All dieses Getue, diese Dekorationen in der Offiziersmesse, es ist nicht fair gegenüber einem Teil der Crew. Das kann jemandem ganz schön aufs Gemüt schlagen, wenn man alleine ist. Und jetzt kam auch noch Seven in ihrer Naivität an und zeigte mir diesen immensen Stapel Pads...!” ”Den habe ich auch zur Kenntnis genommen!” grinste er. ”Wissen Sie, von wie vielen Leuten die wohl alle waren, Chakotay? - Ganz zu schweigen von den zwei Briefen!!” ”Von wem waren die eigentlich?” wollte Chakotay nun doch wissen. ”Sie werden es nicht glauben : vom Doctor! Deshalb wollte er auch Seven nichts erklären, das hätte ihn wohl verlegen gemacht.” ”Der und verlegen!” Chakotay lachte und schüttelte den Kopf. ”Aber ich muss feststellen: unser Holographisches Notfallprogramm hat eine ganz schön romantische Ader entwickelt!” ”Ja, das hat er wohl.” gab Janeway träumerisch zurück. Chakotay sah in ihre traurigen Augen und meinte dann ganz sanft ”Hey, Kathryn, und das stört Sie alles? Es muss doch schön für Sie sein, zu sehen, dass Ihr Ziehkind sich inzwischen so gut bei den Menschen integriert hat.”
”Es geht ja nicht um Seven - ich freue mich für sie - aber ich...” sie schaute zum Fenster hinaus ”...bin allein.” ”Sie sind nicht allein, Kathryn!” sagte Chakotay und nahm ihre Hand. ”Doch, Chakotay, ich bin allein!” gestand sie ein. Dann drehte sie sich zu ihm um. ”Aber was belästige ich Sie mit meinen Problemen. Sie haben recht, ich sollte kein Trübsal blasen und mich für Seven und die Crew freuen, keinem den Spaß verderben. Ich werde eben den heutigen Abend nicht mit den Anderen bei Neelix verbringen, sondern für mich allein. Ich hab es doch selbst so gewollt.” ”Wirklich? Möchten Sie Ihre Entscheidung nicht noch einmal überdenken und den Abend nicht ganz allein, sondern wenigstens mit mir verbringen? Wir könnten unser wöchentliches Dinner auf heute Abend vorverlegen.” ”Sie müssen sich nicht aus Mitleid opfern, Chakotay.” Sie sah ihm fest in die Augen. ”Keineswegs! Wir brauchen ja auch nicht in die Offiziersmesse gehen oder den Abend in einem unserer Quartiere verbringen. Wie wäre es mit einem Ausflug auf das Holodeck? Sagen Sie ‘Ja‘ , oder wollen Sie, dass heute Abend gleich zwei Personen einsam in ihrem Quartier sitzen?” Er lächelte sein charmantestes Lächeln. Janeway rang einen Moment mit sich. ”Na gut, Chakotay, aber erwarten Sie keine sprühende Lebensfreude von mir.” Sein Lächeln wurde noch intensiver. ”Wer weiß...” sagte er hintergründig. ”Um 20:00, auf Holodeck 1, abgemacht?! Und kommen Sie nicht in Uniform.” Er drehte sich um und ging zur Tür als Kathryn ihn noch einmal aufhielt. ”Einen Augenblick noch, Commander! Sind Sie denn sicher, dass das Holodeck gerade heute Abend nicht schon restlos ausgebucht ist?” Chakotay drehte sich noch einmal kurz um . ”Da bin ich mir ganz sicher, Captain...”

= 3 =

Pünktlich um 20:00 stand Kathryn Janeway in einem roten Sommerkleid vor Holodeck 1. Sie fragte sich, welches Programm wohl laufen würde und ob es wirklich eine so gute Idee war, hierher zu kommen. Einen Augenblick zögerte sie noch, dann betätigte sie den Türöffner und trat ein. Zischend schloss sich die Tür wieder hinter ihr und schottete sie vom Alltag und ihren Gedanken ab. Um Kathryn herum war die Landschaft in die Farben eines goldenen Sonnenuntergangs getaucht. Eine Landschaft, die sie nur zu gut kannte : New Earth. Gerade erst hatte es begonnen, zu dämmern, so dass sie, als sie sich umblickte, noch gut die roten Herzen erkennen konnte, die auf dem Gras verstreut lagen. Sie beugte sich hinunter und hob eines auf. Sie waren liebevoll von Hand aus Krepppapier ausgeschnitten worden. Erst dachte sie, es wäre eine nette Geste zur Begrüssung, weil sie sich doch gerade an diesem 14. Februar so einsam fühlte, aber dann sah sie in einigem Abstand noch mehr und wieder ein Stück weiter lagen ebenfalls solche Herzen, und wieder ein Stück weiter und weiter... Kathryn’s Neugier war geweckt : da war eine Spur ausgelegt worden. Sie folgte dem so markierten Pfad. Er führte sie zu einem kleinen Wäldchen mit recht dichtem Unterholz. Sie schlängelte sich den Herzen folgend durch die Bäume und Büsche hindurch. Je weiter Kathryn sich den Weg durch das Wäldchen bahnte, desto deutlicher wurde ein Geräusch, das sie schon seit einiger Zeit hören konnte. Sie atmete tief durch die Nase ein - es roch nach Wasser. Auf einmal begriff sie, dass dieser Pfad sie zum Fluss führte. Ihr Gang wurde schneller.
Bald darauf ließ sie den letzten Busch hinter sich und stand am Fluss, an dem sie schon so oft zusammen gesessen hatten, den sie hatten erkunden wollen... Sie schaute sich am Ufer um und sah in einiger Entfernung ein Gebilde aus Holzbalken und Brettern - ein Bootssteg! Und daneben lag ein Boot, das Boot, ihr Boot! Kathryn rannte darauf zu und stoppte vor dem Steg. Dort tänzelte das Boot gut vertäut auf leisen Wellen, die ans Ufer schwappten. Es war genau so geworden, wie Chakotay es ihr auf den Plänen gezeigt hatte, damals auf New Earth, als sie selbst gerade begonnen hatte, sich auf ein neues Leben einzurichten. Das Boot, das nie gebaut worden war, weil gerade in dem Moment, als sie sich über die Pläne beugten, Tuvok’s Stimme aus den Kommunikatoren drang und die Voyager sie abholte, mit einem Heilmittel an Bord. Seitdem hatte sie sich oft gefragt, wie es wohl geworden wäre, wenn sie noch mehr Zeit gehabt hätten...
‘Kathryn, vorbei ist vorbei!‘ riss sie sich selbst aus ihren Gedanken. Sie ging auf dem Steg auf das Boot zu und bemerkte das kleine weiße Tischtuch, das über die mittlere Sitzbank gebreitet war. Es war für ein Dinner für zwei gedeckt, mit einer Flasche Wein und einem Glasbehälter, in dem eine Kerze ruhig brannte. Daneben eine fein geschwungene, schmale hohe Vase, in der eine einzige langstielige, dunkelrote Rose steckte. Sprachlos stand sie wie angewurzelt am Ende des Stegs, als sie bemerkte, wie jemand leise hinter sie trat. Sie brauchte sich nicht umzudrehen, sie wußte, wer es war, der so dicht hinter ihr stehen blieb, dass sie seinen Atem in ihrem Haar spürte. ”Es ist wunderschön geworden, Chakotay.” sagte sie leise und lehnte sich zurück bis sie ihn berührte. Er legte seine Arme um sie. ”Das freut mich, Kathryn. Wollen wir nicht an Bord gehen? Wie Du siehst, erwartet uns dort unser Dinner.” Chakotay ließ sie los, ging an ihr vorbei und stieg in das Boot. Dann streckte er den Arm aus, damit sie sich darauf stützen konnte, während sie einstieg. ”Eine zauberhafte Idee, Chakotay.” bemerkte Janeway, als sie sich an den improvisierten Tisch setzte. Er machte die Leine los und setzte sich auf die Ruderbank ihr gegenüber. ”Hast Du etwas dagegen, wenn wir zuerst ein kleines Stück hinaus rudern? Der Fluss ist an dieser Stelle sehr ruhig und wir können uns ein wenig treiben lassen.” ”Keinesfalls. Du weißt, wie gern ich diese Fahrt gemacht hätte.” ”Das Segel können wir allerdings nicht setzen, damit würden wir unseren Tisch einbüßen.” grinste er. Kathryn lächelte ”Nein, das wäre zu schade. Lassen wir uns einfach treiben...”
Chakotay legte ab und ruderte in die Mitte des Flusses. Dann schwang er die Ruder an Bord und machte sie fest. ”So,” sagte er und zog einen Korb unter der Bank hervor. ”Laß uns nachsehen, was gutes hier drin ist.” Sie packten aus und genossen ihr gemeinsames Dinner. ”Na, geht es Dir jetzt besser?” fragte Chakotay, als sie zusammenräumten. ”Ja, viel besser!” strahlte Kathryn. ”Danke.” ”Wofür?” ”Dafür, dass Du mich aus meiner trüben Stimmung herausgeholt hast.” ”Gern geschehen. Aber dafür brauchst Du mir nicht zu danken.” Er stieg über den ‘Tisch‘ und setzte sich neben sie. ”Ich bin immer bestrebt, Dich aufzuheitern. Ich mag es nämlich nicht, wenn Du traurig bist.” ”Das ist lieb von Dir.” antwortete Kathryn und schaute ihn etwas unsicher an. ”Diese Bootsfahrt war eine wundervolle Idee.” ”Dir gefällt diese Änderung im ‘New Earth‘ Programm? Ja?” Chakotay legte sachte den Arm um sie.
”Ich habe das Boot fest ins Programm eingespeichert. Du kannst jederzeit hierher kommen und ‘Dich treiben lassen‘. Es ist mein Geschenk zum Valentinstag an Dich.” sagte er leise. ”Oh, Chakotay...” Kathryn war sichtlich gerührt. ”Ich...ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll...” Ihre Augen wurden langsam feucht. Chakotay sah sie zärtlich an und wischte sanft eine Träne weg, die gerade über ihre Wange laufen wollte. ”Shhhh...” flüsterte er. ”Komm her.” Kathryn lehnte ihren Kopf an seine Brust und genoss seine Umarmung. Schließlich blickte sie wieder zu ihm auf. ”Aber ich habe jetzt gar kein Geschenk für Dich. Ich dachte, es würde sich nie fortsetzen, was auf ‘New Earth‘ begann. Nach all der Zeit, in der ich alles, in der ich Dich zurückgewiesen habe. Ich habe nur im Stillen immer daran gedacht, wie es hätte sein können, wollte es aber nie zulassen...” ”Shhhh...” machte er abermals. ”Das macht doch gar nichts. Es reicht mir, wenn ich sehe, dass Du glücklich bist.” tröstete er sie. Kathryn sah ihm nachdenklich in seine leuchtenden Augen. Plötzlich hellte sich ihre Miene auf und sie strahlte ihn an. Chakotay hob die Augenbrauen. ”Was ist?” wollte er wissen. ”Du machst auf einmal ein Gesicht, wie die Katze, die den Sahnetopf entdeckt hat.” ”So ähnlich! Ich habe doch ein Geschenk für Dich. Etwas, worauf Du schon viel zu lange gewartet hast.” Er schaute sie fragend an. Kathryn fuhr zärtlich mit einem Finger sein Tattoo nach, streichelte seine Wange und hob ihr Gesicht ganz dicht an seins. ”Es ist nicht viel, eigentlich sind es nur vier Worte : Ich liebe Dich, Chakotay!”

-Ende-